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Die Woche: Handyspiele, Freundebuch, Advent

Letzte Woche: Ärzte, Astronomie, Ahsoka

Es ist Advent, meine Lieben! Und ich muss gestehen, dass mich die damit verbundene besinnliche Stimmung noch etwas mehr erfreut, als in „normalen“ Jahren ohnehin schon. Aber damit bin ich sicherlich nicht alleine.

Erstmals ohne Lego

Wer mir schon länger bei Insta, Twitter und Co. folgt wird sich dieser Tage womöglich gewundert haben, wo denn die Lego-Star-Wars-Adventskalender-Fotos bleiben.1 Tja, es war mir nach all den Jahren etwas über. Die Modelle glichen sich dann doch immer öfter2 und vor allem: Wo soll man das alles hinstellen? Denn für die Kiste aufm Dachboden will ich das Steckspielzeug nun auch nicht erwerben. Da liegt schon genug.

Teleskop muss warten

Auch meine angekündigte Einsteiger-Teleskop-Recherche fehlte diese Woche – zumindest wurde sie einstweilen verschoben. Zum einen werde ich entgegen meiner ursprünglichen Planung den Erwerb ins kommende Jahr verschieben.3 Und zum anderen war ich mit der Nachbereitung und Verbreitung meiner NaNoWriMo-Bemühungen beschäftigt.

Raketenmärchen

An dieser Stelle keine großen Worte dazu, schließlich habe ich die Präsentation der beiden Raketenmärchen verbloggt.

Freude über Freundebuch

Was mich diese Woche sehr gefreut hat: Mein guter alter Freund Ace Kaiser hat sein erstes4 Buch veröffentlicht.

Hat meinereiner natürlich sofort bestellt – und falls ihr Lust auf pseudohistorischen Steampunk habt, dann fragt die Buchhandlung eures Vertrauens doch mal nach „Die St. Petersburger Eröffnung“ von Alexander Kaiser.

Mobile Spiele

Dass ich es als alter Gaming-Noob5 höchstens ab und zu mal mit Handyspielen hab, erwähnte ich bereits. Der großartige Herr R Punkt6 teilt diese Leidenschaft und empfahl unlängst Polytopia.

Beeinflussbar wie ich bin habe ich mir das gleich angeschaut und durchaus für nett befunden. Rundenbasierte Entwicklungs-Strategie-Spiele7 dieser Art – also ganz ähnlich wie Age of Empires und Co. – sagen mir ohnehin zu. Antiyoy war auf dem mobilen Endgerät bislang immer mein Favorit in der Kategorie.

Polytopia ist aber nicht ganz so minimalistisch und variiert das Grundprinzip ein ganz klein wenig, wodurch es durchaus ein etwas anderes Spielerlebnis ist. Da bleibe ich wohl einstweilen dran.8

Kommen wir zum TV-Serien-Teil und der obligatorischen

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Wars und Trek

Trotz obiger Spoilerwarnung halte ich mich in Sachen Mandalorianer besser zurück und fasse mich kurz. Der Fanservice in dieser Folge war ausreichend angekündigt worden, weswegen er mich nicht vom Hocker gehauen hat. Nett war er trotzdem.9 Viel spannender ist, dass die Metahandlung nun ihre dramatische Wendung erfahren hat. Das Opfer, das dabei gebracht wurde, schmerzte mich aber sehr.

Discovery bot eine amüsante und actionreiche Einzelepisode, in der die Crewmitglieder etwas glänzen durften. Vor allem die Raumkampf-Sequenz mit Detmer und dem Andorianer am Steuer von Books Raumschiff10 hat mir sehr gut gefallen. Der Scherz mit Sarus Suche nach seinem Make it so! ist etwas in der Übersetzung verloren gegangen, ebenso das genderneutrale Pronomen von Adira. War dennoch beides gut. Tillys XO-Rolle hat entgegen erster Befürchtungen ganz gut funktioniert. Kann so bleiben.

Örwyrm

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(Pump auf die Marmelade! Ja, so alt bin ich schon.)

Nächste Woche: zwei Kuchentage und viele neue Serien

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  1. Oder auch nicht. Als wäre ich der einzige, der dergleichen postet.[]
  2. Juhu! Noch ein Mikro-Millennium-Falke![]
  3. Im Weihnachtsbudget gab es einige kurzfristige Umschichtungen.[]
  4. Also, so richtig mit Verlag und so – als Self-publisher und auf den diversen Fanfiction-Plattformen hat er natürlich schon einiges an Lesestoff unter die Leute gebracht.[]
  5. Meine Karriere: C64, Tetris aufm Gameboy, Age of Empires und ein Jahr WoW. Das war’s im Groben.[]
  6. Hurra! Er setzt seine Tagebuchbloggerei fort![]
  7. Nennt man das so?[]
  8. Nachdem ich „High Rise“ wegen seines hohen Suchtpotentials fürs erste vom Telefon entfernen musste.[]
  9. Klärt ja endlich neu-kanonisch das Schicksal einer seit Ewigkeiten beliebten Figur.[]
  10. Hat das Teil eigentlich einen Eigennamen?[]

Hobby-Geschreibsel: Raketenmärchen

Zwei Dinge hatte ich mir für den diesjährigen NaNoWriMo mindestens vorgenommen: Jeden Tag im November wenigstens ein paar Wörter tippen und mit einem fünfstelligen Word-Count auf der Uhr durch die Ziellinie gehen.

Kleine Ziele – großer Erfolg

Beides ist mir erstmals grandios gelungen. Mit 13.368 Wörtern habe ich meinen persönlichen NaNoWriMo-Rekord1 aufgestellt.2 Viel bedeutender aber: Ich habe tatsächlich die Manuskripte für zwei Kurzgeschichten fertig bekommen, die ich euch hiermit in bislang nur leicht nachgearbeiteter Form3 präsentieren möchte.

Raketenmärchen

Die Grundidee war wie gesagt, bekannte Märchenplots in ein Retro-SF-Szenario zu versetzen. Nicht umwerfend neu – aber ich hatte Lust dazu. Also habe ich mir die Märchen von Andersen und den Grimms geschnappt und ihre Heldinnen und Helden kurzerhand in Raketen gesetzt. Falls es davon irgendwann einmal mehr geben sollte, findet man sie künftig hier:

Alle Raketenmärchen auf einen Blick

Es leuchtet blau

Eine Raumsoldatin kehrt aus dem Krieg zurück und will auf der Hauptwelt der Sternenprovinz ihr Glück machen. Science-Fiction-Kurzgeschichte basierend auf dem Grimmschen Märchen „Das blaue Licht“ beziehungsweise der Hans-Christian-Andersen-Version „Das Feuerzeug“.

Rothelm

Ein junger Weltraumkadett erhält den Auftrag, eine Lastrakete an den Rand des Planetensystems zu fliegen und dort eine geheime Basis zu beliefern. Nichts leichter als das möchte man meinen. Science-Fiction-Kurzgeschichte basierend auf dem Grimmschen Märchen „Rotkäppchen“.

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  1. Das kryptische Kürzel steht übrigens für „National Novel Writing Month“. Wisst ihr aber eh.[]
  2. Großer Dank geht erneut an meinen Writing-Buddy @wortwerken, der mich wie in den Jahren zuvor erfolgreich angetrieben hat.[]
  3. Ihr kennt das: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten.[]

Die Woche: Ärzte, Astronomie, Ahsoka

Allzu sehr hat sich diese Woche nicht von der vorangegangenen unterschieden – aber das geht vermutlich vielen von uns so in diesen Tagen.

Letzte Woche: Gast-Katze, NaNoWriMo, neues Format

Noch immer stattet uns die Nachbarskatze regelmäßige Besuche ab und noch immer tippe ich fleißig tagtäglich ein paar Sätze für mein diesjähriges NaNoWriMo-Projekt. Das erste Raketenmärchen1 ist sogar schon fertig, das zweite könnte noch was werden.

Die Ärzte sind zurück

Ja, ich weiß, sind sie schon etwas länger. Das Album lag nun auch schon etliche Wochen von mir ungehört bei uns herum. Dazu muss man wissen, dass ich nie so der große Musikhörer war – und vor allem kann ich nicht „nebenher“ hören.2

Daher habe ich mich diese Woche dazu verdonnert, „Hell“ endlich durchzuhören – die beiden Singleauskopplungen „Morgens pauken“ und „True Romance“ kannte ich selbstredend schon.

Tja … Was soll ich sagen? Ich habe mich natürlich sehr gefreut, dass es endlich wieder neues Material von BelaFarinRod3 gibt. Bei ihrem letzten Konzert 2012 auf der Horner Rennbahn in Hamburg4 hatte ich ihnen das Gequatsche, dass dies – für lange Zeit – ihr letztes Konzert sei, nicht geglaubt.5 Die acht folgenden Jahre waren dann schon eine schwere Durststrecke.

Insofern will ich nicht meckern. Die Scheibe mag nicht überragend sein – aber sie ist gut. Sind immerhin Die Ärzte. So ein richtiger Kracher ist diesmal halt nicht dabei – auch wenn mir „Morgens pauken“ schon ganz gut ins Ohr geht und dort verbleibt.

Wie immer mag ich die Farin-Sachen deutlich lieber,6 als die Bela-Sachen – „Alle auf Brille“ ist allerdings richtig gut. Und wie immer ist es vermutlich Rods Genie zu verdanken, dass die Arrangements und das Spiel mit den Genres in höchster Perfektion gelingt.7

Aber vielleicht muss ich mich nur ein wenig reinhören, so zwanzig bis dreißig Mal.

Möchtegern Hobby-Astronom

An dieser Stelle sei nur kurz auf meine zaghaften Schritte zurück zur hobbymäßigen hingewiesen. Vor zwei Wochen hatte ich mich mit Astronomie-Podcasts und diese Woche mit Astronomie-Apps beschäftigt.

In der kommenden Woche wird es ernst: Ich schaue mich nach einem Einsteiger-Fernrohr um. Ich werde berichten – und um Rat betteln.

Softdrinks

Ein kurzes Wort zu sprudelhaltigen, alkoholfreien, mal koffein- und mal hopfenhaltigen Getränken. Drüben beim Herrn R Punkt hatten wir uns schon vor einer Weile auf seine Empfehlung hin über eine spezielle Apfelschorle unterhalten, die ich okay fand – mich aber nicht vom Hocker gehauen hat.8

Davon angeregt habe ich in dieser Woche zu einem scheinbar ähnlichen Getränk gegriffen, das als Gemeinschaftsproduktion eines Bierbrauers und eines Saftherstellers daherkommt. Hätte ich mir die Flasche vorher genauer angeschaut, wäre sie vermutlich nicht im Einkaufswagen gelandet: Hälfte alkoholfreies Bier, Hälfte – immerhin frischgepresster – Saft. Ja, so schmeckt das auch.

Ebenfalls diese Woche festgestellt: Der Energy Drink eines bekannten Cola-Herstellers schmeckt nach aufgelösten Gummi-Colaflaschen.9

Serien sind alle

The Crown10 durch, Cobra Kai geht erst im Januar weiter, WandaVision11 kommt auch erst 2021. Was sollen wir denn jetzt gucken? Wir hätten da noch eine Staffel Narcos: Mexico12 rumliegen, aber dann? Empfehlungen werden gern angenommen.

Wenigstens gibt’s einmal die Woche neues von der Discovery und von Baby-Yoda.13 An dieser Stelle besser eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Wars und Trek

Welch großartige neue Mandalorianer-Folge! Ja, die Serie ist vollgestopft mit -Fanservice, aber ich mag Fanservice. Baby-Yoda hat endlich seinen Namen erhalten,14 wir wissen ein wenig mehr über seine Herkunft – beziehungsweise überhaupt mal was. Und sie ist endlich da: Ahsoka Tano! Die großartige Figur aus den Animationsserien Clone Wars und Rebels hat endlich ihren ersten Live-Action-Auftritt. Ganz große Klasse!

Und ja: Auch bei Discovery wurden diese Woche mächtig viele Bezüge zu alten Serien und Folgen hergestellt, Metahandlung und die Gesamthistorie wurden vorangebracht. Endlich wurde ein direkter Bezug zu TNG und Picard hergestellt15 – und wir wissen nun, wie es seit der Zerstörung ihrer Heimatwelt mit den Romulanern weitergegangen ist. Wie all diese Punkte zusammengeführt wurden, hat mir sehr gut gefallen.

Dass die Probleme der Autorinnen und Autoren mit der Hauptfigur der Serie offen in derselben verhandelt werden, finde ich immerhin interessant. Dass Saru Ensign Tilly zum XO machen will – da weiß ich allerdings noch nicht, wie ich das finden soll. Nicht falsch verstehen, Tilly ist großartig, eine der besten im ganzen Cast! Aber handlungslogisch finde ich das schon etwas schwierig.

Meine Begeisterung überwiegt jedoch unverändert. Wenn es noch eines weiteren Grundes bedurft hätte – es wäre die Hommage für Anton Yelchin gewesen.

Örwyrm

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(Ohrwurm der Woche ergibt sich aus dem oben gesagten.)

Nächste Woche: Handyspiele, Freundebuch, Advent

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  1. Ich denke, ich werde es künftig doch in einem Wort schreiben.[]
  2. Multitasking ist überhaupt nicht meins.[]
  3. Es gibt nur einen Gott![]
  4. Ganz genau war es der 25. August 2012.[]
  5. Hat niemand. Sagen sie ja immer.[]
  6. Gleich zweimal trifft er mit seinem ewigen Strand-Thema meinen zur Zeit arg gereizten Fernweh-Nerv.[]
  7. Die Rod-Sachen liegen für mich immer so dazwischen. Ja, mir ist bewusst, dass mein Albums-Favorit ausgerechnet von Bela und Rod stammt.[]
  8. War mir nicht hopfig und nicht blubberig genug.[]
  9. also gar nicht[]
  10. Großartige vierte Staffel! Diana, Thatcher, das volle Programm. Witzig auch, dass man mit diesem Fokus das Ende des kalten Krieges und unsere Wiedervereinigung komplett ausblenden kann.[]
  11. Endlich wieder MCU-Zeugs![]
  12. Die erste Staffel war durchaus gut – Pablo hatte sogar in einer Folge einen Gastauftritt. Trotzdem schieben wir die zweite ewig vor uns her.[]
  13. Ich find ihn immer noch süß, egal wie viele Eier er verputzt.[]
  14. Grogu[]
  15. hängt ja im Grunde schon von Anfang an in der Luft[]

Astronomie-Apps

Letzte Woche habe ich ein wenig über meine liebsten Astronomie-Podcasts geplaudert. Nun soll es um die besten und wichtigsten -Apps für den angehenden Möchtegern-Hobby-Sternengucker1 gehen. Was braucht man so alles auf dem Mobiltelefon, wenn man an wolkenfreiem Himmel die ISS oder den Saturn oder den allgemein beobachten möchte?

DLR Next

Was war das für eine Freude, als unlängst verkündet wurde, dass die DLR-Next-App endlich wieder für Android verfügbar ist? Bei mir zumindest war sie groß, denn diese App enthält im Grunde alles, was man braucht.

Neben etlichen Seiten mit Hintergrundinfos hat sie vor allem zwei Features, die für Himmelsguckerinnen und -gucker ein Muss sind: Zum einen ein virtueller Sternenhimmel, der der Blickrichtung des Mobiltelefons folgend das aktuelle Firmament mit den hellsten Sternen und sichtbaren Planeten anzeigt.

Und zum anderen eine Augmented-Reality-Ansicht mit der aktuellen Position der ISS – sei sie gerade am Himmelszelt über einem oder auf der anderen Seite des Planeten „unter“ einem. Damit nicht genug wird auf diese Weise auch die nächste Sichtung am eigenen Standort vorhergesagt – und natürlich kann man die aktuelle Bahn der Internationalen Raumstation auch mit einer Sicht „aus dem Weltall“ bestaunen.

Und das allerbeste: Die App ist kostenlos und komplett werbefrei. Keine In-App-Käufe und nix. Sehr angenehm!

DLR Next im Google Play Store

Sky Map

Einen reinen virtuellen Sternenhimmel bietet Sky Map von Google. Die Funktionalität ist im Prinzip dieselbe. Man hält das Telefon in die Richtung seiner Wahl, und man bekommt die Sterne, Planeten, Galaxien und Meteorschauer in jener Richtung angezeigt.

Die Auswahl dessen, was man gezeigt bekommt, ist etwas größer als bei DLR Next, wo man sich eher auf die Objekte konzentriert, die gegebenenfalls mit bloßem Auge zu sehen sind. Hier gibt’s wie gesagt auch Sterneninseln und Meteorschauer, die man – genau wie Planeten und Sterne – einzeln zu- und wegklicken kann.

So es einem nur um die „natürlichen“ Objekte da draußen geht, ist Sky Map fast noch besser geeignet, da es etwas mehr ins Detail geht und sich nur auf die Darstellung des Himmelszelts konzentriert. Werbe- und kostenfrei ist es auch – aber vermutlich sendet man mit seinen Positionsdaten gleich auch seine Seele auf die Google’schen Serverfarmen. Oder so.

Sky Map im Google Play Store

WarnWetter

Sternenhimmel schön und gut – die Beobachtung funktioniert aber nur, wenn keine Wolken da sind. Es fehlt also mindestens noch eine gute Wetter-App. Die Dinger gibt’s natürlich wie Sand am Meer – dennoch kann ich eine ganz klar empfehlen.

Warnwetter vom Deutschen Wetterdienst arbeitet mit hoch offiziellen Daten und macht auch sonst einen recht seriösen Eindruck ohne Zehn-Wochen-Vorschau und Weiße-Weihnachts-Prognose im August oder ähnlichen Hokus-Pokus.

Entscheidend für jene, die in einen sternklaren Himmel schauen möchten, ist natürlich das Kartenmaterial mit Regen- und Wolkenradar nebst vertrauenswürdiger Prognose.

Allerdings: Die App kostet Geld. Die kostenlos-Version enthält nur die Unwetter-Warnungen. Kommerzielle Wetter-App-Anbieter haben vor Gericht erwirkt, dass der Deutsche Wetterdienst für die Vollversion Geld verlangen muss.2 Ob es das wert ist muss natürlich jede und jeder selbst wissen – ich aber habe dafür gern bezahlt.

WarnWetter im Google Play Store

ISS onLive

Mit den drei oben genannten Apps ist man eigentlich komplett bedient – dennoch lege ich noch zwei erwähnenswerte Angebote obendrauf.

Kurz bevor DLR Next wieder verfügbar war, stieß ich auf ISS onLive. Die App stellt auf einer Google-Karte mit Tag-Nacht-Darstellung die aktuelle Position der Internationalen Raumstation sowie den eigenen Standpunkt dar. Auf einer Liste werden die nächsten nächtlichen Überflüge angekündigt, man kann sich sogar einen Alert geben lassen, wenn es soweit ist.

Direkt unter der Karte ist der Livestream einer ISS-Kamera eingebettet, der allerdings nicht immer funktioniert und daher manchmal Aufzeichungen3 und manchmal Livestreams von aktuellen NASA-Ereignissen4 zeigt. Nett auch, dass man auf der Karte die aktuelle Bewölkung dazuschalten und abschätzen kann, ob sich ein nächtlicher Blick in den Himmel auch lohnt.

Diese App enthält Werbung. Meiner Meinung nach ist das aber noch recht dezent gehalten. Für den schnellen Blick zur ISS-Position ist das Ding gar nicht mal so schlecht.

ISS onLive im Google Play Store

Solar System Scope

Solar System Scope schließlich kommt recht wuchtig daher: in animierten Grafiken kann man durch das Sonnensystem scrollen und sich die Bahnen der Planeten und anderer Himmelskörper anzeigen lassen. Im Grunde handelt es sich um ein virtuelles Planetarium.

Auch hier kann man sich den Sternenhimmel von seinem Standort aus anzeigen lassen – aber eben auch zum Neptun rauszoomen und die Bahnen seiner Monde bewundern. Vielleicht ein wenig viel Funktionen auf einmal – zumal es noch eine Bezahl-Version mit noch mehr Möglichkeiten gibt.

Mir persönlich ist das einen Hauch zu umfangreich – auch wenn alles sehr hübsch anzusehen ist.

Solar System Scope im Google Play Store

Eure Tipps

Aber das wird sicherlich noch nicht alles sein. Da draußen gibt es doch bestimmt noch etliche weitere hilfreiche Apps oder Webseiten, die Hans und Gretel Guckindieluft von Nutzen sein können.

Immer her mit euren Empfehlungen!

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  1. also für mich[]
  2. Zitat von der Homepage des DWD: Laut Urteil des Bundesgerichtshofes vom 12.03.2020 darf der Deutsche Wetterdienst in der kostenfreien Version der WarnWetter App nur eingeschränkte Inhalte anbieten. Um Zugang zu weiteren wichtigen WarnWetter-Informationen zu erhalten, steht Ihnen die Vollversion mittels einmaligem In-App-Kauf zur Verfügung.[]
  3. die allerdings auch sehr hübsch sind[]
  4. Aktuell scheint tatsächlich der NASA-YouTube-Kanal eingebettet zu sein. Auch nicht schlecht.[]

Die Woche: Gast-Katze, NaNoWriMo, neues Format

Immer wieder Sonntags

Ab sofort blicke ich an dieser Stelle allwöchentlich1 auf die jeweils vorangegangenen sieben Tage und plaudere darüber, was ich so alles verkonsumiert2 und erlebt habe.3

Dieses neue Format soll nun nicht komplett mein Lesetagebuch, mein Bingetagebuch und die Fundsachen ersetzen, sondern sie vielmehr ergänzen – wird es zu einem guten Teil vermutlich aber doch tun. Wie auch immer.

Blog-Tagebuch

Bereits vor zwei Wochen ging der wunderbare Herr R Punkt mit seinem Blog-Tagebuch an den Start, verbunden mit der unverhohlenen (Auf-)Forderung, es ihm gleichzutun. Wie so oft tun Flöhe, die der Herr mir ins Ohr setzt, ihre Wirkung – und da sind wir nun.

Am Niederschreiben des Erlebten versuche ich mich immer mal wieder mit einiger Begeisterung, habe bisher aber nie die Muße für das regelmäßige und dauerhafte Führen eines Tagebuchs aufgebracht – egal ob heimlich oder öffentlich. Aktuell hat eine Handvoll Briefpartner darunter zu leiden.4 Aber in dieser wöchentlichen Form probiere ich es gern auch noch einmal – ist ja schließlich ein altehrwürdiges Blogformat.5

Gast-Katze und Home-Office

Aus Gründen werden die Werktage aktuell wieder vorwiegend daheim verbracht. Das hat auch die Nachbarskatze mitbekommen, die seit einigen Wochen regelmäßig bei uns zu Gast ist.6 Sie kommt nun noch häufiger und macht es sich gemütlich.

NaNoWrimo und Schreibrekorde

Das Zentrum meiner Freizeitgestaltung nimmt in diesem Monat der NaNoWriMo ein. Als alter Hobby-Autor nehme ich an diesem traditionsreichen Schreibevent gelegentlich und mit regelmäßiger Erfolglosigkeit teil – so man es nur an den Zahlen bemisst.

Spaß macht mir das Ganze immer – und dieses Mal scheinen zudem einige meiner Rekorde zu purzeln. Von den geforderten 50.000 Wörtern werde ich auch an diesem 30. November weit entfernt sein.7 Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich erstmals wirklich jeden Tag ein paar Sätze in die Tasten haue – und ich habe bereits jetzt sowohl meinen bisherigen Höchstwert übertroffen als auch die bislang nie erreichte Fünfstelligkeit gerissen.

Am Ende des Monats werde ich – so alles in dem Tempo weitergeht – zwei fertige Raketen Märchen8 vorstellen können, in denen ich klassische Märchenplots in einem Retro-SF-Szenario angesiedelt habe.9

Rhodan und Eschbach

Seit im Februar des Jahres 2019 Heft 3000 erschienen ist, lese ich wieder mehr oder weniger regelmäßig Perry-Rhodan-Zeugs.10 Zwar habe ich meinen damaligen Plan, die Erstauflage „in Echtzeit“ zu verfolgen, nicht einhalten können. Spätestens seit der Lektüre des großartigen Eschbach-Romans picke ich mir wieder regelmäßig einzelne Hefte des aktuellen Handlungszyklus‘ raus und lese diese mit wachsendem Genuss.

Aktuell stecke ich gerade in dem Vierteiler von Christian Montillon,11 in dem der gute Perry endlich auf die – mal wieder – verschollene Erde12 trifft. Gefällt mir richtig gut. Vor allem, was die Darstellung der Charaktere angeht.

Kann es sein, dass sich die schriftstellerische Qualität seit „meiner Zeit“13 deutlich verbessert hat? Oder bilde ich mir das ein? Jedenfalls finde ich alle Figuren in Montillons Vierteiler sehr gelungen und deutlich tiefgründiger als die Pappkameraden, die ich von vor 20 Jahren so in Erinnerung habe. Dabei sei ausdrücklich die terranische Politik und Öffentlichkeit als Protagonist einbezogen, an deren Darstellung die Autorinnen und Autoren früher stets grandios gescheitert sind. Das scheint mir aktuell deutlich besser zu gelingen.

Die Metahandlung dieses Zyklus‘ hingegen vermag mich gerade nicht so vom Hocker zu reißen. Weswegen ich auch keine Probleme damit habe, stets etliche Romane zu überspringen. Nach 3053 werde ich mir wohl 3058 vornehmen – und bin dann für Tipps offen. Den nächsten Jubiband im Januar wollte ich eigentlich wieder zum Erscheinungszeitpunkt lesen. Mal schauen, ob ich da hingehopst komme.

Eine Anmerkung in dem Zusammenhang noch zu Eschbach. Ich hatte kürzlich seine beiden Gastromane aus den 2800ern nachgelesen und war erstaunt, wie sehr die beiden Hefte die aktuelle Metahandlung vorwegnahmen.14 Bestätigt meinen Verdacht seit Band 3000, dass man das in wenigen Heften hätte abfrühstücken können.

Kobras, Kronen, Captains und Barbaren

Schnell noch zum Bewegtbild-Konsum der letzten Tage und Wochen.15 Nach langem Zögern endlich in Cobra Kai reingeschaut, der leicht verspäteten Nachfolgeserie der Karate-Kid-Filme aus den 80ern. Und ich muss sagen: Ich bin total begeistert! Richtig witzig und geistreich das Ganze. Hätte ich nicht gedacht. Schaut’s euch an! Im Januar kommt schon Staffel drei.

Zu The Crown muss glaube ich nichts weiter gesagt werden. Ihr habt die frische vierte Staffel sicher alle schon durch. Unverändert großartig.

Dann hatte ich vor, endlich die Star-Trek-Doku The Captains von und mit William Shatner zu gucken – und musste nach wenigen Minuten wieder ausschalten. Das ist ja unerträglich, wie Shatner Interviews führt. Warum quatscht der Patrick Stewart alle zwei Sätze dazwischen?

Noch schlimmer ist diese Barbaren-Nummer bei Netflix. Nach dem ersten Trailer hatte ich mir davon noch eine unterhaltsame Umsetzung des Teutoburger-Wald-Themas wenigstens auf Vikings– oder Rome-Niveau erhofft. Historische Akkuratesse hätte ich da nicht einmal erwartet. Aber: Alter, ist das schlecht! Übelster-Laiendarsteller-Trash, der das geringe Budget kaum verhehlen kann. Die Darstellung der Römer-Seite ist der einzige kleine Lichtblick. Aber die Haitabu-Cosplayer, die die Germanen darstellen sollten … Puha!

Wars und Trek

Der Mandalorianer muss leider noch eine Einzelabenteuer-Runde drehen, ehe er den Jedi 16 näher kommt. In dem Abenteuer steckt dann aber doch mehr Metahandlung, als man erst erwartet hatte. Und sie haben das böse M-Wort (fast) genannt. Dachte eigentlich, dass das aus dem Star-Wars-Sprachschatz verbannt sei. Egal! Mir gefällt die Serie ungebrochen gut, gerade weil sie die Wage zwischen Metahandlung und Einzel-Action-Abenteuern gut hinbekommt.

Bei Discovery kriegen sie diesbezüglich auch langsam die Kurve. Wobei ich der Serie schon von Anfang an sehr wohlgesonnen bin. Entsprechend haben mir sowohl die nun freischwebenden Warpgondeln der Discovery als auch die Super-Kommunikatoren mit Holo-Pads und eingebautem Transporter17 sehr gefallen. Gleiches gilt für den Nostalgie-Gag der Woche – die selbstdichtenden Schaftbolzen – und die dicke Katze. Besonders mag ich übrigens Books Raumschiff, das diesmal ordentlich in Szene gesetzt wurde. Und ich bin extrem gespannt, was es mit den Aussetzern der Imperatorin auf sich hat.

Örwyrm

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(Ohrwurm der Woche ist derselbe wie an jedem Mandalorianer-Wochenende)

Nächste Woche: Ärzte, Astronomie, Ahsoka

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  1. Bin selbst gespannt, wie konsequent ich das durchziehen werde.[]
  2. gelesen, geguckt, gemampft[]
  3. So ich es denn für berichtenswert halte und im weitesten Sinne dem Eskapismus zuordnen kann.[]
  4. Spaß. Tatsächlich mögen die das glaube ich ganz gern.[]
  5. Da fällt mir ein: Habe lange kein Stöckchen mehr aufgenommen beziehungsweise geworfen.[]
  6. Unter wohlwollendem Mitwissen der betroffenen Nachbarn versteht sich.[]
  7. Dass man sich auf der offiziellen Seite das persönliche Schreibziel nun auch niedriger setzen kann, hatte ich erst später erkannt.[]
  8. Bin mir bei der Schreibweise noch uneins. Doch lieber in einem Wort? Oder mit Bindestrich?[]
  9. Zugegeben keine neue Idee – das Schreiben macht aber Spaß.[]
  10. Meinen an dieser Stelle üblichen Disclaimer, dass ich einst begeisterter Fan und Leser war, der mit Band 2200 ausgestiegen aber nie so recht losgekommen ist, müsst ihr euch einfach dazudenken.[]
  11. also die Hefte 3050, 3051, 3052 und 3053[]
  12. Führt da einer Buch, wie oft das in der Serie bislang passiert ist? Das erste Mal war der Schwarm in den 500ern, oder? Allerdings wurde da gleich das ganze Sonnensystem versetzt, das gilt vermutlich nicht. Dann wohl doch erst der Mahlstrom der Sterne in den 600ern, was?[]
  13. vor allem zwischen den Heften 1800 und 2200[]
  14. Zeitsprung in eine unangenehme Zukunft, in der die Helden der Handlungsgegenwart nur noch Legenden sind und offiziell sogar als Schurken dargestellt werden.[]
  15. In dieser ersten Ausgabe will ich mal etwas weiter zurückblicken.[]
  16. Vor allem einer ganz bestimmten, die sogar schon namentlich erwähnt wurde.[]
  17. Woher weiß der eigentlich, wohin man will?[]

Astronomie-Podcasts

Ich plane, mich wieder etwas intensiver mit der zu beschäftigen. In einem ersten Schritt lausche ich vermehrt neuen und altbewährten Podcasts.

Auf dem Weg zur Hobby-Astronomie

Aktuell bin ich auf diesem Gebiet kaum mehr als interessierter Laie. Auch vom Status des gestandenen Hobby-Astronomen bin ich noch weit entfernt. Interessiert hat mich das Thema dennoch von klein auf mit mal mehr und mal weniger Engagement.1

Schritt 1: Podcasts

Um mich langsam wieder ein wenig auf Stand zu bringen, habe ich ein paar Podcasts aufgeholt und nach neuen Ausschau gehalten. Im Folgenden möchte ich präsentieren, was ich aktuell so im Podcatcher habe, und natürlich nach euren Tipps und Empfehlungen fragen.2

Sternengeschichten

Zu den allwöchentlichen Astronomie-Häppchen des großartigen Florian Freistetter muss ich eigentlich gar nicht mehr so viel sagen. Bereits vor drei Jahren habe ich seine Sternengeschichten – mein absolut liebster – ausgiebig gelobhudelt. Dem ist auch heute kaum etwas hinzuzufügen.

Unverändert liefert er seit 2012 Woche für Woche sehr fundierte spannende Astro-Themen, stets in einer angenehmen Länge zwischen zehn und 15 Minuten.3 Das wissenschaftliche Niveau ist dabei recht hoch – dennoch werden die Inhalte sehr verständlich vermittelt, dass auch ein interessierter Laie wie ich gut mitkommt.4

Für mich sind die Sternengeschichten aktuell die zentrale Informations- und Nachrichtenquelle in Sachen Weltraum-Zeugs. So habe ich zum Beispiel erst durch die September-Folge 407 zur Pioneer-Anomalie gelernt, dass das Rätsel um die langsamer werdenden Fern-Raumsonden5 längst gelöst ist.

Der gute Florian ist auch über diese Sendung hinaus sehr umtriebig. So ist dies nicht sein einziger Podcast (siehe unten), er ist zudem bei recht aktiv, schreibt Bücher zum Thema und tritt unter anderem als Kabarettist in Sachen auf. Klickt euch gern mal bei ihm durch.

Sternengeschichten | Florian bei Instagram: @astrodicticum

Das Universum

Kommen wir gleich zum nächsten Podcast-Projekt mit Florian. Die Astronomin Ruth Grützbauch hat mit ihm im Sommer dieses Jahres Das Universum ins Leben gerufen.

Inhaltlich geht es natürlich erneut um die Sterne – und was sich sonst noch so im Universum finden lässt.6 Das Format kommt etwas klassischer daher, soll heißen, die beiden plaudern ungeskriptet – aber dennoch sehr fundiert – zum jeweiligen Thema der Sendung. Und die Folgen sind mit um und bei einer Stunde auch etwas länger.

Das mag zu den Gründen zählen, aus denen ich bislang nur der Nullnummer gelauscht habe. Es ist dennoch mein fester Vorsatz, die mittlerweile zehn regulären Episoden zeitnah durchzuhören.

Das Universum | Das Universum bei Instagram: @dasuniversumpodcast

Plaudertarium

Ganz ähnlich kommt das Plaudertarium von Verena Bethe und Peter Dorman daher. Ihr Podcast ist ebenfalls im Sommer gestartet und inzwischen auf zehn Folgen angewachsen.

Mit rund einer halben Stunde Dauer kommen die Folgen meinen Hörgewohnheiten etwas mehr entgegen. Tatsächlich habe ich hier alle bisherigen Sendungen schon durchgelauscht. Inhaltlich setzen die beiden etwas dichter bei den absoluten Grundlagen an, was die Veranstaltung aber nicht weniger interessant und hörenswert macht.

Plaudertarium | Plaudertarium bei Instagram: @das_plaudertarium

Was (nicht mehr) fehlt: Auf Distanz

Mit großem Bedauern ist mir aufgefallen, dass es seit Anfang des Jahres keine neuen Folgen von Auf Distanz mehr gibt. Lars Naber hatte bis dahin in verlässlicher Regelmäßigkeit mit recht hohem journalistischen Anspruch über Hobby-Astronomie und Raumfahrt berichtet.

Vom vorbildlich vorbereiteten Interview über Reportagen vor Ort, Kurznachrichten und Berichte ist jedes journalistische Format vertreten. Ich hoffe, dass da bald wieder mehr kommt.

Bis dahin lohnt es sich, in die gut 50 Folgen reinzuhören, die sich seit 2015 angesammelt haben. Alle davon habe ich auch noch nicht gehört.

EDIT: „Auf Distanz“ ist wieder on air. Seit Anfang 2021 gibt es wieder regelmäßig neue Folgen. Unbedingt reinhören!

Auf Distanz

Was auch fehlt: Sternbildung

Zwischen 2018 und 2019 hatte Florian schon einmal ein dialogisches Podcast-Projekt über den Sternenhimmel. Und zwar haben Holger Klein und er für Spektrum das Ziel verfolgt, zu jedem Sternbild, eine Podcast-Sendung zu füllen.

Das ganze nannte sich Sternbildung und war zwölf Folgen lang sehr kurzweilig und lehrreich. Leider haben sie nach den zwölf Tierkreiszeichen damit aufgehört. Ich hatte es immer so verstanden, dass es zu jedem Sternbild7 eine Sendung geben soll. Aber hat wohl nicht sollen sein – oder da kommt nach einem Päuschen bald wieder was.

Nachhören kann man die zwölf Folgen aber immer noch. Es lohnt sich.

Sternbildung

Was fehlt außerdem?

So, und nun seid ihr an der Reihe. Denn in meiner Auflistung fehlt sicher noch eine ganze Menge. Welche Astronomie-Podcasts könnt ihr also noch dringend empfehlen? Wo sollte ich unbedingt mal reingehört haben?

Immer her mit euren Tipps!

Und als nächstes beschäftige ich mich mit Astronomie-Apps.

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  1. Mit allen einschlägigen Was-ist-was-Büchern bewehrt habe ich meinen Eltern damals sogar ein brauchbares Spiegelteleskop abgeschwatzt, mit dem ich in den 80ern – lang ist’s her – die ein oder andere interessante Beobachtung machen konnte. Doch dazu an anderer Stelle mehr.[]
  2. Das vor allem.[]
  3. Was ich besonders schätze.[]
  4. Nebenbei: Ebenfalls sehr charmant ist die leichte österreichische Färbung des gesagten. Keine Sorge, Florian spricht lupenreines Hochdeutsch – aber die Dinge finden halt beispielsweise „am Mond“ und nicht „auf dem Mond“ statt. Ich mag das.[]
  5. Also jene, die wie die beiden Pioneer-Sonden und die beiden Voyagers die äußeren Planeten besucht haben und nun dabei sind, unser Sonnensystem zu verlassen. Die wurden ja stetig langsamer, ohne dass man sich das erklären konnte. Mittlerweile kann man.[]
  6. also eigentlich alles[]
  7. Etwa 90 Stück sollen angeblich astronomisch definiert sein.[]

Fundsache: Cowboy-Bebop-Vorspann in echt

Der YouTuber Denver Jackson scheint genau wie wir1 unter schweren -Entzugserscheinungen zu leiden und hat daher kurzerhand seinen eigenen Live-Action-Vorspann gebastelt. Sehr gelungen, wie ich finde.

(EDIT: Der YouTube-Link existiert nicht mehr. Ohnehin gibt’s inzwischen einen offiziellen Live-Action-Vorspann durch die entsprechende Netflix-Serie. Könnt ihr euch bei Interesse ja googeln.)

Ich will mehr!

Warum die Serie zu meinen Favoriten zählt, habe ich vor einer Weile ausführlich dargelegt:

Bingetagebuch: Cowboy Bebop

Umso trauriger, dass es weder die Serie noch den ausgekoppelten Film2 laut WerStreamt.es? aktuell irgendwo zu gucken gibt. Einen neuen Stand in Sachen Realverfilmung gibt es seit der Verletzung des Hauptdarstellers John Cho meines Wissens auch nicht.3

Einen hab ich noch

Natürlich kann man mit dem ikonischen Vorspann auch andere hübsche Sachen machen. Zum Beispiel ihn auf den Mandalorianer umdichten, wie Malec es getan hat.4

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  1. will sagen: ich[]
  2. den ich auch noch nicht gesehen habe[]
  3. Oder wisst ihr was? Erzählt, erzählt![]
  4. Schaut euch unbedingt auch die Variation des Rick&Morty-Vorspanns an! Die ist großartig![]

NaNoWriMo 2020: Raketen Märchen

Dass es mich hin und wieder überkommt, etwas triviale Prosa in die Tasten zu hauen, habe ich angelegentlich erwähnt. Nun ist es wieder so weit, da kommt mir der NaNoWriMo gerade gelegen.

National Novel Writing Month

Dieses Marathonschreibevent hat einige Tradition unter all jenen, die sich zum Schreiben berufen fühlen. Das erklärte Ziel der Teilnehmenden ist, in diesem Monat jeden Tag so viel wie möglich in die Tasten zu hauen – und am Ende ein Manuskript von 50.000 Wörtern produziert zu haben.

Erfolgreich scheitern seit 2012

Seit 2012 versuche ich mich immer mal wieder daran – und habe das gesteckte Ziel noch nicht ein einziges Mal erreicht.1 Dennoch macht es mir stets aufs Neue Spaß. In diesem denkwürdigen Jahr geht es mir erneut so – also stelle ich mich der unerreichbaren Herausforderung zum wiederholten Male.

Raketen Märchen

Mir schwirrt ungefähr seit dem Sommer eine Idee im Kopf herum, die verwirklicht werden will: Märchenplots in einem Retro-Science-Fiction-Szenario mit rasenden Raketen, Strahlenkanonen und allem, was dazugehört.2 Ich dachte daran, die Handlung der ersten Geschichte auf der Grundlage des Grimmschen Märchens „Das blaue Licht“ – beziehungsweise der Andersen-Version „Das Feuerzeug“ – zu gestalten. Der Arbeitstitel ist naheliegenderweise: „Es leuchtet blau“. Mal sehen, wie weit ich dieses Mal komme.

Null von 50.000

Zur eigenen Motivation dokumentiere ich mein Scheitern erneut bei nanowrimo.org und werde auch an dieser Stelle berichten. Falls jemand mein Writing-Buddy sein mag: nanowrimo.org/participants/treanor

Edit: Meine Bemühungen waren durchaus erfolgreich. Ich habe immerhin zwei Raketenmärchen fertig bekommen.

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  1. Mein Rekordwert ist nicht einmal fünfstellig.[]
  2. Nicht sonderlich neu, wie ich zuzugeben bereit bin. Die Inspiration dazu entstammt natürlich meiner Lektüre der letzten Monate und Jahre.[]

Hobby-Geschreibsel: Neues von Heldenfahrt und Sternenfahrt

Wer also Interesse an klassischer epischer Fantasy und/oder nicht minder epischer Science-Fiction hat, ist herzlich eingeladen reinzuschmökern. Die PDFs können einfach so runtergeladen werden, schließlich schreiben Ace Kaiser und ich die Geschichten aus reinem Spaß an der Freude.

Die Heldenfahrt: Schattendrachen und Schneewale

Buch Vier der Heldenfahrt1 ist erneut um zwei Verse angewachsen. Unsere beiden Helden sind unverändert in der Unterwelt unterwegs, um das Jüngste Gericht2 zu verhindern. Sie sind dem Zentrum der Hölle und dem Dämonentor nicht mehr fern – man munkelt, dass bald das große Staffelfinale ansteht.3

Vers 47 (Buch Vier ab Seite 231) stammt aus Ace Kaisers Feder. Hier müssen sich die Helden eines Nachtmahrs erwehren, ehe sich ihre Wege wieder trennen. Denn einer der Helden muss in Begleitung eines Schattendrachen allein zum Dämonentor vordringen.

In Vers 48 (Buch Vier ab Seite 256) schildere ich das Schicksal des anderen Helden, der tief in der Unterwelt noch ein Versprechen einzulösen hat. Dabei erweist sich unter anderem ein Schneewal als hilfreich.

Die Sternenfahrt: Wurmlöcher und Sternenreiche

Da es uns nicht nur Freude bereitet, schamlos im Fantasy-Genre zu wildern (will sagen: demütig zu zitieren), sondern auch die Science-Fiction ein unerschöpflicher Fundus für die ein oder andere Ideenplünderung (beziehungsweise Hommage) ist, haben wir unlängst mit der Sternenfahrt ein weiteres Schreibprojekt losgetreten.

Buch eins steckt mit zarten vier Kapiteln noch in den Anfängen – es beginnt sich aber bereits ein bunter Kosmos voller Raumschiffe, Aliens und Sternenreiche zu entfalten – Wurmlöchern sei Dank!

Ganz frisch sind die Kapitel drei und vier, wie immer von Ace Kaiser und mir. Lest gerne rein!4

Geschriebenes in neuem Gewande

Bei der Gelegenheit gehe ich den Plan an, meine Übersichtsseite Geschriebenes etwas auf Vordermann zu bringen. Weit fortgeschritten bin ich damit noch nicht. Ziel ist, die Seite neu zu strukturieren und die Geschichten in mehreren Formaten anzubieten.

eBook-Formate dauern noch

Meine Versuche, die PDFs auch in gängige eBook-Formate umzuwandeln,5 sind ebenfalls noch nicht sonderlich weit gediehen. Zwar habe ich mir Calibre zugelegt und ein wenig damit rumgespielt. Es ist mir sogar gelungen, das eine oder andere Dokument im korrekten Format auf mein Kindle zu schieben.

Ich scheitere allerdings noch daran, die Formatierungen (vor allem Überschriften und Inhaltsverzeichnisse) so zu übertragen, dass es mir gefällt. Da werde ich mich bei Gelegenheit tiefer reinfuchsen müssen. Falls jemand einen Tipp hat, immer her damit!

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  1. unser Round-Robin-Fantasy-Schreibprojekt, das wir 1997 begonnen haben und seither unverdrossen weiterschreiben[]
  2. Es geht natürlich nie um weniger als die Rettung der Welt.[]
  3. Vers 50 ist nicht mehr weit.[]
  4. kost wie gesagt nix[]
  5. wenigstens epub und das Kindle-Ding[]

Eskapedia: Neues Antlitz für unseren Podcast

Dem wunderbaren Adrian vom Baur sei Dank: Endlich haben der Legonaut und ich angemessene Avatare, um im Rahmen unseres -Projekts Gesicht zeigen zu können. Auch wenn man die neueste -Serie hierzulande noch nirgendwo anschauen kann,1 ist ihre Optik bereits recht präsent und geradezu ideal, um uns beide Alt-Trekker in Szene zu setzen.

Lauschet der Eskapedia!

Sollte die eine oder der andere noch in keine unserer Sendungen reingelauscht haben – nichts leichter als das! Im Folgenden liste ich die mittlerweile zehn2 Episoden noch einmal auf:

Episode 0 – und noch ein Podcast
Hurra! Die ist da! Mit unserer Nullnummer stellen wir uns vor und geben gleich erste ehrliche, entsetzlich eloquente, eskapistische Empfehlungen in Sachen Podcasts.

Episode 1 – Der Gratis Comic Tag 2019
In der ersten regulären Sendung sprechen wir über den 2019 und welche Hefte wir gerne weiterempfehlen (und welche nicht).

Episode 2 – Soziale Medien
Zuerst berichten wir alten Männer über unsere ersten Schritte im Netz Anno 1704, bevor wir darüber sprechen, welche Dienste wir wie, wann nutzen.

Episode 3 – Walter Moers: Der Bücherdrache
Über Walter Moers und seine -Romane haben wir einiges zu sagen. So auch über das aktuelle Werk „Der Bücherdrache“.

Episode 4 – Asterix und die Tochter des Vercingetorix
Die bekannteste gallische Dorfgemeinschaft wird dieser Tage 60 Jahre alt. Zudem erscheint der nunmehr 38. Band der Serie. Es gibt also jede Menge Redestoff für uns als begeisterte Leser mit einem Schuss Zaubertrank abgeschmeckter Geschichten aus Aremorica.

Episode 5 – Serienempfehlungen
Winterzeit ist Serienzeit und damit ihr genug Futter für Eure Fernseher, iPads und Telefone habt bis die Schneeglöckchen wieder sprießen, haben wir für Euch unsere bisher längste, pickepackevolle Empfehlungssendung aufgenommen.

Episode 6 – Vorfreude auf Star Trek: Picard
Die neue Star Trek-Serie mit dem vielversprechenden Titel „Picard“ ist quasi schon am Horizont zu sehen, Grund genug, um uns über Star Trek als solches und TNG im Besonderen auszustauchen.

Episode 7 – Verbesserungsvorschläge für Star Trek: Picard
Wir haben uns sehr auf Star Trek: Picard gefreut. Nach Ende der ersten Staffel gehen wir nun schonungslos mit der Serie ins Gericht – bleiben dabei aber stets gerecht, versöhnlich und konstruktiv. Und selbstverständlich wissen wir beiden Schlaumeier genau, wie die Staffel noch besser hätte werden können.

Episode 8 – Retrotrip: SF Serien der 70er und 80er Jahre
Die beide Eskapisten Eures Vertrauens begeben sich in den Podcastepisoden der nächsten Monate auf einen kleinen Retrotrip. Wir beginnen mit Serien der 70er und 80er Jahre. Von Buck Rogers bis zum fliegenden Ferdinand gibt es viel zu bereden.

Episode 9 – Retrotrip: Perry Rhodan
In nur einer halben Stunde über quatschen? Unmöglich! Aber ein paar Sätze über Andreas Eschbachs jüngsten Roman lassen sich durchaus verlieren.

Auf die nächsten zehn!

Und natürlich geht es bald weiter. Die nächsten Aufnahmen sind geplant. Erneut wird der Gratis Comic Tag Thema sein und wir setzen unseren Retrotrip mit wohlig nostalgischen Rückblicken in die fantastische Vergangenheit fort.

Bleibt auf Empfang!

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  1. Oder etwa doch? Wisst ihr was neues? Bitte sagt es mir![]
  2. die obligatorische Nullnummer mitgerechnet[]

Fundsache: Garak und Bashir sind zurück

Pandemie und Lockdown bescheren uns bei allen Unannehmlichkeiten immerhin ein paar interessante Reunions per Videokonferenz. So trafen unlängst Alexander Siddig und Andrew Robinson bei einer solchen Gelegenheit aufeinander und schlüpften erneut in ihre aus Star Trek: Deep Space Nine1 bekannten und beliebten Rollen Dr. Julian Bashir 2 und Elim Garak.3

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Pandemie auf Cardassia Prime

Damit nicht genug thematisieren die beiden im ersten Teil des videounterstützten Hörspiels „Alone Together“ von Matthew Campbell das brandaktuelle Pandemiethema mit seinen gesellschaftlichen Randerscheinungen. So ruft Garak nämlich seinen alten Freund Bashir inoffiziell zu Hilfe, da auf Cardassia Prime eine Pandemie ausgebrochen ist – was offiziell allerdings heruntergespielt wird. Die Parallelen sind offensichtlich – und äußerst amüsant wie lehrreich.

Auftritt Jake, Kira und Quark

Damit noch immer nicht genug, folgten inzwischen drei weitere Episoden, die die Geschichte weitererzählen und in denen Cirroc Lofton, Nana Visitor und Armin Shimerman hinzustoßen und ihre Rollen als Jake Sisko 4, Kira Nerys 5 und Quark6 wieder aufnehmen.

Ich muss gestehen, selbst bislang nur die erste Episode geschaut und in die anderen ein wenig reingeluschert zu haben, möchte sie euch dennoch allesamt wärmstens ans Herz legen:

Weitere Fundsachen an anderen Orten

Edieh – Fantastische Trailer #180 | Minds Delight – Good News Everyone LXXXI | Miss Booleana – Blogophilie Juli 2020 | Zusammengebaut – LEGO Links: Stein, Schere, Papier

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  1. Beste Star-Trek-Serie aller Zeiten![]
  2. seines Zeichens Chefarzt auf DS9 und heimlicher Augment[]
  3. begnateter cardassianischer Schneider, Lügner, Spion, Mehrfachagent und Exilant[]
  4. Autor, Reporter und Sohn des Stationskommandanten und Abgesanten Captain Benjamin Sikso[]
  5. Major des bajoranischen Militärs und einstige Widerstandskämpferin gegen die cardassianischen Besatzer – wobei sie hier offenbar in die Rolle der Spiegel-Kira aus dem „bösen“ Paralleluniversum geschlüpft ist.[]
  6. Ferengi und Barbesitzer[]

Lesetagebuch: Perry Rhodan von Andreas Eschbach

Andreas Eschbachs Roman Perry Rhodan – Das größte Abenteuer erschien bereits im Jahr 2019. Bald darauf schon preisgekrönt1 wurde er auch über das Rhodan-Fandom hinaus hoch gelobt.

Dem gehöre ich – ich habe es oft genug betont – längst nicht mehr so intensiv an wie ehedem. Dennoch hat mich die Idee eines Prequel-Romans zur Serie aus der Feder eines professionellen Autors durchaus interessiert. Aus Gründen2 hat es ein gutes Jahr gedauert, ehe ich wirklich zugeschlagen und das Buch verschlungen habe.

Was zuvor geschah

Um den Roman zu verstehen, ist es unumgänglich, ein paar Worte über die Serie Perry Rhodan und ihren Titelhelden zu verlieren. Das habe ich auf der Tonspur bereits etwas ausführlicher getan. Und zwar in unserer aktuellen Podcast-Sendung:3

Eskapedia Episode 9 – Retrotrip: Perry Rhodan

An dieser Stelle dazu nur ein, zwei Sätze: Band 1 der Perry-Rhodan-Serie erschien im Jahr 19614 und hatte die erste Mondmission5 sowie den ersten Kontakt mit Außerirdischen6 zum Inhalt. Die über 3.000 Folgehefte schildern bis heute die äonenlange Zukunftsgeschichte der Menschheit und ihres inzwischen unsterblichen Titelhelden.

Doch nun zum Inhalt des Buches selbst. Daher die obligatorische

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Perry Rhodan trifft Forrest Gump trifft Skinny Norris

Erzählt wird die Geschichte des Titelhelden Perry Rhodan von seiner Geburt und Kindheit in einem beschaulichen Örtchen in Connecticut – inklusive einiger Angaben zu seinen Vorfahren, denn natürlich ist die Familie Rhodan deutscher Abstammung7 – bis zum Auftakt seines „größten Abenteuers“, wie es in den ersten zehn Bänden besagter Romanheftserie beschrieben ist. Hierbei stützt sich Eschbach auf die zahlreichen diesbezüglichen Hinweise, Anmerkungen und Rückblenden, die über die Jahrzehnte8 in der Serie und ihren Neben-Publikationen angefallen sind. Durch seine sehr sorgfältige Recherche – Eschbach ist erklärter Fan der Serie – ist ein durchaus „kanonischer“ Text entstanden, der die jungen Jahre des Helden erstmals komplett und zusammenhängend darlegt.

Dabei gelingt es Eschbach, die über die Jahre von unterschiedlichsten Autoren teilweise ans Absurde grenzenden Schnipsel9 in eine schlüssige und stimmige Vita zu gießen. Das hat dann seine schwächeren Momente wie das Kinderabenteuer im Drei-Fragezeichen-Stil, bei dem der kleine Perry fälschlich eines Diebstahls bezichtigt wird, hinter dem eigentlich ein schurkischer10 Skinny-Norris-Verschnitt steckt – aber auch etliche Höhepunkte, wie seinen Karriereweg zum Astronauten, seine Zeit in Vietnam und seine Begegnung mit Dr. Martin Luther King Jr.

Man sieht: Eschbach hat offensichtlich nicht die geringste Scheu, Perry die volle Forrest-Gump-Packung zu verpassen – und das ist auch gut so! Es ist eine wahre Freude, ihn auf alle Figuren unserer Historie treffen zu lassen, die in dem Zeitabschnitt irgend möglich sind.

Spannende Parallelhistorie

Parallel zu Rhodans Lebenslauf entwickelt der Roman die historischen Ereignisse einer Welt, die ausgehend vom Zweiten Weltkrieg nicht auf Armstrongs Mondlandung 1969 hinauslaufen, sondern auf Rhodans Mondlandung im Jahre 1971.

Über weite Strecken bleibt diese Historie von der unseren kaum unterscheidbar – außer, dass es hier eben einen Perry Rhodan aus Manchester (CT) gibt, der seinen Weg vom Sohn eines Elektronikhändlers zum Flieger-Ass der US Air Force geht.

Die Abspaltung von unserer Zeitlinie erfolgt zunächst behutsam. So landet der Weltraum-interessierte Rhodan nämlich nicht bei der NASA, sondern bei einem geheimen – und fiktiven – Weltraumprojekt der Air Force, aus dem schließlich – ohne Scherz! – die US Space Force11 wird.

An der Stelle nutzt Eschbach die wunderbare Gelegenheit, historische Figuren – allen voran die NASA-Astronauten jener Zeit – mit dem fiktiven Personal der ersten Rhodan-Hefte zu vermischen, was dem geneigten Altleser und Raumfahrtenthusiasten12 eine wahre Freude ist.

Die endgültige und offensichtliche Abspaltung der Zeitlinien setzt Eschbach an das Ende des Jahres 1968, indem er die Apollo-8-Mission zur ersten Umrundung des Mondes tragisch scheitern lässt. Das Ergebnis ist der Abbruch der NASA-Bemühungen und die Übernahme durch die Space Force, die ihr geheimes Weltraumprojekt mit erhöhten Mitteln fortsetzen und nur wenige Jahre nach dem geplanten NASA-Start mit einem eigenen Mondflug zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann. Dabei gelingt es Eschbach, die Abläufe dieser drei Jahre sehr schlüssig so zu beschreiben, dass der 1961 in Heft 1 beschriebene technologische und weltpolitische Zustand nun deutlich glaubhafter erscheint als zuvor.

So ist die „Asiatische Föderation“ der damaligen Hefte nun eine schlichte Allianz aus der VR China und Nordkorea und auch der dort für 1971 vorhergesagte internationale NATO-Geheimdienst klingt auf einmal viel realisitischer. Die US-Raumstation FREEDOM I wirkt als vorweggenommenes Skylab aus einer Saturn-V-Stufe auf einmal gar nicht mehr so abwegig, genau wie Rhodans STARDUST-Mondrakete die nun als „Saturn VI“ daherkommt – eine modifizierte Saturn-V-Rakete mit einem atomaren Triebwerk in der zweiten Stufe.

Dankenswerterweise endet das Buch nicht unmittelbar mit dem Start der Mondrakete und den Ereignissen des ersten Heftes. Eschbach erzählt die Geschichte im gleichbleibenden Stil ungefähr bis zum Beginn von Heft zehn weiter. Dabei hat er einerseits die Möglichkeit, Behauptungen der Originalserie, die nicht zu seiner Vorgeschichte passen, einzuordnen und kann andererseits ein weiteres zentrales Thema der ursprünglichen Perry-Rhodan-Handlung13 aufnehmen – nämlich die Abwendung des Atomkriegs und die Einigung der Menschheit.

Der erste Kontakt mit den außerirdischen Arkoniden führt dank Rhodan dazu, dass die fortschrittliche Technologie der gesamten Menschheit zugute kommt und nicht nur einem der damaligen Machtblöcke. Mit diesem versöhnlichen Aspekt und dem Ausblick, dass Rhodan die so vereinte Menschheit nun zu den Sternen führt, endet das Buch – und lässt nicht nur Altleserinnen und Altleser der Serie begeistert zurück. Zumindest ging es mir so und man liest allüberall ähnliches.

Wozu das Ganze?

Dass dieser Roman ganz offensichtlich sowohl dem Autoren als auch einer großen Zahl Leserinnen und Lesern einen Heidenspaß bereitet hat, ist selbstverständlich eine völlig ausreichende Existenzberechtigung desselben. Dennoch erfüllt er darüber hinaus einige weitere Funktionen, die ihn bedeutsam machen.

Charakterbildende Maßnahme

Der Titelheld der Serie steht in der Tradition ganz klassischer Pulp-Weltraumhelden des 20. Jahrhunderts: Buck Rogers, Flash Gordon, John Carter, Captain Future und wie sie alle heißen. Diese Herren zeichneten sich oft durch verhältnismäßig oberflächliche Charaktereigenschaften aus, die sich darauf beschränkten, perfekt, unfehlbar und unbesiegbar zu sein.

Entsprechendes gilt für den Perry Rhodan der ersten Hefte, was es auch späteren Autorinnen und Autoren oft schwer gemacht hat, den Knaben charakterlich zu fassen – was mit Nebenfiguren oft besser gelang.

Ich zumindest rechne es Eschbach sehr hoch an, dass er Rhodan mit dieser ausführlichen Ursprungsgeschichte ordentlich Charakterschärfe verpasst hat – die mittlerweile offenbar von den Heftautorinnen und -autoren berücksichtigt wird. Kann aber auch sein, dass ich dieses erneuerte Rhodan-Bild bei der Lektüre aktueller Hefte jetzt einfach immer im Hinterkopf habe.

Moderner Rückblick auf die Wurzeln

Außerdem macht dieses Buch etwas, was bei den einschlägigen Superheldencomicserien von Marvel und DC eine regelmäßige Übung ist: Die Neuerzählung und Neuinterpretation der Origin-Geschichte des jeweiligen Helden. Das ist wichtig, da hier die grundlegende Motivation der Hauptfigur angelegt ist, was hin und wieder der Leserschaft in Erinnerung gerufen und auf ihre aktuelle Lebenswirklichkeit übersetzt werden muss.

Das tut dem ollen Rhodan durchaus gut. Zudem die Ursprungsgeschichte nicht nur in zetgemäßerem Gewand neu erzählt wird. Eschbach versucht auch, einige Kinken auszuwetzen, die schlicht der Tatsache geschuldet sind, dass die ersten Hefte ein Kind der westdeutschen 50er Jahre sind und ganz selbstverständlich als „Schundheft“-Serie konzipiert war.14

Zur moderneren Erzählweise gesellt sich also noch ein klein wenig Tiefe15 und historische Glaubwürdigkeit – alles in Maßen versteht sich. Schließlich bleibt das Ganze eine fantastische Abenteuergeschichte. Gewürzt mit der notwendigen Menge Fanservice16 ergibt sich ein wunderbarer runder Roman – der außerdem eine große Bereicherung für die gesamte Serie darstellt.

Und sollten wir irgendwann endlich unsere wohlverdiente Netflix-Perry-Rhodan-Serie bekommen, hoffe ich doch stark, dass die erste Staffel auf diesem Buch basieren wird.

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  1. Es gab den Kurd Laßwitz Preis – auf den hat Eschbach aber ohnehin ein Abo.[]
  2. Mir war lange Zeit der eBook-Preis schlicht zu hoch. Ohne daraus jetzt ein Thema machen zu wollen: Aber ich habe es nicht eingesehen, für eine Leselizenz des schieren Textes den vollen Hardcoverpreis zu zahlen. Erst bei erscheinen des Taschenbuchs hatte der Verlag sich erbarmt, auch den eBook-Preis zu senken – da habe ich dann zugegriffen.[]
  3. Lauschet![]
  4. also acht Jahre vor der tatsächlichen Mondmission[]
  5. In jener Welt fand sie 1971 statt.[]
  6. Auf den müssen wir hier noch warten. Also zumindest offiziell.[]
  7. Genaugenommen aus Bayern, wo die Rodens Bergbauern waren. Oder so.[]
  8. Inzwischen bald sechs an der Zahl.[]
  9. So ist der junge Rhodan aus Gründen während der 68er-Studentenunruhen in Paris, trifft auf Daniel Cohn-Bendit und verkloppt den dortigen Polizeichef.[]
  10. und selbstredend der Unterschicht entstammender[]
  11. Jaha! Die hat nämlich 1961 die Perry-Rhodan-Serie erfunden. Trump ist voll der Nachmacherix![]
  12. mir[]
  13. neben der akkuraten Darstellung der (Pseudo-) Technologie, inklusive aller  Raumschiffe, Triebwerke und Waffensysteme[]
  14. Was ich nicht im Mindesten abwertend meine. Romanhefte waren vor allem damals reine Gebrauchsliteratur, die nach der Lektüre im Zug wie eine ausgelesene Tageszeitung im Müll verschwanden. Ja, Perry Rhodan hatte immer einen etwas höheren Anspruch – weswegen die Serie auch bis heute existert. Dennoch liegt der Fokus nun mal auf der kurzfristigen Unterhaltung.[]
  15. So thematisiert Eschbach durchaus angemessen das Thema „Rassentrennung“ in den USA und zieht es sogar als einen von mehreren roten Fäden durch die gesamte Handlung. Warum er gleichzeitig die Geschlechterungerechtigkeit der Handlungszeit fast vollständig unerwähnt lässt, bleibt mir allerdings ein Rätsel.[]
  16. Nehmen wir nur die kleine Begegnung mit Atlan in Paris, die nur der wahre Kenner überhaupt wahrnimmt. Wobei mich etwas störte, dass der alte Arkonide sonst keinen Auftritt hat. Hatte er nicht mal behauptet, den jungen Rhodan vor dessen Mondmission „getestet“ zu haben? Und war er nicht auch – in Verkleidung natürlich – an der Entwicklung des Atomtriebwerks der STARDUST beteiligt? Naja, man kann nicht alles haben.[]

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