Schlagwort: Podcast

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: G

Ein ist eine muntere alphabetisch sortierte Auflistung von Begriffen – im Grunde ein kleines Lexikon, das sich nicht allzu ernst nehmen muss. Wie geschaffen für eine -Rubrik. Lest und bestaunt also das Große Nerdlicht-Abecedarium!

Diesmal zum Buchstaben G wie

Galaktische Söldner, die

Es begab sich in den letzten Monden der 90er Jahre, dass die -Redaktion mit der FanEdition eine halb-professionelle neue Romanheftreihe ins Leben rief, in der sich ambitionierte Autorinnen und Autoren aus dem Hobby- und Fanbereich im Perryversum ausprobieren durften. Und wer hat damals den ersten Band geschrieben? Ganz genau! Meiner einer!

Der Heftroman ist inzwischen längst vergriffen, ihr könnt ihn euch bei Interesse aber gern hier als PDF1 herunterladen: Perry Rhodan FanEdition Band 1: Die Galaktischen Söldner.

Auch wenn ich noch einige Folgeabenteuer der Söldnertruppe geplant – aber nie geschrieben – hatte, steht das -Abenteuer durchaus für sich allein und kann auch gut ohne großes Rhodan-Wissen gelesen werden.

Generation X

Ich halte nicht allzu viel von dieser Generationeneinteilung. Meiner bescheidenen Meinung nach ist das Verhalten der jeweiligen Großeltern-, Eltern- und Kindergenerationen zueinander seit Anbeginn der Menschheit nahezu identisch. Andere demografische Umstände2 halte ich für wesentlich prägender als das konkrete Geburtsjahrzehnt.

Sei es wie es sei, dieser ungebrochen beliebten Einteilung folgend gehöre ich zur Generation X. Und was macht das mit mir? Naheliegenderweise habe ich dadurch einen gewissen Hang zu Musik, Filmen, Serien und weiteren popkulturellen Erzeugnissen aus der Zeit meiner Kindheit und Jugend. Ich lehne es aber ab, alles aus dieser Ära nostalgisch zu überhöhen. Auch damals gab’s ganz viel Mist – und vieles ist heute besser.

Interessant finde ich in der laufenden Diskussion, dass die Generation X weitgehend ausgenommen wird. Es ist immer von Boomern und Gen Z die Rede, hin und wieder auch von den Millennials – aber meine Truppe wird weitgehend in Ruhe gelassen.3

Goetheblick

Von Geburt an habe ich in meinem linken Auge eine starke Fehlsichtigkeit, die am ehesten einer Weitsichtigkeit entspricht. Das rechte ist soweit in Ordnung, außer dass es in meiner Jugend eine normale Kurzsichtigkeit entwickelt hat. Irgendwann hat mir mal ein Augenarzt eröffnet, dass man so etwas – ein Auge weitsichtig, das andere kurzsichtig – den nennt. Der olle Geheimrat hatte wohl ein ähnliches Leiden.

Das hat mich schwer beeindruckt, weswegen ich es oft und gern zum Gesprächsthema gemacht habe. Unter anderem auch bei der allerersten Unterhaltung, die ich mit meinem alten Freund und Kupferstecher Andres geführt habe. Dabei hat sich nämlich ergeben, dass auch er diese augenärztliche Besonderheit hat. So etwas verbindet.4

Seit über zehn Jahren versprechen wir uns daher: Sollten wir irgendwann einmal einen gemeinsamen machen wird er Goetheblick heißen. Rein aus Testzwecken hatte ich 2015 zwei Solo-Sendungen aufgenommen: Lauschet dem Goetheblick!

Goodreads

Als alte Leseratte dokumentiere und tracke ich gern meinen Lesestoff, wie man das heute so macht in aller Öffentlichkeit vulgo online. Die Plattform meiner Wahl ist schon seit längerem Goodreads.5 Schaut dort gern vorbei, falls ihr mal schauen wollt, was ich so lese.

Gratis Comic Tag

Der Free Comic Book Day ist in den US of A schon lange eine Institution. 2010 wurde der auch im deutschsprachigen Raum eingeführt. Seit dem ersten GCT war ich jahrelang recht regelmäßig am Start wenn am Hochfest der Neunten Kunst in die einschlägigen Läden geströmt wurde, um für umme abzugreifen.

Es war ursprünglich auch der Sinn des ganzen, den Fachhandel zu fördern und die Lesendenschaft in die lokalen Comicläden zu locken. So richtig hat das vermutlich nie geklappt, eigentlicher Nutznießer sind selbstverständlich die Verlage.

Was die sich allerdings dabei gedacht haben, diese ehrwürdige Veranstaltung seit 2024 nur noch für die Zielgruppe „Kids & Teens“ auszurichten, will mir bis heute nicht einleuchten.


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  1. Transparenzhinweis: es liegt bei Google Drive[]
  2. Geschlecht, Geburtsort und so Sachen[]
  3. oder schlicht den Boomern zugerechnet, was das ganze „System“ auch wieder über den Haufen wirft[]
  4. neben der gemeinsamen Begeisterung für Lego, Star Trek, Fernreisen und Cheeseburger[]
  5. tatsächlich sogar lange bevor das große böse A sie übernommen hat[]

Endlich wieder Podcast: Plaudern über Mosaik und die Abrafaxe

Gut zwei Jahre habe ich in kein Mikro mehr gesprochen, etwa genauso lange ruhte die , unser mit ehrlichen, entsetzlich eloquenten, eskapistischen Empfehlungen. Doch das hat nun ein Ende.

Hiermit starten @Rpunkt und ich mit unserer neuen Staffel. In der brandneuen Folge widmen wir uns der ältesten, noch laufenden Comicreihe Deutschlands, dem Mosaik, das seit 1955 durchgehend erscheint und seit 50 Jahren die Abenteuer der forterzählt. Lauschet überall wo es Podcasts gibt oder direkt hier:

Eskapedia Episode 20 – 70 Jahre Mosaik: Historische Abenteuerreise in 829 Heften

Darin berichtet der langjährige Fan Robert ausführlich über die Geschichte der bemerkenswerten und beantwortet kundig meine eingestreuten Fragen, die mir als nicht minder begeisterter aber wesentlich neuerer Leser auf der Seele brennen.

Etwas aus der Übung

Zum Glück ist mein Redeanteil in dieser Folge nicht so hoch, denn leider ist meine Tonspur etwas misslungen. Ich bin am Mikrofon offensichtlich ganz schön aus der Übung und hätte vorher ein paar Testaufnahmen machen müssen, um die Einstellungen wieder richtig hinzubekommen.

Ich bitte meinen hallenden Sound zu entschuldigen und gelobe Besserung für die nächste Episode.

Meine fünf liebsten Serien 2025

Der wunderbare @slbstgsprchlr möchte zum Jahreswechsel stets wissen, welche Serien der vergangenen zwölf Monate uns denn am besten gefallen haben, damit er darüber in seinem großartigen berichten kann. Sehr gern komme ich alljährlich seiner freundlichen Anfrage nach.

Mein Problem bei diesem Ranking ist, dass ich jedes Jahr eine große Zahl an Serien verkonsumiere – und ich habe das Gefühl, dass es 2025 sogar besonders viele gewesen sind. Hinzu kommt, dass ich die meisten davon auch noch sehr gut finde. Daraus dann nur fünf auszuwählen, die mir am liebsten sind, kann eigentlich nur unter Zuhilfenahme von Willkür gelingen.

Genug der Vorrede, hier sind meine fünf liebsten Serien des Jahres 2025:

Platz 1 – Stranger Things

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Sagt was ihr wollt, ich finde das Finale einer der besten Serien des Jahrzehnts ist hervorragend gelungen. Wenn man sich vor Augen hält, wie viele gute Serien ausgerechnet ihren Abschluss vergeigt haben, ist das noch mal doppelt wertvoll. Ich mochte jede einzelne Figur in diesem Retro-Epos – schade nur, dass Dustins Freundin Suzie nicht noch einmal aufgetreten ist.

Zugegebenerweise verdankt die Serie ihren Spitzenplatz auch ein wenig ihrem späten Erscheinen im Jahr. Sie und meine Begeisterung für sie ist mir einfach am präsentesten.

Platz 2 – Star Wars: Andor

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Das mag auch der Grund sein, warum ich diese hervorragende Serie auf den zweiten Platz gepackt habe, ist einfach schon ein wenig her, dass ich sie gesehen und genossen habe. Aber ich sagte ja schon eingangs, dass hier einiges an Willkür im Spiel ist. Andor ist jedenfalls ohne Frage das beste Stück der letzten Jahre, wenn nicht sogar überhaupt.

Platz 3 – Your Friendly Neighborhood Spider-Man

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Ich staune selbst, aber der gute alte Wandkrabbler kann mich einfach immer wieder begeistern, so auch in dieser neuesten Variation der Geschichte des armen kleinen Nerds Peter Parker, der von einer ganz besonderen Spinne gebissen wird. Den kreativen Köpfen hinter dieser Serie gelingt es erneut, die bekannten Versatzstücke des -Klassikers so durcheinanderzuwürfeln und neu zusammenzusetzen, dass ein spannendes neues Abenteuer daraus entsteht.

Platz 4 – Alien Earth

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Aliens gegen Roboter gegen Cyborgs gegen Billionäre? Das kann ja nur ein Knaller werden. Und tatsächlich, die Serien-Erweiterung des guten alten Alien-Franchises ist überraschend gut gelungen.

Platz 5 – The White Lotus

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Diese wunderbare Urlaubs-Serie haben wir in ihrer Gänze erst in diesem Jahr für uns entdeckt – und waren sehr froh, dass sie dann auch gleich eine dritte Staffel bekam.

Meine fünf liebsten Filme 2025

Ihr kennt das Spiel. Alljährlich ruft der @slbstgsprchlr dazu auf, ihm die fünf besten Filme des Jahres zu nennen, damit er auf fundierter Grundlage dazu in seinem sprechen kann. Da bin ich wie immer gern dabei.

Ich muss – wie eigentlich jedes Jahr – einschränkend anmerken, dass ich nur sehr wenige Filme gesehen habe, die Volkers strengen aber gerechten Anforderungen genügen. Sie müssen nämlich nicht nur im Berichtszeitraum erstmals geschaut worden sein, sondern auch aus dem betreffenden Jahr stammen. Mit Blick auf meinen Letterboxd-Account sieht man sogleich, dass dies nicht sonderlich viele sind – zudem haben mich die wenigsten davon nennenswert vom Hocker gehauen.

Sei es, wie es sei, hier sind meine fünf liebsten Filme des Jahres 2025:

Platz 1 – Mickey 17

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Zugegeben, diese Klon-Geschichte ist reichlich skurril geraten. Dennoch muss ich gestehen, dass mir der etwas schrägere Ansatz, dieses klassische -Thema anzugehen, ziemlich gut gefallen hat. Denn trotz aller Albernheiten kommen die etwas tiefgründigeren Aspekte dieser Angelegenheit nicht zu kurz. Existenzielle Fragen nach Identität und Bewusstsein werden durchaus angemessen behandelt. Zudem sind die Aliens schön fremdartig und Ruffalos Trump-Parodie kann sich durchaus sehen lassen.

Platz 2 – The Fantastic Four: First Steps

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Selbst ein kritikloser Fanboy wie ich musste in diesem Jahr zugeben, dass die Qualität der MCU-Filme arg nachgelassen hat. Vor allem der Nummer mit dem roten Hulk hat man ansehen können, dass nicht mehr allzu viel Kohle in die Streifen gesteckt wird. Der Neustart der Fantastischen Vier ist die einzige halbwegs rühmliche Ausnahme. Da ich Marvels First Family sehr mag und ich mich sehr über ihren Einstieg ins MCU freue, sehe ich ihren ersten Schritten die leichten inhaltlichen Schwächen gerne nach. Setting und Figuren haben mir außerordentlich gefallen, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie sie es in Doomsday krachen lassen werden.

Platz 3 – Frankenstein

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Bei Direct-to-Streaming-Filmen1 bin ich meistens skeptisch. Selbst bei großem Staraufgebot geraten diese Produktionen meist etwas schwachbrüstig. Ausnahmen gibt’s aber immer wieder – so auch im Falle dieses Klassik-Horror-Krachers von Meister del Toro. Die aktuellste Adaption des Shelley’schen Werks ist hervorragend gelungen.

Platz 4 – Thunderbolts*

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Wie bereits bei den FF geschrieben, merkt man den meisten aktuellen -Filmen einen vermuteten Sparkurs an. Das gilt leider auch bei den Thunderbolts. Immerhin kommt das Antihelden-Team sehr rasant und humorvoll daher und liefert dem MCU einen sehr interessanten Zugang. Jedoch fehlt dem Film die gewisse epische Größe. Dennoch hat er mir Spaß gemacht. Und auch hier gilt: Ich baue darauf, dass Yelena, Sentry und Co. bei Doomsday glänzen werden.

Platz 5 – The Electric State

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Noch so ein Streaming-Film. Hier gelingt es den Figuren und dem KI-Thema, dem ich in der Fiktion durchaus zugetan bin,2 gerade so, die vorhersagbare Handlung auszugleichen. Doch, hat Spaß gemacht.

Und was ist mit Superman?

Wie gesagt: Ich habe etliche Filme aus dem Jahr 2025 noch gar nicht gesehen. Bei vielen davon bin ich sicher oder habe mir sagen lassen, dass sie hervorragend und teils sogar besser sind als die genannten. Darunter sind vermutlich mindestens der neue Superman-Film und „One Battle After Another“. Hole ich alle noch nach, versprochen.

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  1. Nennt man das so?[]
  2. in der Realität nicht so[]

Mein eskapistisches Jahr 2025

Hiermit schließe ich mein Bloggerjahr mit dem obligatorischen Jahresrückblick. Was war 2025 in Sachen Lektüre, Serienkonsum, Klemmbausteinzusammenbau etc. so los? Ich fasse zusammen:

Gebloggt

Wenn ich richtig gezählt habe, gab’s dieses Jahr 54 Artikel auf meinem . Das heißt, ich habe knapp mehr als wöchentlich gebloggt. Immerhin. Zudem habe ich wie geplant in jedem Quartal mein -Experiment WOLKENKUCKUCKSHEIMER QUARTALSPOST versendet. Mit dem ist eine neue Rubrik hinzugekommen. Mein Versuch, die Jahresend-Blogparade wiederzubeleben, wollte nicht so recht zünden – ich nerv euch ab jetzt trotzdem jedes Jahr damit.

Gelesen

Einen weitgehend vollständigen Überblick über meine Jahreslektüre gibt’s drüben bei Goodreads. Das meiste davon sind – wie so oft – -Hefte und -Mangas. Bei unser aller Lieblings-Raketenheftchenserie habe ich recht unregelmäßig die aktuelle Erstauflage mitgelesen. Für Band 3347 hatte ich sogar etwas Lob übrig. Bei dem allseits beliebten Gummi-Piraten hatte ich den dritten Sammelschuber mit der Sky-Island-Geschichte am Wickel. Wie immer großartig.

Den neuen -Band nahm ich zum Anlass, meine Sammlung wieder herzustellen und alle Abenteuer des kleinen Galliers erneut durchzuschmökern. Ähnliches mache ich sporadisch mit Lucky Luke. Und schließlich habe ich mich endlich für ein Abo des besten deutschsprachigen Comicmagazins Mosaik entschieden. Die der flattern seit diesem Jahr allmonatlich in meinen Briefkasten.

Ansonsten gab’s einiges an -Prosa, darunter die Bobiverse-Romane, die 1984-Neuerzählung Julia, die komplette Odyssee-Saga und I Robot.

Meine Lieblings-Lektüre in diesem Jahr war aber unbestreitbar Qwert von Walter Moers.

Geschrieben

Für meine Verhältnisse war ich an der Tastatur in diesem Jahr durchaus fleißig und habe meine ein wenig voranbringen können. Großen Anteil daran hat sicherlich der . Die Schreib-Challenge-Plattform des wunderbaren @Rpunkt hat die Lücke des dahingeschiedenen gefüllt und mich motiviert, einige meiner Schreibprojekte anzugehen, von denen im kommenden Jahr eventuell zu lesen sein wird.

Bereits zuvor konnte ich in diesem Jahr das Wörtchen „Ende“ unter meinen Roman für die Perry-Rhodan-Fanfiction-Serie Dorgon setzen, der ebenfalls im kommenden Jahr erscheinen sollte. Ich werde berichten.

Gelauscht

Mein liebster ist und bleibt auch in diesem Jahr „Sternengeschichten“ von Florian Freistetter, dicht gefolgt von meiner Neuentdeckung Nerds at Work von und mit Christian Scharun und @fMRI_guy. FTW!

Geschaut

Ich habe in den letzten 12 Monaten dermaßen viele Serien gebinged, dass selbst die oberflächlichste Zusammenfassung hier jeden Rahmen sprengen würde. Dass müsste noch mal in einen eigenen Blogpost ausgelagert werden. Ich baue da sehr auf die alljährliche Umfrage des @slbstgsprchlr

Bei meinem Anfang des Jahres angedachten Battlestar-Galactica-Rewatch bin ich immerhin bis zum Ende der ersten Staffel und etwa zur Hälfte des Spinoffs Caprica vorgedrungen.

Bei Filmen hinke ich ja immer etwas hinterher. Bei den jahresaktuellen Streifen war „Mickey 17“ mein Favorit, bei den erstmals geschauten älteren Filmen der französische Animationsfilm „Mars Express“.

Gebaut

Mein liebstes -Set in diesem Jahr ist definitiv der Gameboy. Gleich dahinter rangiert die Going Merry – beziehungsweise „Flying Lamb“, wie das One-Piece-Piratenschiff „auf deutsch“ heißt.

Gereist

In diesem Jahr gelernt: sowohl Dublin als auch Menorca sind ganz wundervolle Reiseziele.

Kommt gut rüber

So weit, so unspektakulär. Ich wünsche allen ganz wundervolle Fest- und Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Make it so!

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Nerdlicht früher: Reddit, Star Trek und Mangas

Letzten Monat feierte mein Blog seinen 18. Geburtstag, ist nun also sogar volljährig. Seither haben sich etliche Artikel angesammelt. Wie ich finde, kann man ein paar davon immer noch gut lesen. Grund genug für eine unregelmäßige -Rubrik.

Vor fünf Jahren hatte ich noch eine allwöchentliche Tagebuchrubrik,1 in der es unter anderem um meinen aktuellen Serienkonsum ging. Vor zehn Jahren habe ich mich ganz kurz mal an einem Solo- -Format versucht – in dieser Folge geht’s um – und vor 15 Jahren habe ich erstmals (?) einen Manga gelesen.

Aber lest selbst:

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  1. Wäre es dann nicht eigentlich ein „Wochenbuch“?[]

Allgemeine Altpapiersammlung 2025 (die Beiträge)

Anfang der Woche rief ich zur Allgemeinem Altpapiersammlung 2025 auf. Hier nun meine , meine zehn verschmähten Blogposts des Jahres.

Nicht einen einzigen Kommentar gab es für …

Zeigt her euer Altpapier!

Wie sieht’s bei euch aus? Welche eurer Blogposts haben in diesem Jahr zu wenig Liebe erfahren? Packt eure Liste der verschmähten Artikel gern in die Kommentare.

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: E

Ein ist eine muntere alphabetisch sortierte Auflistung von Begriffen – im Grunde ein kleines Lexikon, das sich nicht allzu ernst nehmen muss. Wie geschaffen für eine -Rubrik. Lest und bestaunt also das Große Nerdlicht-Abecedarium!

Diesmal zum Buchstaben E wie

Eay

Was technische Dinge angeht, bin ich ja mehr so der Anwender – höchstens ein interessierter Laie. Und auch um Endgeräte mit dem Apfel hintendrauf mache ich eher einen Bogen. Dennoch bin ich begeisterter Folger und Leser der diversen Web- und Social-Media-Auftritte von Stefan Grund, der dort überall als @eay unterwegs ist. Sein Blog eay.cc betreibt er seit 2003, da solltet ihr dringend regelmäßig reinschauen, wenn ihr euch für Technik-, Netz- und Nerdkrams interessiert. Sehr lesenswert.1

eBook

Ich habe mich schnell für das elektronische Lesen begeistern können und kaufe schon seit Langem nur noch sehr wenige Schrifterzeugnisse in Papierform. Das haptische oder gar olfaktorische Erlebnis dicker Bücher hat mir nie sonderlich gefehlt. Tatsächlich finde ich die Lektüre großer Schwarten sogar reichlich umständlich. Vor allem auf Reisen ist es ein Segen, tausende oder gar zehntausende Buchseiten in einem schmalen Reader mit sich zu führen.

Einzig bei Illustrationen – vor allem, wenn sie farbig sind – gerät das E-Paper noch an seine Grenzen. Für , Bildbände und reich illustrierte Romane2 muss ich daher weiterhin Bäume fällen lassen.

Edieh

Auch der Webauftritt von @docron hat stets einen festen Platz in meiner Blogroll. Nicht nur, weil er ein feiner Kerl ist, mit dem ich so manchen Würfel geschubst und etliche Worte ins Mikro geplaudert habe, sondern auch und vor allem, weil edieh.de die zuverlässigste, aktuellste und umfassendste Informationsquelle für Trailer, Serien und Filme ist.

Und falls ihr nicht von selbst drauf kommt, ganz unten im Footer seines Blogs findet ihr die Bedeutung des Namens erklärt.

Egozine

Als ich 2007 den Bums hier gestartet habe, habe ich Blogs für mich als digitale Version des guten alten Egozines interpretiert. Um aus meinem allerersten Post zu zitieren:

Dereinst tippten einige eifrige Fans in regelmäßigen Abständen ihre Gedanken zu ihrem bevorzugten Thema auf ein, zwei DIN A4-Seiten, vervielfältigten diese und schickten sie per Post an Freunde und andere Leute, die es nicht interessierte. Das Ganze nannte sich Egozine. Heute findet dergleichen im Internet statt und man nennt es Blog – das Prinzip bleibt jedoch dasselbe.

An der analogen Version habe ich mich im übrigen – leider – nie versucht. Diesen Auftritt hier nenne ich dennoch von Anfang an , zunächst „Schreiberlings Egozine“ und inzwischen – wenn auch nur noch im Untertitel – „Eskapistisches Egozine“.

Ehrenwerte Club der Erfolglosen Blogger, der

Bloggende hatten schon immer den Drang, sich in Ringen, Gruppen oder Clubs zusammenzuschließen, um gemeinsam (reichweiten-) stärker zu sein, als allein. Einer davon, bei dem ich die Ehre hatte, Mitglied zu sein, war der „Ehrenwerte Club der erfolglosen Blogger“. Dieser lose Zusammenschluss existierte in den Nuller- und Zehnerjahren und hatte durch recht einfache Mittel wie einen zentralen automatischen -Feed durchaus für eine leichte Reichweitenerhöhung seiner Mitglieder gesorgt. Nett wars.

Enpunkt

Eine weitere oft und gern von mir besuchte Seite ist das private Blog des -Chefredakteurs @Enpunkt. In seinem ENPUNKT-Tagebuch berichtet er regelmäßig über allerlei interessantes Zeugs, darunter viel zu Comics, und Krachmusik.

Entenhausen

Zu meinen liebsten fiktiven Städten des Multiversums zählt definitiv aka Duckburg. Von klein auf bin ich begeisterter Leser aller Geschichten und Abenteuer, die in dieser Metropole stattfinden oder dort ihren Ausgangspunkt haben. Dabei bevorzuge ich selbstredend die Berichte von Carl Barks und Don Rosa, werfe aber immer auch gern einen Blick in das eine oder andere Lustige Taschenbuch.

Enterprise

Die Enterprise wird bei uns allen in den persönlichen Listen der liebsten Raumschiffe ganz weit vorne stehen. Aber welche? Schließlich gibt es mindestens zehn,3 wenn man alle Refits und Parallelwelt-Versionen außer acht lässt.

In meiner Generation dürfte es meist die D sein, denn die Abenteuer der Next Generation um Captain Picard flimmerten just zu unserer Schulzeit über die Röhrenfernseher und prägten damit unser Bild vom mutigen Vorstoß zur final frontier. Und ich mag das Föderations-Flaggschiff dieser Epoche noch immer am liebsten: das elegante Colani-Design, das gemütliche Wohnzimmer-Interieur – einfach großartig.

Ich möchte keinesfalls unterschlagen, dass auch eine der unterschätzten -Serien4 zunächst unter dem schlichten Namen Enterprise gestartet ist. Ich habe die vier Staffeln erst lange nach der Erstveröffentlichung durchgebinged und dabei sehr lieb gewonnen.

It’s been a long road …

Eskapedia

Wie heißt es so schön? Wenn zwei Herren mittleren Alters plaudernd beisammensitzen, erscheint bald auf quasimagischem Wege ein Mikrofon zwischen ihnen und – schwupps! – haben sie einen . So geschah es @Rpunkt und mir vor einigen Jahren. Unter dem Namen produzierten wir zwischen 2019 und 2023 stolze 19 Episoden mit ehrlichen, entsetzlich eloquenten, eskapistischen Empfehlungen.

Dieser Tage gehen Gerüchte um, dass bereits ab Januar 2026 eine neue Staffel aufgenommen wird.

Eskapismus

Ich mag den Begriff „Eskapismus“ – beziehungsweise „Eskapist“ – um einiges lieber als Nerd oder Geek. Daher taucht er in meinen öffentlichen Auftritten auch wesentlich häufiger auf. Ähnlich wie letztere wird er von der Gesellschaft immer mal wieder negativ besetzt, meint aus meiner Sicht im Wortsinn aber etwas ausnehmend positives und menschliches. Es ist geradezu ein Menschenrecht, dem Alltag und der Realität mit den Mitteln der Fantasie und Kreativität entfliehen zu dürfen. Mehr noch ist es ein elementarer Wesenszug des Menschen, eine seiner exklusiven Fähigkeiten, dies zu können. Es sollte allen vergönnt und möglich sein, sich wenigstens hin und wieder kleinere oder größere Fluchten zu erlauben.

Eskapist, der

Es begab sich im Jahre 2013, dass der gute @Weltenkreuzer vorschlug, eine neue deutschsprachige Plattform beziehungsweise ein Blog oder Onlinemagazin ins Leben zu rufen, worauf zahlreiche Schreibende gemeinsam über fantastische und popkulturelle Dinge berichten und sinnieren sollten. Mit einigen anderen war ich sofort Feuer und Flamme. Der Name war schnell gefunden: „Der Eskapist“ sollte das Kind heißen – Domain und Twitter-Handle waren sogar noch frei.

Doch wie das oftmals so ist, trug die anfängliche Begeisterung nicht lang beziehungsweise wurde der tatsächliche Aufwand etwas unterschätzt. So musste das Projekt zu unser aller großem Bedauern bereits nach ein paar Monaten wieder zu Grabe getragen werden. Die zwei, drei Artikel, die ich dafür verfasst hatte, wurden in diesen Auftritt hier herübergerettet. Die eigens für den Eskapisten entwickelte Rubrik „Die Eskapistischen Links der Woche“ – siehe unten – habe ich noch etliche Jahre erfolgreich fortgeführt und lasse sie inzwischen im Rahmen meines Newsletters fortleben.

Hm. Ob Nils die Domain noch immer besitzt …?

Eskapistische Links

Zu den erfolgreichsten und langlebigsten Rubriken meines Blogs zählen mit Sicherheit die „Eskapistischen Links der Woche“. Einstmals für den Eskapisten – siehe oben – entwickelt habe ich diese klassische Linkliste ab 2013 etliche Jahre lang tapfer Freitag für Freitag5 kuratiert und gepostet. Die letzte klassische Linkliste gab’s 2019, danach habe ich das Konzept etwas geändert und unter der Kategorie Fundsachen fortgeführt.

Doch mittlerweile kann man wie gesagt die guten alten Eskapistischen Links wieder genießen, indem man meinen abonniert.


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  1. Außerdem solltet ihr seine App „Yonks“ mal ausprobieren.[]
  2. vor allem aus dem Hause Moers[]
  3. die NX-01, die erste 1701 und ihre Nachfolgerinnen A, B, C, D, E, F, G und J – H und I wurden uns bislang noch nicht gezeigt[]
  4. quasi das Discovery der Nuller-Jahre[]
  5. mal mehr mal weniger regelmäßig[]

Nerdlicht früher: Podcast, Linkliste und Batman

Auf meinem haben sich seit 2007 etliche Artikel angesammelt. Wie ich finde, kann man ein paar davon immer noch gut lesen. Grund genug für eine unregelmäßige -Rubrik.

Vor fünf Jahren haben @Rpunkt und ich unserem mit dem schönen Namen vom wunderbaren @adrianvom ein neues Gesicht verpassen lassen. Vor zehn Jahren gab’s hier noch meine eskapistischen Links.1 Und vor 15 Jahren habe ich mich für begeistert.2

Aber lest selbst:

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  1. keine Sorge, die Links sind frisch gecheckt und funktionieren noch[]
  2. Meine Sicht auf den Dunklen Ritter hat sich inzwischen etwas gewandelt – begeisternd finde ich seine Geschichten aber noch immer.[]

Podcast: 50 Folgen Nerds at Work

Vorletzte Woche ist die 50. Folge des munteren Wissenschaftspodcasts „Nerds at Work“ erschienen. Wie gewohnt plaudern darin Dr. Jens Foell und Dr. Christian Scharun über allerlei Amüsantes aus der Welt der – wobei sie immer sehr fundiert und oft auch mit dem nötigen Ernst zugange sind.

Der wunderbare @Rpunkt hat bereits die ultimative Lobhudelung formuliert.1 Dennoch ist es mir ein Bedürfnis, den feierlichen Anlass ebenfalls mit einem Artikelchen zu würdigen.

Ig-Nobelpreise zur Goldenen Hochzeit

Ein Schwerpunkt der goldenen Hochzeitsfolge ist die Verleihung der Ig-Nobelpreise. Diese alljährliche Preisverleihung für Forschung, die „zunächst zum Lachen und dann zum Nachdenken“ anregt, scheint bei Podcastern mit dem Vornamen Jens besondere Begeisterung hervorzurufen. Ich zumindest fühlte mich angenehm an unsere einstigen -Sendungen erinnert, bei denen „unser“ Jens alljährlich über die Preisverleihung referierte – zuletzt im Jahre 2021.2

Wissen ja viele nicht

Auch wenn ich @fMRI_guy – oder vielmehr sein Schaffen – mindestens seit seinem Buch „Foellig nerdiges Wissen“3 kenne und schätze, bin ich erst vor zwei, drei Monaten auf diesen aufmerksam geworden. Seitdem war und ist es mir eine große Freude, beim Pendeln in der U-Bahn die meisten der inzwischen 51 Folgen nachzuhören.

Ich liebe es, dem nerdigen Geplauder der beiden Doktores zu lauschen. Zumal sie damit den zuletzt etwas inflationär gebrauchten Nerd-Begriff wieder mit seinem ursprünglichen Sinn füllen: Sich detailreich und mit großer Begeisterung über wissenschaftliche und popkulturelle Themen auszutauschen und dabei stets neugierig und offen für neue Erkenntnisse zu bleiben.

Grüße gehen raus

Frei nach Mai Thi Nguyen-Kim ist dies also definitiv mein Lieblingspodcast – nach den Sternengeschichten von Florian Freistetter versteht sich.

Wenn ich mir als Hörer etwas wünschen dürfte, dann vor allem, dass es noch zahllose Episoden geben möge. Um Themen sind die beiden sicher nie verlegen – aber vielleicht haben sie ja mal Lust, sich in die Moshpit-Wissenschaft zu vertiefen.4

Glückwunsch zum ersten Geburtstag!

In dieser Woche – genaugenommen morgen – können wir uns auch schon auf die 52. Folge „Nerds at Work“ freuen. Das bedeutet, dass dieser Podcast erfolgreich sein erstes Jahr bestritten hat. Da kann man doch gleich wieder gratulieren: Herzlichen Glückwunsch Jens und Christian!

Und wer es noch nicht getan hat, möge jetzt flugs den Podcast abonnieren!

Nerds at Work – Was sagt die Wissenschaft?

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  1. Dabei hat er zudem wissenschaftlich belegt, dass es sich eigentlich um einen Film-Podcast handelt.[]
  2. Zugegeben: Das geht allerhöchstens als anekdotische Evidenz durch.[]
  3. Lesebefehl![]
  4. Wenn ich dreist wäre – was ich nicht bin – würde ich vielleicht fragen, ob sie mal mein Kinderbuch „Mette vom Mond“ auf seine WissKomm-Tauglichkeit abchecken könnten. Aber nee, das trau ich mich nicht.[]

1984: Winston und Julia

Vor einiger Zeit empfahl Florence Gaub1 in einem den Roman „Julia“ von Sandra Newman aus dem Jahr 2023. Er ist eine Neuerzählung des 55 Jahre älteren Dystopie-Klassikers „1984“ von George Orwell aus Sicht eben jener Julia, im Original die weibliche Nebenfigur und Loveinterest des Protagonisten Winston Smith.

Zu der Empfehlung gehörte der Tipp, zuvor noch einmal „1984“ zu lesen, um die Neuerzählung gebührend würdigen zu können. So habe ich es gehalten und kann nun ausführlich berichten.

Nineteen Eighty-Four: Überschätzter Klassiker?

Zunächst muss ich gestehen, Orwells Buch nie zuvor ganz gelesen zu haben. Ja, ich habe immer ungefähr gewusst, worum es geht,2 trage eine ganz blasse Erinnerung an die Verfilmung von 1984 mit mir herum – und kenne noch ein paar Passagen aus dem Englischunterricht, diversen popkulturellen Zitaten und bemühten Anspielungen in politischen Diskussionen.

Dennoch setze ich die detaillierte Handlung mal als bekannt voraus. Im Groben ist sie schnell zusammengefasst: Winston Smith lebt im stalinistisch-sozialistischen England des Jahres 1984, nunmehr Teil eines Staatengebildes namens Oceania. Aus Sicht des Autors, der das Buch 1948 geschrieben hat, ist das titelgebende Jahr eine Schreckensvision der Zukunft. Er beschreibt diesen Staat als perfektioniertes Überwachungs- und Terrorregime, in dem die alleinherrschende Partei Ingsoc bestimmt, was wahr ist. Das einfache Parteimitglied Smith verzweifelt an diesem staatliche Lügengebilde – obwohl, oder gerade weil er daran mitarbeitet – und beginnt mit seinen bescheidenen Mitteln zu rebellieren, indem er die vorgegeben Wahrheit hinterfragt und nach Gleichgesinnten Ausschau hält. Dabei gerät er zum einen an die unbekümmerte Julia, die eher nach körperlicher Freiheit strebt und mit der er eine Beziehung eingeht. Und zum andern an den Parteifunktionär O’Brien, in dem er einen Seelenverwandten vermutet.

Letztlich ist sein Streben nach Wahrheit und Rebellion aber zum Scheitern verurteilt. Die Macht der Partei ist so allumfassend, dass selbst der Widerstand gegen sie Teil ihres Lügengebäudes ist. Smith muss erkennen, dass seine bescheidene Rebellion von Anfang an überwacht und sogar orchestriert worden ist. O’Brien ist schließlich sein Folterknecht, der ihn soweit bricht, dass er die imaginierte Wahrheit der Partei aus voller Überzeugung annimmt.

Mit dieser bedrückenden und erschreckend realitätsnahen Darstellung eines schier unüberwindlichen totalitären Systems ist Orwell durchaus ein Klassiker gelungen – auch wenn ich sagen muss, dass mir Animal Farm wesentlich besser gefällt, sowohl literarisch als auch in Sachen Totalitarismuskritik.

Dennoch: Man muss sich nur ein wenig mit Stalin oder den Aktivitäten des MfS befassen, um zu sehen, dass Orwells Beschreibungen in all ihrer Absurdität nur sehr milde Übertreibungen tatsächlicher Verhältnisse sind. Sowohl Weltenbau als auch seine Kernbotschaft sind ihm bei 1984 also sehr gut gelungen.

Auch einige Handlungselemente haben zu Recht ikonischen Status errungen. Man denke nur daran, wie O’Brien beim Verhör Winston davon überzeugt, vier Finger zu sehen, obwohl er ihm nur drei zeigt – großartig zitiert in der TNG-Doppelfolge „Chain of Command“.

Schaut man sich zum Beispiel bei Goodreads die Reviews zu dem Buch an, schwanken sie zwischen euphorischer Begeisterung für den Klassiker und Ein-Sterne-Bewertungen mit dem knappen Kommentar – ich zitiere – „frauenfeindlicher Mist“. Letzteres ist ehrlich gesagt nicht ganz von der Hand zu weisen.

So ergeht sich Winston mehrfach in Gedanken in Gewaltfantasien gegen Frauen. So will er Julia zunächst den Schädel einschlagen, als er noch denkt, dass sie ihm nachspioniert. Männern gegenüber – auch gefährlichen – hat er solche Fantasien nicht. Die Figur der Julia bleibt in der ganzen Geschichte kaum mehr als ein Objekt, warum sie sich Winston hingibt wird nur wenig hinterfragt, die Beziehung der beiden bleibt körperlich, Winstons intellektuelle Bedürfnisse darf Julia nicht befriedigen. Orwell lässt sie bei Gesprächen abwinken oder sogar einschlafen.

Das gehört natürlich alles zur Kernbotschaft: In einer solchen Gesellschaft kann man keiner vermeintlichen Wahrheit trauen und ist letztlich immer mit seinen Gedanken und Zweifeln allein. Alle, die einem wohlgesonnen erscheinen, stellen sich schließlich als Agenten und Folterknechte des Systems heraus. Aber das hätte man auch weniger frauenfeindlich umsetzen können.

Und doch bleibt der Text wertvoll, wenn man ihn entsprechend einordnet. Und diesen Versuch hat Sandra Newman mit ihrer Neuerzählung unternommen.

Julia: Gelungene Neuinterpretation oder ambitionierte Fanfiction?

Natürlich macht Newman etwas mehr, als nur die bekannte Geschichte aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Selbstverständlich erhält Julia eine ausführliche Hintergrund- und Vorgeschichte sowie einen Nachnamen.3 Zudem wird ihre Geschichte zum Ende noch etwas weitererzählt – und mit ihr die Geschichte des Staates Oceania.

Daher werde ich hier etwas genauer auf den Inhalt eingehen und platziere sicherheitshalber eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Julia Worthing ist einfaches Ingsoc-Parteimitglied und arbeitet als Mechanikerin im Ministry of Truth. Auch wenn sich ihre Begeisterung für das System in Grenzen hält, hat sie sich damit arrangiert und Wege gefunden, sich kleine individuelle Freiheiten zu nehmen. Sie engagiert sich in der Partei, läuft bei Kundgebungen und Sondereinsätzen voran und gibt sich nach außen als hundertzehnprozentig Überzeugte. Daneben tummelt sie sich auf den Londoner Schwarzmärkten, verdient sich mit inoffiziellen Reparaturjobs Geld dazu, ist Drogen nicht abgeneigt und lebt ihre Sexualität entgegen der prüden Regeln des Regimes aus.

Wir erfahren, wie ihr Alltag zwischen Frauenwohnheim und Ministerium abläuft und bekommen nach und nach ihre Kindheit und Jugend erzählt. Demnach ist sie auf dem Lande aufgewachsen, in einer Region, in die in Ungnade gefallene Parteimitglieder ins Exil geschickt worden sind. Ihre Eltern gehörten dazu – und das Idyll dieser Jugend auf dem Land verliert schnell seine anfängliche Beschaulichkeit.

Sowohl die Rückblenden als auch die Alltagsbeschreibungen stellen den Schrecken des stalinistischen Ingsoc-Systems dar – mit verstärktem Fokus darauf, wie Frauen ihn erleiden. Was Winston nie richtig wahrgenommen hat, erlebt Julia am eigenen Leib. Denn natürlich wird auch dieses Regime von Männern dominiert, die sich aus ihren Machtpositionen heraus gegenüber Frauen so gut wie alles herausnehmen können. Das wird alles sehr eindringlich und leider realitätsnah geschildert.

Die Affäre mit Winston wird etwas konstruiert hergeleitet, wobei die Autorin aber kaum eine Wahl bleibt, schließlich wirkt das ganze im Originaltext reichlich mysteriös.

Ursprünglich nimmt Julia den Parteigenossen kaum wahr, hält ihn für einen verschrobenen Eigenbrötler – so, wie er sich dem Leser des Originals ja auch präsentiert. Der „Ich liebe dich“ Zettel stammt hier ursprünglich von einer jungen Mitbewohnerin des Frauenwohnheims, die für Julia schwärmt. Die Übergabe an Winston ist eine spontane ungeplante Aktion im Schmerzmittelrausch.

Der weitere Ablauf folgt dann recht genau der Vorlage, wobei die geänderte Perspektive recht erfrischend ist und die Verschrobenheiten von Winston gut einordnet. Dann wird Julias im Original undefinierte Rolle in dem Spiel um Winstons Untergang aber genauer festgelegt – auch das naheliegend, schließlich ist sie hier die Hauptfigur.

Auch sie wird von O’Brien eingespannt, allerdings nicht als vermeintliche Mitverschwörerin, sondern als Agentin der Thought Police mit dem Auftrag, nicht nur Winston, sondern auch andere Mitglieder seiner Abteilung zu ver- und der Verbrechen gegen die Partei zu überführen. Auch bei ihr verfängt O’Briens manipulativer Charme – ohnehin hat sie in diesem System keine Wahl – und sie füllt diese Rolle folgsam aus.

Nach Winstons Verhaftung ergeht es ihr jedoch kaum besser als ihm. Auch sie wird festgesetzt und nahezu derselben Tortur ausgesetzt. Am Ende bekommt sie sogar Winstons Rattenkäfig aufgesetzt, nachdem dieser in letzter Verzweiflung geschrien hat, dass man ihr all dies antun möge.

Ab da verlaufen die Dinge etwas anders, als es vor allem der Grundton der Vorlage vorgibt. Denn das ausweglos erscheinende grausame Schicksal Julias und der gesamten Gesellschaft scheint sich auf einmal in Richtung eines Happy Ends zu entwickeln. Julia wird in Raum 101 nicht vollständig gebrochen, sie hält O’Brien so lange hin, dass er sie aus Zeitgründen – der nächste Delinquent ist an der Reihe – unvollendeter Dinge ziehen lassen muss. Natürlich verlässt sie das Ministry of Love mit schweren Verletzungen und tiefen seelischen und körperlichen Narben – sowie einer noch ausstehenden Exekution. Sie behält allerdings ausreichend Kraft und Überlebenswillen, um im letzten Abschnitt des Romans die Flucht aus London zu wagen.

Denn kurz nach ihrer letzten Begegnung mit Winston, wie wir sie aus dem Original kennen, beobachtet sie, wie die Stadt zunehmend abgeriegelt wird. Gerüchte sprechen von Rebellen, die auf die Stadt zumarschieren. Durch einen Trick und reichlich Glück kann die aus der Stadt entkommen und begegnet am Ende nicht nur den Rebellen, sondern kann im bereits besetzten Kristallpalast von Big Brother sogar einen Blick auf den uralten und senilen Diktator werfen.

Ganz am Schluss kommt es noch einmal zu einem Twilight-Zone-Moment, als sie bei der Rekrutierung für die Rebellenarmee denselben verstörenden Fragebogen vorgelesen bekommt, den O’Brien zuvor Winston und ihr aufgesagt hatte.

Durch diesen letzten Teil bin ich in meinem abschließenden Urteil etwas zwiegespalten. Bis zu Julias Freilassung finde ich das Buch ganz hervorragend und halte die Ergänzungen und Erweiterungen für eine Bereicherung von Orwells Ideen. Zumal das alles sehr flüssig zu lesen ist, ich habe beide Romane verhältnismäßig schnell durchgeschmökert.

Bei dem Schlussteil mit dem vermeintlichen Happy End bin ich mir nicht ganz einig. Er ist genauso gut geschrieben, wie der gesamte Roman und die Ereignisse fügen sich durchaus schlüssig in das Gesamtbild ein. Es fühlt sich insofern auch nicht weniger „realistisch“ an, als die Vorlage, als dass es in Wahrheit das Schicksal jeder Tyrannei ist, irgendwann zu scheitern und zu fallen. Selbst die Entzauberung von Big Brother, der eine richtige Identität und sogar einen Namen erhält, fügt sich in die Reihe der historischen Vorbilder ein.

Daher kann ich die vereinzelten kritischen Äußerungen in Richtung „Fanfiction“ – sofern sie nicht eigentlich misogyn motiviert sind – durchaus verstehen. Aber ich habe so eine Ahnung, dass man Sandra Newman mit einem solchen Urteil vorschnell auf den Leim geht.

Es ist bekanntlich eine Kernbotschaft des Originalromans, dass man keiner einzigen Behauptung, die von der Partei kommt, trauen kann. Und nicht mal denen, die von ihren Gegnern kommen, da auch diese letztlich von Ingsoc stammen. Ist Oceania wirklich eine Weltmacht, die sich über die britischen Inseln, Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien erstreckt? Gibt es die anderen Weltmächte Eastasia und Eurasia überhaupt – und befindet sich Oceania wirklich mit ihnen im Krieg? Gibt es die rebellische Brotherhood und ihren Anführer Goldstein? Und ist Big Brother eine reale Person, die jemals existiert hat? All das wissen wir nicht, da Winston keine Möglichkeit hat, irgendetwas davon zu verifizieren. Er zweifelt sogar das Datum an und kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es wirklich gerade 1984 ist.

Im Roman Julia wird aus der Perspektive der Heldin ein bisschen mehr Sicherheit über den Stand der Dinge vermittelt. Im Gegensatz zu Winston kommt sie aber auch ein bisschen mehr rum, hat ihre Kindheit und Jugend außerhalb Londons verbracht, verkehrt mit Proles und hat generell mehr sozialen Kontakt als ihr Liebhaber. Und schließlich ist ihr – das wird bereits bei Orwell etabliert – relativ egal, wie vertrauenswürdig Informationen sind.

Insofern ist der Eindruck, dass die von der unbekümmerten Julia beschriebenen Ereignisse wirklich das sind, was sie scheinen, womöglich trügerisch. Wer sagt, dass der alte Mann wirklich Big Brother ist und dass die Rebellen wirklich die sind, die sie behaupten? Julia will das an diesem Punkt glauben – aber ist es wirklich so?

Mit dem Twilight-Zone-Ende will Newman solche Zweifel offensichtlich noch mal schüren. Hundertprozentig gelungen ist das selbst für einen wohlmeinenden Leser wie mich jedoch nicht. Ich mag das Buch in seiner Gänze, kann aber verstehen, wenn die eine oder der andere, das Ende schwach findet.

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  1. Lest ihr Buch „Zukunft: eine Bedienungsanleitung“![]
  2. Ich habe fast alle Literaturklassiker zu Hause am Abendbrottisch zusammengefasst bekommen – meine Eltern waren Lehrer.[]
  3. Worthing[]

Flagle: Wordle für Vexillologen

Neuzugang in meiner -Routine: Bereits vor einem Monat hat der wunderbare Dr. Christian Scharun – unter anderem kongenialer -Partner des nicht minder wunderbaren @fMRI_guy – drüben bei auf das Flaggenratespiel Flagle hingewiesen.

Als alter Hobby-Vexillologe1 ist das natürlich genau mein Ding. Seitdem rate ich Tag für Tag tapfer die Flagge des Tages – und finde sie oft sogar raus. Falls ihr auch möchtet:

Flagle – Guess the hidden flag in six tries

Lieblingsflagge

In dem Zusammenhang: In einer Nerds-at-Work-Folge2 sagte Christian, dass die Flagge von Mauritius seine Lieblingsflagge sei. Eine sehr nachvollziehbare Wahl, wie ich finde. Auch wenn sie die heraldischen Regeln nicht ganz beachtet,3 ist die schlichte Tetrakolore4 wirklich sehr hübsch, einfach gehalten und trotzdem unverwechselbar.

Das hat mich daran erinnert, dass ich als Kind immer die griechische Flagge am schönsten fand – obwohl ich bis heute die da war. Einfach aus ästhetischen Gründen. Und ihr so?

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  1. „Fahnen und Flaggen“ war immer eines meiner liebsten Was-Ist-Was-Bücher[]
  2. über meinen „neuen“ Lieblingspodcast – nach den Sternengeschichten versteht sich – berichte ich alsbald noch einmal gesondert[]
  3. Farbe und Metall, nä?[]
  4. Oder sagt man Quadrokolore?[]

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