Seite 24 von 55

Lesetagebuch: Perry Rhodan von Andreas Eschbach

Andreas Eschbachs Roman Perry Rhodan – Das größte Abenteuer erschien bereits im Jahr 2019. Bald darauf schon preisgekrönt1 wurde er auch über das Rhodan-Fandom hinaus hoch gelobt.

Dem gehöre ich – ich habe es oft genug betont – längst nicht mehr so intensiv an wie ehedem. Dennoch hat mich die Idee eines Prequel-Romans zur Serie aus der Feder eines professionellen Autors durchaus interessiert. Aus Gründen2 hat es ein gutes Jahr gedauert, ehe ich wirklich zugeschlagen und das Buch verschlungen habe.

Was zuvor geschah

Um den Roman zu verstehen, ist es unumgänglich, ein paar Worte über die Serie Perry Rhodan und ihren Titelhelden zu verlieren. Das habe ich auf der Tonspur bereits etwas ausführlicher getan. Und zwar in unserer aktuellen Podcast-Sendung:3

Eskapedia Episode 9 – Retrotrip: Perry Rhodan

An dieser Stelle dazu nur ein, zwei Sätze: Band 1 der Perry-Rhodan-Serie erschien im Jahr 19614 und hatte die erste Mondmission5 sowie den ersten Kontakt mit Außerirdischen6 zum Inhalt. Die über 3.000 Folgehefte schildern bis heute die äonenlange Zukunftsgeschichte der Menschheit und ihres inzwischen unsterblichen Titelhelden.

Doch nun zum Inhalt des Buches selbst. Daher die obligatorische

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Perry Rhodan trifft Forrest Gump trifft Skinny Norris

Erzählt wird die Geschichte des Titelhelden Perry Rhodan von seiner Geburt und Kindheit in einem beschaulichen Örtchen in Connecticut – inklusive einiger Angaben zu seinen Vorfahren, denn natürlich ist die Familie Rhodan deutscher Abstammung7 – bis zum Auftakt seines „größten Abenteuers“, wie es in den ersten zehn Bänden besagter Romanheftserie beschrieben ist. Hierbei stützt sich Eschbach auf die zahlreichen diesbezüglichen Hinweise, Anmerkungen und Rückblenden, die über die Jahrzehnte8 in der Serie und ihren Neben-Publikationen angefallen sind. Durch seine sehr sorgfältige Recherche – Eschbach ist erklärter Fan der Serie – ist ein durchaus „kanonischer“ Text entstanden, der die jungen Jahre des Helden erstmals komplett und zusammenhängend darlegt.

Dabei gelingt es Eschbach, die über die Jahre von unterschiedlichsten Autoren teilweise ans Absurde grenzenden Schnipsel9 in eine schlüssige und stimmige Vita zu gießen. Das hat dann seine schwächeren Momente wie das Kinderabenteuer im Drei-Fragezeichen-Stil, bei dem der kleine Perry fälschlich eines Diebstahls bezichtigt wird, hinter dem eigentlich ein schurkischer10 Skinny-Norris-Verschnitt steckt – aber auch etliche Höhepunkte, wie seinen Karriereweg zum Astronauten, seine Zeit in Vietnam und seine Begegnung mit Dr. Martin Luther King Jr.

Man sieht: Eschbach hat offensichtlich nicht die geringste Scheu, Perry die volle Forrest-Gump-Packung zu verpassen – und das ist auch gut so! Es ist eine wahre Freude, ihn auf alle Figuren unserer Historie treffen zu lassen, die in dem Zeitabschnitt irgend möglich sind.

Spannende Parallelhistorie

Parallel zu Rhodans Lebenslauf entwickelt der Roman die historischen Ereignisse einer Welt, die ausgehend vom Zweiten Weltkrieg nicht auf Armstrongs Mondlandung 1969 hinauslaufen, sondern auf Rhodans Mondlandung im Jahre 1971.

Über weite Strecken bleibt diese Historie von der unseren kaum unterscheidbar – außer, dass es hier eben einen Perry Rhodan aus Manchester (CT) gibt, der seinen Weg vom Sohn eines Elektronikhändlers zum Flieger-Ass der US Air Force geht.

Die Abspaltung von unserer Zeitlinie erfolgt zunächst behutsam. So landet der Weltraum-interessierte Rhodan nämlich nicht bei der NASA, sondern bei einem geheimen – und fiktiven – Weltraumprojekt der Air Force, aus dem schließlich – ohne Scherz! – die US Space Force11 wird.

An der Stelle nutzt Eschbach die wunderbare Gelegenheit, historische Figuren – allen voran die NASA-Astronauten jener Zeit – mit dem fiktiven Personal der ersten Rhodan-Hefte zu vermischen, was dem geneigten Altleser und Raumfahrtenthusiasten12 eine wahre Freude ist.

Die endgültige und offensichtliche Abspaltung der Zeitlinien setzt Eschbach an das Ende des Jahres 1968, indem er die Apollo-8-Mission zur ersten Umrundung des Mondes tragisch scheitern lässt. Das Ergebnis ist der Abbruch der NASA-Bemühungen und die Übernahme durch die Space Force, die ihr geheimes Weltraumprojekt mit erhöhten Mitteln fortsetzen und nur wenige Jahre nach dem geplanten NASA-Start mit einem eigenen Mondflug zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann. Dabei gelingt es Eschbach, die Abläufe dieser drei Jahre sehr schlüssig so zu beschreiben, dass der 1961 in Heft 1 beschriebene technologische und weltpolitische Zustand nun deutlich glaubhafter erscheint als zuvor.

So ist die „Asiatische Föderation“ der damaligen Hefte nun eine schlichte Allianz aus der VR China und Nordkorea und auch der dort für 1971 vorhergesagte internationale NATO-Geheimdienst klingt auf einmal viel realisitischer. Die US-Raumstation FREEDOM I wirkt als vorweggenommenes Skylab aus einer Saturn-V-Stufe auf einmal gar nicht mehr so abwegig, genau wie Rhodans STARDUST-Mondrakete die nun als „Saturn VI“ daherkommt – eine modifizierte Saturn-V-Rakete mit einem atomaren Triebwerk in der zweiten Stufe.

Dankenswerterweise endet das Buch nicht unmittelbar mit dem Start der Mondrakete und den Ereignissen des ersten Heftes. Eschbach erzählt die Geschichte im gleichbleibenden Stil ungefähr bis zum Beginn von Heft zehn weiter. Dabei hat er einerseits die Möglichkeit, Behauptungen der Originalserie, die nicht zu seiner Vorgeschichte passen, einzuordnen und kann andererseits ein weiteres zentrales Thema der ursprünglichen Perry-Rhodan-Handlung13 aufnehmen – nämlich die Abwendung des Atomkriegs und die Einigung der Menschheit.

Der erste Kontakt mit den außerirdischen Arkoniden führt dank Rhodan dazu, dass die fortschrittliche Technologie der gesamten Menschheit zugute kommt und nicht nur einem der damaligen Machtblöcke. Mit diesem versöhnlichen Aspekt und dem Ausblick, dass Rhodan die so vereinte Menschheit nun zu den Sternen führt, endet das Buch – und lässt nicht nur Altleserinnen und Altleser der Serie begeistert zurück. Zumindest ging es mir so und man liest allüberall ähnliches.

Wozu das Ganze?

Dass dieser Roman ganz offensichtlich sowohl dem Autoren als auch einer großen Zahl Leserinnen und Lesern einen Heidenspaß bereitet hat, ist selbstverständlich eine völlig ausreichende Existenzberechtigung desselben. Dennoch erfüllt er darüber hinaus einige weitere Funktionen, die ihn bedeutsam machen.

Charakterbildende Maßnahme

Der Titelheld der Serie steht in der Tradition ganz klassischer Pulp-Weltraumhelden des 20. Jahrhunderts: Buck Rogers, Flash Gordon, John Carter, Captain Future und wie sie alle heißen. Diese Herren zeichneten sich oft durch verhältnismäßig oberflächliche Charaktereigenschaften aus, die sich darauf beschränkten, perfekt, unfehlbar und unbesiegbar zu sein.

Entsprechendes gilt für den Perry Rhodan der ersten Hefte, was es auch späteren Autorinnen und Autoren oft schwer gemacht hat, den Knaben charakterlich zu fassen – was mit Nebenfiguren oft besser gelang.

Ich zumindest rechne es Eschbach sehr hoch an, dass er Rhodan mit dieser ausführlichen Ursprungsgeschichte ordentlich Charakterschärfe verpasst hat – die mittlerweile offenbar von den Heftautorinnen und -autoren berücksichtigt wird. Kann aber auch sein, dass ich dieses erneuerte Rhodan-Bild bei der Lektüre aktueller Hefte jetzt einfach immer im Hinterkopf habe.

Moderner Rückblick auf die Wurzeln

Außerdem macht dieses Buch etwas, was bei den einschlägigen Superheldencomicserien von Marvel und DC eine regelmäßige Übung ist: Die Neuerzählung und Neuinterpretation der Origin-Geschichte des jeweiligen Helden. Das ist wichtig, da hier die grundlegende Motivation der Hauptfigur angelegt ist, was hin und wieder der Leserschaft in Erinnerung gerufen und auf ihre aktuelle Lebenswirklichkeit übersetzt werden muss.

Das tut dem ollen Rhodan durchaus gut. Zudem die Ursprungsgeschichte nicht nur in zetgemäßerem Gewand neu erzählt wird. Eschbach versucht auch, einige Kinken auszuwetzen, die schlicht der Tatsache geschuldet sind, dass die ersten Hefte ein Kind der westdeutschen 50er Jahre sind und ganz selbstverständlich als „Schundheft“-Serie konzipiert war.14

Zur moderneren Erzählweise gesellt sich also noch ein klein wenig Tiefe15 und historische Glaubwürdigkeit – alles in Maßen versteht sich. Schließlich bleibt das Ganze eine fantastische Abenteuergeschichte. Gewürzt mit der notwendigen Menge Fanservice16 ergibt sich ein wunderbarer runder Roman – der außerdem eine große Bereicherung für die gesamte Serie darstellt.

Und sollten wir irgendwann endlich unsere wohlverdiente Netflix-Perry-Rhodan-Serie bekommen, hoffe ich doch stark, dass die erste Staffel auf diesem Buch basieren wird.

––––––––––––
  1. Es gab den Kurd Laßwitz Preis – auf den hat Eschbach aber ohnehin ein Abo.[]
  2. Mir war lange Zeit der eBook-Preis schlicht zu hoch. Ohne daraus jetzt ein Thema machen zu wollen: Aber ich habe es nicht eingesehen, für eine Leselizenz des schieren Textes den vollen Hardcoverpreis zu zahlen. Erst bei erscheinen des Taschenbuchs hatte der Verlag sich erbarmt, auch den eBook-Preis zu senken – da habe ich dann zugegriffen.[]
  3. Lauschet![]
  4. also acht Jahre vor der tatsächlichen Mondmission[]
  5. In jener Welt fand sie 1971 statt.[]
  6. Auf den müssen wir hier noch warten. Also zumindest offiziell.[]
  7. Genaugenommen aus Bayern, wo die Rodens Bergbauern waren. Oder so.[]
  8. Inzwischen bald sechs an der Zahl.[]
  9. So ist der junge Rhodan aus Gründen während der 68er-Studentenunruhen in Paris, trifft auf Daniel Cohn-Bendit und verkloppt den dortigen Polizeichef.[]
  10. und selbstredend der Unterschicht entstammender[]
  11. Jaha! Die hat nämlich 1961 die Perry-Rhodan-Serie erfunden. Trump ist voll der Nachmacherix![]
  12. mir[]
  13. neben der akkuraten Darstellung der (Pseudo-) Technologie, inklusive aller  Raumschiffe, Triebwerke und Waffensysteme[]
  14. Was ich nicht im Mindesten abwertend meine. Romanhefte waren vor allem damals reine Gebrauchsliteratur, die nach der Lektüre im Zug wie eine ausgelesene Tageszeitung im Müll verschwanden. Ja, Perry Rhodan hatte immer einen etwas höheren Anspruch – weswegen die Serie auch bis heute existert. Dennoch liegt der Fokus nun mal auf der kurzfristigen Unterhaltung.[]
  15. So thematisiert Eschbach durchaus angemessen das Thema „Rassentrennung“ in den USA und zieht es sogar als einen von mehreren roten Fäden durch die gesamte Handlung. Warum er gleichzeitig die Geschlechterungerechtigkeit der Handlungszeit fast vollständig unerwähnt lässt, bleibt mir allerdings ein Rätsel.[]
  16. Nehmen wir nur die kleine Begegnung mit Atlan in Paris, die nur der wahre Kenner überhaupt wahrnimmt. Wobei mich etwas störte, dass der alte Arkonide sonst keinen Auftritt hat. Hatte er nicht mal behauptet, den jungen Rhodan vor dessen Mondmission „getestet“ zu haben? Und war er nicht auch – in Verkleidung natürlich – an der Entwicklung des Atomtriebwerks der STARDUST beteiligt? Naja, man kann nicht alles haben.[]

TopVier Entdeckungen, Erfindungen und Errungenschaften, die ich gern erleben würde

Seit ich auf diesem Planeten unterwegs bin1 hat sich in Sachen und Fortschritt eine ganze Menge getan. Auch wenn die in Aussicht gestellten fliegenden Autos2 und die Besiedelung des Weltraums bislang auf sich warten lassen, sind gerade die Innovationen der letzten drei Jahrzehnte3 dermaßen bedeutsam, dass sie das Leben auf Erden nachhaltig verändert haben.

Das Sein schafft das Bewusstsein

Diese Zeilen hier dienen selbstredend vor allem der eskapistischen Erbauung und sind mit mindestens einem Augenzwinkern zu lesen. Sie stammen zudem zu einem Gutteil von dem kleinen Jungen, der noch immer in mir steckt und der begeistert in seinen PM-Heftchen4 über technische und wissenschaftliche Visionen geschmökert hat.

Dennoch bin ich alter Kulturoptimist durchaus der Überzeugung, dass technisch-wissenschaftlicher Fortschritt stets auch gesellschaftliche Verbesserungen nach sich zieht – zumindest auf lange Sicht.

Auch wenn ich mit zunehmendem Alter den Vorhersagen und Visionen des Herrn Marx immer weniger zugetan bin,5 schätze ich seine zugrundeliegende materialistische mit den Jahren immer mehr. Und dieser Philosophie und seinem oben zitierten Grundsatz zufolge stehen die materiellen Bedingungen und Entwicklungen sogar stets am Anfang – und das individuelle beziehungsweise gesellschaftliche Bewusstsein folgt.

Doch genug von derlei Exkursen – zurück zu den PM-Heften!

Was bisher geschah

Der Schwerpunkt meiner kindlichen Begeisterung lag eindeutig beim Weltall und der Raumfahrt. Und auch wenn ich für Apollo 11 bis 17 ein sattes Jahrzehnt zu spät geboren bin, habe ich doch eine ganze Menge cooles Zeugs mehr oder weniger live6 miterlebt. Das alles in seiner Gänze hier aufzulisten würde jeden Rahmen sprengen, daher sei stichwortartig nur an die diversen Raumstationen,7 Marsrover, Kometenmissionen,8 Exoplaneten,9 und Fotos vom Rande des Sonnensystems10 erinnert.

Viel bedeutender war in dieser Zeitspanne natürlich die rasant fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche. Mit der Erfindung des Internets und der nur wenige Jahrzehnte später folgenden flächendeckenden Etablierung mobiler Kleinstcomputer11 habe ich zu meinen Lebzeiten einem einzigartigen Moment der menschlichen Entwicklung beiwohnen dürfen. Klingt das jetzt pathetisch? Aber im Ernst: Dass jeder Mensch12 zu jedem Moment von jedem Ort aus mit jedem anderen Menschen kommunizieren und auf das gesamte Weltwissen zugreifen kann, ist ein durchaus utopischer Zustand.

Schließlich möchte ich die generelle Entwicklung der medizinischen Forschung nicht unterschlagen. Auch wenn ich hier nicht einmal laienhaftes Interesse vorweisen und daher auch keinerlei Meilensteine benennen kann, möchte ich als potentieller Patient nicht einmal ein einziges Jahr in der Vergangenheit leben.

Da geht noch was

Der fortschrittsgläubige kleine Junge in mir will selbstredend noch mehr. Daher nun nach langer Vorrede13 meine -Liste der Entdeckungen, Erfindungen und Errungenschaften, die ich gerne noch erleben würde.

1. Menschen auf anderen Himmelskörpern

Meine einstige Erwartung war natürlich stets, dass ich – spätestens wenn die Jahreszahl mit einer Zwei beginnt – am Fernseher die bemannte Marslandung würde verfolgen können. Entsprechend meiner diffusen kindlich-naiven Sowjetbegeisterung14 hatte ich fest mit einem Erfolg der Russen gerechnet.

Inzwischen würde ich mich auch mit einer Rückkehr zum Mond zufriedengeben. Fast noch cooler fände ich eine bemannte Landung auf einem Asteroiden oder Kometen. Ob das dann Taikonautinnen, Astronautinnen oder Kosmonautinnen sein werden, ist mir inzwischen egal. Von mir aus kann es auch der olle Elon Musk oder ein anderer Bond-Bösewicht sein. Ich würde mir die Livestreams jedenfalls mit Begeisterung reindrehen.

Wahrscheinlichkeit: Da es im Grunde „nur“ eine Frage des Geldes ist, halte ich die Wahrscheinlichkeit für relativ hoch. Die Technologie zumindest für eine Mondlandung ist bekannt, die entsprechenden Raketen und Raumschiffe sind in der Entwicklung.15 Ab dem Zeitpunkt, an dem es eine Nation oder ein multinationaler Konzern wirklich will, dürfte die Landung höchstens ein Jahrzehnt entfernt sein.

Folgen und Nutzen: Da bin ich ehrlich. Außer, dass die allgemeine Fortschrittsbegeisterung mal wieder einen Schub erhält, wird es sicher nur wenig an Forschung, Bergbau et cetera geben, was nicht auch Maschinen hinbekämen.

Unrealistischer Bonuswunsch: Ein Träumchen wäre natürlich, wenn es zu meinen Lebzeiten noch die Möglichkeit für erschwinglichen -Tourismus geben würde. Da würde mir selbstredend der erdnahe Orbit oder zur Not ein außeratmosphärischer Parabelflug genügen.16

2. Außerirdisches Leben

Der Nachweis, dass Leben keine irdische Besonderheit ist, wäre eine der aufregendsten Entdeckungen seit … keine Ahnung … der Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe ist.17 Echte außerirdische Einzeller an den Marspolen, in der Venusatmosphäre, auf einem der Jupitermonde oder in einem Kometen, die womöglich auf einer ganz anderen – oder noch erstaunlicher: auf derselben – Genstruktur basieren, das wäre eine erkenntnistheoretische Offenbarung. Schlagartig wüsste man, dass es da draußen von Leben nur so wimmelt, man könnte erstmals genauere Aussagen über die Wahrscheinlichkeit der Panspermie-These machen und es würde unseren Platz im Kosmos erstmals seit Galileo oder Hubble wieder ordentlich zurechtrücken.

Wahrscheinlichkeit: Ich rechne durchaus damit, dass noch zu meinen Lebzeiten eine Expedition18 beispielsweise zu den Jupitermonden aufbrechen wird, um gezielt nach Leben zu suchen. Ob die allerdings auch fündig wird, steht buchstäblich in den Sternen.

Folgen und Nutzen: Immerhin brächte es gewaltigen Erkenntnisgewinn über das grundsätzliche Wesen des Lebens an sich. Und das allein wäre bereits eine ganze Menge.

Unrealistischer Bonuswunsch: Das wäre naheliegenderweise natürlich die Entdeckung hochentwickelter außerirdischer Organismen19 oder gar einer nichtmenschlichen Intelligenz. Theoretisch könnte SETI schon morgen fündig werden und ein „echtes“ Wow-Signal aufspüren oder eine Sternwarte entdeckt Hinweise auf kosmische Megastrukturen.20 Von einem tatsächlichen First-Contact ganz zu schweigen. Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass jede nichtmenschliche Kultur derartig fremdartig wäre, dass wir sie nicht als solche erkennen würden – und umgekehrt.

3. Künstliche Intelligenz

Dass sich hier in absehbarer Zeit etwas tut, zählte damals in den 80ern zu den eher unwahrscheinlichen Vorhersagen.21 Inzwischen sieht die Sache etwas anders aus – auch wenn ich jetzt gar keinen konkreten Meilenstein benennen könnte, den ich erwarte.

Tatsächlich würde ich bereits eine erfolgreiche Simulation selbständigen intelligenten Handelns22 für einen enormen Durchbruch halten. Das würde es ermöglichen, unfassbar viele kommunikative und autonome Aufgaben in automatisierte Prozesse auszulagern.

Ich rechne also weniger mit dem Einschalten von Skynet oder Golem XIV23 – aber wenn erstmals wirklich ernsthaft der Turing-Test bestanden wird und das zugrundeliegende System täuschend „echte“ Romane und Musikstücke produziert24, wäre das schon ein Knaller, der mich begeistern könnte.

Wahrscheinlichkeit: Ich bin nun wahrlich kein Experte auf diesem Gebiet. Aber die Entwicklung datenverarbeitender Netze im weitesten Sinne geht derart rasend voran, dass jede utopische Vision in wenigen Jahren Alltag sein kann. Wer hätte vor 20/30 Jahren beispielsweise ernsthaft an25 selbstfahrende Autos geglaubt?

Folgen und Nutzen: Das wird definitiv die nächste große gesellschaftliche Revolution nach Dampfmaschine, Computer und Internet sein. Echte – oder meinethalben auch nur simulierte – künstliche Intelligenz wird mittelfristig die Versorgung der Menschheit26 endgültig von der Arbeit entkoppeln. Erst dann werden Modelle wie das BGE27 wirklich an Bedeutung gewinnen – beziehungsweise sogar essentiell werden. Das wird die Art und Weise, wie wir zusammenleben und uns organisieren komplett umkrempeln.

Unrealistischer Bonuswunsch: So einen persönlichen KI-Buddy hätte ich ja schon gern. Einen lieben HAL28 vielleicht oder sogar Data. Aber ich glaube nicht daran, dass künstliche Intelligenz etwas abgetrenntes Eigenständiges sein wird, das sich von der Menschheit abspalten oder sie sogar bedrohen könnte. Wie jede Technologie wird auch diese sehr eng mit den Menschen verzahnt sein – tatsächlich sogar enger als jemals zuvor. Mensch und Technik werden sich wechselseitig beeinflussen, verschmelzen und die Trennlinie wird immer unschärfer werden. Aber bis es soweit ist werden noch etliche Terabit durch die Datenleitungen fließen.

4. Transhumanismus

An dem Traum, uns selbst zu optimieren, damit wir über das „normale“ Menschsein hinauswachsen, arbeiten wir letztlich schon seit der ersten medizinischen Behandlung.29 Jeder Wirkstoff, jedes Hilfsmittel, das Beschwerden lindert und den Alltag erleichtert, wird von diesem Traum angetrieben. „Echter“ Transhumanismus hingegen, also die tatsächliche Verbesserung unserer körperlichen Fähigkeiten oder die Entfernung aller Ein- und Beschränkungen, die unseren Leib so quälen, scheint mir tatsächlich noch reine Zukunftsmusik zu sein.30

Dennoch habe ich großes Vertrauen in die medizinische Forschung und Entwicklung und erlaube mir durchaus die Hoffnung, dass es noch zu meinen Lebzeiten Durchbrüche zum Beispiel bei der Züchtung von Organen und dergleichen geben könnte und ich zumindest den Anfang der Entwicklung hin zur Kontrolle über unsere Körper erlebe.

Wahrscheinlichkeit: Ich mache mir nichts vor. Der menschliche Körper ist ein dermaßen komplexes Ding, dass die großen Durchbrüche wie McCoys Pille zum Nieren nachwachsen lassen oder Philip J. Frys wohlmeinende Parasiten31 noch sehr lange auf sich warten lassen werden.

Folgen und Nutzen: Sollte die Menschheit jemals die volle Kontrolle über ihre Körperlichkeit erhalten, sind die Folgen aus heutiger Sicht gar nicht abzusehen. Einen vagen Ausblick bietet die 21. Reise der Sterntagebücher von Stanislav Lem.32 Eine Lektüre, die ich stets wärmstens empfehle.

Unrealistischer Bonuswunsch: Naja … Also, so ein kleiner Jungbrunnen würde mir schon gefallen. Muss ja nicht gleich die Unsterblichkeit sein – aber extreme Langlebigkeit bei gleichbleibender Gesundheit wäre durchaus nett.

Honorable Mention

Nun ließe sich die Liste natürlich schier endlos mit allen -Visionen fortsetzen, mit denen Star Trek, Perry Rhodan und Co. aufwarten. Vom Warp-Antrieb über Materietransmitter bis zum Holodeck gäbe es noch einiges, das mich sehr begeistern würde.

Ein wenig hervorheben möchte ich jedoch den Fusionsreaktor, der uns seit Jahrzehnten als saubere und unerschöpfliche Lösung unseres Energie- und Umweltproblems versprochen wird.33 Man hat jedoch lange nichts mehr davon gehört34 und vermutlich wäre die Suche nach brauchbaren Energiespeichermethoden in Verbindung mit erneuerbaren Energiequellen der sinnigere Weg.

Kommt alles anders

Und schließlich wird sowieso alles anders kommen und wir werden in den nächsten Jahrzehnten mit völlig anderen Entdeckungen überrascht werden, die noch gar nicht abzusehen sind. Vieles davon wird uns zum Staunen bringen und unsere Begeisterung wecken – und hoffentlich auch dafür sorgen, dass wir auf lange Sicht einer immer besser werdenden Zukunft entgegeneilen. Und nicht dem großen Filter.

––––––––––––
  1. Ende 1974 ging’s los – richtig bewusst aber erst seit den 80ern.[]
  2. Jaja … Hubschrauber … Pfff![]
  3. so um und bei[]
  4. „Peter Moosleitners interessantes Magazin“ – gibt’s das eigentlich noch?[]
  5. „Wer mit 20 kein Kommunist ist …“ Na, ihr kennt das ja.[]
  6. im TV, im Internet oder eben in besagten PM-Heften[]
  7. von den Saljuts über die Mir bis zur ISS[]
  8. Wie großartig war bitte Philaes Landung auf dem Kometen?[]
  9. Hallo? Wir wissen inzwischen, dass andere Sonnen auch von Planeten umkreist werden. Und das nicht zu knapp. Das ist doch der Hammer![]
  10. zuletzt das Pluto-Herz[]
  11. Muss man Apple einfach zugestehen.[]
  12. zumindest theoretisch[]
  13. endlich[]
  14. Als Wessi wohlgemerkt![]
  15. Die NASA baut meines Wissens die Orion und die passende Trägerrakete. SpaceX hat seine Riesenrakete am Start und die Chinesen sind auch nicht müßig.[]
  16. Ich erinnere mich noch gut an den Penny-Prospekt vor zehn/fünfzehn Jahren, der einen touristischen Raumflug für 10.000 Schleifen feilbot. Mit viel Kleingedrucktem darunter natürlich …[]
  17. Und das wusste im Grunde schon Grumpf der Urmensch.[]
  18. selbstredend unbemannt[]
  19. Wale auf dem Mond Europa zum Beispiel[]
  20. Dyson-Sphäre, Matrjoschka-Gehirn, … so Sachen halt[]
  21. Selbst dass Maschinen je auf zwei Beinen gehen können würden, wirkte damals geradezu unmöglich.[]
  22. mehr könnte ein Turing-Test letztlich nie belegen[]
  23. Den hat sich Stanilsav Lem mal ausgedacht. Die Beschreibung der KI nutzte er wie üblich für diverse philosophische und soziologische Gedankengänge sowie einige erstaunlich akkurate Vorhersagen über die Möglichkeiten einer solchen Maschine[]
  24. Eine der Lem’schen Vorhersagen, an denen bekanntlich bereits gewerkelt wird.[]
  25. fast funktionierende[]
  26. Produktion, Logistik, Dienstleistungen, … alles[]
  27. Von dem ich aktuell übrigens wenig halte – aber das ist ein anderes Thema.[]
  28. Wie hieß der blauäugige Parallelrechner auf der Erde aus 2010 noch mal? CAL? Der war doch nett.[]
  29. Hier war wieder Grumpf der Urmensch am Werk.[]
  30. Und ich spreche hier nicht von Doping oder dergleichen.[]
  31. Futurama S03E02 „Im Reich der Parasiten“[]
  32. Ja, den mag ich.[]
  33. Eigentlich auch ein würdiger Punkt für die Hauptliste – aber ich will es partout bei vier Punkten belassen.[]
  34. Sollte in Frankreich nicht ein riesiger Testreaktor gebaut werden? Und was ist aus diesem gezwirbelten Magnet-Torus-Ding in Süddeutschland geworden?[]

Lesetagebuch: Büchersuche Sommer 2020

Nun ist es nicht so, dass ich nicht genug ungelesenes Zeug in meiner physischen und digitalen Bibliothek hätte.1 Auch gibt es dort etliches, das ich gern alsbald noch einmal lesen würde. Doch hin und wieder muss einfach mal was Neues her. Also: Auf zur Büchersuche!

Lesezwinger 3.0

Vor etlichen Jahren wurde zu diesem Zweck der Lesezwinger ins Leben gerufen, den ich seither das eine oder andere Mal erfolgreich zurate gezogen habe. Das sollte doch wieder funktionieren.

Tatsächlich erhielt ich zwei interessante Lesetipps, die sogleich auf meiner Merkliste gelandet sind – aber einstweilen hintenan stehen, da sie nicht ganz meinen Vorstellungen zu entsprechen scheinen.

„Giants“-Trilogie von Silvain Neuvel: Aufhänger dieser Trilogie scheint die Entdeckung riesiger Roboter zu sein, die überall vergraben sind und im Laufe der Handlung erwachen. Das erinnert vermutlich nicht ganz unbeabsichtigt an den Iron Giant, klingt auch durchaus interessant – wirkt mir aber nicht Flash-Gordon-mäßig genug.

„Ace in Space“ von Judith und Christian Vogt: Ich habe von den beiden bereits ein paar Kurzgeschichten gelesen, die mir außerordentlich gefallen haben. Daher spiele ich schon lange mit dem Gedanken, ihr komplettes Oeuvre zu sichten. Es bleibt aber vorerst bei dem Gedankenspiel, da es mir in diesem Werk einstweilen zu cyberpunkig2 zugeht – und danach ist mir aktuell nicht.

Mühsame Recherche

Auch meine eigene Recherche war nur mäßig von Erfolg gekrönt. Begriffe wie Raypunk oder Raygun-Gothic scheint es in der deutschsprachigen SF-Literatur nicht zu geben. Im Grunde suche ich nach einer Romanversion von Comicszenarien nach Art von Saga, Fear Agent oder Starlight. Scheint es aber irgendwie nicht zu geben. Dennoch bin ich auf zwei Bücher gestoßen, von denen eines auch einstweilen nur auf der Merkliste landet.

„Collector“-Romane von Markus Heitz: Das scheint mir eine sehr klassische Space-Opera zu sein, in der auch etliche Cyberpunk-Elemente stecken. Einen näheren Blick ist das sicher irgendwann einmal wert. Aber halt nicht jetzt.

Zeitreise-Drama

Das Buch, das schließlich den Weg auf meinen Reader gefunden hat, entspricht meinen Wunschvorstellung ehrlich gesagt kaum mehr als die anderen. Trotzdem soll es dies einstweilen sein.

„Die beste meiner Welten“ von Elan Mastai: Immerhin stammt die Hauptfigur dieses Romans aus einer Parallelwelt, die meinen retrofuturistischen Ideal entspricht. Leider hat sie3 im Zuge einer Zeitreise Mist gebaut und die Zeitlinie dergestalt verändert, dass unsere Realität dabei herauskam. Wenn ich es richtig verstanden habe, dreht sich die Handlung um ihre Versuche, die ursprüngliche Zeitlinie wiederherzustellen – mit der Hauptmotivation, die Existenz einer geliebten Person wieder zu ermöglichen. Das erinnert den Kenner frappierend an die Star Trek: Voyager Doppelfolge Year of Hell – und die hat mir dermaßen gut gefallen, dass das Buch nur halb so gut sein muss, um von mir gern gelesen zu werden. Daher sei es nun also: Die beste meiner Welten.

Lesetipps willkommen

Sollte die eine oder der andere unter euch Bücher kennen, die meiner Vorstellung besser entsprechen – immer her damit! In meinem Regal ist noch ausreichend Platz.

Und wo wir gerade dabei sind: Was ich außerdem gerne mal lesen würde …

  • Ein Fantasy-Roman, in dem sich eine sehr klassische Sword-and-Sorcery-Welt in eine moderne Industrie-Gesellschaft weiterentwickelt hat.
  • Ein fantastischer Coming-of-Age-Roman, der allerdings den Übergang vom Erwachsenen- zum Seniorenalter zum Thema hat4Coming of Old Age sozusagen.
  • Ein Fantasy-Roman, der auf dem Mond spielt.
  • Ein Science-Fiction-Roman, der die Humans are Space-Orcs-Idee verarbeitet.

Jeder Hinweis ist willkommen.

––––––––––––
  1. Vom SUB wollen wir ja nicht mehr sprechen.[]
  2. Konzernherrschaft, soziale Medien und so[]
  3. die Hauptfigur[]
  4. frage für einen Freund[]

Das Beste aus dem Hause DC-Comics

Erneut stellt Volker1 für die Datengrundlage einer kommenden Sendung ein paar Fragen in den virtuellen Raum. Diesmal geht es um das Comicuniversum von Batman, Superman und Co.

Bekanntlich ziehe ich das Haus der Ideen2 vor. Dennoch kann ich auch dem Mitbewerber viel abgewinnen und sehe mich mit ausreichender Kompetenz gesegnet, die Fragen zu beantworten.

Wie immer ist das Ganze ein prima Aufhänger für einen Blogpost, in dem ich meine knappe Twitter-Antwort etwas ausführen kann. Beginnen wir also mit Frage eins.

Meine Top 5 der besten/liebsten DC-Filme

Das mit den Filmen bekommt das MCU bekanntlich deutlich besser hin. DC ist allerdings schon sehr viel länger im Filmgeschäft tätig – und hat sich mit seinen aktuellen Produktionen auch wieder mehr als gefangen. Ausreichend Material also, um gute bis sehr gute Filme zu identifizieren und eine Top-5-Liste3 zu befüllen.

1. Wonder Woman (2017) – Was soll ich sagen? Bester Film! Alles richtig gemacht.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

2. The Dark Knight (2008) – Nach einem kürzlichen Rewatch habe ich festgestellt, dass sich meine einstige Begeisterung für diesen Film nicht mehr ganz reproduzieren lässt. Zu seiner Zeit war er aber mit das Beste, was wir in Sachen Superhelden-Zeugs hatten. Und er hat den besten Joker.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

3. Aquaman (2018) – Auch hier kein Grund zum Meckern: Großartige Hauptfigur, interessantes Szenario, runde Geschichte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

4. Batman Returns (1992) – Hier gilt in noch höherem Maße, was ich für den zweiten Nolan-Batman oben angemerkt habe. Mit Blick auf den Trailer glaube ich kaum, dass mich der Film heute noch begeistern könnte.4 Aber damals war er mein absoluter Liebling.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

5. Shazam (2019) – Dieser Film hat schlicht und einfach Spaß gemacht. Auf die Art und Weise hat das DCEU5 eine echte Zukunft.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Meine Top 5 der besten/liebsten DC-TV-Serien

In Sachen TV-Serien hatte ich schon öfter betont, dass ich hier den Vorteil bei DC sehe. Keine der Marvel-Serien konnte mich bislang überzeugen – bei DC waren es allerdings bereits einige. Auch wenn ich längst nicht in alle reingeschaut habe.

1. The Flash – Ja, es ist schnulzig, es ist trashig, es ist seifenoperig – aber The Flash ist aktuell meine absolute Lieblings-Superheldenserie.6 Bei allen Plot- und Logiklöchern macht sie in Sachen Charakter-Chemie einfach alles richtig. Inzwischen habe ich Staffel fünf konsumiert, freue mich darauf, dass die sechste erschwinglich streambar wird und hoffe, dass es noch etliche geben wird.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

2. Batman: The Animated Series – Diese Serie aus den 90ern kann man gar nicht hoch genug einschätzen, hat sie doch der Legende des Dunklen Ritters etliche Figuren und Handlungselemente hinzugefügt. Mir hat sie damals vom Stil und von den Geschichten her sehr gut gefallen – und ich glaube, das meiste davon würde auch heute noch gut funktionieren.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

3. Legends of Tomorrow – Die Ursprungsserie des DC-Arrowverse7 hat mich tatsächlich nie so gepackt. Ihr zweiter (?) Spinoff nach „The Flash“ (siehe oben) jedoch umso mehr. Von den Legends of Tomorrow habe ich bislang zwar nur die erste Staffel gesehen, das trashig-unlogische Zeitreise-Chaos hat mir aber extrem gut gefallen. Das muss ich alsbald unbedingt mal weitergucken.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

4. Superman: The Animated Series – Hm. An das Intro kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Ich bin auch sicher, dass diese Serie nie ganz an das Batman-Pendant (siehe oben) herankam. Aber sie hatte auch etliche gute Folgen – will mir mein Gedächtnis zumindest weismachen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

5. Batwoman – Als dritte Arrowverse-Serie, die würdig ist, in meine Top-5-Liste aufgenommen zu werden, gesellt sich Batwoman hinzu. Ich find’s durchaus schade, dass Ruby Rose den Fledermausmantel wieder abgelegt hat. Mal schauen, was in Staffel zwei draus wird.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Meine Top 5 der besten/liebsten DC-Charaktere

An ikonischen und interessanten Figuren mangelt es DC wahrlich nicht. Dennoch habe ich mich ab Platz drei durchaus schwer getan.

1. Bruce Wayne / Batman – Den guten Bruce auf Platz eins zu setzen hat ehrlich gesagt fast nur noch nostalgische Gründe. Ja, Batman ist cool. Ja, er ist als8 einziger normaler Mensch unter all den Superwesen etwas ganz besonderes – vor allem, wenn er trotzdem gegen sie bestehen kann.

Mittlerweile finde ich seine Rolle des düsteren Einzelkämpfers für die Gerechtigkeit aber mächtig ausgelutscht. Wenn es mich einstmals fasziniert hat, dass er sogar erfolgreich gegen Superman selbst antritt, finde ich dieses Motiv mittlerweile nur noch ermüdend. Spätestens in der unsäglichen Martha-Szene haben sie diese Idee dermaßen totgeritten – ich hoffe, sie lassen es damit endgültig gut sein.9

Bezeichnend vielleicht, dass meine liebste Batman-Version der letzten Jahre der Lego-Batman ist, der all diese Düsterheit so herrlich auf die Schippe nimmt.

2. Diana von Themyscira / Wonder Woman – Eigentlich gehört diese Dame auf Platz eins. Einer der ältesten Superhelden überhaupt ist nämlich eine Frau – und dabei kein Imitat oder Sidekick eines männlichen Pendants. Wonder Woman steht für sich allein,10 ist niemandem untergeordnet – und nicht einmal Batman weiß ein Mittel, sie zu überwinden.

Hinzu kommt der griechisch-mythologische Hintergrund – und hin und wieder ein unsichtbares Flugzeug. Was will man mehr?

3. Barbara Gordon / Batgirl – Auch wenn die gute Barbara sowohl vor als auch während ihrer Oracle-Zeit11 zu glänzen wusste, mag ich vor allem die Burnside-Version mit dem neuen Kostüm aus der New-52-Ära. Die coole blitzgescheite Informatikstudentin, die eigenständig in Gothams Hipster-Stadtteil12 unterwegs ist, macht mächtig Laune.

4. Green Lantern – Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass ich hier keinen Klarnamen angegeben habe. Das liegt daran, dass ich keine spezifische Green Lantern – also etwa Hal Jordan, John Stewart oder Kyle Rayner – meine, sondern vielmehr den Superhelden und seine Fähigkeiten an sich.

Das kosmische Helden-Korps, das mit purer Willenskraft durchs All reisen und dort für Recht und Ordnung sorgen kann, hat es mir angetan.

5. Oliver Queen / Green Arrow – Ich beende diese Teil-Liste mit einem Verlegenheitseintrag. Hier ist zudem ausdrücklich nicht der Oliver Queen aus der TV-Serie gemeint, der mir doch zu arg als Batman-Klon daherkommt (düster und so). Generell ist auch die Comicversion sehr nah am Dunklen Ritter dran (tagsüber stinkreicher Konzernchef, nachts Superheld ohne Superkräfte) – was mir in den wenigen Comics, die ich mit ihm gelesen habe, aber immer gefallen hat, ist seine Revoluzzer-Ader, die vor allem in Elseworld-Geschichten zum Tragen kommt, wenn Superman und/oder Batman mal wieder die Seiten wechseln.

Meine Top 5 der besten/liebsten DC-Comics

Das Wichtigste zuletzt: Die Comics selbst. Hier habe ich natürlich inzwischen dermaßen viel gelesen, dass eine solche Auswahl arg schwierig wird. Ganz spontan ohne viel Nachdenken kam folgende Liste zustande. Erstaunlich, dass ich gar keinen reinen Batman-Comic mehr dabei habe.13

1. Genosse Superman / Red Son – Kal-El ist immer dann eine großartige Figur, wenn seine Macht und seine Fähigkeiten konsequent zuende gedacht werden. Dies gelingt in den meisten Fällen nur in den Elseworld-Geschichten, in denen die Restriktionen der Original-Handlung nicht gelten müssen.

So in dem legendären Band „Red Son“, der von der schlichten Prämisse ausgeht, dass Baby-Superman einen halben Tag später die Erde erreicht und dadurch nicht in Kansas, sondern in der Sowjetunion landet.

Dadurch wird natürlich alles anders, Kal-El ist nun ein tapferer Sowjet-Bürger, der Stalin nach seinem Tod sogar als Staatsoberhaupt beerbt. Das alles ist sehr klug, spannend, einfallsreich und konsequent zuende erzählt.

2. Gotham Central – Wie ergeht es eigentlich den ganz normalen Menschen in einer Welt voller Superhelden und Superschurken – beispielsweise den regulären Polizistinnen und Polizisten in Gothams Innenstadt?

Dieser Frage geht diese abgeschlossene Serie sehr „realitätsnah“ auf den Grund.

3. Animal Man (New 52) – Zu Recht eine der am höchsten gelobten Serien der New-52-Ära. Unter anderem habe ich hier und hier ein paar Worte darüber verloren.

4. Injustice: Gods Among Us – Ähnlich wie in „Red Son“ (siehe oben) wird auch in dieser Serie etwas konsequenter auserzählt, was ein Superman so alles kann, wenn man ihn von der Leine lässt – beziehungsweise er sich selbst. Die Injustice-Comics basieren ursprünglich auf dem gleichnamigen Videospiel, spannen aber ein recht einfallsreiches Alternativ-Universum auf, das damit beginnt, dass der Joker Superman dermaßen auf die Palme bringt, dass er kurzerhand den Joker im Affekt tötet und danach beschließt, das Böse ein für alle mal restlos vom Antlitz der Erde zu tilgen. Rigoros und konsequent.

Dabei gleitet er natürlich bald in diktatorische Gefilde ab, wird aber lang von vielen Mithelden begleitet, da sie das hehre Ziel einer utopischen Welt durchaus teilen. Und selbstverständlich schart sich der Widerstand mal wieder um Batman, der Staffel für Staffel vergeblich versucht mit anderen Mitteln14 Supermans immer drastischer werdende Herrschaft zu beenden.

5. Wonder Woman (New 52) – In diesem „Run“ wurde die gute Diana erneut eng an ihre griechisch-mythologischen Wurzeln herangeführt. Es geht darin um ihre Herkunft und ihr Erbe und sie muss sich vor allem mit der olympischen Götterwelt herumschlagen, die im DC-Universum natürlich sehr real unterwegs ist.

Grundplot ist, dass der olle Zeus spurlos verschwunden ist und die übrigen Olympier beginnen, um den vakanten Thron zu intrigieren. Bis ein bis dato unbekannter Erstgeborener des Göttervaters auftaucht, der besagten Thron auf sehr rubuste Weise für sich beansprucht. Aber da hat Wonder Woman auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Vorfreude auf den Podcast

Soweit mein Beitrag zu des Selbstgesprächlers Podcast-Recherche. Inzwischen ist das Ergebnis seiner Bemühungen in den Aether gewandert. Lauschet also:

Selbstgespräche im Zwiegespräch 018 – Das Beste/Liebste aus dem Universum von DC – Teil 1

––––––––––––
  1. Dessen wunderbarer Podcast in jeden Podcatcher gehört. Aktuell zieht er den Dialog vor und produziert überwiegend die Selbstgespräche im Zwiegespräch.[]
  2. Marvel[]
  3. Eigentlich will ich ja gerade eine TopVier-Kategorie in meinem Blog etablieren. Für Volker mache ich aber selbstverständlich eine Ausnahme.[]
  4. Über nostalgische Verklärung hinaus.[]
  5. Oder wie die offizielle Abkürzung des aktuellen DC-Filmuniversums lauten mag.[]
  6. Dabei fand ich die Figur in den Comics immer total doof.[]
  7. „Arrow“[]
  8. fast[]
  9. Interessanterweise wird Batman im Arrowverse tunlichst gemieden und für verschollen erklärt. Ein wenig Abwesenheit tut der Figur sicherlich mal ganz gut.[]
  10. „Wonder Man“ wurde Jahre später erst erdacht – und dann auch noch beim Konkurrenzverlag.[]
  11. Wir erinnern uns: Der Joker schoss sie im legendären „Killing Joke“ in den Rollstuhl. Bekanntlich sind Rückgratverletzungen im DC-Universum jedoch über kurz oder lang heilbar.[]
  12. Oder war’s ein Vorort?[]
  13. Selbst in Gotham Central kommt er nur sehr am Rande – ich glaube sogar nur in ein, zwei Panels – vor.[]
  14. Schurken, Magie, Götter, Parallelwelten[]

Fundsache: Rückkehr zum Mond

Niemand geringeres als die großartige Kelly Marie Tran1 erklärt in diesem Video von Dezember 20192 wie genau die Mondmission des Artemis-Programms ablaufen soll – und was die Unterschiede zu Apollo sind.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Zum Mond und darüber hinaus

Auf den ersten Blick sieht die neue Orion-Kapsel ihren Vorgänger-Modellen sehr ähnlich. Außer dass alles ein bisschen größer ist3, wirkt es so wie gehabt – inklusive wuchtiger Ozean-Landung am Ende der Mission. Die Mondlandung selbst soll sich allerdings ganz anders gestalten. So wird das Material4 bereits vorab unbemannt in der Landezone platziert. Sehr charmant finde ich die Idee, dass im Vorfeld der Mission eine Raumstation in den Mondorbit gebracht wird, an der die Astronauten5 zunächst andocken, um dann ganz entspannt von dort aus auf dem Erdtrabanten zu landen.

Und natürlich soll dieses Programm wieder einmal zu einer dauerhaften Präsenz auf dem Mond führen, die dann Sprungbrett zu ferneren Zielen wie dem Mars sein wird.

Alte Zukunftsversprechen

Das kommt uns Weltraum-Enthusiastinnen und Enthusiasten selbstredend bekannt vor. Denn schon das Apollo-Programm sollte einst mit Raum- und Mondstationen und baldigen Mars-Missionen fortgesetzt werden. Auch liegen die Pläne zur Rückkehr auf den Mond schon sehr lange in den Schubladen der NASA. Nur die Jahreszahlen, wann es denn soweit sein soll, werden immer mal wieder nach hinten korrigiert.6 Diesmal scheint es so zu sein, dass immerhin schon das nötige Raumschiff nebst Rakete entwickelt und gebaut wird. Vielleicht wird es ja diesmal endlich was.

(Un-) Gnade der späten Geburt

Nostalgische Sehnsucht nach vergangenen Jahrzehnten ist mir eigentlich fremd. Das einzige, was früher besser war, ist, dass man jünger war. Alles andere ist kulturpessimistischer Quark. Dennoch bedaure ich es ein wenig, dass die erste Mondlandung nicht zu meinen Lebzeiten stattgefunden hat.7 Die Umsetzung der Artemis-Pläne in einem der nächsten Jahrzehnte verfolgen zu können, würde mich schon sehr begeistern.8

Weitere Fundsachen an anderen Orten

Edieh – Fantastische Trailer #170 | Minds Delight – Good News Everyone LXXI | Senf für die Welt – Netzfundstücke #007 | Unbekannter Fremder – Blätterwald 1/2020 | Zusammengebaut – LEGO Links: für Puppen, Videospieler und Weltraumspaziergänger

––––––––––––
  1. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen, wie sehr ich ihre Rose in „The Last Jedi“ schätze. Ohnehin mochte ich den Film sehr gerne – und dem unsäglichen „Aufstieg Skywalkers“ hätte deutlich mehr Rose und weniger Palpatine sehr gutgetan.[]
  2. Hab’s halt jetzt erst gefunden.[]
  3. Hier passen vier Astronauten rein statt nur der klassischen drei.[]
  4. Mondrover et cetera[]
  5. Beziehungsweise Astronautinnen. In dem Video ist zwar nicht die Rede davon, doch ich habe an anderer Stelle gehört, dass diese Mission dezidiert weiblich besetzt werden soll.[]
  6. Schon in den 80ern habe ich voll kindlicher Begeisterung in entsprechenden Berichten in „Peter Moosleitners interessantem Magazin“ geschmökert.[]
  7. So alt bin ich dann doch noch nicht.[]
  8. Notiz an mich: TopVier-Artikel bloggen zu den wissenschaftlich-technischen Entdeckungen und Errungenschaften, die ich sehr gerne noch erleben würde.[]

Linktree selbstgemacht mit WordPress

Da man bei bekanntlich nur einen einzigen „echten“ Link1 setzen kann, sieht man vermehrt diese schicken Linktree-Links.2 Das wollte ich auch ausprobieren3 – und bin nach kurzem Nachdenken4 auf die naheliegende Idee gekommen: Das kann man sich doch ganz einfach selbst bauen.

Linkbaum lieber selber basteln

Google ergänzt die Suche nach „Linktree“ automatisch mit „Alternative“. Sowas macht mich hellhörig – und so las ich unter anderem bei den Pinatas und bei Mamaskind, dass man allein aus DSGVO-Gründen besser die Finger von Linktree lässt. Leuchtet ein. Zumal sich so eine Landingpage mit 5 problemlos erstellen lässt.

Mein erster eigener Linkbaum

Etwas zerrupft sieht er in seiner schlichten Version 0.1 vielleicht noch aus6 – seinen Zweck sollte er aber schon einmal erfüllen. Daher präsentiere ich voller Stolz meinen eigenen Linkbaum, der ab sofort in all meinen SoMe-Profilen7 verlinkt ist.

Geht das nicht etwas hübscher?

Funktional hat meine Landingpage so bereits alles was sie braucht: Sie ist ablenkungsfrei, responsive und komplett in meiner Hand. Stylisch kommt sie so an eine echte Linktree-Seite aber noch nicht heran. Da ginge also noch einiges.

Tatsächlich gibt es bereits WordPress-Plugins, welche die Linktree-Funktionalität komplett übernehmen. Damit lässt sich bequem eine eigene Seite unabhängig vom eigenen WordPress-Theme mit schickem mobiloptimiertem Layout erstellen. Leider habe ich nicht herausfinden können, ob man sich damit die Problematik schlicht „ins Haus“ holt. Diese Plugins zählen nämlich selbständig die eingehenden Klicks, ohne dass ersichtlich wäre, was genau da gezählt und wo es gespeichert wird. Möglich, dass ich etwas übervorsichtig bin. Aber vielleicht hat jemand schon Erfahrungen damit sammeln können und kann meine Befürchtungen zerstreuen.

Link-Buttons anstelle meiner jetzigen Textlinks wären aber schon nett. Mein aktuelles Theme hat dergleichen nicht an Bord8 – doch auch hier können Plugins helfen. Mamaskind empfiehlt Shortcodes Ultimate. Aus der Kategorie gibt es noch etliche mehr im Angebot. Für weitere Empfehlungen wäre ich dankbar.9 Mal schauen, ob und wann ich eine etwas aufgehübschte Version 0.2 meines Linkbaums vorstellen kann.

Nachtrag: Klar geht das hübscher!

[Edit 27.5.2020] So schnell kann’s gehen. Inzwischen habe ich Shortcodes Ultimate installiert und festgestellt, dass man damit tatsächlich sehr einfach Linkbuttons et cetera basteln kann. Daher präsentiere ich hiermit bereits Version 0.2 – schaut’s euch an!

Nachtrag 2: Zurück auf Anfang

[Edit 2.3.2021] Der Wechsel auf mein neues Theme hat dem Shortcodes-Plugin nicht gutgetan. Es zeigt die Buttons nicht mehr sonderlich hübsch an. Daher habe ich das Plugin kurzerhand wieder rausgeschmissen und meinen Linkbaum erneut sehr minimalistisch gestaltet. Bis mir eine neue Idee einfällt. Ich werde berichten.

Nachtrag 3: Blocks regeln

[Edit 21.3.2024] Manchmal ist es so einfach. Ich habe mich aus Gründen endlich einmal mit den WordPress-Blocks befasst. Da findet man auch hübsche verlinkbare Buttons, zu sehen in der aktuellen Version meines Linkbaums.

––––––––––––
  1. Nämlich den einen in der Bio. URLs kann man ansonsten natürlich so viele in die Bildunterschriften schreiben, wie man möchte – sie werden dort halt nicht verlinkt. Man soll ja schön bei Insta bleiben.[]
  2. Nix neues, ich weiß. Ich brauche halt immer ein bisschen länger.[]
  3. Nicht, dass ich dergleichen ernsthaft bräuchte – ich befasse mich schlicht gern mit diesen Dingen.[]
  4. und Googeln[]
  5. so wie mit jedem anderen CMS[]
  6. Deswegen ist er inzwischen auch schon auf Version 0.2 upgegradet worden. Jetzt mit schicken Buttons.[]
  7. Vermutlich habe ich dabei etliche vergessen. Man verliert ja so schnell den Überblick.[]
  8. Ich denke ohnehin seit einer Weile auf einem erneuten Theme-Wechsel rum. Aber nein! Das steht vorerst nicht zur Debatte.[]
  9. Und vielleicht noch eine kurze Erläuterung für einen Noob wie mich, was diese Shortcodes eigentlich konkret machen.[]

Fundsache: Stabby der Weltraum-Roomba

Ich hefte das Ganze mal unter „Weltenbau“ ab.1 Wer sich gerne fantastische Geschichten ausdenkt – sei es, um sie aufzuschreiben, Rollenspielabenteuer zu entwerfen oder einfach so – möge sich von den folgenden Zeilen inspirieren lassen.

Bereits im November 2016 hat sich Chris aka sepulchritude drüben bei Tumblr Stabby, the Knife-Wielding Space-Roomba2 ausgedacht.3 Derartige Storyideen werden auf jener Plattform offenbar gern aufgegriffen und weiter gesponnen – vor allem, wenn sie sich im weiteren Dunstkreis der Humans are Space Orcs Idee bewegen. Aber eins nach dem anderen, erst einmal zu Stabby selbst.

Am Anfang steht immer eine Schnapsidee

Die Grundidee ist zunächst recht einfach und bekloppt: Eines Tages kommt irgendwer an Bord eines militärischen Erdenraumschiffs auf die Idee, ein Küchenmesser auf einen Roomba4 zu tapen. Das ist zwar durchaus gefährlich – aber längst nicht gefährlich genug, um den Unsinn sofort zu unterbinden oder rückgängig zu machen. Schließlich muss man schon sehr unaufmerksam, ungeschickt oder langsam sein, um sich von einem Staubsaugerroboter mit Messer verletzen zu lassen.

Die Dinge nehmen ihren Lauf

Und wie es in derartigen Umgebungen offenbar so ist, verselbständigt sich die Sache ziemlich schnell, da niemand rechtzeitig den Moment abgepasst hat, den Quatsch zu stoppen. Nachdem er ein paar Tage unbehelligt im Schiff unterwegs ist, beginnt die Crew ihn zu akzeptieren – ja sogar zu mögen. Auch die Offiziere können das ab einem gewissen Punkt nicht mehr ändern, zumal viele von ihnen es irgendwie auch ganz witzig finden. Und ehe man es sich versieht, erhält das Ding einen Namen5 und ist ein nicht mehr wegzudenkendes hoch verehrtes Maskottchen des Schiffs.

Kurzzeitig wachsende Fangemeinde

Man möge sich die genaue Beschreibung der Grundidee im Original-Post anschauen. Besonders faszinierend zu lesen fand ich, wie andere diese aufgegriffen und weiter gesponnen haben. Dieser Repost vom April 2018 mit zahlreichen Kommentaren und Ergänzungen ist ausgesprochen amüsant. Das führt soweit, dass Stabby irgendwann im Logbuch Erwähnung findet, einen zunächst niedrigen Rang erhält und schließlich sogar nach und nach befördert wird. All das wird sehr witzig hergeleitet und durchaus glaubhaft, wenn man zugrundelegt, wie irrational Menschen sich gerne verhalten – vor allem wenn sich so eine Geschichte verselbständigt.

Alles hat ein Ende

Nun trägt sich eine solche Idee allein nicht allzu lange und läuft sich dann doch recht schnell tot. Bis auf dass sie alle paar Jahre von unaufmerksamen Bloggern wie mir wieder entdeckt6 wird, hat sie ihre Zeit des Ruhms gehabt.7 Aber wie war das jetzt mit den menschlichen Weltraum-Orks?

Menschen sind Weltraum-Orks

Diese Geschichte ist noch etwas älter und geistert mindestens seit 2013 durchs Netz. Ich selbst bin 2018 erstmals darauf gestoßen und habe das Thema damals in den eskapistischen Links der Woche untergebracht. Wie alt der Ursprungspost tatsächlich ist, konnte ich ehrlich gesagt nicht rekonstruieren. Zumindest habe ich ihn bei Tumblr nicht mehr gefunden. Von 2013 stammt jedenfalls dieser Imgur-Screenshot des Originalposts Humans are Space Orcs. Auch hier handelt es sich um eine Ansammlung von mehreren Anmerkungen und Kommentaren, wie es bei Tumblr üblich ist. Und auch hier geht es um einen im Grunde schlichten und naheliegenden Gedanken, der jedoch sehr interessant hergeleitet und ausgearbeitet wurde.

Umgedrehter Spieß

Es geht schlicht darum, den Spieß klassischer SF-Szenarien umzudrehen. Wo sonst die Menschen als vor allem körperlich unterlegene Spezies im All einem Völkergemisch aus langlebigen, hochintelligenten und/oder deutlich stärkeren Wesen gegenüberstehen8 oder höchstens als langweilige Generalisten zwischen den hochspezialisierten Völkern unterwegs sind, könnte man doch auch mal die Menschen als furchteinflößende Spezies vorstellen, die dermaßen ausdauernd und anpassungsfähig sind, dass andere interstellare Wesen ihnen kaum etwas entgegensetzen können. Dabei geht es wohlgemerkt nicht zwingend darum, die Menschen zu den Bösen zu machen. Das wäre höchstens eine Spielart dieses Szenarios.9

Im Weltraum nichts neues

Das ist zugegeben eine Grundidee, die sicherlich in etlichen SF-Romanen und Szenarien Anwendung findet. Scalzis Krieg der Klone10 geht ein wenig in die Richtung und bei Warhammer 40k sind die Menschen auch nicht gerade die Underdogs. Doch während bei beiden Beispielen teils drastische transhumanistische Maßnahmen im Spiel sind, ist hier die Idee, dass bereits ganz „normale“ Menschen durchaus furchteinflößende Kreaturen sind. Dennoch mag es bereits zahlreiche Romane geben, die diese Idee aufgreifen. Vielleicht frage ich demnächst einmal den Lesezwinger11 danach.

Ab ins Ideen-Archiv

Bis auf ein paar halbherzig gepflegte Tumblr-Blogs, Pinterest-Sammlungen und Subreddits ist von der Space-Orc-Menschen-Idee12 im Netz ansonsten nicht mehr viel zu finden. Einmal ausformuliert ist sie für sich allein genommen nicht wesentlich tragfähiger als die Stabby-Idee. Aber darauf aufbauend lässt sich vielleicht die ein oder andere gute Geschichte erzählen.

Weitere Fundsachen an anderen Orten

Edieh – Fantastische Trailer #166 | Eskapedia – Eskapistische Netzfundstücke 03/2020 | Minds Delight – Good News Everyone LXVII | Zusammengebaut – LEGO Links: Mit der Saturn V zum Space Bus

––––––––––––
  1. Ein Thema, über das man ruhig etwas häufiger bloggen könnte – oder was meint ihr?[]
  2. zu deutsch etwa: Stechi, der messerschwingende Weltraum-Staubsaugerroboter[]
  3. Ich will nicht ausschließen, dass die Grundidee noch älter ist und in leichten Abwandlungen bereits in römischen Legionärs-Legenden vorkommt. „Höret die Mär von Dekurio Stachelbesen, Stolz der XIII. Legion!“ Oder so …[]
  4. Wie nennt man das noch einmal, wenn ein Markenname zur allgemeingültigen Bezeichnung für ein Produkt wird?[]
  5. Ihr ahnt es: „Stabby“.[]
  6. oder von SEO-Clickbait-Seiten in steter Regelmäßgikeit ausgegraben wird – wo sonst sollte ich es entdeckt haben[]
  7. Womöglich ist sie in den ein oder anderen Self-Publishing-Roman eingeflossen, wer weiß?[]
  8. Nehmen wir allein Star Trek. Vulkanier, Klingonen, Romulaner haben allesamt mehr Körperkraft als Menschen. Was Kirk, Riker und Sisko jedoch noch nie davon abgehalten hat, sie alle zu vermöbeln.[]
  9. Tatsächlich wäre es sogar viel reizvoller, die Menschen in solch einem Szenario kultiviert, friedlich und rücksichtsvoll auftreten zu lassen – und trotzdem haben alle anderen Völker ständig Angst vor ihnen.[]
  10. Wenn ich meine Rezi von damals so durchlese, beschleicht mich das Gefühl, dass ich den Roman heute wesentlich gnädiger beurteilen würde. Vielleicht sollte ich ihm irgendwann eine zweite Chance geben.[]
  11. Trifft sich gut, dass der Drei-Jahres-Zyklus, in dem der Lesezwinger aus seinem Schlaf erwacht, im Sommer dieses Jahres gerade wieder rum ist.[]
  12. Oft ist auch von den Weltraum-Wikingern oder Weltraum-Australiern – fragt mich nicht – die Rede.[]

TopVier Vatertags-Edition

Himmelfahrt beziehungsweise Vatertag ist doch eine prima Gelegenheit, meine innovative neue Listicle-Rubrik in Fahrt zu bringen. Was böte sich da mehr an, als die vier besten Väter aus Film, Funk, Fernsehen, Buch und Comic zu küren?1 Hier also die – selbstredend nicht ganz ernst gemeinte – -Liste2 der fiktiven Väter:

1. Papa Schlumpf

Wenn man seine Funktion schon hochoffiziell als Namen trägt,3 muss einem diese Rolle durchaus am Herzen liegen. Und ich finde der Gute macht seinen Job ganz ordentlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er rund 100 Schutzbefohlene4 unter seinen Fittichen hat. Er beschützt seine Schlümpfe, hat immer ein Ohr für ihre Sorgen, ermutigt sie und hilft ihnen, wo er kann. Da darf man es ihm durchaus nachsehen, dass er hin und wieder zu seinem Kumpel Homnibus verschwindet und die Chaoten für ein paar Tage ihrem Schicksal5 überlässt.

2. Halvar von Flake

Ob es wirklich eine gute Idee ist, seinen minderjährigen Sohn auf Raubzüge mitzunehmen, ist gelinde gesagt diskutierenswert. Was Halvar aber zu einem großartigen Vater macht ist die Tatsache, dass er es relativ schnell akzeptiert, dass Wickie ein sanfteres Wesen hat und nicht in seine6 gewalttätigen Wikinger-Fußstapfen treten möchte.

3. König Fergus

Man sehe mir die Doppelung nach7 – aber ich finde, Meridas Vater gehört unbedingt auch auf diese Liste. Zumal er sich im Gegensatz zu Halvar nicht groß zur Akzeptanz seiner nonkonformistischen8 Tochter durchringen musste. Außerdem scheint er mir ein Vater zu sein, der trotz seiner königlichen Pflichten so oft wie möglich bei seiner Familie ist, anstatt ständig auf irgendwelche Abenteuer, Raubzüge oder Sauftouren9 zu gehen.

4. Captain Jean-Luc Picard

Aus rein biologischer Sicht war dieser -Captain10 Zeit seines Lebens nie Vater.11 Für mich ist er dennoch eine geradezu idealtypische Vaterfigur, die durchaus streng aber stets verantwortungsbewusst und zugewandt seine „Kinder“ anleitet, unterstützt und beschützt. Wie es ein guter Vater eben tut. Unter seinen Fittichen reift sein Erstgeborener12 wohlgeraten heran13 und sein Lieblingskind14 erhält stets die notwendige zusätzliche Förderung und Hilfe – aber keines seiner anderen Kinder wird dabei vernachlässigt. Und er ist immer für sie alle da.

Honorable Mentions

In willkürlicher Reihenfolge noch ein paar fiktive Väter, die mir spontan in den Sinn kamen: Mando,15 Marlin,16 Dr. Evil,17 Arthur Weasley,18 Homer Simpson,19 Johnathan Kent,20 Donald Duck,21 Sir Samuel Mumm,22

Wen habe ich vergessen?23 Ergänzungen sind auf jeden Fall hoch willkommen.24

––––––––––––
  1. was bestimmt noch nie einer gemacht hat[]
  2. Ich denke, ich werde es bei diesen Vierer-Listen so halten, dass sie nominal und nicht ordinal skaliert sind. Ein höherer Listenplatz soll also nichts über eine höhere oder niedrigere Qualität aussagen. Die Reihenfolge ist also weitgehend willkürlich.[]
  3. Ja, ich weiß. In Peyos Original ist er „Le Grand Schtroumpf„. Der Name „Papa“ stammt aus der englischsprachigen TV-Serie. Ich finde aber, dass dieser spätere Name gut passt und sich daher zu Recht auch in der deutschsprachigen Comic-Übersetzung durchgesetzt hat.[]
  4. Eine Zahl, die nur vage zu fassen ist. Vor allem, wenn man sich erneut auf die TV-Serie bezieht. Ist Baby Schlumpf der 101.? Was ist mit Tarzan Schlumpf? Opa und Oma Schlumpf? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Zahl aller in der Serie namentlich erwähnten Schlümpfe um und bei 150 oder so liegt.[]
  5. Dass das aber auch immer schiefgehen muss![]
  6. Halvars[]
  7. An fiktiven rotbärtigen Nordmann-Vätern gibt es wahrlich keinen Mangel. Haudrauf von Berk beispielsweise wäre ein tatsächlich zu offensichtlicher Halvar-Klon.[]
  8. Bezogen auf ihr gesellschaftliches Umfeld – ihrer Familie gegenüber ist sie sehr verbunden und treu.[]
  9. Nun, das vielleicht hin und wieder.[]
  10. Admiral, Pensionär, Winzer[]
  11. und er hat auch nie rein formal ein Kind per Adoption o. ä. angenommen[]
  12. Riker[]
  13. Auch wenn er das elterliche Haus erst reichlich spät verlässt.[]
  14. Data[]
  15. Baby-Yoda könnte sich keinen besseren Pflege-Papi wünschen.[]
  16. Etwas übervorsichtig vielleicht – tut für Nemos Sicherheit aber alles.[]
  17. Ich will ehrlich sein: Er ist ein furchtbarer Vater. Aber wie gekonnt er stets Scotts Widerworte in den Griff bekommt, verlangt mir jedes Mal Respekt ab.[]
  18. Sein Vaterherz ist groß genug für noch ein paar Zaubererwaisen mehr.[]
  19. Naja, zumindest manchmal gibt er sich redlich Mühe.[]
  20. Explizit ist aber nicht die Man-of-Steel-Variante mit dem dämlichen Opfertod gemeint. Ich meine den Pa Kent, der für seinen angenommenen Sohn lebt und nicht stirbt.[]
  21. Blenden wir die frühen ruteschwingenden Episoden aus, ist er für seine drei Neffen ein durchaus respektabler Ersatzvater.[]
  22. Sein Anspruch, dem Nachwuchs auch in den arbeitsintensivsten Krisenzeiten jeden Abend zum Einschlafen vorzulesen, ist immerhin erwähnenswert.[]
  23. sicherlich etliche[]
  24. Ob ein gewisser mythologischer Übervater, der in der anderen Bedeutung des heutigen Feiertages eine gewisse Rolle spielt, in diese Auflistung gehört hätte, ist reine Glaubensfrage, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Meiner bescheidenen Meinung nach hat er sich in Sachen Vaterschaft jedenfalls nicht mit wesentlich mehr Ruhm bekleckert, als seine Kumpels Zeus und Odin.[]

Bingetagebuch: Star Trek Picard

Als alter -Fan und Angehöriger der Generation, für die TNG die prägendste der Trek-Serien1 ist, habe ich mich mit recht hohen Erwartungen auf Star Trek: Picard gefreut. Die ersten Trailer haben diese Erwartungshaltung durchaus befeuert.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Entsprechend haben Robert und ich in unserer letzten -Sendung vor Serienstart2 einiges an Vorfreude bekundet und begründet.

Eskapedia Episode 6 – Vorfreude auf Star Trek: Picard

Erstens kommt es anders …

Dass diese Erwartungen nicht vollständig erfüllt wurden, habe ich inzwischen mehrfach ausführlich dargelegt. Da ich bei diesen Gelegenheiten schonungslos gespoilert habe, zunächst einmal die obligatorische

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Um die ersten Lockdown-Wochen etwas kurzweiliger zu gestalten, hat der gute Andres im März Zusammengebaut Late Night ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser munteren Sendung hatte ich erstmals Gelegenheit, gemeinsam mit ein paar Gleichgesinnten an der Serie herumzumäkeln.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

In unserer aktuellen -Episode verfeinern Robert und ich unsere stets konstruktive Kritik noch etwas und kleiden sie ganz selbstbewusst in zwei mal fünf Vorschläge, mit der die Serie noch besser geworden wäre.

Eskapedia Episode 7 – Verbesserungsvorschläge für Star Trek: Picard

… und zweitens als man denkt

Nun haben wir bei allem Gemecker stets betont, dass es auf hohem Niveau erfolgt. Und es gehört im Star-Trek-Fandom durchaus zum guten Ton, am Objekt seiner Leidenschaft herumzukriteln. Schließlich wurde bislang jeder Trek-Serie eine nicht 100%ig perfekte erste Staffel zugestanden.3 Selbstverständlich wird auch Star Trek: Picard dieses Privileg zuteil.

Um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen und damit wir alle mit wohliger Vorfreude Staffel zwei entgegenfiebern können, liste ich im Folgenden die Dinge4 auf, die mir an der ersten Staffel Star Trek: Picard am Besten gefallen haben.

TopVier: Picard Staffel 1

1. Die Troi-Riker-Folge: Selbstverständlich die Troi-Riker-Folge! Nepenthe ist neben den beiden Auftakt-Folgen ein Höhepunkt der Serie. In der ansonsten tendentiell verkorksten Gesamt-Dramaturgie der Staffel stellt sie ein gelungenes retardierendes Moment dar, in dem sich gleichzeitig auf angenehme Weise die erforderliche TNG-Nostalgie konzentriert. Sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie man die Erzählweise an das geringe Budget, das die Serie offenbar hatte, anpassen kann – und das mit sehr gutem Ergebnis. Hier funktionieren von Anfang an alle Charaktere, allen voran ausdrücklich die „Neue“ Kestra und ihre Beziehung zu Soji.

2. Laris und Zhaban: Die gelungensten (neuen) Charaktere der ganzen Serie waren für mich mit Abstand Laris und Zhaban. Die beiden romulanischen Ex-Geheimagenten, die für Picard den Haushalt auf seinem Weingut führen, sind für mich als die perfekten neuen „Familienmitglieder“ des einstigen Captains eingeführt worden. Auch ohne Kenntnis des Prequel-Comics5 hat man den beiden sofort ihre enge Verbindung zu Picard abgenommen. Auch die subtile Chemie der beiden Ehepartner untereinander fand ich sehr witzig. Kurzum: zwei Charaktere mit sehr viel Potential! Umso trauriger, dass die beiden nach zwei Folgen komplett aus der Serie gestrichen wurden. Ich hoffe inständig, dass sie in der zweiten Staffel eine bedeutendere und dauerhafte Rolle spielen.

3. Die Verbindung zu Discovery: Ich gebe es freiheraus zu: Ich mag Star Trek: Discovery.6 Um meine Mindermeinung noch deutlicher herauszustellen: Mir gefiel auch der Fokus auf das KI-Thema in der zweiten Staffel. Bereits dies ist eine deutliche Parallele zur ersten Picard-Staffel. Die Visualisierung der Prophezeiung über die KI-Apokalypse und die tentakelzappelnden intergalaktischen Super-KIs7 sind streckenweise bildgleich mit Spocks Zukunftsvision von Controls Terrorherrschaft. Auch wenn hier mein Wunsch der Vater des Gedanken sein mag und schlicht eine budgetbedingte Zweitverwertung8 des Bildmaterials vorliegt, will ich diese offensichtlichen Parallelen so deuten, dass Control irgendetwas mit dem intergalaktischen KI-Bund zu tun hat. Und sowohl die 900 Jahre in die Zukunft versetzte Crew der Discovery als auch Androiden-Picard und seine Trümmertruppe9 werden damit noch zu tun bekommen. Und es wird weitere Querverweise geben. Und das gefällt mir.

4. Die Zukunft geht weiter: Schlussendlich finde ich es ganz wunderbar, dass die Geschichte des Star-Trek-Universums wieder an der Stelle weitergeht, an der wir es verlassen haben. Das Dominion ist besiegt, die Voyager ist wieder zu Hause, das Romulanische Imperium ist nach der Supernova zerfallen – aber was passierte danach? Auf diese Frage haben wir endlich eine Antwort erhalten. Zumindest wurde uns diese Antwort in Aussicht gestellt. Dabei geht es mir nicht primär10 darum, zu erfahren, was aus dieser oder jener einstmals liebgewonnenen Figur geworden ist, sondern vielmehr darum, wer die neuen Heldinnen und Helden sind und mit welchen neuen Herausforderungen, kosmischen Wundern, fremdartigen Völkern, Freunden, Feinden und Gefahren sie sich auseinandersetzen müssen. Für diesen Zweck stellt die erste Picard-Staffel sicherlich nur wenig mehr als ein Bindeglied dar. Aber das gelingt ihr bereits sehr gut – und mir gefällt, was ich bislang gesehen habe. Die Utopie der Föderation war schon immer fragil und musste von den Heldinnen und Helden gegen Gefahren von innen wie von außen verteidigt werden. Insofern ist eine Föderation, die durch einen furchtbaren Angriff direkt vor der eigenen Haustür11 erschüttert wurde, durchaus ein interessantes Szenario. Gleiches gilt für das Wildwest-Gebiet, das sich in der ehemaligen Neutralen Zone und den Trümmern des Romulanischen Imperiums gebildet hat. Natürlich interessiert es mich, wie es mit Robo-Picard weitergeht. Möge er noch etliche seiner einstigen Gefährten treffen und dabei den ein oder anderen Planeten retten. Aber wenn aus diesem neu aufgeschlagenen Trek-Kapitel ein neues Raumschiff12 mit neuer Crew entspringen sollte, es wäre mir ein Fest.

––––––––––––
  1. Die beste Trek-Serie ist natürlich DS9. Dennoch wird meine Enterprise immer die D sein und mein Captain immer Picard.[]
  2. die schon jetzt legendäre Subraumnachrichten-Sendung[]
  3. DS9 hatte das natürlich nicht nötig. Hier waren alle Staffeln perfekt.[]
  4. Hm. Gute Idee für ein innovatives neues Blog-Format. Aber wie soll ich es nennen? „Die vorzüglichen Vier“? „Die besten Vier“? Oder kurz und knapp „Top4“? Da kommt jedenfalls was auf euch zu.[]
  5. der ehrlich gesagt nur mäßig gut beziehungsweise relevant ist[]
  6. Ich bin aber auch der einzige lebende ENT-Fan, was mein Urteil vielleicht etwas einordnet.[]
  7. die zugegebenermaßen übertrieben pulpig daherkommen[]
  8. Was durchaus Tradition bei Star Trek hat. Wir erinnern uns an die identische Kamerafahrt entlang der Enterprise in den ersten beiden Kinofilmen.[]
  9. Es wird definitiv noch eine Weile dauern, ehe ich mit dieser Crew warm werde.[]
  10. aber durchaus auch[]
  11. „Der Mars brennt immer noch!“[]
  12. Gerne die Enterprise F – muss aber nicht.[]

Ab jetzt mit Fußnoten

Aus Prokrastinationsgründen habe ich meinem Blog hiermit Fußnoten verpasst. Mit dem richtigen -Plugin eigentlich ganz einfach.

Jede und jeder, die beziehungsweise der längere Texte schreibt – sei es im Rahmen von Schule und Studium, aus beruflichen Gründen oder schlicht aus Spaß – kennt das Phänomen der Prokrastination:1 Man sucht sich Arbeit, die einen davon abhält, besagten Text weiterzuschreiben.

Wer formatiert, der bleibt

Bei mir war und ist dies oft das Formatieren des Textes. Wie viele Stunden habe ich nach der perfekten Schriftart, dem idealen Zeilenabstand und dem exakten Seitenrand gesucht, ehe auch nur eine Seite geschrieben war?2 Gerade im Kontext universitärer Hausaufgaben und Abschlussarbeiten hat die Fußnote bedeutenden Raum eingenommen: Position, Format und Schriftgröße wollten wohl überlegt sein.

Die Fußnote als Stilmittel

Als Leser schätze ich die Fußnote durchaus auch als Stilmittel außerhalb wissenschaftlicher Texte. Schon als junger Asterix-Fan mochte ich die Sternchen mit Übersetzungen oder näheren Erläuterungen. Auch der ein oder andere Romancier greift zu meiner Freude darauf zurück, allen voran der großartige Terry Pratchett.

Zum Leidwesen meiner Brieffreunde3 habe ich mir vor einiger Zeit angewöhnt, auch in meiner Korrespondenz4 auf dieses Stilmittel zurückzugreifen. Nun sind meine Blogartikel dran.

Welches Plugin soll es sein?

Auch hier gilt: Die Wahl des passenden WordPress-Plugins will wohl überlegt sein. Soll ja hübsch aussehen, einfach zu handhaben sein und mit der aktuellen WordPress-Version sowie dem Theme meiner Wahl kompatibel sein.

Bereits vor einigen Jahren hat sich Sabine Melnicki auf ihrem Blog mit dieser Frage befasst und sich in einem kleinen lesenswerten Auswahlprozess auf die Suche nach dem besten Plugin begeben. Sie hat sich zunächst für footnotes und später nach einem Theme-Wechsel für Easy Footnotes entschieden. Beide erfüllen heute nicht mehr ganz ihre damals aufgestellten Kriterien,5 machen aber einen unverändert guten Eindruck. Einen erneuten Test wären sie also wert.

Bei der Suche sprang mir selbst außerdem Footnotes Made Easy ins Auge, das als einziges Plugin für die aktuellste WordPress-Version getestet wurde. Außerdem wirkt es nicht nur dem Namen nach angenehm schlank.

Suche vorzeitig abgebrochen

Nun war mein ursprünglicher Plan, alle drei Plugins auszuprobieren. Der Auswahlprozess fand jedoch ein vorzeitiges Ende, da mir gleich das erste Testobjekt ob seiner unkomplizierten Funktionalität so sehr zusagte, dass ich meine Suche für beendet erklären konnte. Footnotes Made Easy machte daher das Rennen, ohne dass seine Mitbewerber überhaupt an den Start gehen konnten. Zugegeben vielleicht etwas ungerecht – ich bin mit dem Ergebnis jedoch zufrieden.

Fußnoten leicht gemacht

Der Name ist tatsächlich Programm. Einmal aktiviert erzeugt das Plugin automatisch dort Fußnoten im Blogtext, wo man zwischen doppelten Klammern6 den gewünschten Fußnotentext einfügt. Nicht mehr und nicht weniger. Ein bisschen kann man an den Einstellungen drehen – zum Beispiel, ob die Fußnoten einfache Zahlen oder Buchstaben oder ähnliches sein sollen7 –, ansonsten sind die Freiheitsgrade aber recht gering. Was ich für meine Zwecke aber ganz angenehm finde.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ab jetzt hier mit Fußnoten!

––––––––––––
  1. Der Begriff selbst sollte inzwischen auch hinlänglich geläufig sein.[]
  2. Rhetorische Frage, ich weiß. Ich beantworte sie dennoch: Es waren viele.[]
  3. Seit einer Weile tausche ich mich mit mehreren Freunden ganz klassisch per Brief aus. Macht richtig Laune. Wobei ich es bei per E-Mail versandten hübsch formatierten PDFs belasse. Soweit geht mein Zugeständnis an die klassische Briefeschreiberei dann doch nicht, dass ich zu Papier und Füller greifen würde. Wer es auch mal probieren möchte – Mail genügt.[]
  4. Um der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben: Einer meiner Brieffreunde hat mit den Fußnoten angefangen, was ich sofort mit großer Begeisterung übernommen habe. Inzwischen hat es bereits auf einen Dritten abgefärbt. Fußnoten sind ansteckend.[]
  5. vor allem was die Aktualität angeht[]
  6. Falls man hier lieber eckige Klammern oder ganz andere Sonderzeichen hätte, kann man das in den Einstellungen individuell gestalten.[]
  7. Ich habe mich für die klassischen Zahlen entschieden[]

Lesetagebuch: Sterntagebücher von Stanisław Lem

Crossmedial induzierter Nostalgieanfall

Ausgelöst wurde der Wunsch nach diesem Reread durch meine kürzliche Betrachtung der Ijon-Tichy-TV-Serie von 2007. Mein Urteil darüber war durchwachsen – mich zu einer erneuten Lektüre der Sterntagebücher animiert zu haben, will ich der Serie aber positiv anrechnen.

Muntere Philosophie-Häppchen

Stanisław Lems muntere Anthologie aus den 60er Jahren – zur genauen Erscheinungshistorie, die sich von 1957 bis 1971 und darüber hinaus erstreckt, sei der Wikipediaartikel zu den Sterntagebüchern empfohlen, der auch darüber hinaus sehr detailliert und erhellend ist – enthält lose zusammenhängende Kurzgeschichten, die die Reisen und Abenteuer des Raumfahrers Ijon Tichy beschreiben. Auch wenn einige der Folgen oben genannter TV-Serie im Ansatz beinahe wortgleich mit den Kurzgeschichten der Vorlage beginnen, gibt es doch recht grundlegende Unterschiede.

Während die Serie fast ausschließlich auf skurrilen Humor mit leichten -Aspekten setzt, ist die Vorlage deutlich tiefgründiger. Der Ijon Tichy der Serie ist am ehesten eine klischee-polnische Version von Arthur Dent. In den Sterntagebüchern ist er vielmehr ein Münchhausen oder Candide des Kosmos, dessen Geschichten zwar wie absurde Lügengeschichten anmuten, die aber fast immer ernste kultur- und gesellschaftskritische und tief philosophische Themen ansprechen. Und ich mag .

Was ist (künstliches) Leben

Eine der Kernfragen, die dabei immer wieder aufgeworfen wird, ist die nach dem Variantenreichtum des Lebens und des Bewusstseins, egal ob auf natürlichem oder künstlichem Wege entstanden. Ein Thema, das sich durch Lems gesamtes Werk zieht, wenn man beispielsweise die letztlich gescheiterten Kommunikationsversuche der Menschen mit dem außerirdischen Organismus in Solaris oder die Maschinen-Evolution in Der Unbesiegbare betrachtet.

In den Sterntagebüchern werden diese Themen nur scheinbar oberflächlicher behandelt. Man darf sich von den stets eingeflochtenen Absurditäten nicht täuschen lassen. Als Beispiel sei die reichlich skurrile Waschmaschinen-Tragödie angeführt. Darin führt der Wettstreit zweiter Weißwaren-Fabrikanten zu immer klügeren1 Haushaltsgeräten, die schließlich kaum mehr ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, sondern sich vielmehr zu selbstbewussten autonomen künstlichen Intelligenzen weiterentwickeln. Obwohl diese Kurzgeschichte durchgehend humoristisch bleibt, ist sie bei der abschließenden Verhandlung des rechtlichen Status‘ von KIs keinen Deut weniger tiefgründig als die zu Recht viel gelobte Star-Trek-Folge „Wem gehört Data?“ – ich wage sogar zu behaupten, dass das Gegenteil der Fall ist.

Alter Stil zeitlose Themen

Dies gilt für nahezu alle behandelten Science-Fiction-Themen. So ist dem, was Lem in der 21. Reise der Sterntagebücher in Sachen Transhumanismus ausführt, auch heutzutage nichts mehr hinzuzufügen. Wenn auch humoristisch überzeichnet denkt und beschreibt er die gesellschaftlichen und psychologischen Konsequenzen totaler körperlicher Autonomie hier kompromisslos und vollkommen bis ans Ende. Daher kann man seine Texte auch heute noch mit großem Gewinn lesen, da Dinge wie künstliche Intelligenz mehr und mehr in greifbar reale Nähe rücken.

Einzig sein Stil mag hier und da der Entstehungszeit der Texte verhaftet und auch sonst etwas speziell sein. Am unangenehmsten fällt dabei auf, dass die Zahl weiblicher Charaktere über die komplette Anthologie hinweg gegen Null geht. Es scheint, dass Lem hier nur dann eine Frau auftreten lässt, wenn es nach seiner Auffassung absolut unumgänglich ist. Dazu, ihr dann noch einen Namen oder gar eine Dialogzeile zu geben, hat er sich höchsten ein, zwei Mal hinreißen lassen.

Davon abgesehen, mag ich seinen Stil aber recht gerne. Selbst seine häufigen dozierenden Abschnitte, in denen er seitenweise historische Abläufe oder wissenschaftliche Zusammenhänge darlegt, lesen sich in meinen Augen sehr spannend. Schließlich versucht er sich in den „Erinnerungen Ijon Tichys“, die in den meisten Ausgaben der Sterntagebücher enthalten sind, mit großem Erfolg an geradezu Lovecraft-artigen Geschichten, in denen er seinen Helden an unterschiedliche verschrobene Wissenschaftler und ihre erschreckenden Experimente geraten lässt, die reichlich Inspiration für die ein oder andere Cthulhu-Rollenspielrunde bieten. Den SF-Themen nebst philosophischem Anspruch bleibt er dabei natürlich treu, kleidet beides aber sehr gekonnt in das Gewand klassischer Schauergeschichten.

Pflichtlektüre

Langer Rede: Auch nach dem x-ten Mal bin ich von Ijon Tichys Abenteuern begeistert. Wer als Science-Fiction-Fan etwas auf sich hält, muss meiner Meinung nach Lem gelesen haben. Wenigstens die Sterntagebücher – und hinterher gleich die Robotermärchen.2

––––––––––––
  1. heute würde man sagen „smarteren“[]
  2. oder vorneweg, wie ihr mögt[]

Fundsache: Kabaddi

Mannschaftssport weckt normalerweise nicht sonderlich mein Interesse – sei es aktiv oder passiv. Ja, hin und wieder habe auch ich mal gegen einen Ball getreten oder ihn irgendwo hin geworfen – und ich gebe zu, bereits mehrfach zugeschaut zu haben, wenn 22 andere Leute besagtem Ball hinterherlaufen. Meine Begeisterung ist dabei aber stets von kurzer Dauer. Doch dann erfuhr ich von Kabaddi.

Ticken + Völkerball + Luftanhalten = Kabaddi

Vor einer Woche tat @jensW2604 seine Begeisterung für einen Tweet kund, der folgendes Video enthielt.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Kabaddi-Pause

Aus Gründen ist es aktuell natürlich nicht zu empfehlen, diesen reizvollen Sport draußen im Garten oder auf dem Schulhof selbst auszuprobieren. Nach kurzer YouTube-Recherche kann man sich jedoch etliche Profispiele anschauen und damit gegebenenfalls die Quarantänezeit verkürzen. Und nächstes Jahr lohnt sich womöglich die Suche nach Kabaddi-Clubs in der Nähe.

Weitere Fundsachen an anderen Orten

Edieh – Fantastische Trailer #157 | Eskapedia – Eskapistische Netzfundstücke 01/2020 | Minds Delight – Good News Everyone LVIII | Zusammengebaut – LEGO Links: winzig wie ein Virus, riesig wie eine Raumstation

< | UberBlogr Webring | >

© 2007-2026 by nerdlicht.net | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Ich woanders: Eskapedia; World of Cosmos; Zusammengebaut; Instagram; Mastodon; Bluesky; Schreibmonat; Goodreads | Jetzt bestellen: "Mette vom Mond" von Finn Mühlenkamp | Theme von Anders Norén