Kategorie: Lesetagebuch

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Entgegen meinem Plan, das besondere Heft in klassischem Printformat zu ergattern, wurde es nach erfolgloser Suche in diversen Zeitschriftenläden dann doch die Kindle-Ausgabe. Das tat meiner Vorfreude aber keinen Abbruch.

Neuer Zyklus, neues Glück

Wie bereits angekündigt, startet der neue Handlungszyklus ab Band 3000 mit einem Zeitsprung, der Heldinnen und Helden sowie Leserinnen und Leser gleichermaßen eine komplett neue Bühne bereitet. Gleich zwei Autoren – nämlich die beiden Expokraten Wim Vandemaan und Christian Montillon – haben sich der Aufgabe gestellt, diesen Start in eine neue Metahandlung zu inszenieren. Entsprechend finden wir zwei voneinander getrennte Handlungsstränge vor, von denen ich im Folgenden berichten möchte. Daher:

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Perry im Leerraum

Natürlich beginnt alles mit dem Titelhelden höchstselbst. Er erwacht in seinem Raumschiff aus dem künstlichen Tiefschlaf und erkennt sofort, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Schiff schwebt aus Gründen, die sich aus der vorangegangenen Handlung ergeben, im intergalaktischen Leerraum außerhalb der heimatlichen Milchstraße. Das ist aber kein Grund zur Unruhe – auch nicht die bald wachsende Erkenntnis, dass man offenbar mehrere Jahrhunderte verschlafen beziehungsweise übersprungen hat. Damit hatte man gerechnet.

Rhodan ist vielmehr die Erkenntnis unheimlich, dass in der Zwischenzeit jemand an Bord des riesigen vollautomatisierten und mehrfach gesicherten Raumschiffes gelangt ist, die Bord-KI abgeschaltet und ihn selbst offenbar chirurgisch untersucht hat. Glücklicherweise stellt der Eindringling trotz allem keine Bedrohung dar. Zemina Paath ist mit ihrem mysteriöser “Koffer” und ihrem Raumschiff offenbar selbst auf der Flucht – auch wenn sie auffällige Erinnerungslücken vorgibt, weswegen sie nur wenige Details offenbaren kann.

Immerhin erfahren die Heldinnen und Helden, die schließlich alle aus dem Tiefschlaf erwachen und ihr Schiff wieder in Besitz nehmen, folgendes: Die Milchstraße hat in den letzten 500 Jahren dramatische Umwälzungen erfahren. Die Erde ist verschwunden und wird dank eines galaxisweiten Datenverlusts sogar als Mythos angesehen, eine Legende, die sich die überall verstreut lebenden Menschen ausgedacht haben. Dominierende Macht sind mittlerweile die bis dato unbekannten Cairaner, die mit recht rabiaten Mitteln den Frieden in der Galaxis sichern. Nur ein kleines Häufchen unabhängiger Menschen und Galaktiker scheint sich im Zentrum der Galaxis zu verschanzen – unter der Leitung von niemand geringerem als Rhodans altem Freund der ersten Stunde Reginald Bull.

Mit den neuen Finsterlingen kommt es sogar zu einer ersten Konfrontation. Ein cairanisches Raumschiff taucht auf und fordert, sich zu ergeben. Nach einem kurzen Gefecht gelingt Rhodan und Co. die Flucht und man plant erste Erkundungsmissionen in die Milchstraße.

Solider Thriller in der Milchstraße

Der andere Handlungsstrang gibt einen Einblick in die aktuellen Zustände in der Milchstraße. Im Fokus steht die Terranerin Giuna Linh, die ganz persönlich unter der Herrschaft der Cairaner leidet. Ihr Ehemann wurde nämlich verhaftet und in ein bizarres Hochsicherheitsgefängnis verbracht, in dem die Delinquenten rund um die Uhr gejagt werden und um ihr Leben rennen müssen. Von dieser Willkür und fehlenden Rechtsstaatlichkeit abgesehen scheinen Leben und Alltag in der Galaxis aber recht unbeschwert zu sein.

Giuna plant, ihren Mann zu befreien und gerät dabei an den Geheimdienst der oben erwähnten unabhängigen Galaktiker. Die Agenten bieten ihre Hilfe an und es gelingt in einer spektakulären Mission tatsächlich, in das Gefängnis einzubrechen, den Mann zu finden und zu befreien.

Über die Hintergründe erfährt man auch hier nur wenig. Ganz am Ende wird aber noch mal kurz zu Reginald Bull umgeblendet, der den Widerstand anführt und nie die Hoffnung aufgegeben hat, dass sein Freund Perry Rhodan eines Tages zurückkehrt.

Ein kleines Bisschen Mythos

Das alles liest sich sehr flüssig, ist solide und spannend erzählt. Für meinen Geschmack ist es aber noch einen Hauch zu unspektakulär und verhalten geraten.

Damit meine ich gar nicht mal, dass die beschriebene Ausgangssituation für einen alten Perry-Rhodan-Hasen nicht innovativ neu wirkt – wenigstens die Bände 500 und 1400 warten mit ganz ähnlichen Szenarien auf. Es wäre schlicht ungerecht, das nach 3000 Heften ernsthaft zu erwarten.

Vor allem die Milchstraßenhandlung braucht ein wenig, um in die Gänge zu kommen, um Interesse für Charaktere und Szenario zu wecken – geschweige denn Begeisterung. Und selbst die Perry-Handlung geht sehr sparsam mit einfallsreichen Science-Fiction-Elementen (Raumschiffe, KIs und Außerirdische sind einfach mal gesetzt) und dem viel zitierten Sense of Wonder um.

Das ist auch deswegen schade, da ich durch meine sporadischen Einblicke in einige vorangegangene Hefte weiß, dass das aktuelle Autorenteam eigentlich dazu in der Lage ist. Um das aber ins Positive zu drehen: Ich bin sehr zuversichtlich, dass in den kommenden Heften noch einiges in der Richtung zu erwarten ist.

Und beim Positiven bleiben wir: Mir gefällt das Szenario und mir gefällt die Idee mit dem Mythos. Eine der besten Stellen war, als sich zwei Menschen in der Milchstraßenhandlung über ihre vermeintliche Ursprungswelt unterhalten haben. “Was, du glaubst wirklich an die Erde?” Daraus lässt sich was machen.

Ich finde außerdem, dass es den Autoren wieder besser gelingt, die Unsterblichen und Perry Rhodan selbst darzustellen. Gerade das Zurücknehmen wird den 3000 Jahre alten Helden viel gerechter als viele Ansätze zuvor. Und ich kann mir vorstellen, dass die Mythos-Thematik auch darauf einen positiven Einfluss haben wird. Doch, das wird gut.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3001 – Von Göttern und Gönnern

Lesetagebuch: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Für einen Abschlussband kommt er recht gradlinig und unspektakulär daher, lässt sich aber durchaus gut lesen.

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 2998 – Drei Tage zum Weltuntergang

Ich fühle mich gerade rund 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt, indem ich jede Woche eine Rezension zum aktuellen Perry-Rhodan-Heft schreibe. Aber auf dem Weg zum denkwürdigen Jubiläumsband 3000 kann man das schon mal machen. Auf geht’s!

Showdown

Das Zyklusfinale erstreckt sich eigentlich über zwei Hefte. Im durchaus gelungenen Vorgänger hat Kai Hirdt das Feld bereitet. Sowohl die Helden als auch der Antagonist haben ihre letzten Pläne ins Rollen gebracht. Für erstere gilt es, den bereits tobenden Weltenbrand, der alles biologische Leben aus der Milchstraße vertreiben oder beenden würde, in letzter Minute zu löschen. Letzterer möchte genau dies verhindern, damit die von ihm erhoffte Evolution der Maschinen künftig in der ganzen Galaxis Platz hat, sich in Ruhe zu entfalten.

Der unmittelbare Showdown muss auf der scheibenförmigen Kunstwelt Wanderer stattfinden. Der Sitz der Superintelligenz ES ist generell einer der wichtigsten Orte der Sterneninsel und nur von hier aus kann der Weltenbrand wieder gelöscht werden. Und dort finden wir uns auch wieder. Die Helden um Perry Rhodan (und den anderen Perry Rhodan aus einem Paralleluniversum) schweben in ihrem drei Kilometer durchmessenden Riesenraumschiff direkt vor der Kunstwelt, wo der Schurke bereits auf sie wartet. Dies ist auch eine gute Gelegenheit für eine kleine

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Foreshadowing

Das Heft beginnt mit einer Rede Rhodans an die Mannschaft, die für sich genommen recht unspektakulär ist (Perrys jahrtausendelanger Freund Atlan bezeichnet sie sogar als “die schlechteste Motivationsrede, die du jemals gehalten hast”) – an einer Stelle jedoch ziemlich offensichtliches Foreshadowing in Bezug auf Zyklusfinale und dessen Auswirkungen enthält. Auffallend detailliert wird ein Szenario beschrieben, wonach das Löschen des Weltenbrandes viele Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern könnte – und die Helden dank unterschiedlicher Zeitabläufe auf und um Wanderer mit ähnlicher Verzögerung in heimatliche Sternengefilde zurückkehren könnten. Nun wissen wir ja bereits, dass zwischen 2999 und 3000 ein etwas längerer Zeitsprung liegen soll, weswegen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es genau auf so etwas hinauslaufen wird.

Gerade Linie

Der tatsächliche Showdown kommt für ein Zyklusfinale dann aber doch ziemlich gradlinig daher. Wobei sich das Heft trotzdem sehr angenehm und flüssig lesen ließ. Es ist sehr gut geschrieben – aber halt arg vorhersehbar und spannungsarm. Im Prinzip läuft es auf einen Häuserkampf in der Hauptstadt Wanderers hinaus. Die Helden müssen vor Ablauf einer bestimmten Frist den Unterschlupf des Bösewichts erreichen und erobern, da nur von dort aus alles wieder zum Guten gewendet werden kann. Richtig gefährlich wird es für die Helden dabei nie. Es lassen nur ein paar namenlose Redshirts ihr Leben. Letztlich ist es dann der gute alte Ich-ziehe-den-wichtigsten-Gehilfen-des-Bösewichts-auf-meine-Seite-Trick, der den schier unüberwindlich scheinenden Gegner zu Fall bringt.

Versöhnliches Ende

Große Überraschungen bleiben dem Leser also erspart. Der Plan der Helden gelingt schließlich wie vorgesehen. Der Löschvorgang für den Weltenbrand wird in Gang gesetzt. Und auch die traditionelle “Entsorgung” von Nebencharakteren, die nur in diesem Zyklus eine sinnvolle Rolle spielen konnten, erfolgt recht versöhnlich. So bleiben zwei junge Mutanten als “Navigatoren von Wanderer” auf der Kunstwelt. Ähnliches gilt für die jüngere Ernst-Ellert-Version, die für diesem Zyklus erneut wiederauferstehen durfte – und auch für den zweiten Perry Rhodan. Bei letzterem hatte ich ja fest mit einem unvermeidlichen Heldentod gerechnet. Er erhält jedoch die Möglichkeit, in das Fragment seines Universums zurückzukehren beziehungsweise herauszufinden, ob sein tatsächliches Ursprungsuniversum noch existiert und er dorthin zu Familie und Freunden zurückkehren kann.

Vorfreude

Freut mich durchaus, dass diese interessante Figur doch eine Zukunft hat – auch wenn wir davon auf absehbare Zeit wohl nichts erfahren werden. Viel mehr freue ich mich aber auf den nahenden Jubiläumsband, den ich mir diesmal ganz klassisch als gedrucktes Heft zulegen werde. Das gibt’s aber erst ab Freitag.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

Lesetagebuch: Perry Rhodan 2998 – Drei Tage zum Weltuntergang

In zwei Wochen ist es nämlich soweit. Aktuell steht folglich Band 2998 auf dem Programm.

Wie ist die Lage?

Das Phänomen Perry Rhodan zu erläutern, spare ich mir an dieser Stelle. Die groben Hintergründe der seit 1961 unverdrossen allwöchentlich erscheinenden Science-Fiction-Romanheftserie setze ich als bekannt voraus – beziehungsweise verweise ich auf den unerschöpflichen Wissensschatz der Perrypedia.

Auf diesen muss selbst ich aktuell zurückgreifen, denn seit bald 800 Heften zähle ich nicht mehr zum Kreis der regelmäßigen Leser. 2016 hatte ich kurz mal eine nur wenige Hefte andauernde nostalgische Phase, die mich aber nicht dauerhaft zur Stammleserschaft zurückführen konnte.

Sporadische Updates eines befreundeten Lesers, besagte Perrypedia und ein durchaus begeisterter Blick in Heft 2994 haben mich einigermaßen auf den Stand der aktuellen Handlung gebracht. Denn Band 3000 muss ich trotz geschwundener Bindung an Serie und Fandom lesen. Ehrensache!

Genesis-Zyklus

Die Meta-Handlung verläuft bei Perry Rhodan seit je her in meist 100 Hefte langen Zyklen, die wie Staffeln einer TV-Serie größere Handlungsabschnitte umfassen.

Der nun zu Ende gehende Zyklus hört auf den Namen Genesis und dreht sich um eine Bedrohung für die gesamt Milchstraße, die der Titelheld und seine Gefährten beseitigen müssen. Ja, gigantomanisch ging es hier schon immer zu. Gegenspieler ist ein gewisser Adam von Aures, ein offenbar künstliches einer geheimnisvollen Maschinenstadt entsprungenes Wesen, das die gesamte Milchstraße für biologisches Leben unbewohnbar machen will, um so für eine Maschinenevolution Platz zu schaffen.

Wer sich da an Stanislav Lems “Der Unbesiegbare” erinnert fühlt, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Ich halte derartige Inspirationen aber für legitim. Oder etwas plumper ausgedrückt: Besser gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht. Tatsächlich hat die Beschreibung besagter Maschinenstadt in Heft 2994 Anflüge von Lems “Solaris”. Ich mag das.

Der aktuelle Stand vor Heft 2998 ist wie folgt: Es ist dem Bösewicht gelungen, alle 100 Milliarden Sonnen der Milchstraße so zu beeinflussen, dass sie eine Strahlung aussenden, die allen Lebewesen immer stärker werdende Schmerzen bereitet. Man berät die Evakuierung aller Zivilisationen (selbst in diesem Universum ein unmögliches Unterfangen), klammert sich aber an einen letzten Strohhalm, mit dem man den Weltenbrand, wie das unangenehme Phänomen getauft wurde, doch noch rückgängig machen kann.

Drei Tage zum Weltuntergang

Das Heft stammt aus der Feder von Kai Hirdt, der mir bislang nur als Autor der mäßig gelungenen letzten Perry-Rhodan-Comic-Adaption bekannt war. Um es aber gleich zu sagen: Dieser Roman ist flott und spannend geschrieben und hat mir sehr gut gefallen.

Handlungsdetails mag man obigem Perrypedia-Link entnehmen. An dieser Stelle nur so viel: Die Helden planen zur Kunstwelt Wanderer vorzudringen, die sich gerade in der Atmosphäre des Gasplaneten Neptun versteckt hält. Von dort aus hofft man mit entsprechenden Zutaten den Weltenbrand wieder löschen zu können. Der Bösewicht hatte die Scheibenwelt der Superintelligenz ES nämlich zur Entzündung desselben missbraucht. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht so leicht, dorthin vorzudringen – zumal der Antagonist ebenfalls am Start ist und seine eigenen Pläne verfolgt.

Dieser zweite Teil der Handlung wird interessanterweise aus Sicht einer Nebenfigur erzählt, die an der Aufdeckung besagter Ränke beteiligt ist, was mir sehr gut gefallen hat. Damit gelingt es, eine spannende Handlung anhand frischer und interessanter Charaktere zu entwickeln. Ich habe mich richtig gut unterhalten gefühlt. Tatsächlich gelingt es dem Roman, ein stimmiges Gefühl der beschriebenen fernen Zukunft zu vermitteln – und sogar, den mehrere tausend Jahre alten Helden eine leicht fremdartige Aura zu verpassen. An beidem sind meiner Meinung nach in der Vergangenheit etliche Autoren gescheitert. Hirdt gelingt dies ohne großen Aufwand recht gut.

Besonders interessant fand ich die Figur des doppelten Rhodan. Zur Heldenriege hat sich nämlich ein Rhodan-Doppelgänger aus einem Paralleluniversum gesellt, der durch ein leicht verändertes Schicksal eine spannende Variation des Titelhelden darstellt. Auch seine Interaktion mit den Stammhelden wird gut dargestellt. Das hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt ein paar Hintergründe dieses zweiten Rhodan nachlesen wollte. Also, galt es flugs, seine Origin-Romane ausfindig zu machen und aufs Kindle zu packen.

Blick zurück in die Hefte 2919 und 2930

Die Idee, der Hauptfigur einen Doppelgänger zu verpassen, ist natürlich nicht neu und kam in den bald 3000 Bänden schon mehrfach auf die ein oder andere Weise zum Einsatz: vom bösen Sohnemann Thomas Cardif über den fiesen Anti-Rhodan aus einem negativen Spiegeluniversum bis hin zu bewusst eingesetzten Doppelgängern oder Robot-Duplikaten, die entweder einen verschollenen Rhodan ersetzen oder ihn bei einem gefährlichen Kampf vertreten sollten.

Diesmal ist die Lage jedoch etwas anders. Dieser Perry Rhodan stammt aus einer offenbar künstlichen Parallelwelt, womöglich auch das Relikt oder die Kopie einer Parallelwelt, die ES auf Wanderer konserviert hat. Er gleicht dem Original sowohl äußerlich als auch charakterlich sehr, ist jedoch kein mehrere tausend Jahre alter intergalaktischer Held, dessen Alterungsprozess mit 39 Jahren angehalten wurde, sondern ein 55-jähriger Astronaut, dessen Karriere bis zu diesem Zeitpunkt etwas anders verlief.

Im wunderbaren Heft 2919 schildert Wim Vandemann die Expedition einiger Helden durch die Parallelwelt-Enklaven von Wanderer, wo sie unter anderem erstmals auf jenen Rhodan treffen. Das Heft begeistert auch durch die anderen einfallsreichen Parallelwelten, wie zum Beispiel das von Topsidern besetzte Berlin der 20er Jahre. Grandios!

In Heft 2930 baut Hubert Haensel die Geschichte dieses Rhodans und seiner Welt detailliert aus und schildert, wie er von Adam von Aures eingenommen und aus der Enklave in das Originaluniversum geführt wird. Auch dies ein sehr lesenswertes Heft.

Wie geht’s weiter?

Zurück zu Band 2998: Dieser endet damit, dass der Antagonist den Helden zuvorkommt, Wanderer erreicht und mit der Kunstwelt verschwindet. Es gelingt den Helden gerade noch, die Spur aufzunehmen und bis an ihr Ziel im Leerraum zwischen den Sternen zu verfolgen. So weit so spannend. Ich freu mich auf Band 2999, ebenfalls von Kai Hirdt, der am Donnerstag auf meinem Kindle erscheint und am Freitag in den Läden liegt.

Vermutlich wird es den Helden in letzter Minute gelingen, alles noch zum Guten zu wenden – aber vielleicht trauen sich die Autoren was und es kommt diesmal ganz anders. Auf jeden Fall mache ich mir für den Rhodan-Doppelgänger, meinem neuen Liebling, keine großen Hoffnungen. Sein Heldentod ist vermutlich unvermeidlich.

Tja, und dann mal schauen. Ich sagte ja schon, dass ich auf jeden Fall bis Band 3003 durchhalten werde. Mittlerweile reicht die Vorschau bis Band 3007. Aber ich verspreche nichts.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Lesetagebuch: Perry Rhodan naht

Gerade ausgelesen

Perry Rhodan: Um der Wahrheit die Ehre zu geben – ich habe bereits einen Blick in die aktuelle Erstauflage der größten Science-Fiction-Serie der Welt riskiert. Zum einen, weil besagter Jubiläumsband (siehe unten) naht, zum anderen, weil Band 2994 aus der Feder von Wim Vandemaan stammt. Das ist nämlich einer von den Guten. Und tatsächlich bietet dieses Heft eine gute SF-Story, die durchaus für sich allein funktioniert und mir dennoch schon mal einen kleinen Einblick in die aktuelle Meta-Handlung gegeben hat. Geboten wird die Geschichte einer lebenden KI-Stadt, deren Beschreibung wohl nicht von ungefähr an die Lem-Geschichten Solaris und Der Unbesiegbare erinnert. Hat mir gefallen.

New 52: Hiermit erkläre ich meine DC-Comics-Phase erst einmal für beendet. Auch wenn mir die beiden letzten New-52-Serien meines Superhelden-Lesemarathons durchaus gut gefallen und Lust auf mehr gemacht haben.

Überraschenderweise gilt dies sogar für Lobo. Die Neuauflage des galaktischen Kopfgeldjägers war damals besonders umstritten, weil der ikonische Rockerpräsident in eine vermeintlich modernere Version verwandelt worden war. Mehr noch: Die klassische Version wurde sogar offiziell um die Ecke gebracht und für einen Scharlatan erklärt. Aber was soll ich sagen: der neue Lobo, seine Hintergrundgeschichte und seine Abenteuer sind gar nicht mal so schlecht. Tatsächlich hat mir das kurzweilige Weltraum-Gemetzel richtig gut gefallen. Es war gut in das DC-Universum eingebettet inklusive kurzer Konfrontation mit Superman und enger Verknüpfung mit der Green-Lantern-Storyline.
Auf diesen ganzen Handlungskomplex (inklusive der andersfarbigen Laternen) hätte ich im Übrigen durchaus auch noch mal Lust – aber ein anderes Mal.

Den Höhepunkt dieser Ära habe ich mir jedoch noch gegönnt, nämlich den mir bis dato völlig unbekannten Animal Man. Schon damals hieß es an vielen Stellen, dass dies die Beste New-52-Serie sei – und sie ist wirklich ziemlich gut. Nein, sie ist fantastisch, obwohl – oder weil – sie sich fast komplett aus der DC-Metahandlung raushält und im Grunde so tut, als würde es Superman oder die Justice League gar nicht geben. Die Geschichte spannt ein großartiges Fantasy-Szenario auf, in dem es drei magische Reiche des Lebens gibt: The Red, The Green und The Rot, die sich eigentlich stets die Waage halten – hin und wieder aber um die Vorherrschaft ringen. Jedes dieser Reiche führt seine Avatare ins Feld. Besagter Animal Man muss sich gemeinsam mit seiner Familie diesem Konflikt stellen. Diese Verknüpfung aus Übersinnlichem und Alltagsproblemen lässt das Ganze fast wie eine Marvel-Superheldengeschichte wirken. Vielleicht gefiel sie mir deshalb so gut.

Star Wars: Glaubt mir! Die Star-Wars-Comics sind allesamt richtig gut. Aktuell bin ich bei zwei Serien am Ball. Die schurkische Archäologin Dr. Aphra, einstmals Sidekick von Vader persönlich, brilliert schon länger in ihrer eigenen Geschichte. Zuletzt hat sie sich aus den Klauen ihres mörderischen Droiden befreien können, der sich kurzerhand zum Herren aufgeschwungen hatte. Darth Vader selbst setzt seine Serie natürlich auch ohne sie fort. Aktuell wird erzählt, wie er sich zu Beginn des Imperiums behaupten und die aus der TV-Serie Rebels bekannten Inquisitoren trainieren muss. Aus Rebels ist auch der imperiale Admiral Thrawn bekannt – zumindest seine aktuelle Kanon-Inkarnation. Diese Figur stammt eigentlich aus dem Erweiterten Universum der Prä-Disney-Ära und war dort kurz nach der Vernichtung des zweiten Todessterns Hauptwidersacher der Helden um Leia, Luke und Han. Thrawn war bei den Fans schon immer derart beliebt, dass er leicht verändert im neuen Kanon seine Wiederauferstehung erlebte. Die Comicminiserie erzählt seinen Aufstieg zum Admiral. Hin und wieder mag ich solche geradlinigen Entwicklungsgeschichten unfehlbarer Charaktere ja.

Aether & Empire: Wie so viele finde ich Steampunk-Ästhetik und entsprechende Szenarien ja immer sehr reizvoll – finde aber nur ganz selten richtig gute Geschichten damit. Mit dem abgeschlossenen Comic-Band Aether & Empire hat mir endlich mal was gefallen. Erzählt wird die Geschichte einer Reise zum Mars. Das militärische Aetherschiff ist auf einer Rettungsmission und soll einer vorangegangenen verschollenen Expedition nachforschen. So weit so klischeehaft. Auch sonst ist der Band natürlich mit den üblichen Tropes und Motiven vollgepackt, bleibt dabei aber trotzdem spannend und unterhaltsam. Doch, das war gut.

Galactica: Mein BSG-Hangover-Blues ist nun langsam abgeklungen. In seinen letzten Zügen habe ich versucht, die Leere nach dem Serienende mit Comics zu füllen, was durchaus hier und da gelang. Zuletzt war die Miniserie BSG vs BSG an der Reihe, in der das unvermeidliche Szenario beschrieben wird, dass die klassische Galactica auf ihre Reboot-Inkarnation trifft. Das Ergebnis ist – abgesehen von den mittelmäßigen Zeichnungen – gar nicht mal so furchtbar, wie man erwartet hätte. Damit ist es jetzt aber auch gut.

Entenhausen-Edition: Erneut möchte ich jedem diese formidable Carl-Barks-Erika-Fuchs-Donald-Duck-Komplettedition wärmstens ans Herz legen. Für sehr faires Geld erhält man nach und nach alle Donald-Geschichten aus der Feder des Meisters und in der Übersetzung der Meisterin. Zuletzt gab es in Band 53 eine längere Geschichte um eine Mumie, die ich noch nicht kannte. Sehr lohnenswert.

Karl Gabel: Mit großer Begeisterung habe ich Karl Gabels sämtliche Weltraumabenteuer gelesen. Die Komplettausgabe der alten SF-Comicstrips aus der DDR hatte mir der formidable HerrRPunkt zum Geschenk gemacht, um meine diesbezügliche Wissenslücke zu schließen. Als alter Wessi (siehe unten) hatte ich zuvor davon natürlich noch nie gehört. Da die Geschichten aus den 50ern beziehungsweise 70ern stammen, sind sie leider nicht ganz frei vom Herrenwitz dieser Zeit, behandeln aber durchaus interessante damals gängige SF-Themen, was mich die ein oder andere Parallele zu Perry Rhodan erahnen ließ.

Aktueller Lesestoff

Scherben: Wie bei Anthologien unterschiedlicher Autoren zu erwarten, gefällt mir natürlich nicht jede Story aus dieser Sammlung aus dem Hause Fantasyguide gleich gut – es sind aber viele gute dabei. Etwas überflüssig finde ich nur, dass einigen Autoren zugestanden wurde, ihren Geschichten noch ausführliche erklärende Worte beizufügen. Entweder sprechen Geschichten für sich – oder eben nicht. Die Information, ob es aus dem ein oder anderen fiktiven Kosmos noch weitere Geschichten gibt, hätte man auch getrost in einen Anhang ans Ende packen können.

Mosaik: Na, wer kennt noch die Digedags und die Abrafaxe? Ich als alter Wessi eher nicht so. Ich bin aber gerade dabei, das zu ändern. Was für unsereinen nämlich Micky-Maus-Hefte oder Asterix-Comics waren, waren in der DDR die Mosaik-Hefte. Und diesen Schatz hebe ich nun, beginnend mit einem TaschenMosaik. In dieser Reihe werden die alten Digedags-Comics neu aufgelegt. Besagte Helden hat es in Band sechs gerade ins antike Rom verschlagen, wo sie Abenteuer erleben, die sich hinter denen des beliebten Galliers nicht zu verstecken brauchen. Es folgt ein großer Mosaik-Sammelband neueren Datums, in dem es die Abrafaxe mit der Reformation im Allgemeinen und Luther im Speziellen zu tun haben. Ich bin gespannt.

Harry Potter: Weit vorgedrungen bin ich beim dritten Band Der Gefangene von Askaban noch nicht. Harry hat gerade mal seine Tour mit dem Fahrenden Ritter hinter sich und bummelt durch die Winkelgasse. Bekanntlich lese ich die Bücher gerade zum ersten Mal. Trotz Kenntnis der Filme ist die Lektüre ein unverändert großer Genuss.

Der Lange Kosmos: Auch bei dem letzten Band des Parallelwelt-Epos von Terry Pratchett und Stephen Baxter bin ich ein wenig voran gekommen. Es ist ja gar nicht mal die Handlung, die mir in dieser Buchreihe so gefällt, als vielmehr die einfallsreiche Beschreibung der etlichen Erd-Variationen. So ist eine der Hauptfiguren gerade auf einer entfernten Parallelerde auf einer riesigen lebenden Insel unterwegs. Ich mag sowas.

Was als nächstes?

Marvel: Nachdem ich hier etwas ausgesetzt und meinen Fokus leicht auf die Konkurrenzprodukte von DC-Comics gelegt habe (siehe oben), investiere ich grad wieder in die (schwarzen) Marvel-Comic-Sammelbände von Hachette. Mit Freuden nehme ich zur Kenntnis, dass diese Reihe offenbar ad infinitum fortgesetzt und mit relativ neuen Sachen, wie der Vision-Miniserie, Ms. Marvel, Miles Morales und dem neuen Secret-Wars-Ereignis aufgefüllt wird.

Fear Agent: Zu meinem Erstaunen gibt es offenbar einen vierten Band der großartigen Pulp-SF-Comicreihe Fear Agent, die ich nach dem recht endgültigen dritten Band abgeschlossen wähnte. Als es ihn kürzlich bei Comixology im Angebot gab, musste ich zuschlagen.

Perry Rhodan: Und schließlich rückt das große Jubiläum einer der letzten großen alten Heftromanserien immer näher. Seit September 1961 ist unverdrossen Woche für Woche ein neues Heft mit den Abenteuern des unsterblichen Weltraumhelden erschienen, in wenigen Tagen erscheint Band 3000. Auch wenn ich seit mindestens 800 Heften nicht mehr regelmäßiger Leser bin, bin ich durchaus gespannt. Mit Blick auf die Autorenliste werde ich vermutlich sogar schon mit Heft 2998 einsteigen und mindestens bis 3003 durchhalten. Kann man sich übrigens ganz bequem Woche für Woche aufs Kindle ziehen – wobei ich den 3000er selbst vermutlich in klassischer Printform haben muss.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Star Trek: Enterprise | Judith Vogt: Roma Nova | Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer | Hans Rosling: Factfulness | Steven Pinker: Gewalt | J.R.R. Tolkien: Der Fall von Gondolin | Eis und Dampf | Liu Cixin: Der dunkle Wald | Claudya Schmidt: Myre | Klaus N. Frick: Das Blutende Land | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph | Paolo Bagicalupi: Biokrieg | Michael Moorcock: Elric von Melniboné | Andreas Eschbach: Perry Rhodan | Torben Kuhlmann: Lindbergh | Torben Kuhlmann: Armstrong | Torben Kuhlmann: Edison | Rory Lucey: Jonesy | Walter Moers: Der Bücherdrache

Lesetagebuch: Spider-Men

Gerade ausgelesen

Justice League Dark: Puh, So langsam habe ich die geballte #New52-Ladung über. Wobei diese Superheldencomicserie aus besagter Ära zwischen 2011 und 2016 durchaus gelungen war. Gegen Ende wurde es jedoch zunehmend wirr und gigantomanisch. Die magiebegabten Helden um Zatana und John Constantine mussten nichts geringeres leisten, als das komplette Multiversum vor der Nicht-Existenz zu bewahren. Büschen doll vielleicht. Ich hatte mir ja vorgenommen, die wichtigsten New-52-Sachen nachzulesen. Ein paar habe ich noch vor der Brust – aber ein kleines Päuschen ist wohl langsam angebracht.

Weihnachten auf der Lindwurmfeste: Das war nett. In dem relativ dünnen Bändchen beschreibt Walter Moers die weihnachtsähnlichen Riten, Sitten und Gebräuche auf der zamonischen Lindwurmfeste. Darin lässt er seine aktuelle Lieblingsfigur Hildegunst von Mythenmetz in Briefform gewohnt wortspielerisch und einfallsreich die fantastischen und doch vertrauten Absurditäten der Festtage schildern. Wie gewohnt ist auch dieses Fantasy-Werk aus dem #Zamonien-Kosmos reich illustriert, erneut von Lydia Rode und dem Meister höchstselbst. Die quälende Wartezeit bis zum hoffentlich baldigen Erscheinen des Bücherdrachen wurde damit kurzweilig überbrückt. Die kleine Leseprobe am Ende des Bändchens facht die Vorfreude zusätzlich an.

Black Panther: Das erste Heft von Rise of the Black Panther gab’s unlängst für lau bei #ComiXology. Hier wird neu aufbereitet die Origin-Geschichte des aktuellen Königs von Wakanda in gewohnt hochwertiger Marvel-Comic-Qualität zum Besten gegeben, beginnend mit T’Challas Großvater und Vater. Ersterer trifft auf Captain America und zweiterer muss sich erstmals mit Ulysses Claw auseinandersetzen. Lesenswert!

Spider-Men: Und nun zu unserem Lieblings-Netzschwinger aus der Nachbarschaft – und allen seinen Inkarnationen und Spinnen-Freunden. Nachdem ich am Wochenende den großartigen Film Into the Spiderverse im Kino gesehen habe, ist meine Liebe zu Marvels Spinnenleuten neu entbrannt – allen voran Miles Morales, der wirklich eine großartig ausgearbeitete Figur ist. Aber auch Spider-Gwen, Spider-Woman und alle anderen im näheren und weiteren Umfeld sind fantastisch. Daher habe ich sowohl bei Spider-Men als auch Spider-Men 2 zugeschlagen und die beiden Miniserien in kürzester Zeit weggeatmet.

In beiden Serien treffen Peter Parker und Miles Morales aufeinander und müssen sich gemeinsam irgendwelchen Schurken stellen. Wobei diese Auseinandersetzung wie so oft nur Beiwerk ist. Tatsächlich geht es um die inneren Konflikte der beiden Hauptfiguren, ihre Verluste und den Versuch des älteren Peter, dem jüngeren Miles den ein oder anderen Verlust zu ersparen. Das Zusammenspiel der Charaktere ist die Hauptsache und weiß zu begeistern.

Die erste Miniserie spielt noch vor der Verschmelzung aller Universen im Zuge der Secret-Wars-Ereignisse. Peter gerät durch einen interdimensionalen Riss in das Ultimate-Universum und trifft erstmals mit Miles zusammen. Die Tatsache, dass der Peter Parker dieses Universums bereits verstorben ist, lässt unseren Original-Peter natürlich nicht kalt. Dennoch rauft er sich schnell mit seinem hiesigen Nachfolger zusammen und beide retten sie den Tag. Ganz am Ende bleibt die Frage offen, ob es denn auch in dem uns bekannten Original-Universum (oder Erde 616, wie der Fachmann sagt) einen Miles Morales gibt.

Diese Frage steht in Teil zwei im Mittelpunkt und wird von mir an dieser Stelle natürlich nicht gespoilert. Wir befinden uns mittlerweile in der Zeit nach der Verschmelzung beider Universen. Miles und Peter sind nun gemeinsam in derselben Welt unterwegs. Vielmehr kann ich dazu gar nicht sagen, ohne mein Versprechen, nicht zu spoilern zu brechen. Etwas verwirrt hat mich nur die Erkenntnis gegen Ende, dass es nun wohl doch wieder etliche Paralleluniversen gibt – obwohl ich die oben erwähnten Secret-Wars-Ereignisse immer so verstanden hatte, dass dies nun nicht mehr der Fall sei. Wie auch immer, beide Miniserien sind großartig und unbedingt empfehlenswert.

Aktueller Lesestoff

Lobo: Auch wenn ich oben schrob, dass ich DC erst einmal wieder über habe, gebe ich mir vor dem entsprechenden Päuschen schnell noch mal den Emo-Hipster-Lobo aus der New-52-Ära. Das war ja mit die kontroverseste Veränderung dieser Epoche, als der klassische 80er/90er Jahre Rockerpräsident einer vermeintlich modernen Inkarnation seiner selbst Platz machen musste. Tatsächlich beginnt die Serie sogar damit, dass der neue Lobo den alten abmurkst und zur Kopie erklärt, während er der einzig echte sei. Und natürlich ist auch er ein unverwüstlicher Weltraum-Kopfgeldjäger. Mal sehen, was da noch kommt.

Was als nächstes?

Alles von Spider-Man: Dank meiner oben angedeuteten neuentfachten Zuneigung zu Marvels Spinnenleuten erkläre ich hiermit 2019 zum Spider-Man-Jahr. Auch wenn ich mit Spider-Island, Spiderverse, einigen Einblicken in Leben und Wirken von Spider-Gwen und Miles Morales durchaus einige #Comics gelesen habe, gilt es noch eine ganze Menge Lücken zu füllen. Empfehlungen werden gern entgegengenommen.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Star Trek: Enterprise | Judith Vogt: Roma Nova | Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer | Hans Rosling: Factfulness | Steven Pinker: Gewalt | J.R.R. Tolkien: Der Fall von Gondolin | Eis und Dampf | Liu Cixin: Der dunkle Wald | Claudya Schmidt: Myre | Star Wars: Dr. Aphra | Klaus N. Frick: Das Blutende Land | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph | Terry Pratchett & Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bagicalupi: Biokrieg | Michael Moorcock: Elric von Melinboné | Andreas Eschbach: Perry Rhodan | Animal Man | Swamp Thing | Torben Kuhlmann: Lindbergh | Torben Kuhlmann: Armstrong | Torben Kuhlmann: Edison | Rory Lucey: Jonesy | Aether & Empire | Harry Potter und der Gefangene von Askaban | Walter Moers: Der Bücherdrache | Fantasyguide präsentiert: Scherben | Karl Gabels sämtliche Weltraumabenteuer

Lesetagebuch: Neues aus Zamonien

Es gibt unter anderem alte #Comics und Neues aus #Zamonien. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Werner: Als norddeutsches Kind der 80er bin ich natürlich Werner-Leser der ersten Stunde. Über die ersten Bände aus dem Semmel Verlach habe ich mich damals herrlichst beömmelt. Auch wenn dem guten Brösel eigentlich schon nach Band vier aufgrund des wachsenden Erfolgs die persönlichen Alltagsgeschichten als Vorlage ausgingen, blieb ich seinem Werk durchaus noch eine Weile treu. Irgendwann habe ich es dann aber doch aus den Augen verloren und war durchaus überrascht, als er dieses Jahr noch mal mit einem Rennen und einem neuen Buch an den Start ging. Werner – Wat Nu!? habe ich mit großer nostalgischer Freude allerdings ohne großer Erwartungen auf meinem Geburtstagsgabentisch vorgefunden. Und, nun ja, ohne den Nostalgie-Anteil funktioniert das alles nicht mehr so recht. Es wird viel Werbung für das Rennen gemacht (das nun wohl ein jährliches Motorsport- und Rockfestival werden soll), an alte Zeiten erinnert und mit dem fortgeschrittenen Alter des Zeichners und der Alter-Ego-Hauptfigur kokettiert.

Aktueller Lesestoff

Justice League Dark: Bei dieser Superheldencomicserie aus dem Hause DC liege ich in den letzten Zügen – beziehungsweise stecke ich im letzten Sammelband. Ich bleibe bei meinem Urteil, dass diese Serie zum Besten der #New52-Ära zählt. Der mystisch-magische Teil des DC-Universums und die dazugehörigen Heldinnen und Helden von Zatana und John Constantine bis zu Frankensteins Monster sind sehr einfallsreich und spannend. Gegen Ende wird die Handlung zwar arg gigantomanisch abstrus, bleibt jedoch hervorragend erzählt und gezeichnet. Bin gespannt, wie es ausgeht – und ob der rote Faden noch mal zur serienübergreifenden Meta-Handlung dieser Epoche zurückkehrt.

Scherben: Sehr lesenswerte Fantastik-Anthologie aus der Reihe Fantasyguide präsentiert. Zugelegt habe ich sie mir eigentlich nur wegen der enthaltenen Geschichte vom Wortwerken. Aber schon die ersten Storys haben mir ausnehmend gut gefallen. Los geht’s mit einer klassischen Fantasygeschichte mit gelungenem Zeitreisetwist. Und selbst die beiden folgenden unvermeidlichen Dystopien sind sehr kurzweilig. Unbedingte Leseempfehlung!

Karl Gabel: Ihr kennt Karl Gabel nicht? Ging mir bis vor kurzem auch so. Seit mir aber der großartige Herr R Punkt Karl Gabels sämtliche Weltraumabenteuer zum Geschenk machte, kann ich diese Wissenslücke endlich schließen. Der Band enthält klassische #ScienceFiction-Strips aus der DDR der 80er Jahre. Großartiges Zeug, das humortechnisch zwar eher in den 50ern zu stecken scheint (leider inklusive gepflegtem Herrenwitz), wissenschaftlich aber erstaunlich akkurat daherkommt – zumindest, was Schwerelosigkeit und Bewegung in derselben angeht.

Weihnachten auf der Lindwurmfeste: Endlich wieder nach Zamonien! Ehe im nächsten Jahr wieder ein richtiger Buchhaim-Roman an den Start geht (siehe unten), erfreut uns Walter Moers mit dem kurzen aber reich illustrierten Briefwechsel des zamonischen Großschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz zum Thema Weihnachten – beziehungsweise Hamoulimepp, wie es auf der Lindwurmfeste heißt. Gewohnt amüsant werden zamonisch überdreht weihnachtliche Bräuche auseinandergenommen – unser guter Hildegunst schätzt dieses Fest nämlich nicht sonderlich. Erneut stammen die wunderbaren Illustrationen nicht nur von Moers selbst sondern auch von Lydia Rode.

Was als nächstes?

Spider-Men: Entgegen meiner letztmaligen Anmerkung habe ich mir nun doch den kompletten Sammelband der Spider-Men-Miniserie zugelegt, in dem Peter Parker erstmals auf Miles Morales trifft. Und obendrauf gab es gleich noch die zweite Runde dieser Zusammenkunft. Ein #ComiXology-Sale machte es mal wieder möglich.

Black Panther: Für lau gab es sogar das erste Heft der Reihe Rise of the Black Panther. Bin gespannt.

Der Bücherdrache: Und auf diesen lang ersehnten neuen Buchhaim-Roman lässt Walter Moers uns ja schon länger warten – bis Ende März müssen wir noch. Kann es kaum erwarten.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Star Trek: Enterprise | Judith Vogt: Roma Nova | Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer | Hans Rosling: Factfulness | Steven Pinker: Gewalt | J.R.R. Tolkien: Der Fall von Gondolin | Eis und Dampf | Liu Cixin: Der dunkle Wald | Claudya Schmidt: Myre | Star Wars: Dr. Aphra | Klaus N. Frick: Das Blutende Land | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph | Terry Pratchett & Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bagicalupi: Biokrieg | Michael Moorcock: Elric von Melinboné | Andreas Eschbach: Perry Rhodan | Animal Man | Swamp Thing | Lobo | Torben Kuhlmann: Lindbergh | Torben Kuhlmann: Armstrong | Torben Kuhlmann: Edison | Rory Lucey: Jonesy | Aether & Empire | Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Lesetagebuch: ein Tablet voller Comics

Das ist dem Fortschritt bei den Dingen, die man aktuell so auf Kindle, Tablet und Nachttisch hat, natürlich nicht sonderlich förderlich. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Valerian: Diesen frankobelgischen Bildergeschichten-SF-Klassiker kannte ich bislang nur dem Namen nach. Schon lange umkreise ich in den einschlägigen Fachgeschäften die entsprechende Komplettausgabe, konnte mich – auch angesichts des stolzen Preises – aber nie zum Erwerb überwinden. Nachdem mir die Verfilmung durchaus gut gefallen hat, wurden die Kreise schon enger. Als es kürzlich bei Comixology eines der Alben für lau gab, schlug ich ohne Zögern zu. Valerian und die Stadt der tosenden Wasser hat mir ziemlich gut gefallen – überraschte mich allerdings damit, meine Erwartungen so gar nicht zu erfüllen. Seelisch war ich auf eine bombastische Space-Opera eingestellt – bekam aber einem Zeitreise-Thriller, in dem der Held aus ferner Zukunft einen diktatorischen Schurken in eine postapokaliptische Ära kurz nach unserer Gegenwart verfolgt. Die Story war dadurch nicht minder spannend und großartig. Zumal diese nahe Zukunft aus Sicht des Autors aus meiner aktuellen Leser-Sicht bereits in der Vergangenheit liegt. Haupt-Handlungsort ist nämlich das überflutete New York Ende des 20. Jahrhunderts. Charaktere, Zeichnungen und das gesamte SF-Szenario haben mir dabei so gut gefallen, dass besagte Kreise nun nochmals enger geworden sind.

Saga: Ein kleiner Lesemarathon hat mich bei diesem großartigen Space-Fantasy-Werk aus dem Hause Image endlich wieder auf Stand gebracht. Bis an das dramatische Ende des neunten Sammelbandes bin ich somit vorgedrungen und wie ich kürzlich gelesen habe wird die Geschichte nach Volume 10 wohl vorerst ihren Abschluss finden. Leserschaft und Kritik überschlagen sich ja bekanntermaßen mit ihrem Lob – und ich kann mich dem nur anschließen. Das ist ein ganz großartiges Stück Weltraum-Fantasy, das das Zeug zum zeitlosen Klassiker hat.

Attack on Titan: Mangas lasse ich viel zu oft links liegen. Nicht erst seit meiner Blame! Lektüre weiß ich, welche Perlen ich mir dadurch vorenthalte. Nun schwärmte man im Paperback-Podcast unlängst von ganzem Herzen von dieser Riesen-Zombie-Kiste, weswegen ich mir bei Comixology einfach mal eine umsonstene Attack on Titan Anthologie runtergeladen habe. Ohne das Universum und das ganze drumherum zu kennen, konnte ich ehrlich gesagt nur wenig damit anfangen – zumal ich den Zombie-Aspekt des Ganzen schon lange über habe. Dennoch: Irgendwie hat das was und irgendwann werde ich mich da mal um einen brauchbaren Einstieg bemühen.

Teemännchen: Eigentlich höre ich ja keine Hörbücher. Bei Heinz Strunk mache ich aber gern mal eine Ausnahme. Ähnlich wie bei Helge Schneider, müssen seine Texte eigentlich zwingend vom Autoren vorgelesen werden, um sich voll entfalten zu können. Also konsumierte ich die Kurzgeschichtensammlung “Das Teemännchen” ausnahmsweise mal akustisch. Die teils absurden, teils gnadenlos realistischen Alltagsepisoden schwanken zwischen so lala und grandios. Oftmals zündet der vertraute Strunk-Humor und provoziert vom Schmunzeln bis schallendem Lachen so manche humoristische Gefühlsregung. Wie so oft bei Strunk geht es fast in jeder Geschichte um das Scheitern – und immer häufiger um das Älterwerden. Genau mein Thema also.

Fear Agent: Was für ein großartiges Stück Pulp-Science-Fiction! Auf Empfehlung der 3 Frauen N Comics habe ich mir diese abgeschlossene Comic-Serie gegönnt und es keinen Augenblick lang bereut. In bester Flash-Gordon-Manier düst der Held in seiner rasenden Rakete durchs All und räumt mit Strahlenpistole und Düsenrucksack unter fiesen Aliens auf. Hinter dieser munteren Groschenroman-Fassade verbirgt sich aber eine durchaus dramatische Metahandlung und Charakterentwicklung. Diverse Zeitreisen und verborgene Schurkenpläne würzen das alles nochmals mit Spannung, Action und Einfallsreichtum. Äh, Moment mal, da soll es noch einen vierten Sammelband zu geben? Nach den drei ersten war das Ende doch relativ endgültig. Ich bin gespannt.

Entenhausen Edition: Juhu! Ausgabe 52 der Carl-Barks-Komplett-Edition beantwortet endlich die quälende Frage, wie komplett sie tatsächlich ausfallen wird. Bis dato hatte ich nämlich befürchtet, dass man hier “nur” die kürzeren Episoden aus der Feder des Großmeisters finden wird und nicht die albenfüllenden längeren Geschichten. Diese Sorge war völlig unberechtigt, denn Band 52 enthält erstmals eine einzige längere Geschichte – und zwar eine ganz frühe, in der Donald und seine Neffen es mit keinem Geringeren als Kater Karlo zu tun kriegen. Sehr amüsant! Sehr lesenswert!

Battlestar Galactica: Nachdem ich unlängst (mit 15-jähriger Verspätung) die beste Science-Fiction-Serie aller Zeiten zu Ende geschaut hatte, musste ich mit gewissen Entzugserscheinungen umgehen. Auf meiner Suche nach BSG-Nachschub stieß ich auf eine abgeschlossene BSG-Comicreihe, die ungefähr in der Mitte der zweiten Staffel angesiedelt ist, sowie auf eine Steampunk-Variation, die allerdings mehr auf der klassischen Serie basiert – durchaus aber Elemente des Reboots enthält. Beide sind zwar nur mittelmäßig gezeichnet, überraschen aber mit durchaus spannenden oder wenigstens amüsanten Geschichten. So stößt die Flotte der Galactica in der erstgenannten Serie unter anderem auf eine Flotte “alter” Zylonen, die den Menschen noch treu sind. Sehr spannend.

Justice League: Das Hauptteam des DC-Superheldenuniversums bekam in der New-52-Ära natürlich auch die wichtigste Serie dieser Phase verpasst. So wirkt sie auch wie der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Metahandlung aller Serien dieser Ära, die auf alles Bezug nimmt und die ganz große kosmische Geschichte des DC-Universums erzählt. Hier treffen die Haupthelden der Justice League auf ihre bösen Pendants aus der Parallelwelt Erde Drei und hier müssen sie sich mit Darkseid persönlich auseinandersetzen. Erwartungsgemäß zählt diese Serie auch zu meinen bisherigen Favoriten.

Harry Potter: Auch die Kammer des Schreckens hat mir erwartungsgemäß sehr gut gefallen. Obwohl ich die Handlung von den Filmen her bereits kenne, wissen mich die Bücher, die ich hiermit erstmals lese, zu begeistern. Macht auch Spaß, die kleinen Details zu entdecken, in denen sie sich von den Filmen unterscheiden. Dobbys Socke zum Beispiel.

Starlight: Dieses Schmuckstück der Neunten Kunst lag schon länger auf meiner Comixology-Wunschliste. Wie so oft war es einer der regelmäßigen Sales, der mich endlich hat zuschlagen lassen. Ähnlich wie Fear Agent und ein bisschen auch wie Saga (siehe oben) wird hier das Pulp-SF-Thema aufgegriffen – und das mag ich ja besonders gerne. In diesem Fall ist der Clou aber, dass die Buck-Rogers-Inkarnation bereits in die Jahre gekommen ist und seinen Lebensabend auf der Erde verbringt – wo man ihm seine Abenteuergeschichten nicht mehr so recht glauben will. Es kommt dann aber wie es kommen muss: Eines Tages landet eine Rakete in seinem Garten mit einem Jungen an Bord, der den Helden aus alten Tagen um Hilfe bittet, seinen Heimatplaneten zu retten. Selbstredend zwängt sich unser Held ein letztes Mal in seinen Raumanzug und tritt ein paar Hintern. Großartig!

Spider-Men: Nachdem ein gewisser Comic-Podcast mein Interesse an dieser Miniserie geweckt hat, in der – lange vor dem Spider-Verse und Secret Wars – die beiden Spider-Men Peter Parker und Miles Morales aufeinandertreffen, habe ich das erste Heft mit durchaus großem Genuss gelesen. Darin verschlägt es Peter Parker in das damals noch existierende Ultimate-Universum, in dem sein Pendant bereits gestorben ist und die Rolle des Spider-Man an Miles Morales weitergegangen ist. Durchaus gelungen – aber ich habe mich noch nicht dazu durchringen können, die Miniserie weiterzulesen – beziehungsweise mir den Sammelband zuzulegen.

Injustice: Ich mag die DC-Superheldencomics ja am liebsten, wenn sie ihre eingetretenen Pfade verlassen und in Elseworld-Geschichten die Dinge etwas anders und konsequenter erzählen. Als mein liebstes Beispiel nenne ich da gern Red Son beziehungsweise Genosse Superman, worin der kleine Kal-El halt nicht in Kansas sondern irgendwo in der sowjetischen Ukraine gelandet ist – mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Direkt danach kommt aber schon Injustice – Gods Among Us, das eigentlich auf einem Videospiel basiert und von der Grundidee ausgeht, dass Superman – nachdem der Joker seine schwangere Frau Lois getötet und Metropolis genuked hat – die Faxen dicke hat und kurzerhand die Weltherrschaft übernimmt. Die Idee ist dabei nicht neu. Erstmals habe ich sie in einer Folge der Animated-Superman-Serie umgesetzt gesehen. Hier wird sie aber in mehreren “Staffeln” konsequenz zu Ende gedacht. Das Ganze ist in “Jahre” unterteilt und ich habe gerade Year Five ausgelesen, in dem der endgültige Showdown zwischen Supermans Regime und Batmans Resistance ansteht. Nachdem weder das Green Lantern Corps, Magie oder gar die Götter in der Lage waren, Superman zu stürzen, sollen es nun Parallelwelten richten.

Black Bolt: Aber mein Lieblings-Superhelden-Kosmos ist und bleibt einfach Marvel. Irgendwo habe ich mal den vermutlich uralten Satz gelesen, dass es bei DC um Superhelden geht, die versuchen Menschen zu sein – während es bei Marvel um Menschen geht, die versuchen Superhelden zu sein. Ich mag den Satz und finde ihn in dieser unglaublich großartigen Miniserie um den (einstigen) König der Inhumans Black Bolt erneut eindrucksvoll bestätigt. Aus der Not heraus, erklären zu müssen, warum der übermächtige Herrscher der Inhumans nicht vor Ort war, als der böse Captain America (was macht der eigentlich mittlerweile?) sein Schreckensregime in Secret Empire errichtete (und wieder verlor), steckten die Autoren ihn kurzerhand in ein kosmisches Gefängnis, dem er im Verlauf dieser Serie mühselig entfliehen musste. Dabei wird er – eines Großteils seiner Kräfte beraubt – erzählerisch auf seinen menschlichen Kern reduziert und muss sich vor allem mit inneren Dämonen herumschlagen. Geradezu großartig aber sein erzwungenes Teamup mit dem Superschurken Absorbing Man, der hier eine Charaktertiefe erhält, die so Manchem Helden in Jahrzehnten seiner Existenz nicht zugestanden wird. Und genau das macht dann doch Marvel aus. Ganz große Erzählkunst. Das Ganze ist verbunden mit einem hervorragenden teils experimentellem Zeichenstil. Alles in allem eine der besten Marvel-Miniserien überhaupt.

Aktueller Lesestoff

Justice League Dark: Den New52-Run aus dem Hause DC mag ich wie gesagt ganz gern. Aktuell hole ich die mystische Serie um die Justice League Dark aus dieser Ära nach. In diesem Team und dieser Serie versammelt sich der magisch-mystische Teil des DC-Superhelden-Kosmos’ von Zatana über Deadman bis John Constantine. Das ist für sich allein genommen schon sehr spannend, man merkt aber schon ab dem ersten Panel, dass sich DC mit dieser Serie besondere Mühe gegeben hat. Zudem ist die Metahandlung an vielen Stellen eng mit den Geschehnissen um die original Justice League (siehe oben) verknüpft, was auch diese Serie in den Kern der gesamten DC-Ära rückt. Die Geschichten funktionieren jedoch auch perfekt alleine und machen deutlich, wie reich die magische Welt bei DC gestaltet ist. Die Zeichnungen sind zudem hervorragend und allen Charakteren wird ein angemessener interessanter Hintergrund verpasst. Selbst Figuren, von denen ich zuvor nie gehört hatte, wirken von Beginn an spannend und vielschichtig. Ein weiteres Highlight der New52-Kiste.

Harry Potter: Hier ist nun der Gefangene von Askaban an der Reihe. Ich bin noch ganz am Anfang, macht aber schon viel Spaß.

Scherben: Fantastische Kurzgeschichten lese ich hin und wieder sehr gern. Auch wenn ich eine daraus schon kenne, führe ich mir jetzt mit großer Vorfreude diese Anthologie aus der Reihe Fantasyguide präsentiert zu Gemüte.

Was als nächstes?

Elric von Melniboné: Ich glaube, ich habe vor etlichen Jahrzehnten mal in die ein oder andere Taschenbuchausgabe dieses Klassikers von Michael Moorcock reingeschaut. Viel hängengeblieben ist bei mir da aber nicht. In letzter Zeit stoße ich immer mal wieder auf Anspielungen auf diesen ikonischen Helden, was mich dazu drängt, die Erinnerung wieder aufzufrischen.

Torben Kuhlmann: Die Bilderbücher dieses Herrn umkreise ich bei Buchladenbesuchen schon länger. Mittlerweile sind es dero drei und in allen geht es um Mäuse, die reale Abenteuerreisen der Menschheit nachempfinden. In Lindbergh baut sich eine Maus ein Flugzeug, in Armstrong ist es eine Mondrakete und in Edison geht es auf Tauchfahrt. Die Geschichten sind stets hervorragend gezeichnet und scheinen ihren jeweiligen Gegenstand mit großer wissenschaftlicher Akkuratesse anzugehen – bleiben dabei aber sehr kindgerecht. Oh … und Maulwurfstadt sieht auch ganz wunderbar aus. Genau das richtige für mich, äh, ich meine für Töchterlein. Ich denke, ich habe da gerade eine Geschenkidee.

New 52: Hier muss es natürlich weitergehen. 2011 hieß es ja, dass Animal Man die beste Serie dieser Ära sei. Der erste Sammelband hatte mir damals auch sehr gut gefallen – nun ist endlich der komplette Run dran. Dann darf natürlich Swamp Thing nicht fehlen. Und aus einer Laune heraus habe ich mir auch mal die kurze Lobo-Serie aus dieser Zeit aufs Tablet gezogen. Ich werde berichten.

Perry Rhodan: Nächstes Jahr steht bekanntlich der Jubiband 3000 an. Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich da mal wieder in die größte Science-Fiction-Serie der Welt reinlesen werde. Der nun angekündigte außer der Reihe erscheinende Extra-Roman von Andreas Eschbach, der der Serie ja schon immer freundschaftlich verbunden war, scheint mir auch einen Blick wert zu sein. Ganz früher mochte ich den Eschbach nämlich auch mal ganz gerne.

Jonesy: Gerade trudelt eine weitere Empfehlung aus einem Podcast herein. Drei Frauen n Comics empfiehlt unter anderem diese Bildergeschichte, die den ersten Alien-Film aus Sicht der Katze Jonesy erzählt. Großartige Idee und offenbar auch großartig umgesetzt.

Dampfraumschiffe: Ebenfalls stets “gefährlich” ist ein Blick auf die aktuellen Comixology-Sales. Hier verleitete mich just unter anderem das Steampunk-Werk Aether & Empire zum kostenpflichtigen Klick. Ich bin mit diesem Genre trotz grundsätzlichen Interesses ja noch nie so warm geworden. Mal schauen, was das hier wird.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Star Trek: Enterprise | Judith Vogt: Roma Nova | Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer | Hans Rosling: Factfulness | Steven Pinker: Gewalt | J.R.R. Tolkien: Der Fall von Gondolin | Eis und Dampf | Liu Cixin: Der dunkle Wald | Walter Moers: Weihnachten auf der Lindwurmfeste | Claudya Schmidt: Myre | Star Wars: Dr. Aphra | Klaus N. Frick: Das Blutende Land | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph | Terry Pratchett & Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bagicalupi: Biokrieg

Lesetagebuch: drei Supermen, zwei Spider-Men

Gerade ausgelesen

Action Comics: Ihr hattet natürlich alle Recht. Die New52-Superman-Serie war gelinde gesagt durchwachsen. Dabei fand ich den Anfang mit dem jungen Superman, der gerade nach Metropolis gekommen ist, noch sehr gelungen. Nachher schien es mir aber nur noch eine Hilfsserie für die großen Plots der anderen New52-Serien zu sein. Dabei stecken durchaus immer mal wieder interessante Einzelideen drin. Aber das Hauptproblem bleibt: Es vermittelt nicht den Eindruck, eine eigenständige Serie mit exklusiver Handlung zu sein, wie das bei Batman und Wonder Woman in dieser Ära der Fall war. Den Ausblick auf die Rebirth-Ära mit den drei Supermen (ein “normaler”, ein leuchtender und einer mit Kind) fand ich übrigens ziemlich abschreckend. Das werde ich mit ziemlicher Sicherheit nie lesen.

Aktueller Lesestoff

Dr. Aphra: Auch der zweite Comic-Sammelband über die leicht schurkische Archäologin aus dem Star-Wars-Universum wusste zu begeistern. Nicht nur, weil ihr ehemaliger Boss Darth Vader einen kurzen Auftritt hat. Neben den witzigen und spannenden Geschichten begeistern auch die naturgemäßen Ausflüge in die ferne Vergangenheit (Archäologie halt), die nun ja allesamt kanonisch sind – wie alle Comics der Disney-Ära.

Das Blutende Land: In Klaus N. Fricks Fantsy-Debüt (?) wissen mich die Charaktere weiterhin nicht sonderlich zu begeistern. Dennoch lesen sich die ersten Kapitel ganz gut weg. Es entwickelt sich eine Handlung in einer klassischen Fantasywelt, in der die Magie anscheinend nur noch schwach vorhanden und fast vergessen ist. In den Randprovinzen eines größeren Reiches scheint es aber noch stärkere Magie zu geben – oder immerhin die Möglichkeit, diese zu wecken. Besagtes Reich geht offenbar mit Plänen schwanger, diese Ressourcen für sich zu reaktivieren. Wenn das mal gutgeht.

Hieroglyph: Die zweite Geschichte dieser Positiv-Utopien-Anthologie hat mir etwas weniger gefallen. Es ging um die Entwicklung eines Wirkstoffes, der die menschlichen Lernfähigkeiten enorm erhöht. An sich ein interessantes transhumanistisches Thema – in seiner erzählerischen Aufbereitung kam es mir aber etwas zu hippiehaft-naiv daher.

Harry Potter: In meinem Harry-Potter-Jubiläums-Firstread schmökere ich mich in ungebrochener Begeisterung durch die Kammer des Schreckens. Gerade sind Harrys Armknochen wieder nachgewachsen und sie brauen in Myrtes Toilette den Vielsafttrank zusammen. Herrlich!

Biokrieg: Die Welt, die sich in diesem gelungenen Dystopie-Roman entfaltet, wird immer spannender und interessanter. Gerade tauchte der erste künstlich erzeugte Mensch auf (offenbar die Dame vom Cover). Doch, das ganze ist sehr einfallsreich und durchdacht.

Der Lange Kosmos: Diese Romanreihe über die Lange Erde lebt in meinen Augen fast ausschließlich von ihrem gelungenen Weltenbau. Die Handlung dieses fünften und wohl letzten Romans ist erneut nachrangig und schnell erzählt: Auf allen Parallelerden geht ein Funkspruch ein, der offenbar aus Richtung Milchstraßenzentrum kommt und eine Einladung bislang unbekannter Außerirdischer darstellt. Die diversen Protagonisten sind gerade dabei zu klären, wie sie auf diesen Ruf reagieren wollen. Das eigentlich spannende sind aber wieder die einfallsreichen Örtlichkeiten wie der Backsteinmond oder die fremdartige Flora und Fauna der entfernteren Parallelerden.

Was als nächstes?

Valerian: In diesen frankobelgischen SF-Comic-Klassiker wollte ich ja längst reingelesen haben. Zumal ich die Verfilmung gar nicht so schlecht fand. Mit Freuden habe ich nun gesehen, dass es den ersten (?) Band The City of Shifting Waters bei Comixology für lau gab.

Saga: Bei diesem großartigen Fantasy-Epos bin ich auch schon wieder drei Sammelbände im Rückstand. Höchste Zeit, das aufzuholen.

Myre: Und dann höre ich ja gerade eine Menge Podcasts, die mir allesamt neuen Lesestoff ans Herz legen. Angefangen mit 3 Frauen n Comics, die mir die – bislang zweiteilige – Comicalbenreihe Myre aus der Feder von Claudya Schmidt schmackhaft gemacht haben. Wie angepriesen wirken auf den ersten Blick allein die Zeichnungen enorm beeindruckend.

Fear Agent: Derselbe Podcast empfiehlt Fear Agent, eine offenbar abgeschlossene Comicreihe über einen etwas raueren Pulp-Weltraumhelden. Ist bei Comixology auch grad leicht reduziert zu haben. Verlockend.

Spider-Men: Und die Jungs vom Paberback Podcast machen einem die Zähne in Sachen Spider-Men lang. Darin wird wohl recht gekonnt erzählt, wie der 616-Spider-Man Peter Parker erstmals auf den Ultimate-Spider-Man Miles Morales trifft – und zwar noch vor den Ereignissen der Secret Wars. Zum Glück konnte ich da Heft 1 gerade für lau bei Comixology ergattern.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Justice League | Justice League Dark | Star Trek: Enterprise | Judith Vogt: Roma Nova | Tommy Krappweis: Mara und der Feuerbringer | Fantasyguide präsentiert: Scherben | Hans Rosling: Factfulness | Steven Pinker: Gewalt | Heinz Strunk: Das Teemännchen | J.R.R. Tolkien: Der Fall von Gondolin | Black Bolt | Eis und Dampf | Liu Cixin: Der dunkle Wald | Walter Moers: Weihnachten auf der Lindwurmfeste

Lesetagebuch: zwischen Entenhausen und Rom

Gerade ausgelesen

Superheldinnen und Prinzen: Töchterlein hat mir einen ihrer #Comics ausgeliehen. Batgirl: Willkommen in Burnside stammt meines Wissens noch aus der #New52-Ära, stellt aber einen weiteren kleinen Neustart für diesen Charakter dar. Barbara Gordon zieht nämlich zu Beginn der Story in ein hippes Studentenviertel von Gotham, um sich dort neuen Herausforderungen zu stellen – sowohl in ihrem “echten” Leben als Studentin als auch als Superheldin. Als letztere muss sie sich gleich ein neues Kostüm besorgen, da ihr altes Zeugs komplett verbrannt ist. Die Geschichte ist sehr erfrischend, spannend und auch rund, da sich am Schluss alles recht clever zusammenfügt und einen schön abgeschlossenen Band ergibt. Letzteres gilt für Spider-Gwen: Dunkle Bestimmung nicht ganz. Der Sammelband ist der fünfte und letzte einer Reihe, die die Hintergründe der Gwen Stacy aus der Parallelwelt Erde 65 beleuchtet. Aber auch für sich genommen macht der Band durchaus Spaß, da Erde 65 mit ihrem leicht verdrehten Personal (unter anderem ist Matt Murdock hier der Kingpin) ein interessanter Ort ist. Den Rückflug hat er mir jedenfalls angenehm verkürzen können. Für den Hinflug hat das Inhumans: Erben der Macht übernommen. Der abgeschlossene Band beleuchtet die Jugendzeit der Inhuman-Prinzen Black Bolt und Maximus und gibt den Inhumans erneut etwas Historie und Tiefe.

futu.re: Endlich geschafft! Ich habe das dystopische Machwerk bezwungen und es hat mir nicht so gut gefallen.

Reiten wir! Riesig gefallen hat mir hingegen diese Anthologie mit Western-Geschichten aus dem Karl-May-Universum, das mir damit überhaupt erstmals näher gebracht wurde. Auf meine alten Tage habe ich sogar den Entschluss gefasst, mir endlich den ein oder anderen Originaltext zu Gemüte zu führen.

Liebesgrüße aus Neuschwabenland: Man könnte dieser formidablen Parodie auf gewisse Verschwörungstheorien natürlich ankreiden, im Grunde nur eine – durchaus muntere – Kurzgeschichte zu enthalten, die mit den Bürotweets des Autors aufgefüllt wurde. Allerdings sind diese Tweets sehr lustig. Auch Teil 2 von Alex Jahnkes Neuschwabenland-Saga hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Harry Potter: Wie hier und da schon einmal angemerkt, hole ich mit 20 Jahren Verspätung die Lektüre der ursprünglichen Wizarding-World-Romane von J.K. Rowling nach. Harry Potter und der Stein der Weisen habe ich in Rekordzeit verschlungen und bin schwer begeistert.

Entenhausen: Zum einen habe ich die Bände 50 und 51 der Carl-Barks-Komplettreihe Entenhausen Edition gelesen – und bin erneut hoch erfreut, dass ich etliche #Entenhausen-Geschichten des Großmeisters noch gar nicht kannte. Zum anderen habe ich mit großer Begeisterung einen Komplettband der formidablen Serie Onkel Dagobert, sein Leben, seine Milliarden von Don Rosa entdeckt, erworben und weggeatmet. Ich weiß gar nicht, ob Rosa unter Donaldisten eher umstritten oder geschätzt wird – ich jedenfalls halte ihn für einen würdigen Barks-Nachfolger und mag seine Forterzählungen des Originalwerks sehr.

Star Trek: Mehr aus Zufall bin ich kürzlich über die großartige #StarTrek-Comic-Anthologie Waypoint gestolpert. Darin enthalten ist eine Handvoll sehr einfallsreicher abgeschlossener Geschichten aus allen Epochen des Star-Trek-Universums (außer Discovery und Kelvin). Gleich die erste Geschichte zeigt uns eine zukünftige Enterprise E unter Captain Geordi La Forge mit einer (Brücken-) Mannschaft aus lauter Data-Hologrammen. Selbiger hat sich nämlich vor einer Weile in den Bordcomputer hochgeladen und IST jetzt quasi die Enterprise. Großartige Idee und großartige Geschichte. Von dem Szenario hätte ich gern mehr erfahren – was für einige der Geschichten gilt.

Aktueller Lesestoff

Action Comics: Diese Superman-Serie aus der New52-Ära ist spätestens ab dem dritten Sammelband reichlich durchwachsen. Durchaus gute abgeschlossene Einzelgeschichten wechseln sich mit Fragmenten größerer Handlungsbögen ab, die offenbar Hauptsächlich in anderen Serien stattfinden. Da immer wieder der Fokus auf Kal-Els Jugend und Origin gerichtet wird, macht mir die Serie im Großen und Ganzen aber schon Freude.

Dr. Aphra: Diese Dame und ihre Entourage stellen einen der besten Einfälle in den #StarWars-Comics seit der Disney-Übernahme dar. Die leicht schurkisch angehauchte Archäologin begann ihre Karriere als Sidekick von niemand geringerem als Darth Vader. Als dieser schließlich die Nase voll von ihr hatte, schmiss er sie am Ende seiner Serie kurzerhand aus der Luftschleuse. Aphra hat dergleichen zum Glück vorhergesehen, entsprechende Vorkehrungen getroffen und macht nun in ihrer eigenen Serie die weit entfernte Galaxis unsicher. Wir befinden uns in der Ära zwischen Episode IV und V und für eine clevere Archäologin mit gesundem Sinn für den eigenen Vorteil ergeben sich eine Menge Möglichkeiten. Vor allem wenn man einen Wookie-Kopfgeldjäger und zwei wahnsinnige Killer-Droiden an seiner Seite hat.

Das Blutende Land: Klaus N. Frick, seines Zeichens #PerryRhodan-Chefredakteur ist ein unheimlich netter Kerl und fähiger Redakteur. Aber kann er auch Romane schreiben? #Fantasy-Romane gar? Mit Das Blutende Land hat er sich daran versucht und ich teste seine Bemühungen gerade. Handwerklich ist das ganze schon mal – erwartungsgemäß – einwandfrei. Es entwickelt sich eine recht klassische Fantasy-Geschichte mit einem heraufziehenden Krieg und halb verborgener Magie. Die Protagonisten, die in den ersten Kapiteln vorgestellt werden, wirken mir zu Beginn noch etwas blass und es mag mich noch nicht so recht packen. Aber es nimmt langsam Fahrt auf. Mal sehen, was noch kommt.

Hieroglyph: Da ich die ewigen Dystopien langsam ein wenig über habe, folgte ich dem Rat des guten Myrkvid und besorgte mir die Anthologie Hieroglyph – Stories and Visions for a Better Future. Die erste Geschichte hat mir gleich sehr gut gefallen. Niemand geringeres als Neal Stephenson beschreibt darin den Bau eines 20 km hohen Turmes im Süden der USA. So einen hätte ich gern.

Harry Potter: Natürlich ging es nach dem Stein der Weisen nahtlos weiter. Mit ungebrochener Begeisterung schmökere ich mich nun durch Die Kammer des Schreckens. Trotz Kenntnis der Filme sind die Bücher ein großer Gewinn, gehen sie doch in vielen Details in interessante Tiefen – und machen deutlich, dass einige Dinge in Wirklichkeit doch ein wenig anders gelaufen sind. Wobei ich auch feststelle, dass die Verfilmungen sehr akkurat und genial sind.

Biokrieg: Dieses ebenfalls leicht dystopische Werk hat mir dereinst der Lesezwinger ans Herz gelegt. Auch wenn ich dieses Subgenre wie gesagt langsam nicht mehr so mag, ist Biokrieg von Paolo Bagicalupi sehr gut und spannend geschrieben. Das Ganze spielt dabei in Thailand und gibt aus meiner unwissenden Warte die beschriebenen Kulturen recht akkurat wider. Ohnehin scheint mir das alles auf sehr guter – auch wissenschaftlicher – Recherche zu basieren. Im Groben geht es wohl um eine Zukunft, in der die Ernährung der Menschheit dank fieser Pflanzen-Krankheiten nicht mehr allzu sicher gewährleistet ist und die Hoffnung auf der Gentechnik ruht, Nutzpflanzen zu produzieren, die verlässlich Kalorien liefern können. Ohnehin stecken ein paar gute Hard-SF-Ideen in der Geschichte. Doch, gefällt mir bislang ziemlich gut.

Der Lange Kosmos: Auch das Parallelwelt-Epos von Terry Pratchett und Stephen Baxter geht nun in seine letzte Runde. Ich hab die Lange-Erde-Bücher allesamt sehr gern gelesen. Gar nicht mal wegen der jeweiligen Handlung, die ich fast komplett wieder vergessen habe. Vielmehr hat mir die Lange Erde selbst als Welt und Ort enorm gefallen. Das haben die beiden echt gut ausgearbeitet und beschrieben.

Was als nächstes?

Roma Nova: Römer im Weltraum? Immer her damit! Wollte eh schon längst mal was von Judith Vogt lesen.

Mara und der Feuerbringer: Dass der Tommy Krappweis auch schreiben kann, heißt es ja schon länger. Dank der oben beschriebenen Western-Anthologie hab ich nun auch eine Ahnung davon, dass entsprechende Gerüchte wahr sein könnten. Sein Fantasy-Erstling (?) landet daher alsbald auf meinem Kindle.

Scherben: Die beste Geschichte dieser Anthologie aus der Reihe Fantasyguide präsentiert kenne ich zwar schon – dennoch werde ich sie mir zeitnah zulegen.

Kulturoptimismus: Ein, zwei mal hatte ich hier und da angedeutet, dass mir der ewige Kulturpessimismus ganz schön auf den Zeiger geht. Ich wollte schon längst mal einen entsprechenden Rant von mir gegeben haben – bräuchte da aber mal etwas Recherchebackground. Gewalt von Steven Pinker und Factfulness von Hans Rosling könnten mir da eventuell gute Dienste leisten.

Der Fall von Gondolin: Nach den Kindern Hurins und Beren und Luthien kommt nun schließlich Der Fall von Gondolin noch mal als eigenständiges Buch heraus. Das entsprach durchaus den Planungen von Meister #Tolkien, der immer vorhatte, diese drei Geschichten in Romane zu gießen. Bei den Kindern Hurins hatten Sohn und Enkel den – wie ich finde erfolgreichen – Versuch unternommen, aus den vorhandenen Notizen einen stimmigen Fließtext zu produzieren. Beren und Luthien hingegen war “nur” eine komplette Editionsgeschichte der existierenden Originalfragmente, die man bereits aus Silmarillion, Vergessene Geschichten & Co. kannte. Ich würde mich freuen, wenn Gondolin wieder mehr in Richtung Kinder Hurins geht. Nun, ich werde es sehen.

Das Teemännchen: Nach dem grandiosen Goldenen Handschuh habe ich beim Halfpap‘schen Werk einmal ausgesetzt. Jürgen war dermaßen schnell verfilmt worden, dass ich mit dem Lesen gar nicht hinterher kam. Das Teemännchen ist jetzt aber wieder fällig.

Black Bolt: Diese Black-Bolt-Serie soll ja auch ziemlich gut sein. Schau ich mir demnächst mal an.

Eis und Dampf: Ich mag Steampunk- und Steamfantasy-Szenarien, habe bislang aber kaum konkrete Geschichten gefunden, die mir auch zusagen. Die Eis und Dampf Sachen sollen ja sehr gut sein. Das schaue ich mir mal an.

Der Dunkle Wald: Den ersten Band von Liu Cixins #ScienceFiction-Trilogie habe ich vor gut einem Jahr mit großer Freude gelesen. Wird höchste Zeit für Band zwei.

Weihnachten auf der Lindwurmfeste: Zu Weihnachten gibt’s neues aus #Zamonien. Ich freu mich drauf.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | JMS: Dream Police | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Karl May | Justice League | Justice League Dark | Star Trek: Enterprise

Lesetagebuch: Futu.re von Dmitry Glukhovsky

Das war mühsam. Endlich habe ich die zweite der drei Leseaufgaben gemeistert, die ich mir vom Lesezwinger habe aufbürden lassen. Futu.re hat mir leider nicht so gut gefallen – und auch meine Anforderungen nicht erfüllt. Aber lest selbst!

Lesezwinger 2.2

Wir erinnern uns: Letztes Jahr bat ich den Lesezwinger um Lesestoff. Da etliche Science-Fiction-Geschichten sehr eurozentristisch angelegt sind und in einer Zukunft spielen, die im Grunde nur die Weiterführung unserer „westlichen“ Kultur darstellt, wünsche ich mir schon lange etwas zu lesen, in dem es in der Beziehung ein wenig realistischer zugeht.

Ich erhielt drei vielversprechende Vorschläge, darunter auch Futu.re von Dmitry Glukhovsky, den ich mit seinem ersten Metro-Roman durchaus in positiver Erinnerung habe. Es folgen Inhaltsangabe und schonungslose Beurteilung meinerseits. Daher

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Die Zukunft: Unsterblichkeit für (fast) alle!

Der russische Originaltitel lautet schlicht Die Zukunft. Die “lustige” Pseudo-Webadressen-Schreibweise hat sich also ein Übersetzer ausgedacht. Wie auch immer, in der Zukunft befinden wir uns, ein paar hundert Jahre weit, mitten in Europa. Hier leben mittlerweile mehrere hundert Milliarden (!) Menschen zusammengepfercht in einer kontinentweiten Stadt aus kilometerhohen Türmen. Es ist der Menschheit nämlich vor ungefähr 200 Jahren gelungen, die Unsterblichkeit für alle zu ermöglichen.

Das Ergebnis ist ein heillos überbevölkertes Europa (in anderen Regionen der Welt sieht es etwas anders aus), in dem sich aber alle Menschen ewiger Jugend erfreuen. Der Preis des ganzen (neben der Tatsache, dass man in kilometerhohen Türmen lebt und es kein Fleckchen unberührter Natur mehr gibt) ist, dass niemand mehr Kinder kriegen darf. Wer es dennoch tut, muss seine eigene Unsterblichkeit aufgeben und erhält eine Spritze, die nicht nur den Alterungsprozess wiederherstellt, sondern ihn auch noch beschleunigt, dass man binnen zehn Jahren dahinsiecht.

Natürlich gibt es viele nicht angemeldete Schwangerschaften und Geburten. Diesen nimmt sich eine spezielle Polizeieinheit an, welche die Übeltäter aufspürt, den Müttern (selten auch den Vätern) die Spritze verabreicht und die Kinder in ein Internat steckt. Aus diesen Internatskindern wird nach entsprechender Indoktrination die nächste Generation dieser Polizeieinheit rekrutiert.

Die Hauptfigur ist Mitglied einer solchen Einheit und wird gleich zu Beginn zu einem Angehörigen der Europäischen Zentralregierung zitiert und von diesem mit einer recht mysteriösen inoffiziellen Spezialmission beauftragt. Und so klischeehaft und vorhersagbar geht es auch weiter. Natürlich beginnt der indoktrinierte Geheimpolizist im Laufe der Handlung am System zu zweifeln, hadert mit traumatischen Erinnerungen, findet im Zuge seines Auftrags die Liebe seines Lebens (die er eigentlich abmurksen soll), wird von dem Auftraggeber umschmeichelt und mit Macht und Reichtum gelockt, hat in Wahrheit eine persönliche Beziehung zum Auftraggeber und schmeißt am Ende ganz alleine in einem einzigen terroristischen Akt mal eben das komplette in Jahrhunderten gewachsene Gesellschaftssystem über den Haufen.

Dämliche Dystopie

Ich hatte wie gesagt Metro 2033 aus der Feder desselben Autors recht positiv in Erinnerung – und war angesichts dieses Klischeequarks hier doppelt enttäuscht. Obwohl die Ausgangsidee durchaus reizvoll ist: Wie wird eine Gesellschaft konkret damit umgehen, wenn auf einmal niemand mehr altern muss und faktisch alle unsterblich sind? Selbst der Ansatz, daraus eine eindeutige Dystopie zu machen, halte ich grundsätzlich für legitim – auch wenn ich Dystopien langsam wirklich über habe. Aber diese hier ist nicht mal gut. Gehen wir ein wenig ins Detail.

Die Charaktere: raue Hetero-Kerle und tote Frauen

Man bekommt ausschließlich klischeehafte Abziehbilder präsentiert. Die Hauptfigur ist nicht einmal sympathisch – zu keinem Zeitpunkt ihrer Charakterentwicklung. Durch die Indoktrinierung seit seiner Kindheit ist er zunächst ein knallharter Verfechter des Systems mit dem erwartbaren seelischen Knacks. Dass er diesen durch seinen Wandel zum Regimegegner nicht verliert, ist durchaus realistisch, es gelang mir aber nicht, irgendeine Beziehung zu dieser Figur aufzubauen – selbst als er gegen Ende recht eindrucksvoll mit dem Altern hadert und endlich echte Vaterfreuden kennenlernt. Vermutlich hat das hauptsächlich mit dem Moral- und Menschenbild zu tun, das in dem ganzen Buch mitschwingt. So gibt es zwei, drei Szenen, in denen die Hauptfigur völlig zusammenhanglos männliche Randfiguren angreift, die vom Erzähler als homosexuell identifiziert werden. Diese Begegnungen sind allesamt für die Handlung komplett irrelevant und mir drängt sich der Eindruck auf, dass für den Autor Homosexualität bei Männern symbolisch für die moralische Verkommenheit der Gesellschaft steht. Ohnehin sind alle aktiv handelnden Figuren Männer. Frauen treten in diesem Szenario nur als Opfer auf – und wenn mich meine Erinnerung nicht allzu sehr täuscht, sind alle namentlich erwähnten weiblichen Charaktere am Ende des Buches tot. In seinem Wikipedia-Artikel wird Glukhovsky als Liberaler bezeichnet – das finde ich in diesem Buch aber nicht so recht wieder.

Die Konflikte: Erziehung versus Instinkt

Der Kernkonflikt, den der “Held” mit sich ausmacht, ist die Überwindung der Indoktrination, die er im Internat erfahren hat. Ihm wurde die “unnatürliche” Ideologie der Unsterblichen-Gesellschaft aufgezwungen, dass Familie und Eltern-Kind-Beziehungen etwas schlechtes sind, die dem Segen der Unsterblichkeit und vermeintlichen Freiheit entgegenstehen. Er wurde gezwungen, seine Mutter zu hassen und Kinder zu verabscheuen. Seine instinktive Sehnsucht nach der “natürlichen” Ordnung der Dinge schlummert aber noch immer in ihm, was sich darin äußert, dass er dem Lebenswandel in der schönen neuen Welt nichts abgewinnen kann, nachts von seiner Mutter träumt, Homosexuelle verprügelt und sich schließlich in die Frau verliebt, die er eigentlich töten soll. Seine endgültige “Erlösung” erfolgt durch den Verlust seiner Unsterblichkeit und der Zeugung eigenen Nachwuchses. Der “gute” natürliche Instinkt siegt also über die “böse” unnatürliche Erziehung. Er soll hier selbstredend stellvertretend für alle Menschen stehen und so setzt er in einem terroristischen Akt am Ende des Buches ein Virus frei, das binnen kürzester Zeit allen Menschen die Unsterblichkeit nimmt, damit sie sich wieder der “natürlichen Ordnung” hingeben können.

Die Dramaturgie: Antiheldenreise zurück in die Steinzeit

Dramaturgisch erinnert das alles an eine Heldenreise – auch wenn die Hauptfigur vielmehr ein Antiheld ist und bleibt. Ob seiner Klischeehaftigkeit ist das ganze sehr schnell ziemlich vorhersehbar, so rechte Spannung will dabei nie aufkommen.

Die Themen: Kulturpessimismus vom Übelsten

Dass hier Themen aus der gesellschaftspolitischen Mottenkiste am Start sind, hatte ich bereits angedeutet. Die Unsterblichkeit selbst wird als SF-Thema nie so recht behandelt. Sie ist vielmehr nur eine Erweiterung des heutigen (vermeintlichen) Jugend- und Gesundheitswahns und der damit (angeblich) einhergehenden schwindenden Bedeutung der klassischen Familie. Kurz: der demografische Wandel als moralischer Niedergang der Gesellschaft. Gewürzt wird das mit ein wenig Urbanisierungskritik (die seelenlose kontinentale Megacity, die jegliche Natur unter sich begraben hat) und Kritik an der “Festung Europa” (mehr noch als heute strömen in dieser Zukunft Menschen aller Herren Länder nach Europa, um ebenfalls die Unsterblichkeit zu erlangen – an der Stelle ist das Buch fast noch am stärksten). Im Grunde läuft aber alles darauf hinaus, dass Fortschritt eigentlich Mist ist (selbst wenn er Milliarden Menschen ein Leben in Jugend ohne Krankheit bescheren sollte) und es für den Menschen das beste wäre, wenn er sich auf seine “wahre Natur” besinnt. Was immer das sein mag. Und zu viele Menschen sollte es sowieso nicht geben. Thanos gefällt das.

Das Szenario: die Zukunft, die keine ist

Zu Beginn der Lektüre fand ich das Szenario durchaus reizvoll: Eine Gesellschaft ewig junger und gesunder Unsterblicher in einer kontinentgroßen Stadt – das hätte was werden können. Die Grundidee wird aber an keiner Stelle konsequent ausgearbeitet. Das Unsterblichkeits-Thema wird wie gesagt auf einen übersteigerten Jugendwahn reduziert und die gigantische Größe einer Hundert-Milliarden-Stadt wird nie auch nur ansatzweise erlebbar gemacht. Der Autor schmeißt lediglich mit absurden Zahlen um sich – und lässt den Helden in kurzen U-Bahn-Fahrten zwischen einer Handvoll konkreter Handlungsorte hin-und-her-jetten. Auch die zeitliche Entfernung wird nicht sonderlich erlebbar gemacht, da im Grunde alles wie heute ist. Wir haben ein westlich-liberales Europa, das sich in einem wackeligen Bündnis mit den USA (hier “Panamerika”) befindet und sich gegen die restliche Welt abschottet und Flüchtlingswellen vor seinen Mauern und Toren vegetieren lässt. Nichts anderes also als eine grotesk verzerrte Version der Jetztzeit als plumpe Allegorie auf die aktuellen Zustände.

Thema verfehlt

Damit fällt das Urteil, ob dieses Buch meine ursprüngliche Anforderung an den Lesezwinger auch erfüllt, sehr eindeutig aus: Nicht die Bohne! Dennoch:

Nennt mich Buchbezwinger!

Lesetagebuch: Mit vollem Kindle in den Urlaub

Entsprechend habe ich mein Kindle vollgepackt und werde etliches aus der Kategorie noch nicht angefangen angehen. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Marvel-Hachette-Comic-Sammlung: Schon seit 2013 bin ich begeisterter Sammler dieser Marvel-Reihe und fülle mir damit all meine Lücken im Gesamtwerk des Hauses der Ideen – und diese Lücken sind gewaltig. Zuletzt hatte ich hier den Silver Surfer am Wickel, der in einer seiner neuesten Serien mit der Erdenfrau Dawn Greenwood im All unterwegs ist und herrlich absurde Abenteuer erlebt. In einem weiteren Band habe ich endlich die Origin-Geschichte des großartigen neuen Nova Sam Alexander nachlesen können. Die Welt der Avengers offenbarte mir einen Handlungsstrang der Rächer, den ich noch gar nicht kannte. Mit Ex Nihilo wird da ein recht interessanter Schurke vorgestellt, der mal eben den Mars terraformt hat und selbiges mit der Erde plant – nach vorheriger “Entlaubung” derselben versteht sich. SpiderIsland kannte ich zwar schon aus einem ComiXology-Sale, die Saga um die Seuche, die allen New Yorkern auf einmal Spinnenkräfte verpasst, ist aber jederzeit einen Reread wert. Schließlich habe ich mit Der Tag der Defenders und Avengers gegen Defenders die Klassiker um das Originalteam dieses Namens gelesen – bestehend aus Dr. Strange, Namor, dem Hulk, dem Silver Surfer und Valkyre. Großartige Geschichten – und der zweite der beiden Bände beinhaltet nichts geringeres als den ersten Vorläufer späterer Civil Wars.

Aktueller Lesestoff

futu.re: Jetzt, da die Helden dieses Dystopie-Schinkens von Dmitry Glukhovsky die Festung Europa verlassen haben, hoffe ich, dass die schleppende Geschichte noch mal ein wenig Fahrt aufnimmt. Ebenso hoffe ich, es im Urlaub endlich durchgelesen und vom Kindle zu bekommen.

Reiten wir! Die Karl-May-Anthologie hat hingegen ein höheres Lesetempo verdient. Sie ist nämlich sehr gut.

Action Comics: Bei der New52-Superman-Serie muss ich auch mal wieder Gas geben. Hoffentlich reichen die 14 Tage für all das.

Was als nächstes?

Neuschwabenland 2: Die wunderbare Antarktis-Verschwörungs-Parodie von Alex Jahnke aka @Cynx hat schon vor längerer Zeit einen zweiten Teil verpasst bekommen. Erst kürzlich habe ich mit Freuden entdeckt, dass es das auch für meinen eBook-Reader gibt. Also kommt auch Liebesgrüße aus Neuschwabendland mit in den Urlaub.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

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Lesetagebuch: Supermans Liga

Und dann animieren mich auch noch TV-Serien zur ungeplanten Vergrößerung der Bibliothek. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Secret Empire: Ich war skeptisch, als ich erstmals von diesem Marvel-Event gehört hatte. Captain America himself stellt sich als Hydra-Agent heraus. Sein ganzes Leben war eine Lüge, er hat all die Jahrzehnte nur auf den richtigen Moment gewartet, um die Weltherrschaft zu übernehmen – was er zu Beginn dieser Miniserie dann auch tut. Das schien mir eine allzu plumpe Allegorie auf den aktuellen Zustand Amerikas zu werden, mit ähnlich heißer Nadel gestrickt wie Civil War 2. Ich war im Irrtum. Das Ding ist richtig, richtig gut.

Nun ist die Ausgangssituation, dass sich einer der Helden (meist ungewollt) in einen Schurken verwandelt, nichts bahnbrechend neues. Das ist ein uraltes Motiv, das immer mal wieder aufgegriffen wird, meist nur für ein paar Panels – nicht selten aber auch für eine ganze Mini-Serie. So war Tony Stark während des ersten Civil War nicht unbedingt der Gute und bei Axis wurde er sogar zum richtigen Schurken. Cyclops hat im Zuge von AvX ganz offiziell die Seiten gewechselt und bei DC gibt es mit Injustice eine komplette fortlaufende Elseworld-Serie, die die Schreckensherrschaft Supermans beschreibt.

Allein durch die sehr hochwertige Umsetzung ragt Secret Empire durchaus heraus. Allein die Zeichnungen sind großartig, aber auch die Dialoge und Charakterentwicklungen sind hervorragend gelungen. Das ganze gerät zu einer nahezu perfekten Parabel auf die Gefahren eines erstarkenden (neuen) Faschismus, deren Lektüre ich sehr ans Herz legen kann. Der Plot verläuft schließlich durchaus klassisch. Natürlich kommen die Helden nach etlichen Rückschlägen doch dahinter, wie man in einem einzigen dramatischen Endkampf den echten und guten Captain America wieder herstellt und die aus den Fugen geratene Welt wieder in Ordnung bringt. Dennoch bleiben am Ende beide Versionen des Captains erhalten, der Faschist und der Freiheitskämpfer – und somit beide Gesichter Amerikas. Die Gefahr ist also nicht vorüber.

Generations: Direkt auf Secret Empire folgte die Winz-Serie Generations, in der die neueren Inkarnationen der Avengers-Helden auf die “Originale” treffen. Also der Amadeus-Cho-Hulk trifft auf den klassischen Bruce-Banner-Hulk, ein junger Odinson-Thor auf die Jane-Foster-Thor, Captain Mar-Vell auf die heutige Carol Danvers und so weiter und so fort. Das ist zunächst natürlich ein reines Leser-Event, das einen Cut hinter die dramatischen Ereignisse des Secret Empire setzen und einen sanften Übergang zu dem leichten Neustart schaffen soll, bei dem einige Veränderungen der letzten Jahre wieder zurückgesetzt werden. So weilt der gute Bruce Banner mittlerweile ja wieder unter den Lebenden und Steve Rogers soll schlussendlich Schild und Titel von Sam Wilson zurückerhalten. Aber auch für die Protagonisten ist das ganze “wirklich” passiert. Der kosmische Würfel, der den ganzen Secret-Empire-Murks zu verantworten hat, hat alle jungen beziehungsweise neueren Helden per Traumzeitreise zu ihren Vorbildern versetzt. Daraus sind teilweise sehr gute Geschichten entstanden, sodass ich einen Blick hinein nur empfehlen kann.

Marvel Legacy: Hiervon hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet. Vor allem mehr aus der 100.000 B.C. Avengers-Episode. Uns wurde mit Odin, Agamoto himself als Sorcerer Supreme, der Phoenix-Force und noch ein paar Heinis mehr eine allererste vor-steinzeitliche Superheldentruppe präsentiert, von der ich gerne mehr gelesen hätte. Zumindest im Rahmen dieses Sammelbands gab’s davon aber noch nicht so viel.

Uncanny Avengers: Im Rahmen der Hachette-Marvel-Sammelbände hatte ich diesmal den Band mit dem gemeinsamen Avengers-X-Men-Team am Wickel. Er folgt ziemlich direkt auf das unfassbar großartige Avengers vs X-Men und bildet den Übergang zum eher mäßigen Axis. Um das Zerwürfnis zwischen Menschen und Mutanten wieder zu kitten, schmiedet Captain America eine gemeinsame Einheit aus ehemaligen X-Men und Avengers zusammen und unterstellt sie sogar der Führung des Mutanten Havoc – der auch noch der Bruder des Terroristen Cyclops ist. Gleichzeitig hat sich der Red Skull das Gehirn des ermordeten Professor Xavier unter den Nagel gerissen und hat sich damit dessen telepathischen Fähigkeiten angeeignet. Natürlich stellt er damit nur Unsinn an. Durchaus kurzweilig.

Atlas der Scheibenwelt: Ein letztes Mal auf dem Rücken der Schildkröte unterwegs und die wunderbaren Länder der Scheibenwelt durchstreifen. Dieser detaillierte Atlas mit hübschen Karten und amüsanten Beschreibungen aller Länder hat es möglich gemacht. Schön war’s.

Aktueller Lesestoff

futu.re: Es bleibt schleppend. Immerhin habe ich das Buch etwa zur Hälfte durch. Inzwischen hat sich Glukhovskys Werk in eine Art Roadmovie entwickelt. Der immer noch recht unsympathische Held zieht mit der von ihm erretteten Dame durch das dystopisch/utopische Europa und landen im gesetzlosen Barcelona, das mittlerweile das Schleusentor in die Festung Europa darstellt. Für eine Science-Fiction-Geschichte so weit in der Zukunft ist mir das ganze viel zu sehr eine plumpe Allegorie auf die heutige Zeit.

Reiten wir! Der Vorteil einer Anthologie ist, dass sie einer langsamen Lesegeschwindigkeit viel zuträglicher sind. Man schmökert eine Geschichte, legt das Buch dann beiseite und greift nach ein paar Comics wieder danach, ohne befürchten zu müssen, einen Faden verloren zu haben. Auch bei dieser Sammlung kurzweiliger Geschichten aus dem Karl-May-Kosmos bin ich ungefähr in der Mitte angelangt. Und siehe: hier hat der Herausgeber tatsächlich ein, zwei etwas schwächere Geschichten versteckt. Aber die hat man schnell überflogen und taucht wieder wohlig in die May’sche Westernwelt ein. Herrlich!

Action Comics: Bei dieser New52-Serie verhält es sich in Sachen Erwartungshaltung und Erfüllung derselben etwas anders, als bei Secret Empire (siehe oben). Die Grundidee, einen jungen Superman zu zeigen, der gerade nach Metropolis gekommen ist, noch gar nicht fliegen kann und erst einmal seine Kräfte entdecken muss, fand ich schon damals sehr reizvoll. In den ersten sechs, sieben Heften ist das auch sehr schön umgesetzt – danach verliert es sich allerdings etwas. Dabei bleibt die Serie durchaus gut – auch wenn sie unter manchmal nur mäßig guten Zeichnungen und einem oft zerfaserndem roten Handlungsfaden zu leiden hat. Man hat das Gefühl, es flackern immer mal verschiedene Versatzstücke von Handlungssträngen anderer Serien auf. Wobei mir einige dieser Versatzstücke halt gut gefallen. Der Superman aus Erde 23 zum Beispiel. Cooler Macker!

Was als nächstes?

New 52: Erneut macht es mir ein ComiXology-Sale leicht, mein Vorhaben umzusetzen, einige DC-Serien aus der Ära von 2011 bis 2015/16 nachzulesen. Diesmal konnte ich günstig die Sammelbände von Justice League und Justice League Dark ergattern. Bin sehr gespannt.

Enterprise: Kürzlich habe ich ja die vierte und letzte Staffel von Star Trek: Enterprise beendet und war aus zwei Gründen betrübt. Zum einen, da die durchaus liebgewonnene Serie ihr jähes und unwiederbringliches Ende gefunden hat – und zum anderen, da die letzte Folge ein wenig, nun ja, unwürdig war. Es könnte sein, dass hier ein paar Romane und Comics Abhilfe schaffen. Zu meiner Freude gibt es mit dieser Romanserie von CrossCult tatsächlich eine Art fünfte Staffel in Prosaform, die außerdem Trips unschönes Ableben ungeschehen macht (beziehungsweise erklärt, warum in den Föderationsaufzeichnungen, auf denen Rikers Holodeck-Simulation in der letzten Folge basiert, fälschlicherweise von Trips Tod ausgegangen wird). In Comicform gibt’s da wohl leider kaum etwas. Star Trek: Waypoint ist die einzige Mini-Serie, in der Archers Crew wenigstens einen kleinen Auftritt hat.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Klaus Frick: Das blutende Land | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | Terry Pratchett und Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bacigalupi: Biokrieg | JMS: Dream Police | Star Wars: Dr. Aphra | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Joanne K. Rowling: Harry Potter | Karl May | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph

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