Schlagwort: PerryRhodan

Lesetagebuch: Der Mond in der Halle und Dampf auf der Scheibenwelt

Dafür bleibe ich Perry Rhodan treu und erfreue mich an der letzten technologischen Revolution auf der Scheibenwelt. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Perry Rhodan: Nun hab ich nicht zwingend den Ehrgeiz, den Erscheinungstermin der Erstauflage „einzuholen“ (aktuell ist glaub ich gerade 2858 draußen). Dennoch konnte ich letzte Woche die beiden Hefte 2852 und 2853 wegschmökern. Ersterer aus der Feder von Leo Lukas hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht – auch weil ich den Herren als einen der besseren Autoren zu meiner Zeit in Erinnerung habe. Der Cliffhanger hat mich hingegen wieder versöhnt, finden die Helden doch am Ende aller Zeiten (wo sie sich gerade aufhalten) nichts Geringeres als den Mond – inmitten einer gewaltigen Halle schwebend. Schon die zweite (durchaus legitime) Anhalter-Anspielung bzw. Hommage. Diesen Cliffhanger greift im Folgeband mit Oliver Fröhlich dann einer der für mich neuen Autoren auf und bestätigt mit seinem flotten Stil sogleich meine Vermutung, dass die heutige Autorengeneration ein bisschen mehr auf dem Kasten hat.

Aktueller Lesestoff

Der letzte Mensch: In Band 2854 setzt Oliver Fröhlich seine Handlung um die Erkundung des zukünftigen Mondes fort. Bin da noch am Anfang, es bleibt aber spannend und flott geschrieben.

Toller Dampf voraus: So, der Zug ist auf den Gleisen – beziehungsweise ist immerhin schon mal ein Investor gefunden. Ja, auch dieser Scheibenweltroman macht mir wieder viel Spaß – auch wenn es vielleicht nicht mehr so gelingt, in die Straßen Ankh-Morporks abzutauchen und sich in Pratchetts fantastischer Welt zu verlieren. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Geschichten und ihre Charaktere in den letzten Romanen etwas schematisch und dadurch arg vorhersehbar werden. Ein bisschen anstrengend finde ich auch die Zwergenterroristen-Allegorie auf die reale Welt. Aber das ist – wie immer bei Pratchett – jammern auf hohem Niveau. Die Begeisterung für Dampfkraft und Eisenbahnen wird sehr schön dargestellt.

Atlas der fiktiven Orte: Mein Ärger über die inhaltlich falschen Mittelerde-Kapitel verraucht langsam, also blättere ich wieder mit wachsender Freude in diesem Folianten. Vor allem auch, weil er mir aufzeigt, welche fiktiven Orte ich noch dringend lesenderweise besuchen muss.

Was als nächstes?

Die Unendliche Geschichte: Das ist so eine Lücke, die mir durch obiges Buch nochmals schmerzlich in Erinnerung gerufen wurde. Zwar habe ich damals vor Äonen den Film gesehen, kann mich daran aber kaum mehr so recht erinnern – und außerdem muss man das ja wohl mal gelesen haben.

Der Linearraum-Dieb: Und natürlich wird es auch mit Perry Rhodan Band 2855 weitergehen. Da schwenkt die Handlung augenscheinlich wieder in die Milchstraße um und der titelgebende Held kommt wohl höchstselbst wieder zum Einsatz. Bin gespannt, ob es da wieder abflacht.

Lesetagebuch: Zurück auf die Scheibenwelt und ins Perryversum

Gerade ausgelesen

Olympos: Ich wollte zum Abschluss dieses Lesemarathons etwas ausführlicher werden. Beginnen wir also klassisch mit der Frage: Worum ging’s?

Gar nicht so leicht zu beantworten. Wir befinden uns in einer mehrere tausend Jahre entfernten Zukunft. Die Schauplätze der Handlung verteilen sich über das Sonnensystem – wobei bis zum Schluss nicht ganz klar ist, ob sie sich auch alle in derselben Zeit und demselben Paralleluniversum befinden. Wie schon im Vorgängerband Ilium verläuft ein Handlungsstrang im antiken Troja, wie Homer es beschrieben hat. Der Ablauf der Geschehnisse hat sich mittlerweile aber komplett von denen in der Ilias entfernt. Wie sich schon im ersten Band herausstellte, sind die Götter offenbar genetisch und technologisch extrem aufgemotzte Nachmenschen, die ihren Göttersitz auf dem terraformten Mars eingenommen haben und mit einer Art Wurmlochtechnologie auf die pseudoantike Ilium-Erde wechseln, wo der Krieg um Troja minutiös nachgespielt werden soll. Durch die Ereignisse des ersten Bandes haben sich die Menschen dort jedoch gegen die Götter gewandt, wobei sie von künstlichen Wesen aus dem äußeren Sonnensystem unterstützt werden, die eigentlich nur nachschauen wollten, was die Nachfahren ihrer einstigen Schöpfer (die Menschen) da auf dem Mars treiben. Achilles, Hektor und Co. ziehen jetzt also gegen Zeus und seine Bande ins Feld – und schneiden dabei gar nicht mal schlecht ab. Die Handlung auf der zukünftigen (und „echten“) Erde dreht sich weiterhin um die letzten verbliebenen Altmenschen, die im Grunde nur versuchen, wieder ein bisschen Kultur zu entwickeln und herauszubekommen, was eigentlich in den letzten Jahrtausenden passiert ist – was von diversen surrealen Monstern, die auf einmal überall auftauchen erheblich erschwert wird. So weit, so verwirrend.

Noch schwieriger wird es bei der Frage: Was soll das ganze? Beziehungsweise: Was will uns der Autor eigentlich sagen? Ein abschließendes Urteil habe ich mir ehrlich gesagt nicht bilden können. Der erste Band lebte von der Freude, die Homerische Ilias möglichst exakt mit den Mitteln der Science-Fiction nachzuerzählen. Ich möchte sagen, dass dies auch der eigentliche Zweck des Buchs war. Die anderen Handlungsstränge schienen nur dazu zu dienen, dieses Szenario einzurahmen und in eine eingermaßen stimmige Zukunftsvision einzubetten. Band zwei versucht, das alles irgendwie zu aufzulösen und … ja was? Bei Hyperion ist die Sache klar: Im Grunde geht es darum, wissenschaftlich zu erklären, dass die Katholische Kirche Recht hat. Aber hier? Olympos ist eine Dystopie, deren zugrundeliegende Katastrophe das Spiel mit fiktiven Parallelwelten ist. Simmons entwickelt diesen Gedanken, den schon Heinlein mit der „Zahl des Tiers“ hatte, im Laufe des Buchs und löst auf, dass einige der bedrohlichen Monster tatsächlich physisch der menschlichen Fantasie entspringen, zu der die Nachmenschen anscheinend einen realen Zugang gefunden haben. Dieses Thema zieht sich aber nicht konsequent durch die Handlung und scheint nur ein Teilaspekt zu sein. Es schien Simmons zudem wichtig zu sein, große Teile des dystopischen Schreckens dem Wirken eines Welt-Kalifats anzulasten – und an der Stelle wird das alles auf einmal extrem heikel.

Kommen wir abschließend zur entscheidenden Frage: Wie war’s? Der letztgenannte Punkt verdirbt den Genuss vieler guter Ideen und spannender Szenen enorm – ist aber nicht mal das Hauptproblem dieses Romans. Es läuft vermutlich darauf hinaus, dass der Autor selbst nie so ganz wusste, worauf er eigentlich hinauswollte. Die oben genannte Grundidee von Ilium find ich immer noch klasse – aber darüber hinaus wollte Simmons offenbar nichts stimmiges einfallen. War dann wohl auch der Grund, weswegen ich mich so gequält habe.

Die Mnemo-Korsaren: Auch Perry Rhodan Band 2851 wusste zu gefallen. Somit ist der Entschluss gefasst: Ich bleibe erst einmal dabei. In den Jahren meiner Abstinenz ist eine neue Autorengeneration herangewachsen, die einige Dinge, die mich zuletzt gestört hatten, wohl etwas frischer angeht. In diesem Montillon-Band ist mir erneut angenehm aufgefallen, wie lebendig und nachvollziehbar die Akteure dargestellt werden. Das hatte ich dazumal oft schmerzlich vermisst. Auch wenn die Action-Handlung über den Kampf zwischen dem Helden Atlan und einem „Schurken-der-Woche-Paar“ (die titelgebenden Korsaren) für die Metahandlung kaum von Bedeutung sein dürfte, hat sie doch zu unterhalten gewusst. Zudem fand sie in einem herrlich fremdartigen Umfeld voller absurd guter Ideen statt. Mehr davon!

Civil War: Die Comic-Vorlage für die aktuelle Marvel-Kino-Klopperei ist natürlich auch Bestandteil der von mir gesammelten Hachette-Reihe. Gerade dieser Band war jedoch schnell vergriffen und auch über die einschlägigen Onlineportale nur schwer zu ergattern. Mittlerweile ist es mir aber gelungen und ich hab die ikonische Keilerei sogleich verschlungen. Auch angesichts der großartigen Zeichnungen ist Civil War ein Meilenstein der Marvel-Historie (mein Favorit bleibt der Moment, in dem sich Spidey öffentlich demaskiert). Auch weil er sich so gut in eine noch weiter gefasste Metahandlung einfügt, die mindestens vom Heldenfall der Avengers bis zum Aufstieg und Fall von Norman Osborn reicht.

World War Hulk: Während sich die Superhelden in ihrem „Civil War“ gegenseitig die sprichwörtliche A-A rausgeprügelt haben, war der Hulk übrigens gerade nicht da. Den hatte man zuvor auf einen fernen Planeten verbannt, damit er auf Erden keinen Schaden mehr anrichten kann. Ist natürlich schief gegangen und nun ist er wütender als je zuvor wieder zurück und hat allen Superhelden der Welt den Krieg erklärt. Ich persönlich mag den Zeichenstil von Romita Jr. ja nicht so gerne – hier gelingt es ihm aber, den bombastischen Rachefeldzug des Grünen Goliath gut in Szene zu setzen. Die Handlung ist naturgemäß vergleichsweise simpel gestrickt und reicht an den Vorgänger „Planet Hulk“ nicht ganz heran. Spaß macht’s trotzdem.

Aktueller Lesestoff

Atlas der fiktiven Orte: Tja, nach den enttäuschenden Mittelerde-Kapiteln ist das Buch in meinem Ansehen gesunken (ich habe berichtet). Entsprechend greife ich etwas seltener danach und beäuge die weiteren Kapitel beispielsweise zum Land OZ deutlich kritischer. Immer schwingt die bange Frage mit „Hat der Autor auch wirklich Ahnung, wovon er da schreibt?“ Ich bleibe dennoch dran.

Spaykels Rache: Der Perry Rhodan Band 2852 stammt aus der Feder von Leo Lukas, ein Autor, den ich noch aus meiner Zeit kenne – und den ich damals zu den guten gezählt habe. Entsprechend hoch ist meine Erwartung – auch wenn der Heftroman die Füllhandlung des Vorgängerbandes etwas übermäßig auszuwalzen scheint. Tatsächlich gehen sich die ersten Seiten etwas schleppender an, als bei Montillon. Mal sehen.

Toller Dampf voraus: Endlich geht es wieder auf die Scheibenwelt. Die beiden letzten Werke des Meisters schiebe ich schon viel zu lange ungelesen vor mir her. Jetzt, da ich Olympos durch habe, gibt’s auch keine Ausrede mehr. Auch wenn mich die späteren Bücher nicht mehr so begeistert haben, wie einst (was auch an dem neuen Übersetzer liegen mag), bereiten mir schon die ersten Seiten wieder einige Freude. Mit diesem Band führt Pratchett die Modernisierung seiner einstigen Fantasy-Welt weiter voran – und in mehrfachem Sinn zu einem (würdigen) Abschluss. Immerhin wird nichts geringeres als die Dampfmaschine erfunden.

Was als nächstes?

Im falschen Babylon: Konsequenterweise steht nun natürlich der nächste Perry-Rhodan-Band mit der Nummer 2853 an. Mal schauen, ob ich schnell genug bin, dass ich alsbald das aktuelle Erscheinungsdatum der Serie einhole. Da hänge ich glaube ich vier, fünf Wochen hinterher. Und es muss mir natürlich weiterhin gefallen.

Lesetagebuch: noch mehr Perry Rhodan … eventuell

Mittlerweile spiele ich sogar ernsthaft mit dem Gedanken, wieder probehalber in die Serie einzusteigen. Zumal ich bald endlich mit „Olympos“ durch bin. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

  • Die Jenzeitigen Lande: Hinter diesem ulkigen Titel verbarg sich ein richtig schicker kleiner SF-Roman. Das Perry-Rhodan-Heft Nr. 2850 hat mir überraschend gut gefallen. Woran lag’s? Ich glaube, mir hat es vor allem die bild- und lebhafte Beschreibung einer sehr fremdartigen Umgebung angetan, in der die Helden unterwegs waren. Der gute alte „sense of wonder“ wehte ebenfalls durch die Romanzeilen, sodass mich fast ein wohliger nostalgischer Schauer erfasste. Zudem wurde komplett auf Dinge verzichtet, die mich einstmals so genervt und letztlich zum Ausstieg aus der Serie getrieben haben – allem voran dämliche Charaktere mit nicht nachvollziehbaren Motivationen und Handlungen. Doch, das war fein.
  • Howard the Duck: Marvel konnte offenbar schon in den 70ern selbstironisch und witzig sein. Mir hat diese Klassiker-Sammlung aus der Hachette-Reihe jedenfalls gut gefallen. Gibt’s eigentlich nennenswerte modernere Inkarnationen dieser Ente?

Aktueller Lesestoff

  • Olympos: So! Nagelt mich ruhig drauf fest: Nächste Woche hab ich das Ding endlich durch. Bin mitten im Showdown, der sich noch spannender – und somit auch flüssiger – liest, als die 800 Seiten davor. Die schwarzen Löcher werden entschärft. Odysseus bittet Circe, die Hightech auf der Erde wieder einzuschalten und das Mittelmeer zu fluten. Die Titanen stürmen gerade den Olymp. Doch, es geht mächtig zur Sache jetzt. Aber es schleichen sich erstmals auch Handlungselemente ein, die mir weniger gefallen. Doch dazu mehr, wenn ich es endlich fertig habe.
  • Atlas der fiktiven Orte: Nach der Lektüre des Kapitels über Mittelerde ist dieses Kartenwerk deutlich in meinem Ansehen gesunken. Was mir schon in den Kapiteln zum Auenland und zu Gondor komisch aufgefallen ist, tritt hier endgültig zu Tage. Der Autor Werner Nell hat ganz offensichtlich noch nie irgendwas von Tolkien gelesen. Schon in den anderen Kapiteln faselt er immer vom „dritten Ring“, die „Valar“ nennt er hier kontinuierlich „Vatar“ und auch Beschreibung und Analyse dieses „fiktiven Orts“ sind eher schwach auf der Brust. Schade.

Was als nächstes?

  • Perry Rhodan: Wie oben bereits angedeutet, spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, wieder probehalber in die größte Science-Fiction-Serie der Welt einzusteigen. Nach gut zehn Jahren (nie ganz vollständiger) Abstinenz. Soweit ich das mitbekommen habe, ist mittlerweile auch eine neue Autorengeneration am Start, die mit vielen Dingen, die mich damals geärgert und genervt haben, gebrochen hat. Dass man das alles jetzt bequem digital lesen kann, macht es noch zusätzlich einfacher, die wöchentlichen Heftchen zu verkonsumieren. Vielleicht so: Ich schau mir Band 2851 an – und wenn der mich nicht komplett wieder abschreckt, gebe ich der Serie sagen wir bis Band 3000 eine zweite Chance.
  • Mars-Trilogie: Oder ich geh endlich mal „Roter Mars“ – „Grüner Mars“ – „Blauer Mars“ von Kim Stanley Robinson an. Schiebe ich auch schon etliche Jahrzehnte vor mir her.

Lesetagebuch: Perry Rhodan, eine Spinne und eine Ente

Gerade ausgelesen

  • Junge rettet Freund aus Teich: Nur scheinbar oberflächlich schildert Heinz Strunk Episoden aus seiner Kindheit und frühen Jugend im Hamburger Randgebiet der 60er und 70er Jahre. Es gelingt ihm, die Ereignisse aus Vorschulidylle und (vor-)pubertärem Rabaukentum komplett aus der Sicht seines jeweils zeitgemäßen Alter-Egos zu beschreiben – und nicht aus der Warte späterer vermeintlicher tiefenpsychologischer Einsicht des Erwachsenen. Das macht die Zeit (für die ich zugegeben einen Hauch zu jung bin) viel besser erlebbar – und der Leser kann sich selbst sein Teil denken, wieso der ein oder andere Akteur so handelt, wie er es tut. Authentisch ist das Beschriebene allemal. Und sehr kurzweilig.
  • Ultimate Spider-Man – Der Tod von Spider-Man: Was soll man sagen? Dramatisch! Mit seinem eigenständigen Ultimate-Universum ist Marvel dereinst angetreten, die klassischen Geschichten nochmal einen zacken härter und „realistischer“ neu zu erzählen. Für den sympathischen Netzschwinger bedeutete dies, dass seine Helden- und Leidensgeschichte zu einem sehr konsequenten Ende erzählt wurde. Und in diesem speziellen Superhelden-Universum bedeutet tot ausnahmsweise tatsächlich tot. Peter Parker hat einen sehr würdigen selbstlosen letzten Kampf verpasst bekommen, der durchaus nahe geht.

Aktueller Lesestoff

  • Olympos: Bin dran. Hab’s bald geschafft. Dann mehr.
  • Atlas der fiktiven Orte: Bei diesem hübschen Folianten hetze ich mich ganz bewusst nicht. Zuletzt schmökerte ich in der Beschreibung Liliputs und Lummerlands sowie der Städte Metropolis (Fritz Lang, nicht Clark Kent) und Mahagonny.
  • Perry Rhodan Band 2850: Tja. Einmal im Jahr muss ich dann wohl doch zu einem aktuellen Perry-Rhodan-Heft greifen und die Nase in meine einstige Lieblings-SF-Serie stecken. „Die Jenzeitigen Lande“ habe ich mir auf Empfehlung eines Freundes auf den Kindle gezogen. Darin sollen nämlich der bereits recht umfangreichen Kosmologie des Perry-Rhodan-Universums (in Fachkreisen auch „Perryversum“ genannt) neue Elemente hinzugefügt werden. Und was soll ich sagen: Das Ganze gefällt mir durchaus. Haben mich die zuletzt gelesenen Jubiläumsbände 2800 und 2700 noch recht kalt gelassen, liest sich dieses Heftchen hier richtig gut. Es hat zwei Helden (Perry selbst ist nicht mal dabei) in eine Welt jenseits des Endes aller Zeiten verschlagen (das Milliways lässt grüßen), die herrlich fremdartig beschrieben wird. Und tatsächlich erfährt man Neues in Sachen Perryversum. Ich bin erfreut.
  • Howard the Duck: Im Zuge der Marvel-Hachette-Sammelreihe muss ich mich nun erstmals mit dieser Ente auseinandersetzen, die in dem Superheldenuniversum von Spidey und Co. doch seltsam fehl am Platze wirkt. Und doch: Das Ganze ist recht amüsant und liest sich flott. Gar nicht mal so schlecht.

Was als nächstes?

  • Saga: Zugegeben fast eine Verlegenheits-Auflistung. Dieses herrlich absurde Fantasy-Comic-Epos habe ich schon recht lange auf der Liste. Vor Jahr und Tag gab’s Band eins mal bei Comixology für lau. Hat mich sehr begeistert – und man ist ja allgemein voll des Lobes dafür. Irgendwann lese ich das weiter. Bestimmt.

Lesetagebuch: Comic-Lexika und der Atlas fiktiver Orte

Fesselten mich in der letzten Woche doch vor allem die Lexika zu Helden und Schurken aus dem DC- und Marveluniversum. Zur Sekundärliteratur wäre auch der „Altas der fiktiven Orte“ zu zählen, den ich mir gerade zu Gemüte führe. Das ist natürlich nicht alles. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

  • Hulk – Entfesselt: Ein durchaus lesenswerter Klassiker aus der entsprechenden Hachette-Reihe. Gegen Ende trifft der Hulk auch auf die Inhumans, die zu dem Zeitpunkt wohl gerade neu im Marvel-Universum waren – und ja bald auch im Kino an Bedeutung gewinnen werden. Zur Erläuterung: Die Inhumans sind eine weitere Superhelden- (und -Schurken) Gruppe neben Mutanten, Eternals und „normalen“ Superhelden. Die Inhumans stammen dabei von Menschen ab, mit denen die außerirdischen Kree vor Äonen auf der Erde experimentiert haben (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).
  • Superhelden-Lexika: Sowohl das DC-Lexikon als auch das Marvel-Lexikon zu den jeweiligen Superhelden und Schurken waren sehr interessante – aber auch gefährliche – Lektüre. Letzteres deswegen, weil es mit Sicherheit Folgeinvestitionen nach sich ziehen wird. Denn etliche Helden, die ich noch kaum oder gar nicht kannte, haben mein Interesse geweckt.
  • Star Wars Masters Series 13: Band 13 der letzten Panini-Sammel-Reihe, in der noch die alten Dark-Horse-Comics erscheinen, trägt denTitel „Rebellion: Nadelstiche„. Das ganze spielt nach der Zerstörung des ersten Todessterns und schildert den Angriff der Rebellen auf eine riesige Treibstoffbasis des Imperiums. Leider nur noch „Legends“ – dennoch sehr spannend und gut gezeichnet. Lohnt sich sehr.
  • Perry-Rhodan-Comic #3: Das lässt sich für die neueste Comic-Adaption des klassischen Romanhefthelden Perry Rhodan leider nicht sagen. Auch die dritte Ausgabe der „Kartografen der Unendlichkeit“ weiß nicht zu überzeugen. Handlung und Zeichnungen sind maximal solide, die Charaktere und ihre Motivation sind nur vage ausgearbeitet – und von den eigentlichen Besonderheiten des PR-Universums findet sich kaum eine Spur. Ich bleibe dabei, dass es ein Fehler war, auf die Darstellung der Origin-Geschichte zu verzichten.

Aktueller Lesestoff

  • Olympos: So langsam dringe ich in das letzte Viertel vor – und komme nun auch mal dahinter, worauf der gute Dan Simmons eigentlich hinauswill – nach einem tausendseitigen ersten Teil und 700 Seiten des zweiten. Er greift anscheinend eine Idee auf, die schon Robert Heinlein in „Die Zahl des Tiers“ hatte, nämlich dass alle ausgedachten Universen auch physisch irgendwo im Multiversum existieren – und man auf technischem Wege dorthin gelangen kann. Hätte man drauf kommen können.
  • Atlas der fiktiven Orte: Wunderbare Wochenendlektüre, die ich noch eine Weile zu genießen gedenke. Und lehrreich ist der sehr schön aufgemachte Foliant obendrein. So war mir gar nicht bekannt, dass Karl May in seinem Spätwerk noch mal richtig ins Fantasy-Genre wechselte und Kara ben Nemsi in die komplett fiktiven Länder Ardistan und Dschinnistan schickte, die sich sogar auf einem anderen Stern befinden könnten.

Was als nächstes?

  • Marvel-Hachette-Reihe: Hier geht es natürlich unverdrossen weiter. Auf meinem Nachttisch liegt der unlängst erworbene Band „Daredevil: Zum Abschuss freigegeben“ und alsbald werde ich den Band zu „Howard the Duck“ in meinem Postkasten finden. Darauf freue ich mich besonders, habe ich von dieser durchgeknallten Weltraum-Ente doch noch nie etwas gelesen.
  • Perry Rhodan Band 2850: Auf Empfehlung habe ich mir den Band „Die Jenzeitigen Lande“ mal auf den Kindle gezogen. Darin sollen der PR-Kosmologie angeblich interessante Neuerungen hinzugefügt werden. Mal gucken.
  • Neuschwabenland 2: Der wunderbare Alex „Cynx“ Jahnke hat mit „Liebesgrüße aus Neuschwabenland“ den zweiten Teil seiner herrlichen Flugscheiben-Aluhut-Parodie vorgelegt. Sobald es die für den Kindle gibt landet er dort.

Lesetagebuch: Sagen, Superhelden und mehr

Unter anderem haben mein Nachwuchs und ich unsere Liebe für griechische Sagen (wieder-) entdeckt – und auch in Sachen Superhelden gibt es immer noch eine Menge zu lernen. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

  • Star Wars Annuals: Die Annual-Sonderhefte der beiden Haupt-Comic-Serien „Star Wars“ und „Darth Vader“ boten jeweils gute in sich abgeschlossene Einzelgeschichten. Bei „Star Wars“ wird das Schicksal eines Rebellenagenten geschildert, der niemand geringerem als dem Imperator selbst gegenübertreten muss. Darth Vader musste die leicht renitente Regierung eines Planeten im Verbund des Imperiums zur Räson bringen. Sehr nett!
  • Heinz Strunk in Afrika: Die Urlaubserlebnisse des Herrn Halfpape habe ich mit großer Freude gelesen. Es mag nicht ganz an seine Hauptwerke „Fleisch ist mein Gemüse“ oder „Die Zunge Europas“ heranreichen, ist aber dennoch sehr, sehr gut. Habe beim Lesen laut gelacht. Kommt selten vor.
  • Guardians of the Galaxy: Unlängst hat mich Comixology mit einem verlockenden Sonderangebot dazu verleitet, den ersten Sammelband der Marvel-Now-Reihe „Guardians of the Galaxy: Cosmic Avengers“ von 2013 käuflich zu erwerben. Wie zu erwarten hat es sich gelohnt. Angesichts des Filmerfolgs wurde das Heldenteam seinerzeit in entsprechender Konstellation wieder zusammengewürfelt (also Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot) – und durch den guten Iron Man in einer weltraumtauglichen Rüstung ergänzt. Der Plot weiß auch zu gefallen: Die galaktischen Reiche (Kree, Badoon und wie sie alle heißen) hätten gute Lust, die Erde aus der Existenz zu pusten. Nicht aus purer Bosheit, sondern weil sie schlicht Angst vor der beispiellosen Zahl an Superhelden und Superschurken haben, die nur darauf warten, die Galaxis zu behelligen, wenn die Erde erst die interstellare Raumfahrt entwickelt. Seitens Asgards hat man zwar was dagegen – dennoch beginnen bald die ersten ernsthaften Angriffe auf die Erde. Zum Glück stehen aber Star-Lord und sein Haufen bereit. Ich bin Groot!
  • Herkules und seine Heldentaten: Habe unlängst mal damit begonnen, Töchterlein Bruchstücke griechischer Sagen zu erzählen („Papa, erzählst Du mir eine Geschichte?“ – ihr kennt das). Da ich das alles so ganz detailliert auch nicht mehr im Kopf habe (Oder habt ihr alle zwölf Arbeiten des Herakles noch parat? In der richtigen Reihenfolge?), war ich froh diese Nacherzählung der Abenteuer von Herkules in einer Buchhandlung zu entdecken. Ich durfte es ihr dann auch gleich am ersten Abend komplett vorlesen.

Aktueller Lesestoff

  • Olympos: Jo, bin ich immer noch dran. Aktuell geht die Handlungsebene mit Achilles weiter, der Hephaistos als Geisel hält und mit ihm nach dem verschwundenen Zeus sucht. Fragt nicht. Wenn ich’s endlich mal durch hab, fass ich das alles noch mal ausführlicher zusammen. Ist aber weiterhin sehr gut.
  • Hulk – Entfesselt: Hier steck ich auch noch mittendrin. Klassische Hulk-Kost aus der Hachette-Classic-Sammlung, in der der Grüne Goliath ständig vom Militär gejagt wird und irgendwelche Monster verkloppt.
  • Superhelden-Lexika: Man lernt in Sachen Superhelden ja nie aus. Dass ich bei DC-Comics über die klassische Justice-League-Besetzung hinaus kaum einen aus diesem Universum kenne, war mir klar. Insofern habe ich mich über das DC-Lexikon schon mal sehr gefreut. Dankenswerterweise hat der Osterhase aber auch das Avengers-Lexikon zu den Marvel-Comichelden draufgelegt, wodurch ich festgestellt habe, auch hier noch große Lücken zu besitzen. Ich schmökere mit großer Begeisterung und stelle fest, dass ich in beide Verlage noch ne Menge investieren muss …

Was als nächstes?

  • FAZ-Comic-Klassiker: Bei der Sammlung hier geht’s auch fleißig voran. Habe unlängst die Bände mit Gaston, Lucky Luke, Donald Duck und Blueberry ergattern können. Fehlt glaube ich nur noch einer zur Komplettsammlung – und dann wird durchgeschmökert! Ich werde berichten.
  • Atlas der fiktiven Orte: Der Untertitel dieses Folianten sagt eigentlich schon alles: „Utopia, Camelot Und Mittelerde; Eine Entdeckungsreise Zu Erfundenen Schauplätzen“ – freue mich schon sehr darauf, mich bei einer schönen Tasse darin zu verlieren.
  • Perry Rhodan Comic: Die Tage erschien endlich der dritte Band der neuen Comic-Inkarnation des dienstältesten Romanheft-Astronauten der Welt. „Endlich“ nicht unbedingt deshalb, weil mich die ersten Hefte so begeistert hätten – ein Erscheinungsabstand von drei Monaten ist aber schon ein bisschen happig.
  • Star Wars Masters Series: Die alten Star-Wars-Comics aus dem Hause Dark Horse haben mittlerweile zwar nur noch „Legends“-Status – sind aber immer noch sehr gut. Ich sammele die entsprechende Reihe daher tapfer weiter und freue mich sehr auf Heft Nr. 13 – nicht zuletzt wegen der B-Wings auf dem Titelbild. Eindeutig meine Lieblings-Jäger in der weit, weit entfernten Galaxis.

Lauschet dem Goetheblick!

Mein Name ist Troy Mc… nee, quatsch Roland und ihr kennt mich vielleicht aus Podcasts wie Ausgespielt – der nicht nur Rollenspiel-Podcast oder von meinen Gastauftritten bei Andres Radio. Eigentlich ist es im Wortsinne still um mich geworden. Kürzlich hatte ich jedoch wieder Zeit und Muße gefunden, ein paar Worte in ein Mikro zu sprechen. Lauschet also der ersten – und vielleicht letzten – Folge des .

Episode 1: Perry Rhodan

In dieser Sendung plaudere ich über das neue -Comicheft „Die Kartografen der Unendlichkeit“ aus dem Hause Cross Cult, suche darin nach Ostereiern für Kenner der Romanheftserie und sinniere über die Parallelen zwischen „PR“ und den aus dem Superheldengenre.

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Doch wieder Podcast?

Als ich vor knapp drei Monaten meinen Ausstieg aus dem Ausgespielt-Team erklärte, hatte das nicht mit fehlender Lust am Medium sondern schlicht mit Terminproblemen zu tun. Daran hat sich nicht viel geändert – aber es hat sich unlängst einfach mal ein geeignetes Zeitfenster aufgetan, um dieses Experiment hier zu wagen. Ob diese Zeit- und Motivationsfenster ein regelmäßiges Phänomen wird, kann ich dabei nicht sagen. Dennoch spreche ich hier mal großspurig von einer ersten Episode – bei der es eventuell auch bleiben kann.

Erneutes Experiment

Ein Experiment dieser Art habe ich im Übrigen schon einmal gewagt – nämlich vor über drei Jahren in Form einer Einzelsendung zum Gratis-Comic-Tag. Auch damals ging es um die Frage, wie gut eigentlich meine Hardware geeignet ist – und ob eine Ein-Mann-Sendung überhaupt ein gutes Format darstellt. Bei ersterem meine ich diesmal etwas besser aufgestellt zu sein. Mittlerweile nenne ich ein ganz okayes Sennheiser-Headset mein Eigen und mein aktueller Rechner produziert zwar ein konstantes Rauschen, das sich allerdings sehr leicht mit Audacity rausnehmen lässt. In Sachen Format bin ich mir nicht so sicher, da eine solche Sendung eigentlich vom Dialog lebt. Ich rezitiere hier viel vorgefertigten Text, der auch problemlos als Blogpost funktioniert hätte. Schließlich wollte ich einfach Soundcloud ausprobieren – geht total easy.

Ein kurzer Blick

Die Idee hinter dem Format wäre, einen relativ kurzen Blick auf ein konkretes Thema zu werfen und diesen mit einem Gedanken zu verbinden. In diesem Beispiel wäre es eben der Blick auf das neue Perry-Rhodan-Comicheft und der Gedanke, welche Gemeinsamkeiten die Original-Romanheftserie mit Superheldencomics aus den Häusern Marvel und DC verbindet. Das ganze darf dann eine Viertelstunde nicht überschreiten. Sollte ein solches Format auf Gegenliebe stoßen, könnte ich mir vielleicht vorstellen, alle paar Monate mal nach einem weiteren Zeitfenster Ausschau zu halten.

Und wieso jetzt Goetheblick?

Nunja, mit dem Geheimrat hat das alles eigentlich nicht das Geringste zu tun. Ich selbst leide unter einer ganz leichten Sehschwäche, die zur Folge hat, dass eines meiner Augen weitsichtig und das andere kurzsichtig ist. Ein Augenarzt hat mir vor Jahrzehnten mal eröffnet, dass man das den Goetheblick nennt. Hat mich damals schwer beeindruckt – ich musste den Begriff irgendwann einfach mal nutzen.

Links zur Sendung

weitere Sendungen

Lesetagebuch: dampfende und gezeichnete Raumfahrer

Steampunk

Die Begeisterung für dieses Genre streift mich immer nur ganz sacht am Rande. Irgendwie finde ich es ganz reizvoll – will mich dem Hype, den es bei einigen genießt, aber nie so ganz hingeben. Man möge mir bei Gelegenheit ein Schlüsselwerk empfehlen, denn es mag durchaus sein, dass ich einfach noch nicht das „richtige“ gelesen habe. Sachen wie beispielsweise „Das Kupferherz“ haben mich nie so richtig vom Hocker gerissen – obwohl mir die allgemeine Atmosphäre durchaus zusagt.

Aktuell lese ich die ersten Steampunk Chroniken mit dem Titel Aethergarn, eine Anthologie von 2012. Gut ein Jahr zuvor hatte ich mir bereits den zweiten Band Geschichten aus dem Aether zu Gemüte geführt. Ohne jetzt im Einzelnen auf die Geschichten eingehen zu wollen, kann ich beide Büchlein durchaus empfehlen – zumindest jedem, der in diese pseudovictorianische technomagische Welt eintauchen will. Die Storys stammen von unterschiedlichen Autoren und sind naturgemäß von unterschiedlicher Qualität. Grundsätzlich gefallen mir hier solche weniger, die die Besonderheiten des Genres nicht selbst zum Thema machen. Wenn man „nur“ eine Seefahrergeschichte erzählt und dabei schlicht Begriffe austauscht (Meer=Aether, Kuba=Ganymed), dann ist mir das zu wenig. Das betrifft aber maximal die Hälfte der Geschichten.

Dabei habe ich vielleicht auch noch nicht ganz erfasst, was denn genau das Wesen dieses Genres ist – während (gute) Science Fiction uns zeigt, welche Konsequenzen technische Entwicklungen haben können und Fantasy uns Magie, Mythen und Märchen erhält. Dabei mag es sogar sein, dass der literarische Arm desselben nur zweitrangig ist. Schließlich geht es bei Steampunk viel um Stil, Flair und eine gewisse Optik.

Perry Rodener – Unternehmen Zaratustra

Auch mein alter SF-Club-Kumpel Harun spielt in seiner Perry-Rhodan-Parodie Perry Rodener mit diesem Genre. Nachdem ich ihn vor gut vier Jahren mit dem Perry Rhodan Reloaded Projekt dazu angestiftet hatte, schreibt er seine Retro-SF-Variation des dienstältesten deutschen Weltraumhelden tapfer weiter – und ich hab endlich angefangen, das auch zu lesen. Schande über mich!

Denn die Lektüre lohnt ungemein. Harun versetzt die Geschichte um den ersten Mondflug des titelgebenden Helden nämlich in eine bizarre Parallelwelt eines deutschen Kaiserreichs (beziehungsweise eines vereinigten Kaiserreichs unter deutscher Führung), das den ersten Aetherflug zum Mond unternimmt.

Das alles ist eine hervorragende Satire auf die Perry-Rhodan-Serie selbst, auf das aktuelle Berlin und auf das Deutschgetümel aller Epochen. Darin entfaltet er eine großartige Welt, in deren Detailreichtum man gern weiter eintauchen möchte. Auch wenn es manchmal etwas zu detailliert daherkommt, worunter der Handlungsfluss ein wenig leidet.

Perry Rhodan Comic

Naja, und dann versucht sich unser aller Lieblings-Raumheld wieder einmal an der neunten Kunst. Wie berichtet startet bei Cross Cult eine neue Perry-Rhodan-Comic-Serie, die alle zwei Monate ein neues Abenteuer erzählen soll. Das kommt alles sehr superheldenhaft daher und setzt bewusst in einer Lücke der Romanhandlung an, in der kaum Rücksicht auf irgendwelche kanonischen Gegebenheiten genommen werden muss.

Ich finde es immer gut, wenn meine einstige Lieblingsromanheftserie versucht, neue Wege zu beschreiten. Daher habe ich mir das Heft umgehend geschnappt und durchgeschmökert. Es hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen – ich will dem Projekt aber gern noch ein paar Ausgaben lang eine Chance geben. Denn auch bei DC und Marvel braucht so eine Handlung gern mal ein paar Hefte, ehe sie richtig in die Gänge kommt.

Sich an Superheldencomics anzulehnen finde ich dabei einen guten Ansatz. Ohnehin hat Perry Rhodan viele Ähnlichkeiten mit diesem Genre. Beides kommt aus der Pulp-Ecke, ist einerseits Wegwerfprodukt aus dem Bahnhofshandel und andererseits verehrtes Sammlerobjekt. Beide wollen Woche für Woche (oder Monat für Monat) spannende und einfache Einzelgeschichten erzählen – und gleichzeitig einen großen epischen Rahmen spannen.

Die Zeichnungen finde ich okay. Man hat hier Leute verpflichten können, die tatsächlich schon für Marvel und DC tätig waren. Vermutlich nicht aus der erste Riege – aber das alles sieht immerhin besser aus, als der letzte Versuch in diese Richtung im Jahr 2001. Hardcore-Romanheft-Fans (zu denen ich früher auch zählte) werden sich sicher aufregen, dass Rhodan nicht exakt so aussieht, wie auf dem ikonischen Titel von Heft 19, dass Icho Tolot größer und breiter und sein Kopf mit einem Zirkel gezeichnet gehört – und dass Guckys Biberschwanz zu buschig geraten ist. Da gebe ich der künstlerischen Freiheit aber den Vorzug, wenn Dynamik, Proportionen und Spannungsaufbau im Bild stimmen.

Achtung: Ab hier leichte Spoilergefahr!

Handlungsmäßig geht es Autor Kai Hirdt recht einfach an. Das Raumschiff SOL ist mit den Helden an Bord in den Tiefen des Alls verschollen. Man hat keine Ahnung, wie man in die heimatliche Milchstraße zurückkehren soll und düst erst einmal auf gut Glück los. Wie dieser Ausgangspunkt zustande kam wird mit keinem Wort erläutert. Lediglich der Kenner der Romanhandlung weiß um die Hintergründe (Konzil, Mahlstrom, Medallion, Aphilie, Schickimuck) – und sie werden auch künftig in der Comichandlung vermutlich keine Rolle spielen. Auf der Suche trifft man zufällig auf ein gigantisches Teleskop, das gerade angegriffen wird. Da man sich von den Verteidigern Informationen über die eigene Position erhofft, hilft man ihnen – leider jedoch zu spät, wodurch letztendlich das Teleskop zerstört wird. Ein kleiner Cliffhanger leitet zur Suche nach dem Heimatplaneten der Verteidiger über.

Soweit ähnelt es erst einmal eine Standard-Voyager-Folge – und ist auch nicht wesentlich spektakulärer. Das Insektenvolk der Verteidiger ist durchaus interessant und das Kern-Helden-Team aus Rhodan, Tolot, Gucky, Kotschistowa und einer neu erfundenen Pilotin ist ganz gut gecastet. Auch wenn es in der Zusammensetzung nicht von ungefähr an die Galactic Guardians erinnert. Erneut eine Parallele, an der sich dieses Projekt gern weiter orientieren darf. Denn schließlich ist es diesem Film gelungen, einem Mainstream-Publikum ein bis dato eher unbekanntes Superheldenteam schmackhaft zu machen. Vor dieser Aufgabe steht Rhodan hier auch – dabei ganz auf das in diesem Genre übliche Origin zu verzichten, halte ich aber für gewagt.

Wie gesagt: Ich bleibe dran und hoffe, dass das ganze noch ein bisschen mehr Fahrt aufnimmt.

Perry Rhodan versucht’s mal wieder als Comic

Nun beobachte ich die Entwicklung meiner einstigen Leib- und Magen-SF-Roman-Serie nur noch am Rande – dennoch war ich recht überrascht, als heute die Meldung in meine Timeline trudelte, dass Mitte Oktober eine neue Perry-Rhodan-Comicserie im Cross Cult Verlag startet.

Offenbar waren jene, die noch etwas tiefer im Fandom stecken, ähnlich überrascht. Demnach ist VPM und Cross Cult da wohl ein netter PR-Coup gelungen (hihi Wortspiel!) Nun ist es nicht das erste Mal, dass sich Deutschlands dienstältester SF-Held in diesem Medium versucht. Ich bin gespannt, ob es diesmal klappt.

Neue Abenteuer mit der SOL

Laut Cross Cult wird die neue Serie nicht am Anfang der klassischen Romanserie einsetzen und erneut die Geschichte von Perry Rhodans erstem Mondflug erzählen. Vielmehr hat man das Jahr 3540 als Einstiegspunkt gewählt – das Jahr, in dem Rhodan und die Unsterblichen mit dem Riesenraumschiff SOL von der aphilischen Erde verjagt wurden (die zu dem Zeitpunkt zu allem Übel in einer fernen Galaxis um eine fremde Sonne kreiste – man möge die Hintergründe selbst in der Perrypedia nachlesen). Dieser Ausgangspunkt ist im Jahr 1975 im Romanheft Nr. 700 (den ich kürzlich auch mal wieder gelesen hatte) erzählt worden. Über die ersten Jahre der darauf folgenden Odyssee der SOL ist tatsächlich nur lückenhaft berichtet worden – wodurch sich der Zeitraum durchaus gut für eine neue Serie eignet, die nicht viel Rücksicht auf eine kanonische Haupthandlung nehmen muss.

Comic-Trailer

Wer was auf sich hält, macht heutzutage natürlich einen Trailer – so auch Cross Cult:

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Was einem immerhin schon mal eine leichte Ahnung vom Zeichenstil gibt. Mit Marco Castiello und Michael Atiyeh wurden Zeichner gefunden, die schon für Marvel und DC den Griffel geschwungen haben. Entsprechend wirkt es hier und da recht superheldenhaft – was nichts Schlechtes ist.

Ein alter Comic-Hase

Autor Kai Hirdt ist für das Franchise kein Unbekannter. Aktuell schreibt er für den Roman-Reboot Perry Rhodan NEO, hat aber auch schon einiges an Comic-Erfahrung – ja sogar Perry-Rhodan-Comic-Erfahrung – gesammelt. In den 2000er Jahren schrieb er an der PERRY-Reihe aus dem Hamburger Alligator-Farm-Verlag mit.

Fünfter (?) Versuch

Ich bin jetzt ehrlich gesagt zu faul, nachzurecherchieren, der wievielte Versuch dies nun genau ist, Perry Rhodan im Medium Comic zu etablieren. In meinem (lückenhaften) Gedächtnis komme ich mindestens auf fünf. Da wäre als erstes der wohl erfolgreichste Versuch der ersten in Italien produzierten PERRY-Reihe aus den 60er und 70er Jahren, die vor allem durch ihren psychedelischen Zeichenstil begeisterte. Dann gab’s da wohl mal ein Einzel-Album über die Konzils-Handlung, das ziemlich grottig gezeichnet war. Irgendwann um die Jahrtausendwende versuchte man es mit einer an Superhelden-Comics angelehnte Heftreihe mit einem deutlich verjüngten Perry Rhodan, die aber auch schnell wieder in der Versenkung verschwand. Schließlich wollte die bereits erwähnte Alligator Farm ab 2006 an den Erfolg der klassischen PERRY-Comics anschließen – bzw. ihn schlicht fortsetzen. Das Projekt hielt sogar ein paar Jahre (im Rahmen des Gratis Comic Tag 2011 habe ich ein paar Worte dazu verloren – und hatte sogar einen eher unrühmlichen Anteil daran) – musste dann aber auch irgendwann die Segel streichen.

Ich drücke die Daumen

Auch wenn es dem Franchise in letzter Zeit nicht mehr gelang, mich ernsthaft zu begeistern, bin ich durchaus geneigt, diesem erneuten Comic-Versuch mit Wohlwollen zu begegnen. Mitte Oktober werde ich daher im Bahnhofsbuchhandel meines Vertrauens nach dem ersten Band suchen und ihn hoffnungsvoll schmökern.
Ich werde berichten …

Lesetagebuch: Fraktale Elfen, Dunkle Halunken und Kloppe im Weltall

Kürzlich an- beziehungsweise ausgelesen habe ich: „Fraktal“, den aktuellen „Sillage“-Band, die antiken -Bände 650 und 700, „Dunkle Halunken“, Band 1 der „Elfen“ und den ersten „Honor Harrington“.

„Fraktal“ von Hannu Rajaniemi

Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist es schon wieder etwas her, dass ich den zweiten Rajaniemi-Band ausgelesen habe – und wie bei mir so üblich ist die Erinnerung an die Details der Handlung bereits verblasst. Ich erinnere mich aber, die Lektüre sehr genossen zu haben. Diesmal meine ich sogar der teils wirren Handlung besser gefolgt zu sein, als beim ersten Band. Ich mag ja Rajaniemis Art, Begriffe fast nie zu erklären und so zu tun, als stamme der Leser aus derselben abgedrehten Zukunft, die da beschrieben wird. Denn tatsächlich denkt man sich irgendwann rein und taucht in diese Welt ein. Hat natürlich auch den Vorteil, dass er bei der Beschreibung vieler technischer Vorgänge vage bleiben kann – aber in Jetztzeit-Romanen käme ja auch niemand auf die Idee, die genaue Funktionsweise von Mobiltelefonen oder dem Internet zu erklären.

Wie auch immer: Außerdem mag ich die abgedrehte und ohne selbstauferlegte Beschränkungen konsequent weitergedachte Zukunftsvision in „Quantum“ und „Fraktal“. Während andere gern versucht, die Zukunft zu sehr an heutige Gegebenheiten anzugleichen – oder es gar zum Kern der Handlung machen, dass heutige Zustände wiederhergestellt werden –, hat Rajaniemi keine Scheu, die ganzen transhumanistischen Absurditäten konsequent zu Ende zu denken. Hochgeladene Super-Bewusstseine mit milliardenfachen Backup-Körpern treffen auf synchronisierte Schwarm-Gesellschaften und kämpfen um nichts Geringeres als die Vorherrschaft im Sonnensystem – und den Sieg über die Entropie. Großartig!

„Sillage“ Band 15: „Jagdrevier“ von Jean Davin Morvan und Philippe Buchet

Wie ich kürzlich bei Ausgespielt schon mal sagte: Meine Liebe zu dieser Comic-Serie verblasst mehr und mehr. Was mich ungebrochen bei der Stange hält ist der grandiose Zeichenstil. Ich liebe die ligne claire, die hier geradezu perfektioniert wird. Die dargestellten Raumschiffe, Aliens, technische Details und sogar die Klamotten sind derart einfallsreich und detailliert gezeichnet, dass es eine stete Freude ist. Leider lässt es handlungstechnisch immer mehr nach. Die ersten vier, fünf über die Menschenfrau Nävis, die sich – allein auf einer Dschungelwelt aufgewachsen – in einem interstellaren Raumschiffkonvoi zurechtfinden muss, sich dabei zur Superagentin entwickelt und immer mal wieder auf vage Hinweise über den Verbleib der Menschheit trifft, waren noch sehr spannend. Das rebellische Verhalten Nävis‘ war erfrischend und der dezent eingeflochtene Metaplot über ihre Suche nach anderen Menschen packend. Höhepunkt von Sillage bleibt in meinen Augen der grandiose Band 3 „Das Räderwerk“, in dem sie zum ersten Mal auf eine Spur der Menschen stößt.

Leider hat sich das alles irgendwie nicht sonderlich weiterentwickelt. Nävis ist immer noch die rebellische Moralapostelin, die gegen die nicht näher definierte Korruption des Staates Sillage ankämpft und der Spur der Menschheit nicht wesentlich weiter folgen konnte. Die Handlung der Einzelhefte bleibt meist schwach – so auch bei der 15, in der sie als Söldnerin für einen bösen Großwildjäger unterwegs ist, dessen hinterhältigem Treiben sie natürlich ein Ende setzt. Einzig der Cliffhanger weiß das Interesse des Lesers wieder etwas zu wecken – scheint es doch den eingeschlafenen Metaplot wieder etwas voran zu bringen.

„Perry Rhodan“ Band 650: „Der Bund der Sieben“ von William Voltz & Band 700: „Aphilie“ von Kurt Mahr

Das ist nun schon die zweite Gelegenheit, bei der ich mich frage, was ich früher immer an Willi Voltz gefunden habe. Die erste Gelegenheit war die Lektüre der ersten zweieinhalb Atlan-Hefte, wobei mir Nr. eins und Nr. zwei von K.H. Scheer überraschend gut gefallen haben – wogegen die Nr. drei von Voltz dermaßen abgefallen ist, dass ich ihn nach wenigen Seiten weggelegt hatte. Der Vergleich der Hefte 650 und 700 von 1974 beziehungsweise 1975 präsentiert mir meinen einstigen Lieblings-PR-Autor nun erneut als relativ schwachbrüstig. Der Auftakt zum Konzils-Zyklus aus seiner Feder hat kaum echte SF-Elemente, von social fiction ganz zu schweigen. Die Hauptfiguren handeln unglaublich dämlich – einfach mal die komplette Führungsriege der Unsterblichen mit den übermächtigen Eroberern mitfliegen lassen? Na klar! Selbst das Voltz-Special, die extrem fremdartige außerirdische Xisrapin kommt sehr blass daher.

Im direkten Vergleich ist der 700er von Kurt Mahr – man kann sich die Jubibände dank der Leseprobe-Funktion bei Amazon für lau aufs ziehen – zumindest auf den ersten Seiten um Welten spannender und SF-iger. Mit der Aphilie wagte man bei PR damals nämlich durchaus eine einschneidende Veränderung. Auf Erden herrscht in diesem Zyklus eine finstere lieblose Diktatur, die zwar stark an 1984, Fahrenheit 451 & Co. erinnert – aber eine erfrischende Abwechslung vom PR-Einerlei darstellt.

„Dunkle Halunken“ von Terry Pratchett

Hier stehe ich gerade am Anfang. „Dunkle Halunken“ ist das zweite neuere Buch aus des Meisters Feder, das nicht auf der spielt. Im Gegensatz zu „Eine Insel“ kann einem diese Tatsache im Laufe des Lesens aber immer mal wieder entfallen. Schauplatz der Handlung ist nämlich das victorianische London, das bekanntlich die kaum verhohlene Vorlage von Ankh-Morpork ist. Daher kostet es den scheibenwelterprobten Leser etwas Mühe, sich zu vergegenwärtigen, dass der zähflüssige Fluss, der da gerade beschrieben wird, nicht der Ankh, sondern die Themse sein soll. Zählflüssig gestaltet sich leider auch mein Lesefluss. Trotz vieler netter Ideen und dem gewohnt präzisen Blick für das soziale Umfeld, kommt die Handlung nicht in die Gänge. Der im Original auch titelgebende Held namens Dodger ist ein „Tosher“. Diese verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie die Kanalisation unterhalb Londons nach Brauchbarem durchsuchen, das sie verkaufen können. Damit lebt Dodger natürlich am unteren Rand der Gesellschaft – und kommt, als er eine junge offenbar adelige Frau vor üblen Peinigern rettet, unverhofft mit etwas höheren Schichten in Kontakt. Das ist durchaus kurzweilig beschrieben – wie man es von Pratchett gewohnt ist. Aber so richtig gepackt hat es mich bislang nicht – und das bin ich von Pratchett nun gar nicht gewohnt.

„Elfen“ Band 1: „Der Kristall der Blauelfen“ von Jean-Luc Istin und Kyko Duarte

Nachdem ich mit großer Begeisterung die Gratis-Comic-Tag-Ausgabe des dritten Elfen-Bandes gelesen hatte, stand der Entschluss fest: Die Serie muss ich komplett haben. So erwarb ich also die „Blauelfen“ und begann sogleich zu schmökern. Um es gleich zu sagen: So dolle wie der dritte war der erste Band dann doch nicht. Klar, es ist eine bewusst klassische -Welt – aber die Handlung ist mir dann doch ein wenig zu stark an tolkienschen Vorlagen orientiert. Letztlich geht es um ein uraltes gefährliches Artefakt und einen Erzschurken aus ferner Vergangenheit, die beide Ärger machen. Dennoch: Das alles ist sehr schick gezeichnet und hat nette Ideen – vor allem die Darstellung der Orks gefällt mir. Da die Reihe mit sechs Bänden abgeschlossen ist, werde ich ihr mit Sicherheit weiter treu bleiben. Und wer weiß: die Chancen, dass die restlichen Bände wieder so gut sind wie Band drei, sind durchaus gegeben.

„Honor Harrington“ Band 1: „On Basilisk Station“ von David Weber

Hierzu hab ich ehrlich gesagt nicht so viel zu sagen. Den ersten Band des Military-SF-Klassikers „On Basilisk Station“ gab’s im englischen Original unlängst für lau aufs Kindle. Über die ersten anderthalb Kapitel bin ich bislang nicht hinausgekommen. Ist glaub ich nicht so meins.

Lesetagebuch: John Carter, Star-Wars-Seifenoper

Den Hexer-Roman hab ich – leider – gerade durchgelesen, Injustice lese ich begeistert weiter, ich habe mich aber nun doch noch nicht dazu durchringen können, den Atlan-Zyklus zu erwerben. Berichtenswerte Neuigkeiten sind eigentlich nur mein erwachtes Interesse an John-Carter-Comics und die frohe Kunde, dass meine -Sonderband-Comic-Sammlung endlich komplett ist.

Nachklapp Hexer, Injustice, Atlan

Auf den letzten Seiten vom „Erbe der Elfen“ staunte ich schon ein bisschen, dass ich für diesen hervorragenden -Roman so lange gebraucht habe. Ich hatte ja unlängst den hinkenden Vergleich zu den -Romanen von Terry Pratchett gewagt – und da hatte ich noch nicht mal die kurze Hommage von Sapkowski an Pratchett in einer Szene in der Universität von Oxenfurt gelesen, wo er einen entflohenen Orang-Utan über den Campus laufen lässt. Sehr kurzweilig! Injustice lese ich mit ungebrochener Begeisterung weiter – auch wenn man zeitweise den Eindruck hat, dass erst einmal das gesamte -Universum mit allen Helden und Schurken abgearbeitet werden muss. Doch die herrlich konsequente Grundidee, dass Superman die Nase voll hat, und jetzt mal RICHTIG für Ordnung sorgt, bleibt erhalten – und damit der Lesespaß. Bei Atlan war es komischerweise der Roman meines ursprünglichen -Lieblingsautoren William Voltz, der meine anfängliche Begeisterung wieder etwas gedämpft hat. Ich überlege noch, ob ich mir das ganze Condos-Vasac-Paket jetzt hole oder nicht.

John Carter of ComiXology

Vor ein paar Monaten habe ich endlich mal John Carter gesehen. Ich fand ihn ziemlich schick und bedaure es, dass er so gefloppt ist und die eigentlich geplanten Fortsetzungen damit nie kommen werden. Der kurze Gedanke, mir mal die zugrundeliegenden Romane zu schnappen, wurde mir wieder ausgeredet. So 100 Jahre altes Pulp-Zeugs ist heutzutage doch oftmals recht mühselig zu lesen. Aber es gibt auch John Carter , die glücklicherweise bei erhältlich sind. Zum einen eine Romanadaption aus dem Hause , die in zwei „Staffeln“ a fünf Heften – Princess of Mars und Gods of Mars – die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegsoffiziers erzählt, den es auf mystische Weise auf den Mars verschlagen hat. Im Gegensatz zum Film scheint mir diese Version noch etwas dichter an der pulpigen Vorlage zu sein. Außerdem gibt es noch eine vierbändige Reihe namens World of Mars, die auf der Filmadaption beruht und ihre unmittelbare Vorgeschichte erzählt. Für beide Reihen bietet ComiXology den ersten Band für lau an. Beide haben mir gefallen und werden weiter gelesen. Die anscheinend noch laufende Reihe Warlord of Mars von Dynamite hab ich mir noch nicht angeschaut – scheint aber auch interessant zu sein.

Star Wars Seifenoper

Mit großem Stolz kann ich verkünden, dass meine Star-Wars-Sonderband-Comicsammlung hiermit komplett ist. Die aktuell 74 Bände aus dem Hause Dino/Panini kann ich nun mein eigen nennen. Die letzte Lücke konnte mit Band 3 „Die Hochzeit von Mara und Luke“ gefüllt werden. Sicherlich nicht das Glanzstück des Erweiterten Universums – auch wenn die gute Mara Jade – nicht ganz zu Unrecht – eine ziemlich große Fanbase hat. Als Sammler will man so eine Reihe natürlich auch bei Qualitätsschwankungen komplett haben – auch wenn man dadurch eine eher schwache Seifenoper lesen und ins Regal stellen muss. Davon abgesehen sind die Sonderbände wärmstens zu empfehlen – zum Beispiel dank enthaltener Reihen wie Dark Times oder der brandneuen Dawn of the Jedi Reihe, die nichts geringeres als das Entstehen des Jedi-Ordens vor 25.000 Jahren zum Inhalt hat.

Lesetagebuch: Atlan, Hexer, Ankh-Morpork, Injustice

Mich gelüstet danach, meine Rubrik „Lesetagebuch“ wieder aufleben zu lassen – wenn möglich gar mit einer gewissen Regelmäßigkeit – und allwöchentlich (?) über meinen aktuellen Lesestoff zu plaudern. Dabei werde ich aller Voraussicht nach meinen schleichenden Wechsel zum rein elektronischen Lesen sowohl bei als auch bei Geschriebenem dokumentieren. Denn und eBooks sind die unabwendbare Zukunft – daran werden auch und Buchpreisbindung nichts ändern.

Ehe ich also zu meinem konkreten Lesestoff komme, ein kleines Loblied auf das elektronische Lesen:

Comics lesen 2.0 – ComiXology

Schon länger bin ich sehr von den Möglichkeiten der App ComiXology begeistert. Ich hätte vorher nie gedacht, dass das Comiclesen auf so großartige Art und Weise ins digitale übertragen werden kann. Und zwar dermaßen großartig, dass es fast besser als die klassische Papierversion ist. Wer es noch nicht kennt, schaue es sich selbst mal an. Am besten genießt man das natürlich auf einem Tablet. Aber man staunt, wie klasse man sogar auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm damit Bildergeschichten lesen kann. Probiert es aus! Ich beschränke mich hier bislang auf den Genuss von englischsprachigen Superhelden-Comics im Heftchen-Format – sobald sich die deutschen Verlage wie Panini, Carlsen, Ehapa und Co. mal ein Herz fassen und (wie bereits spanische und französische Verlage) bei ComiXology mitmachen, könnte ich mir auch durchaus vorstellen, damit große Comicalben zu lesen.

eBooks, Kindle und der Untergang des Abendlandes

Seit Dezember bin ich zudem stolzer Besitzer eines Paperwhite. Auch hier war ich selbst schnell überrascht, wie viel besser mir das Lesen mit diesem Gerät gefällt, als mit einem klassischen Buch. Aus Gründen habe ich auch hier zunächst mit Heftchen angefangen – und es wird auch noch eine ganze Weile dauern, bis ich meinen SuB aus physischen Büchern abgetragen habe. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ich von nun an kein papierenes Buch mehr kaufen werde. Ja, damit werde ich dem Sterben der Verlage, Druckereien und Buchhändler im Speziellen und dem Untergang des Abendlandes im Allgemeinen Vortrieb leisten – aber da mussten die Bücher per Hand kopierenden Mönche nach Gutenberg auch durch.

Atlan – SF-Heftroman-Klassiker von 1969

Aber nun zu meinem aktuellen Lesestoff: Normalerweise müsste ich die folgenden Sätze mal wieder mit der Erklärung einleiten, dass ich schon lange nicht mehr lese und nichts mehr damit am Hut habe. Ich glaube, das kann ich mir fürderhin klemmen, da ich ja eh nicht davon los komme. Wie auch immer. Bei Perry Rhodans Verlags-Heimat VPM hat man schon sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und auf das elektronische Buch gesetzt. Sehr clever auch, dass man bald daran ging, nicht nur die neuen Sachen als eBook herauszubringen – sondern auch das klassische Material seit 1961. Was man bis vor einigen Jahren noch auf Flohmärkten, bei Antiquariaten oder eBay zusammenklauben musste, gibt’s jetzt in Paketen a 50 Hefte für schmales Geld digital auf den Reader – Geld, das jetzt, 40/50 Jahre später, wieder zum Verlag fließt. Clever! Schön auch, dass die kostenlosen Leseproben bei Amazon stets die ersten zweieinhalb Hefte eines solchen 50er-Blocks enthalten.

Meine erste Wahl fiel auf die Perry-Rhodan-Spin-Off-Serie „Atlan – Im Auftrag der Menschheit“ von 1969. Die Hefte hatte ich auch in meiner intensiven Fan-Zeit nie gelesen und dacht, ich schau mal rein. Und ich muss sagen, ich bin schwer begeistert. Die ersten beiden Hefte aus der Feder von Urgestein K. H. Scheer sind sehr solide Retro-SF im Gewande eines spannenden Agenten-Romans. Hätte ich nicht gedacht. Streckenweise steckt darin mehr als in den aktuelleren RhodanErzeugnissen. Falls sich Band drei ebenfalls als derart gut herausstellen sollte, werde ich mir das Paket wohl zulegen.

Das Erbe der Elfen (Geralt, der Hexer) – Fantasy, wie sie sein muss

Bereits in den 90er Jahren schrieb Andrzej Sapkowski seine großartigen Hexer-Geschichten. Erst vor einem Jahr habe ich die beiden Kurzgeschichtenbände „Der letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ verschlungen. Den zahlreichen Vorschusslorbeeren, die diese Bücher aus meinem Bekanntenkreis erhalten hatten, wurden sie vollauf gerecht. Ich kann das gar nicht an einzelnen Dingen festmachen. Sapkowski beschreibt eine sehr schlüssige, fesselnde und irgendwie „realistische“ -Welt und siedelt darin sehr intelligente und spannende Geschichten an, die nicht selten bekannte Märchenmotive aufgreifen. Ein bisschen wie ein „ernster Terry Pratchett“ – auch wenn der Vergleich an vielen Stellen hinkt und Sapkowski durchaus auch viel Humor in die Geschichten einbringt. Momentan stecke ich mitten im ersten durchgehenden Roman „Das Erbe der Elfen“, dessen Grundthema die Verdrängung der „alten Völker“ durch die Menschen ist. Klingt vielleicht ein bisschen ausgelutscht – ist hier aber grandios umgesetzt.

Unterwegs auf den Straßen von Ankh-Morpork

Ich bin bekanntermaßen ein großer Freund der – und ich meine jetzt ausdrücklich die Welt, die Pratchett in seinen Romanen beschreibt und nicht die Romane selbst. Die mag ich auch, aber ich lese sie hauptsächlich deswegen so gern, weil ich mit ihnen eben in diese Welt eintauchen kann. Das mag der Grund sein, warum ich „Sekundärliteratur“ zur Scheibenwelt immer sehr schätze. Entsprechend groß war die Freude, als ich auf meinem weihnachtlichen Gabentisch den Ankh-Morpork-Stadtführer fand. Neben einer riesigen Karte der größten Stadt der Scheibenwelt enthält er zahlreiche detaillierte Informationen über die fiktive Metropole. Damit reiht sich der Band ganz gut in die ebenfalls von mir hochgeschätzten Scheibenwelt-Kalender ein – und könnte hervorragend als Hintergrundmaterial für jede -Runde auf dem Rücken der Schildkröte dienen.

Injustice – Superman dreht durch

In Sachen Superhelden bin ich ja tendenziell mehr so der -Freund. Im Zuge der -Schose habe ich mich zwar etwas intensiver bei eingelesen und etliches für gut befunden – bin aber letztlich nicht hängen geblieben. DC und vor allem ihren blassen Haupthelden Superman schätze ich aber immer dann besonders, wenn die üblichen Gleise verlassen und die Geschichten mal etwas radikaler, konsequenter und ohne irgendwelche Restriktionen erzählt werden. Schöne Beispiele sind da immer die „Rückkehr des Dunklen Ritters“ und „Genosse Superman“.

In eine ähnliche Richtung geht die relativ neue Reihe „Injustice“, die eigentlich auf dem gleichnamigen Computerspiel basiert, bei dem sich die DC-Helden gegenseitig verkloppen. Die Grundidee ist, dass der Joker sein Meisterstück abliefert und Superman selbst dermaßen auf die Palme bringt, dass er zuerst den Joker killt und sich dann daran macht, alles Übel vom Antlitz der Erde zu entfernen. Konsequent! Band eins dieser Reihe bietet (oder bot?) ComiXology für lau zum Download an. Ich konnte letzte Woche nicht anders, als nach und nach auch die zehn folgenden Bände käuflich zu erwerben. Für ca. 70 Cent hat man ein Heftchen schließlich rubbeldiekatz runtergeladen. Vieles erinnert natürlich stark an „Genosse Superman“ – ich finde es aber spannend genug, dass ich erst einmal dabeibleiben werde.

Das, liebes Lesetagebuch, waren meine Gedanken zum aktuellen Lesestoff.

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