Schlagwort: ScienceFiction

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3356 und 3357

Liebes Lesetagebuch, über die Weihnachtstage habe ich mit einiger Begeisterung den -Doppelband 3356 und 3357 von Wim Vandemaan gelesen.

Sehr interessant, wie weit gefächert die Bewertungen drüben bei Goodreads ausgefallen sind, von vernichtendem einem bis hin zu euphorischen fünf Sternen.

Mir waren beide Hefte immerhin je vier Sterne wert. Aber ich mag seine Schreibe einfach, vor allem, wenn ihm das Exposé viel Freiheit und seine Fabulierlust von der Kette lässt.

In diesem Fall kam dabei geistreiche Social-Fiction in einem Tee-Trinker-Idyll heraus. Vor allem mit letzterem hatte er mich natürlich. Aber auch die Maschinenevolution des Technogewölks hat mich wohlig an -Großmeister Stanislaw Lem erinnert.

Als Ex-Expokrat und Gelehrter des Rhodan-Lore bettet Vandemaan auch stets alles gekonnt in die jahrtausendealte Historie dieses fiktiven Universums ein – nur an zwei Stellen schien mir dies etwas lückenhaft.

So hätte man während Reginald Bulls vermeintlicher Nahtoderfahrung gern darauf hinweisen können, dass der arme Kerl schon einmal die arkonidische Infinite Todesstrafe erdulden musste.

Und dann schien mir die Behauptung, dass man zum ersten Mal Zeuge einer Maschinenevolution geworden sei, auch etwas gewagt. Zum einen sollte das Lektorat die Formulierung „zum ersten Mal“ ohnehin pauschal streichen. Nach über 3300 Heften ist mit Sicherheit jeder SF-Trope mindestens einmal in der Serie vorgekommen.

Und ausgerechnet bei diesem bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass ihn Vandemaan höchstselbst in den End-2900er Heften schon einmal benutzt hat. Aber da mag mich meine Erinnerung auch trüben.

So oder so, der Ausflug in Vandemaans etwas bizarrere Gefilde des Perryversums hat mir wieder viel Freude bereitet.

Mein eskapistisches Jahr 2025

Hiermit schließe ich mein Bloggerjahr mit dem obligatorischen Jahresrückblick. Was war 2025 in Sachen Lektüre, Serienkonsum, Klemmbausteinzusammenbau etc. so los? Ich fasse zusammen:

Gebloggt

Wenn ich richtig gezählt habe, gab’s dieses Jahr 54 Artikel auf meinem . Das heißt, ich habe knapp mehr als wöchentlich gebloggt. Immerhin. Zudem habe ich wie geplant in jedem Quartal mein -Experiment WOLKENKUCKUCKSHEIMER QUARTALSPOST versendet. Mit dem ist eine neue Rubrik hinzugekommen. Mein Versuch, die Jahresend-Blogparade wiederzubeleben, wollte nicht so recht zünden – ich nerv euch ab jetzt trotzdem jedes Jahr damit.

Gelesen

Einen weitgehend vollständigen Überblick über meine Jahreslektüre gibt’s drüben bei Goodreads. Das meiste davon sind – wie so oft – -Hefte und -Mangas. Bei unser aller Lieblings-Raketenheftchenserie habe ich recht unregelmäßig die aktuelle Erstauflage mitgelesen. Für Band 3347 hatte ich sogar etwas Lob übrig. Bei dem allseits beliebten Gummi-Piraten hatte ich den dritten Sammelschuber mit der Sky-Island-Geschichte am Wickel. Wie immer großartig.

Den neuen -Band nahm ich zum Anlass, meine Sammlung wieder herzustellen und alle Abenteuer des kleinen Galliers erneut durchzuschmökern. Ähnliches mache ich sporadisch mit Lucky Luke. Und schließlich habe ich mich endlich für ein Abo des besten deutschsprachigen Comicmagazins Mosaik entschieden. Die der flattern seit diesem Jahr allmonatlich in meinen Briefkasten.

Ansonsten gab’s einiges an -Prosa, darunter die Bobiverse-Romane, die 1984-Neuerzählung Julia, die komplette Odyssee-Saga und I Robot.

Meine Lieblings-Lektüre in diesem Jahr war aber unbestreitbar Qwert von Walter Moers.

Geschrieben

Für meine Verhältnisse war ich an der Tastatur in diesem Jahr durchaus fleißig und habe meine ein wenig voranbringen können. Großen Anteil daran hat sicherlich der . Die Schreib-Challenge-Plattform des wunderbaren @Rpunkt hat die Lücke des dahingeschiedenen gefüllt und mich motiviert, einige meiner Schreibprojekte anzugehen, von denen im kommenden Jahr eventuell zu lesen sein wird.

Bereits zuvor konnte ich in diesem Jahr das Wörtchen „Ende“ unter meinen Roman für die Perry-Rhodan-Fanfiction-Serie Dorgon setzen, der ebenfalls im kommenden Jahr erscheinen sollte. Ich werde berichten.

Gelauscht

Mein liebster ist und bleibt auch in diesem Jahr „Sternengeschichten“ von Florian Freistetter, dicht gefolgt von meiner Neuentdeckung Nerds at Work von und mit Christian Scharun und @fMRI_guy. FTW!

Geschaut

Ich habe in den letzten 12 Monaten dermaßen viele Serien gebinged, dass selbst die oberflächlichste Zusammenfassung hier jeden Rahmen sprengen würde. Dass müsste noch mal in einen eigenen Blogpost ausgelagert werden. Ich baue da sehr auf die alljährliche Umfrage des @slbstgsprchlr

Bei meinem Anfang des Jahres angedachten Battlestar-Galactica-Rewatch bin ich immerhin bis zum Ende der ersten Staffel und etwa zur Hälfte des Spinoffs Caprica vorgedrungen.

Bei Filmen hinke ich ja immer etwas hinterher. Bei den jahresaktuellen Streifen war „Mickey 17“ mein Favorit, bei den erstmals geschauten älteren Filmen der französische Animationsfilm „Mars Express“.

Gebaut

Mein liebstes -Set in diesem Jahr ist definitiv der Gameboy. Gleich dahinter rangiert die Going Merry – beziehungsweise „Flying Lamb“, wie das One-Piece-Piratenschiff „auf deutsch“ heißt.

Gereist

In diesem Jahr gelernt: sowohl Dublin als auch Menorca sind ganz wundervolle Reiseziele.

Kommt gut rüber

So weit, so unspektakulär. Ich wünsche allen ganz wundervolle Fest- und Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Make it so!

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„I Robot“ von Isaac Asimov

Für einen selbsternannten -Fan weist mein Lesekanon noch einige arge Lücken auf. So habe ich vom Großmeister Isaac Asimov bislang nur ein paar Kurzgeschichten und ein, zwei Romane gelesen. Höchste Zeit also, mir mal den kompletten Roboter- und Foundation-Epos reinzudrehen, beginnend mit der Kurzgeschichtensammlung „I Robot“ beziehungsweise „Ich der Roboter“, wie der Titel zuletzt naheliegenderweise übersetzt wurde.1

Letzter Anstoß, dieses Projekt endlich anzugehen, war natürlich die Streaming-Serie Foundation, die ich zwar nicht überragend finde, in der aber genug spannende Einfälle stecken, dass ich deren Originalversion nun unbedingt mal nachlesen möchte.

Episodenhafte Roboter-Historie

Das Buch ist im Grunde eine Anthologie mehr oder weniger kurzer Geschichten, die sich alle um den Umgang mit den berühmten drei Robotergesetzen2 drehen und welche vermeintlichen Fehlfunktionen sie bei den Maschinen hervorrufen können. Als unverrückbare Basisprogrammierung bilden sie das Handlungsgerüst, in dem sich die Roboter bewegen müssen.

Alle Fehler stellen sich im Grunde als Folge ungenauer oder unüberlegter Befehle von Menschen heraus, die die Maschinen in logische Zwickmühlen bugsieren, aus denen sie nur mit Mühe wieder herauskommen, wenn sie gleichzeitig die drei Gesetze befolgen wollen.

Im Hintergrund wird dabei grob die Entwicklung der Roboter und ihres Einflusses auf die  menschliche Gesellschaft beschrieben. Eine Rahmenhandlung hält die Episoden lose zusammen, darin interviewt ein Journalist die betagte Robotpsychologin Dr. Susan Calvin, die in den meisten der Geschichten selbst eine Rolle spielt. Sie ist dann stets die Instanz, die das jeweilige Problem auflöst und den menschengemachten Fehler benennt, der die Ursache war.

Ein, zwei Geschichten weichen ein wenig vom Schema ab, so wird in einer einem Politiker vorgeworfen, in Wahrheit ein Roboter zu sein, eine andere beschreibt den Einfluss eines Robotkindermädchens auf eine Kleinfamilie.

Furchtbares Frauenbild

Auch heute kann man die Geschichten noch sehr gut lesen – mit einer Einschränkung: das transportierte Frauenbild ist leider alles andere als zukunftsweisend und tief in den 40er Jahren verwurzelt, in denen die Stories entstanden sind. Wobei man auch in diesem Jahrzehnt durchaus etwas progressiver hätte daherkommen können, aber das war Asimov offenbar nicht allzu wichtig.

Unter den wenigen Frauen, die überhaupt auftauchen, ragt immerhin die Hauptfigur und Roboterexpertin Dr. Susan Calvin hervor, die als kompetente Wissenschaftlerin in fast jeder Geschichte den Tag rettet. Allerdings entblödet sich Asimov nicht, immer wieder betonen zu müssen, dass sie ja nicht sonderlich attraktiv sei und in ihrem tiefsten Inneren darunter leide, keine „richtige“ von Männern begehrte Frau zu sein.3

Alle anderen Anachronismen, wie die antiquierte Vorstellung von Computern, stören hingegen überhaupt nicht, da die eigentlich behandelten Themen immer noch aktuell – oder geradezu zeitlos sind.

Moral und Maschinen

Denn im Grunde geht es bei all dem um Moral und wie man künstliche Intelligenzen dazu bringen kann, „richtig“ zu handeln. Und selbstverständlich berührt das die Kernfrage, was denn überhaupt richtiges Handeln ist und welche Regeln man frei nach Immanuel Kant zur Maxime des eigenen Tuns erheben sollte.

In der Welt der Nullen und Einsen läuft die Beantwortung dieser Frage meist auf den guten alten Utilitarismus hinaus, also die Idee, eine Handlung danach moralisch zu bewerten, wieviel Schaden – beziehungsweise das Gegenteil – sie für wie viele Menschen verursacht. Daraus folgen dann wiederum so schöne Gedankenexperimente wie das Trolleyproblem und andere vergleichbare Dilemmata.

Genau das versucht man seit einigen Jahren autonom fahrenden Autos einzuprogrammieren – und Asimov hat es bereits in den 1940ern in seine drei Gesetze gegossen. In diesem Büchlein kann man all dies sehr schön nachlesen. Und es zeigt sich wieder einmal, dass die Science-Fiction meist auch ein gutes Stück in sich trägt.

Darüber hinaus finde ich die Episoden – von oben genannter Einschränkung abgesehen – allesamt sehr unterhaltsam und spannend. Ich kann die Lektüre sehr empfehlen.

Zusätzlicher Lesetipp

Mehr aus Zufall habe ich vor ein paar Monaten „Der elektrische Engel“ von Sven Haupt aus dem Jahr 2018 gelesen, was in Form und Inhalt eine bewusste und sehr gelungene Hommage des Asimov-Klassikers ist. Seine KI-Expertin heißt Bettina Calvin und sie berichtet in ihrem Interview ganz ähnliche Episoden, die jedoch im Gewand moderner Science-Fiction und der aktuellen Vorstellungen von Computern und künstlicher Intelligenz daherkommen. Auch hier kann ich den Blick ins Buch sehr anraten.

Dr. Calvin und Will Smith

Und schließlich habe ich mir direkt nach Asimovs Buch einen Rewatch der gleichnamigen Verfilmung von 2004 gegönnt – wohl wissend, dass der Streifen nur äußerst lose auf der Vorlage basiert. Naja, ehrlich gesagt fast gar nicht. Zwei, drei Namen wurden übernommen – inklusive Susan Calvin – und es geht um Roboter, die den drei Gesetzen folgen. Trotz dessen und des geradezu unverschämten Product-Placements finde ich den Film aber immer noch gar nicht mal so schlecht.

Das mit den kugelförmigen Autoreifen hätte Audi wirklich mal machen sollen.

Weiter in Richtung Foundation

Wie auch immer. Asimovs Roboter-Kosmos macht mir Spaß. Der nächste Band in der Reihe „Geliebter Roboter“ wartet bereits auf meinem eBook-Reader auf mich.

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  1. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Band auf deutsch oft auch unter anderen Titeln erschienen.[]
  2. Ich muss sie jetzt nicht noch einmal zitieren, oder?[]
  3. zu lesen während einer Episode, als es einem fehlgeleiteten Roboter gelingt, sogar sie kurzzeitig zu manipulieren[]

Allgemeine Altpapiersammlung 2025 (die Beiträge)

Anfang der Woche rief ich zur Allgemeinem Altpapiersammlung 2025 auf. Hier nun meine , meine zehn verschmähten Blogposts des Jahres.

Nicht einen einzigen Kommentar gab es für …

Zeigt her euer Altpapier!

Wie sieht’s bei euch aus? Welche eurer Blogposts haben in diesem Jahr zu wenig Liebe erfahren? Packt eure Liste der verschmähten Artikel gern in die Kommentare.

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: E

Ein ist eine muntere alphabetisch sortierte Auflistung von Begriffen – im Grunde ein kleines Lexikon, das sich nicht allzu ernst nehmen muss. Wie geschaffen für eine -Rubrik. Lest und bestaunt also das Große Nerdlicht-Abecedarium!

Diesmal zum Buchstaben E wie

Eay

Was technische Dinge angeht, bin ich ja mehr so der Anwender – höchstens ein interessierter Laie. Und auch um Endgeräte mit dem Apfel hintendrauf mache ich eher einen Bogen. Dennoch bin ich begeisterter Folger und Leser der diversen Web- und Social-Media-Auftritte von Stefan Grund, der dort überall als @eay unterwegs ist. Sein Blog eay.cc betreibt er seit 2003, da solltet ihr dringend regelmäßig reinschauen, wenn ihr euch für Technik-, Netz- und Nerdkrams interessiert. Sehr lesenswert.1

eBook

Ich habe mich schnell für das elektronische Lesen begeistern können und kaufe schon seit Langem nur noch sehr wenige Schrifterzeugnisse in Papierform. Das haptische oder gar olfaktorische Erlebnis dicker Bücher hat mir nie sonderlich gefehlt. Tatsächlich finde ich die Lektüre großer Schwarten sogar reichlich umständlich. Vor allem auf Reisen ist es ein Segen, tausende oder gar zehntausende Buchseiten in einem schmalen Reader mit sich zu führen.

Einzig bei Illustrationen – vor allem, wenn sie farbig sind – gerät das E-Paper noch an seine Grenzen. Für , Bildbände und reich illustrierte Romane2 muss ich daher weiterhin Bäume fällen lassen.

Edieh

Auch der Webauftritt von @docron hat stets einen festen Platz in meiner Blogroll. Nicht nur, weil er ein feiner Kerl ist, mit dem ich so manchen Würfel geschubst und etliche Worte ins Mikro geplaudert habe, sondern auch und vor allem, weil edieh.de die zuverlässigste, aktuellste und umfassendste Informationsquelle für Trailer, Serien und Filme ist.

Und falls ihr nicht von selbst drauf kommt, ganz unten im Footer seines Blogs findet ihr die Bedeutung des Namens erklärt.

Egozine

Als ich 2007 den Bums hier gestartet habe, habe ich Blogs für mich als digitale Version des guten alten Egozines interpretiert. Um aus meinem allerersten Post zu zitieren:

Dereinst tippten einige eifrige Fans in regelmäßigen Abständen ihre Gedanken zu ihrem bevorzugten Thema auf ein, zwei DIN A4-Seiten, vervielfältigten diese und schickten sie per Post an Freunde und andere Leute, die es nicht interessierte. Das Ganze nannte sich Egozine. Heute findet dergleichen im Internet statt und man nennt es Blog – das Prinzip bleibt jedoch dasselbe.

An der analogen Version habe ich mich im übrigen – leider – nie versucht. Diesen Auftritt hier nenne ich dennoch von Anfang an , zunächst „Schreiberlings Egozine“ und inzwischen – wenn auch nur noch im Untertitel – „Eskapistisches Egozine“.

Ehrenwerte Club der Erfolglosen Blogger, der

Bloggende hatten schon immer den Drang, sich in Ringen, Gruppen oder Clubs zusammenzuschließen, um gemeinsam (reichweiten-) stärker zu sein, als allein. Einer davon, bei dem ich die Ehre hatte, Mitglied zu sein, war der „Ehrenwerte Club der erfolglosen Blogger“. Dieser lose Zusammenschluss existierte in den Nuller- und Zehnerjahren und hatte durch recht einfache Mittel wie einen zentralen automatischen -Feed durchaus für eine leichte Reichweitenerhöhung seiner Mitglieder gesorgt. Nett wars.

Enpunkt

Eine weitere oft und gern von mir besuchte Seite ist das private Blog des -Chefredakteurs @Enpunkt. In seinem ENPUNKT-Tagebuch berichtet er regelmäßig über allerlei interessantes Zeugs, darunter viel zu Comics, und Krachmusik.

Entenhausen

Zu meinen liebsten fiktiven Städten des Multiversums zählt definitiv aka Duckburg. Von klein auf bin ich begeisterter Leser aller Geschichten und Abenteuer, die in dieser Metropole stattfinden oder dort ihren Ausgangspunkt haben. Dabei bevorzuge ich selbstredend die Berichte von Carl Barks und Don Rosa, werfe aber immer auch gern einen Blick in das eine oder andere Lustige Taschenbuch.

Enterprise

Die Enterprise wird bei uns allen in den persönlichen Listen der liebsten Raumschiffe ganz weit vorne stehen. Aber welche? Schließlich gibt es mindestens zehn,3 wenn man alle Refits und Parallelwelt-Versionen außer acht lässt.

In meiner Generation dürfte es meist die D sein, denn die Abenteuer der Next Generation um Captain Picard flimmerten just zu unserer Schulzeit über die Röhrenfernseher und prägten damit unser Bild vom mutigen Vorstoß zur final frontier. Und ich mag das Föderations-Flaggschiff dieser Epoche noch immer am liebsten: das elegante Colani-Design, das gemütliche Wohnzimmer-Interieur – einfach großartig.

Ich möchte keinesfalls unterschlagen, dass auch eine der unterschätzten -Serien4 zunächst unter dem schlichten Namen Enterprise gestartet ist. Ich habe die vier Staffeln erst lange nach der Erstveröffentlichung durchgebinged und dabei sehr lieb gewonnen.

It’s been a long road …

Eskapedia

Wie heißt es so schön? Wenn zwei Herren mittleren Alters plaudernd beisammensitzen, erscheint bald auf quasimagischem Wege ein Mikrofon zwischen ihnen und – schwupps! – haben sie einen . So geschah es @Rpunkt und mir vor einigen Jahren. Unter dem Namen produzierten wir zwischen 2019 und 2023 stolze 19 Episoden mit ehrlichen, entsetzlich eloquenten, eskapistischen Empfehlungen.

Dieser Tage gehen Gerüchte um, dass bereits ab Januar 2026 eine neue Staffel aufgenommen wird.

Eskapismus

Ich mag den Begriff „Eskapismus“ – beziehungsweise „Eskapist“ – um einiges lieber als Nerd oder Geek. Daher taucht er in meinen öffentlichen Auftritten auch wesentlich häufiger auf. Ähnlich wie letztere wird er von der Gesellschaft immer mal wieder negativ besetzt, meint aus meiner Sicht im Wortsinn aber etwas ausnehmend positives und menschliches. Es ist geradezu ein Menschenrecht, dem Alltag und der Realität mit den Mitteln der Fantasie und Kreativität entfliehen zu dürfen. Mehr noch ist es ein elementarer Wesenszug des Menschen, eine seiner exklusiven Fähigkeiten, dies zu können. Es sollte allen vergönnt und möglich sein, sich wenigstens hin und wieder kleinere oder größere Fluchten zu erlauben.

Eskapist, der

Es begab sich im Jahre 2013, dass der gute @Weltenkreuzer vorschlug, eine neue deutschsprachige Plattform beziehungsweise ein Blog oder Onlinemagazin ins Leben zu rufen, worauf zahlreiche Schreibende gemeinsam über fantastische und popkulturelle Dinge berichten und sinnieren sollten. Mit einigen anderen war ich sofort Feuer und Flamme. Der Name war schnell gefunden: „Der Eskapist“ sollte das Kind heißen – Domain und Twitter-Handle waren sogar noch frei.

Doch wie das oftmals so ist, trug die anfängliche Begeisterung nicht lang beziehungsweise wurde der tatsächliche Aufwand etwas unterschätzt. So musste das Projekt zu unser aller großem Bedauern bereits nach ein paar Monaten wieder zu Grabe getragen werden. Die zwei, drei Artikel, die ich dafür verfasst hatte, wurden in diesen Auftritt hier herübergerettet. Die eigens für den Eskapisten entwickelte Rubrik „Die Eskapistischen Links der Woche“ – siehe unten – habe ich noch etliche Jahre erfolgreich fortgeführt und lasse sie inzwischen im Rahmen meines Newsletters fortleben.

Hm. Ob Nils die Domain noch immer besitzt …?

Eskapistische Links

Zu den erfolgreichsten und langlebigsten Rubriken meines Blogs zählen mit Sicherheit die „Eskapistischen Links der Woche“. Einstmals für den Eskapisten – siehe oben – entwickelt habe ich diese klassische Linkliste ab 2013 etliche Jahre lang tapfer Freitag für Freitag5 kuratiert und gepostet. Die letzte klassische Linkliste gab’s 2019, danach habe ich das Konzept etwas geändert und unter der Kategorie Fundsachen fortgeführt.

Doch mittlerweile kann man wie gesagt die guten alten Eskapistischen Links wieder genießen, indem man meinen abonniert.

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  1. Außerdem solltet ihr seine App „Yonks“ mal ausprobieren.[]
  2. vor allem aus dem Hause Moers[]
  3. die NX-01, die erste 1701 und ihre Nachfolgerinnen A, B, C, D, E, F, G und J – H und I wurden uns bislang noch nicht gezeigt[]
  4. quasi das Discovery der Nuller-Jahre[]
  5. mal mehr mal weniger regelmäßig[]

Perry Rhodan Band 3348 „Brennpunkt Neu-Atlantis“ von Leo Lukas

Finale! Der aktuelle Handlungsabschnitt der -Serie wird mit einem Doppelband abgeschlossen. Autor Leo Lukas ist Garant für schräge Figuren und Dialoge und einfallsreiche Szenen, ich mag das sehr. Mal schauen, ob das auch für den ersten seiner beiden PHOENIX-Abschlussbände zutrifft. Doch zunächst die

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: I’ll be back on earth

Perry Rhodan hat die Reise durch das brennende Nichts überstanden und erscheint wohlbehalten – wenn auch unbekleidet – auf der Kunstinsel Neu-Atlantis, Standort der letzten auf der Erde verbliebenen Nichts-Kugel. Nach einer munteren Unterhaltung mit dem örtlichen Wachpersonal, in der mit Terminator-Anspielungen nicht gegeizt wird, erscheint Icho Tolot, nimmt Perry mit und weiht ihn in die aktuelle Lage ein.

Tolot war zuvor mit Cameron Rioz und Jasper Cole auf der Erde eingetroffen. Rioz ist nach seiner „Aufladung“ in einem Physiotron nun gewappnet, auch das zweite brennende Nichts auf der Erde zu entfernen – ohne dabei zu sterben. Unglücklicherweise hat er dafür einen Deal mit der Schurkin Celina Bogarde eingehen und ihr sowohl die Freiheit als auch seine Schattenhand versprechen müssen. Sie wird auf eigenen Wunsch auf einem besiedelten Kleinstplaneten im Kuipergürtel abgesetzt.

Rhodan ist bei der Mission gern dabei – ihn plagen jedoch noch weitere Sorgen. So sind während seiner Reise mehrere Monate vergangen und er hat keine Ahnung, wie es den Freunden und Gefährten in der Agolei inzwischen ergangen ist. Außerdem ist er bei seinem Transfer im brennenden Nichts offenbar dem dort gefangenen Bewusstsein des zerstörten Großrechners der Menschheit NATHAN begegnet. Daran kann er sich nicht mehr erinnern – als Gedächtnisstütze wurde ihm jedoch etwas von NATHANs Bioplasma mitgegeben. Es sieht so aus, als müsse Rhodan eine wesentliche Rolle bei der Wiederherstellung NATHANs spielen.

Bei beiden Problemen soll ihm ein Spezialisten-Team helfen, das Tolot eigens zusammengestellt hat.

Doch zunächst gilt es, das brennende Nichts in Neu-Atlantis zu löschen, was Cameron, Perry und Jasper mit gemeinsamer Anstrengung und gegen diverse Störversuche – darunter ein durch gezielte Fakenews aufgehetzter Mob – auch gelingt. Just in diesem Moment erscheint Celina vor Ort – ihren Weg dorthin hat eine weitere Handlungsebene beschrieben – und fordert die versprochene Schattenhand ein. Da diese nun allerdings Jasper gehört und der Deal ausdrücklich von Cameron geschlossen wurde, wird sie ihr verweigert.

Damit gibt es nur noch ein brennendes Nichts auf dem Mond und es gilt, NATHAN zu retten. Mal schauen, ob das im Folgeband gelingt.

Fazit: Nichts vernichtet

Lukas liefert erwartungsgemäß ab. Die skurrilen Dialoge starten gleich zu Beginn mit dem Geplänkel zwischen Perry und dem Wachmann und ziehen sich durch das gesamte Heft. Wobei mich brennend interessieren würde, wie der Film Terminator im Perryversum aussieht. Hat James Cameron die Arkoniden und die anstehende Einigung der Menschheit 1984 einfach ignoriert – oder irgendwie in seine Geschichte eingebaut? Hat er sich gar von den Ereignissen in New York zwei Jahre zuvor inspirieren lassen?1

Die Lektüre des Bands macht jedenfalls Laune. Die Dialoge bleiben das ganze Heft über amüsant, es werden herrlich schräge und einfallsreiche neue Figuren eingeführt. Ich hoffe – und bin sicher –, dass wir das Einsatzteam noch oft erleben werden.

Die Handlung ist einigermaßen stringent und bringt die noch offenen Fäden des Zyklus ordentlich auf die Zielgrade – bleibt dabei aber recht überraschungsfrei.

Dass mir die Darstellung von Gesellschaft in der Perry-Rhodan-Serie nicht gefällt, habe ich in der Vergangenheit oft genug ausgeführt, das lasse ich hier einfach mal. Nur soviel: anstatt Parallelen zu heutigen unschönen Phänomenen herzustellen, würde ich mir von einer -Serie einen positiv-utopischen Gegenentwurf wünschen. Zeigt doch mal, wie es in einer zukünftigen Gesellschaft, die Krieg, Hunger und Armut überwunden hat, gut und richtig laufen könnte.

Aber vielleicht kommt das ja alles noch im zweiten Teil des Doppelbandes. Bis hierhin gibt’s einstweilen drei von fünf Sternen. ***°°

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  1. Perry Rhodan Band  31 „Der Kaiser von New York“[]

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: D

Ein #Abecedarium ist eine muntere alphabetisch sortierte Auflistung von Begriffen – im Grunde ein kleines Lexikon, das sich nicht allzu ernst nehmen muss. Wie geschaffen für eine #Blog-Rubrik. Lest und bestaunt also das Große Nerdlicht-Abecedarium!

Diesmal zum Buchstaben D wie

Datenschutz

Erinnert ihr euch noch, wie die nahende Teile der Blogosphäre in Aufruhr versetzt hat? Wie so oft, war alles nur halb so wild. Dennoch haben wir jetzt alle brav eine Erklärung zum Datenschutz auf unseren Seiten.

DC Comics

ist einer der beiden großen amerikanischen Superhelden-Comicverlage – und zwar der mit Superman, und Wonder Woman. Wie ich stets betone, ziehe ich den Mitbewerber ein kleines Bisschen vor – um dann anzufügen, dass ich eigentlich beide mag.

Denn bei DC1 gibt’s immerhin Batman, der – wenn ich ihn inzwischen auch ein wenig für auserzählt halte – ja wohl der coolste von allen ist. Doch auch die mythologischen Abenteuer von Wonder Woman, die Weltraumepen mit den Lanterns und die magischen Geschichten aus dem Dunstkreis der Justice League Dark haben mich schon immer fasziniert.

Und selbst wenn ich zwischenzeitlich immer mal wieder mit ihm gehadert habe – allen voran fliegt der gute alte Superman, dessen ich gerade wieder für mich entdecke.

Dorgon

Zu den Besonderheiten des -Fandoms zählt sein aktives Fanfiction-Wesen, das zudem sehr wohlwollend von Verlag und Redaktion geduldet und oft sogar gefördert wird. Daher entstehen schon seit Jahrzehnten unzählige Perry-Rhodan-Geschichten und Romane aus der Feder kreativer Fans, bis hin zu ganzen Romanserien.

Eine davon ist Dorgon,2 die seit 1999 unverdrossen beim Perry Rhodan Online Club erscheint. Ich muss gestehen, bis auf ein paar Zusammenfassungen und wenige Kurzgeschichten nie etwas aus dieser Perry-Parallelwelt gelesen zu haben. Trotzdem habe ich Mitte 2024 eine Kurzgeschichte beigesteuert und ein Jahr später sogar meinen eigenen Roman für die Serie fertiggestellt. Band 130 dürfte irgendwann im Laufe des Jahres 2026 erscheinen. Ich werde berichten.

Douglas Adams

Der 2001 verstorbene Douglas Adams zählt zu den fantastischen Autoren, die mich am meisten geprägt haben. Das ist für einen Nerd meiner Generation sicher nichts besonderes – die Anhalter– und die Dirk-Gently-Romane dürften in jeder Gen-X-Bibliothek Standard sein.

Dennoch: Es wird kaum ein Buch beziehungsweise eine Buchreihe geben, die ich öfter gelesen habe, als den Anhalter – nicht umsonst sah ich mich kurz nach Adams‘ viel zu frühem Tod genötigt, ihn mit einer kleinen Story (ACHTUNG! Link zu Google Drive!) zu ehren.

Über sein Schaffen als spaßiger -Autor hinaus war er ein kluger Beobachter der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Von ihm stammen so treffende Sätze wie:

„1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt dazu.

2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist neu, aufregend und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer beruflichen Laufbahn verhelfen.

3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.“

Duschgedanken

Im Jahr 2024 hatten sich in meinem Kopf und in diversen Notizen ein paar angesammelt, die ich dringend einmal ausformulieren musste. Um mich selbst zu zitieren:

Schnapsideen, Fantheorien, unausgegorene Pläne und unbrauchbare Story-Konzepte produziert mein Gehirn noch und nöcher – oft und gern vor dem Einschlafen oder unter der sprichwörtlichen Dusche. Vor einer Weile habe ich angefangen, diese stichwortartig zu dokumentieren. Inzwischen ist genug zusammengekommen, dass es für eine wöchentliche Blogrubrik reichen könnte.

Insgesamt sieben – beziehungsweise acht, da im ersten Post gleich zwei stecken – habe ich in dieser ersten Staffel zusammengetragen. Falls ihr reinschauen mögt: Duschgedanken zum WochenendeWie viele Spocks gibt es?Entenhausen in echtKinderkulturBücher-RemakesFiktive BundesländerSuper Grand Slam

Inzwischen haben sich wieder genug neue Ideen angesammelt, dass bald eine zweite Staffel folgen könnte.

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  1. Das Kürzel steht übrigens für Detective Comics, wie eine der ersten Reihen des Verlags hieß, in der auch Batman das Licht der Welt erblickte. Der volle Name des Verlags lautet also Detective Comics Comics.[]
  2. Erst 2024 habe ich bei einem Con gelernt, dass man „Dorgon“ gedehnt auf der zweiten Silbe betont, also „Dorgohn“. Ich hatte bis dahin immer auf der ersten Silbe betont: „Dorrgon“.[]

Perry Rhodan Band 3346: „In den Katakomben von Rugyra“ von Wim Vandemaan

Wim Vandemaan zählt zu meinen absoluten Lieblings-Autoren der -Serie. Sein Ansatz, -Themen und Rhodan-Lore anzugehen, hat mir stets besonders zugesagt. Die manchmal skurrilen jedoch immer interessanten Figuren würzen und beleben all seine Geschichten enorm. Ob ich dies auch bei seinem aktuellen Roman in der Endphase des PHOENIX-Zyklus so empfinde, erfahrt ihr nach der

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: Sternen- und Nanitenschwärme

Schauplatz der Handlung ist die ferne Agolei. Diese Sternenregion ist unfassbare 240 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.1 Die Schurkin Shrell hat unsere Heldinnen und Helden um Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger und Atlan hierhergezwungen, wo sie nun den kosmischen Geheimnissen der Gegend auf die Schliche kommen.

Einige Galaktiker befinden sich auf der Welt Rugyra, die von der seit kurzem tödlichen Strahlung der Sonne Wyco heimgesucht wird. Meghan Ontares ist mit einigen Wycondern an der Oberfläche unterwegs, um nach Überlebenden zu suchen und diese zu behandeln. Sichu Dorksteiger befindet sich tief im Inneren der Welt bei den Ordensleuten der Datenkunde und forscht dort nach den historischen Ursprüngen der hiesigen Gegebenheiten.

Da die Behandlung der sterbenden Wyconder an der Oberfläche den Tod nur aufschiebt und die Medikation längst nicht für alle reicht, beschließt man, sie in die Katakomben zu bringen, die offenbar vor der Strahlung Schutz bieten. Der Orden weigert sich zunächst, seine heiligen Kavernen zu öffnen, beugt sich dem Druck der Überlebenswilligen dann aber doch.

Sichu hadert derweil mit ihrem neuen Körper. Die alternde Ator hat in einem der vergangenen Hefte den Nanitenschwarm eines Crewmitglieds übernommen, der sie nun am Leben hält und einen Großteil2 ihres Körpers ausmacht. Existenzielle Fragen nach ihrer Identität und ihrem Bewusstsein halten sie jedoch nicht davon ab, weiter an der Geschichte der Agolei zu forschen.

Nach ihren Erkenntnissen war die Agolei vor langer Zeit eine ganz normale Spiralgalaxie, in der die Kosmischen Mächte einen Sternenschwarm konstruieren ließen. Der Bau wurde sabotiert, was schließlich dazu führte, dass die Sterneninsel in das ewig lange Sternenband zerrissen wurde, das heute zu beobachten ist. Der Sternwürfel und/oder die Region 5-5-53 scheinen demnach ein Relikt des Schwarms zu sein – beziehungsweise wurden sie mit Schwarmtechnologie konstruiert.

In diese abgeriegelte Sternenregion versuchen Rhodan, Atlan und weitere Heldinnen und Helden mit dem PHOENIX vorzudringen – verfolgt von Shrell, die dabei sein möchte. Denn nach ihrem Plan soll ein manipuliertes Aggregat an Bord des PHOENIX die Wiederbelebung der Superintelligenz LEUN auslösen – indem alle Lebewesen im Umkreis vergeistigt und dem Bewusstsein von LEUN hinzugefügt werden.

Im Grunde dasselbe, was Perry einen Zyklus zuvor mit ES vorhatte.4

Fazit: Existenzielle Erkenntnisse

Alles in allem ein runder Roman, der die Meta-Handlung des Zyklus auf seiner Zielgeraden hält und ordentlich voranbringt. Das wird alles sehr solide vorgetragen und die Rettung der Wyconder verpasst dem Band zudem einen spannenden und relevanten eigenen Plot.

Mit dem Fokus auf Sichu Dorksteiger und ihrer existenziellen Krise als transhumanistisches Geschöpf blitzt Vandemaans Talent für tiefgründige SF-Themen und detaillierte Würdigung des PR-Lore kurz auf. So ganz scheint er sich selbst aber nicht von der Kette zu lassen.

Ich freue mich jedenfalls sehr, wenn Sichus Herkunft beleuchtet beziehungsweise nicht vergessen wird. Sie auf ihre Rolle als Wissenschaftlerin und Perrys Partnerin zu reduzieren, ist mir immer etwas zu wenig.5

Ihre Selbstzweifel als nunmehr künstliches Geschöpf hätten gern etwas mehr Raum einnehmen können – immerhin war das das einzige echte SF-Thema in dem Roman. Mir zumindest schien sie zu schnell ihren Frieden damit gemacht zu haben, schließlich wäre das doch ein hervorragender interner Dauerkonflikt, der Sichu ein bisschen mehr Tiefe verleiht. Aber womöglich hat sie sich nur für die aktuelle Mission zusammengerissen und da kommt noch was.

Ich habe den Roman gern gelesen, für einen Vandemaan war er mir aber einen Hauch zu routiniert. Wohlmeinende drei von fünf Sternen soll er dennoch haben: ***°°

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  1. Dermaßen weit entfernte Handlungsorte kommen in der Perry-Rhodan-Serie allerdings häufiger vor.[]
  2. Ich habe besagtes Heft aufgrund meiner Leselücke übersprungen und bin daher nicht ganz sicher, wie es sich mit Sichu nun genau verhält. Die Beschreibung in diesem Band ist nicht ganz eindeutig.[]
  3. Da bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob diese Begriffe synonym sind – oder ganz unterschiedliche Dinge beschreiben. Leselücke halt.[]
  4. naja, so ähnlich[]
  5. Wobei sich da die meisten Autorinnen und Autoren redlich Mühe geben.[]

Perry Rhodan Band 3345: „Der 50-Jahres-Plan“ von Andreas Eschbach

Ich bin mit dem PHOENIX-Zyklus der -Serie, der Ende des vergangenen Jahres gestartet ist, nicht so recht warmgeworden und habe meine Erstauflagenlektüre eine Weile pausiert. Nun, da er sich seinem Ende nähert, dachte ich, ich lese mal wieder rein – zumal der traditionelle Gastroman von Bestsellerautor Andreas Eschbach ansteht.

Was bisher geschah

Ich habe keine Ahnung. Nun, das stimmt nicht ganz. Auch wenn ich mehr als 30 Hefte übersprungen habe, ist mir zumindest der Auftakt zu diesem Handlungsabschnitt vertraut. Die drei ersten Hefte „Terra muss fallen„, „Die Krone von Terrania“ und „Das Geschenk der Leun“ haben den Ausgangspunkt der aktuellen Metahandlung wie folgt geschildert:

Ein außerirdisches Raumschiff landet auf der Erde, bittet um Asyl und bleibt dann 50 Jahre lang auf dem Raumhafen stehen, ohne dass sich die Besatzung blicken lässt. Just als Perry Rhodan sein neues intergalaktisches Raumschiff PHOENIX präsentiert, offenbart sich die Kommandantin des inzwischen „Geisterschiff“ getauften Raumfahrzeugs. Sie stellt sich als eine Leun mit Namen Shrell vor, verübt einen fürchterlichen Terroranschlag und fordert, dass Rhodan in ihre weit entfernte Heimat aufbricht, um dort seinen alten Freund Reginald Bull zu töten.

So weit, so … rätselhaft. Aber durchaus auch spannend. Nach einem kurzen Päuschen bin ich mit „Die Schattenhand“ nochmals für drei Hefte dabeigeblieben, habe mich dann aber aus unterschiedlichen Gründen vorerst verabschiedet.

Doch nun ist es Zeit, meine ewige On-off-Beziehung mit der längsten -Serie der Welt wieder auf on zu stellen. Welcher Moment wäre besser geeignet, als die Veröffentlichung des neuen Gastromans von Andreas Eschbach? An dieser Stelle erst einmal eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zusammenfassung: War alles ganz anders

Wir befinden uns in der Agolei, jener unfassbar weit entfernten Sternenregion, aus der die Schurkin Shrell stammt und die Perry Rhodan inzwischen mit dem PHOENIX erreicht hat. Shrell und ihre Begleiterin, die mausbiberähnliche Yilad, versuchen – wie offenbar alle Protagonisten – den kaum zugänglichen Sektor 5-5-5 zu erreichen, in dem die finale Konfrontation und Auflösung aller Konflikte stattfinden soll.

Dafür müssen sich Shrell und Yilad zunächst aus der Gewalt einer feindlichen lokalen Fraktion befreien, ein Raumschiff kapern, sich durch Gravitationsstürme und eine Raumschlacht kämpfen und schließlich einen Durchlass nach 5-5-5 finden. Für Shrell ist es besonders wichtig, dass auch der PHOENIX diese Hürden unbeschadet überwindet. Warum, erklären uns die eingestreuten Rückblenden.

Darin erfahren wir, wie sie vor über 50 Jahren die Agolei verlassen hat, um in der Milchstraße nach Perry Rhodan zu suchen – und es wird offenbart, warum sie geschlagene 50 Jahre auf der Erde ausgeharrt hat, anstatt Rhodan sofort zu entführen und wieder mit ihm zu verschwinden. Die technischen Möglichkeiten dafür hätten ihr durchaus zur Verfügung gestanden.

Kurz nach ihrer Ankunft in der Milchstraße stößt sie nämlich durch einen absurden Zufall auf die geheime Forschungsstation eines schurkischen Rüstungskonzerns, der dort mit illegalen Waffensystemen experimentiert. Parallel arbeitet man an einem Langzeitplan, der nichts Geringeres als die Machtübernahme im Sternenreich der Menschen zum Ziel hat.

Die hiesigen Schurken erkennen schnell, dass die externe Schurkin Shrell mit ihrer äußerst fortschrittlichen Technik für diese Pläne von großem Nutzen sein kann. Man würde Rhodan durchaus ganz gern eine Weile vom Hof haben – nur halt noch nicht jetzt, da sich die Pläne in einem sehr frühen Stadium befinden. Vielleicht in ein paar Jahrzehnten.

Da trifft es sich gut, dass man in der Forschungsstation gerade an einer streng verbotenen Waffe zur Gedankenkontrolle forscht – der legendäre arkonidische Psychostrahler aus der Frühzeit der Serie. Damit gelingt es, Shrell unter Kontrolle zu bringen und zu dem rätselhaften Verhalten zu drängen, das wir aus Heft 3300 kennen.

Da Shrells eigene Pläne weitgehend konform gehen, lässt man sie in gewissen Grenzen auch daran arbeiten. Unter anderem installiert sie im PHOENIX ein Aggregat, das sich aktiviert, sobald das Schiff dereinst 5-5-5 erreicht, und einen Vorgang auslöst, der Shrells eigentliches Ziel darstellt.

Ach ja, der Psychostrahler bleibt die ganze Zeit ein nicht reproduzierbares Einzelstück und wird am Ende der 50 Jahre wieder zerstört – somit verschwindet dieses stets als zu übermächtig erachtete Artefakt wieder aus der Serie.

Fazit: Undankbare Aufgabe

Hm. Ja. Was soll ich sagen? Fangen wir so an: Handwerklich ist der Roman in allen Belangen einwandfrei, wie es von einem Profi wie Eschbach nicht anders zu erwarten ist. Darüber hinaus ist es schwierig, einen Fortsetzungsroman nach meiner Leselücke angemessen zu beurteilen.

Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass Shrells absurd lange Wartezeit auf der Erde in diesem Heft erstmals erklärt wird. Selbst wenn das von Anfang an so vorgesehen war, habe ich persönlich das weniger als Offenbarung eines großen Geheimnisses denn als nachgeschobene Erklärung für eine Ungereimtheit empfunden.

Und dann erinnert mich der böse verschwörerische Rüstungskonzern auch wieder zu sehr an die Lichtbringer des vorangegangenen Zyklus, mit denen ich auch schon nichts anfangen konnte. Dennoch hat der Autor seine Aufgabe wie gesagt hervorragend umgesetzt und einen spannend zu lesenden Roman abgeliefert.

Die große Begeisterung, die ich sonst bei Eschbach-Gastromanen empfinde, hat sich diesmal jedoch nicht einstellen wollen. Aber vielleicht muss ich mich auch erst einmal wieder in die Serie reinlesen. Immerhin soll es drei von fünf Sternen von mir geben. ***°°

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: C

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Diesmal zum Buchstaben C wie

C64

Ich bin schon so alt, die Spielkonsole meiner Kindheit und Jugend war der Commodore 64 C mit Labberdisketten-Laufwerk und dem Competition-Pro-Joystick. Gespielt wurde alles, was die Schulhoftauschbörse hergab, von Hanse über Summergames bis hin zu Barbarian. Als das Gerät irgendwann Ende der 90er auf dem Dachboden verschwand,1 endete im Großen und Ganzen auch meine Gamer-Karriere.

Danach kamen nur kurze -Phasen mit Age of Empires, Heroes of Might and Magic und schließlich mein World-of-Warcraft-Jahr Anfang der 2000er. Heute installiere ich mir höchstens ab und an mal ein Spiel auf dem Mobiltelefon.

Vielleicht sollte ich doch mal wieder auf dem Dachboden nach meinem C64 wühlen. Könnte ja noch funktionieren.

Christiania Chroniken, die

Zu den Konstanten in meinem Leben zählt: ich schreibe gern und ich lese gern – selbst wenn ich bei beidem immer mal wieder kürzere oder längere Pausen einlege. Logisch, dass diese Vorlieben oft zusammenfallen, weswegen ich bereits eine ganze Menge Perry Rhodan Fanfiction produziert habe und immer noch produziere.

Im Jahr 2002 durfte ich bereits zum zweiten Mal einen Heftroman im Rahmen der Perry Rhodan FanEdition veröffentlichen. Band 7 dieser Reihe stammt aus meiner Feder und trägt den Titel „Die Christiania Chroniken“. Über das gelungene Titelbild von Stefan Lechner freue ich mich noch immer.

Das Kolonisten-Abenteuer aus der Frühzeit der Serie spielt am Rande der Galaxis und handelt von zwei Jugendlichen, die mit einem Raumschiff ausbüxen, dabei in große Schwierigkeiten geraten – wodurch aber schließlich ein von schurkischen Menschen unterdrücktes Alienvolk befreit werden kann.

Ursprünglich sollte das natürlich nur der Auftakt zu einer ganzen Serie von Abenteuern sein,2 die jedoch nie von mir geschrieben wurden. Man kommt halt zu nix.

Der Heftroman ist heute leider nicht mehr erhältlich. Wer ihn also noch im Regal liegen hat, möge ihn in Ehren halten. Für alle anderen hätte ich einen kostenlosen Download im Angebot – es ist allerdings der schiere Text und es handelt sich zudem um den „Authors‘ Cut“, eine etwas längere Version, die ich zudem mit einem alternativen Ende versehen habe, in dem ich zwei „prominente“ Figuren aus der Originalserie auftreten lasse.

Viel Spaß damit! (HINWEIS: Der Link führt zu GoogleDrive, wo ich das PDF abgelegt habe.) Die Christiania Chroniken (Author’s Cut)

Con

-, -, Rollenspiel- und Comic-Fans sowie etliche andere Nerdgruppierungen nennen ihre Messen und Fantreffen gemeinhin „Con“.

Dabei kann man das deutschsprachige Fantastik-Fandom grob in zwei Gruppen unterteilen: jene, die „der Con“ und jene, die „die Con“ sagen. Die eine Traditionslinie leitet sich von „der Konvent“ ab, die andere von „die Convention“. Erstere findet sich heute vor allem im Perry-Rhodan-Umfeld, letztere bei Fans von , Mangas oder .

Aufgrund meiner Vorliebe für die älteste Science-Fiction-Serie der Welt zähle ich zur ersten Gruppe. Vor allem um die Jahrtausendwende war ich regelmäßiger Gast der einschlägigen Perry-Rhodan-Treffen in Hamburg, Sinzig und Garching – und natürlich auf dem WeltCon 2000.

In den Jahren und Jahrzehnten danach ging mein diesbezügliches Engagement wieder stark zurück. Für den Nordcon – auch ein „der“, obwohl es fast gar nicht um Perry Rhodan geht – hatte ich jedoch oft Zeit, in den letzten Jahren habe ich es sogar nach Leipzig und nach Braunschweig geschafft.

Egal, ob „der“ oder „die“ – vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr auf irgendwelchen Cons.

Comics

Ich bin seit jeher ein großer Freund der Neunten Kunst und habe diese Begeisterung bis heute bewahrt. Daher dreht sich auch ein Großteil meiner Blogposts um dieses Thema, seien es Superheldenheftchen,3 Mangas, Disneycomics,4, frankobelgische Alben oder inhaltsschwere Graphic Novels. Viel mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Ich liebe Comics in all ihren Erscheinungsformen und werde niemals genug davon bekommen.

ComiXology

Im Falle des reinen geschriebenen Worts habe ich schon lange meinen Frieden mit dem digitalen Lesen gemacht. Tatsächlich gefällt mir der E-Book-Reader inzwischen sogar meist am Besten, irgendeine haptische oder gar olfaktorische Leseerfahrung fehlt mir nicht im mindesten.

Als Ausnahme bleiben besonders illustrierte Bücher, wie beispielsweise die Zamonien-Romane von Walter Moers. Und natürlich Comics. Wobei es fast geschafft hätte, mich auch bei den bunten Bildchen zu digitalisieren.

Die Comiclese-App und -Plattform wurde 2007 gegründet, ich bin – wie so oft – erst ein paar Jahre später darauf gestoßen. In der kurzen Zeit bis sie wieder verschwand – beziehungsweise nach Erwerb durch Amazon in die Kindle-App aufging5 – hatte ich aber durchaus große Freude daran. Es ist ihr hervorragend gelungen – zum Beispiel durch eine Panel-weise Leseoption – den Lesegenuss ins Digitale zu übertragen.

Wobei dieser Genuss und diese Freude stark an das dabei verwendete Endgerät gekoppelt sind. Auch wenn ich es mir eine zeitlang einreden wollte, auf dem Smartphone bringt es nichts, es muss schon ein Tablet sein – für einen Android-Puristen nicht ganz einfach.

So, oder so. ComiXology gibt’s nicht mehr, auf Papier sind Comics aber ohnehin am schönsten.

Cowboy Bebop

Auch wenn ich erst recht spät in das Thema eingestiegen bin und über eine entsprechend dünne Datengrundlage verfüge, zähle ich zu einem herausragenden Beispiel dieses Genres und zu einer der besten Science-Fiction-Serien überhaupt. Und ja, mir hat sogar die Live-Action-Version gar nicht mal so schlecht gefallen.

Cthulhu

Eine Zeitlang haben mich die Werke eines gewissen Herrn Lovecraft in ihren Bann gezogen. Vor allem die TraumlandeGeschichten mochte ich ich sehr gern – und mag sie auch heute noch. In eben jener Zeit war ich außerdem intensiv mit Pen&Paper beschäftigt und entsprechend begeistert bei etlichen CthulhuSpielrunden dabei.

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  1. wo es noch heute ruht[]
  2. daher auch die „Chroniken“ im Titel[]
  3. egal ob Marvel oder DC[]
  4. von Carl-Barks-Klassikern bis zu Lustigen Taschenbüchern[]
  5. wodurch immerhin ein paar Funktionen erhalten geblieben sind[]

Lesetagebuch: gefangen im Bobiverse

Lang ist’s her, dass es mich derart in ein literarisches -Universum hineingezogen hat, zuletzt vermutlich bei der Langen Erde. Den Bobiverse-Romanen von Dennis E. Taylor ist es jedenfalls erneut gelungen. Im Überschwang der Begeisterung habe ich allen vier auf deutsch erschienenen Romanen1 drüben bei Goodreads fünf Sterne gegeben – obwohl sie streng genommen nicht durchgehend zu 100 Prozent perfekt geraten sind.

Großartige Grundidee

Es gehört allerdings zu meinen „Unarten“, dass ich schnell zum kritiklosen Fanboy mutiere, sobald mich ein Stück Fiktion zu fesseln vermag, was hier bereits der Grundidee gelang. Held der Romane ist nämlich Bob, ein verstorbener Softwareentwickler des frühen 21. Jahrhunderts, dessen Bewusstsein 100 Jahre später aus seinem eingefrorenen Gehirn in eine KI hochgeladen wird, um Von-Neumann-Sonden zu steuern, die das Universum nach besiedelbaren Planeten durchforschen sollen. Eine Aufgabe, die er sogleich wie der Entwickler und Projektmanager, der er zu Lebzeiten war, angeht. Selbstverständlich ist er zudem ein mit allen popkulturellen Wassern gewaschener Nerd seiner Generation, der mit entsprechender Begeisterung zu Werke geht und keine Anspielung auslässt.

Aus dem einen Bob werden sehr schnell sehr viele, was den Titel des ersten Bandes2 erklärt.

Und eben jenen Ansatz, die Themen Transhumanismus, KI und Raumfahrt auf diese Weise zu vermengen, halte ich schon für ganz wunderbar – zumal er auch sehr gekonnt umgesetzt wird.

Wunderbarer Weltenbau

Das Setting kommt trotz einiger dystopischer Ansätze3 sehr rationalistisch und wissenschaftsbejaend daher. Konflikte und Probleme werden stets mittels Technik, Forschung und Fortschritt gelöst – auch wenn sie meist mit denselben Mitteln verursacht wurden. Zudem bemüht sich der Autor, wissenschaftlich so akkurat wie möglich zu bleiben, achtet zum Beispiel auf interstellare Reisezeiten und Zeitdilatation bei relativistischen Geschwindigkeiten. Auch bei SF-Technologie versucht er zumindest ein Gefühl wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit zu erzeugen.4 Hard-SF im besten Sinne also.

Das gefällt mir außerordentlich, auch wenn es zur Folge hat, dass die mitschwingenden philosophischen Fragen manchmal ein bisschen zu profan technologisch behandelt werden. Da hätte es gern eine Prise mehr Stanisław Lem sein dürfen. Aber die Fragen werden immerhin nicht ignoriert. Ob mir allerdings der Dreh im vierten Band so gefällt, die unsterbliche Seele als Quantenzustand durch die pseudowissenschaftliche Hintertür einzuführen, weiß ich auch noch nicht so recht.

Insgesamt wird aber eine sehr interessante, einfallsreiche und stimmige Welt entwickelt, die sich in den vier Bänden schließlich über etliche Jahrzehnte bis Jahrhunderte, dutzende Lichtjahre mit mindestens genauso vielen spannenden Sonnensystemen und eine unüberschaubare Vielzahl immer variantenreicherer Bob-Klone erstreckt, die sich bald in etliche Fraktionen aufspalten.

Aus der erzählerischen Not, eine körperlose KI als spannende Haupt- und Identifikationsfigur zu beschrieben, hat der Autor eine Tugend gemacht, indem er Bob kurzerhand einen virtuellen Körper nebst Umgebung programmieren lässt. Nachdem er dann noch die überlichtschnelle Kommunikation erfindet, spannt sich zudem ein virtuelles Internet über die erzählerische Welt – das titelgebende Bobiverse.

Doch damit nicht genug, die Welt entwickelt sich konsequent, stimmig und oft auch überraschend weiter. Falls noch nicht getan, lest unbedingt mal rein.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich jetzt aber noch ein paar Worte über die Dinge verlieren, die eigentlich für Punktabzug hätten sorgen müssen.

Ein paar kleine Abstriche

Allein durch die Gestaltung der Hauptfigur ist die Lesendenzielgruppe leider ziemlich eng gefasst. Bob ist der Idealtyp eines weißen männlichen Gen-X-Nerds und füllt diese Rolle mit allen Klischees und popkulturellen Anspielungen voll aus. Für mich persönlich mag das nicht so dramatisch sein, da ich zufälligerweise exakt in diese Zielgruppe passe. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Personen, die etwas aus diesem Raster fallen, schnell von Bob genervt sind.

Dass zumindest in den ersten Bänden eigenständige weibliche Protagonisten ziemlich dünn gesät sind, mag mit dem ersten Punkt zusammenhängen. Mehr als Gedankenlosigkeit will ich dem Autor hier aber nicht unterstellen. Denn ob aus eigenem Antrieb oder auf subtile Hinweise hin hat er in den späteren Bänden ein paar hinzugefügt.

So sehr mich der Weltenbau begeistert hat – für meinen Geschmack hat es sich der Autor in einigen Grundannahmen etwas zu einfach gemacht. Mir ist klar, dass das ganz bewusste Entscheidungen sind – wie zum Beispiel auch, dass er das Thema Sexualität fast komplett ausgespart hat. Dadurch dass die Entwicklung des Lebens, von Intelligenz und Kulturen als derart erdähnlich vorausgesetzt wird, beraubt er sich meiner Meinung nach aber  etlicher erzählerischer Möglichkeiten. Auch hier hätte mir ein wenig mehr Lem5 sehr gefallen. So sind die beschriebenen Aliens – außer vielleicht die „Anderen“ – letztlich alles Menschen mit leichten kulturellen Spleens und variierendem Äußeren. Wie bei – aber ich gehe stark davon aus, dass das genau so beabsichtigt ist.

In einem Punkt finde ich es aber leicht problematisch, nämlich wenn im ersten Band die steinzeitlichen Deltaner beschrieben werden. Hier wird reichlich unüberlegt ein urzeitliches Gesellschaftsbild übertragen, das aus einem Was-Ist-Was-Buch der 70er Jahre stammen könnte – und vermutlich da schon überholt war: natürlich gehen bei den Deltanern nur die Männchen auf die Jagd, der intelligente Faustkeil-Ingenieur ist selbstredend ebenfalls ein Männchen, das einzige bedeutendere Weibchen im Stamm ist die fortschrittsskeptische abergläubische Heilerin. Aber auch das hat der Autor in den späteren Bänden besser hinbekommen.

Schließlich könnte ich mir vorstellen, dass vor allem die drei ersten Bände für viele Lesende etwas zu ähnlich daherkommen. Das hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich gestört, da ich alle Bücher nahtlos in einem Stück runtergelesen habe. Zudem verweile ich in einer literarischen Welt, die mir zusagt, gern etwas länger. Dennoch war auch ich froh, als in Band vier mal ein wenig mehr Variation ins Spiel kam und das bis dato reichlich homogene Bobiverse endlich begann, sich in Fraktionen zu zerlegen.

Mehr davon!

Obwohl der englischen Sprache durchaus mächtig, harre ich mehr oder weniger geduldig der deutschen Übersetzung des aktuellen fünften Bands.6 Wie ein Vöglein mir zwitscherte, muss ich damit wohl noch bis zum nächsten Jahr warten. Aber ich freu mich drauf. Was mögen wohl die bösen Sternenflotten-Bobs im Schilde führen? Welche Weisheiten wird die Matroschka-KI verkünden, wenn sie denn fertig ist? Und bekommen wir das noch offene Trope eines Oberfiesling-Bobs präsentiert, nach Art eines Evil-Morty oder Rick Prime? Ich bin gespannt!

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  1. Band 5 gibt’s bislang nur in inglisch[]
  2. „Ich bin viele“ beziehungsweise „We are Legion“[]
  3. immerhin findet ein Atomkrieg auf der Erde statt[]
  4. erschreckenderweise betrifft seine akkurateste Vorhersage die politische Entwicklung in den USA[]
  5. ja, den mag ich[]
  6. auch wenn die Übersetzung nicht immer perfekt scheint – „Railgun“ muss jetzt nicht zwingend in „Schienenkanone“ übertragen werden, oder?[]

Das Große Nerdlicht-Abecedarium: B

Ein ist eine muntere alphabetisch sortierte Auflistung von Begriffen – im Grunde ein kleines Lexikon, das sich nicht allzu ernst nehmen muss. Wie geschaffen für eine -Rubrik. Lest und bestaunt also das Große Nerdlicht-Abecedarium!

Diesmal zum Buchstaben B wie

Batman

In den großen weiten Welten der Superheldengeschichten ziehe ich in der Regel die aus dem Hause jenen von vor. Ein wenig zumindest, in Wahrheit mag ich sie alle beide.1

Eine Sonderstellung unter den Helden über alle Verlage und Universen hinweg hatte bei mir immer . Was ihn interessant macht, ist zum einen seine Sonderstellung als einfacher Mensch, der sich trotzdem unter den gottgleichen DC-Helden behaupten – und sie im Notfall sogar besiegen – kann. Und dann war es die endgültige Entwicklung der Figur und seines Umfelds hin zu einem ernsten, brutalen und – vermeintlich – realistischen Ton in und ab den 90ern, die ich damals reizvoll fand.

Inzwischen muss ich gestehen, dass ich viele der seither replizierten Handlungsmotive etwas über habe. Ein- vielleicht zweimal war es ja ganz witzig, dass er in einem Zweikampf gegen Superman bestehen oder sogar gewinnen kann. Aber spätestens seit dem unsäglichen „Martha-Moment“ gehört das abgehakt.

Ja, schlechte Verfilmungen gelten nicht und nach dem -Run habe ich Batmans originäre Abenteuer auch nur noch sporadisch verfolgt. Dennoch bleibt mein Gefühl, dass die Figur inzwischen ein wenig auserzählt ist.2

Interessanterweise gilt das weniger für das Universum, das um ihn herum gestrickt wurde. Batman-Geschichten ohne Batman haben für mich unverändert großen Reiz, seien es die Gotham-Central-Comics über den Alltag in einem „normalen“ Polizeirevier oder zuletzt die TV-Serie über den Pinguin.

Battlestar Galactica

Seit ich die Neuauflage des guten alten Kampfsterns Galactica mit einiger Verspätung konsumiert habe, ist meine liebste -Serie überhaupt. Meine diesbezügliche Begeisterung habe ich schon oft kundgetan, zunächst in einem sehr ausführlichen Bingetagebuch: Battlestar Galactica, später habe ich mich sogar zu einer Rechtfertigung des vermeintlich verkorksten Serienfinales hinreißen lassen. So say we all!

Bingetagebuch

Für die mehr oder weniger regelmäßigen Berichte über meinen zunehmenden Serienkonsum habe ich 2017 die Blogrubrik Bingetagebuch eingerichtet.3 Zunächst befüllte ich sie überwiegend mit Sammelartikeln über meinen aktuellen Streamingstand, ging dann aber mehr und mehr zu Einzelartikeln über konkrete Serien über. Regelmäßige vom inspirierte Best-of-Listen runden das Angebot ab.

Blog

Um gleich die wichtigste Frage zu klären: der oder das Blog? Da es sich ursprünglich um eine Abkürzung von „Weblogbuch“ handelt, tendiere ich zum sächlichen Artikel und gebe mir Mühe, diesen auch durchgehend zu verwenden. In meinem allerersten Post Anno 2007 vergleiche ich dieses Medium mit den guten alten Egozines, weswegen dieser Begriff auch unverändert seinen Platz im Untertitel meines Auftritts hat.

Seitdem ist meine Freude ungebrochen, hier meine ungeordneten Gedanken zu allerlei Zeugs kundzutun. Dabei bin ich mir für keine vermeintlich überkommene Tradition zu schade und nehme regelmäßig diverse Aktionen, Paraden, Stöckchen und Challenges mit.

Auch das Entdecken, Lesen und Verlinken anderer Blogs ist meine Lieblingsbeschäftigung im Netz. Auch wenn ich sonst nicht so zu übertriebener Nostalgie neige, ist mir diese traditionellere Form des Internets dann doch am liebsten.

Blog Comment Challenge (BCC)

Zum zehnjährigen Jubiläum meines Blogs hatte ich mir eine kleine Aktion überlegt und zwar die Blog Comment Challenge 2017 beziehungsweise . Darin hatte ich mich selbst dazu herausgefordert, über den Zeitraum von zehn Wochen insgesamt zehn Blogs mit je zehn Kommentaren zu beglücken.

Hat damals ganz gut funktioniert – heute sind leider nur noch vier dieser Blogs im Netz zu finden, weswegen ich auch nur vier der entsprechenden Artikel behalten habe.

Könnte man eigentlich mal wieder machen, oder?

Blogger/Blogspot

In den ersten fünf Jahren fand man dieses Blog auf Googles Plattform Blogger beziehungsweise Blogspot, wie sie ursprünglich hieß. Damals noch unter dem etwas sperrigen Titel Schreiberlings Egozine.

Ich habe Blogger in recht guter Erinnerung – tatsächlich weiß ich aber kaum noch, wie das da funktioniert hat. Für den Einstieg und den Anfang war ein solches Rundum-Wohlfühl-Paket jedenfalls ziemlich hilfreich. Den Umzug auf den eigenen Server mit eigener -Installation habe ich jedoch nie bereut.

Blogroll

Wie es sich für ein traditionsbewusstes Blog gehört, habe ich natürlich auch eine Blogroll, auf der ich jene Seiten verlinke, die ich gern regelmäßig lese. Müsste dringend mal aktualisiert und erweitert werden. Aber man kommt ja immer zu nix.

Bluesky

Seit meine einstige Lieblings-Social-Media-Plattform endgültig dem Bösen anheimgefallen ist, tummele ich mich neben Mastodon gern bei . Der Microblogging-Hoffnungsträger scheint mir inzwischen ganz gut etabliert zu sein und macht mir zumindest einigen Spaß. Mal schauen, wie lange das hält. Auch hier heiße ich übrigens HerrKowski.

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  1. Und die anderen natürlich auch: Invincible, The Boys, Umbrella Academy, die wenigen Sachen von Image, die ich kenne und so weiter und so fort[]
  2. Was mich natürlich nicht daran hindert, immer mal wieder zu einem Batman-Sammelband zu greifen.[]
  3. und später einige ältere Artikel zum Thema nachverschlagwortet[]

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