Kategorie: Lesetagebuch

Perry Rhodan Band 3368 „Zwischen fremden Sternen“ von Leo Lukas

Mir ist danach, wieder ein bisschen bei der -Erstauflage mitzulesen.1 Mit Blick auf die anstehenden Veröffentlichungen hatte ich Band 3369 für einen guten Wiedereinstieg gehalten – das beste Fandom der Welt riet mir jedoch, es schon mit dem Heft davor zu versuchen. Und wie immer hatten die Raketenheftbekloppten recht.

Was bisher geschah: Mausbiber gesucht

Seit meiner letzten PR-Lektüre sind ziemlich genau zehn Wochen und somit Hefte vergangen.2 Als ich die Handlung verlassen hatte, ging es gerade darum in der Milchstraße fieser Von-Neumann-Maschinen Herr zu werden und denjenigen in die Finger zu kriegen, der sie entfesselt hat. Währenddessen suchte Reginald Bull in intergalaktischen Weiten nach einem seiner besten Freunde, dem verschollenen Mausbiber Gucky.

Allein deswegen hat sich Band 3368 als perfekter Wiedereinstieg erwiesen, da in diesem Heft … Na! An dieser Stelle besser erst einmal eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Familienidyll vs. Rebellenromantik

In zwei Handlungsebenen wird zum einen erzählt, wie Reginald Bull und die sogenannte Legende3 in einem Risikoeinsatz dem verschollenen Sternwürfel mit Gucky darin auf die Spur kommen wollen. Zum anderen erfahren wir, wie es dem Mausbiber dort all die Jahre ergangen ist – und wie ihm schließlich doch Flucht und Heimreise gelingen.

Und zwar lebt Gucky in dieser Zeit zunächst versteckt mit seiner kleinen angenommenen Familie im Sternwürfel, da er dort als Staatsfeind Nummer eins gesucht wird. Trotz der Bedrohung sind diese Jahre recht idyllisch, er kann mit der Artgenossin und ihrem Nachwuchs ein beschauliches Leben führen. Erst als eine örtliche Widerstandszelle Kontakt zu ihm aufnimmt, greift er wieder ins Geschehen ein. Im Zuge der darauffolgenden Agententätigkeit gelingt ihm schließlich die Flucht aus dem Sternwürfel – und seine süße kleine Familie kommt mit ihm.

Diesen Handlungsstrang spricht Gucky selbst als Bericht auf einen Datenträger, den er just dort hinterlässt, wo Bully und die Legende ihn später am Ende ihres Einsatzes finden. Ende gut, alles gut.

Fazit: Zurück im Spiel

Kurz gesagt: Der Band hat mir richtig gut gefallen. Lukas‘ Humor und Flapsigkeit sind genau richtig dosiert, Gucky kommt souverän und kompetent rüber und ist trotzdem angemessen lustig. Gleiches gilt für das Duo Bully und Legende, die sich in munteren Dialogen die Bälle zuspielen – und doch ihren Einsatz mit Ernst und Professionalität durchziehen.

Wie die beiden Handlungsebenen zusammengeführt werden, ohne dass sich die jeweiligen Haupt-Protagonisten begegnen, ist geschickt gelöst. Die Lektüre hat rundum Spaß gemacht. Und wenn ich richtig aufgepasst habe, wird Guckys Name nicht ein einziges Mal komplett genannt, oder? Witziger Einfall!

Zu meiner Freude ist der Mausbiber damit zurück im Spiel – und ich als Leser einstweilen auch. Das soll mir alles in allem vier von fünf Sternen wert sein. ****°

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  1. ihr wisst ja: die ewige On-off-Beziehung[]
  2. Im Gegensatz zu einigen anderen Lesenden hat mir der Vandemaan-Doppelband im Übrigen sehr gut gefallen.[]
  3. Das uralte mechanische Fraktalwesen aus dem oben verlinkten Vandemaan-Doppelband steckt mittlerweile in einem sterblichen biologischen Körper. Wollte es so.[]

Superman

Immer wenn es in der Vergangenheit um Superheldencomics ging, wurde ich nicht müde zu betonen, dass ich die Geschichten und Figuren aus dem Hause jenen des Mitbewerbers ein wenig vorzöge – mit der einzigen Ausnahme , der ja generell der coolste sei. hingegen erklärte ich in seiner klassischen Version stets für langweilig und bevorzugte ihn in einer „umgedrehten“ Variante wie beispielsweise in der Injustice-Reihe1 – oder wenn er aus welchen Gründen auch immer von Batman auf die Mütze bekam.

Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Die sind beide gut

Inzwischen will ich Marvel und DC gar nicht mehr gegeneinander aufwiegen.2 In beiden Universen gibt es spannende Figuren und in beiden können wunderbare Geschichten erzählt werden – manchmal sogar in beiden zusammen.

Insgesamt habe ich halt deutlich mehr aus dem Haus der Ideen gelesen und kenne mich dort ein wenig besser aus. Bei DC habe ich mich aber auch schon immer wohlgefühlt und das ausdrücklich nicht nur beim dunklen Ritter und seiner Bat-Familie. Und in letzter Zeit reizen mich eben zunehmend die ganz klassischen Geschichten des Kryptoniers und seiner Anverwandten.

Der Martha-Zwischenfall

Irgendwann hatte ich von all der Düsternis schlicht die Nase voll. Spätestens 2016, als das Batman-verkloppt-Superman-Motiv in der unsäglichen „Martha-Szene“ aus Batman v Superman seinen Tiefpunkt erreichte, war das Thema für mich ausgelutscht.

Ich konnte dem DCEU und dem Snyderverse durchaus hier und da was abgewinnen – aber ab da stand mir wieder mehr der Sinn nach Optimismus, Zuversicht und Hoffnung. Also legte ich Injustice und Co. beiseite und wandte mich dem guten alten Big Blue Boyscout in seiner ursprünglichen Form zu.

Mehr Hoffnung wagen

Daher kam mir die filmische Neuauflage von James Gunn im letzten Jahr auch sehr gelegen. Diese durchweg positive und idealistische – und von mir aus auch ein wenig naive – Interpretation des idealtypischen Helden hat mir ausnehmend gut gefallen. Und natürlich rettet er das Eichhörnchen!

Nennt mich altersmilde, aber das sind genau die Geschichten, die ich gerade lesen will. Von jemandem, der mit Güte, Hoffnung und Zuversicht den Übeln dieser Welt begegnet und dabei all seine absurd große Macht so behutsam und dosiert wie möglich einsetzt, weil der Zweck eben nicht die Mittel rechtfertigt. Womöglich habe ich die Figur des Superman in den Jahrzehnten zuvor auch einfach nicht richtig verstanden – wobei ich mich erinnere, dass ich ihn als ganz kleiner Junge auch immer cool fand.

So oder so, ich erinnere mich in diesen Tagen wieder gern an jene , die diesen guten alten Superman in Szene setzen und führe mir all jene zu Gemüte, die mir noch fehlen könnten.

Gelesen und für gut befunden

Schon vor vielen Jahren habe ich mit großem Genuss den Klassiker aus dem Jahr 2003 Superman: Red Son beziehungsweise Genosse Superman von Mark Millar verschlungen, in dem die Geschichte einer Parallelwelt erzählt wird, in der die Raumkapsel mit dem kleinen Kal-El nicht in Kansas, sondern in der frühen Sowjetunion landet. Ein bisschen geht das natürlich auch in Richtung „böser Superman“ – aber eben nicht ganz. Denn auch in dieser Variante ist er im Grunde seines Herzens rechtschaffen, was sich spätestens am Ende der Geschichte offenbart.

Ähnlich lange her ist meine Lektüre von Kingdom Come aus dem Jahr 1996 mit den beeindruckenden fotorealistischen Zeichnungen von Alex Ross. Inzwischen mag ich den sehr textlastigen Stil nicht mehr allzu gern, aber der Epos über die gealterten DC-Heldinnen und Helden, die sich einer neuen Generation gnadenloser Superhelden stellen muss, zählt natürlich ebenso zu den Klassikern.

Als 2011 das komplette DC-Universum unter dem Titel – mal wieder – resettet wurde, habe ich eine ganze Menge der damals gestarteten Serien an- oder sogar durchgelesen. Darunter auch die diversen Superman-Reihen. Besonders interessant fand ich den Anfang von Action Comics, in dem die ersten Gehversuche des jungen Clark Kent in Metropolis beschrieben wurden.

In den letzten Monaten habe ich dann einen ganzen Schwung älterer und neuerer Supes-Stories durchgeschmökert und zwar: Superman for All Seasons beziehungsweise Superman: Ein Held fürs ganze Jahr von Jeph Loeb aus dem Jahr 1998, All-Star Superman von Grant Morrison aus den 2000er Jahren, Superman Up in the Sky beziehungsweise Superman: Jenseits der Erde von Tom King aus dem Jahr 2020, Superman: The World von 2025 mit Geschichten von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt, darunter auch unser Flix und schließlich Supergirl: Woman of Tomorrow beziehungsweise Supergirl: Die Frau von morgen von Tom King, was ja die Vorlage des gleichnamigen Films werden soll.

Haben mir allesamt viel Spaß gemacht und sind unbedingt zu empfehlen.

Weiterlesen – mit Bitte um Empfehlungen

Aber dabei will ich es nicht belassen. Ich brauche mehr. Die einschlägigen Listen der „besten Superman Comics“ führen neben den oben genannten noch folgende auf:

Superman Unchained aus der New52-Ära, Trinity mit Batsie und Wonder Woman von Matt Wagner,  Was wurde aus dem Mann von Morgen? beziehungsweise Whatever Happened to the Man of Tomorrow? und/oder For the Man Who Has Everything von Allan Moore, Superman: Erde Eins von JMS oder What’s so Funny about Truth, Justice & the American Way?

Was meint ihr? Können die was? Was fehlt noch auf der Liste? Von Allan Moore mal abgesehen, will ich eigentlich auch nicht über die 90er hinaus gehen. Und was ist mit ganz neuen Ansätzen wie Absolute Superman? Oder geht das nicht wieder in die olle Grimmig-und-Düster-Richtung?

Bin gespannt auf eure Tipps.

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  1. Basierend auf einem Videospiel wird in den begleitenden Comics die Geschichte eines Superman erzählt, der nach einem schweren Schicksalsschlag zum bösen Diktator der Erde wird.[]
  2. Immerhin habe ich auch immer problemlos mit Playmobil UND Lego gespielt.[]

„Geliebter Roboter“ von Isaac Asimov

Langsam aber stetig komme ich mit meinem Vorhaben voran, die Roboter- und Foundation-Reihe von -Großmeister Isaac Asimov durchzuarbeiten, bislang weitestgehend eine schmerzliche Lücke in meinem persönlichen Kanon. Nach I, Robot habe ich nun den zweiten Band „Geliebter Roboter“ ausgelesen.

Dieser ist erneut eine Sammlung kurzer bis mittellanger SF-Stories, die Asimov in den 50er Jahren geschrieben hat. Im Gegensatz zum ersten Band hängen diese Geschichten nicht einmal lose miteinander zusammen und nur wenige handeln von Robotern oder anderen denkenden Maschinen. Bei diesen geht die Vorstellung, dass sie Teil des Foundation-Epos‘ sind, noch einigermaßen auf. Bei anderen eher nicht.1

KI und Roboter

Die titelgebende Geschichte hätte wunderbar in den Band davor gepasst. Sie ist die einzige, in der es dezidiert um die klassischen Asimov’schen Roboter mit ihren drei Grundgesetzen geht. Hier hat sogar die Robot-Psychologin Dr. Susan Calvin einen kurzen Auftritt. Leider ist es auch die Geschichte, in der Asimovs allzu zeitgenössisches Frauenbild seinen Ausdruck findet. Die einzige Motivation der weiblichen Hauptfigur ist, ihrem Mann und der Gesellschaft zu gefallen, indem sie die perfekte Hausfrau verkörpert, was der ihr zur Seite gestellte Roboter durch wieder einmal sehr kreative Auslegung der drei Robotergesetze ermöglicht.

In den anderen KI-Geschichten spielt oft der Großrechner Multivac eine Rolle. In der aus heutiger Sicht etwas archaischen Vorstellung ist die künstliche Intelligenz hier zentral auf einen gigantischen Computer konzentriert, der nach und nach elementare Funktionen der menschlichen Gesellschaft übernimmt.

So bestimmt er in einer Geschichte fast eigenständig, wer nächster Präsident der USA werden soll. Lediglich ein einziger nach kompliziertem Verfahren ausgewählter Wähler nimmt als letztes demokratisches Element auf diese Entscheidung Einfluss. Diese Story ist aus mehreren Gründen amüsant. So spielt sie im Jahr der Obama-Wahl2 und erinnert – auch wenn kein Zusammenhang besteht – an den Film „Swing Vote“3, der zeigt, dass das amerikanische Wahlsystem rein theoretisch schon jetzt einen Einzelnen zum Bestimmer des Präsidenten machen könnte. Schließlich vermittelt Asimov nie den Eindruck, dass dieser Grad der Automatisierung zum Nachteil wäre. Ein bisschen Fortschritts-Optimismus finde ich inzwischen ganz angenehm.

Andere Science-Fiction-Tropes

In den anderen Geschichten werden in recht klassischer Form4 die anderen bekannten SF-Themen behandelt: Zeitreise, Erstkontakt mit Außerirdischen bis hin zu Gedankenübertragung mittels Traummaschinen. Allesamt sehr einfallsreich und oft auch durchaus witzig.

Ein wenig Fantasy

Ein wenig überrascht haben mich die beiden Geschichten, die am ehesten den Genres Fantasy oder Mystery zuzuordnen sind und mit biblischer Mythologie spielen. In der einen entkommt der Held dem Pakt mit einem Dämonen durch geschickte Nutzung der vierten Dimension, in der anderen schildert Asimov eine recht eindringliche biblische Weltuntergangsvision, die der zuständige Erzengel aber zum Glück dann doch noch abwenden kann. Auch sowas hatte der alte Meister also drauf.

Weiter geht’s mit Robin Williams

Als nächstes ist dann „Der 200 Jahre Mann“ an der Reihe. Die Verfilmung mit Robin Williams habe ich noch blass in Erinnerung, womöglich drehe ich mir die parallel zur Lektüre auch noch einmal rein. Ich werde berichten.

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  1. was aber kein Drama ist[]
  2. 2008[]
  3. ebenfalls 2008[]
  4. kein Wunder: Asimov ist ja auch der definierende Klassiker[]

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3356 und 3357

Liebes Lesetagebuch, über die Weihnachtstage habe ich mit einiger Begeisterung den -Doppelband 3356 und 3357 von Wim Vandemaan gelesen.

Sehr interessant, wie weit gefächert die Bewertungen drüben bei Goodreads ausgefallen sind, von vernichtendem einem bis hin zu euphorischen fünf Sternen.

Mir waren beide Hefte immerhin je vier Sterne wert. Aber ich mag seine Schreibe einfach, vor allem, wenn ihm das Exposé viel Freiheit und seine Fabulierlust von der Kette lässt.

In diesem Fall kam dabei geistreiche Social-Fiction in einem Tee-Trinker-Idyll heraus. Vor allem mit letzterem hatte er mich natürlich. Aber auch die Maschinenevolution des Technogewölks hat mich wohlig an -Großmeister Stanislaw Lem erinnert.

Als Ex-Expokrat und Gelehrter des Rhodan-Lore bettet Vandemaan auch stets alles gekonnt in die jahrtausendealte Historie dieses fiktiven Universums ein – nur an zwei Stellen schien mir dies etwas lückenhaft.

So hätte man während Reginald Bulls vermeintlicher Nahtoderfahrung gern darauf hinweisen können, dass der arme Kerl schon einmal die arkonidische Infinite Todesstrafe erdulden musste.

Und dann schien mir die Behauptung, dass man zum ersten Mal Zeuge einer Maschinenevolution geworden sei, auch etwas gewagt. Zum einen sollte das Lektorat die Formulierung „zum ersten Mal“ ohnehin pauschal streichen. Nach über 3300 Heften ist mit Sicherheit jeder SF-Trope mindestens einmal in der Serie vorgekommen.

Und ausgerechnet bei diesem bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass ihn Vandemaan höchstselbst in den End-2900er Heften schon einmal benutzt hat. Aber da mag mich meine Erinnerung auch trüben.

So oder so, der Ausflug in Vandemaans etwas bizarrere Gefilde des Perryversums hat mir wieder viel Freude bereitet.

„I Robot“ von Isaac Asimov

Für einen selbsternannten -Fan weist mein Lesekanon noch einige arge Lücken auf. So habe ich vom Großmeister Isaac Asimov bislang nur ein paar Kurzgeschichten und ein, zwei Romane gelesen. Höchste Zeit also, mir mal den kompletten Roboter- und Foundation-Epos reinzudrehen, beginnend mit der Kurzgeschichtensammlung „I Robot“ beziehungsweise „Ich der Roboter“, wie der Titel zuletzt naheliegenderweise übersetzt wurde.1

Letzter Anstoß, dieses Projekt endlich anzugehen, war natürlich die Streaming-Serie Foundation, die ich zwar nicht überragend finde, in der aber genug spannende Einfälle stecken, dass ich deren Originalversion nun unbedingt mal nachlesen möchte.

Episodenhafte Roboter-Historie

Das Buch ist im Grunde eine Anthologie mehr oder weniger kurzer Geschichten, die sich alle um den Umgang mit den berühmten drei Robotergesetzen2 drehen und welche vermeintlichen Fehlfunktionen sie bei den Maschinen hervorrufen können. Als unverrückbare Basisprogrammierung bilden sie das Handlungsgerüst, in dem sich die Roboter bewegen müssen.

Alle Fehler stellen sich im Grunde als Folge ungenauer oder unüberlegter Befehle von Menschen heraus, die die Maschinen in logische Zwickmühlen bugsieren, aus denen sie nur mit Mühe wieder herauskommen, wenn sie gleichzeitig die drei Gesetze befolgen wollen.

Im Hintergrund wird dabei grob die Entwicklung der Roboter und ihres Einflusses auf die  menschliche Gesellschaft beschrieben. Eine Rahmenhandlung hält die Episoden lose zusammen, darin interviewt ein Journalist die betagte Robotpsychologin Dr. Susan Calvin, die in den meisten der Geschichten selbst eine Rolle spielt. Sie ist dann stets die Instanz, die das jeweilige Problem auflöst und den menschengemachten Fehler benennt, der die Ursache war.

Ein, zwei Geschichten weichen ein wenig vom Schema ab, so wird in einer einem Politiker vorgeworfen, in Wahrheit ein Roboter zu sein, eine andere beschreibt den Einfluss eines Robotkindermädchens auf eine Kleinfamilie.

Furchtbares Frauenbild

Auch heute kann man die Geschichten noch sehr gut lesen – mit einer Einschränkung: das transportierte Frauenbild ist leider alles andere als zukunftsweisend und tief in den 40er Jahren verwurzelt, in denen die Stories entstanden sind. Wobei man auch in diesem Jahrzehnt durchaus etwas progressiver hätte daherkommen können, aber das war Asimov offenbar nicht allzu wichtig.

Unter den wenigen Frauen, die überhaupt auftauchen, ragt immerhin die Hauptfigur und Roboterexpertin Dr. Susan Calvin hervor, die als kompetente Wissenschaftlerin in fast jeder Geschichte den Tag rettet. Allerdings entblödet sich Asimov nicht, immer wieder betonen zu müssen, dass sie ja nicht sonderlich attraktiv sei und in ihrem tiefsten Inneren darunter leide, keine „richtige“ von Männern begehrte Frau zu sein.3

Alle anderen Anachronismen, wie die antiquierte Vorstellung von Computern, stören hingegen überhaupt nicht, da die eigentlich behandelten Themen immer noch aktuell – oder geradezu zeitlos sind.

Moral und Maschinen

Denn im Grunde geht es bei all dem um Moral und wie man künstliche Intelligenzen dazu bringen kann, „richtig“ zu handeln. Und selbstverständlich berührt das die Kernfrage, was denn überhaupt richtiges Handeln ist und welche Regeln man frei nach Immanuel Kant zur Maxime des eigenen Tuns erheben sollte.

In der Welt der Nullen und Einsen läuft die Beantwortung dieser Frage meist auf den guten alten Utilitarismus hinaus, also die Idee, eine Handlung danach moralisch zu bewerten, wieviel Schaden – beziehungsweise das Gegenteil – sie für wie viele Menschen verursacht. Daraus folgen dann wiederum so schöne Gedankenexperimente wie das Trolleyproblem und andere vergleichbare Dilemmata.

Genau das versucht man seit einigen Jahren autonom fahrenden Autos einzuprogrammieren – und Asimov hat es bereits in den 1940ern in seine drei Gesetze gegossen. In diesem Büchlein kann man all dies sehr schön nachlesen. Und es zeigt sich wieder einmal, dass die Science-Fiction meist auch ein gutes Stück in sich trägt.

Darüber hinaus finde ich die Episoden – von oben genannter Einschränkung abgesehen – allesamt sehr unterhaltsam und spannend. Ich kann die Lektüre sehr empfehlen.

Zusätzlicher Lesetipp

Mehr aus Zufall habe ich vor ein paar Monaten „Der elektrische Engel“ von Sven Haupt aus dem Jahr 2018 gelesen, was in Form und Inhalt eine bewusste und sehr gelungene Hommage des Asimov-Klassikers ist. Seine KI-Expertin heißt Bettina Calvin und sie berichtet in ihrem Interview ganz ähnliche Episoden, die jedoch im Gewand moderner Science-Fiction und der aktuellen Vorstellungen von Computern und künstlicher Intelligenz daherkommen. Auch hier kann ich den Blick ins Buch sehr anraten.

Dr. Calvin und Will Smith

Und schließlich habe ich mir direkt nach Asimovs Buch einen Rewatch der gleichnamigen Verfilmung von 2004 gegönnt – wohl wissend, dass der Streifen nur äußerst lose auf der Vorlage basiert. Naja, ehrlich gesagt fast gar nicht. Zwei, drei Namen wurden übernommen – inklusive Susan Calvin – und es geht um Roboter, die den drei Gesetzen folgen. Trotz dessen und des geradezu unverschämten Product-Placements finde ich den Film aber immer noch gar nicht mal so schlecht.

Das mit den kugelförmigen Autoreifen hätte Audi wirklich mal machen sollen.

Weiter in Richtung Foundation

Wie auch immer. Asimovs Roboter-Kosmos macht mir Spaß. Der nächste Band in der Reihe Geliebter Roboter wartet bereits auf meinem eBook-Reader auf mich.

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  1. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Band auf deutsch oft auch unter anderen Titeln erschienen.[]
  2. Ich muss sie jetzt nicht noch einmal zitieren, oder?[]
  3. zu lesen während einer Episode, als es einem fehlgeleiteten Roboter gelingt, sogar sie kurzzeitig zu manipulieren[]

Perry Rhodan Band 3349 “Kampf um Luna” von Leo Lukas

Ältere -Fans wie ich erinnern sich sicherlich noch an die TNG-Doppelfolgen, bei denen oft folgendes Phänomen auftrat: Folge eins war unglaublich spannend und baute ein schier unlösbares Problem auf – und Folge zwei lieferte eine eher enttäuschende überhastete Auflösung.

Aber was hat das jetzt mit diesem -Heft von Leo Lukas zu tun, dem zweiten eines Doppelbandes und Abschlussroman des PHOENIX-Zyklus? Ihr erfahrt es eventuell nach der

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Schnell noch NATHAN retten

Nachdem im Heft zuvor das letzte brennende Nichts auf der Erde gelöscht werden konnte, muss nun noch sein Pendant auf dem Mond entfernt werden. Aber nicht nur das, es gilt außerdem, das im Nichts gefangene Bewusstsein des legendären Großrechners NATHAN zu extrahieren.

Für beide Zwecke müssen komplizierte Vorbereitungen getroffen werden. So muss der letzte Träger einer Schattenhand mit ausreichend Vitalenergie aufgeladen werden, um das Nichts löschen zu können, ohne dabei sein Leben zu lassen. Dafür muss ein Physiotron herbeigeschafft werden. Für NATHANs Rettung muss eine – in doppelter Hinsicht – überdimensionale Leitung konstruiert werden, mit der sein Bewusstsein auf die neue Hardware übertragen werden kann.

Vor allem ersteres will ein Schurke mit einem kleinen Spezialistenteam vereiteln. Sein Ziel ist – aus Motiven, die weitestgehend im Dunkeln bleiben – das brennende Nichts zu erhalten, damit es den Mond endgültig zerstört. Im buchstäblich letzten Moment fahren ihm die Heldinnen und Helden in die Parade. Die Schurken werden gestellt, die Vorbereitungen können erfolgreich abgeschlossen werden.

Der Erfolg der eigentlichen Mission wird allerdings nur knapp in der Rückschau erzählt: das brennende Nichts ist endgültig weg und NATHAN wieder da.

Fazit: Rettung im Rückblick

Vor allem dieser Hopplahopp-Abschluss lässt mich etwas ratlos zurück. Das hat dem Roman gelinde gesagt nicht gutgetan. Einer der Hauptkonflikte dieses Zyklus, die vermeintliche Vernichtung des mehrere tausend Jahre alten Maschinengottes der Menschheit, wird lapidar im Rückblick aufgelöst.

Stattdessen liegt der Fokus dieses Hefts auf dem fast perfekten Durchmarsch eines Schurkenteams, das immerhin aus sehr einfallsreichen und unterhaltsamen Figuren besteht. Es mag an meiner Leselücke liegen, aber die Motivation des Oberschurken war mir mal wieder viel zu vage. Frage an die PHOENIX-Experten: Sind die ominösen Legaten schon genauer beleuchtet worden? Haben die etwa was mit den Cairanern zu tun? Bei denen gab’s doch auch Legaten.

Und was mich immer ärgert: Wenn Gucky im Einsatz ist, ist jeder Hans und Franz mentalstabilisiert und jede öffentliche Toilette ist mit Parafallen ausgestattet, damit unser Lieblings-Omega-Level-Mutant – ups, falsches Universum – auch ja nicht seine Fähigkeiten voll ausspielen kann. Aber wenn es dem Autor gefällt, dass irgendwelche Kleinganoven ungestört in Hochsicherheitsbereiche vordringen können, dann ist Mentalstabilisierung auf einmal wieder zu gefährlich, um sie bei allen sicherheitsrelevanten Personen durchzuführen und Parafallen sind gerade aus.

Nee, der Band hat mir nicht gefallen. Tut mir leid. Drüben bei Goodreads konnte ich ihm sogar nur zwei von fünf Sternen geben. **°°°

Zyklus-Fazit: Hat der PHOENIX gezündet?

Es steht mir nur sehr bedingt zu, am Zyklusende auch auf den gesamten Handlungsabschnitt wertend zurückzublicken. Schließlich habe ich nur 11 von den insgesamt 50 Heften gelesen.

Ausgerechnet den größten Knaller habe ich dabei fast komplett übersprungen: Gucky ist endlich wieder auf Artgenossen getroffen – und diesmal scheint es sogar von einiger Dauer zu sein. Allein dafür gebührt dem Zyklus Lob. Dass es von nun an wieder Ilts im Perryversum gibt, ist das Verdienst der PHOENIX-Hefte.

Auf meiner dünnen Datengrundlage meine ich noch ein paar weitere positive Entwicklungen feststellen zu können. So scheint mir Bullys Rückkehr in die Handlung sehr gelungen zu sein. Sein Auftritt in Band 3347 hat mir jedenfalls sehr gefallen, der Gute hat offenbar einiges an Charaktertiefe gewonnen . Ähnliches gilt für Sichu Dorksteiger, die in den 50 Heften anscheinend einen relevanten Entwicklungsbogen durchlaufen hat, beginnend mit ihrer einsetzenden Alterung und endend als Cyborg, der wenigstens teilweise aus Nanomaschinen besteht. Gibt der Figur einiges an Potential.

Einer der Gründe – wenn auch nicht der dominierende – für meine Leselücke war aber durchaus, dass mich die ersten Hefte nicht allzusehr vom Hocker gerissen haben. Das hat sich durch die Auflösungen in den letzten Heften auch nicht wesentlich gebessert. Wenn ich es richtig verstanden habe, basiert das Ausgangsszenario des Zyklus fast komplett auf dem absurden Zufall, dass die Oberschurkin Shrell bei ihrer Ankunft in der Milchstraße in die Fänge eines nicht minder schurkischen Rüstungskonzerns geraten ist, wie in Band 3345 beschrieben.

Aber wie gesagt, mit nur 11 gelesenen Heften kann ich mir kein allzu fundiertes Urteil erlauben. Ich bin gespannt auf den Jubiband 3350, der den nächsten Zyklus namens PEGASOS einläutet.

Perry Rhodan Band 3348 „Brennpunkt Neu-Atlantis“ von Leo Lukas

Finale! Der aktuelle Handlungsabschnitt der -Serie wird mit einem Doppelband abgeschlossen. Autor Leo Lukas ist Garant für schräge Figuren und Dialoge und einfallsreiche Szenen, ich mag das sehr. Mal schauen, ob das auch für den ersten seiner beiden PHOENIX-Abschlussbände zutrifft. Doch zunächst die

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: I’ll be back on earth

Perry Rhodan hat die Reise durch das brennende Nichts überstanden und erscheint wohlbehalten – wenn auch unbekleidet – auf der Kunstinsel Neu-Atlantis, Standort der letzten auf der Erde verbliebenen Nichts-Kugel. Nach einer munteren Unterhaltung mit dem örtlichen Wachpersonal, in der mit Terminator-Anspielungen nicht gegeizt wird, erscheint Icho Tolot, nimmt Perry mit und weiht ihn in die aktuelle Lage ein.

Tolot war zuvor mit Cameron Rioz und Jasper Cole auf der Erde eingetroffen. Rioz ist nach seiner „Aufladung“ in einem Physiotron nun gewappnet, auch das zweite brennende Nichts auf der Erde zu entfernen – ohne dabei zu sterben. Unglücklicherweise hat er dafür einen Deal mit der Schurkin Celina Bogarde eingehen und ihr sowohl die Freiheit als auch seine Schattenhand versprechen müssen. Sie wird auf eigenen Wunsch auf einem besiedelten Kleinstplaneten im Kuipergürtel abgesetzt.

Rhodan ist bei der Mission gern dabei – ihn plagen jedoch noch weitere Sorgen. So sind während seiner Reise mehrere Monate vergangen und er hat keine Ahnung, wie es den Freunden und Gefährten in der Agolei inzwischen ergangen ist. Außerdem ist er bei seinem Transfer im brennenden Nichts offenbar dem dort gefangenen Bewusstsein des zerstörten Großrechners der Menschheit NATHAN begegnet. Daran kann er sich nicht mehr erinnern – als Gedächtnisstütze wurde ihm jedoch etwas von NATHANs Bioplasma mitgegeben. Es sieht so aus, als müsse Rhodan eine wesentliche Rolle bei der Wiederherstellung NATHANs spielen.

Bei beiden Problemen soll ihm ein Spezialisten-Team helfen, das Tolot eigens zusammengestellt hat.

Doch zunächst gilt es, das brennende Nichts in Neu-Atlantis zu löschen, was Cameron, Perry und Jasper mit gemeinsamer Anstrengung und gegen diverse Störversuche – darunter ein durch gezielte Fakenews aufgehetzter Mob – auch gelingt. Just in diesem Moment erscheint Celina vor Ort – ihren Weg dorthin hat eine weitere Handlungsebene beschrieben – und fordert die versprochene Schattenhand ein. Da diese nun allerdings Jasper gehört und der Deal ausdrücklich von Cameron geschlossen wurde, wird sie ihr verweigert.

Damit gibt es nur noch ein brennendes Nichts auf dem Mond und es gilt, NATHAN zu retten. Mal schauen, ob das im Folgeband gelingt.

Fazit: Nichts vernichtet

Lukas liefert erwartungsgemäß ab. Die skurrilen Dialoge starten gleich zu Beginn mit dem Geplänkel zwischen Perry und dem Wachmann und ziehen sich durch das gesamte Heft. Wobei mich brennend interessieren würde, wie der Film Terminator im Perryversum aussieht. Hat James Cameron die Arkoniden und die anstehende Einigung der Menschheit 1984 einfach ignoriert – oder irgendwie in seine Geschichte eingebaut? Hat er sich gar von den Ereignissen in New York zwei Jahre zuvor inspirieren lassen?1

Die Lektüre des Bands macht jedenfalls Laune. Die Dialoge bleiben das ganze Heft über amüsant, es werden herrlich schräge und einfallsreiche neue Figuren eingeführt. Ich hoffe – und bin sicher –, dass wir das Einsatzteam noch oft erleben werden.

Die Handlung ist einigermaßen stringent und bringt die noch offenen Fäden des Zyklus ordentlich auf die Zielgrade – bleibt dabei aber recht überraschungsfrei.

Dass mir die Darstellung von Gesellschaft in der Perry-Rhodan-Serie nicht gefällt, habe ich in der Vergangenheit oft genug ausgeführt, das lasse ich hier einfach mal. Nur soviel: anstatt Parallelen zu heutigen unschönen Phänomenen herzustellen, würde ich mir von einer -Serie einen positiv-utopischen Gegenentwurf wünschen. Zeigt doch mal, wie es in einer zukünftigen Gesellschaft, die Krieg, Hunger und Armut überwunden hat, gut und richtig laufen könnte.

Aber vielleicht kommt das ja alles noch im zweiten Teil des Doppelbandes. Bis hierhin gibt’s einstweilen drei von fünf Sternen. ***°°

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  1. Perry Rhodan Band  31 „Der Kaiser von New York“[]

Perry Rhodan Band 3347 „Entscheidung am Zyklonwall“ von Michelle Stern

Wow! Das war spannend! Auch wenn ich diesen -Zyklus kaum gelesen habe, hat mich sein Finale begeistert. Wobei das nicht mal das eigentliche Finale war, zwei Hefte kommen schließlich noch, ehe der neue Handlungsabschnitt beginnt. Michelle Stern hat es auf jeden Fall ordentlich krachen lassen. Ehe ich ins Detail gehe, die obligatorische

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Der Würfel ist gefallen

Heldinnen und Helden, Schurkinnen und Schurken sind endlich allesamt im Sternwürfel versammelt, um die letzte große Konfrontation auszufechten. Allen voran steht die Chef-Antagonistin Shrell kurz vor der Vollendung ihres Plans. Sie will die negative Superintelligenz LEUN wiederbeleben, indem sie mittels ausgeklügelter Technik alle Bewusstseine in diesem Raumsektor einsaugt und verschmelzen lässt. Dabei hat sie alles so eingerichtet, dass die Guten nichts dagegen ausrichten können. Der PHOENIX selbst – das aktuelle Heldenraumschiff – hat unerkannt Schadprogramme und sonstige Apparaturen eingeschleppt. Perry, Atlan, Sichu, Bully und Companie sehen keine Chance, den Vorgang aufzuhalten.

Gleichzeitig ist Mausbiber Gucky auf geheimer Mission, um einen seiner Artgenossen aus der Gefangenschaft zu befreien, die er überraschend in dieser Region des Weltraums vorgefunden hat. Eine weitere dieser Artgenossen hat sich an seine Fersen geheftet. Allerdings nicht, um ihm zu helfen. Sie ist auf Shrells Seite und will den Gefangenen sogar töten.

Als Lösung des Haupt-Konflikts kristallisiert sich bald heraus, dass sich die kompromittierte Schiffs-KI des PHOENIX opfern muss. Wenn ihre Hardware erst einmal zerstört ist, können auch die Schadprogramme nicht mehr agieren. Perry und Co. könnten Shrells Bewusstseins-Absaugemaschinen abschalten und der Tag wäre gerettet. Nun handelt es sich aber nicht um irgendeine KI, sondern um ein vollwertiges künstliches Individuum, das als gleichberechtigtes Besatzungsmitglied Freundschaft mit allen anderen geschlossen hat.

Dennoch entscheidet sich Phoenix zum Opfergang – zumal die Chance besteht, dass ein Backup seiner selbst an anderer Stelle überdauern kann.

So scheint am Ende alles gut auszugehen. Shrells Plan scheitert endgültig, die Schurkin kommt dabei ums Leben. Gucky kann den Gefangenen retten und verhindert sogar, dass sich die Mausbiber gegenseitig an den Kragen gehen.

Doch dann geht ganz zum Schluss doch noch etwas schief. Der Sternwürfel droht trotz allem zu kollabieren und in ein schwarzes Loch zusammenzufallen. Die Heldinnen und Helden entkommen weitestgehend rechtzeitig in ihren Raumschiffen, Perry selbst kann sogar durch das brennende Nichts direkt zur Erde springen. Aber was ist mit Gucky?

Es stellt sich heraus, dass der drohende Kollaps nur die Finte eines scheinbaren Verbündeten war. Tatsächlich hat dieser den Sternwürfel mit unbekanntem Ziel versetzt.

Es ist nun an den Heldinnen und Helden – inklusive Phoenix, dessen Backup geklappt hat –, den Sternwürfel – und mit ihm Gucky – wiederzufinden. Fortsetzung folgt.

Fazit: Fulminantes Finale

Ich habe es in meiner Einleitung bereits vorweggenommen: Der Roman hat mir gut gefallen. Die Handlung ist rasant und spannend erzählt und hat mich rundum gepackt – obwohl ich viele Zusammenhänge aufgrund meiner Leselücke nur erahnen kann.

Alle Figuren sind gut getroffen und man kann trotz der vielen wechselnden Handlungsstränge mit jeder mitfühlen. Ich habe – Leselücke, ihr wisst bescheid – Phoenix kaum gekannt und trotzdem um seine Existenz gebangt. Guckys Schicksal berührt mich ohnehin – vor allem, da er jetzt endlich wieder Artgenossen gefunden hat. Wie lange war er jetzt komplett allein als einziger seiner Art? 2000 Jahre? 3000? Ich freue mich sehr für den Kleinen.

Der verschrobene knurrige Bully gefällt mir auch außerordentlich, zumindest in diesem Roman wird er sehr interessant in Szene gesetzt. Und zu meiner aller größten Freude ist Anzu Gotjian wieder da, meine Lieblingsfigur aus dem Chaotarchenzyklus. Und sie spielt sogar eine nicht unerhebliche Rolle bei der Überwindung der Schurkin Shrell.

Doch, das war alles sehr gut. Endlich kann ich wieder vier von fünf Sternen an einen Perry-Roman vergeben. Danke Michelle Stern! ****°

Perry Rhodan Band 3346: „In den Katakomben von Rugyra“ von Wim Vandemaan

Wim Vandemaan zählt zu meinen absoluten Lieblings-Autoren der -Serie. Sein Ansatz, -Themen und Rhodan-Lore anzugehen, hat mir stets besonders zugesagt. Die manchmal skurrilen jedoch immer interessanten Figuren würzen und beleben all seine Geschichten enorm. Ob ich dies auch bei seinem aktuellen Roman in der Endphase des PHOENIX-Zyklus so empfinde, erfahrt ihr nach der

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Sternen- und Nanitenschwärme

Schauplatz der Handlung ist die ferne Agolei. Diese Sternenregion ist unfassbare 240 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.1 Die Schurkin Shrell hat unsere Heldinnen und Helden um Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger und Atlan hierhergezwungen, wo sie nun den kosmischen Geheimnissen der Gegend auf die Schliche kommen.

Einige Galaktiker befinden sich auf der Welt Rugyra, die von der seit kurzem tödlichen Strahlung der Sonne Wyco heimgesucht wird. Meghan Ontares ist mit einigen Wycondern an der Oberfläche unterwegs, um nach Überlebenden zu suchen und diese zu behandeln. Sichu Dorksteiger befindet sich tief im Inneren der Welt bei den Ordensleuten der Datenkunde und forscht dort nach den historischen Ursprüngen der hiesigen Gegebenheiten.

Da die Behandlung der sterbenden Wyconder an der Oberfläche den Tod nur aufschiebt und die Medikation längst nicht für alle reicht, beschließt man, sie in die Katakomben zu bringen, die offenbar vor der Strahlung Schutz bieten. Der Orden weigert sich zunächst, seine heiligen Kavernen zu öffnen, beugt sich dem Druck der Überlebenswilligen dann aber doch.

Sichu hadert derweil mit ihrem neuen Körper. Die alternde Ator hat in einem der vergangenen Hefte den Nanitenschwarm eines Crewmitglieds übernommen, der sie nun am Leben hält und einen Großteil2 ihres Körpers ausmacht. Existenzielle Fragen nach ihrer Identität und ihrem Bewusstsein halten sie jedoch nicht davon ab, weiter an der Geschichte der Agolei zu forschen.

Nach ihren Erkenntnissen war die Agolei vor langer Zeit eine ganz normale Spiralgalaxie, in der die Kosmischen Mächte einen Sternenschwarm konstruieren ließen. Der Bau wurde sabotiert, was schließlich dazu führte, dass die Sterneninsel in das ewig lange Sternenband zerrissen wurde, das heute zu beobachten ist. Der Sternwürfel und/oder die Region 5-5-53 scheinen demnach ein Relikt des Schwarms zu sein – beziehungsweise wurden sie mit Schwarmtechnologie konstruiert.

In diese abgeriegelte Sternenregion versuchen Rhodan, Atlan und weitere Heldinnen und Helden mit dem PHOENIX vorzudringen – verfolgt von Shrell, die dabei sein möchte. Denn nach ihrem Plan soll ein manipuliertes Aggregat an Bord des PHOENIX die Wiederbelebung der Superintelligenz LEUN auslösen – indem alle Lebewesen im Umkreis vergeistigt und dem Bewusstsein von LEUN hinzugefügt werden.

Im Grunde dasselbe, was Perry einen Zyklus zuvor mit ES vorhatte.4

Fazit: Existenzielle Erkenntnisse

Alles in allem ein runder Roman, der die Meta-Handlung des Zyklus auf seiner Zielgeraden hält und ordentlich voranbringt. Das wird alles sehr solide vorgetragen und die Rettung der Wyconder verpasst dem Band zudem einen spannenden und relevanten eigenen Plot.

Mit dem Fokus auf Sichu Dorksteiger und ihrer existenziellen Krise als transhumanistisches Geschöpf blitzt Vandemaans Talent für tiefgründige SF-Themen und detaillierte Würdigung des PR-Lore kurz auf. So ganz scheint er sich selbst aber nicht von der Kette zu lassen.

Ich freue mich jedenfalls sehr, wenn Sichus Herkunft beleuchtet beziehungsweise nicht vergessen wird. Sie auf ihre Rolle als Wissenschaftlerin und Perrys Partnerin zu reduzieren, ist mir immer etwas zu wenig.5

Ihre Selbstzweifel als nunmehr künstliches Geschöpf hätten gern etwas mehr Raum einnehmen können – immerhin war das das einzige echte SF-Thema in dem Roman. Mir zumindest schien sie zu schnell ihren Frieden damit gemacht zu haben, schließlich wäre das doch ein hervorragender interner Dauerkonflikt, der Sichu ein bisschen mehr Tiefe verleiht. Aber womöglich hat sie sich nur für die aktuelle Mission zusammengerissen und da kommt noch was.

Ich habe den Roman gern gelesen, für einen Vandemaan war er mir aber einen Hauch zu routiniert. Wohlmeinende drei von fünf Sternen soll er dennoch haben: ***°°

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  1. Dermaßen weit entfernte Handlungsorte kommen in der Perry-Rhodan-Serie allerdings häufiger vor.[]
  2. Ich habe besagtes Heft aufgrund meiner Leselücke übersprungen und bin daher nicht ganz sicher, wie es sich mit Sichu nun genau verhält. Die Beschreibung in diesem Band ist nicht ganz eindeutig.[]
  3. Da bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob diese Begriffe synonym sind – oder ganz unterschiedliche Dinge beschreiben. Leselücke halt.[]
  4. naja, so ähnlich[]
  5. Wobei sich da die meisten Autorinnen und Autoren redlich Mühe geben.[]

Perry Rhodan Band 3345: „Der 50-Jahres-Plan“ von Andreas Eschbach

Ich bin mit dem PHOENIX-Zyklus der -Serie, der Ende des vergangenen Jahres gestartet ist, nicht so recht warmgeworden und habe meine Erstauflagenlektüre eine Weile pausiert. Nun, da er sich seinem Ende nähert, dachte ich, ich lese mal wieder rein – zumal der traditionelle Gastroman von Bestsellerautor Andreas Eschbach ansteht.

Was bisher geschah

Ich habe keine Ahnung. Nun, das stimmt nicht ganz. Auch wenn ich mehr als 30 Hefte übersprungen habe, ist mir zumindest der Auftakt zu diesem Handlungsabschnitt vertraut. Die drei ersten Hefte „Terra muss fallen„, „Die Krone von Terrania“ und „Das Geschenk der Leun“ haben den Ausgangspunkt der aktuellen Metahandlung wie folgt geschildert:

Ein außerirdisches Raumschiff landet auf der Erde, bittet um Asyl und bleibt dann 50 Jahre lang auf dem Raumhafen stehen, ohne dass sich die Besatzung blicken lässt. Just als Perry Rhodan sein neues intergalaktisches Raumschiff PHOENIX präsentiert, offenbart sich die Kommandantin des inzwischen „Geisterschiff“ getauften Raumfahrzeugs. Sie stellt sich als eine Leun mit Namen Shrell vor, verübt einen fürchterlichen Terroranschlag und fordert, dass Rhodan in ihre weit entfernte Heimat aufbricht, um dort seinen alten Freund Reginald Bull zu töten.

So weit, so … rätselhaft. Aber durchaus auch spannend. Nach einem kurzen Päuschen bin ich mit „Die Schattenhand“ nochmals für drei Hefte dabeigeblieben, habe mich dann aber aus unterschiedlichen Gründen vorerst verabschiedet.

Doch nun ist es Zeit, meine ewige On-off-Beziehung mit der längsten -Serie der Welt wieder auf on zu stellen. Welcher Moment wäre besser geeignet, als die Veröffentlichung des neuen Gastromans von Andreas Eschbach? An dieser Stelle erst einmal eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: War alles ganz anders

Wir befinden uns in der Agolei, jener unfassbar weit entfernten Sternenregion, aus der die Schurkin Shrell stammt und die Perry Rhodan inzwischen mit dem PHOENIX erreicht hat. Shrell und ihre Begleiterin, die mausbiberähnliche Yilad, versuchen – wie offenbar alle Protagonisten – den kaum zugänglichen Sektor 5-5-5 zu erreichen, in dem die finale Konfrontation und Auflösung aller Konflikte stattfinden soll.

Dafür müssen sich Shrell und Yilad zunächst aus der Gewalt einer feindlichen lokalen Fraktion befreien, ein Raumschiff kapern, sich durch Gravitationsstürme und eine Raumschlacht kämpfen und schließlich einen Durchlass nach 5-5-5 finden. Für Shrell ist es besonders wichtig, dass auch der PHOENIX diese Hürden unbeschadet überwindet. Warum, erklären uns die eingestreuten Rückblenden.

Darin erfahren wir, wie sie vor über 50 Jahren die Agolei verlassen hat, um in der Milchstraße nach Perry Rhodan zu suchen – und es wird offenbart, warum sie geschlagene 50 Jahre auf der Erde ausgeharrt hat, anstatt Rhodan sofort zu entführen und wieder mit ihm zu verschwinden. Die technischen Möglichkeiten dafür hätten ihr durchaus zur Verfügung gestanden.

Kurz nach ihrer Ankunft in der Milchstraße stößt sie nämlich durch einen absurden Zufall auf die geheime Forschungsstation eines schurkischen Rüstungskonzerns, der dort mit illegalen Waffensystemen experimentiert. Parallel arbeitet man an einem Langzeitplan, der nichts Geringeres als die Machtübernahme im Sternenreich der Menschen zum Ziel hat.

Die hiesigen Schurken erkennen schnell, dass die externe Schurkin Shrell mit ihrer äußerst fortschrittlichen Technik für diese Pläne von großem Nutzen sein kann. Man würde Rhodan durchaus ganz gern eine Weile vom Hof haben – nur halt noch nicht jetzt, da sich die Pläne in einem sehr frühen Stadium befinden. Vielleicht in ein paar Jahrzehnten.

Da trifft es sich gut, dass man in der Forschungsstation gerade an einer streng verbotenen Waffe zur Gedankenkontrolle forscht – der legendäre arkonidische Psychostrahler aus der Frühzeit der Serie. Damit gelingt es, Shrell unter Kontrolle zu bringen und zu dem rätselhaften Verhalten zu drängen, das wir aus Heft 3300 kennen.

Da Shrells eigene Pläne weitgehend konform gehen, lässt man sie in gewissen Grenzen auch daran arbeiten. Unter anderem installiert sie im PHOENIX ein Aggregat, das sich aktiviert, sobald das Schiff dereinst 5-5-5 erreicht, und einen Vorgang auslöst, der Shrells eigentliches Ziel darstellt.

Ach ja, der Psychostrahler bleibt die ganze Zeit ein nicht reproduzierbares Einzelstück und wird am Ende der 50 Jahre wieder zerstört – somit verschwindet dieses stets als zu übermächtig erachtete Artefakt wieder aus der Serie.

Fazit: Undankbare Aufgabe

Hm. Ja. Was soll ich sagen? Fangen wir so an: Handwerklich ist der Roman in allen Belangen einwandfrei, wie es von einem Profi wie Eschbach nicht anders zu erwarten ist. Darüber hinaus ist es schwierig, einen Fortsetzungsroman nach meiner Leselücke angemessen zu beurteilen.

Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass Shrells absurd lange Wartezeit auf der Erde in diesem Heft erstmals erklärt wird. Selbst wenn das von Anfang an so vorgesehen war, habe ich persönlich das weniger als Offenbarung eines großen Geheimnisses denn als nachgeschobene Erklärung für eine Ungereimtheit empfunden.

Und dann erinnert mich der böse verschwörerische Rüstungskonzern auch wieder zu sehr an die Lichtbringer des vorangegangenen Zyklus, mit denen ich auch schon nichts anfangen konnte. Dennoch hat der Autor seine Aufgabe wie gesagt hervorragend umgesetzt und einen spannend zu lesenden Roman abgeliefert.

Die große Begeisterung, die ich sonst bei Eschbach-Gastromanen empfinde, hat sich diesmal jedoch nicht einstellen wollen. Aber vielleicht muss ich mich auch erst einmal wieder in die Serie reinlesen. Immerhin soll es drei von fünf Sternen von mir geben. ***°°

1984: Winston und Julia

Vor einiger Zeit empfahl Florence Gaub1 in einem den Roman „Julia“ von Sandra Newman aus dem Jahr 2023. Er ist eine Neuerzählung des 55 Jahre älteren Dystopie-Klassikers „1984“ von George Orwell aus Sicht eben jener Julia, im Original die weibliche Nebenfigur und Loveinterest des Protagonisten Winston Smith.

Zu der Empfehlung gehörte der Tipp, zuvor noch einmal „1984“ zu lesen, um die Neuerzählung gebührend würdigen zu können. So habe ich es gehalten und kann nun ausführlich berichten.

Nineteen Eighty-Four: Überschätzter Klassiker?

Zunächst muss ich gestehen, Orwells Buch nie zuvor ganz gelesen zu haben. Ja, ich habe immer ungefähr gewusst, worum es geht,2 trage eine ganz blasse Erinnerung an die Verfilmung von 1984 mit mir herum – und kenne noch ein paar Passagen aus dem Englischunterricht, diversen popkulturellen Zitaten und bemühten Anspielungen in politischen Diskussionen.

Dennoch setze ich die detaillierte Handlung mal als bekannt voraus. Im Groben ist sie schnell zusammengefasst: Winston Smith lebt im stalinistisch-sozialistischen England des Jahres 1984, nunmehr Teil eines Staatengebildes namens Oceania. Aus Sicht des Autors, der das Buch 1948 geschrieben hat, ist das titelgebende Jahr eine Schreckensvision der Zukunft. Er beschreibt diesen Staat als perfektioniertes Überwachungs- und Terrorregime, in dem die alleinherrschende Partei Ingsoc bestimmt, was wahr ist. Das einfache Parteimitglied Smith verzweifelt an diesem staatliche Lügengebilde – obwohl, oder gerade weil er daran mitarbeitet – und beginnt mit seinen bescheidenen Mitteln zu rebellieren, indem er die vorgegeben Wahrheit hinterfragt und nach Gleichgesinnten Ausschau hält. Dabei gerät er zum einen an die unbekümmerte Julia, die eher nach körperlicher Freiheit strebt und mit der er eine Beziehung eingeht. Und zum andern an den Parteifunktionär O’Brien, in dem er einen Seelenverwandten vermutet.

Letztlich ist sein Streben nach Wahrheit und Rebellion aber zum Scheitern verurteilt. Die Macht der Partei ist so allumfassend, dass selbst der Widerstand gegen sie Teil ihres Lügengebäudes ist. Smith muss erkennen, dass seine bescheidene Rebellion von Anfang an überwacht und sogar orchestriert worden ist. O’Brien ist schließlich sein Folterknecht, der ihn soweit bricht, dass er die imaginierte Wahrheit der Partei aus voller Überzeugung annimmt.

Mit dieser bedrückenden und erschreckend realitätsnahen Darstellung eines schier unüberwindlichen totalitären Systems ist Orwell durchaus ein Klassiker gelungen – auch wenn ich sagen muss, dass mir Animal Farm wesentlich besser gefällt, sowohl literarisch als auch in Sachen Totalitarismuskritik.

Dennoch: Man muss sich nur ein wenig mit Stalin oder den Aktivitäten des MfS befassen, um zu sehen, dass Orwells Beschreibungen in all ihrer Absurdität nur sehr milde Übertreibungen tatsächlicher Verhältnisse sind. Sowohl Weltenbau als auch seine Kernbotschaft sind ihm bei 1984 also sehr gut gelungen.

Auch einige Handlungselemente haben zu Recht ikonischen Status errungen. Man denke nur daran, wie O’Brien beim Verhör Winston davon überzeugt, vier Finger zu sehen, obwohl er ihm nur drei zeigt – großartig zitiert in der TNG-Doppelfolge „Chain of Command“.

Schaut man sich zum Beispiel bei Goodreads die Reviews zu dem Buch an, schwanken sie zwischen euphorischer Begeisterung für den Klassiker und Ein-Sterne-Bewertungen mit dem knappen Kommentar – ich zitiere – „frauenfeindlicher Mist“. Letzteres ist ehrlich gesagt nicht ganz von der Hand zu weisen.

So ergeht sich Winston mehrfach in Gedanken in Gewaltfantasien gegen Frauen. So will er Julia zunächst den Schädel einschlagen, als er noch denkt, dass sie ihm nachspioniert. Männern gegenüber – auch gefährlichen – hat er solche Fantasien nicht. Die Figur der Julia bleibt in der ganzen Geschichte kaum mehr als ein Objekt, warum sie sich Winston hingibt wird nur wenig hinterfragt, die Beziehung der beiden bleibt körperlich, Winstons intellektuelle Bedürfnisse darf Julia nicht befriedigen. Orwell lässt sie bei Gesprächen abwinken oder sogar einschlafen.

Das gehört natürlich alles zur Kernbotschaft: In einer solchen Gesellschaft kann man keiner vermeintlichen Wahrheit trauen und ist letztlich immer mit seinen Gedanken und Zweifeln allein. Alle, die einem wohlgesonnen erscheinen, stellen sich schließlich als Agenten und Folterknechte des Systems heraus. Aber das hätte man auch weniger frauenfeindlich umsetzen können.

Und doch bleibt der Text wertvoll, wenn man ihn entsprechend einordnet. Und diesen Versuch hat Sandra Newman mit ihrer Neuerzählung unternommen.

Julia: Gelungene Neuinterpretation oder ambitionierte Fanfiction?

Natürlich macht Newman etwas mehr, als nur die bekannte Geschichte aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Selbstverständlich erhält Julia eine ausführliche Hintergrund- und Vorgeschichte sowie einen Nachnamen.3 Zudem wird ihre Geschichte zum Ende noch etwas weitererzählt – und mit ihr die Geschichte des Staates Oceania.

Daher werde ich hier etwas genauer auf den Inhalt eingehen und platziere sicherheitshalber eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Julia Worthing ist einfaches Ingsoc-Parteimitglied und arbeitet als Mechanikerin im Ministry of Truth. Auch wenn sich ihre Begeisterung für das System in Grenzen hält, hat sie sich damit arrangiert und Wege gefunden, sich kleine individuelle Freiheiten zu nehmen. Sie engagiert sich in der Partei, läuft bei Kundgebungen und Sondereinsätzen voran und gibt sich nach außen als hundertzehnprozentig Überzeugte. Daneben tummelt sie sich auf den Londoner Schwarzmärkten, verdient sich mit inoffiziellen Reparaturjobs Geld dazu, ist Drogen nicht abgeneigt und lebt ihre Sexualität entgegen der prüden Regeln des Regimes aus.

Wir erfahren, wie ihr Alltag zwischen Frauenwohnheim und Ministerium abläuft und bekommen nach und nach ihre Kindheit und Jugend erzählt. Demnach ist sie auf dem Lande aufgewachsen, in einer Region, in die in Ungnade gefallene Parteimitglieder ins Exil geschickt worden sind. Ihre Eltern gehörten dazu – und das Idyll dieser Jugend auf dem Land verliert schnell seine anfängliche Beschaulichkeit.

Sowohl die Rückblenden als auch die Alltagsbeschreibungen stellen den Schrecken des stalinistischen Ingsoc-Systems dar – mit verstärktem Fokus darauf, wie Frauen ihn erleiden. Was Winston nie richtig wahrgenommen hat, erlebt Julia am eigenen Leib. Denn natürlich wird auch dieses Regime von Männern dominiert, die sich aus ihren Machtpositionen heraus gegenüber Frauen so gut wie alles herausnehmen können. Das wird alles sehr eindringlich und leider realitätsnah geschildert.

Die Affäre mit Winston wird etwas konstruiert hergeleitet, wobei die Autorin aber kaum eine Wahl bleibt, schließlich wirkt das ganze im Originaltext reichlich mysteriös.

Ursprünglich nimmt Julia den Parteigenossen kaum wahr, hält ihn für einen verschrobenen Eigenbrötler – so, wie er sich dem Leser des Originals ja auch präsentiert. Der „Ich liebe dich“ Zettel stammt hier ursprünglich von einer jungen Mitbewohnerin des Frauenwohnheims, die für Julia schwärmt. Die Übergabe an Winston ist eine spontane ungeplante Aktion im Schmerzmittelrausch.

Der weitere Ablauf folgt dann recht genau der Vorlage, wobei die geänderte Perspektive recht erfrischend ist und die Verschrobenheiten von Winston gut einordnet. Dann wird Julias im Original undefinierte Rolle in dem Spiel um Winstons Untergang aber genauer festgelegt – auch das naheliegend, schließlich ist sie hier die Hauptfigur.

Auch sie wird von O’Brien eingespannt, allerdings nicht als vermeintliche Mitverschwörerin, sondern als Agentin der Thought Police mit dem Auftrag, nicht nur Winston, sondern auch andere Mitglieder seiner Abteilung zu ver- und der Verbrechen gegen die Partei zu überführen. Auch bei ihr verfängt O’Briens manipulativer Charme – ohnehin hat sie in diesem System keine Wahl – und sie füllt diese Rolle folgsam aus.

Nach Winstons Verhaftung ergeht es ihr jedoch kaum besser als ihm. Auch sie wird festgesetzt und nahezu derselben Tortur ausgesetzt. Am Ende bekommt sie sogar Winstons Rattenkäfig aufgesetzt, nachdem dieser in letzter Verzweiflung geschrien hat, dass man ihr all dies antun möge.

Ab da verlaufen die Dinge etwas anders, als es vor allem der Grundton der Vorlage vorgibt. Denn das ausweglos erscheinende grausame Schicksal Julias und der gesamten Gesellschaft scheint sich auf einmal in Richtung eines Happy Ends zu entwickeln. Julia wird in Raum 101 nicht vollständig gebrochen, sie hält O’Brien so lange hin, dass er sie aus Zeitgründen – der nächste Delinquent ist an der Reihe – unvollendeter Dinge ziehen lassen muss. Natürlich verlässt sie das Ministry of Love mit schweren Verletzungen und tiefen seelischen und körperlichen Narben – sowie einer noch ausstehenden Exekution. Sie behält allerdings ausreichend Kraft und Überlebenswillen, um im letzten Abschnitt des Romans die Flucht aus London zu wagen.

Denn kurz nach ihrer letzten Begegnung mit Winston, wie wir sie aus dem Original kennen, beobachtet sie, wie die Stadt zunehmend abgeriegelt wird. Gerüchte sprechen von Rebellen, die auf die Stadt zumarschieren. Durch einen Trick und reichlich Glück kann die aus der Stadt entkommen und begegnet am Ende nicht nur den Rebellen, sondern kann im bereits besetzten Kristallpalast von Big Brother sogar einen Blick auf den uralten und senilen Diktator werfen.

Ganz am Schluss kommt es noch einmal zu einem Twilight-Zone-Moment, als sie bei der Rekrutierung für die Rebellenarmee denselben verstörenden Fragebogen vorgelesen bekommt, den O’Brien zuvor Winston und ihr aufgesagt hatte.

Durch diesen letzten Teil bin ich in meinem abschließenden Urteil etwas zwiegespalten. Bis zu Julias Freilassung finde ich das Buch ganz hervorragend und halte die Ergänzungen und Erweiterungen für eine Bereicherung von Orwells Ideen. Zumal das alles sehr flüssig zu lesen ist, ich habe beide Romane verhältnismäßig schnell durchgeschmökert.

Bei dem Schlussteil mit dem vermeintlichen Happy End bin ich mir nicht ganz einig. Er ist genauso gut geschrieben, wie der gesamte Roman und die Ereignisse fügen sich durchaus schlüssig in das Gesamtbild ein. Es fühlt sich insofern auch nicht weniger „realistisch“ an, als die Vorlage, als dass es in Wahrheit das Schicksal jeder Tyrannei ist, irgendwann zu scheitern und zu fallen. Selbst die Entzauberung von Big Brother, der eine richtige Identität und sogar einen Namen erhält, fügt sich in die Reihe der historischen Vorbilder ein.

Daher kann ich die vereinzelten kritischen Äußerungen in Richtung „Fanfiction“ – sofern sie nicht eigentlich misogyn motiviert sind – durchaus verstehen. Aber ich habe so eine Ahnung, dass man Sandra Newman mit einem solchen Urteil vorschnell auf den Leim geht.

Es ist bekanntlich eine Kernbotschaft des Originalromans, dass man keiner einzigen Behauptung, die von der Partei kommt, trauen kann. Und nicht mal denen, die von ihren Gegnern kommen, da auch diese letztlich von Ingsoc stammen. Ist Oceania wirklich eine Weltmacht, die sich über die britischen Inseln, Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien erstreckt? Gibt es die anderen Weltmächte Eastasia und Eurasia überhaupt – und befindet sich Oceania wirklich mit ihnen im Krieg? Gibt es die rebellische Brotherhood und ihren Anführer Goldstein? Und ist Big Brother eine reale Person, die jemals existiert hat? All das wissen wir nicht, da Winston keine Möglichkeit hat, irgendetwas davon zu verifizieren. Er zweifelt sogar das Datum an und kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es wirklich gerade 1984 ist.

Im Roman Julia wird aus der Perspektive der Heldin ein bisschen mehr Sicherheit über den Stand der Dinge vermittelt. Im Gegensatz zu Winston kommt sie aber auch ein bisschen mehr rum, hat ihre Kindheit und Jugend außerhalb Londons verbracht, verkehrt mit Proles und hat generell mehr sozialen Kontakt als ihr Liebhaber. Und schließlich ist ihr – das wird bereits bei Orwell etabliert – relativ egal, wie vertrauenswürdig Informationen sind.

Insofern ist der Eindruck, dass die von der unbekümmerten Julia beschriebenen Ereignisse wirklich das sind, was sie scheinen, womöglich trügerisch. Wer sagt, dass der alte Mann wirklich Big Brother ist und dass die Rebellen wirklich die sind, die sie behaupten? Julia will das an diesem Punkt glauben – aber ist es wirklich so?

Mit dem Twilight-Zone-Ende will Newman solche Zweifel offensichtlich noch mal schüren. Hundertprozentig gelungen ist das selbst für einen wohlmeinenden Leser wie mich jedoch nicht. Ich mag das Buch in seiner Gänze, kann aber verstehen, wenn die eine oder der andere, das Ende schwach findet.

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  1. Lest ihr Buch „Zukunft: eine Bedienungsanleitung“![]
  2. Ich habe fast alle Literaturklassiker zu Hause am Abendbrottisch zusammengefasst bekommen – meine Eltern waren Lehrer.[]
  3. Worthing[]

Lesetagebuch: gefangen im Bobiverse

Lang ist’s her, dass es mich derart in ein literarisches -Universum hineingezogen hat, zuletzt vermutlich bei der Langen Erde. Den Bobiverse-Romanen von Dennis E. Taylor ist es jedenfalls erneut gelungen. Im Überschwang der Begeisterung habe ich allen vier auf deutsch erschienenen Romanen1 drüben bei Goodreads fünf Sterne gegeben – obwohl sie streng genommen nicht durchgehend zu 100 Prozent perfekt geraten sind.

Großartige Grundidee

Es gehört allerdings zu meinen „Unarten“, dass ich schnell zum kritiklosen Fanboy mutiere, sobald mich ein Stück Fiktion zu fesseln vermag, was hier bereits der Grundidee gelang. Held der Romane ist nämlich Bob, ein verstorbener Softwareentwickler des frühen 21. Jahrhunderts, dessen Bewusstsein 100 Jahre später aus seinem eingefrorenen Gehirn in eine KI hochgeladen wird, um Von-Neumann-Sonden zu steuern, die das Universum nach besiedelbaren Planeten durchforschen sollen. Eine Aufgabe, die er sogleich wie der Entwickler und Projektmanager, der er zu Lebzeiten war, angeht. Selbstverständlich ist er zudem ein mit allen popkulturellen Wassern gewaschener Nerd seiner Generation, der mit entsprechender Begeisterung zu Werke geht und keine Anspielung auslässt.

Aus dem einen Bob werden sehr schnell sehr viele, was den Titel des ersten Bandes2 erklärt.

Und eben jenen Ansatz, die Themen Transhumanismus, KI und Raumfahrt auf diese Weise zu vermengen, halte ich schon für ganz wunderbar – zumal er auch sehr gekonnt umgesetzt wird.

Wunderbarer Weltenbau

Das Setting kommt trotz einiger dystopischer Ansätze3 sehr rationalistisch und wissenschaftsbejaend daher. Konflikte und Probleme werden stets mittels Technik, Forschung und Fortschritt gelöst – auch wenn sie meist mit denselben Mitteln verursacht wurden. Zudem bemüht sich der Autor, wissenschaftlich so akkurat wie möglich zu bleiben, achtet zum Beispiel auf interstellare Reisezeiten und Zeitdilatation bei relativistischen Geschwindigkeiten. Auch bei SF-Technologie versucht er zumindest ein Gefühl wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit zu erzeugen.4 Hard-SF im besten Sinne also.

Das gefällt mir außerordentlich, auch wenn es zur Folge hat, dass die mitschwingenden philosophischen Fragen manchmal ein bisschen zu profan technologisch behandelt werden. Da hätte es gern eine Prise mehr Stanisław Lem sein dürfen. Aber die Fragen werden immerhin nicht ignoriert. Ob mir allerdings der Dreh im vierten Band so gefällt, die unsterbliche Seele als Quantenzustand durch die pseudowissenschaftliche Hintertür einzuführen, weiß ich auch noch nicht so recht.

Insgesamt wird aber eine sehr interessante, einfallsreiche und stimmige Welt entwickelt, die sich in den vier Bänden schließlich über etliche Jahrzehnte bis Jahrhunderte, dutzende Lichtjahre mit mindestens genauso vielen spannenden Sonnensystemen und eine unüberschaubare Vielzahl immer variantenreicherer Bob-Klone erstreckt, die sich bald in etliche Fraktionen aufspalten.

Aus der erzählerischen Not, eine körperlose KI als spannende Haupt- und Identifikationsfigur zu beschrieben, hat der Autor eine Tugend gemacht, indem er Bob kurzerhand einen virtuellen Körper nebst Umgebung programmieren lässt. Nachdem er dann noch die überlichtschnelle Kommunikation erfindet, spannt sich zudem ein virtuelles Internet über die erzählerische Welt – das titelgebende Bobiverse.

Doch damit nicht genug, die Welt entwickelt sich konsequent, stimmig und oft auch überraschend weiter. Falls noch nicht getan, lest unbedingt mal rein.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich jetzt aber noch ein paar Worte über die Dinge verlieren, die eigentlich für Punktabzug hätten sorgen müssen.

Ein paar kleine Abstriche

Allein durch die Gestaltung der Hauptfigur ist die Lesendenzielgruppe leider ziemlich eng gefasst. Bob ist der Idealtyp eines weißen männlichen Gen-X-Nerds und füllt diese Rolle mit allen Klischees und popkulturellen Anspielungen voll aus. Für mich persönlich mag das nicht so dramatisch sein, da ich zufälligerweise exakt in diese Zielgruppe passe. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Personen, die etwas aus diesem Raster fallen, schnell von Bob genervt sind.

Dass zumindest in den ersten Bänden eigenständige weibliche Protagonisten ziemlich dünn gesät sind, mag mit dem ersten Punkt zusammenhängen. Mehr als Gedankenlosigkeit will ich dem Autor hier aber nicht unterstellen. Denn ob aus eigenem Antrieb oder auf subtile Hinweise hin hat er in den späteren Bänden ein paar hinzugefügt.

So sehr mich der Weltenbau begeistert hat – für meinen Geschmack hat es sich der Autor in einigen Grundannahmen etwas zu einfach gemacht. Mir ist klar, dass das ganz bewusste Entscheidungen sind – wie zum Beispiel auch, dass er das Thema Sexualität fast komplett ausgespart hat. Dadurch dass die Entwicklung des Lebens, von Intelligenz und Kulturen als derart erdähnlich vorausgesetzt wird, beraubt er sich meiner Meinung nach aber  etlicher erzählerischer Möglichkeiten. Auch hier hätte mir ein wenig mehr Lem5 sehr gefallen. So sind die beschriebenen Aliens – außer vielleicht die „Anderen“ – letztlich alles Menschen mit leichten kulturellen Spleens und variierendem Äußeren. Wie bei – aber ich gehe stark davon aus, dass das genau so beabsichtigt ist.

In einem Punkt finde ich es aber leicht problematisch, nämlich wenn im ersten Band die steinzeitlichen Deltaner beschrieben werden. Hier wird reichlich unüberlegt ein urzeitliches Gesellschaftsbild übertragen, das aus einem Was-Ist-Was-Buch der 70er Jahre stammen könnte – und vermutlich da schon überholt war: natürlich gehen bei den Deltanern nur die Männchen auf die Jagd, der intelligente Faustkeil-Ingenieur ist selbstredend ebenfalls ein Männchen, das einzige bedeutendere Weibchen im Stamm ist die fortschrittsskeptische abergläubische Heilerin. Aber auch das hat der Autor in den späteren Bänden besser hinbekommen.

Schließlich könnte ich mir vorstellen, dass vor allem die drei ersten Bände für viele Lesende etwas zu ähnlich daherkommen. Das hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich gestört, da ich alle Bücher nahtlos in einem Stück runtergelesen habe. Zudem verweile ich in einer literarischen Welt, die mir zusagt, gern etwas länger. Dennoch war auch ich froh, als in Band vier mal ein wenig mehr Variation ins Spiel kam und das bis dato reichlich homogene Bobiverse endlich begann, sich in Fraktionen zu zerlegen.

Mehr davon!

Obwohl der englischen Sprache durchaus mächtig, harre ich mehr oder weniger geduldig der deutschen Übersetzung des aktuellen fünften Bands.6 Wie ein Vöglein mir zwitscherte, muss ich damit wohl noch bis zum nächsten Jahr warten. Aber ich freu mich drauf. Was mögen wohl die bösen Sternenflotten-Bobs im Schilde führen? Welche Weisheiten wird die Matroschka-KI verkünden, wenn sie denn fertig ist? Und bekommen wir das noch offene Trope eines Oberfiesling-Bobs präsentiert, nach Art eines Evil-Morty oder Rick Prime? Ich bin gespannt!

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  1. Band 5 gibt’s bislang nur in inglisch[]
  2. „Ich bin viele“ beziehungsweise „We are Legion“[]
  3. immerhin findet ein Atomkrieg auf der Erde statt[]
  4. erschreckenderweise betrifft seine akkurateste Vorhersage die politische Entwicklung in den USA[]
  5. ja, den mag ich[]
  6. auch wenn die Übersetzung nicht immer perfekt scheint – „Railgun“ muss jetzt nicht zwingend in „Schienenkanone“ übertragen werden, oder?[]

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