Schlagwort: ScienceFiction

Lesetagebuch: Batman-Entzug, immer noch Olympos, Vader Down und noch mehr Marvel

Ich stecke noch immer mitten in Dan Simmons „Olympos“ (auch wenn es jetzt ein wenig flüssiger voran geht), schmökere in diversen Marvel-Comics und verspüre eine gewisse Sehnsucht nach Batman-Comics. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

  • 100 Jahre Marvel: Einst vom Fadenaffen empfohlen habe ich mir diesen hübschen Band zu einer der winterlichen Festivitäten schenken lassen. Ich mag ja solche What-If-Sachen – wobei das „what if“ hier eher auf der Metaebene stattfindet. Der Band gibt vor aus den 2060er Jahren zu stammen und fünf Comics aus jener Zeit zu präsentieren – und zwar je einen mit Spider-Man, den X-Men, den Avengers, den Fantastischen Vier und den Guardians of the Galaxy. Sowas ähnliches gab es schon mal unter dem Titel „Das Ende“, wo die hypothetische letzte Geschichte eines jeden (?) Marvel-Helden erzählt wird. Auch „Avengers Forever“ ging ein bisschen in diese Richtung – und was der Dinge mehr sind. Die Grundidee ist also gar nicht mal so neu – und ich finde ehrlich gesagt, dass sie z.B. in der erwähnten Das-Ende-Reihe schon mal besser umgesetzt wurde. Aber nur ein bisschen. Was mich hier vor allem begeistert hat, war das Experimentieren mit dem Zeichenstil. Vor allem die Avengers-Geschichte sieht aus, als hätten sich Sergio Aragones, Moebius und Robert Crumb im Drogenrausch zusammengetan. Großartig!
  • Star Wars Vol. 2: Ich hänge bei der neuen Star-Wars-Comicreihe ein bisschen hinterher, da ich bei Comixology lieber immer auf die Sammelbände warte. Ist einen Hauch günstiger als die Hefte im Einzelnen zu kaufen. Dieser zweite Sammelband führt die beiden Handlungsebenen von Luke sowie Han und Leia zusammen. Ersterer erfährt ein wenig über Obi-Wans Exil auf Tatooine und sein Leben dort in der Rolle des alten Ben. Insoweit ganz interessant, als dass den dort geschilderten Ereignissen im kommenden Obi-Wan-Film ja nicht widersprochen werden dürfte. Soll ja jetzt alles Kanon sein. Bin mal gespannt, ob die das durchhalten werden. Egal. Liest sich jedenfalls alles recht spannend. Han Solos vermeintliche Ehefrau stellt sich selbstredend doch nicht als solche heraus (Finn ist daher wohl doch kein weiterer Spross des alten Schmugglers). Schließlich treffen alle auf einem Hutten-Mond zusammen, wo sich eins dieser Riesen-Schneckchen eine große Jedi-Sammlung zugelegt hat. Auf Umwegen führt dies dazu, dass sich Luke, Han, Leia und Chewie mit Lichtschwertern bewehrt durch ein paar Sturmtruppen kämpfen müssen. Nettes Bild. Jedenfalls war ich damit endlich soweit, das erste Crossover-Ereignis „Vader Down“ anzugehen.

Aktueller Lesestoff

  • Vader Down: Das sechsteilige Special beginnt mit einem Sonderband dieses Namens und erstreckt sich über die beiden Hauptserien „Star Wars“ und „Darth Vader“. Ausgangspunkt ist, dass Vader gerade erfahren hat, dass der Junge, der den Todesstern zerschossen hat, zufällig den Namen Skywalker trägt und ganz offensichtlich sein Sohn ist. Schon jetzt hegt er den Plan, des Jungen habhaft zu werden und ihn auf seine Seite zu ziehen. Dazu muss er ihn aber erst finden. Er erfährt, dass Luke sich auf einem verlassenen Planeten mit einem uralten Jeditempel befindet und macht sich allein auf den Weg. Hier setzt „Vader Down“ ein und lässt unser aller Lieblingsschurken direkt in eine geheime Rebellenbasis rasseln, die er aber bislang nahezu im Alleingang auseinandernimmt. Sehr spaßig. Ich stecke aktuell in Band zwei des Sechsteilers und bin sehr angetan.
  • Olympos: Ich habe den einzigen SF-Roman auf meiner Liste tatsächlich mal wieder in die Hand genommen und bin schnell wieder reingekommen. Auch wenn ich gerade in der etwas schwächeren Handlungsebene auf der Erde stecke. Dort plagen sich die in Eloi-manier degenerierten Menschen gerade mit den Folgen des Absturzes aller automatischen Systeme herum (den einige von ihnen selbst verursacht haben – aber das war Thema im Vorgängerband Ilium). Die Hauptfiguren leben in einer Gruppe, die noch am ehesten damit klarkommt, da sie gelernt haben, alte Bücher zu lesen und archaische Waffen und Werkzeuge herzustellen. Damit müssen sie sich wildgewordener Kunstwesen erwehren – und rätseln zusammen mit dem Leser weiterhin herum, was das alles eigentlich soll. Das alles ist sehr spannend und herrlich rätselhaft beschrieben – wie es bei einer ca. zweitausend Jahre entfernten Zukunft auch sein soll.
  • Marvel #1: Außerdem hab ich mich daran erinnert, dass ich vor Jahren ja mal im Rahmen einer Marvel-Aktion ein paar Hundert Nummer-Eins-Hefte meines Lieblings-Superhelden-Verlags bei Comixology für lau runterladen durfte – wovon die meisten noch ungelesen in der Cloud liegen. Ich habe nun mal damit angefangen, wieder ein bisschen in diesem Fundus zu stöbern, was einerseits viel Spaß macht – andererseits aber auch gefährlich ist, da es dazu verleiten kann, die ein oder andere Reihe dann auch (kostenintensiv) weiterzulesen. Vor allem dieses „A+X“ schien mir ganz interessant loszugehen – unter anderem weil da auch der Zukunfts-Hulk „Maestro“ mal wieder auftaucht.

Was als nächstes?

  • Marvel-Hachette-Sammlung: Hier habe ich durch meine Bemühungen bei den einschlägigen Online-Auktionshäusern wieder einen kleinen Stapel angesammelt. Und zwar allesamt Bände aus der Classic Reihe: „Galactus“, „Captain Marvel“, und ein weiterer „Iron Man“ Band. Ich muss ja gestehen, dass ich die meisten Marvel-Sachen vor den 90er Jahren nur noch mühselig lesen mag. Allerdings weiß ich über den ollen Captain Marvel noch so gut wie gar nichts, weswegen ich mich auf den Band durchaus freue. Und Galactus sowie Iron Man gehen ja immer.
  • Steam Wars: Ich hab mir jetzt auch die restlichen Steam-Wars-Comics bei Comixology auf die Wunschliste gepackt. Da schau ich die Tage mal rein.
  • Batman: Schließlich verspüre ich so langsam leichte Entzugserscheinungen in Sachen Batman. In DC-Comics hab ich nun sehr lange nicht mehr meine Nase gesteckt, weswegen ich meinen dortigen Lieblings-Capeträger durchaus ein wenig vermisse. Meint ihr, dieses „Batman Europa“ taucht was? Von dieser „Batman vs. Turtles“ Sache scheinen ja auch alle recht angetan – so absurd das klingt.

Lesetagebuch: Herr Lehmann, Vater und Sohn, Olympos, Steam Wars, Perry Rhodan und Marvel

Ab jetzt soll es jeden (?) Dienstag heißen: Was hab ich gerade ausgelesen, wo sitz ich dran und was kommt als nächstes? Zur Zeit ist bei mir alles recht comiclastig – es ist immerhin ein Roman dabei. Da ich ein wenig weiter zurückgreife, wird diese Ausgabe auch etwas umfangreicher. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

  • Herr Lehmann: Der großartige Roman von Sven Regener ist längst ein Klassiker. Ich habe ihn damals mit Genuss gelesen – und auch die anderen beiden aus der Trilogie „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“ haben mir Spaß gemacht (wenn auch absteigend in dieser Reihenfolge). Die Verfilmung mit Christian Ulmen habe ich durchaus gemocht – und mich nun sehr über die Comic-Umsetzung gefreut (jaja, Graphic Novel – müssen ja auch die Feuilleton-Leser kaufen). Und die ist echt gelungen! Durchaus geschickt lässt der Zeichner ein paar Nebenstränge der Handlung weg und reduziert den Romanstoff behutsam auf das Wesentliche, um es in Paneln und Sprechblasen erzählen zu können. Das klappt hervorragend! Hinzu kommt ein großartiger Zeichenstil, der das Berlin der End-80er (so wie ich es mir in meiner Naivität vorstelle) perfekt rüberbringt. Kneipenszenen werden bei erhöhtem Alkoholkonsum der Protagonisten immer unschärfer dargestellt und mit Glasrändern versehen, als wären die entsprechenden Panels selbst am Tresen entstanden. Großartig!
  • Vater und Sohn: Ich habe die alten Bildergeschichten von e.o.plauen (dessen trauriges Schicksal ebenfalls Beachtung verdient) als Kind geliebt. Vor einem Jahr habe ich meinem Nachwuchs die Gesamtausgabe geschenkt. Wir teilen seither die Begeisterung für diese zeitlosen geistreichen Abenteuer. Zu Nikolaus gab’s nun „Neue Geschichten von Vater und Sohn“ – zwei Zeichner haben sich erst kürzlich daran gewagt, die vor knapp 80 Jahren abgeschlossenen Geschichten wieder aufzunehmen und in die Moderne zu übertragen. Wie ich finde sehr gelungen. Die Neuauflage des Stoffes atmet den Geist des Originals ohne eine plumpe Nachahmung zu sein. Dafür sorgen schon der eigenständige Zeichenstil und die behutsame Darstellung der Jetztzeit. Inhaltlich bleiben die Geschichten zeitlos wie eh und je – und ich hoffe, da kommt noch ein wenig mehr.
  • Perry-Rhodan-Comic Band 2: Mit „Die Kartographen der Unendlichkeit Teil 2“ geht der erneute Versuch, den epischen Romanheft-Stoff in Comicform zu übertragen in die zweite Runde – und ich fürchte, der Versuch will erneut nicht so recht gelingen. Den Auftakt dieser neuen Serie hatte ich bereits beschrieben und dabei die Hoffnung geäußert, dass das Ganze noch etwas Fahrt aufnimmt. Tut es bisher leider nicht. Die Idee, Rhodan mit einem kleinen Team in superhelden-ähnliche Abenteuer zu schicken, finde ich dabei gar nicht mal so falsch. Das Ganze erinnert stark an Marvels „Guardians of the Galaxy“ oder „Planet Hulk“ – was kein Vorwurf sein soll. Die Zeichnungen sind dabei nicht dolle, aber ok. Auch hier wird sich an Superhelden-Comics angelehnt, was ich wie gesagt okay finde. Aber irgendwie will mich das Ganze nicht so recht packen. Ich glaube, der völlige Verzicht auf die Origin-Geschichte ist auf Dauer ein Problem. Dadurch wird der epische Hintergrund, den das alles eigentlich hat, nie so recht deutlich. Ja, Rhodan und sein Raumschiff sind irgendwo in den Tiefen des Alls verschollen und suchen den Weg in die heimatliche Galaxis. Soweit ist die Motivation klar. Aber auch bei Voyager wurde wenigstens kurz erzählt, wie die da hingekommen sind. Naja, ich bleibe sicher noch ein Weilchen dran. Alle zwei Monate ist ja auch ein entspannter Erscheinungsrhythmus.
  • House of M: Eines meiner Langzeit-Sammel-Projekte ist diese Marvel-Comicreihe vom Hachette-Verlag. Da bin ich nach einigen Jahren des Nachkaufens mittlerweile einigermaßen auf dem Stand – hab mich nun aber dran gewöhnt, das via Online-Auktionshaus fortzuführen. Zuletzt flatterte mir da der Klassiker House of M ins Haus. Kannte ich zwar schon, hab ihn aber gern nochmals gelesen. Diese abgeschlossene Storyline mit Schwerpunkt auf den X-Men ist im Grunde eine What-If-Geschichte, schildert sie doch eine Welt, in der die Mutanten dominieren und die von einem gnädigen Herrscherhaus unter der Führung Magnetos regiert wird. Diese Welt ist jedoch in die laufende Handlung eingebettet, denn sie ist tatsächlich eine weltweite Illusion der Scarlet Witch, die gerade ein wenig neben der Spur ist. Wolverine durchschaut das als einziger und schart Gefährten um sich, um diese Illusion zu beenden. Großartig!
  • Star-Wars-Comics: Seit Marvel wieder die Comic-Lizenz für Star Wars hat (Disney und so), wurden zahlreiche neue Serien gestartet – die nach offizieller Regel jetzt auch alle Kanon sind. Einige dieser Serien waren nur auf wenige Hefte angelegt und sind bereits wieder abgeschlossen. Ich dreh mir das alles gerade bei Comixology rein – eine wunderbare Art, Comics digital zu lesen. „Leia“ hatte ich schon vor einer Weile durchgelesen. Kürzlich kamen „Shattered Empire“, „Lando“ und „Chewbacca“ hinzu. Ersteres ist eine nette Miniserie, die direkt nach „Return of the Jedi“ einsetzt und eine erste Brücke in Richtung der neuen Filme baut. So sieht man unter anderem Poe Damerons Eltern im Einsatz. Die beiden anderen sind nette kleine Geschichtchen, die dem Star-Wars-Epos nicht großartig neues hinzufügen – den jeweiligen Titelfiguren aber durchaus ein wenig mehr Tiefe geben. Bei „Lando“ lernt man ein wenig mehr über seinen Freund Lobot und die Motivation des Schmugglers selbst. Chewbaccas Solo-Abenteuer wird durch ein paar interessante schlaglichtartige Rückblenden auf seine Sklaven-Vergangenheit gewürzt – und liefert endlich die Erklärung, wo eigentlich seine Ehrenmedaille abgeblieben ist. Die Storys selbst sind unterhaltsam und spannend.
  • Steam Wars: Mehr aus Zufall bin ich bei Comixology auf diese Dinger gestoßen und habe erst einmal die First-Empire-Bände gelesen. Die durchaus naheliegende Idee, Star Wars in ein Steampunk-Umfeld zu versetzen, wird recht gut umgesetzt. Die Zeichnungen sind manchmal etwas mangaesque – aber dennoch klasse. Es stecken viele nette Einfälle drin. Mir scheinen das aber eher unzusammenhängende Einzelgeschichten zu sein. Tatsächlich gibt’s da wohl noch einiges mehr. Vielleicht lese ich da irgendwann auch mal rein.
  • Hawkeye Megaband 2: Ganz frisch ausgelesen habe ich den zweiten Megaband „Hawkeye: Men Leben als Held“ aus dem Hause Panini. Darin steckt die zweite Hälfte der zu Recht hochgelobten Hawkeye-Comic-Serie, die durch ihren untypischen Zeichenstil und die so gar nicht superheldenhafte Story begeistert. Ich fand ihn einen Hauch schwächer als den Vorgänger – bin aber noch immer schwer angetan. Weiterhin wird die Geschichte der beiden Hawkeyes (Clint Barton und Kate Bishop) abseits vom Avengers-Leben geschildert. Und da die beiden zwar formidable Bogenschützen sind, sonst aber über keine Superkräfte verfügen, sind es meist sehr alltägliche Problemchen, mit denen sich die beiden rumschlagen müssen – aber natürlich nicht nur. Ich bedaure es weiterhin, dass sie dem Kino-Hawkeye eine Hintergrundstory verpasst haben, die hierzu nicht so recht passt. Hätte eine großartige Netflix-Serie abgegeben.

Aktueller Lesestoff

  • Star-Wars-Comics: Neben den oben genannten Miniserien gibt’s auch noch wenigstens zwei große fortlaufende Comic-Reihen. Das ist zum einen Star Wars selbst und zum anderen Darth Vader. Bei beiden stecke ich mittendrin und habe mich bisher auf die bislang erschienenen Sammelbände beschränkt. Auch diese Serien sind sehr spannend erzählt und hervorragend gezeichnet. Hier geht es Handlungsmäßig aber durchaus an relevante Sachen. So erfahren wir unter anderem, wie genau Vader zwischen Episode IV und V rauskriegt, dass der Junge, der den Todesstern zerlegt hat, sein Sohn ist – und was Obi-Wan zwischen Episode III und IV eigentlich so auf Tatooine getrieben hat. Beide Serien machen ne Menge Spaß.
  • Olympos: Kommen wir zum einzigen Roman in dieser Liste. „Olympos“ von Dan Simmons ist die Fortsetzung des großartigen Ilium, in dem eine abstruse Zukunft beschrieben wird, in der hochentwickelte Nachfahren der Menschen in der Gestalt griechischer Götter den Krieg um Troja minutiös nachspielen. So scheint es zumindest. Im zweiten Teil finden wir uns in der Situation wieder, dass die Danaer und Trojaner gemeinsam mit den künstlichen Intelligenzen von den Jupitermonden mitten im Krieg gegen die Götter stecken. Klingt verwirrend – ist auch so. Der erste Roman hat den Leser mit vielen Fragen zurückgelassen – und voller Spannung, wie das alles weitergehen mag. Da setzt Olympos an und wirft einen sogleich wieder in diese herrlich fremdartige ferne Zukunft, die trotz aller Merkwürdigkeiten sehr schlüssig und detailliert geschildert wird. Auch wenn es mich gleich wieder gepackt hatte, hab ich das Ding nach gut hundert Seiten erst einmal wieder beiseitegelegt. Nicht absichtlich – es haben sich einfach ein paar Comics vorgedrängelt. Wird aber Zeit, dass ich es wieder angehe. Ist nämlich gut.

Was als nächstes?

  • 100 Jahre Marvel: Der gute Fadenaffe hat unlängst diesen Band empfohlen, in dem so getan wird, als befänden wir uns in den 2060er Jahren. Der Marvel-Verlag feiert seinen 100. Geburtstag – und auch die Geschichten haben sich etwas weiterentwickelt. Bin schon sehr gespannt!
  • Vader Down: Bei den Star-Wars-Comics gehe ich als nächstes das erste Crossover-Event Vader Down an. Mal schauen, was das kann.
  • Und sonst? Wird Zeit, dass ich mir die beiden letzten Scheibenwelt-Romane zu Gemüte führe. Schande über mich! Dann habe ich ewig nicht mehr bei Injustice reingeguckt. Die sind da schon bei „Year Five“ – mein Stand ist glaub ich gerade mal die zweite Staffel. Und dann würd ich gern wieder richtig gute Science-Fiction lesen. Taucht dieses „Drei Körper Problem“ was? Empfehlt mir mal was!

Lesetagebuch: Terry Pratchett kann auch Science Fiction

Das habe ich nun getan – beziehungsweise stecke ich noch mittendrin. Mein Schwerpunkt lag bzw. liegt dabei auf seinen Ausflügen ins Science-Fiction-Genre. Gelesen wurde „Die dunkle Seite der Sonne“, „Strata“ und der Zyklus „Die lange Erde“ mit Stephen Baxter. In letzterem stecke ich gerade in Buch zwei „Der lange Krieg“. Zeit für einen Eintrag ins Lesetagebuch.

Die dunkle Seite der Sonne

Das Buch stammt aus den 70er Jahren und stellt somit (genau wie Strata) ein Frühwerk des Meisters dar. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Die Menschheit hat sich in der Galaxis ausgebreitet und in zahlreiche Kolonialvölker aufgeteilt. Natürlich existieren auch viele außerirdische Völker, mit denen man aber im großen und ganzen friedlich koexistiert. Ein recht klassisches Szenario, wie man es in dieser Dekade oft zu lesen bekommen hat. Der Held ist ein junger Menschenabkömmling, dem ein großes Schicksal prophezeit ist – er soll nämlich das sagenumwobene Urvolk der „Joker“ entdecken. Natürlich wollen etliche Kräfte die Erfüllung dieser Prophezeiung verhindern – und natürlich scheitern diese Kräfte letztendlich. Auch hier: so weit, so klassisch. Wie immer bei Pratchett begeistern aber auch schon hier der flüssige Erzählstil, der angenehme Humor, die interessante Weltenbeschreibung und die pfiffigen Einfälle. Am besten hat mir da die „Erste Sirianische Bank“ gefallen, ein planetengroßer künstlich entstandener Computer (Planetenkruste aus Siliziumgestein, Plattentektonik und ein paar Blitze), der schon vor Jahrmillionen das Bewusstsein erlangt hat und seither als gigantischer Datenspeicher und -Verwalter für die galaktischen Zivilisationen dient. Sehr lesenswert.

Strata

Nur wenig später hat er dieses Science-Fiction-Kleinod geschrieben. Es ist auch für eingefleischte Scheibenwelt-Freunde eigentlich ein Muss, da Pratchett hier erstmals die Idee der Scheibenwelt entwickelt und ausarbeitet – wenn auch in gänzlich anderem Rahmen. Doch vorerst kurz zur Handlung und zum Szenario: Beides unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem in „Die dunkle Seite der Sonne“ gelesenen. Wieder haben wir es mit einem recht klassischen Weltraum-Szenario mit etlichen von Menschen kolonisierten Welten und ein paar außerirdischen Völkern zu tun. Und wieder ist eine kleine zusammengewürfelte Crew einem großen kosmischen Rätsel auf der Spur. Eine kleine Besonderheit ist hier, dass die meisten Welten schon seit langem (wir befinden uns in einer Jahrhunderte entfernten Zukunft) gezielt durch so genannte Strata-Maschinen für die Kolonisierung designt werden – inklusive alter geologischer Schichten mit eingeschlossenen Fossilien. Das erinnert natürlich stark an die Magratheaner in „Per Anhalter durch die Galaxis“ – gehen wir mal davon aus, dass Pratchett sich damals etwas von einem gewissen Hörspiel hat inspirieren lassen. Hauptdarstellerin dieses Romans ist jedoch erneut ein toller Einfall Pratchetts, nämlich die Scheibenwelt selbst, die hier als komplett technisches Gebilde daherkommt – im Gegensatz zu ihrer späteren magischen Inkarnation. Ihre Erkundung durch die Helden ist der Höhepunkt des Romans, der den Leser am Ende mit einer durchaus interessanten Auflösung aller Rätsel zufrieden zurücklässt.

Die Lange Erde

Dieses Gemeinschaftsprojekt mit Stephen Baxter hingegen hatte seinen Ursprung in den 2000er Jahren auf einer Scheibenwelt-Convention (die genaue Entstehungsgeschichte ist wohl etwas komplexer, man möge sie selbst bei Wiki & Co. recherchieren). In mittlerweile vier Bänden erzählt diese Romanreihe die nahe Zukunft der Menschheit, nachdem diese Zugang zu unzähligen Parallelwelten erhalten hat, die allesamt mit nur geringem technischen Aufwand von Jedermann erreichbar sind. Das besondere hierbei: Auf keiner dieser Parallelerden leben bis dato Menschen. Darüber hinaus ist dieses Szenario sehr durchdacht und birgt viele sehr interessante Einfälle und Geheimnisse. Bislang habe ich den ersten Roman „Die Lange Erde“ fertig gelesen und stecke zur Zeit in der zweiten Hälfte von Band zwei „Der Lange Krieg“. Der erste ist klasse, auch wenn er im Grunde „nur“ die Erkundung der Parallelwelten und einiger ihrer Besonderheiten beschreibt. Band zwei fällt dagegen etwas ab. Er ist mir ein bisschen zu episodenhaft und weist keinen rechten roten Faden auf, der den Titel zu rechtfertigen scheint – zumindest nicht in den ersten beiden Dritteln des Romans. Erhältlich sind außerdem bereits „Der Lange Mars“ (auf den ich mich besonders freue) und „Das Lange Utopia“. Angeblich schreibt Baxter gerade an einem weiteren Roman zu der Serie. Man könnte jetzt noch diskutieren, inwiefern es sich bei dem Szenario überhaupt um SF – und nicht eher um konsistente Fantasy in pseudotechnischem Gewand handelt. Aber das ist eigentlich eine müßige Debatte. Mir macht diese Serie jedenfalls sehr viel Spaß. Sie schildert eine im wahrsten Sinne unendliche Welt mit viel Platz für herrlich absurde Ideen.

TV-Serien: Was ich gern mal gucken würde

In diesem vierten Teil meiner kleinen Reihe über TV #Serien werde ich zwangsläufig etwas ausholen müssen. Denn gucken müsste man viel. Tatsächlich wird diese Liste mehr noch als die anderen eine offene und im Fluss befindliche bleiben. Und ich würde mich über einen steten Zustrom an Tipps und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

Ich beginne mal mit dem Dutzend Serien, nach dem es mich aktuell am stärksten gelüstet. Einige davon sind älter – und ich habe eventuell auch schon ein bisschen was davon gesehen – in zwei Fällen sogar sehr viel – andere sind recht neu. Für alle gilt aber, dass ich sie gern (noch) mal komplett – oder zumindest vernünftig zu Ende – gucken würde.

Stand: 8.5.2017 | Auch wenn es hier ohnehin am wenigsten zu erwarten wäre der Hinweis: Keine Spoiler zu befürchten.

Star Wars: Rebels

  • Erstveröffentlichung: seit 2014
  • Anzahl Staffeln/Folgen: vier Staffeln mit 14 bzw. 22 Folgen
  • Mein Guck-Stand: Pilotfilm
  • Worum geht’s: Diese neue -CGI-Serie aus dem Hause Lucas/Disney soll die Lücke zwischen der klassischen und der Prequel-Trilogie schließen. An anderer Stelle hatte ich bereits etwas ausführlicher dargelegt, worum genau es in Star Wars: Rebels geht.
  • Wie isses: Bisher habe ich nur gutes gehört. Den Pilotfilm fand ich schon durchaus nett und ich kann mir gut vorstellen, dass mir auch der Rest zusagt.
  • Guck-Chance: Mal schauen, wo ich das in die Finger kriege. Wenn das FSK-mäßig in Ordnung geht, werde ich mir das mit Töchterlein alsbald mal reindrehen.
  • Link: Star Wars: Rebels bei Wikipedia

Futurama

  • Erstveröffentlichung: 1999-2013
  • Anzahl Staffeln/Folgen: sieben Staffeln mit 13, 19, 22, 18, 16, 26 und 26 Folgen (wobei es unterschiedliche Zählweisen gibt und Staffel fünf eigentlich vier TV-Filme sind – abgeschlossen)
  • Mein Guck-Stand: Bis einschließlich Staffel fünf komplett – nach obiger Zählweise. Somit ist die Serie ein Sonderfall in dieser Liste und wechselt hoffentlich alsbald in „Was ich gerade gucke„.
  • Worum geht’s: Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände verschlägt es den Lieferjungen Philip J. Fry vom Jahr 2000 in das Jahr 3000. In eine Zukunft, wie wir sie uns immer erträumt haben: mit Raumschiffen, Robotern, fliegenden Autos und der Röhrenbahn. Simpsons-Schöpfer Matt Groening spickte diese Zeichentrickcomedy dabei mit allen Anspielungen, die und Rand-Genres zu bieten haben.
  • Wie isses: Großartig! Extrem lustig, albern und absurd auf der einen Seite – auf der anderen Seite aber auch oft richtig gute, durchdachte SF mit spannenden tiefgründigen Geschichten.
  • Guck-Chance: Einerseits fehlen mir „nur“ noch die beiden letzten Staffeln – und mir hat Futurama immer dermaßen gut gefallen, dass ich die auch unbedingt bald sehen möchte. Andererseits sind’s schon noch satte 52 Folgen, die ich da vor der Brust habe – und es gibt noch so viel anderes Zeugs, das man gucken, lesen, sammeln, basteln und spielen müsste.
  • Link: Futurama bei Wikipedia, die Futuramapedia

Twin Peaks

  • Erstveröffentlichung: 1990-1991 (Kinofilm 1992, neue Serie ab 2017)
  • Anzahl Staffeln/Folgen: drei Staffeln mit acht bzw. 22 bzw. 18 Episoden + ein Kinofilm
  • Mein Guck-Stand: Staffel zwei fertig inklusive Kinofilm
  • Worum geht’s: Wer hat Laura Palmer ermordet? Diese alles entscheidende Frage stellte sich die TV-Welt Anfang der 90er Jahre – und mit ihr der sympathische FBI-Agent Dale Cooper. Das kleine Städtchen „Twin Peaks“ verbirgt aber noch einiges mehr, als „nur“ einen Mörder.
  • Wie isses: Die Serie wird hin und wieder als Wendepunkt der Fernsehunterhaltung hin zu hochwertigen Serien bezeichnet. Keine Ahnung, ob das wirklich so stimmt – in jedem Fall ist es eine hervorragende und herrlich surreale Geschichte, die Thriller-, Horror-, und Mystery-Elemente mit ironischen Seifenoper-Aspekten vermixt. Großartig! Der nachgeschobene Prequel-Film ist besser, als er immer gemacht wird – aber vielleicht nicht unbedingt … nötig.
  • Guck-Chance: Hoch. Ich will unbedingt wissen, wie es mit Agent Cooper weitergeht.
  • Links: Twin Peaks bei Wikipedia; Twin-Peaks-Wiki (englisch)

Raumpatrouille

  • Erstveröffentlichung: 1966 (Kino-Version 2003)
  • Anzahl Staffeln/Folgen: eine Staffel mit sieben Folgen + ein Neu-Zusammenschnitt fürs Kino (abgeschlossen)
  • Mein Guck-Stand: alles außer der Kino-Fassung (allerdings sehr lange her)
  • Worum geht’s: Zeitgleich mit dem Raumschiff Enterprise ging in Deutschland das Raumschiff Orion auf Raumpatrouille. Die kurze Staffel schildert die Abenteuer des Schnellen Raumkreuzers Orion unter dem Kommando von Major Cliff Allister McLane und seine Verwicklung in den heraufziehenden Krieg zwischen der Menschheit und den außerirdischen Frogs.
  • Wie isses: Ja, die Deutschen konnten auch damals schon Science-Fiction. Nicht nur in Romanheft-Form. Die Orion und ihre Besatzung haben längst Kult-Charakter – wenn auch nur wenig über den deutschsprachigen Raum hinaus, was vor allem mit der damals international überholten Schwarz-Weiß-Produktion erklärt wird. Vieles mag aus heutiger Sicht betulich oder gar lächerlich wirken – aber das ist bei der klassischen Star Trek Serie auch nicht viel anders. Wo Orion sein legendäres Bügeleisen hat, hat Star Trek eben seine Salzstreuer. Ich habe die Geschichten als sehr spannend in Erinnerung und werde mir das dringend alles mal wieder reindrehen müssen.
  • Guck-Chance: Schon seit mehr als zehn Jahren steht die Orion-Komplettbox inklusive Kinofassung ungesehen in meinem Regal. Werde sie mal wieder abstauben und etwas weiter nach vorne schieben.
  • Link: Raumpatrouille bei Wikipedia

Bereits in dieser Reihe erschienen:

Lesetagebuch: „Kinder der Drohne“ von Neal Asher – Nennt mich Buchbezwinger!

Vor nunmehr zwei Monaten stellte ich Ace Kaiser im Rahmen des Lesezwingers die Aufgabe, mir ein Buch zu finden, in dem die Herrschaft der Maschinen positiv dargestellt wird.

Er bot mir Kinder der Drohne von Neal Asher als Lösung an – ich las das Buch und war recht angetan. Was auch schon wieder einen Monat her ist. Hier nun endlich meine ultimative Rezi dazu – sogar ziemlich Spoilerfrei.

„Kinder der Drohne“ – ein Einzelroman aus dem Polis-Universum

Neal Asher war mir zuvor kein Begriff. Wie jeder SF-Autor, der was auf sich hält, hat auch er den ein oder anderen Romanzyklus am Start, darunter die Polis-Reihe. Die Polis ist das zukünftige interestellare Menschenreich, das jedoch von wohlmeinenden KIs regiert wird. So weit so passend im Sinne der Aufgabe. Kinder der Drohne ist nun ein unabhängiger Einzelroman aus diesem Universum, der im wahrsten Sinne am Rande der Polis-Handlung spielt. Schauplatz ist nämlich ein Sonnensystem, das von Menschenabkömmlingen bewohnt wird, die seit über tausend Jahren von der restlichen Menschheit (und somit der Polis) abgeschnitten sind – bzw. waren. Denn die Handlung setzt in dem Moment ein, in dem dieses System von der Polis wiederentdeckt und vorsichtig kontaktiert wird.

Interessantes Setting

Was mich gleich angesprochen hat, war das Setting, das Asher als Bühne für den Roman bereitet. Handlungsort ist ein Sonnensystem mit zwei (gerade so) bewohnbaren Planeten, die vor über tausend Jahren von Menschen besiedelt worden sind. Da beide Planeten jeweils unterschiedliche genetische Anpassungen erforderlich machten, haben sich schon früh zwei extrem unterschiedliche Gesellschaften auf Sudoria und Brumal entwickelt. Weitere historische Umstände haben dazu geführt, dass beide Kulturen schnell einen rapiden kulturellen und technischen Rückfall erlebten, den Kontakt zur Erde und auch zueinander verloren. Erst Generationen später war man wieder in der Lage, in den Weltraum vorzudringen und einander erneut zu begegnen – was in einen jahrhundertelangen Krieg mündete, der immer dann aufflammte, wenn beide Planeten in Konjunktion zueinander standen und man mit relativ geringem Aufwand rüberfliegen und ein paar Bomben abwerfen konnte. Die Subraumtechnologie hatte man nicht wieder entdeckt, sodass man in dem System für Jahrhunderte unter sich blieb.

Wurm, Tiger und Virus

Die Handlung setzt zu einem Zeitpunkt ein, an dem dieses Sonnensystem von der Polis, dem Sternenimperium der Menschheit, wiederentdeckt wird. Eine autonome Drohne, die sich selbst „Tigger“ nennt, ist im Auftrag der Polis auf geheimer Erkundungsmission unterwegs. Sie sammelt Daten und analysiert die aktuelle Situation. Demnach hat der ewige Krieg zwischen Sudoria und Brumal gerade ein Ende gefunden, da Sudoria ein unbekanntes Artefakt aus dem Weltraum gefischt hat, das schlicht „Wurm“ genannt wird. Dessen Erforschung hat Sudoria einen derartig großen technologischen Vorsprung verschafft, dass der Planet innerhalb kürzester Zeit schreckliche Massenvernichtungwaffen entwickeln konnte. Mit einem an Völkermord grenzenden Vernichtungsschlag konnte Sudoria den Krieg so für sich entscheiden. Kurz darauf nimmt die Polis mit Sudoria per Subraumboje Kontakt auf und schickt einen Botschafter für erste Verhandlungen. Sudoria ist eine paranoide Militärdiktatur (tatsächlich wird das politische System etwas komplexer dargestellt – aber letztlich läuft’s darauf hinaus) und verbietet den Import fremder Technologie. Die Polis – in Person der lokalen regierenden KI – schickt daher einen „normalen“ Menschen, der mittels eines Virus rein biologisch so aufgebrezelt wurde, dass er allen Sudoriern und Brumaliern himmelhoch überlegen ist.

Die titelgebenden Kinder

Die eigentlichen Hauptfiguren sind jedoch vier sudorische Geschwister, je zwei junge Frauen und Männer, die auf sehr mysteriöse Weise auf der Forschungsstation zur Welt kamen, auf der der „Wurm“ untergebracht ist. Diese vier stechen durch überragende Intelligenz aus der restlichen sudorischen Bevölkerung hervor und haben jeweils unterschiedliche Karrieren durchlaufen, die sie an verschiedene Schlüsselpositionen der sudorischen (und sogar brumalischen) Gesellschaft befördert haben. Dem geneigten Leser wird dadurch schon recht früh klar, wo der Wurm im Pfeffer liegt – und man wundert sich manchmal ein bisschen, wieso es den anderen Protagonisten nicht so geht.

Komplex und spannend bis …

Dennoch hat mich die spannende Handlung, die durchaus zu dem komplexen Setting passt, gefesselt und bei der Stange gehalten. Auch sonst gab’s im Großen und Ganzen nur wenig zu meckern. Anfänglich hat mich die etwas holperige und schlichte Sprache etwas irritiert, was aber auch an der Übersetzung gelegen haben mag (Railguns werden tatsächlich mit Schienenkanonen übersetzt) – zudem muss man es mit der Sprache ja auch nicht wie bei „Quantum“ und „Fraktal“ auf die Spitze treiben. Etwas enttäuschend war dann auch das Ende, da man hinter der offensichtlichen Auflösung noch ein tieferes Geheimnis erwartete. Da kam dann tatsächlich auch was – aber das war dann doch etwas dürftig. Alles in Allem war es dennoch ein kurzweiliger Lesespaß, der durchaus Lust auf das Polis-Universum macht.

Aufgabe erfüllt?

Aber was war denn nun mit der positiven Darstellung der Herrschaft der Maschinen? Da der Roman ja nun außerhalb der Polis spielte und nur zwei Bürger dieses KI-regierten Staatengebildes direkt beschrieb (Tigger – immerhin selbst eine KI – und der transhumane Botschafter), bekam der Leser von der Herrschaft der Maschinen gar nicht so viel mit. Abgesehen von einem kurzen Dialog zu dem Thema, in dem der Botschafter das System der Polis verteidigt, wird sie auch nie sonderlich positiv dargestellt – aber auch nicht negativ (von einem Aspekt der Auflösung der Geschichte mal abgesehen). Aber vielleicht ist die Aufgabe gerade durch die Normalität, die durch die fehlende Bewertung entsteht, sehr wohl erfüllt. Weder Tigger noch der Botschafter machen sich überhaupt Gedanken darüber, ob es gut oder schlecht ist, von gigantischen KIs beherrscht zu werden. Und selbst der negative Aspekt am Ende ist eher ein Ausdruck undurchschaubaren Regierungshandelns, denn der Kälte der Maschinenherrscher.

Dritter im Bunde der Buchbezwinger

Ich habe das Buch wie gesagt mit großer Freude gelesen und werde Neal Asher einstweilen auf dem Radar behalten. Damit schließt sich für mich der Kreis des Lesezwingers jedoch fürs erste und ich reihe mich mit Stolz in den Reigen der Buchbezwinger ein:

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 39/2014

Bücher & Lesen

  • Phantanews hat nachgehakt, was denn nun in Sachen Kataloglistung des großartigen Neues aus Neuschwabenland Phase ist – und eine ernüchternde Antwort erhalten.
  • Hm. Soll ich die Mars Trilogie von Kim Stanley Robinson jetzt schnell noch mal lesen – oder gleich auf die TV-Serie warten …? (via Robots & Dragons)

Gesang & Geräusch

Oh, der olle Farin ist wieder da – und er hat sein Racing Team mitgebracht. Schick!

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Kino & Film

Keine Ahnung, ob der was taucht – aber die Kneipenklopperei in dem Teaser macht Laune.

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Lego & Minifiguren

Also, merkt euch Kinder: Immer gleich schießen!

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Staunen & Wundern

Wettlauf gegen eine U-Bahn – kann man machen.

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Wissenschaft & Visionen

Eine Debatte so alt wie der Rasende Falke: Wie wissenschaftlich akkurat ist die Darstellung von Raumgefechten in -Filmen, -Serien oder -Romanen?

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Würfel & Spielbretter

  • Im zweiten Teil der neuen Sendereihe Zwei Helden, viele Welten präsentiert das Ausgespielt-Team die neuesten Inkarnation des Dungeons & Dragons Regelwerks – und einem Extra-Helden.

Lego Space Exo Suit: Rückkehr des Weltraum-Klassikers in grün und gut gerüstet

Ein ExoSuit oder Exoskellett ist ein beliebtes mechanisches und dramaturgisches Hilfsmittel aus zahlreichen -Geschichten und -Filmen. So setzt sich die Heldin Ellen Ripley im Showdown des zweiten Alien-Films (1986) in einen solchen Roboter-Anzug, um der Alien-Queen gebührend das Fell zu gerben.

Die -Version eines solchen Geräts stellt das titelgebende Kernmodell des siebten Lego-Ideas-Sets dar. Es kommt angemessen futuristisch-funktional daher und ist trotz teils filigraner Details sehr stabil und gut bespielbar.

Ihm zur Seite stehen eine putzige aber schwer bewaffnete Robot-Schildkröte, eine Plattform mit zwei Tonnen – der Exo Suit muss ja auch was zum Tragen haben – und die beiden Astronauten Yve und Pete in ihren grünen Raumanzügen.

Die eine oder der andere puristische Nostalgiker mag hier die Nase rümpfen. Denn grün waren die klassischen Lego-Astronauten doch nun wirklich nicht – wenn auch das vertraute Lego-Weltraum-Zeichen auf ihren Körpern prangt. Doch auch dieser Farbwechsel ist nur konsequent, kamen doch auch damals mit jeder neuen Set-Reihe neue Farben hinzu.

Exkurs: Weltraum-Nostalgie

Wer sich heute in seinen 30ern oder 40ern befindet und seine Begeisterung aus Kindertagen für Lego zum einen und das fantastische Genre zum anderen bewahrt hat, der wird womöglich mit wohligem Schauer an die ersten Lego-Weltraum-Sets denken, die ab 1978 Wohn- und Kinderzimmer in weit, weit entfernte Galaxien verwandelt hat, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte.

Die eine oder der andere wird vielleicht noch ein Raumschiff oder Mondauto aus diesen Tagen sein eigen nennen – oder wenigstens einen weißen, roten, gelben, schwarzen oder blauen Lego-Astronauten. Die Wahrheit ist: Da draußen gibt es etliche Lego-Classic-Space-Begeisterte, denen nicht zuletzt mit der blaubehelmten Figur des Benny im „The Lego Movie“ Rechnung getragen wurde.

Neo Classic Space: Der Weltraum lebt

Ein solcher Lego-Weltraum-Enthusiast ist auch Peter Reid. Ihm reichte es jedoch nicht, die alten Klassiker zu sammeln und in Ehren zu halten – nein, er baute einfach immer weiter. Dabei entwickelte er nicht nur immer modernere Modelle, sondern erdachte sich auch einen Hintergrundkosmos, den er in seinem Buch „Lego Space: Building the Future“ beschreibt.

Es war nur eine Frage der Zeit bis eines seiner Modelle die nötige Unterstützung bei Lego Ideas und die höheren Weihen eines offiziellen Sets erhielt. Damit nicht genug, erhielt es sogar ein beeindruckendes Trailer-Video, das die Astronauten Yve und Pete nebst Schildkröten-Drohne und ExoSuit perfekt in Szene setzt.

Schon der Zusammenbau des Exo-Suit-Sets mit der Artikelnummer 21109 macht großen Spaß – das Set besteht aus 321 Teilen und ist aktuell im Lego Online Shop für 34,99 Euro gelistet. Gerade hinter den filigranen Details stecken sehr schöne Ideen, die bis auf ein, zwei Ausnahmen am Ende trotzdem ein sehr stabiles Spielzeug ergeben. Und es macht Lust auf mehr. Lego wäre eventuell nicht schlecht beraten, der Geschichte von Yve und Pete eine Fortsetzung zu gönnen.

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal , das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Lesetagebuch: Fraktale Elfen, Dunkle Halunken und Kloppe im Weltall

Kürzlich an- beziehungsweise ausgelesen habe ich: „Fraktal“, den aktuellen „Sillage“-Band, die antiken -Bände 650 und 700, „Dunkle Halunken“, Band 1 der „Elfen“ und den ersten „Honor Harrington“.

„Fraktal“ von Hannu Rajaniemi

Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist es schon wieder etwas her, dass ich den zweiten Rajaniemi-Band ausgelesen habe – und wie bei mir so üblich ist die Erinnerung an die Details der Handlung bereits verblasst. Ich erinnere mich aber, die Lektüre sehr genossen zu haben. Diesmal meine ich sogar der teils wirren Handlung besser gefolgt zu sein, als beim ersten Band. Ich mag ja Rajaniemis Art, Begriffe fast nie zu erklären und so zu tun, als stamme der Leser aus derselben abgedrehten Zukunft, die da beschrieben wird. Denn tatsächlich denkt man sich irgendwann rein und taucht in diese Welt ein. Hat natürlich auch den Vorteil, dass er bei der Beschreibung vieler technischer Vorgänge vage bleiben kann – aber in Jetztzeit-Romanen käme ja auch niemand auf die Idee, die genaue Funktionsweise von Mobiltelefonen oder dem Internet zu erklären.

Wie auch immer: Außerdem mag ich die abgedrehte und ohne selbstauferlegte Beschränkungen konsequent weitergedachte Zukunftsvision in „Quantum“ und „Fraktal“. Während andere gern versucht, die Zukunft zu sehr an heutige Gegebenheiten anzugleichen – oder es gar zum Kern der Handlung machen, dass heutige Zustände wiederhergestellt werden –, hat Rajaniemi keine Scheu, die ganzen transhumanistischen Absurditäten konsequent zu Ende zu denken. Hochgeladene Super-Bewusstseine mit milliardenfachen Backup-Körpern treffen auf synchronisierte Schwarm-Gesellschaften und kämpfen um nichts Geringeres als die Vorherrschaft im Sonnensystem – und den Sieg über die Entropie. Großartig!

„Sillage“ Band 15: „Jagdrevier“ von Jean Davin Morvan und Philippe Buchet

Wie ich kürzlich bei Ausgespielt schon mal sagte: Meine Liebe zu dieser Comic-Serie verblasst mehr und mehr. Was mich ungebrochen bei der Stange hält ist der grandiose Zeichenstil. Ich liebe die ligne claire, die hier geradezu perfektioniert wird. Die dargestellten Raumschiffe, Aliens, technische Details und sogar die Klamotten sind derart einfallsreich und detailliert gezeichnet, dass es eine stete Freude ist. Leider lässt es handlungstechnisch immer mehr nach. Die ersten vier, fünf über die Menschenfrau Nävis, die sich – allein auf einer Dschungelwelt aufgewachsen – in einem interstellaren Raumschiffkonvoi zurechtfinden muss, sich dabei zur Superagentin entwickelt und immer mal wieder auf vage Hinweise über den Verbleib der Menschheit trifft, waren noch sehr spannend. Das rebellische Verhalten Nävis‘ war erfrischend und der dezent eingeflochtene Metaplot über ihre Suche nach anderen Menschen packend. Höhepunkt von Sillage bleibt in meinen Augen der grandiose Band 3 „Das Räderwerk“, in dem sie zum ersten Mal auf eine Spur der Menschen stößt.

Leider hat sich das alles irgendwie nicht sonderlich weiterentwickelt. Nävis ist immer noch die rebellische Moralapostelin, die gegen die nicht näher definierte Korruption des Staates Sillage ankämpft und der Spur der Menschheit nicht wesentlich weiter folgen konnte. Die Handlung der Einzelhefte bleibt meist schwach – so auch bei der 15, in der sie als Söldnerin für einen bösen Großwildjäger unterwegs ist, dessen hinterhältigem Treiben sie natürlich ein Ende setzt. Einzig der Cliffhanger weiß das Interesse des Lesers wieder etwas zu wecken – scheint es doch den eingeschlafenen Metaplot wieder etwas voran zu bringen.

„Perry Rhodan“ Band 650: „Der Bund der Sieben“ von William Voltz & Band 700: „Aphilie“ von Kurt Mahr

Das ist nun schon die zweite Gelegenheit, bei der ich mich frage, was ich früher immer an Willi Voltz gefunden habe. Die erste Gelegenheit war die Lektüre der ersten zweieinhalb Atlan-Hefte, wobei mir Nr. eins und Nr. zwei von K.H. Scheer überraschend gut gefallen haben – wogegen die Nr. drei von Voltz dermaßen abgefallen ist, dass ich ihn nach wenigen Seiten weggelegt hatte. Der Vergleich der Hefte 650 und 700 von 1974 beziehungsweise 1975 präsentiert mir meinen einstigen Lieblings-PR-Autor nun erneut als relativ schwachbrüstig. Der Auftakt zum Konzils-Zyklus aus seiner Feder hat kaum echte SF-Elemente, von social fiction ganz zu schweigen. Die Hauptfiguren handeln unglaublich dämlich – einfach mal die komplette Führungsriege der Unsterblichen mit den übermächtigen Eroberern mitfliegen lassen? Na klar! Selbst das Voltz-Special, die extrem fremdartige außerirdische Xisrapin kommt sehr blass daher.

Im direkten Vergleich ist der 700er von Kurt Mahr – man kann sich die Jubibände dank der Leseprobe-Funktion bei Amazon für lau aufs ziehen – zumindest auf den ersten Seiten um Welten spannender und SF-iger. Mit der Aphilie wagte man bei PR damals nämlich durchaus eine einschneidende Veränderung. Auf Erden herrscht in diesem Zyklus eine finstere lieblose Diktatur, die zwar stark an 1984, Fahrenheit 451 & Co. erinnert – aber eine erfrischende Abwechslung vom PR-Einerlei darstellt.

„Dunkle Halunken“ von Terry Pratchett

Hier stehe ich gerade am Anfang. „Dunkle Halunken“ ist das zweite neuere Buch aus des Meisters Feder, das nicht auf der spielt. Im Gegensatz zu „Eine Insel“ kann einem diese Tatsache im Laufe des Lesens aber immer mal wieder entfallen. Schauplatz der Handlung ist nämlich das victorianische London, das bekanntlich die kaum verhohlene Vorlage von Ankh-Morpork ist. Daher kostet es den scheibenwelterprobten Leser etwas Mühe, sich zu vergegenwärtigen, dass der zähflüssige Fluss, der da gerade beschrieben wird, nicht der Ankh, sondern die Themse sein soll. Zählflüssig gestaltet sich leider auch mein Lesefluss. Trotz vieler netter Ideen und dem gewohnt präzisen Blick für das soziale Umfeld, kommt die Handlung nicht in die Gänge. Der im Original auch titelgebende Held namens Dodger ist ein „Tosher“. Diese verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie die Kanalisation unterhalb Londons nach Brauchbarem durchsuchen, das sie verkaufen können. Damit lebt Dodger natürlich am unteren Rand der Gesellschaft – und kommt, als er eine junge offenbar adelige Frau vor üblen Peinigern rettet, unverhofft mit etwas höheren Schichten in Kontakt. Das ist durchaus kurzweilig beschrieben – wie man es von Pratchett gewohnt ist. Aber so richtig gepackt hat es mich bislang nicht – und das bin ich von Pratchett nun gar nicht gewohnt.

„Elfen“ Band 1: „Der Kristall der Blauelfen“ von Jean-Luc Istin und Kyko Duarte

Nachdem ich mit großer Begeisterung die Gratis-Comic-Tag-Ausgabe des dritten Elfen-Bandes gelesen hatte, stand der Entschluss fest: Die Serie muss ich komplett haben. So erwarb ich also die „Blauelfen“ und begann sogleich zu schmökern. Um es gleich zu sagen: So dolle wie der dritte war der erste Band dann doch nicht. Klar, es ist eine bewusst klassische -Welt – aber die Handlung ist mir dann doch ein wenig zu stark an tolkienschen Vorlagen orientiert. Letztlich geht es um ein uraltes gefährliches Artefakt und einen Erzschurken aus ferner Vergangenheit, die beide Ärger machen. Dennoch: Das alles ist sehr schick gezeichnet und hat nette Ideen – vor allem die Darstellung der Orks gefällt mir. Da die Reihe mit sechs Bänden abgeschlossen ist, werde ich ihr mit Sicherheit weiter treu bleiben. Und wer weiß: die Chancen, dass die restlichen Bände wieder so gut sind wie Band drei, sind durchaus gegeben.

„Honor Harrington“ Band 1: „On Basilisk Station“ von David Weber

Hierzu hab ich ehrlich gesagt nicht so viel zu sagen. Den ersten Band des Military-SF-Klassikers „On Basilisk Station“ gab’s im englischen Original unlängst für lau aufs Kindle. Über die ersten anderthalb Kapitel bin ich bislang nicht hinausgekommen. Ist glaub ich nicht so meins.

Lesetagebuch: Gratis-Comic-Tag-Beute 2014

Am vergangenen Wochenende war erneut Gratis Comic Tag – und ich war zum Glück wieder mit von der Partie. Meine Beute war in diesem Jahr vergleichsweise mickrig – aber von hoher Qualität: zweimal Superhelden, einmal Sherlock Homes, einmal Jugend-SF und einmal klassische .

In diesem Jahr war ich mal bei einem anderen Händler als sonst, was vor allem entfernungstechnische Gründe hatte. Dabei habe ich aber festgestellt, dass das Büchereck Niendorf Nord eine hervorragende kleine Buchhandlung ist, die ich hiermit auf das wärmste empfehle.

Dort habe ich fünf abgreifen können, die mich an diesem fast alle ziemlich begeistert haben.

Marvel | Avengers: Infinity | Paninicomics

Zunächst mal ein lobendes Wort zu Panini. Vor zwei Jahren hatte ich mich tierisch darüber aufgeregt, dass der Verlag schlicht eine Leseprobe beigesteuert hat, die druckgleich auch anderweitig kostenlos verteilt wurde. Diesmal werden jedoch komplette Stories angeboten – so wie es sein soll. Der Auftakt des -Avengers-Events „Infinity“ kommt gewohnt gigantomanisch daher und geht mal wieder stark in Richtung SF, was bei Marvel ja nicht unüblich ist. Das ganze ist hervorragend gezeichnet und von Anfang an sehr spannend und komplex. Niemand geringeres als Erzschurke Thanos will (mal wieder) die Erde angreifen und rechnet sich diesmal (im Gegensatz zu den zahlreichen Malen davor – herrliche selbstironische Anspielung) tatsächlich Chancen aus, gegen das Heer der irdischen Superhelden bestehen zu können. Unter anderem unterstützen ihn dabei ziemlich fiese Alien-hafte Viecher. Wie gesagt sehr spannend – aber ob ich an der Stelle mal wieder bei Marvel einsteige, bezweifle ich dennoch.

DC | Forever Evil  | Paninicomics

Ja, ich weiß, die können auch anders – aber mit dem Auftakt zu diesem neuen Event zeigt sich in meinen Augen mal wieder, dass es bei oft einen Zacken trashiger zugeht als bei Marvel. Vor allem die Schurken kommen häufig eine Spur eindimensionaler daher. Die Grundidee dieses Heftes selbst finde ich dabei gar nicht mal so schlecht. Die Justice League hat es aus irgendwelchen Gründen zerlegt (war vermutlich Thema des vorangegangenen Events) und hat ein Machtvakuum hinterlassen, das nun wieder gefüllt werden will. Und wer bietet sich da an? Na klar! Ultraman, Supermans böses Pendant aus einem Paralleluniversum und seine Schar umgedrehter Antihelden … Wo die jetzt gerade herkommen (und warum sie sich nicht mit ihrer Erde zufriedengeben) bleibt erst einmal ungeklärt. Wie auch immer. Denn damit nicht genug, befreien sie auch gleich noch alle Superschurken, um mit ihnen die Weltherrschaft anzutreten. Wie man das als Schurke halt so macht. Klingt so erst einmal relativ plump – und ist leider auch so umgesetzt. Hat mir nicht so gut gefallen.

Pauls fantastische Abenteuer | Sprung in die Zukunft | Carlsen Comics

Paul ist ein ganz gewöhnlicher Jugendlicher, der mit Freunden Videospiele spielt, von seinem kleinen Bruder genervt und von seinen Eltern nicht verstanden wird.

Bis eines Tages zwei Herren in schwarzen Anzügen kommen und ihm und seinen Eltern eröffnen, dass er für ein geheimes Raumfahrt-Projekt auserwählt wurde. Man habe eine neue Antriebstechnologie entwickelt, die es ermögliche zu den Sternen zu fliegen. Entsprechend sei Alpha Centauri das Ziel dieser Mission – und Paul ist dabei.

Soweit der klassische Traum aller Nerd-Jugendlicher (ein Mädchen gleichen Alters ist auch mit von der Partie) – der sich nach einer kleinen unangenehmen Überraschung für Paul aber bald zu einem sehr unvorhersehbaren Abenteuer entwickelt.

Der Jugend-Comic entpuppt sich schnell als handfeste und gut gemachte – ganz in der Tradition des Mondflugs von Tim und Struppi. Hat mir sehr gut gefallen.

Sherlock Homes und das Necronomicon  | Splitter

Ich muss gestehen, ich kenne den guten Holmes nur aus der Schule und von den diversen Verfilmungen, die es durch die Jahrzehnte so gab. Mit Lovecrafts Werk bin ich da schon etwas vertrauter. Beides zu vermixen ist sicherlich auf den ersten Blick naheliegend – auf den zweiten aber auch etwas riskant. Ich zumindest habe Holmes und sein Universum immer als rein materialistisch-rational begriffen. Wenn mystische Dinge darin auftauchten, dann nur, um von Holmes‘ messerscharfem Verstand als Lug und Trug entlarvt zu werden. In Lovecrafts Welt hingegen ist das mystische unbestreitbar real, die Dinge sind oft unbegreifbar und unerklärbar und jeder menschliche Verstand, sei er auch noch so scharf, muss zwangsläufig am Erkennen der tatsächlichen Wahrheit scheitern, da sie durch die Ratio nicht zugänglich ist. Im Grunde also das exakte Gegenteil der Holmes’schen Welt. Dennoch gelingt der Mix erstaunlich gut – wenn auch der Lovecraft-Anteil deutlich dominiert und Holmes teilweise ein eher unbeteiligter Bestandteil darin zu sein scheint. Aber die Zeichnungen sind hervorragend und die Story baut sich spannend auf. Macht durchaus Lust auf mehr.

Elfen | Die Weißelfe mit der schwarzen Seele | Splitter

Ja, hier handelt es sich um ganz klassische Fantasy in Reinform. Daraus will dieser Comic auch von Anfang an keinen Hehl machen. Das Teil heißt „Elfen“ und meint es auch so. Drachen, Orks und Goblins runden das Szenario ab und scheinen direkt aus den einschlägigen (Online-) Rollenspielen entsprungen zu sein. Aber was soll’s? In diesem konsequent klassischen Szenario entspannt sich eine großartige Story, die die Unterschiede zwischen Mensch und Elfe – vor allem, was die Wahrnehmung von Zeit angeht – auf durchaus verblüffende Weise darstellt. Die Handlung ist schnell erzählt: Zwei Elfen durchziehen die Welt auf der Jagd nach einem Drachen und kreuzen dabei hin und wieder die Wege der Menschen – mit verhängnisvollen Konsequenzen. Das ganze erinnert ein klein wenig an die Hexer-Romane und ist wie gesagt großartig. Splitter ließ sich überhaupt nicht lumpen und präsentiert hiermit den kompletten dritten in sich abgeschlossenen Band der Elfen-Reihe, die ich mir sehr zeitnah komplett zulegen werde.

Lesetagebuch: Atlan, Hexer, Ankh-Morpork, Injustice

Mich gelüstet danach, meine Rubrik „Lesetagebuch“ wieder aufleben zu lassen – wenn möglich gar mit einer gewissen Regelmäßigkeit – und allwöchentlich (?) über meinen aktuellen Lesestoff zu plaudern. Dabei werde ich aller Voraussicht nach meinen schleichenden Wechsel zum rein elektronischen Lesen sowohl bei als auch bei Geschriebenem dokumentieren. Denn und eBooks sind die unabwendbare Zukunft – daran werden auch und Buchpreisbindung nichts ändern.

Ehe ich also zu meinem konkreten Lesestoff komme, ein kleines Loblied auf das elektronische Lesen:

Comics lesen 2.0 – ComiXology

Schon länger bin ich sehr von den Möglichkeiten der App ComiXology begeistert. Ich hätte vorher nie gedacht, dass das Comiclesen auf so großartige Art und Weise ins digitale übertragen werden kann. Und zwar dermaßen großartig, dass es fast besser als die klassische Papierversion ist. Wer es noch nicht kennt, schaue es sich selbst mal an. Am besten genießt man das natürlich auf einem Tablet. Aber man staunt, wie klasse man sogar auf einem kleinen Smartphone-Bildschirm damit Bildergeschichten lesen kann. Probiert es aus! Ich beschränke mich hier bislang auf den Genuss von englischsprachigen Superhelden-Comics im Heftchen-Format – sobald sich die deutschen Verlage wie Panini, Carlsen, Ehapa und Co. mal ein Herz fassen und (wie bereits spanische und französische Verlage) bei ComiXology mitmachen, könnte ich mir auch durchaus vorstellen, damit große Comicalben zu lesen.

eBooks, Kindle und der Untergang des Abendlandes

Seit Dezember bin ich zudem stolzer Besitzer eines Paperwhite. Auch hier war ich selbst schnell überrascht, wie viel besser mir das Lesen mit diesem Gerät gefällt, als mit einem klassischen Buch. Aus Gründen habe ich auch hier zunächst mit Heftchen angefangen – und es wird auch noch eine ganze Weile dauern, bis ich meinen SuB aus physischen Büchern abgetragen habe. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ich von nun an kein papierenes Buch mehr kaufen werde. Ja, damit werde ich dem Sterben der Verlage, Druckereien und Buchhändler im Speziellen und dem Untergang des Abendlandes im Allgemeinen Vortrieb leisten – aber da mussten die Bücher per Hand kopierenden Mönche nach Gutenberg auch durch.

Atlan – SF-Heftroman-Klassiker von 1969

Aber nun zu meinem aktuellen Lesestoff: Normalerweise müsste ich die folgenden Sätze mal wieder mit der Erklärung einleiten, dass ich schon lange nicht mehr lese und nichts mehr damit am Hut habe. Ich glaube, das kann ich mir fürderhin klemmen, da ich ja eh nicht davon los komme. Wie auch immer. Bei Perry Rhodans Verlags-Heimat VPM hat man schon sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und auf das elektronische Buch gesetzt. Sehr clever auch, dass man bald daran ging, nicht nur die neuen Sachen als eBook herauszubringen – sondern auch das klassische Material seit 1961. Was man bis vor einigen Jahren noch auf Flohmärkten, bei Antiquariaten oder eBay zusammenklauben musste, gibt’s jetzt in Paketen a 50 Hefte für schmales Geld digital auf den Reader – Geld, das jetzt, 40/50 Jahre später, wieder zum Verlag fließt. Clever! Schön auch, dass die kostenlosen Leseproben bei Amazon stets die ersten zweieinhalb Hefte eines solchen 50er-Blocks enthalten.

Meine erste Wahl fiel auf die Perry-Rhodan-Spin-Off-Serie „Atlan – Im Auftrag der Menschheit“ von 1969. Die Hefte hatte ich auch in meiner intensiven Fan-Zeit nie gelesen und dacht, ich schau mal rein. Und ich muss sagen, ich bin schwer begeistert. Die ersten beiden Hefte aus der Feder von Urgestein K. H. Scheer sind sehr solide Retro-SF im Gewande eines spannenden Agenten-Romans. Hätte ich nicht gedacht. Streckenweise steckt darin mehr als in den aktuelleren RhodanErzeugnissen. Falls sich Band drei ebenfalls als derart gut herausstellen sollte, werde ich mir das Paket wohl zulegen.

Das Erbe der Elfen (Geralt, der Hexer) – Fantasy, wie sie sein muss

Bereits in den 90er Jahren schrieb Andrzej Sapkowski seine großartigen Hexer-Geschichten. Erst vor einem Jahr habe ich die beiden Kurzgeschichtenbände „Der letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ verschlungen. Den zahlreichen Vorschusslorbeeren, die diese Bücher aus meinem Bekanntenkreis erhalten hatten, wurden sie vollauf gerecht. Ich kann das gar nicht an einzelnen Dingen festmachen. Sapkowski beschreibt eine sehr schlüssige, fesselnde und irgendwie „realistische“ -Welt und siedelt darin sehr intelligente und spannende Geschichten an, die nicht selten bekannte Märchenmotive aufgreifen. Ein bisschen wie ein „ernster Terry Pratchett“ – auch wenn der Vergleich an vielen Stellen hinkt und Sapkowski durchaus auch viel Humor in die Geschichten einbringt. Momentan stecke ich mitten im ersten durchgehenden Roman „Das Erbe der Elfen“, dessen Grundthema die Verdrängung der „alten Völker“ durch die Menschen ist. Klingt vielleicht ein bisschen ausgelutscht – ist hier aber grandios umgesetzt.

Unterwegs auf den Straßen von Ankh-Morpork

Ich bin bekanntermaßen ein großer Freund der – und ich meine jetzt ausdrücklich die Welt, die Pratchett in seinen Romanen beschreibt und nicht die Romane selbst. Die mag ich auch, aber ich lese sie hauptsächlich deswegen so gern, weil ich mit ihnen eben in diese Welt eintauchen kann. Das mag der Grund sein, warum ich „Sekundärliteratur“ zur Scheibenwelt immer sehr schätze. Entsprechend groß war die Freude, als ich auf meinem weihnachtlichen Gabentisch den Ankh-Morpork-Stadtführer fand. Neben einer riesigen Karte der größten Stadt der Scheibenwelt enthält er zahlreiche detaillierte Informationen über die fiktive Metropole. Damit reiht sich der Band ganz gut in die ebenfalls von mir hochgeschätzten Scheibenwelt-Kalender ein – und könnte hervorragend als Hintergrundmaterial für jede -Runde auf dem Rücken der Schildkröte dienen.

Injustice – Superman dreht durch

In Sachen Superhelden bin ich ja tendenziell mehr so der -Freund. Im Zuge der -Schose habe ich mich zwar etwas intensiver bei eingelesen und etliches für gut befunden – bin aber letztlich nicht hängen geblieben. DC und vor allem ihren blassen Haupthelden Superman schätze ich aber immer dann besonders, wenn die üblichen Gleise verlassen und die Geschichten mal etwas radikaler, konsequenter und ohne irgendwelche Restriktionen erzählt werden. Schöne Beispiele sind da immer die „Rückkehr des Dunklen Ritters“ und „Genosse Superman“.

In eine ähnliche Richtung geht die relativ neue Reihe „Injustice“, die eigentlich auf dem gleichnamigen Computerspiel basiert, bei dem sich die DC-Helden gegenseitig verkloppen. Die Grundidee ist, dass der Joker sein Meisterstück abliefert und Superman selbst dermaßen auf die Palme bringt, dass er zuerst den Joker killt und sich dann daran macht, alles Übel vom Antlitz der Erde zu entfernen. Konsequent! Band eins dieser Reihe bietet (oder bot?) ComiXology für lau zum Download an. Ich konnte letzte Woche nicht anders, als nach und nach auch die zehn folgenden Bände käuflich zu erwerben. Für ca. 70 Cent hat man ein Heftchen schließlich rubbeldiekatz runtergeladen. Vieles erinnert natürlich stark an „Genosse Superman“ – ich finde es aber spannend genug, dass ich erst einmal dabeibleiben werde.

Das, liebes Lesetagebuch, waren meine Gedanken zum aktuellen Lesestoff.

Von Candamir bis Uno – der Ultimative Urlaubs-Brettspiele-Marathon

Der soeben zu Ende gegangene Familien hat mich einiges gelehrt. So weiß ich nun, dass ich gar nicht mal sooo schlecht Tischtennis spiele (immerhin treffe ich regelmäßig den Ball) und dass Soltau ein hübsches kleines Städtchen ist, das ein sehr interessantes Spielmuseum vorweisen kann. Vor allem aber habe ich bei unserem Urlaubs-Brettspiele-Marathon ein paar neue Spielchen kennengelernt, endlich mal wieder alte Klassiker auf dem Tisch gehabt – und sogar die meisten davon gewonnen.

Im folgenden eine kleine Liste der gespielten Spiele nebst Kurzbeschreibung, Mini-Rezi und Erfolgsbericht:

Candamir – Die ersten Siedler

Kannte ich noch nicht. Läuft unter dem Catan-Logo und stammt auch aus der Feder von Klaus Teuber – hat mit dem Spieleklassiker aber so gut wie gar nichts zu tun, jedenfalls regeltechnisch. Candamir stellt (mal wieder) den Versuch dar, klassisches Pen&Paper stark vereinfacht als Brettspiel umzusetzen. Der Versuch ist durchaus gelungen. Man hat ein Charakterkärtchen mit Grundeigenschaften, die man mit Erfahrungspunkten steigern kann. Zudem darf man recht frei über das Spielfeld laufen und bekommt per Karte zufällige Begegnungen vor die Nase. Spielziel ist, Ressourcen zu sammeln, um damit Dinge herzustellen. Dafür gibt’s dann Siegpunkte (bzw. man gibt diese ab). Wer als erstes alle seine Siegpunkte weg hat, gewinnt.

Ein bisschen schade ist, dass man anscheinend nur wenig Möglichkeiten hat, andere Spieler direkt zu stören oder sonst mit ihnen zu interagieren. Zumindest in unserer Partie hat jeder der vier Spieler mehr für sich seinen Stiefel runtergespielt. Aber vermutlich habe ich in der einen Partie längst nicht alle Möglichkeiten ausgelotet. Das Spielprinzip hat mir ansonsten gut gefallen. Zudem habe ich die eine Partie auch noch gewonnen.

Carcassonne – Jäger und Sammler

Kenne ich schon länger und hab ich auch schon öfter gespielt. Unterscheidet sich fast gar nicht vom Original-Carcassonne – außer dass die Straßen durch Flüsse und die Städte durch Wälder ersetzt wurden, um das Ganze an ein „Urmenschen“-Szenario anzupassen. Zwei, drei kleine Regelerweiterungen machen daraus aber trotzdem ein feines eigenständiges Spiel. Eine Partie gespielt – ich hab gewonnen.

Dominion plus erste Erweiterung „Seaside“

Der Klassiker ist mir natürlich ebenfalls bekannt. Er trägt den Titel „Spiel des Jahres“ völlig zu Recht. Im Prinzip ein einfaches Kartenspiel, das durch etliche Kombinationsmöglichkeiten immer wieder neu ist. Das Grundprinzip ist schlicht: Man muss sein Geld mehren, um damit Siegpunkte zu kaufen. Die unterschiedlichsten Aktionskarten sorgen dabei für Spannung, indem sie die Dinge beschleunigen oder Mitspieler stören. Da die Karten oft aufeinander aufbauen oder kombinierbar sind, empfiehlt es sich, die Sets gut zu wählen – oder die vorgeschlagenen Sets zu nutzen. Wir haben eine Partie mit einem Set aus dem Basisspiel gespielt – die hab ich gewonnen. Von den zwei Partien mit unterschiedlichen Sets aus der ersten Erweiterung „Seaside“ hab ich immerhin eine gewonnen.

El Grande

Das Spiel des Jahres 1996 habe ich hier zum ersten Mal gespielt – und bin begeistert. Man selbst ist einer der titelgebenden Granden und muss im alten Spanien seinen Einfluss mehren und verfestigen. Dazu muss man in möglichst vielen Regionen die Mehrheit mit seinen Caballeros erringen – und bis zu den Wertungsrunden auch halten. Lustige Aktionskarten geben einem natürlich auch hier ausreichend Möglichkeiten, überraschende Vorteile zu erringen – oder die Mitspieler zu ärgern. Die dadurch entstehende direkte Interaktion zwischen den Spielern gefällt mir ebenso wie die sehr starke Reduzierung des Zufallselements. Sehr gutes Spiel! Wir haben zwei Partien gespielt – die erste habe ich gewonnen, bei der zweiten habe ich kläglich versagt.

Risiko

Ein Uralt-Klassiker, den man kaum erklären muss. Man spielt im Grunde Weltkrieg und vertreibt seine Mitspieler mit Armeen und Würfelglück von der Landkarte. Ich fand’s schon immer klasse. Einmal gespielt – ich hab gewonnen.

Schwarzer Peter

Jupp, das gute alte Kartenspiel, in dem man Paare sammeln – und den titelgebenden Schornsteinfeger meiden – muss, haben wir auch mal gespielt. Mit unseren Lütten. Mein Töchterlein hat gewonnen.

Star Munchkin plus Erweiterung „Die Clown Kriege“

Das Kartenspiel Munchkin ist letztlich eine Parodie auf das klassische Rollenspiel. Man lässt es sich am besten von Wil Wheaton erklären. Es zählt zu den Spielen, die ich in den letzten Jahren vermutlich mit am intensivsten gespielt habe. Wir haben die -Version nebst Erweiterung gespielt. Zwei Mal. Ich hab beide Male verloren.

Tabu

Ebenfalls eine Premiere für mich. Ist ja mehr so ein Party-Spiel – ich fand’s aber gar nicht mal sooo schlecht. Zwei Teams treten gegeneinander an. Es gilt sich Begriffe zu erklären – ohne allerdings Worte zu nutzen, die Tabu sind. Vier Partien wurden gespielt – ich war nicht ein Mal im Gewinner-Team.

Uno

Und schließlich haben wir noch – ebenfalls mit unseren Lütten – eine Runde Uno gespielt. Muss man auch nicht erklären denke ich. Mau-mau halt mit Spezial-Karten. Töchterlein hat gewonnen.

Bald am Kiosk – das neue Magazin „Geek!“

Special-Interest-Magazine schießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. Nach „Beef!“ für Nicht-Vegetarier und „Hohe Luft“ für Denker kommt nun „Geek!“ für Comicleser, -Fans und Filmfreaks.

Die erste Nummer des Hochglanzmagazins erscheint am 20. Juni. Alle zwei Monate soll dann eine neue Ausgabe am Kiosk liegen.

Schon jetzt kann unter geek-mag.de eine Leseprobe durchblättert werden. Die gedruckte Version davon flatterte kürzlich in die -Redaktion. Wir haben mal reingeschaut.

Ein ganzes Universum

Man nimmt – natürlich auch auf der eigens eingerichteten Facebook-Seite – den Mund recht voll. Es wird nicht weniger versprochen als „Das ganze Universum der Science Fiction – ob in Filmen, TV-Serien, Romanen, Comics, Games oder dem Internet.“

Redaktion mit Hund

Gleich zu Beginn werden Teile der Redaktion vorgestellt. Neben dem unvermeidlichen Redaktionshund – hat man heute wohl so – sieht man zwei in Szenekreisen nicht ganz unbekannte Gesichter: Markus Rohde und Claudia Kern vom unlängst eingestellten Magazin „SpaceView“.

Diese personelle Kontinuität ist durchaus interessant und lässt Schlüsse darauf zu, was der Leser zu erwarten hat. Immerhin hat die „SpaceView“ 15 Jahre durchgehalten.

Redaktionell unabhängig?

Wie gut so ein Magazin funktionieren kann, wenn es bei einem Verlag wie Panini erscheint, muss sich allerdings noch zeigen. Schließlich ist Panini einer der größten Comic-Verlage in Deutschland, der hierzulande die Lizenzen aller Superhelden-Comics hält.

Schon die Leseprobe gibt vor allem der Präsentation einer neuen Reihe aus dem Hause Panini Raum. Wie kritisch können da in Zukunft zum Beispiel Filmberichte ausfallen, wenn der Hausverlag die dazugehörigen und Romane vertreibt?

Was ist eigentlich ein Geek?

Die Begriffe Nerd und Geek sind nur schwer ins Deutsche zu übersetzen. Ebenso folgende Definition: „A geek is a nerd with social skills.“

Letztlich werden sie oft synonym verwandt und meinen mittlerweile eher junge Menschen, die sich sehr für Science-Fiction, Comics und Filme aber auch für Wissenschaft und moderne technische Gadgets – wieder so ein Begriff – interessieren.

In Zeiten des Internets und der Smartphones ist daraus eine regelrechte Lebensart entstanden, die den Weg von der belächelten Subkultur zum modischen Stil genommen hat. In jedem Fall ist ein Geek aber kein unkritischer Konsument aller Genre-Produkte. Im Gegenteil – kaum jemand ist kritischer als dieses gebildete und anspruchsvolle Publikum.

Hoffentlich ist man sich dessen in der „Geek!“-Redaktion bewusst.

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal Ukonio, das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

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