Leseprobe: Die Takhal Gud Looter

Wie berichtet habe ich im letzten Jahr meinen ersten Heftroman für die -Fanfiction-Serie Dorgon fertiggestellt – und zwar Band 130 der Reihe. In diesen Tagen ist dieser nun erschienen, soll heißen: er kann ab sofort kostenlos heruntergeladen werden.1 Obwohl ich von dieser Perry-Parallelwelt fast gar keine Ahnung habe, hat mir das Schreiben sehr viel Freude gemacht. In der Rahmenhandlung habe ich mich mit einer Hauptfigur aus der Originalserie austoben können: niemand geringerem, als Mausbiber Gucky höchstpersönlich. Auch in der anderen Handlungsebene hatte ich ziemlich freie Hand, da ich eine neue Figur vorstellen durfte. In dieser präsentiere ich die ersten Absätze des -Romans, in denen ich besagten Mausbiber zunächst etwas leiden lassen muss – wohlgemerkt vor seinen erfreulichen Abenteuern der aktuellen Erstauflage.

Aber lest selbst!

Kapitel 1: Allein

5633 A.D., Raumschiff CASSIOPEIA, irgendwo zwischen den Sternen der Milchstraße

Die Panikattacke traf ihn aus heiterem Himmel. Gucky hatte gerade seine Kabine in der CASSIOPEIA betreten, klassisch zu Fuß, denn er hatte den Weg dorthin gebraucht, um nachzudenken. Es fühlte sich an, als würde die Pranke eines Haluters seine Brust packen und zusammenquetschen, ein dumpfer Schmerz, heiß und kalt zugleich. Ebenso schlagartig wurde sein ganzes Wesen nur noch von einem Gedanken beherrscht: »Ich bin allein!«

Der Mausbiber ging in die Knie, beugte sich vornüber und stützte sich auf den Oberschenkeln ab.

Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen.

Er zwang sich zur Ruhe. Nach fast viertausend Jahren Lebenszeit hatte man alles schon erlebt, auch die ein oder andere Panikattacke. Wäre doch gelacht, wenn er sie nicht durch ein paar Dagorübungen seines guten alten Freundes Atlan …

Gucky fiel vornüber und fing sich mit seinen Pfotenhänden ab. Die Ohren angelegt, auf allen Vieren kriechend, versuchte er, seinen Atem wieder in den Griff zu bekommen. Es wollte ihm nicht gelingen. Mit offenem Mund hechelte er wie ein überhitzter terranischer Hund. Atlan war tot oder hatte nie gelebt. Was auch immer hier gerade vorging, er war nicht mehr da. Ebenso die anderen Freunde und Gefährten, die ihm in solchen Momenten zur Seite gestanden hätten, indem sie über seine Witzchen lachten oder ihm die Ohren kraulten. Niemand war mehr da – erst recht keine anderen Ilts …

Ihm war bewusst, dass ihn diese Gedanken immer tiefer in den Panikstrudel rissen. Er durfte dem Sog nicht nachgeben, musste sich dagegenstemmen und buchstäblich auf andere Gedanken kommen.

Vielleicht half es, wenn er sich erst einmal hinlegte, am besten gleich an Ort und Stelle. Er rollte sich auf dem Fußboden zusammen, wie ein Neugeborenes. Tatsächlich beruhigte sich sein Atem. Er schlang seine Arme um die angezogenen Knie und versuchte einstweilen, an gar nichts zu denken. Dieser Moment der Ruhe währte jedoch nicht allzu lange. Mit der nächsten schmerzhaften Erinnerungswelle an seine Freunde stellte sich sein Nacken- und Rückenfell auf. Er presste seine Augen zusammen, seine Muskeln verkrampften, bis er nur noch ein wimmernder, zitternder Ball war. Sein Geist schrie seinen Schmerz in den Hyperraum hinaus. Mit einem Teil seines Verstandes nahm er die anderen Besatzungsmitglieder in unmittelbarer Nähe wahr, in den Korridoren und angrenzenden Kabinen. Trotz des alles beherrschenden Schmerzes wollte er sie nicht gefährden. Instinktiv teleportierte er an den unbelebtesten Ort im Schiff, einen Frachtraum im Unterdeck.

Gucky hatte seine Körperhaltung kaum verändert, als er im selben Augenblick mitten in der Halle zwischen den Containern erschien. Allerdings schwebte er nun – von seinen telekinetischen Kräften gehalten, einem Embryo gleich – gut anderthalb Meter über dem Hallenboden. Mit eben diesen Kräften ertastete er seine Umgebung, griff nach dem nächstbesten Container und schleuderte ihn mit aller Kraft davon.

Das tat gut, stellte er fest. Ein weiterer Container wurde von ihm gepackt, emporgehoben und wie eine Dose aus dünnem Blech zerquetscht. Er machte sich viel zu selten bewusst, wie groß seine Macht in Wahrheit war.

Falsch.

Er wusste sehr wohl um seine Macht und welchen Schaden er damit anrichten konnte. Genau deshalb hielt er sie die meiste Zeit, so gut es ging, im Zaum, um jene, die er liebte, nicht zu gefährden. Doch nun war er, Gucky …

Nein, diesen Namen hatten ihm einst seine Freunde gegeben, er erinnerte ihn zu sehr an all jene, die nun nicht mehr da waren. Davor hatte er anders geheißen, das war besser.

Nun war er, Plofre, allein. Auf wen musste er nun noch Rücksicht nehmen?

Der Gedanke ließ ihn innehalten. Er war mit einem unheimlichen Gefühl von Freiheit einhergegangen. Unheimlich deshalb, weil es die Freiheit von Verantwortung, von Rücksicht und von Gnade war – und er dieses Gefühl einen winzigen Moment lang begrüßt hatte.

Doch dieser Moment war vorübergegangen. Die Angst vor dem Weg, den er damit eingeschlagen hätte, war zu groß und überlagerte alle anderen Ängste und Sorgen. Er war trotz allem noch immer Gucky, der Retter des Universums, und würde es immer bleiben.

Der Mausbiber öffnete die Augen, stellte seine Ohren wieder auf und streckte seinen Körper. Langsam sank er auf den Hallenboden zu und betrachtete dabei den Schaden, den er angerichtet hatte. In dieser verqueren Zeitlinie gab es leider keine Bank, auf der er ein Konto mit dem einen oder anderen Notgroschen hatte, mit dem er das alles hätte bezahlen können. Der Gedanke, seine Schuld mit jahrelangem Tellerwaschen und Möhrenschälen begleichen zu müssen, ließ ihn schmunzeln und den Nagezahn kurz hervorblitzen.

Am Boden wollten ihn seine Beine fast nicht tragen. Sie waren butterweich und zitterten, als er stand. Auch das gehörte zur Wahrheit über seine Fähigkeiten: Ihre exzessive Nutzung war auf Dauer furchtbar anstrengend. Dank der Stütze seines Biberschwanzes stand er dennoch stabil und konnte sich einen Moment lang erholen. Der Zellaktivatorchip unter seinem Schlüsselbein erzeugte dieses merkwürdige Gefühl, das irgendwo zwischen Brennen, Pochen und taubem Kribbeln lag und immer dann auftrat, wenn das Gerät gegen Verletzungen oder große Erschöpfung anarbeiten musste. Er atmete tief durch, klatschte schließlich in die Hände, wie um sich selbst aufzumuntern, und nutze die leidlich aufgefüllten Kraftreserven für einen Teleportersprung in seine Kabine.

Gucky materialisierte direkt über der Matratze seiner Koje und ließ sich einfach fallen. Viel Ruhe war ihm jedoch nicht vergönnt. Zwar hatte er sein Armbandkom schon vor seinem kleinen Ausflug in den Frachtraum stumm geschaltet, die Kabinenpositronik entschied nun jedoch, ihn auf die zahlreichen aufgelaufenen Nachrichten und Kontaktversuche aufmerksam zu machen. Zumal ihre Absenderin in diesem Moment auf dem Weg zu ihm war und in ein paar Augenblicken vor seiner Kabinentür stehen würde.

Der Ilt seufzte und rappelte sich wieder auf. Er watschelte in die Nasszelle und machte sich im Spiegel einen Eindruck von seinem Erscheinungsbild. Er sah furchtbar aus. Sein Fell war stumpf und struppig, seine Ohren hingen kraftlos herunter, und seine Augen hatten jeden Glanz verloren. Zum Glück war er für alle anderen Wesen an Bord ein exotisches Alien, dessen Aussehen niemand einschätzen und deuten konnte. Niemand hatte eine Vorstellung davon, wann ein Ilt fit und gesund aussah und wann er erschöpft und ausgelaugt war. Außerdem wurde man nicht dreitausendachthundert Jahre alt, ohne sich glaubhaft verstellen zu können. Ein paar Spritzer Wasser ins Gesicht, den Nagezahn blitzen lassen – und schon zwinkerte ihm im Spiegelbild wieder der gute alte, zu Späßen aufgelegte Mausbiber von nebenan entgegen. So ging er zur Kabinentür und öffnete sie nur wenige Sekunden, ehe seine Besucherin den Klingelsensor betätigen konnte.

»Constance, alte Hexe«, sagte er beschwingt und blickte schelmisch zu ihr empor. »Was verschafft mir die Ehre?«

Bei aller betonten Flapsigkeit meinte er den Titel nicht abfällig. Das Interkosmo-Wort für »Hexe« wurde zwar auch für die altterranische Märchenfigur verwendet, stand ursprünglich aber für die weisen Feuerfrauen der arkonidischen Zhy-Religion. Es war also ein Ehrentitel – und so hatte es Constance auch verstanden.

Sie ging in die Hocke, um mit ihm, dem deutlich kleineren Ilt, auf Augenhöhe zu sein. Gucky blickte in ein offenes freundlich lächelndes Gesicht, die Augen darin drückten ehrliches Mitgefühl aus.

Als Entropin sah Constance exakt wie eine Menschenfrau aus, ihre Gestik und Mimik war ebenfalls vergleichbar. Und damit kannte Gucky sich aus. Er hatte den überwiegenden Teil seines Lebens unter Menschen verbracht, Terranern, Arkoniden und wie sie alle hießen. Der Stammbaum dieses Volks war absurd kompliziert und weit verzweigt – erst recht, wenn man die Cappins oder gar die V’Aupertir einbezog. Das Ergebnis war, dass man praktisch überall im Universum auf Angehörige und mehr oder weniger entfernte Verwandte treffen konnte. Ein Mensch würde niemals allein sein.

Gucky verscheuchte den letzten Gedanken sofort wieder. Er durfte nicht erneut in Schwermut verfallen, als Empathin würde Constance das sofort bemerken. Deswegen war sie mit Sicherheit hier.

»Ich habe mir Sorgen gemacht«, sagte sie dann auch.

Gucky beschloss spontan, dass es genug der Schauspielerei war. Hier stand eine Person vor seiner Tür, die ihm aufrichtig helfen wollte. Ein weiser alter Ilt wie er nahm so ein Angebot natürlich an.

Daher trat er einen Schritt zur Seite und fragte: »Möchtest du nicht reinkommen?«


Interessiert, wie es weitergeht? Dann flugs herunterladen und lesen: Dorgon Band 130: „Die Takhal Gud Looter“2

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  1. siehe ganz unten[]
  2. Nicht über die Illustrationen wundern, sind eher symbolischer Natur.[]

Perry Rhodan Band 3370 „Eine Handvoll Tramp“ von Oliver Fröhlich

Und weiter geht’s mit der etwas verzögerten Verbloggung meiner -Erstauflagenlektüre. Nach Der Status quo ist nun Heft 3370 von Oliver Fröhlich an der Reihe. Richtig gutes Heft! Doch zunächst die erforderliche

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Gucky Homecoming

Der schurkische Terra-Topsider John Wylon hat große Teile seiner Machtmittel eingebüßt. Mit einem seiner letzten Raumschiffe und wenigen verbliebenen Getreuen versucht er, das Schicksal noch einmal zu seinen Gunsten zu wenden. Dafür hat er Plofres Stern aufgesucht, um den nur noch das Trümmerfeld des einstigen Planeten Tramp kreist, die zerstörte Heimatwelt der Ilts und des prominentesten Vertreters dieser Spezies Gucky. Dort hofft er eine der drei Mausbiber-Mumien zu finden, ein machtvolles psionisches Artefakt.

Wie es der Zufall so will, kehrt just in diesem Augenblick besagter Gucky mit seinem geklauten Raumschiff und seiner angenommenen Familie in die Milchstraße zurück – und schaut aus sentimentalen Gründen erst einmal bei dem Stern vorbei, unter dessen Licht er geboren und aufgewachsen ist.

Ach ja: Gleichzeitig ist eine Flotte der galaktischen Ordnungsmacht vor Ort, da man hier mit Aktivitäten der Schurken rechnet.

In zunächst getrennten Handlungssträngen werden Wylons und Guckys Erlebnisse beschrieben.

Ersterer kreist mit seinem Schiff im Verborgenen um den Stern und lässt so behutsam wie möglich die Trümmerbrocken des Asteroidengürtels untersuchen, der einst Tramp war. In seiner Rumpfbesatzung rumort es, da die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg offensichtlich nahe Null liegt. Doch das Glück scheint ihnen hold, ein größerer Gesteinsbrocken sendet vielversprechende Strahlung aus, man landet, um ihn genauer zu untersuchen. Dort findet man interessante Artefakte – jedoch zunächst nicht jenes, das man sucht.

Gucky nimmt derweil mit den Ordnungskräften Kontakt auf und informiert sich über die aktuelle Lage. Da sein Schiff über die bessere Ortungstechnik verfügt, bietet er an, bei der Suche nach den Schurken zu helfen – und tatsächlich gelingt es ihm, Wylons Schiff aufzuspüren.

Dieser gerät derweil in diverse unerwartete Bedrohungslagen. Zum einen stellt sich einer seiner Helfer als erbitterter Feind heraus, der ein Attentat auf ihn ausübt, das nur aus Zufall misslingt. Und dann offenbart sich die eigentliche Strahlungsquelle, der man auf der Spur war, als geschickte Falle – hinter der niemand geringeres als die Dunkelfrau der aktuellen Schurkereien steckt: Cassandra.

Man erfährt, dass sie den armen Topsider jahrzehntelang mit einem Psychostrahler bearbeitet, konditioniert und womöglich zu all den Schurkereien getrieben hat. Wir erinnern uns, dass das schon einmal ihre Masche war. Und nun will sie – aus sicherer Entfernung – testen, ob diese Konditionierung noch hält. Da dies nicht der Fall zu sein scheint, sendet sie der Falle, in der Wylon steckt, den Tötungsbefehl.

Zu seinem Glück ist aber Gucky zur Stelle, kann ihn im letzten Moment retten und den Behörden übergeben.

Fazit: endlich echte Raumfahrt

Ich meckere bekanntermaßen ausgiebig und gern, wenn Raumfahrt in einer -Geschichte nicht akkurat dargestellt wird. Sei es ein Film, eine TV-Serie oder ein Roman: Wenn sich Raumschiffe wie Seeschiffe oder Flugzeuge verhalten, wenn Planeten in geraden Linien angeflogen werden und anstelle realer Gefahren des Kosmos von Subraumstrudeln und Hyperraumbeben fabuliert wird, möchte ich dem jeweiligen Medium stets das SF-Label entziehen. Denn spätestens seit The Expanse haben Schreibende hier keine Ausrede mehr.

Was für eine Labsal und Freude ist es daher, dass Oliver Fröhlich die Raumschiffbewegungen um Plofres Stern in Umlaufzeiten und ballistischen Kurven beschreibt. Geht doch!

Und damit nicht genug. Fröhlich spielt die ganze Zeit damit, wie unwahrscheinlich es eigentlich ist, unter diesen Bedingungen das begehrte MacGuffin zu finden. Am Ende ist dieses Problem sogar Handlungselement, denn in Wahrheit wird Wylon eine geschickte Falle gestellt.

Auch sonst haben mir alle Romanelemente sehr gut gefallen: Die Handlung ist spannend, alle Figuren haben Charakter – bis hin zu dem Offizier der Obrigkeitsflotte. Allen voran hat mir aber Gucky gefallen. Die Mischung aus Albernheit und jahrtausendelanger Lebenserfahrung ist perfekt austariert.

Schließlich hat Fröhlich alles angemessen in das Perry-RhodanLore eingebettet und überall Hinweise auf die bewegte Historie des einstigen Planeten Tramp platziert.

All dies macht den Band für mich zu einem nahezu perfekten PR-Roman, der die höchste Punktzahl voll und ganz verdient hat. Fünf von fünf Sterne sollen es sein: *****

Ach ja – an dieser Stelle sei festgehalten: Der Roman legt zweifelsfrei fest, dass Gucky die Gedanken von Wylon lesen kann. Anders hätte er ihn ja gar nicht retten können. Bitte merken! Das wird für die Beurteilung des Folgebands noch wichtig.

Exkurs: Der perfekte Perry-Rhodan-Roman

Nach dem Genuss dieses formidablen Heftes habe ich mir zum wiederholten Male überlegt, was eigentlich ein perfekter Perry-Rhodan-Roman wäre. Welche Elemente müsste ein Heft enthalten – egal ob Jubiläumsband, Zyklusfinale oder Lückenfüller –, um in diese Kategorie zu fallen? Ich würde sagen, grob gesagt sind es deren drei.

Zunächst einmal – und das ist fast zu banal, um es auszusprechen – muss es ein guter Roman sein. Interessante Charaktere müssen in einem einfallsreichen Setting mit herausfordernden Konflikten konfrontiert werden und eine spannende und überraschende Dramaturgie durchlaufen. Vor längerer Zeit hatte ich meine diesbezüglichen Kriterien in einem anderen Zusammenhang etwas genauer aufgelistet.1 Sie gelten für mich unverändert.

Als zweites sollte es auch ein guter Science-Fiction-Roman sein. Für mich heißt das, dass SF-Elemente nicht nur Teil des Settings und somit kaum mehr als schmückendes Beiwerk sein dürfen. Raumfahrt, künstliche Intelligenz, außerirdisches Leben, Zeitreise und was das Portfolio noch so hergibt, müssen ausführlich thematisiert und untrennbar mit der Handlung verwoben sein. Wenn die Geschichte, sei sie auch noch so gut, ohne große Änderungen in ein anderes Setting versetzt werden kann, ist sie streng genommen keine SF – oder zumindest keine gute. Nun will ich hier keine unerbittliche Hard-SF-Position einnehmen, aber ich persönlich habe es schon ganz gern, wenn sich die Raumfahrt auch wie Raumfahrt anfühlt und eben nicht wie Luft- oder Seefahrt. Aliens dürfen gern etwas fremdartiger daherkommen als Menschen mit spitzen Ohren und kulturellen Spleens. Und eine Zeitreise sollte schon Paradoxa thematisieren und nicht nur ein Ausflug in eine exotische Welt sein.

Und schließlich bräuchte unser hypothetisches perfektes Perry-Rhodan-Heft noch das gewisse Etwas. Naturgemäß ist dieser Punkt am schwersten in Worte zu fassen. Aber ich will mal versuchen zu beschreiben, was das für mich bedeutet.

Da wäre zum einen die Sprache. PR lebt von seinen ganz eigenen Fachbegriffen, die nie fehlen dürfen. Doch damit nicht genug. Raumschiffe heißen hier natürlich „Raumer“ und in einem echten PR-Heft werden die Dinge nicht einfach abgeschaltet, sondern desaktiviert – und auf gar keinen Fall deaktiviert.

Einen zentralen Reiz der Serie macht für mich ihre epische Breite und Tiefe aus. Die Handlung erstreckt sich mittlerweile über tausende Jahre – ihre Vorgeschichte über Jahrmillionen.2 Inzwischen hat sich dermaßen viel Lore angesammelt, dass die Seriengeschichte selbst ein Thema ist, das ein perfekter PR-Roman behandeln kann und sollte.

Und das aller letzte i-Tüpfelchen sollte sein, dass der Titelheld auch seine Titelrolle übernimmt. Wirklich perfekt kann ein Perry-Rhodan-Heft nur sein, wenn Perry Rhodan auch als Hauptfigur auftritt.

Dazu vielleicht noch zwei abschließende Anmerkungen: Zum einen will ich Heften, die die oben genannten Bedingungen nicht voll und ganz erfüllen, mich aber trotzdem begeistern, nie die ihnen zustehende Höchstwertung verwehren. Das oben behandelte Heft sei hierfür Beleg genug. Ich bin sogar sicher, dass viele meiner erklärten Lieblings-PR-Hefte nicht in dem beschriebenen Sinne perfekt sind. Zum anderen fiele mir in diesem Moment auch kein konkretes Heft spontan als Beispiel dafür ein. Womöglich kommen einige der Eschbach-Gastromane dem recht nahe.3

Aber was meint ihr? Was macht für euch den perfekten PR-Roman aus – und welche Hefte würdet ihr da einordnen?

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  1. bei Interesse in dem Artikel ein wenig runterscrollen[]
  2. wenn das mal reicht[]
  3. Sein großartiges Buch „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ gildet nicht, da es kein klassisches Romanheft ist. Und ein Heft muss es schon sein.[]

Nerdlicht früher: Star Trek, Lesestoff und kriegerische Klone

Auf meinem haben sich seit 2007 etliche Artikel angesammelt. Wie ich finde, kann man ein paar davon immer noch gut lesen. Grund genug für eine unregelmäßige -Rubrik.

Vor fünf Jahren habe ich -Dinge ordinalskaliert,1 vor zehn Jahren Lesetagebuch geführt2 und bin vor 15 Jahren mit einem allseits beliebten -Klassiker streng ins Gericht gegangen.3

Aber lest selbst:

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  1. Listen gehen immer[]
  2. War in der Zeit mein Ding.[]
  3. Ich denke seit einer Weile ernsthaft darüber nach, dem „Krieg der Klone“ noch mal eine zweite Chance zu geben. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich den Roman heute anders bewerten würde.[]

Perry Rhodan Band 3369 „Der Status quo“ von Ben Calvin Hary

Nach meinem Wiedereinstieg in die -Erstauflagenlektüre mit dem Leo-Lukas-Band Zwischen fremden Sternen habe ich mir vorgenommen, eine Weile dabeizubleiben – und fleißig jedes Heft zu bebloggen. Bei letzterem hänge ich zwar etwas hinterher, aber das soll meinen Eifer nicht bremsen.

Da Chefautor Ben Calvin Hary in seinem Band 3369 die Metahandlung erwartungsgemäß voranbringt, zunächst eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: NATHAN forever!

Erinnert ihr euch noch, wie ich am Anfang des PHOENIX-Zyklus darüber gemeckert habe, dass mir der Hauptrechner der Menschheit NATHAN in der Handlung zu kurz kommt? Tja. Nun isser eines der zentralen Hauptthemen.

Doch zunächst wohnen wir in diesem Roman dem tragischen Ableben von Akasha Pal bei, der aktuellen Regierungschefin des Sternenstaats der Menschheit. Gemeinsam mit Verteidigungsminister Temmister ist sie auf dem Weg zu einem Verhandlungstermin mit abtrünnigen Topsidern.1 Auf dem Weg dorthin wird ihr Kleinstraumschiff beschossen und schwer beschädigt. Bis sie geborgen werden, erliegt sie ihren Verletzungen.

In einer anderen Handlungsebene entdeckt ein Minenarbeiter in einem Asteroiden zufällig das letzte Nest der zerstörerischen Von-Neumann-Maschinen, die seit Band 3350 das Sonnensystem bedrohen. Damit entfällt die Begründung für NATHANS aktuelle wohlmeinende Absolutherrschaft. Die allgegenwärtige KI hatte quasi diktatorische Vollmachten erhalten, um des fiesen Fressmetalls ohne bürokratische Hürden und ineffiziente Koordinierungszwänge Herr zu werden.

Inzwischen hat sich aber ein nennenswerter Teil der Bevölkerung des Sonnensystems an die damit verbundene Sicherheit und Bequemlichkeit gewöhnt. Tatsächlich gibt’s eine ausgewachsene politische Bewegung, die den Erhalt der KI-Herrschaft fordert – allen voran die neue Regierungschefin.

Zu aller Überraschung ist es am Ende aber Verteidigungsminister Temmister, dessen Enthaltung bei der Abstimmung dafür sorgt, dass NATHAN bis auf weiteres am Ruder bleibt.

Fazit: Der Kanzler in der Cessna

Nein, keine Sorge, ich fange nicht schon wieder mit der Darstellung von Politik und Gesellschaft in der Perry-Rhodan-Serie an. Ich muss es mir hier nun mal so vorstellen, als würden Kanzler und Verteidigungsminister zu zweit in einer Cessna zu Verhandlungen ins umkämpfte Kiew fliegen. Das ist bei PR halt ganz normal.

Tatsächlich finde ich die Herleitung, wie der eigentlich vernünftige Politiker Temmister zu seiner Entscheidung kommt, ziemlich gelungen. In Opposition zu Rhodan zu stehen, geschieht nämlich nicht immer aus kriminellen oder pathologischen Gründen. Hier wird erfrischender Weise mit einer PR-Tradition gebrochen.

Ein bisschen schade finde ich, dass die Szenen in dem Bergbau-Asteroiden über lange Strecken so geschildert werden, als würden sie in ganz normalen Stollen untertage spielen. Da erwarte ich von einer -Geschichte anderes. An einer Stelle wird sogar betont, dass die künstliche Schwerkraft trotz schwerer Schäden noch funktioniert – als hätten wir es mit einer TV-Serie mit beschränkten FX-Budget zu tun. Die Herausforderungen der Schwerelosigkeit bei einer solchen Flucht zu schildern wären doch viel SF-iger gewesen.

Dennoch ein solider Roman, der mir drei von fünf Sternen wert sein soll. ***°°

Weiter geht’s mit Band 3370 „Eine Handvoll Tramp“ von Oliver Fröhlich.

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  1. oder mit der vertriebenen Exilregierung – durch meine Leselücke fehlt mir da etwas der Kontext[]

Der März-Newsletter naht – jetzt schnell noch abonnieren!

Am kommenden Dienstag erscheint die brandneue Märzausgabe meines Nerdlicht Newsletters. Wer noch dabei sein will, möge sich sogleich dafür anmelden.

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Frohe Ostern!

Rechtzeitig zu den freien Tagen geht Ende des Monats mein bescheidener eskapistischer Monatsrückblick raus. Schmökert gern mal in den rein! Ich selbst plane jedenfalls, die anstehenden Ferien überwiegend lesend zu verbringen. Ich wünsche frohe Ostern und erholsame Feiertage!

Nerdlicht früher: Space Shuttle und Dampf Punk

Auf meinem haben sich seit 2007 etliche Artikel angesammelt. Wie ich finde, kann man ein paar davon immer noch gut lesen. Grund genug für eine unregelmäßige -Rubrik.

Vor fünf Jahren habe ich zum wiederholten Male ein -Raumschiff zusammengebaut. Vor zehn Jahren habe ich regelmäßig Webfundstücke gesammelt. Und vor 15 Jahren habe ich nach dem Urvater von geforscht.

Aber lest selbst:

Twitter ist zurück – aber ironisch

Die meisten von euch werden es schon mitbekommen haben: Das gute alte ist zurück. So wie früher. Ich bin – wie so oft bei solchen Dingen – bei @eay darauf aufmerksam geworden, der pünktlich zum Twitter-Jubiläum berichtete:

20 Jahre Twitter und 2 Tage twttr.eu

Demnach ist twttr eine satirische Hommage von Jan Kus an die ursprüngliche Version des einstmals beliebten Nachrichtendienstes. Da bin ich natürlich dabei!1

Nur echt mit 140 Zeichen

Tatsächlich überkommen einen sogleich nostalgische Gefühle, denn man zwitschert im Browser mit maximal 140 Zeichen und – noch – ohne Bilder.2 Außerdem ist die grüne Vogelwelt bereits mit den alten Bekannten der einstigen Online-Avantgarde bevölkert. Muss man mögen. Mir macht es aktuell einigen Spaß, folgt mir gern unter dem üblichen Handle @herrkowski – wer Invites haben möchte, melde sich gern.

Aus Spaß wird ernst

Wie lang das ganze Bestand haben wird, ist freilich ungewiss. Wie gesagt handelt es sich ausdrücklich um ein Satire-Projekt, das beim ersten strengen Blick von Space Karen oder aus anderen Gründen sein jähes Ende finden kann. Dennoch hat man aktuell den Eindruck, dass alle Beteiligten mit einigem Elan bei der Sache sind. Es wird offenbar munter weiterentwickelt und fleißig gezwitschert. Wir bleiben dran.

EDIT: twttr ist tot – es lebe chrrp!

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  1. ebenfalls dank eay, der mir freundlicherweise ein Invite zukommen ließ[]
  2. aktuell hilft das bereits nachgelieferte twitpic.eu[]

Perry Rhodan Band 3368 „Zwischen fremden Sternen“ von Leo Lukas

Mir ist danach, wieder ein bisschen bei der -Erstauflage mitzulesen.1 Mit Blick auf die anstehenden Veröffentlichungen hatte ich Band 3369 für einen guten Wiedereinstieg gehalten – das beste Fandom der Welt riet mir jedoch, es schon mit dem Heft davor zu versuchen. Und wie immer hatten die Raketenheftbekloppten recht.

Was bisher geschah: Mausbiber gesucht

Seit meiner letzten PR-Lektüre sind ziemlich genau zehn Wochen und somit Hefte vergangen.2 Als ich die Handlung verlassen hatte, ging es gerade darum in der Milchstraße fieser Von-Neumann-Maschinen Herr zu werden und denjenigen in die Finger zu kriegen, der sie entfesselt hat. Währenddessen suchte Reginald Bull in intergalaktischen Weiten nach einem seiner besten Freunde, dem verschollenen Mausbiber Gucky.

Allein deswegen hat sich Band 3368 als perfekter Wiedereinstieg erwiesen, da in diesem Heft … Na! An dieser Stelle besser erst einmal eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Familienidyll vs. Rebellenromantik

In zwei Handlungsebenen wird zum einen erzählt, wie Reginald Bull und die sogenannte Legende3 in einem Risikoeinsatz dem verschollenen Sternwürfel mit Gucky darin auf die Spur kommen wollen. Zum anderen erfahren wir, wie es dem Mausbiber dort all die Jahre ergangen ist – und wie ihm schließlich doch Flucht und Heimreise gelingen.

Und zwar lebt Gucky in dieser Zeit zunächst versteckt mit seiner kleinen angenommenen Familie im Sternwürfel, da er dort als Staatsfeind Nummer eins gesucht wird. Trotz der Bedrohung sind diese Jahre recht idyllisch, er kann mit der Artgenossin und ihrem Nachwuchs ein beschauliches Leben führen. Erst als eine örtliche Widerstandszelle Kontakt zu ihm aufnimmt, greift er wieder ins Geschehen ein. Im Zuge der darauffolgenden Agententätigkeit gelingt ihm schließlich die Flucht aus dem Sternwürfel – und seine süße kleine Familie kommt mit ihm.

Diesen Handlungsstrang spricht Gucky selbst als Bericht auf einen Datenträger, den er just dort hinterlässt, wo Bully und die Legende ihn später am Ende ihres Einsatzes finden. Ende gut, alles gut.

Fazit: Zurück im Spiel

Kurz gesagt: Der Band hat mir richtig gut gefallen. Lukas‘ Humor und Flapsigkeit sind genau richtig dosiert, Gucky kommt souverän und kompetent rüber und ist trotzdem angemessen lustig. Gleiches gilt für das Duo Bully und Legende, die sich in munteren Dialogen die Bälle zuspielen – und doch ihren Einsatz mit Ernst und Professionalität durchziehen.

Wie die beiden Handlungsebenen zusammengeführt werden, ohne dass sich die jeweiligen Haupt-Protagonisten begegnen, ist geschickt gelöst. Die Lektüre hat rundum Spaß gemacht. Und wenn ich richtig aufgepasst habe, wird Guckys Name nicht ein einziges Mal komplett genannt, oder? Witziger Einfall!

Zu meiner Freude ist der Mausbiber damit zurück im Spiel – und ich als Leser einstweilen auch. Das soll mir alles in allem vier von fünf Sternen wert sein. ****°

Weiter geht’s mit Band 3369 „Der Status quo“ von Ben Calvin Hary.

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  1. ihr wisst ja: die ewige On-off-Beziehung[]
  2. Im Gegensatz zu einigen anderen Lesenden hat mir der Vandemaan-Doppelband im Übrigen sehr gut gefallen.[]
  3. Das uralte mechanische Fraktalwesen aus dem oben verlinkten Vandemaan-Doppelband steckt mittlerweile in einem sterblichen biologischen Körper. Wollte es so.[]

Superman

Immer wenn es in der Vergangenheit um Superheldencomics ging, wurde ich nicht müde zu betonen, dass ich die Geschichten und Figuren aus dem Hause jenen des Mitbewerbers ein wenig vorzöge – mit der einzigen Ausnahme , der ja generell der coolste sei. hingegen erklärte ich in seiner klassischen Version stets für langweilig und bevorzugte ihn in einer „umgedrehten“ Variante wie beispielsweise in der Injustice-Reihe1 – oder wenn er aus welchen Gründen auch immer von Batman auf die Mütze bekam.

Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Die sind beide gut

Inzwischen will ich Marvel und DC gar nicht mehr gegeneinander aufwiegen.2 In beiden Universen gibt es spannende Figuren und in beiden können wunderbare Geschichten erzählt werden – manchmal sogar in beiden zusammen.

Insgesamt habe ich halt deutlich mehr aus dem Haus der Ideen gelesen und kenne mich dort ein wenig besser aus. Bei DC habe ich mich aber auch schon immer wohlgefühlt und das ausdrücklich nicht nur beim dunklen Ritter und seiner Bat-Familie. Und in letzter Zeit reizen mich eben zunehmend die ganz klassischen Geschichten des Kryptoniers und seiner Anverwandten.

Der Martha-Zwischenfall

Irgendwann hatte ich von all der Düsternis schlicht die Nase voll. Spätestens 2016, als das Batman-verkloppt-Superman-Motiv in der unsäglichen „Martha-Szene“ aus Batman v Superman seinen Tiefpunkt erreichte, war das Thema für mich ausgelutscht.

Ich konnte dem DCEU und dem Snyderverse durchaus hier und da was abgewinnen – aber ab da stand mir wieder mehr der Sinn nach Optimismus, Zuversicht und Hoffnung. Also legte ich Injustice und Co. beiseite und wandte mich dem guten alten Big Blue Boyscout in seiner ursprünglichen Form zu.

Mehr Hoffnung wagen

Daher kam mir die filmische Neuauflage von James Gunn im letzten Jahr auch sehr gelegen. Diese durchweg positive und idealistische – und von mir aus auch ein wenig naive – Interpretation des idealtypischen Helden hat mir ausnehmend gut gefallen. Und natürlich rettet er das Eichhörnchen!

Nennt mich altersmilde, aber das sind genau die Geschichten, die ich gerade lesen will. Von jemandem, der mit Güte, Hoffnung und Zuversicht den Übeln dieser Welt begegnet und dabei all seine absurd große Macht so behutsam und dosiert wie möglich einsetzt, weil der Zweck eben nicht die Mittel rechtfertigt. Womöglich habe ich die Figur des Superman in den Jahrzehnten zuvor auch einfach nicht richtig verstanden – wobei ich mich erinnere, dass ich ihn als ganz kleiner Junge auch immer cool fand.

So oder so, ich erinnere mich in diesen Tagen wieder gern an jene , die diesen guten alten Superman in Szene setzen und führe mir all jene zu Gemüte, die mir noch fehlen könnten.

Gelesen und für gut befunden

Schon vor vielen Jahren habe ich mit großem Genuss den Klassiker aus dem Jahr 2003 Superman: Red Son beziehungsweise Genosse Superman von Mark Millar verschlungen, in dem die Geschichte einer Parallelwelt erzählt wird, in der die Raumkapsel mit dem kleinen Kal-El nicht in Kansas, sondern in der frühen Sowjetunion landet. Ein bisschen geht das natürlich auch in Richtung „böser Superman“ – aber eben nicht ganz. Denn auch in dieser Variante ist er im Grunde seines Herzens rechtschaffen, was sich spätestens am Ende der Geschichte offenbart.

Ähnlich lange her ist meine Lektüre von Kingdom Come aus dem Jahr 1996 mit den beeindruckenden fotorealistischen Zeichnungen von Alex Ross. Inzwischen mag ich den sehr textlastigen Stil nicht mehr allzu gern, aber der Epos über die gealterten DC-Heldinnen und Helden, die sich einer neuen Generation gnadenloser Superhelden stellen muss, zählt natürlich ebenso zu den Klassikern.

Als 2011 das komplette DC-Universum unter dem Titel – mal wieder – resettet wurde, habe ich eine ganze Menge der damals gestarteten Serien an- oder sogar durchgelesen. Darunter auch die diversen Superman-Reihen. Besonders interessant fand ich den Anfang von Action Comics, in dem die ersten Gehversuche des jungen Clark Kent in Metropolis beschrieben wurden.

In den letzten Monaten habe ich dann einen ganzen Schwung älterer und neuerer Supes-Stories durchgeschmökert und zwar: Superman for All Seasons beziehungsweise Superman: Ein Held fürs ganze Jahr von Jeph Loeb aus dem Jahr 1998, All-Star Superman von Grant Morrison aus den 2000er Jahren, Superman Up in the Sky beziehungsweise Superman: Jenseits der Erde von Tom King aus dem Jahr 2020, Superman: The World von 2025 mit Geschichten von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt, darunter auch unser Flix und schließlich Supergirl: Woman of Tomorrow beziehungsweise Supergirl: Die Frau von morgen von Tom King, was ja die Vorlage des gleichnamigen Films werden soll.

Haben mir allesamt viel Spaß gemacht und sind unbedingt zu empfehlen.

Weiterlesen – mit Bitte um Empfehlungen

Aber dabei will ich es nicht belassen. Ich brauche mehr. Die einschlägigen Listen der „besten Superman Comics“ führen neben den oben genannten noch folgende auf:

Superman Unchained aus der New52-Ära, Trinity mit Batsie und Wonder Woman von Matt Wagner,  Was wurde aus dem Mann von Morgen? beziehungsweise Whatever Happened to the Man of Tomorrow? und/oder For the Man Who Has Everything von Allan Moore, Superman: Erde Eins von JMS oder What’s so Funny about Truth, Justice & the American Way?

Was meint ihr? Können die was? Was fehlt noch auf der Liste? Von Allan Moore mal abgesehen, will ich eigentlich auch nicht über die 90er hinaus gehen. Und was ist mit ganz neuen Ansätzen wie Absolute Superman? Oder geht das nicht wieder in die olle Grimmig-und-Düster-Richtung?

Bin gespannt auf eure Tipps.

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  1. Basierend auf einem Videospiel wird in den begleitenden Comics die Geschichte eines Superman erzählt, der nach einem schweren Schicksalsschlag zum bösen Diktator der Erde wird.[]
  2. Immerhin habe ich auch immer problemlos mit Playmobil UND Lego gespielt.[]

Erstmals mit Lesendenpost: der Nerdlicht Newsletter

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Hurra, die Post war da!

Nach der Januarausgabe der WOLKENKUCKUCKSHEIMER MONATSPOST habe ich doch tatsächlich Lesendenpost bekommen. Zum ersten Mal. Ich bin begeistert.

Sie bezog sich auf meinen Linktipp zu Browser-Addons, die nervige KI-Assistenten deaktivieren. Der liebe Leser wies ganz richtig darauf hin, dass der Browser Vivaldi von Natur aus ohne KI daherkommt. Dieser Empfehlung möchte ich mich hiermit ausdrücklich anschließen. Ich selbst nutze Vivaldi auf dem Mobilgerät schon eine ganze Weile und bin damit sehr zufrieden. Hinzu kommt, dass Vivaldi aus Norwegen stammt. Man kann damit also einen winzigen Schritt in Richtung europäische digitale Eigenständigkeit gehen – wenn man es denn möchte.

Ihr seht: Ich freue mich auf Post von euch! Ich hoffe, der aktuelle gibt es her.

Leseprobe: Der Jungfernflug der GOOD LUCK

Im Rahmen der -FanEdition erschien 2024 mein -Heftroman „Der Jungfernflug der GOOD LUCK“. Das Abenteuer spielt in der Frühzeit der Serie und beginnt mit einer Szene aus Sicht der damaligen Schurken, der wespenartigen Vecorat. In dieser präsentiere ich die ersten Absätze meiner Geschichte – womöglich nicht nur für Rhodan-Fans von Interesse.

Aber lest selbst!

Wurzeln: zwischen den Sternen, August 1972

Das Gedankenkonzert der Vecoratflotte erzeugte ein leises Summen. Hier zwischen den Sternen war man zwar ungestört vor den disharmonischen Gedanken anderer Wesen, dennoch war die Grundstimmung deprimiert, beschämt und hoffnungslos. Die Invasion der vermeintlich primitiven Erde war gescheitert. Sie waren besiegt und vertrieben worden. In einem höhnischen Akt der Gnade hatten Perry Rhodan und seine Terraner die Besiegten unversehrt abziehen lassen. Man nahm sie nicht als Bedrohung wahr, nur als Störenfried, der sich nie wieder blicken lassen durfte.

Die Flotte hatte sich mitten im Leerraum gesammelt, Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Milchstraße war in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden ein immer unfreundlicherer Ort für die Vecorat geworden. Nicht einmal hier in ihrem Randgebiet konnten sie noch Fuß fassen. Von anderen Flotten war längst nichts mehr zu spüren. Falls noch andere Vecorat existierten, mussten sie Hunderte Lichtjahre entfernt sein, viel zu weit, um ihre Gedanken zu erspüren.

Nach einiger Zeit setzte sich im Gedankenkonzert die Frage nach einem neuen Ziel durch. Die Flotte hatte bis hierhin überlebt, sich zwischen den Sternen treiben zu lassen, war keine Option. Trotz ersetzte die Hoffnungslosigkeit.

Ein Schiff hielt sich bei der Entscheidungsfindung zurück. Von hier kam nur ein vages Gedankenrauschen. Das war Absicht, denn man wollte der Flotte gegenüber, die technischen Probleme verbergen, mit denen man zu kämpfen hatte.

Im Zuge der Kampfhandlungen und aus Gründen des Verschleißes hatte die Energieversorgung starken Schaden genommen. Mit Bordmitteln waren diese Schäden nur notdürftig zu beheben. Genauer gesagt, gelang es ihnen nur, die Katastrophe immer wieder ein Stück hinauszuschieben.

Hier draußen zwischen den Sternen war selbstlose Solidarität für eine heimatlose Flotte keine Überlebensstrategie. Unter den Vecorat galt es als ungeschriebenes Gesetz, das Überleben der Mehrheit nicht durch die Rettung einer Minderheit zu gefährden, wenn die Ressourcen derart begrenzt waren und kein Rückzugsort zur Verfügung stand. Aus diesem Grund hatte man auf dem fraglichen Raumschiff beschlossen, sich zurückzuhalten und das Beste zu hoffen.

Als man sich auf einen vielversprechenden Zielstern in einigen Hundert Lichtjahren Entfernung geeinigt hatte, beschleunigte auch dieses Schiff auf Sprunggeschwindigkeit. Falls man es schaffte, das Ziel zu erreichen, und dort einen sicheren Hafen fand, konnte man mit der Hilfe der Flotte rechnen. Falls nicht, hatte man es wenigstens versucht.

*

Die Ortungsoffizierin erkannte auf den ersten Blick, dass sie es nicht geschafft hatten. Ihre Bildschirme zeigten eine blaue Riesensonne in einem guten Lichtjahr Entfernung. Es war definitiv nicht der Zielstern, den die Flotte angesteuert hatte. Die Sternbilder hatten sich kaum verändert, daher war die Sache klar. Der Reaktor hatte dem Transitionstriebwerk nur einen Bruchteil der angeforderten Energie liefern können. Sie waren maximal zehn, zwanzig Lichtjahre gesprungen und in den Normalraum zurückgefallen.

Sie blendete das panische Geschrei des Gedankenkonzerts aus. Der missglückte Sprung hatte die Energieversorgung endgültig überfordert. Detonationen erschütterten das Schiff, kurz darauf fiel ein System nach dem anderen aus. Es wurde schlagartig dunkel, die künstliche Schwerkraft setzte aus. Wenn das Schiff nicht vorher vollständig explodierte, konnte sie nur darauf wetten, ob die Kälte oder die kosmische Strahlung sie als Erstes umbrachte. Sie und die befruchteten Eier in ihrem Körper.

Vielleicht war es Überlebenstrotz, mütterlicher Instinkt oder schlicht die Neugierde, ob sie es schaffen würde. In aller Ruhe stieß sie sich von ihrer Ortungsstation ab und schwebte zum Ausgang der Zentrale. Die übrigen Offiziere hatten sich aus Todesangst instinktiv in Starre versetzt oder waren hinausgestürmt, als die Schwerkraft noch funktioniert hatte.

Der Korridor, der direkt zu den Rettungskapseln führte, war völlig zerfetzt und zusammengeschmolzen. Eine explodierte Energieleitung hatte ihn unpassierbar gemacht – und vermutlich zahlreiche Vecorat in den Tod gerissen.

Sie wählte einen anderen Gang und erreichte schließlich eine noch intakte Fluchtkapsel. Auf ihrem Weg war sie keinem lebenden Vecorat begegnet, wobei einige der reglos in den Gängen schwebenden Körper auch in Starre gewesen sein konnten.

In ihren Gedanken war nur noch das kaum wahrnehmbare Summen erstarrter Artgenossen zu vernehmen. Es schien, als läge die Zukunft ihres Schwarms jetzt allein in ihren Händen, sofern sie das Glück hatten, dass dieser Stern von einem lebensfreundlichen Planeten umkreist wurde.

Die Anzeigen der Fluchtkapsel gaben ihr Hoffnung. Mindestens drei Planeten lagen in der habitablen Zone und sandten ein elektromagnetisches Spektrum aus, das auf eine präkosmische Kultur schließen ließ. Das Hyperspektrum war bis auf natürliche Emissionen still. Das war prinzipiell ein gutes Zeichen – auch wenn das Beispiel der Erde zeigte, dass man sich davon nicht in Sicherheit wiegen lassen durfte.

Sie hatte keine Wahl und startete die Kapsel keinen Moment zu früh. Das Schiff, in dem sie ihr ganzes bisheriges Leben verbracht hatte, verging hinter ihr in einem sonnenhellen Glutball, der in einem Jahr den Astronomen auf jenen Welten einige Rätsel aufgeben dürfte, falls es dort welche gab.

Sie setzte einen Kurs auf den achten Planeten, der ihr als vielversprechendstes Ziel erschien. Um unentdeckt zu bleiben, wählte sie eine Bahn, die kaum Kurskorrekturen ihrer Kapsel erforderte und somit bei zufälliger Entdeckung als die eines natürlichen Objekts durchgehen konnte. Da sie ohnehin über wenig Energieressourcen verfügte, war anderes kaum möglich. Durch diesen Kurs würde sie zwischen zwanzig und dreißig Jahren unterwegs sein, eine Zeit, die sie und ihre Brut problemlos unbeschadet in Starre überdauern konnten.


Interessiert, wie es weitergeht? Dann flugs bestellen: Perry Rhodan FanEdition Band 25: „Der Jungfernflug der GOOD LUCK“

„Geliebter Roboter“ von Isaac Asimov

Langsam aber stetig komme ich mit meinem Vorhaben voran, die Roboter- und Foundation-Reihe von -Großmeister Isaac Asimov durchzuarbeiten, bislang weitestgehend eine schmerzliche Lücke in meinem persönlichen Kanon. Nach I, Robot habe ich nun den zweiten Band „Geliebter Roboter“ ausgelesen.

Dieser ist erneut eine Sammlung kurzer bis mittellanger SF-Stories, die Asimov in den 50er Jahren geschrieben hat. Im Gegensatz zum ersten Band hängen diese Geschichten nicht einmal lose miteinander zusammen und nur wenige handeln von Robotern oder anderen denkenden Maschinen. Bei diesen geht die Vorstellung, dass sie Teil des Foundation-Epos‘ sind, noch einigermaßen auf. Bei anderen eher nicht.1

KI und Roboter

Die titelgebende Geschichte hätte wunderbar in den Band davor gepasst. Sie ist die einzige, in der es dezidiert um die klassischen Asimov’schen Roboter mit ihren drei Grundgesetzen geht. Hier hat sogar die Robot-Psychologin Dr. Susan Calvin einen kurzen Auftritt. Leider ist es auch die Geschichte, in der Asimovs allzu zeitgenössisches Frauenbild seinen Ausdruck findet. Die einzige Motivation der weiblichen Hauptfigur ist, ihrem Mann und der Gesellschaft zu gefallen, indem sie die perfekte Hausfrau verkörpert, was der ihr zur Seite gestellte Roboter durch wieder einmal sehr kreative Auslegung der drei Robotergesetze ermöglicht.

In den anderen KI-Geschichten spielt oft der Großrechner Multivac eine Rolle. In der aus heutiger Sicht etwas archaischen Vorstellung ist die künstliche Intelligenz hier zentral auf einen gigantischen Computer konzentriert, der nach und nach elementare Funktionen der menschlichen Gesellschaft übernimmt.

So bestimmt er in einer Geschichte fast eigenständig, wer nächster Präsident der USA werden soll. Lediglich ein einziger nach kompliziertem Verfahren ausgewählter Wähler nimmt als letztes demokratisches Element auf diese Entscheidung Einfluss. Diese Story ist aus mehreren Gründen amüsant. So spielt sie im Jahr der Obama-Wahl2 und erinnert – auch wenn kein Zusammenhang besteht – an den Film „Swing Vote“3, der zeigt, dass das amerikanische Wahlsystem rein theoretisch schon jetzt einen Einzelnen zum Bestimmer des Präsidenten machen könnte. Schließlich vermittelt Asimov nie den Eindruck, dass dieser Grad der Automatisierung zum Nachteil wäre. Ein bisschen Fortschritts-Optimismus finde ich inzwischen ganz angenehm.

Andere Science-Fiction-Tropes

In den anderen Geschichten werden in recht klassischer Form4 die anderen bekannten SF-Themen behandelt: Zeitreise, Erstkontakt mit Außerirdischen bis hin zu Gedankenübertragung mittels Traummaschinen. Allesamt sehr einfallsreich und oft auch durchaus witzig.

Ein wenig Fantasy

Ein wenig überrascht haben mich die beiden Geschichten, die am ehesten den Genres Fantasy oder Mystery zuzuordnen sind und mit biblischer Mythologie spielen. In der einen entkommt der Held dem Pakt mit einem Dämonen durch geschickte Nutzung der vierten Dimension, in der anderen schildert Asimov eine recht eindringliche biblische Weltuntergangsvision, die der zuständige Erzengel aber zum Glück dann doch noch abwenden kann. Auch sowas hatte der alte Meister also drauf.

Weiter geht’s mit Robin Williams

Als nächstes ist dann „Der 200 Jahre Mann“ an der Reihe. Die Verfilmung mit Robin Williams habe ich noch blass in Erinnerung, womöglich drehe ich mir die parallel zur Lektüre auch noch einmal rein. Ich werde berichten.

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  1. was aber kein Drama ist[]
  2. 2008[]
  3. ebenfalls 2008[]
  4. kein Wunder: Asimov ist ja auch der definierende Klassiker[]

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