Autor: Herr Kowski

Die Woche: Kinderbuch, Fanzine und Newsletter

In dieser Woche1 kamen ein paar Dinge in Bewegung. Einige davon erwartbar, andere überraschend. Dass ich seit Jahren an der Veröffentlichung eines Kinderbuches werkele, ist kein Geheimnis. Dass ich mich künftig mehr für ein altehrwürdiges Fanzine engagiere, wusste ich bis vor Kurzem auch nicht. Aber wieso jetzt ?

Mette vom Mond

Das wichtigste zuerst. In dieser Woche wurde der nächste Meilenstein in Sachen Kinderbuch gesetzt. Die Illustrationen aus der Feder des wunderbaren Sina Loriani sind fertig. Das bedeutet, dass nun die Druckvorlage finalisiert und ein erster Probedruck angegangen werden kann. Sollte es terminlich etwa doch für das Weihnachtsgeschäft reichen? Die Spannung steigt und zerreißt mich – in Gestalt meines Autorenpseudonyms Finn Mühlenkamp – geradezu.

World of Cosmos

Mein guter alter Science-Fiction-Club aus alten Tagen existiert im eigentlichen Sinn zwar schon lange nicht mehr, das von ihm herausgegebene Fanzine World of Cosmos erscheint aber unverdrossen weiter – hin und wieder sogar mit meiner zaghaften Mitwirkung. Zumindest bin ich in der Ausgabe 113 mit einer Story vertreten.2 In klassischer Printform erscheint das WoC, wie es liebevoll abgekürzt wird, seit Ausgabe 100 nicht mehr. Man kann es sich seither als PDF herunterladen. So auch die aktuelle Ausgabe:

World of Cosmos Ausgabe 113

In der letzten Woche entwickelte sich unter den verbliebenen Schreiberlingen eine Diskussion über die Zukunft des Fanzines und die Gestaltung kommender Ausgaben. Der in Fandomkreisen durchaus noch vorhandene Ruf3 sollte sich doch erhalten oder gar auffrischen lassen. Man darf also gespannt sein, was noch kommt.

Newsletter vom Nerdlicht

In dem Zusammenhang dachte ich unter anderem an einen Newsletter. Hat man heutzutage ja wieder hier und da. Um zu testen, ob und wie dergleichen zum Beispiel für ein Fanzine geeignet sein könnte, habe ich mir ein entsprechendes WordPress-Plugin installiert. Ein wenig habe ich bereits damit herumexperimentiert, könnte aber durchaus noch ein paar Erfahrungswerte brauchen. Falls also jemand Lust hat, an dem Betatest teilzuhaben, tragt euch gerne mit eurer Mailadresse ein4 und seid auf den ein oder anderen Test-Newsletter gefasst:

Jetzt abonnieren: Der Nerdlicht Newsletter!

––––––––––––
  1. und bereits in jener davor, um der Wahrheit die Ehre zu geben[]
  2. ein gewisses Raketenmärchen[]
  3. Immerhin wird das Fanzine mit gewisser Regelmäßigkeit in der „Perry-Rhodan-Fanszene“ erwähnt.[]
  4. andere Daten frage ich nicht ab und betreibe diesen Testlauf auch sonst so datensparsam wie irgend möglich[]

Die Woche: Erste Pläne für 23

Wir tragen uns gerade mit dem Gedanken, 2023 endlich wieder Conventions, Buchmessen und ähnliche Veranstaltungen zu besuchen. Neben der bereits wieder aufgenommenen Reisetätigkeit, fehlt mir dergleichen inzwischen auch. Spätestens seit ich die Perry-Rhodan-Tage Braunschweig nur aus digitaler Ferne verfolgen konnte.

Auf nach Leipzig

Konkret in den Blick genommen haben wir zunächst die Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. April 2023, die durch die parallel stattfindende Schwesterveranstaltung Manga-Comic-Con besonderes attraktiv für uns ist.

Zudem liegt die Wahrscheinlichkeit nahezu bei eins, dass wir als Finn Mühlenkamp mit einem gewissen unter dem Arm vor Ort sein werden. Überlegungen und Planungen, dass der Literarische Lloyd komplett in voller Menschenstärke antanzt, sind bereits im Gange.

Zum Stand der Schreibdinge

Erneut erlaube ich mir, die Formulierung des hoch geschätzten Wortwerken zu verwenden.1

Neben unzähligen Konzepten, groben Ideen und Romananfängen, die jeweils um wenige Worte und Sätze angewachsen sind, ist es mir immerhin gelungen, ein weiteres Raketenmärchen fertigzustellen – was eine entsprechende Anthologie zu meinem wahrscheinlichsten Nachfolgeprojekt für macht.2

Bei aller Vorfreude auf die immer näher rückende Veröffentlichung von „Mette vom Mond“ möchte ich nicht unterschlagen, dass in diesem Jahr bereits zwei Textlein von mir auf gedrucktem Papier erschienen sind. Ich glaube, das habe ich an dieser Stelle noch gar nicht angemessen verkündet. Und zwar hat sich die PRFZ gleich in zwei ihrer Publikationen erbarmt, je eine Fanfiction von mir aufzunehmen. Zumindest eine davon kann – und sollte – käuflich erworben werden. Die andere gab’s glaube ich nur auf der dazugehörigen Veranstaltung. Verlinkt habe ich auf jeden Fall beide, ebenso meine enthaltenen Geschichten zur allgemeinen Erbauung:

Gesprochene und geplante Podcasts

Vor kurzem hatte ich die Freude und Ehre, beim Terranischen Kongress des Weltendiebs zu Gast zu sein. Unter anderem plauderte ich in diesem über -Comics und wie ich durch sie im Grundschulalter meinen Weg ins Perryversum fand. Lauschet!

Der Terranische Kongress: Memento

Nicht geringer sind Freude und Ehre, dass ich in die Planungen zur nächsten Aufnahme des Selbstgesprächlers involviert bin. Es wird um nicht weniger als die zehn besten -Filme gehen. Seine entsprechende Hörer:innen-Befragung ist zwar schon etwas länger im Netz, darf aber gern weiterhin beantwortet werden.

Perry Rhodan Lesezwischenstand

Der aktuelle Perry-Rhodan-Zyklus schwenkt nun endgültig auf die Zielgerade ein. Da ich mich zu weit im Leserückstand wähnte, musste ich erneut ein paar Heftchen überspringen. Zum Glück hatte ich bereits aufgeschnappt, dass Heft 3186 einen Höhepunkt des Zyklus darstellt – wenn nicht gar der ganzen Serie. Und wahrhaftig! Alraska aus der Feder von Marc A. Herren ist ein Knaller! Ganz großes Kino! Ich will an dieser Stelle nur wenige Worte darüber verlieren, diese allein erfordern jedoch schnell noch eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Als alter3 Freund des Spiegeluniversums eines anderen Science-Fiction-Universums war ich immer auch vom Anti-Universum der 600er Perry-Rhodan-Hefte fasziniert.4 Ich gebe zu, die Idee war nicht sonderlich einfallsreich umgesetzt, ich weiß auch, dass die Episode deshalb relativ schnell abgehakt und der Mantel des Schweigens darüber geworfen wurde. Es hieß später meist, dass es sich nur um ein Scheinuniversum von ANTI-ES gehandelt habe.

Zu unser aller Glück hat Herren das anders gesehen, das Anti-Universum mal eben aus der Versenkung geholt und in nur 60 Seiten zu komplex strahlendem Leben erweckt. Soweit ich das überblicke, ist es das erste Mal seit bald 50 Jahren, dass es in der Serie überhaupt wieder erwähnt wird, oder? Das Heft ist jedenfalls großartig und bringt kurz vor Zyklusende meine zuletzt im April aktualisierte Top-5-Liste noch einmal ordentlich durcheinander. So sieht sie jetzt aus:

  1. „Ein Kastellan für Apsuhol“ von Michelle Stern (3112)
  2. „Alraska“ von Marc A. Herren (3186)
  3. „Haus der Maghane“ von Wim Vandemaan (3168)
  4. „Lloyd und das Chaofaktum“ von Michael Marcus Thurner (3164)
  5. „Die herrlichste Stadt aller Zeiten“ / „Die Zukunft ist eine Falle“ von Kai Hirdt (3159 & 3160)

Jedem Rhodan-Kenner dürfte sofort auffallen, dass sich fast alle Platzierungen zentral um Handlungselemente aus der fernen Vergangenheit der Serie drehen. Das sei bitte nicht als dumpfe Nostalgie missverstanden. Die epische Länge, Tiefe und Breite ist für mich schon immer ein elementarer Bestandteil des Perry-Rhodan-Kosmos – und jener, der mich am meisten begeistert.

––––––––––––
  1. sein stillschweigendes Einverständnis voraussetzend[]
  2. Das wechselt aber quasi wöchentlich.[]
  3. und vermutlich einziger[]
  4. Über fünf Jahre nach der TOS-Folge „Mirror, Mirror“ – dieses Mal war Trek wirklich zuerst.[]

Bingetagebuch: Saul geht nicht mehr ran

Serien gucken sich nicht von alleine. Da muss man schon dranbleiben. Daher ein kleines Update zu meinem aktuellen Serienkonsum. Meine derweil geschauten Filme gibt’s wie immer drüben bei Letterboxd.

Da ich mindestens bei Better Call Saul und Rings of Power ein bisschen konkreter werde folgt eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Gerade fertiggeguckt

Better Call Saul – Eine Ära geht zu Ende. Nach sechs Staffeln endet nicht nur diese Serie, sondern der gesamte Breaking-Bad-Kosmos. Wir erinnern uns: Von 2008 bis 2013 wurde in fünf Staffeln die Geschichte des Chemielehrers Walter White und seines Wandels zum Drogenbaron erzählt. Zwei Jahre später startete als Spin-off die Prequelserie um den dubiosen Anwalt Saul Goodman, der Walter mehr oder weniger hilfreich zur Seite stand. Zusammen mit dem TV-Film El Camino entstand so ein veritables Serienuniversum, das über zehn Jahre Bestand hatte.

Better Call Saul hat zumindest in Sachen Staffelzahl seine Mutterserie überholt. Ob man das auch inhaltlich sagen kann, lasse ich offen. Dafür ist meine Erinnerung an Breaking Bad auch zu sehr verblasst. Gefallen hat mir die Geschichte des kleinen zwielichtigen Anwalts jedenfalls außerordentlich. Aber gilt das auch für das Ende?

Serienenden sind immer so eine Sache. Breaking Bad gehört da sicher zu den guten Beispielen.1 Und auch bei Saul bin ich ganz zufrieden. Zumal man – um endlich ein wenig in die Handlung einzusteigen – große Sorge um Kim Wexler haben musste, die in der Mutterserie mit keinem Wort erwähnt wurde.2 Zum Glück stellte sich die Sorge als unbegründet heraus. Kim – eine der interessantesten Figuren der Serie – überlebt nicht nur, sie kann sich sogar dem Sog der Intrigen und Gaunereien entziehen, an denen sie gemeinsam mit Saul so viel Freude gehabt hat. Während er sich schlussendlich ebenfalls seiner Verantwortung stellt, kann sie ihm reinen Gewissens in der letzten Szene von außerhalb des Gefängniszauns zum Abschied winken.

Ohne jetzt allzu tief in die Handlung einzutauchen, war mir aber nicht ganz klar, ob und wenn ja wie Sauls Offenbarungseid sie am Ende vor der Zivilklage bewahrt hat. Schwebt da ganz am Schluss also noch das Damoklesschwert des finanziellen Ruins über ihr oder nicht? So oder so, sehr gute Serie.

Gravity Falls – Ich dachte, ich hole endlich einmal diesen bislang versäumten Zeichentrick-Kinderserien-Klassiker nach, von dem alle immer so schwärmen. Und siehe: Sie schwärmen zu Recht! Ganz wunderbar und mit zwei Staffeln3 viel zu kurz.

I am Groot – Im August spendierte Disney uns fünf animierte Kurzfilmchen mit unser aller Lieblings-Baum. Im letzten kommt sogar Rocket vor. Süß!

Sandman – Meinen Ich-finde-Neil-Gaiman-zwar-gut-aber-nicht-so-überragend-wie-ihr-alle-Disclaimer lass ich ab jetzt einfach weg, okay? Jedenfalls habe ich die Sandman-Comic dazumal recht gern gelesen und mich durchaus auf die Serienadaption gefreut. Tatsächlich hat sie mir dann auch sehr gut gefallen. Stark zusammengefasst geht es darum, dass der Gott des Traums etwa 100 Jahre lang von einem Hobby-Zauberer und dessen Nachfahren beschworen und gebannt wird. Als er schließlich entkommen kann, muss er sein Traumreich wieder in Ordnung bringen und ein paar ausgebüxte Alpträume einfangen.

Soweit ich das noch weiß, hält sich die Adaption dabei recht eng an die Comicvorlage und wird ihr in allem sehr gerecht. Die Darstellendenriege – vor allem Dream selbst – ist durch die Bank großartig. Die Erzählweise findet einen guten Mittelweg aus Metahandlung und Einzelgeschichten. Schade nur, dass Robert Smith keinen Gastauftritt hat.

Solar Opposites – Diese Rick-and-Morty-mit-anderen-Mitteln-Serie4 hat nun auch schon ihre dritte Staffel absolviert. Nicht die schlechteste, wie ich finde.5 Mein Favorit war auch dieses Mal wieder die Nebenhandlung in der „Wand“, dem großen Terrarium im Kinderzimmer der Alien-Kinder, in dem sie die unfreiwillig geschrumpften Menschen aufbewahren. Obwohl, die finale Folge, in der die Alien-Familie ihren chaotischen Lebenswandel über Bord wirft und ein Spießerleben aufnimmt, um dem pubertierenden Pupa eine geregelte Existenz zu ermöglichen, ist überragend.

Aktuell auf dem Bildschirm

Agents of S.H.I.E.L.D. – Stimmt es eigentlich, dass der aktuelle Ghost Rider aus den Comics hier in der vierten SHIELD-Staffel seinen Ursprung hatte? Hier ist der alte Hitzkopf nämlich auch mit einem Musclecar anstelle einer Harley unterwegs. SHIELD bleibt jedenfalls die einzige Prä-MCU-Serie, der ich einigermaßen treu bleibe, auch wenn ich oft große Pausen zwischen den Folgen und Staffeln einlege.

Cobra Kai – Juhu! Endlich eine neue Staffel der Karate-Saga. Selbst in der fünften Runde ist sie noch lange nicht auserzählt, was vor allem dem großartigen Chozen zu verdanken ist – und der Tatsache, dass die 80er-Jahre-Nostalgie mit angemessener Selbstironie zelebriert wird. Macht unverändert Spaß.

Die Ringe der Macht – Die beiden ersten Folgen der Serienadaption des Zweiten Zeitalters von Mittelerde hatte ich bereits ausführlicher besprochen. Auch die dritte hat mir gut gefallen, ich meine sogar, dass die Serie von Folge zu Folge zulegt. Galadriel und der geheimnisvolle Schiffbrüchige sind erwartungsgemäß in Numenor gelandet,6 Nicht-mehr-ganz-Olorin-aber-auch-noch-nicht-ganz-Gandalf freundet sich mit den Proto-Hobbits an und unser neuer Lieblings-Elb kloppt sich mehr oder weniger erfolglos mit Orks ehe er vor niemand geringeren als Sauron geschleift wird.

An der Stelle gebe ich frei und offen zu, mich arg verspekuliert zu haben. Oben genannter Schiffbrüchiger ist natürlich nicht Sauron – auch wenn sein Interesse an Schmiedearbeiten sehr verdächtig war. Aber wie sollte er auch? Kanonisch landet der Bösewicht schließlich erst viel später auf der Insel, da er erst einmal seine Basis in Mordor aufbauen und sich bei den Elben einschleimen muss, ehe die Numenorer ihn gefangen nehmen.

Sieht man mal von Galadriels und Gandalfs Rollen ab, ist mein innerer Tolkien-Leser jetzt eigentlich ganz zufrieden. Sauron ist da, wo er sein soll, und vielleicht ist es sogar ganz sinnig, Galadriel von Mittelerde fernzuhalten, die ihn ja gleich erkennen würde. Und bis Gandalf lernt, zwei Sätze geradeaus zu sprechen, vergehen vielleicht doch noch 1.000 Jahre.

Duck Tales – Endlich! Die dritte – und leider letzte – Staffel der Entenhausen-Neuauflage ist bei DisneyPlus erhältlich. Großartig!

House of the Dragon – Eigentlich hatte ich irgendwie mit dem Game-of-Thrones-Universum abgeschlossen. Ausdrücklich nicht, weil mir die letzte Staffel nicht gefallen hätte. Das war nämlich nicht der Fall.7 Dennoch schien die Angelegenheit irgendwie durch zu sein. So verschwand sie ziemlich schnell aus dem popkulturellen Kollektivbewusstsein, das sie zuvor so lange beherrscht hatte. Und auch von den zahlreichen geplanten Spin-off-Serien war schnell keine Rede mehr.

Entsprechend überrascht war ich, dass es auf einmal doch eine neue Serie geben sollte, die etwa 200 Jahre vor GoT spielt und sich um das Schicksal der Targaryens dreht, als sie noch ein paar Drachen hatten. Fast noch größer war meine Überraschung darüber, dass ich recht flott wieder in diese Welt hineingefunden habe. Tatsächlich gefällt mir die Darstellung des heraufziehenden Erbfolgekriegs ziemlich gut. Darf weitergehen.

Lower Decks – Auch meine zweit- oder drittliebste Trek-Serie8 geht in eine neue Runde. In Staffel drei muss erst einmal der vorangegangene Cliffhanger aufgelöst werden, was natürlich in gewohnt abgedrehter Form geschieht. Bin gespannt auf mehr.

She Hulk – Das neue MCU-Serienjuwel weiß mich wie all seine Vorgänger zu begeistern. Was mich unter anderem freut: Im Gegensatz zum Beispiel zu Moon Knight – der auch großartig war – ist diese Serie wieder sehr deutlich in das „umliegende“ MCU eingebettet. Am Besten ist aber Jen Walters selbst, die hoffentlich noch eine große Rolle in künftigen Projekten spielen wird.

Westworld – Nach längerer Pause haben wir mit der vierten Staffel weitergemacht, die leider weiterhin nicht an die Qualität der zweiten herankommt. In Folge fünf heißt es nun endgültig: Der Spieß ist umgedreht, die Maschinen kontrollieren die Menschen und spielen mit ihnen. Tja. Da hatte die Serie zwei Staffeln zuvor das KI-Thema schon weiter und besser am Wickel gehabt. Naja, nun will man auch wissen, wie es ausgeht.

Was als nächstes?

See – Zugelegt habe ich mir den Apfel-Streamingdienst wegen Foundation, geblieben bin ich wegen Severance.9 Durchaus sehenswert10 ist dort jedoch auch See – Reich der Blinden. Die Endzeit-Dystopie im Fantasygewand mit Jason Momoa geht in seine dritte und finale (?) Staffel. Vermutlich werden die ersten sehenden Kinder seit Generationen die Dinge endgültig wieder zum Guten wenden können. Bin durchaus gespannt drauf.

Star Wars: Andor – Eine der großen Überraschungsperlen im Star-Wars-Universum war bekanntlich der Einzelfilm Rogue One. Eine der Hauptfiguren, der Titelgebende Andor, erhält nun seine Vorgeschichte11 in Serienform verpasst. Der Trailer ist bereits sehr vielversprechend und scheint das Erfolgsrezept von Rogue One fortzusetzen.

Abgebrochen / aussortiert

nix

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

For all Mankind | Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | Star Wars: Rebels | Star Wars: Resistance | The Expanse | Star Wars: The Bad Batch| Star Wars: Visions

––––––––––––
  1. neben Sopranos und Six Feet Under würde ich sagen[]
  2. Klar, sie war erst für Saul erfunden worden. Umso mehr galt es, ihr Verschwinden zu erklären.[]
  3. plus ein paar Kurzfilmchen[]
  4. Hey, diese Bindestrich-Wortungetüme sind voll cool![]
  5. tatsächlich sind die alle gut[]
  6. Oder sagt man „auf Numenor“? Ist schließlich eine Insel. Dasselbe Problem wie Island, will ich meinen.[]
  7. Aber das ist ein ganz anderes Thema.[]
  8. enges Rennen mit Strange New Worlds[]
  9. Wann geht das eigentlich endlich weiter?[]
  10. pun not intended[]
  11. hinterher geht ja nicht mehr[]

Bingetagebuch: Die Ringe der Macht

Spaß beiseite! Findet die Serie gut oder schlecht, lobt sie in höchsten Tönen oder verdammt sie in die tiefsten Höllen. Jede Meinung ist so legitim wie die andere,1 hier ist meine.

Gut gemacht und kurzweilig

Kurz: Mir gefällt’s bislang. Wie angesichts des hohen Budgets zu erwarten, ist die Serie aufwändig produziert, liefert beeindruckende Bilder, einen guten Cast und – zugegeben zunächst nur angedeutet – eine spannende Geschichte.

Ich teile nicht ganz die weit verbreitete Auffassung, dass zumindest in der ersten Folge nichts passieren würde. Gerade der – aus meiner Sicht allzu kurze – Rückblick ins Erste Zeitalter am Anfang und Galadriels Handlungsbogen haben mich angenehm unterhalten. Ich gebe zu, dass es mit der zweiten Folge dann deutlich flotter wird, beide in einem Rutsch zu gucken war daher sicher nicht von Nachteil. Doch zunächst unterbrechen wir besser für eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Auch wenn es Mühe kostet:2 Lässt man alles Vorwissen einstweilen beiseite, entfaltet sich vor dem Publikum schon in den beiden ersten Folgen eine epische Geschichte mit interessanten Charakteren: Die Kriegerin, die das sprichwörtliche Paradies ausschlägt, um ihre Heimat vor einer Bedrohung zu verteidigen, an die bislang nur sie selbst glaubt. Der kluge Diplomat, der die Geschicke aus dem Hintergrund zu lenken versucht – und das sogar mit guten Absichten. Das unvermeidliche tragische Liebespaar, das sich im Spannungsfeld von Pflicht und Liebe einer Bedrohung stellen muss. Und schließlich die unerschrockenen kleinen Leute, die ungewollt aber reinen Herzens in die größten und bedeutendsten Abenteuer dieser Welt stolpern.

Wie schon bei der Hobbit-Verfilmung stimmt mich eine handwerklich gut gemachte Darbietung erst einmal milde. Lange lässt sich besagtes Vorwissen aber nicht zurückhalten – und wenn etwas auf der Grundlage des Tolkien-Legendariums erscheint, muss es sich daran selbstredend auch messen lassen.

Der innere Tolkien-Leser

Eben jener hat auch mitgeschaut und einiges dazu zu sagen. Gehen wir die Folgen einfach mal durch.3

Folge eins beginnt wie gesagt mit einem Rückblick auf das Erste Zeitalter.4 Die kleine Galadriel tollt in Valinor umher, dem Reich der Götter. Und wir bekommen sogleich die beiden Bäume in ihrer vollen Pracht zu sehen. Alles Licht kommt in dieser Zeit von ihnen, Sonne und Mond existieren noch nicht. Damit hatten sie mich eigentlich schon gekriegt, denn die Darstellung des sonnenhell strahlenden Laurelin fand ich sehr gelungen.

Galadriel stellt ihren älteren Bruder Finrod als besondere Bezugsperson vor – sie erzählt die Vorgeschichte aus dem Off, wie es seit den Herr-der-Ringe-Filmen Tradition ist. An dieser Stelle werden Feanor und die Silmaril noch mit keinem Wort erwähnt. Galadriel beschränkt sich bei ihrer Zusammenfassung auf die Untat des ersten Dunklen Lords Morgoth, der die Bäume zerstört und Valinor in Richtung Mittelerde verlässt. Da die drei Steine im Zweiten Zeitalter,5 in dem die Serie angesiedelt ist, keine Rolle mehr spielen, finde ich okay, sie hier wegzulassen, auch wenn ich es mir natürlich anders gewünscht hätte – aber dazu weiter unten mehr.

Als Motivation, warum „die Elben“ – tatsächlich waren es nur die Noldor – dem Dunklen Lord gefolgt sind, gibt Galadriel lediglich an, dass sie ihn bekämpfen und für seine Untat bestrafen wollen. Dabei übergeht sie geflissentlich den Brudermord an den Teleri und Mandos‘ Fluch, was aber in Ordnung ist, da all dies eng mit den Silmaril und den Ereignissen des Ersten Zeitalters zusammenhängt, die hier wie gesagt kein Thema sind. Außerdem darf man einer Noldo ruhig zugestehen, dass sie diesen Schandfleck ihres Stammes in einer Zusammenfassung einfach mal vergisst zu erwähnen. Dergleichen ist im echten Leben schließlich auch üblich. Dabei sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass Galadriel nicht daran beteiligt war und immer in Opposition zu Feanor stand.

Die Jahrhunderte voller Kriege und Abenteuer in Mittelerde – genaugenommen im später versunkenen Land Beleriand –, die schließlich im Sieg über Morgoth enden, werden ebenfalls sehr straff zusammengefasst. Man gewinnt den Eindruck, dass es nur eine große Schlacht war,6 in der Galadriels Bruder Finrod sein Leben ließ.7 Auch hier gilt: Das geht in Ordnung. Daraus dann Galadriels Motivation zu begründen ist auch okay. Wenn das alles ist, was ich auf absehbare Zeit aus dem Ersten Zeitalter zu sehen kriegen soll, will ich es zufrieden sein.

Schließlich ist der Dunkle Lord besiegt, allerdings konnte sein wichtigster Gefolgsmann – ein gewisser Sauron – entkommen. Zumindest wurde er seither nicht mehr gesehen. Damit springen wir in die Handlungsgegenwart. Galadriel will auch Jahrhunderte nach dem Sieg nicht daran glauben, dass keine Bedrohung mehr von ihm ausgeht und durchsucht die unwirtlichsten Ecken Mittelerdes nach ihm. Bis auf ein paar vage Hinweise findet sie jedoch nichts und muss so mit leeren Händen zu ihrem König Gil-Galad und seinem Berater Elrond zurückkehren. Da sie in der nun lang andauernden Friedenszeit ein wenig anstrengend für den König wird, beschließt man, sie nach Valinor zu schicken.

Hier klicken, um den Inhalt von Reddit anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Reddit.

Spätestens hier trennt sich die Serienadaption stärker von der Vorlage. Galadriel müsste zu der Zeit längst Celeborn an ihrer Seite haben und eher als Fürstin denn als Kriegerin unterwegs sein. Sie als wehrhafte Kämpferin und einsame Mahnerin vor Sauron darzustellen ist dennoch akkurat und wird ihr gerecht. Das ist auch bei Tolkien ihre Rolle im Zweiten Zeitalter.8

Von ihrer Beinahe-Verschickung nach Valinor ist in den Originaltexten freilich keine Rede, ich kann mit diesen Ausschmückungen aber gut leben – sogar mit ihrem Ansinnen, am Ende der ersten Folge einfach durch den „Atlantik“ zurück nach Mittelerde zu schwimmen. Sie ist eine Noldo der ersten Tage, sowas können die.

Die beiden komplett hinzugedichteten Handlungsstränge mit dem Elben-Menschen-Liebespaar und den Harfüßen lasse ich an dieser Stelle absichtlich aus. Nicht weil ich sie geringschätzen würde, sondern weil sie keine Vorlage haben, mit der man sie vergleichen könnte. Das finde ich im Übrigen besonders legitim, da es geradezu der Sinn einer solchen Adaption ist, die diversen Lücken mit unerzählten Geschichten zu füllen. Da bieten sich die Ursprünge der Hobbits an. Und die Frage, ob es auch im „einfachen Volk“ zu Beziehungen zwischen Elben und Menschen kam, ist mehr als berechtigt. Zumal in einem Dialog auf die beiden kanonischen Fälle9 angespielt wird.

Lediglich der Fund, den die Harfüße am Ende der ersten Folge machen, hat das Potential, eine von Tolkiens ursprünglichen Erzählungen umzudeuten. In dem Einschlagkrater eines Meteorits finden sie nämlich einen Mann vor, dessen Identität auch in Folge zwei noch nicht offenbart wurde – aber ziemlich offensichtlich ist.

Wie vermutlich alle, dachte auch ich im ersten Moment, dass dies wohl Sauron sein soll. Warum der aber vom Himmel plumpst, wo er doch die ganze Zeit in Mittelerde umherläuft, wäre sehr erklärungsbedürftig gewesen. Im Legendarium wird zudem beschrieben, dass sich Sauron in schöner Gestalt und unter falschem Namen bei den Elben einschmeichelt. Die beiden Harfüße betonen jedoch ausdrücklich, wie hässlich der Knabe sei, den sie da gefunden haben. Dass die Proto-Hobbits sich so rührend um ihn kümmern, lässt neben ein paar anderen Schlüsselreizen10 nur einen Schluss zu. Es handelt sich um niemand geringeren als Olorin aka Mithrandir aka Gandalf aka in den Osten gehe ich nicht. Wie die anderen Istari wurde er von den Göttern zur Unterstützung der Elben und Menschen nach Mittelerde geschickt. Allerdings war bei Tolkien nie die Rede davon, dass sie dafür ein Riesenkatapult verwendet haben.

Ein offener Widerspruch zur Vorlage ist aber: Gandalf wäre damit locker 1.000 Jahre zu früh dran, denn eigentlich kommen die Istari erst im dritten Zeitalter. Tja, da müssen wir wohl durch.

Aber wenn das nicht Sauron ist, dann vielleicht der Fremde, auf den Galadriel bei ihrem Iron-Man-Training stößt. Ein zwielichtiger Mensch aus dem Norden, wo der neue Dunkle Lord zuletzt vermutet wurde. Wäre aber erstaunlich, wenn sie gerade jetzt ihr Misstrauen verlieren und ihn ihn nicht erkennen würde – wie es bei Tolkien eigentlich vorgesehen ist. Naja, am Ende der zweiten Folge wurden die beiden von ihrem Floß gerettet – offenbar von Leuten aus Numenor, was bislang noch gar nicht erwähnt worden war. Höchste Zeit, denn eigentlich stehen diese Insel und ihre Bewohner doch im Mittelpunkt der Ereignisse des Zweiten Zeitalters.

Am amüsantesten in der zweiten Folge war jedoch Elronds Besuch bei den Zwergen von Khazad-Dum. Hier wäre auch aus Legendariumssicht wohl nur wenig zu beanstanden. Die Zwergenstadt existiert im Zweiten Zeitalter und man hat gute Beziehungen zu den Elben, das kommt alles hin. Und hey! Sie hat einen Backenbart. Schaut genauer hin!

Ich hoffe bloß inständig, dass sich der geheime Schatz der Zwerge, den sie am Ende der Folge begutachten, ohne ihn dem Publikum zu zeigen, nicht als Silmaril entpuppt. Die Dinger sind in Wasser, Himmel und Erde verschollen und gut. Aber vermutlich geht’s um Mithril oder einen Palantir oder so.

Gerade an der Stelle fiel mir aber eine Kleinigkeit auf, die mich tatsächlich an der Serie stört: Es fehlen die Reisen. Ein wesentlicher Bestandteil von Tolkiens Werk ist das Reisen, was auch die Größe und den Detailreichtum seiner Welt erlebbar macht. Das umzusetzen ist Peter Jackson mit seinen Filmen stets gut gelungen – auch bei den Hobbit-Filmen. Dieser Aspekt geht der Serie bislang komplett ab. Galadriels Rückkehr aus dem höchsten Norden, ihre Verschiffung in Richtung Valinor – alles nur einen Cut entfernt, als wäre es ein James-Bond-Film. Dass Elrond und Celebrimbor anscheinend nach einem kleinen Spaziergang um den Block vor den Toren Khazad-Dums stehen, hat das Problem auf die Spitze getrieben. Zumal Elrond dann auch noch sinngemäß sagt: „Och, geh mal wieder nach Hause, ich mach das hier allein.“ Die Serie versucht das Manko mit der eingeblendeten Karte abzumildern – aber das ist nicht dasselbe.

Was zu erwarten war

Einen großen Anteil an der Bewertung hat bei mir auch immer das Erwartungsmanagement. Klar hätte ich mir etwas ganz anderes gewünscht. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das Ding Silmarillion geheißen und wir hätten die ganze Pracht und Herrlichkeit des Ersten Zeitalters zu sehen bekommen. Dass es das so nicht geben würde, war schon lange im Vorfeld klar, daher habe ich auch nichts in die Richtung zu hoffen gewagt.

Bei den bisherigen Tolkien-Verfilmungen habe ich mich immer besonders an den gelungenen adäquaten Umsetzungen vieler Buchszenen erfreut,11 habe die milden Änderungen, die oft schlicht dem Medium Film oder einer moderneren Erzählweise geschuldet sind, akzeptiert oder gar gutgeheißen12 – und habe die Kröten der in meinen Augen überflüssigen Abweichungen geschluckt.13

So werde ich es auch bei „Die Ringe der Macht“ handhaben. Wenn wir ein prächtiges Numenor gezeigt bekommen – und vielleicht sogar noch ein paar Rückblenden ins Erste Zeitalter –, will ich es zufrieden sein. Selbst wenn auch die anderen Istari viel zu früh per Götterkatapult übers Meer geschickt werden.

––––––––––––
  1. Ausgenommen natürlich rassistischer und frauenfeindlicher Bullshit, aber da sind wir uns ohnehin einig.[]
  2. und natürlich witzlos ist[]
  3. Ab jetzt wird so richtig gespoilert![]
  4. Ich hinterlege entscheidende Begriffe ab jetzt mit einem Link auf den entsprechenden Ardapedia-Artikel. Wer mit dem Legendarium nicht so vertraut ist, dem sei dieses elektronische Nachschlagewerk sehr empfohlen.[]
  5. Link weiter unten, hier passt er noch nicht.[]
  6. tatsächlich mindestens sechs[]
  7. Tatsächlich starb er an den Folgen eines Kampfes mit einem Werwolf.[]
  8. Jetzt mit Link, schaut euch den „wahren“ Ablauf des Zweiten Zeitalters an![]
  9. Beren und Luthien sowie Tuor und Idril[]
  10. Wie sich „der Fremde“ zum Beispiel mit den Glühwürmchen unterhält.[]
  11. Ich will mal nur für den umstrittenen Hobbit ein paar aufzählen: Die „Unexpected Party“ bei Bilbo, sein Rätselduell mit Gollum, der Spinnenkampf, …[]
  12. Kein Bombadil, Arwen statt Glorfindel, um das naheliegendste zu nennen[]
  13. Die verkorkste Begegnung mit Beorn und generell die unnötige Aufblähung des Hobbit in drei Filme.[]

Die Woche: Jetlag

Gibt es New York? Ja, gibt es und Miami übrigens auch. Nach gut 47 Jahren auf diesem Planeten habe ich mir endlich einmal angeschaut, was sich auf der anderen Seite des Atlantiks befindet. Auf meinen SoMe-Kanälen und drüben bei Zusammengebaut habe ich bereits ein wenig über den berichtet, eventuell plaudere ich in den nächsten Tagen auch an dieser Stelle etwas ausführlicher darüber. Es war jedenfalls sehr schön – und so ein Jetlag ist nach zwei, drei Tagen auch vorbei.1 Dennoch hat er den Auftakt dieser Woche und das Wiedereinfinden in den Alltag ein wenig beeinflusst.

Urlaubslektüre

In besagtem Urlaub habe ich meinen -Lesefluss unterbrochen, um endlich einmal „Tyll“ von Daniel Kehlmann und den – nicht mehr ganz so – neuen Roman von Sven Regener „Glitterschnitter“ zu schmökern. Es war mir erwartungsgemäß eine Freude und auch hierüber folgen eventuell ein paar Zeilen zu gegebener Zeit.

Jetzt wird es aber höchste Zeit, bei den Raketenheftchen wieder aufzuholen. Ein Stress ist das immer.2

Seriennachschub

Wie zu erwarten war, hat sich in den letzten Wochen einiges an neuen Serien (-Folgen) angesammelt. So gilt es, das Finale von Better Call Saul nachzuholen und die vierte Westworld-Staffel zu gucken. Bisher haben wir aber nur Ich bin Groot geschafft3, mit She Hulk begonnen4 und ich habe aus einer Laune heraus mit Gravity Falls angefangen5. Zu unser aller Freude steht in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten etliches weiteres neues Zeugs in den Startlöchern.

Kinderbuch

Und schließlich wurde ich in dieser Woche mit den fertigen Innenillustrationen für mein überrascht. Die tatsächliche Veröffentlichung – voraussichtlich Ende des Jahres – rückt damit immer näher. Ich bin mächtig aufgeregt – und werde selbstredend ausführlich berichten.

––––––––––––
  1. Jedenfalls der in östliche Richtung, in die westliche war’s eigentlich schon am nächsten Tag wieder gut.[]
  2. Zumal ich jetzt auch noch mit dem Space-Odyssee-Komplettband angefangen habe – und Comics gibt’s ja auch noch.[]
  3. süß[]
  4. grandios[]
  5. wird vermutlich höchste Zeit[]

Bingetagebuch: Kang versus Cthulhu

Erneut beschränke ich mich auf meinen Serienkonsum. Wer an meinen Fortschritten in Sachen Filme interessiert ist, möge einen Blick in meinen Letterboxd-Account werfen.

Gerade fertiggeguckt

Lovecraft Country – Den Rassismus des titelgebenden Neu-England-Horror-Autors selbst zum zentralen Thema zu machen ist nur einer der großartigen Aspekte dieser Serie. Das Heldinnen- und Helden-Team stürzt sich in den zehn Folgen in Abenteuer, die direkt vom Call-of-Cthulhu-Spieltisch stammen könnten, gilt es doch Kultisten das Handwerk zu legen, Dungeons zu erkunden und uralte mythische Rätsel zu lösen. Zusammen ergäbe die Handlung eine hervorragende Rollenspiel-Kampagne.1 Auch wenn die übersinnlichen Dinge für „echten“ Lovecraft’schen Horror vielleicht einen Hauch zu beherrschbar daherkommen, sprühen sie doch vor fantastischem Einfallsreichtum. Allein deswegen ist die Serie ein Fest für jeden SF- und Fantasyfan. Wie bei jeder wirklich guten Serie ist das alles aber nur Beiwerk. Denn in Wahrheit geht es um die Charaktere selbst, die sich unter den widrigsten Umständen entwickeln, zusammenraufen und eine Familie bilden. Und ich fiebere nun noch mehr den weiteren Auftritten von Jonathan Majors im MCU entgegen. Kang wird die Hütte rocken!

Ms Marvel – Die Serie lebt natürlich vor allem von ihrer wunderbaren Hauptfigur und ihrer Darstellerin: die beste Kamala Khan, die das MCU haben kann. Zuletzt kamen ihre Fähigkeiten auch wunderbar Comic-akkurat daher. Kann es kaum erwarten, sie auf der großen Leinwand zu sehen. Embiggen!

Bel Air – Bis zum Staffelfinale eine sehr gute moderne – und ernstere – Adaption des 90er-Klassikers. Carltons radikaler Wandel vom eifersüchtigen Rivalen zu Wills2 größtem Fürsprecher ist mir am Ende etwas zu hastig geraten. Und ich bin ein bisschen enttäuscht, dass der „original“ Will Smith kein Cameo hatte. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Eine zweite Staffel würde mich freuen.

The Boys – Was soll ich sagen? Ich mag die herrlich übertriebene Brutalität und den ordinären „Realismus“ dieser Superheldenparodie, bei der am Schluss alle kriegen, was sie verdienen. Allerdings ist auch nach Staffel drei noch lange nicht Schluss.

Invincible – Diese Zeichentrickserie geht dasselbe Thema einen Hauch gesitteter an, allerdings nur, was das Ordinäre angeht. In Sachen Brutalität steht sie The Boys nur wenig nach. Ich kannte die Geschichte von Invincible und seinem Superman-Dad Omni-Man schon aus der Comicvorlage. Die zwei oder drei ersten Sammelbände hatte ich glaube ich gelesen, ist aber schon über fünf Jahre her. Die Serie folgt der Originalhandlung meiner blassen Erinnerung nach recht genau, fasst aber hier und da einige Dinge zusammen. Inzwischen bin ich dank der ersten Serienstaffel aber handlungsmäßig schon weiter, weswegen ich das Schicksal dieser Erde in diesem Medium weiterverfolgen werde. Ich hoffe, es geht bald weiter.

The Umbrella Academy – Und noch eine Superhelden-Variation, Parodie trifft es hier nicht ganz, auch wenn der Humor einen hohen Stellenwert hat. Wie in jeder Staffel muss auch in dieser der unvermeidlich scheinende Weltuntergang abgewendet werden, wie immer in aller letzter Sekunde. Dass man sich als Folge der vorangegangenen Ereignisse in einer Parallelwelt befindet, macht die Dinge nicht einfacher. Und doch gelingt es natürlich – wieder mit einem durchaus überraschenden Twist, der gespannt auf die hoffentlich folgende Fortsetzung macht. Ich habe die Figuren inzwischen sehr liebgewonnen und würde es bedauern, von ihnen keine Abenteuer mehr sehen zu können.

Stranger Things – Das Finale der vierten Staffel dieses 80er-Nostalgiefests war wieder einmal der Knaller: witzig, spannend und voller ikonischer Szenen. Die diversen needle-drops dieser Staffel sind bekanntlich schon jetzt legendär.3 Allerdings ist die Darstellendenriege, was die Jugendlichen angeht, nun wirklich langsam reif für einen Zeitsprung. Wurde der nicht für die kommende Staffel versprochen? Bei aller Begeisterung ist die Aussicht, dass nach der fünften Schluss sein wird, ganz beruhigend. Totreiten sollte man dieses Pferdchen nicht.

Aktuell auf dem Bildschirm

Westworld – Puh, ich hatte gehofft, dass die lahme dritte Staffel ein Ausreißer bleibt. Wir erinnern uns: Hat das KI-Epos in den beiden ersten Staffeln noch interessant mit erkenntnistheoretischen Gedanken gespielt und die Frage nach dem Leben und dem Bewusstsein an sich gestellt, verkam die Handlung danach zu einem kulturpessimistischen Revolutionsdrama. Leider macht Staffel vier genauso schwach weiter. Zumindest die beiden ersten Folgen sind eine zähe Quälerei, die dritte, als endlich Bernard wieder auftaucht, zieht immerhin die Spannung etwas an. Dennoch scheint es auf ein plumpes Menschen gegen Maschinen hinauszulaufen. Schade.

Better Call Saul – Nachdem uns das Breaking-Bad-Prequel mitten in der sechsten Staffel mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen hat, geht’s endlich weiter. In den letzten Folgen wird nun der Anschluss zur Mutterserie hergestellt. Wenn man ignoriert, dass die Figuren inzwischen alle deutlich älter aussehen, als man sie aus Breaking Bad kennt, findet damit eine sehr gelungene Vorgeschichte ihren würdigen Abschluss. Hoffe ich.

Solar Opposites – Futurama-Clone kann ich gar nicht genug bekommen. Her mit der neuen Staffel!

Was als nächstes?

Das sehen wir dann nach dem Urlaub.

Abgebrochen / aussortiert

nix

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Agents of S.H.I.E.L.D. | For all Mankind | Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | Star Wars: Rebels | Star Wars: Resistance | The Expanse | Star Wars: The Bad Batch| Star Wars: Visions

––––––––––––
  1. Würde mich nicht wundern, wenn es sogar ein entsprechendes Buch gibt.[]
  2. Ja, die Hauptfigur heißt auch hier „Will Smith“.[]
  3. Auch wenn die Never-Ending-Story-Interpretation aus der dritten unerreicht bleibt.[]

Die Woche: Gratis Comics und geschützte Daten

Aus aktuellem Anlass beim geschätzten Kollegen Robert sah ich mich in dieser Woche genötigt, erneut die -Konformität meiner Seite zu überprüfen. Wesentlich angenehmer war da die gemeinsame -Aufnahme zum mit besagtem Kollegen.

Mal wieder der Datenschutz

Obengenannte Gründe ließen mich zunächst überprüfen, ob die Google-Fonts auf meiner Seite tatsächlich vollständig ausgesperrt sind,1 wie es mein entsprechendes Plugin Remove Google Fonts References verspricht. Das ist zum Glück unverändert der Fall. Da es bei der Nutzung anderer -Konfigurationen2 jedoch dazu kommen kann, dass im DNS-Prefetch-Teil3 trotzdem noch auf Google-Fonts zurückgegriffen wird, ist in einem solchen Fall das Plugin OMGF effektiver.

Bei der Gelegenheit ist mir eingefallen, dass ich längst nach einem Plugin gesucht haben wollte, das die Einbettung von Drittinhalten wie Videos, Tweets und so weiter etwas datenschutzkonformer gestaltet. Bisher hatte ich nur eines, das auf YouTube-Videos spezialisiert ist. Ergebnis meiner Suche ist Embed Privacy, das hier jetzt aktiv ist. Robert empfiehlt in diesem Zusammenhang Real Cookie Banner, das noch ein paar Fliegen mehr mit einer Klappe erwischt.

Meinen DSGVO-Artikel von 2018 habe ich in dem Zuge ebenfalls auf den aktuellen Stand gebracht.

Die Eskapedia ist wieder da

Wesentlich erfreulicher ist die Tatsache, dass Robert und ich uns endlich wieder vor die Mikros gesetzt haben. Nach gut einem halben Jahr Pause4 wird es in Bälde eine neue Folge der Eskapedia geben. Wir plaudern darin über unsere Favoriten vom diesjährigen Gratis Comic Tag und stellen jeder noch einen weiteren aktuellen Lieblingscomic vor. Achtet also auf eure Podcatcher und abonniert – falls noch nicht geschehen – die !

––––––––––––
  1. Wie man das überprüft, beschreibt Robert in seinem Post. Link siehe oben. Bei Chrome isses STRG+U.[]
  2. Ob das am Theme oder an anderen Rahmenbedingungen liegt, hat sich mir nicht ganz erschlossen.[]
  3. Fragt mich jetzt nicht, was das genau ist und bewirkt. Ich bin Arzt und kein Programmierer. Auch gelogen! Natürlich bin ich kein Arzt.[]
  4. Man kommt halt zu nix.[]

Die Woche: Podcasts und Roboter

Roboter haben natürlich Vorrang, zunächst also dazu.

Neue Robotermärchen

Diese Woche trudelte das brandneue Comicalbum Ein seltsamer Tag – Die transuniverselle Eisenbahn und andere Robotermärchen von Olaf Brill und Michael Vogt bei mir ein. Ich muss gestehen, dass ich das Magazin phantastisch! schon seit sehr vielen Jahren nicht mehr lese, daher kannte ich die wunderbaren gezeichneten Roboterkurzgeschichten bislang nicht. In dieser neuen Komplettausgabe sind die durchaus eine Offenbarung für mich.

Zunächst einmal sind die Zeichnungen großartig: hoch professionell, sehr einfallsreich, wunderbar detailliert. Die Geschichten selbst sind teils herrlich skurril und absurd und immer märchenhaft fantastisch mit einem ordentlichen Schuss anspruchsvoller . Die Kunst, all dies in kürzesten Episoden zu vermitteln, ist hier perfektioniert. Höchstwertung!1

Ein etwas älterer Roboterfilm

Witzigerweise hat mich die Lektüre daran erinnert, dass ich immer schon einmal den Animationsfilm „Robots“ von 2005 sehen wollte. Ist mir damals irgendwie durchgerutscht. Hiermit dank Streamingdienst endlich nachgeholt und für sehenswert befunden. Kann ich empfehlen.

500 Sternengeschichten

Ich lobhudele meinen Lieblingspodcast Sternengeschichten bekanntlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Mit einem Hauch Verspätung habe ich Anfang der Woche der 500. Jubiläumsepisode zum Thema Neue Astronomie gelauscht, wie immer ein sehr hörenswertes und unterhaltsames Stück Wissenschaftsvermittlung.

Doch nicht nur das, Florian Freistetter hat sich zur Feier des Tages in einer Sonderfolge von Holger Klein interviewen lassen und offenbart darin einige interessante Hintergründe zu seinem Wirken als führender -Podcaster. Auch hierzu eine dringende Lauschempfehlung. Am Besten abonniert ihr die Sendung und hört jeden Freitag die neue Folge.

13 Perry Rhodan Hefte

ACHTUNG: Ab hier wird’s extrem Perry-Rhodan-nerdig. Wem das zu dolle ist, der darf hier gern aussteigen, was anderes kommt danach auch nicht mehr.

Außerdem habe ich endlich einmal in eine Sendung aus der Weltendieb-Sonderreihe Stardust ruft Terra vom guten Chris reingehört. Darin bespricht er seit Anfang des Jahres pro Sendung je ein -Heft beginnend mit Band eins von 1961.

Da ich kürzlich – zufällig nahezu parallel zu ihm – das 13. Heft „Die Festung der sechs Monde“ gelesen hatte, lag es nahe, der entsprechenden Podcast-Episode zu lauschen. Chris formuliert darin ganz ähnliche Gedanken, wie ich sie nach der Lektüre hatte, was mich zum wiederholten Male dazu anregt, darüber zu sinnieren.

Den Inhalt des Hefts will ich an dieser Stelle gar nicht wiedergeben, man lausche dazu bei Interesse selbst der Sendung2 oder werfe einen Blick in die Perrypedia.

Das Problem, das sowohl Chris als auch ich mit dem Heft haben ist, dass es einerseits ein hervorragend geschriebenes und spannendes Stück Hard-SF ist – andererseits aber etliche moralisch sehr fragwürdige Handlungen mehrerer Hauptfiguren völlig unkommentiert und/oder konsequenzenlos stehen lässt.3

Da ich das Heft vor allem aus Fanfiction-Recherchegründen4 nachgelesen hatte, geht mir vor allem im Kopf herum, wie diese Probleme in universe womöglich gehandhabt wurden. In der Handlung selbst werden meiner nicht ganz inkompetenten Meinung nach jedenfalls nie mehr irgendwelche Konsequenzen geschildert.

Hier also ein kleiner Debattenbeitrag zu Chris‘ -Episode aus der Watsonian perspective.5

Wie also mag Rhodan vor allem mit Crests Kriegsverbrechen an den Topsidern umgegangen sein? Ich bin sicher,6 dass er ihn erst einmal beiseitegenommen und ihm in ruhigem aber bestimmten Ton erklärt hat, dass er ihm das genau einmal durchgehen lässt. „Das nächste Mal, ob Freund der Menschheit oder nicht, zerre ich Dich vor den Weltgerichtshof.“7

Und dann wurde die Angelegenheit – wie etliche Details dieser Mission – mit der höchsten Geheimhaltungsstufe versehen und in den tiefsten Archiven vergraben. Ohnehin war Rhodan zu diesem Zeitpunkt nur der Vertreter seiner Mikronation in der Wüste Gobi, was die ganze Sache noch heikler macht. Mit wem haben die Ferronen denn zum Beispiel ihr Handelsabkommen abgeschlossen? Aber das nur nebenbei. Vermutlich zählt es bis zur Handlungsgegenwart zu den großen Rätseln der Geschichtsschreibung, wo 1975 die topsidische Kriegsflotte abgeblieben ist.8

––––––––––––
  1. Ein bisschen nervt mich das allzu klassisch-klischeehafte Männlein-Weiblein-Verhältnis zwischen Maschinchen und Niemand. Und muss erstere wirklich derart plump sekundäre Geschlechtsmerkmale tragen? Das reicht aber nicht zum Punktabzug.[]
  2. sollte man eh tun[]
  3. Nur am Rande nennt Chris Rhodans „false-flag-operation“, mit der er nebenher die inner-ferronische Opposition diskreditiert und ans Messer liefert. Die ist mir fast am stärksten aufgestoßen.[]
  4. Ich werkel gerade an ein paar Geschichten, die etwa 50 Jahre nach besagter Hefthandlung spielen und sehr davon beeinflusst werden. Eine ist sogar schon fertig, die Form der Veröffentlichung ist aber noch offen beziehungsweise in Arbeit. Dazu ein andermal mehr.[]
  5. Gibt’s dafür eigentlich einen deutschen Begriff? „Watson’sche Perspektive“ habe ich jedenfalls noch nie irgendwo gehört.[]
  6. oder stelle es mir in meinem Kopfkanon so vor[]
  7. Den es zu dem Zeitpunkt noch nicht gab – aber Perry hatte dergleichen sicher bereits geplant.[]
  8. Zu den anderen offenen Fragen denke ich mir eventuell gerade etwas aus.[]

Lesetagebuch: Ein Sommer in Niendorf von Heinz Strunk

Wobei sich das bei mir weitestgehend auf die Werke der Herren Regener und Halfpape a. k. a. Strunk beschränkt, die es mir irgendwie angetan haben.1 Aktuell war es letzterer, der mit seinem neuen Roman meine Aufmerksamkeit geweckt und eine Zeit lang gebunden hat.

Ein Sommer in Niendorf

Das Buch ist Mitte Juni erschienen, also noch ganz frisch. Es lohnt sich daher wohl erst in einem halben Jahr nach der Verfilmung mit Charly Hübner2 Ausschau zu halten.

Ich mache es mal ganz klassisch und beginne mit einem kurzen inhaltlichen Abriss sowie einer

WARNUNG VOR DEM SPOILER.

Hauptfigur ist ein durchaus wohlhabender Anwalt „in bestem Alter“3, der vor einem neuen Job den ganzen Sommer frei hat und sich entschließt, diesen an der Ostsee zu verbringen. Etwas Abseits von Touristenzentrum Timmendorfer Strand mietet er sich im benachbarten Niendorf ein und hofft auf drei erholsame Monate zwischen Strand und FeWo-Balkon.

Der gute Dr. Roth, so sein Name, hat aber auch was vor. Im Gepäck hat er nämlich Tonbandaufnahmen seines Vaters, auf denen dieser vom  Aufstieg und Niedergang der Familie erzählt. Das hehre Ziel des Juristen ist, das Material zu sichten und daraus ein Buch zu destillieren. Natürlich kommt alles anders.

Das Unheil zeichnet sich bereits zu Beginn ab, als Roth sich auf den windigen Schwerstalkoholiker Breda einlässt, nicht nur Verwalter seiner Ferienwohnung, sondern auch Strandkorbwächter und Betreiber des örtlichen Schnapsladens. Obwohl alles andere als standesgemäß erwächst aus der Zufallsbekanntschaft eine immer engere Beziehung, die Roth zusehends in Suff und Abgrund zieht.

Selbstredend zieht es ihn nur halb, halb sinkt er durchaus willentlich hin und ergibt sich dem Verfall, der all seine Pläne zunichte macht. Es stellt sich bald heraus, dass er trotz beruflichen Erfolgs auf ein ansonsten gescheitertes Leben zurückblickt. Die Ehe ist zerbrochen, seine Exfrau dem religiösen Wahn verfallen, seine Tochter eine Versagerin. Mehr und mehr demontiert er sich selbst, verursacht sogar einen dramatischen Unfall, der jedoch auf wundersame Weise folgenlos bleibt.

Mehr noch: als er sich quasi schon vor den Trümmern seiner Existenz wähnt, nimmt alles doch noch eine Wendung zum Guten und beschert Roth ein unerwartetes Happy End.

Gespickt ist das alles mit szenischen Episoden, Beobachtungen alltäglicher Skurrilitäten, wie man sie von Strunk gewohnt ist.

Gewohnte Strunk-Qualität

Auch sonst bietet der Roman das, was man von Strunk erwartet. Soweit man das als oberflächlicher Beobachter von Leben und Werk beurteilen kann, trägt er wieder durchaus autobiografische Züge, zumindest meint man in Roth ein erneutes Alter-Ego des Meisters zu erkennen. Ein Urlaub im titelgebenden Seebad wird mit Sicherheit Ausgangspunkt des Romans gewesen sein.

Die Auseinandersetzung mit den – vor allem alkoholischen – Abgründen der Gesellschaft und der Anziehungskraft, die diese ausüben, sind ebenso wieder Thema wie das – vorsichtig ausgedrückt – komplizierte Verhältnis zum anderen Geschlecht. Und über allem schwebt das Metathema des Älterwerdens.

Darin unterscheidet sich „Ein Sommer in Niendorf“ nur wenig vom Vorgänger „Es ist immer so schön mit dir“4. Dank der wesentlich besser ausgearbeiteten Dramaturgie ist das neue Werk aber deutlich gelungener. Während der „Held“ in „Es ist immer so schön mit dir“ im Grunde keine Entwicklung durchlebt und die Handlung mehr eine Aneinanderreihung von Ereignissen ist, folgt „Ein Sommer in Niendorf“ wie es sich gehört einem narrativen Bogen, der die Hauptfigur am Ende als komplett anderen und vielleicht sogar besseren Menschen ausspuckt.

Kurz: hat mir gut gefallen.

––––––––––––
  1. also eher die Werke denn die Herren[]
  2. wahlweise Bjarne Mädel[]
  3. 51, wenn ich mich recht erinnere[]
  4. und streng genommen auch allen anderen Heinzer-Romanen[]

Bingetagebuch: von Cobra Kai bis Kenobi

Auch als Datengrundlage für die mit Sicherheit Anfang 2023 anstehende Umfrage des Selbstgesprächlers dokumentiere ich meinen Serien- und Filmkonsum in diesem Jahr etwas gewissenhafter. Bei letzterem habe ich mich sogar zur Erstellung eines Letterboxd-Accounts hinreißen lassen. Im Folgenden daher „nur“1 der Blick auf das TV-Serien-Geschehen des ersten Halbjahres.2

Gerade fertiggeguckt

Das Rad der Zeit – Die Verfilmung dieses Buchklassikers hat immerhin hübsche Bilder geliefert und war hier und da auch recht spannend. Ansonsten ist es sehr klassische Fantasykost mit den üblichen Versatzstücken aus tolkienschem Steinbruch. Ob und wie sehr die Serie damit der Vorlage gerecht wird, weiß ich nicht. Hab’s nie gelesen. So oder so, am Ende des Jahres wird es für die Top fünf nicht reichen.

Cobra Kai – Auch die vierte Staffel der Karate-Kid-Fortsetzung wusste mich zu begeistern. Die Kampfsport-Seifenoper bleibt herrlich selbstironisch und unterhaltsam. Einer der obersten Plätze im Ranking ist der Serie auch in diesem Jahr gewiss.

The Witcher – Auch wenn Henry Cavill sein Versprechen, in der zweiten Staffel weniger zu grunzen, nicht ganz eingehalten hat, gefiel mir die zweite TV-Runde des hochgeschätzten -Romanhelden deutlich besser, als ihr Vorgänger. Wie schon in der Buchvorlage hebt sich diese Fantasywelt durch etliche Märchenanspielungen ein wenig von den üblichen -Plagiaten3 ab. Allerdings ist mir diesmal der Rittersporn-Song nicht im Gedächtnis geblieben.

The Book of Boba Fett – Die allgemeine Begeisterung für diese -Serie hielt sich selbst bei eingefleischten Fans eher in Grenzen. Ich fand sie aber gar nicht so schlecht, gerade weil sie im Grunde die Mandalorian-Staffel zweieinhalb ist. Und die Musik ist ja wohl großartig.

Star Trek: Discovery – Bekanntlich ist es aktuell hierzulande nicht ganz so leicht, bei auf dem Laufenden zu bleiben.4 Immerhin gab es bei der vierten Discovery-Staffel noch legale Möglichkeiten. Ich gehöre zu den wenigen, die Disco von Anfang an mochten – bei allen Schwächen, die hier und da aufgetreten sind. Den Sprung in die ferne Zukunft des Star-Trek-Universums nach Staffel zwei fand ich eine gute Idee und bin gerne parallel zur Discoverycrew darin heimisch geworden. Mit Freude nehme ich auch zur Kenntnis, dass die Autor:innen endlich ihre Hauptfigur wieder zu fassen kriegen. Die Metahandlung mit den Aliens, die „aus versehen“ ganze Sternensysteme auslöschen war nett, vor allem ihre Fremdartigkeit und der am Ende beschriebene „echte“ First Contact fand ich gelungen.

Cowboy Bebop – Der großartigen -Serie Cowboy Bebop5 wurde bekanntlich in diesem Jahr ein Live-Action-Remake verpasst. Ich fand es überraschend gut. Es variiert die Vorlage ausreichend, um eigenständig zu sein, behält ikonische Szenen und Handlungsstränge aber bei. Keine Ahnung, ob die eine -Staffel erfolgreich genug war, um eine Fortsetzung zu erfahren, genug offene Fäden lägen dafür vor – und reinschauen würde ich auch. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es am Ende des Jahres für die Top fünf reicht.

Servant – Soweit ich weiß herrscht die Meinung vor, dass der gute M. Night Shyamalan spätestens nach The Village sein Pulver verschossen hat und seither nur noch mäßige Filme produziert. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dennoch verfolge ich sein Werk weiterhin recht kontinuierlich und fühle mich von den meisten Sachen zumindest gut unterhalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.6 Dieser kammerspielartigen Serie gelingt dies trotz – oder gar wegen – ihrer reduzierten Mittel sehr gut. Im Grunde spielt sich alles in dem repräsentativen Stadthaus einer wohlhabenden jungen Kleinfamilie ab. Ausgangssituation ist der dramatische Verlust des Neugeborenen, der aus zweifelhaften psychologischen Gründen durch eine Puppe ersetzt wurde. Die frisch eingestellte Nanny kommt mit dieser verstörenden Situation erstaunlich gut zurecht. Doch damit fangen die absurden Dinge überhaupt erst an. Die Figuren und ihre Darsteller sind fesselnd genug, um die bislang drei Staffeln bei der Stange zu bleiben – obwohl sich bislang noch nicht zweifelsfrei offenbart hat, ob es hier mit übersinnlichen Dingen zugeht. Eine kleine Perle ist die von Rupert Grint verkörperte Nebenfigur. Der Gute kann durchaus noch mehr als Ron Weasley.

Der Pass – Manchmal ist es eine Unart, wenn existierende Serien in anderen Ländern neu gedreht werden. Manchmal kommt aber auch etwas ordentliches dabei heraus. Ich habe die dänisch-schwedische Krimiserie Die Brücke damals sehr gern geschaut, die amerikanische Adaption aber bislang links liegenlassen.7 Die deutsch-österreichische Version Der Pass ist allerdings einen genaueren Blick wert, zumal sie das Grundmotiv der Vorlage stark variiert und und sehr an die regionalen Umstände angepasst hat. Eine deutsche Kommissarin und ihr österreichischer Kollege müssen gemeinsam an einem Fall arbeiten, da die Leiche exakt auf dem Grenzstein zwischen den Ländern gefunden wurde. Soweit entspricht der Ausgangspunkt der Vorlage, ab da geht die Handlung aber deutlich eigene Wege, inzwischen schon in zwei Staffeln und der Cliffhanger ganz am Ende macht große Hoffnung auf mehr.

Dexter: New Blood  – Wir erinnern uns: Unser freundlicher Serienkiller aus der Nachbarschaft musste zuletzt seine Zelte in Miami abbrechen und hatte sich in den kalten hohen Norden der USA verzogen. Nachdem er letztendlich auch vielen Freunde und Familienmitgliedern ohne allzu große Absicht Tod und Verderben gebracht hatte, war das ein durchaus abschließendes Ende seiner Saga. Nun, acht Jahre später war man aber der Meinung, der Geschichte noch ein aller, aller letztes Kapitel hinzufügen zu müssen. Das ist durchaus sehenswert und greift sogar den ein oder anderen losen Faden auf – aber ob es tatsächlich notwendig ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Rick & Morty – Jep, auch in der fünften Staffel sind die Abenteuer der beiden – nebst familiärem Anhang, Klonen und Parallelweltversionen  – übertrieben brutal und ordinär. Aber es bleibt ein hervorragendes Stück Science-Fiction – und ist einfach brüllend komisch.

Disenchantment – Etwas träger geht es bei Matt Groenings Fantasy-Futurama zu, auch wenn die Erzählgeschwindigkeit inzwischen zugelegt hat. Staffel vier hat jedenfalls wieder viel Spaß gemacht, auch weil man die Charaktere mittlerweile doch recht liebgewonnen hat.

Star Trek: Picard – Owei, owei! Nachdem ich mich mit der ersten Staffel schwer getan hatte, war ich voll der Hoffnung, dass es in der zweiten Runde besser werde. Aber ach, nach durchaus vielversprechenden Folgen ging es zusehends den Bach runter. Allein die völlige Entwertung der Borg, die einst als absolut fremdartige Naturgewalt daherkamen – und nun auf das Einsamkeitsprojekt der Königin reduziert wurden. Von dem unsäglichen Handlungsstrang um Spiners Rolle ganz zu schweigen. Oder davon, dass eine psychisch kranke Frau im 24. Jahrhundert in der Hauptstadt der Föderation in eine Kammer eingesperrt wird, anstatt ihr die notwendige medizinische Versorgung zu geben. Naja, wenigstens haben wir jetzt Gaius Baltar als Picards Dad.

Severance – Ich hatte mir das Apfelfernsehen wegen Foundation zugelegt – was mich etwas enttäuscht hat. Dabei geblieben bin ich wegen Severance. Die Hauptfiguren dieser Serie haben sich einem chirurgischen Verfahren unterzogen, das ihre Erinnerungen und somit ihr Bewusstsein in zwei Hälften aufteilt: in ein privates und ein dienstliches Ich, die nichts voneinander wissen. Besonders absurd stellt sich die Büro-Situation der Charaktere dar, da sich nicht genau erschließt, was ihre Aufgabe ist. Wie im wirklichen Leben. Mit hervorragenden Figuren wird aus dieser Grundidee eine enorm spannende Handlung gestrickt, die nach ihrer ersten Staffel auch noch mit besonders fiesen Cliffhangern endet. Definitiv in meinen Top fünf!

Halo – Als kaum bis gar nicht Videospieler kenne ich die Vorlage dieser Science-Fiction-Serie nicht und kann daher auch nicht sagen, ob und wie sehr sie ihr gerecht wird. Nun ist das Szenario nicht allzu spektakulär und innovativ, Figuren und Handlung sind aber ausreichend spannend, um sich gut unterhalten zu fühlen. Und hübsch aussehen tun die Raumschiffe, Aliens und außerirdischen Welten auch.

Moon Knight – Endlich hat auch Marvels weißgewandeter Batman seinen Weg ins MCU gefunden. Wobei sich der Gute ehrlichweise in den Comics schon lange von seiner vermeintlichen Vorlage entkoppelt hat. Entsprechend orientiert sich der MCU Moon Knight sehr an seinen modernsten Inkarnationen inklusive multipler Persönlichkeitsstörung. Selbige vermag der wunderbare Oscar Isaac sehr unterhaltsam umzusetzen und auch sonst trägt vor allem er zum Genuss der Handlung bei. Interessant finde ich, dass diese Serie komplett ohne den kleinsten Bezug zu den anderen MCU-Filmen und -Serien auskommt. Oder ist mir da was entgangen?

Final Space – Lustige SF-Serien haben aktuell Konjunktur. Ich begrüße das sehr und drehe mir in der Regel alles rein, was es diesbezüglich zu sehen gibt. Bei Final Space war ich lange gespalten, da mir das durchaus einfallsreiche SF-Szenario durch die unsympathische Hauptfigur und den damit einhergehenden Humor etwas verleidet wurde. Da viele Nebenfiguren jedoch recht interessant sind und sich ihre Interaktion untereinander immer besser entwickelt hat, bin ich bei der Stange geblieben. In der aktuellen Staffel drei sind die Minuspunkte schließlich gänzlich verschwunden. Alle Elemente, die mich bislang genervt hatten, sind nicht mehr vorhanden und selbst die Hauptfigur gefällt mir mittlerweile. Nennt man wohl Charakterentwicklung.

Das Boot – Ihr kennt den ollen Film von Anno Tobak noch? Dazu gibt es inzwischen eine TV-Serie, die gerade mit ihrer dritten Staffel am Start ist. Die Handlung setzt kurz nach dem Film ein, natürlich mit neuen Hauptfiguren und einem neuen Boot. Ihre Geschichte – wobei oft neue Boote und Figuren hinzukommen – entwickelt sich mit vielen Handlungsebenen an Land über mittlerweile drei Staffeln. Gefällt mir richtig gut!

Duck Tales – Für einen alten – nicht orthodoxen – Donaldisten wie mich ist diese -Serie ein wahrer Genuss. Ich hatte das kürzlich in meinem Artikel zu Serienremakes etwas ausführlicher dargelegt und habe dem kaum etwas hinzuzufügen. Ich hoffe inständig, bald die dritte Staffel zu sehen zu kriegen.

Love, Death and Robots – Die dritte Staffel der animierten Anthologieserie hat mir etwas weniger gefallen, als ihre beiden Vorgänger. Womöglich lag das auf dem deutlichen Horrorschwerpunkt, den die Kurzgeschichten diesmal hatten. Bei ein, zwei Geschichten hatte ich aber auch das Gefühl, dass die Pointe nicht ganz perfekt gesetzt war. Gut fand ich die Staffel aber dennoch, mein Favorit war diesmal die – natürlich – SF-Geschichte „Der Puls der Maschine“.

Hit Monkey – Marvelverfilmungen müssen nicht immer im Rahmen des MCU erfolgen und es darf gelegentlich ruhig auch etwas rauer zugehen. Ach ja, animiert darf es auch gern sein. So geschehen bei dieser kleinen Perle, deren Vorlage ich ehrlicherweise gar nicht kenne.8 So oder so: Die Saga des japanischen Schneeaffen, der unfreiwillig an den Geist eines Auftragskillers gekettet wird und sich gemeinsam mit diesem auf einem blutigen Rachefeldzug quer durch Tokio schnetzelt ist extrem kurzweilig.

Obi-Wan Kenobi – Mein Urteil über die jüngste Star-Wars-Serie ist gespalten. Vieles hat mir gefallen: der Fokus auf Leia, der Fake-Jedi und natürlich Ewan McGregors Performance selbst. Anderes fand ich nur so mittel, wie die etwas überraschungslose Handlung und – trotz Beteiligung von John Williams – die Musik. Nachdem der Mandalorianer und Boba Fett diesbezüglich stark vorgelegt hatten, war letztere doch etwas schwach. Aber alles in allem hat’s mir schon gefallen. Darf gern weitergehen.

Watchmen – Das hätte man mir aber ruhig einmal sagen können, wie gut diese Serie ist. Wobei ich bislang alle Adaptionen des Originalwerks9 sehr gelungen fand. Da kann ein gewisser alter Mann so viel in seinen zugegeben beeindruckenden Bart grummeln, wie er mag. Diese Serie setzt Jahrzehnte nach dem Originalcomic ein. Rorschachs Tagebuch hatte offenbar keinen größeren Einfluss,10 Ozymandias‘ Paradies ist nahezu verwirklicht – und doch sind wieder üble Kräfte am Werk, die es in die Schranken zu weisen gilt. Dabei wird die Handlung sehr geschickt mit dem Rassismus-Thema in den USA verknüpft, was ihr eine Relevanz gibt, die dem Originalwerk mehr als gerecht wird. Hinzu kommen tonnenweise Popkulturelle Anspielungen – allein jene zu 2001 – Odyssee im Weltraum sind herrlich. Großartige Serie!

Aktuell auf dem Bildschirm

Bel Air – Und wieder ein Serienremake. Diesmal eines, dessen Original damals an mir vorbeigegangen ist.11 Auch hier verschlägt es den jungen „Will Smith“12 aus dem einfachen und rauen West-Philadelphia zur reichen Familie seiner Tante ins titelgebende Bel Air. Die Neufassung geht das Thema „Kulturschock“ offenbar etwas ernster an, was nicht im Mindesten zu ihrem Schaden ist. Aktuell gibt es eine Staffel, die wir mit großer Begeisterung schauen. Ebenfalls ein heißer Kandidat für meine Top fünf.

Better Call Saul – Zumindest was die Staffelzahl angeht hat Better Call Saul mit der sechsten seine Mutterserie Breaking Bad endgültig überholt. Zu einem Urteil über ein Qualitätsranking will ich mich gar nicht hinreißen lassen, ich bin bereit, die beiden Serien und den Film als eine zusammenhängende Erzählung zu sehen. In der aktuellen Staffel wird es jedenfalls wieder sauspannend. Je näher die Ereignisse an den Anschlusspunkt zur Mutterserie rücken, desto besorgter fiebert man um die Figuren, die dort nicht mehr auftauchen. Inzwischen sind schon einige davon radikal „entsorgt“ worden, man fürchtet in den letzten anstehenden Folgen das schlimmste.

Star Wars: Visions – Sehr coole Anime-Anthologie, die völlig losgelöst von irgendwelchen Kanon-Zwängen mit den Grundmotiven des Star-Wars-Universums spielt. Ein paar Folgen davon haben wir noch offen. Freu ich mich drauf.

The Boys – Heidewitzka! Diese herrlich konsequent-brutale Superheldenparodie legt in ihrer dritten Staffel noch einmal ordentlich eine Schippe drauf. Dominiert wird die Handlung von einer Winter-Soldier-Variation. Unverhofft taucht der totgeglaubte Soldier Boy wieder auf, der es eventuell mit dem wunderbar widerlichen Homelander aufnehmen könnte. Und dann fangen die titelgebenden Boys auch noch damit an … aber ich will nicht spoilern.

Stranger Things – Auch wenn mir die 80er-Jahre-Nostalgiewelle sonst ein wenig auf den Senkel geht, die Serie ist klasse. Ja, die Darsteller der Jungs und Mädels wirken inzwischen ein bisschen zu erwachsen für ihre Rollen, dennoch gefällt mir auch die vierte Staffel. Bin gespannt auf das Finale.

Ms Marvel – Ich will nicht ausschließen, dass ich das bei jeder aktuell laufenden Marvel-Serie sage, aber das ist ja wohl das beste Stück MCU seit Endgame, oder? Wobei ich es auch hier einmal fürs Protokoll gesagt haben will, dass ich mir eine Comic-akkuratere Umsetzung ihrer Kräfte gewünscht hätte. Tatsächlich spielt dieser Aspekt jedoch eine enorm untergeordnete Rolle. Wie großartig sind bitte Kamala und ihre Familie? Die Serie wäre auch komplett ohne Superkräfte fantastisch. Definitiv in meinen Top fünf!

Westworld – Mehr aus Zufall haben wir Anfang des Jahres die Staffeln zwei und drei des KI-Dramas nachgeholt. Dabei fand ich die zwo überraschend gut und die drei wieder etwas schwächer. Nun sind wir aber pünktlich bereit uns die ganz frische vierte Staffel reinzudrehen. Bin gespannt, ob die KIs nun endlich den Laden übernehmen.

The Umbrella Academy – Wenn es um hirnverknotende Zeitreiseschleifen und Parallelweltverquickungen geht, ist diese Variante des Superheldenthemas ganz vorne mit dabei. In der dritten Staffel ist die Heldentruppe in einer Zeitlinie gelandet, in der all ihre Mitglieder nie geboren wurden – tatsächlich eine Folge ihres vorherigen Wirkens, als es sie in Staffel zwo in die Vergangenheit verschlagen hat. Ich liebe sowas!

Invincible – Und schließlich hab ich endlich mit dieser weiteren Superheldenvariation angefangen. Auch wenn ich die Comicvorlage damals recht weit gelesen habe, macht die animierte Adaption viel Laune. Nicht ganz so ordinär wie The Boys, aber fast genauso blutig.

Was als nächstes?

Star Wars: The Bad Batch – Ich hänge generell bei den animierten Star-Wars-Serien ganz schön hinterher.13 Diese Clone-Wars-Fortsetzung schiebe ich ebenfalls schon einige Zeit vor mir her. Da hier wohl bald eine zweite Staffel naht, wird es höchste Zeit.

Lovecraft Country – Kann das was? Die Mythos-Sachen des ollen H. P. mag ich durchaus gern und diese Umsetzung scheint durchaus interessant zu sein.

Abgebrochen / aussortiert

The Punisher – Nachdem mir die erste Staffel des Selbstjustizdramas ziemlich gut gefallen hat – tatsächlich war es die erste der Marvel-Netflix-Serien, bei der das überhaupt der Fall war -, konnte mich die zweite Staffel schon nach ihrer ersten Folge nicht bei der Stange halten. Die Einsamer-Wolf-Nummer, der von Motel zu Motel zieht, um die örtliche damsel in distress zu erretten, war mir dann doch zu generisch. Unabhängig davon gibt Jon Bernthal einen klasse Frank Castle ab und sollte unbedingt seinen Platz im MCU kriegen.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Agents of S.H.I.E.L.D. | For all Mankind | Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | Star Wars: Rebels | Star Wars: Resistance | The Expanse

––––––––––––
  1. Seid gewarnt! Das wird ein langer Post.[]
  2. Macht fast den Eindruck, als hätte ich sechs Monate lang nur auf der Couch gelegen – aber ich habe auch viel in der U-Bahn beim Pendeln zur Arbeit verkonsumiert.[]
  3. siehe oben[]
  4. Paramount+ et cetera – muss ja jeder jetzt seinen eigenen Streamingdienst haben.[]
  5. Ich habe ausführlich berichtet und gelobhudelt.[]
  6. There is no live-action-Avatar-movie in Ba Sing Se![]
  7. möglicherweise zu Unrecht[]
  8. Hitman kannte ich immer als DC-Figur – aber von denen haben ja einige ihre Marvelentsprechung[]
  9. die „Before Watchmen“ Comics, die Kinoverfilmung  von 2009 und die „Doomsday Clock“ Comics, in denen das Watchmen-Universum geschickt in die DC-Comic-Welt eingebettet wird[]
  10. Wobei ich das nicht ganz geschnallt habe. Die „Kavallerie“ bezieht sich ja offenbar auf ihn, dennoch ist Ozymandias‘ Plan der Öffentlichkeit unbekannt.[]
  11. Ja, ich habe Will Smiths Karrieresprungbrett verpasst.[]
  12. Die Figur hieß damals aus Gründen genauso wie ihr Darsteller, der Name wurde beibehalten.[]
  13. siehe unten[]

Die Woche: Neu bei Twitter

Finn Mühlenkamp hat den Goetheblick

Mein „experimenteller Zweitaccount“ goetheblick liegt schon seit einigen Jahren in der -Brache herum, ohne dass ich ernsthaft etwas damit anzufangen wüsste. Dennoch war mir das Handle immer zu schade, um es aufzugeben. Bezieht es sich doch auf meine Sehschwäche, die im Volksmund diesen Namen trägt.

Seit dem Versuch, unter diesem Begriff ein Solo-Podcast-Projekt zu etablieren, sind auch schon wieder etliche Jahre ins Land gegangen. Nach intensiver Beratung mit dem Multi-Twitter-Account-Experten Robert kam mir nun jedoch eine Idee, wie dem Account wieder Leben einzuhauchen wäre.

Er möge fürderhin der Archivierung und Verbreitung alter und neuer eskapistischer Webfundstücke dienen. Folgt bei Interesse also gern dem Goetheblick.

Gleiches gilt für meinen frisch ins Leben gerufenen Fünftaccount1 finnmühlenkamp, der just in dieser Woche das Licht der Welt erblickt hat. An anderer Stelle hatte ich bereits erläutert, wer sich hinter dem Pseudonym Finn Mühlenkamp verbirgt – nämlich ich – und wie es zustande gekommen ist.

Thema des Accounts ist natürlich mein unter diesem Namen erscheinendes „Mette vom Mond“ – und mal schauen, ob und was der gute Finn in Zukunft noch so im literarischen Köcher hat.

Wer also beim Entstehungsprozess des -Buchs auf dem Laufenden bleiben und sofort informiert werden möchte, wenn der Erscheinungstermin feststeht – wir hoffen doch alle, noch in diesem Jahr –, möge Finn Mühlenkamp bei Twitter folgen.

Perry – unser Mann im All

Mehr aus Zufall bin ich kürzlich wieder in Kontakt zu den Comics der Alligator Farm geraten. Sie setzten bekanntlich zwischen 2006 und 2013 die Tradition der Studio-Giolitti aus den 60er und 70er Jahren fort.2 Danach verschwand das Projekt etwas aus meinem Fokus und ich wähnte es beendet. Weit gefehlt.

Meine Frau und meine Tochter sind auf einer Comicveranstaltung in Hamburg über einen Alligator-Farm-Stand gestolpert, der das jüngste Perry-Hardcover-Album feilbot. Eben jenes haben sie nicht nur sofort für mich erworben, sondern auch noch eine von den anwesenden Künstlern Till Felix und Maikel Das handgezeichnete Widmung hinzufügen lassen.

Seitdem weiß ich, dass die Perry-Comics seit 2016 in großen Abständen – der aktuelle ist erst Band zwo – in diesem Hardcover-Format fortgesetzt werden. Wer weiß, womöglich plaudere ich demnächst einmal in irgendeinem darüber.

Go West!

Und schließlich verfestigt sich dieser Tage in mir langsam die Hoffnung und Überzeugung, dass es im dritten Anlauf nach zwei Jahren Aufschub nun doch endlich mit dem Sprung über den großen Teich und somit einem in den US of A klappen wird. Nur noch wenige Wochen und ich werde die ehedem formulierte Frage Gibt es New York? schlussendlich beantworten können.

Alles ist gebucht, ESTA erfolgreich beantragt, Unterlagen liegen alle vor. Drücken wir die Daumen – and cross the fingers!

––––––––––––
  1. Wer alle zusammenbekommt bitte einmal ganz laut BINGO! rufen.[]
  2. und wie ich eigentlich lieber verschweigen will, hatte ich daran einmal sogar eher unrühmlichen Anteil[]

TopVier Serienremakes, die besser sind als ihre Vorbilder

Gerade schaue ich die Neuauflage einer liebgewonnenen Serie aus meiner Jugend und stelle fest, dass sie mir noch besser gefällt, als die alte Version von damals. Gleichzeitig wird mir bewusst, dass es mir schon öfter so ging. Viermal mindestens.

Hier also meine Serienremakes,1 die besser sind als ihre Vorbilder, in willkürlicher Reihenfolge, beginnend mit jener, die ich gerade am Wickel habe.2

1. Ducktales

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Hier sei gleich vorangestellt: Wenn man etwas besser findet, als etwas anderes, heißt das noch lange nicht, dass man das andere schlecht findet. Die alte Ducktales-Serie aus den 80er/90ern habe ich nämlich in sehr positiver Erinnerung.

Trotzdem ist das 2017 gestartete Remake3 noch mal einen ganzen Zacken besser. Ich binge die beiden auf Disney+ verfügbaren Staffeln jedenfalls gerade mit großer Begeisterung durch.

Wie schon in der Originalserie werden Ideen der Comiclegenden Carl Barks und Don Rosa aufgegriffen und gekonnt in ein modernes Gewand gekleidet. Die Vorgaben der alten Serie werden respektvoll aufgegriffen – die Nostalgie wird aber auch nicht übertrieben. Zahlreiche eigenständige Ideen und aktuelle Popkulturbezüge halten sich gekonnt die Wage mit tonnenweise Anspielungen auf alte Filme, und Serien.

Zudem gelingt der Serie ein guter Mittelweg zwischen klassischen Einzelabenteuern und einer forterzählten Metahandlung. Kern der Geschichte ist das Geheimnis um die Mutter von Tick, Trick und Track, die in dieser Version mal nicht wie dreifarbige Klone wirken, sondern erfolgreich individualisiert worden sind.

Wie es sich für eine gute Geschichte gehört stehen hier die Charaktere, ihre Beziehungen zueinander und die Entwicklung all dessen im Mittelpunkt, was die Serie zu einer großartigen Variation des -Epos macht. Ich hoffe inständig, dass es alsbald auch die dritte Staffel irgendwo gibt. Bis dahin halte ich mich einstweilen mit den Kurzfilmen über Wasser, die ebenfalls bei D+ zu finden sind.

2. She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Hier liegt der Fall etwas anders. Die Vorlage des -Spinoffs war trashige Meterware aus den 80ern, die neue Serie von 2018 ist geradezu fantastisch. ich hatte mich bereits in der Vergangenheit lobend über She-Ra geäußert und kann dem heute kaum etwas hinzufügen.4

3. Battlestar Galactica

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Bei den beiden Kampfsternen verhält es sich wieder ausgeglichener. Zumindest war die alte Galactica für ihre Zeit keine schlechte -Serie, wenn man sie mit dem restlichen Angebot jener Tage vergleicht.5 Als Kinder haben wir damals vor allem die Filmzusammenschnitte mit einiger Begeisterung geschaut. Bei aller Nostalgie kann es aber keine zwei Meinungen darüber geben, dass die neue BSG-Serie mit Abstand besser ist. Schließlich zählt sie zu den besten SF-Serien überhaupt.

Nachdem ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal komplett durchgeschaut habe, sind bereits mehrere BSG-Lobhudeleien von mir hier erschienen. Zuletzt ging ich sogar soweit, mir das etwas verkorkste Serienfinale schönzureden.6

4. Lost in Space

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Okay, ich gebe es zu: In Wahrheit sind mir spontan nur drei Serienremakes eingefallen, die besser als ihre Vorlagen sind. Ich musste ein wenig grübeln, bis mir einfiel, dass mir Lost in Space recht gut gefallen hat – allerdings habe ich nie die Originalserie gesehen, weswegen ein Vergleich streng genommen gar nicht möglich ist. Aber ich nehme einfach mal an, dass sich die 60er-Jahre-SF heute nicht mehr so gut gucken lässt.

Die drei Staffeln der Netflix-Serie haben mir jedenfalls Spaß gemacht. Wenn man sich einmal auf den pathetisch-optimistischen Grundton eingelassen hat, funktioniert das SF-Familiendrama ziemlich gut. Und es hat hübsche Bilder und sehr schicke Raumschiffe.

––––––––––––
  1. auch, um diese glorreiche Clickbait-Listicle-Rubrik wiederzubeleben[]
  2. also doch nicht ganz willkürlich[]
  3. Sagt man heute überhaupt noch „Remake“? Oder eher „Reboot“? Egal![]
  4. Kurze Anmerkung: Ich habe die ebenfalls sehr gelungene neue He-Man-Serie „Revelations“ hier nicht aufgelistet, da ich sie mehr als Fortsetzung der alten Serie und weniger als Reboot empfinde.[]
  5. Wir hatten ja nix![]
  6. Was sehen meine entzündeten Augen? Es gibt jetzt alle vier Staffeln bei Peacock und somit bei Sky? Rewatch incoming![]

< | UberBlogr Webring | >

© 2007-2026 by nerdlicht.net | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Ich woanders: Eskapedia; World of Cosmos; Zusammengebaut; Instagram; Mastodon; Bluesky; Schreibmonat; Goodreads | Jetzt bestellen: "Mette vom Mond" von Finn Mühlenkamp | Theme von Anders Norén