Kategorie: Lesetagebuch

Lesetagebuch: „Der Techno-Mond“ von Andreas Eschbach

Dieses Wagnis scheint durchaus kein reines Lippenbekenntnis zu sein, denn Der Techno-Mond markiert nicht nur einen neuen Handlungsabschnitt sondern auch den Wechsel in der Exposé-Redaktion. Autor des Jubiläumsbandes ist zudem niemand geringeres als der Bestsellerautor Andreas Eschbach („Die Haarteppichknüpfer“, „Das Jesus-Video“).

Tatsächlich meint man es mit dem Neuanfang offenbar ernst. Es hat den Anschein, dass die neuen Exposé-Verantwortlichen mit etlichen Handlungselementen der letzten zehn Jahre brechen und eingefahrene Gleise der letzten 700 Bände verlassen wollen.

Andreas Eschbach – ein alter Freund der Serie

Der Band ist komplett danach ausgelegt, neue Leser für die größte und älteste (noch laufende) Science-Fiction-Romanserie der Welt zu gewinnen. Mit Andreas Eschbach wurde ein Autor gewonnen, der allein durch seinen Namen etliche Leser in die Bahnhofsbuchhandlungen locken dürfte, die sonst nichts mit Perry Rhodan am Hut haben. Als SF-, Thriller- und Jugendbuchautor ist Eschbach schon seit Jahrzehnten regelmäßig in Bestsellerlisten vertreten – mithin ein „schweres Geschütz“. Allerdings ist dies nicht sein erster Perry-Rhodan-Roman. Als Gastautor hat er in der Vergangenheit bereits drei Hefte zur Serie beigesteuert – und nie einen Hehl daraus gemacht, großer Fan derselben zu sein.

Völlig neuer Handlungsabschnitt

Weitaus radikaler mutet da fast der Schnitt an, der in der Meta-Handlung und ihrer Struktur gemacht wurde. Mit Band 2700 übernehmen Christian Montillon und Wim Vandemaan die Exposé-Verantwortung von Uwe Anton. Dieser hat mit Band 2699 die von ihm verantworteten Handlungsstränge zu einem recht endgültigen Ende bringen – und bei der Gelegenheit auch gleich ein paar Protagonisten entsorgen müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Leser eine garantiert leere Bühne vorfindet, die kaum Vorwissen erfordert – zumindest was die Ereignisse der letzten paar hundert Hefte angeht.

Ab mit alten Zöpfen!

Uwe Anton hatte die Exposé-Verantwortung seit 2009 inne. Er übernahm sie damals von Robert Feldhoff, der in jenem Jahr überraschend verstorben war. Feldhoff hatte die Geschicke der Serie seit dem Jahr (und dem Band) 2000 alleinverantwortlich gelenkt. Anton hatte in seiner „Amtszeit“ etliche Ideen Feldhoffs weitergeführt, sodass mit dem vorliegenden Band tatsächlich eine 13-jährige und 700 Bände währende Ära ihr Ende findet. Eine Ära, mit der nun ganz bewusst gebrochen werden soll.

Zur Handlung (ab hier besteht leichte Spoilergefahr)

Doch nun endlich zum Inhalt des Jubiläumsbandes: Wir befinden uns in einer ungefähr 3000 Jahre fernen Zukunft, genau genommen im Jahr 1514 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (= 5101 AD). Seit den Ereignissen des vergangenen Zyklus‘ sind fast 45 Jahre vergangen. Das Sonnensystem mit der Erde ist an seinen angestammten Platz zurückgekehrt (ja, man hatte es zuvor entführt), alle außergalaktischen oder gar außeruniversellen Bedrohungen sind soweit beseitigt – alles ist gut. Wenn da nicht der Mond wäre, der auf einmal nicht mehr erreichbar ist. Der vertraute Trabant der Erde – längst bewohnt von Millionen Menschen – ist nun (nachdem er eine Weile verschwunden war) von einem grünlich leuchtenden Gewirr technischer Bauwerke und Strukturen umgeben. Ein undurchdringlicher Schutzschild verhindert seit zehn Jahren, dass jemand auf dem Mond landen und sich die Sache mal genauer anschauen kann. Eine akute Gefahr geht von dem veränderten Mond zwar nicht aus – dennoch bekommen es viele Menschen mit der Angst zu tun und verlassen die Erde.

Zurück zu den Wurzeln

Doch Rettung naht. Denn niemand geringeres als der Unsterbliche Perry Rhodan plant eine Expedition zum Mond an Bord eines experimentellen Raumschiffs, das die bislang undurchdringliche Barriere überwinden soll. Damit kehrt die Serie insofern zu ihren Wurzeln zurück, als dass besagter Rhodan in diesem Universum der erste Mensch war, der 1970 den Mond betreten hat (Band 1 erschien im Jahr 1961, als noch niemand einen Neil Armstrong kannte). Der Roman selbst beschreibt eigentlich nur die aktuelle Lage auf der Erde, im Sonnensystem und der gesamten Galaxis (es kriselt gerade ein wenig zwischen den außerirdischen Völkern der Blues und Tefroder) – meist aus der Sicht Rhodans – und endet mit dem Aufbruch des Helden zum Mond sowie dem obligatorischen Cliffhanger.

Wiederholung als Erfolgsrezept

Der Kenner weiß: So neu ist das alles natürlich nicht. Zwar beginnt der neue Handlungsabschnitt einmal nicht mit einer Invasion der Milchstraße – dennoch sieht sich die Menschheit am Ende erneut mit hoffnungslos überlegenen Gegnern konfrontiert, als sich die „Besatzer“ des Mondes schließlich doch offenbaren. Und wieder werden den Helden Rätsel aufgegeben, die letztlich nur aus fremdartigen Begriffen bestehen, deren Erläuterung vorenthalten wird – in diesem Fall das Atopische Tribunal, das über Perry Rhodan und die gesamte Milchstraße richten will. Auch wenn man vom Gigantismus der vergangenen Zeiten (da wurden Sonnensysteme versetzt und ganze Universen erschaffen) diesmal Abstand zu nehmen scheint, wird der Ablauf ein bekannter sein. Expeditionen werden dem Tribunal gegebenenfalls unter dem Einsatz von Zeitreisen auf den Zahn fühlen. Wissenschaftler werden sich daranmachen, den (waffen-)technischen Vorsprung aufzuholen, die ein oder andere Raumschlacht wird geschlagen und am Ende werden alle Rätsel gelöst und alle Gegner überwunden sein. Doch genau diese wiederkehrenden Elemente sind seit fünf Jahrzehnten das Erfolgsrezept der Serie.

Auf die Umsetzung kommt es an

Man merkt den Machern den unbedingten Willen zum Neuanfang nebst Rückgriff auf bewährte Erfolgsrezepte an. Es wird sich (zunächst) auf Schauplätze in der heimischen Milchstraße und dem Sonnensystem „beschränkt“. Man fokussiert sich fast ausschließlich auf den titelgebenden Haupt-Protagonisten. Eschbach ist natürlich ein routinierter Autor, dessen Schreibe flüssig und angenehm zu lesen ist. Doch selbst durch ihn springt der Funke nur selten über. Das Haupt-Thema des ganzen Romans, die bedrohliche Veränderung des Mondes, wird recht kühl referiert und kaum erlebbar gemacht. Gerade ein Eschbach müsste das Prinzip show don’t tell doch verinnerlicht haben. Das Innenleben eines 3000 Jahre alten Helden wie Perry Rhodan so zu beschreiben, dass es einigermaßen mainstream-tauglich bleibt, ist sicherlich nicht leicht. An der Aufgabe, ihn menscheln und vertanen Vaterfreuden nachtrauern zu lassen, scheitert aber auch ein Andreas Eschbach.

Wieviel Science-Fiction steckt in Perry Rhodan?

An dieser Stelle misslingt der Neuanfang deutlich. Dabei sei auch hier zugestanden, dass der Erfolg der Serie auf Kontinuität und Wiederholung basiert. Das hat aber zur Folge, dass die Erde des beginnenden sechsten Jahrtausends noch immer so wirkt, wie man sich die Zukunft in den 50er oder 60er Jahren vorgestellt hat. Retro-Futurismus hat unbenommen seinen Charme – ob man es aber noch Science-Fiction nennen darf, wenn die eigene Gegenwart dem Leser oft moderner vorkommt als die bei Perry Rhodan (kurz: PR) beschriebene Zukunft? Wo heute in jedem Büromeeting der Beamer angeschmissen wird, sortiert man bei PR noch beschriftete Folien (und legt sie gar auf einen Overheadprojektor?). Und ein Internet scheint es im Perry-Rhodan-Universum wohl nie gegeben zu haben. Das gute alte Fernsehen feiert noch in 3000 Jahren in Form des Trivid fröhliche Urständ. Aber das muss man einfach wissen: SF beschränkt sich bei PR schon immer auf interstellare (und sogar intergalaktische) Raumfahrt, unbegrenzte Energiequellen und mächtig viel Feuerkraft im All.

Erfolgreicher Neuanfang?

Ein objektives Fazit fällt gerade mir persönlich nicht leicht. Dazu muss ich gestehen, dass ich noch bis vor zehn Jahren zur treuen und begeisterten Kern-Leserschaft der PR-Serie zählte – dann aber mit einem Mal die Lust verlor. Vieles von dem, was mich damals angeödet oder gar geärgert hat, scheint mit diesem Neuanfang durchaus der Vergangenheit anzugehören – dennoch reicht es nicht, mich zurück in den Schoß der Stammleserschaft oder gar des Fandoms zurückzuholen. Mir fehlt mittlerweile einfach der „echte“ Science-Fiction-Aspekt: Transhumanismus, künstliche Intelligenz oder die Zukunft der Kommunikation als Kernthema der Handlung. Das einzige, was in dem Roman halbwegs mein Interesse zu wecken vermochte, war die Geschichte mit dem Medusa-Planeten, den der Milliardär mit dem Russen-Mafia-Fimmel (im Jahr 5000!) mit Rhodans Unterstützung suchen will. Aber nur, um diese Nebenhandlung zu verfolgen, werde ich mit Sicherheit nicht wieder in die Serie einsteigen. Der Techno-Mond ist definitiv nicht Eschbachs bester Roman – auch nicht in der Reihe seiner PR-Gastromane. Dennoch markiert er glaubhaft den Willen der PR-Macher zum Neuanfang. Nur gelingen muss er ihnen noch.

Lesetagebuch: Guilty Pleasure – Ich habe He-Man-Comics gelesen

Letztes Jahr hatte ich angedeutet, dass ich durchaus als kleiner Junge von den Masters of the Universe angetan war – und dass ich mich auf die neue DC-Miniserie freute. Mittlerweile habe ich mir die besagten zugelegt und – ich muss es hiermit gestehen – mit gewisser Begeisterung gelesen. Wie es der Zufall so will ist mir kürzlich noch weiteres -Zeugs untergekommen, das ich immerhin … nett finde.

He-Man and the Masters of the Universe

Die DC-Miniserie um den blondierten Conan-Verschnitt ist in Deutschland nicht erhältlich. Auf eine kurze Twitter-Anfrage hin hatte der @PaniniVerlag mir geantwortet, dass eine Übersetzung und Herausgabe hierzulande auch in absehbarer Zeit nicht geplant sei.

Also lud ich mir die sechs Bändchen kurzerhand im Original beim großartigen herunter und genoss sie auf meinem nicht minder großartigen Nexus10 – und ein Genuss war es wahrlich. Nun geht meine nostalgische Verklärung des 80er-Jahre-Spielzeugs nicht so weit, dass ich die Schlichtheit dieses -Universums leugnen würde. Das ist schon ganz schöner Trash.

Dennoch ist es den Autoren dieser Miniserie gelungen, da so viel wie möglich rauszuholen.

Ganz kurz nur zum Inhalt: Der Holzfäller Adam sieht sich durch Träume und eine innere Unrast dazu gedrängt, die heimischen Wälder zu verlassen und auf Abenteuerfahrt zu gehen. Dabei trifft er auf verschiedene Monster, derer er sich erwehren muss. Ich hatte kurz die Hoffnung, dass die Autoren damit die aller erste Ursprungsgeschichte reaktivieren wollen, in der He-Man schlicht ein Barbar ist, der auf Reisen geht und seine Abenteuer erlebt.

Diese Hoffnung hat sich zwar nicht erfüllt – eine Anspielung auf die Urgeschichte wollte ich darin aber schon erkannt haben. Tatsächlich ist es Skeletor gelungen, eine große Amnesie über alle Gutewichte zu bringen – von der sich diese in den sechs Heftchen schließlich befreien können.

Der Ansatz, dieses Universum einen Hauch düsterer und „ernster“ – soweit man das bei Typen wie Trapjaw und Evil Lynn überhaupt sagen kann – darzustellen, gefällt mir durchaus gut. Für MotU-Nostalgiker also genau das richtige.

Mehr Comics

Tatsächlich hatte DC nur kurz vorher eine achtteilige Prequel-Serie rausgebracht, die ebenfalls auf ComiXology erhältlich ist – genauso wie die beiden Sonderbände zum Origin der beiden Haupt-Kontrahenten. Ersteres versucht sich daran, Episoden in unterschiedlichsten Comicstilen zu erzählen, was von „interessant“ bis „etwas bemüht“ (Sin City) reicht – insgesamt aber recht lesenswert ist. Die Sonderbände hab ich mir noch nicht gegönnt.

Zudem geht’s alsbald mit einer längerfristig geplanten Serie weiter, die im April 2013 startet.

Mehr MotU-Kram: He-Mans Schwert und Lego

So wie in meinem Fall sind da draußen viele alte Männer, die in den 80ern mal kleine Jungs waren und mit He-Man und Co. gespielt haben. Einige davon schmieden nun Schwerter oder basteln per Photoshop ihre Traum-Lego-Figuren.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Lesetagebuch: Star Wars Comics – Teil 2 – „Invasion“ (leider nicht Episode VII)

Nun ist es schon ein gutes Dreivierteljahr her, dass ich erstmals von meiner Sammelobsession in Sachen Star Wars Comics berichtet habe – allerhöchste Zeit, hier mal etwas ins Detail zu gehen.

Ich habe mir überlegt, jene Storylines aus meiner Sammlung rauszupicken, die ich mittlerweile vervollständigt habe – dies allerdings in relativ willkürlicher Reihenfolge und Frequenz.

Heute daher meine Gedanken zur Storyline „Invasion“, die bislang in den Panini-Sonderbänden 55, 62 und 68 – ein bedeutendes Element dieser Handlung wird zudem in Sonderband 4 „Chewbacca“ erzählt – erschienen ist und den Angriff der außergalaktischen Yuuzhan Vong 25 Jahre nach der Schlacht von Yavin zum Thema hat. Sie ist insofern besonders interessant, da sie ein Kandidat für die Handlung der neuen Filmtrilogie wäre – es aber mit ziemlicher Sicherheit nicht ist.

Die Yuuzhan Vong kommen

Ich mag diesen Handlungsstrang besonders gern, da er ein wenig von dem üblichen -Schema abweicht. Sonst – sind wir mal ehrlich – läuft’s doch meist wie folgt: Egal ob 3.000 Jahre vor oder 100 Jahre nach den Filmen – irgendeiner findet ein Sith-Holocron, ist fasziniert von der Macht, die es ihm offenbart und eh man sich’s versieht, fangen sie wieder an, rote Lichtschwerter zu bauen.

Bei „Invasion“ isses geringfügig anders. Hier geht’s mal nicht gegen einen bösen Sith-Lord – ob nun Exar Kun, Darth Bane, Darth Vader oder Darth Krayt – und das Imperium, das er anführt. Die weit, weit entfernte Galaxis wird hier von den Yuuzhan Vong bedroht und angegriffen – einem außergalaktischen Kriegervolk, das mit der Macht so gar nichts am Hut hat. Im Gegenteil, sie sind für die Macht sogar unsichtbar und können durch sie kaum bis gar nicht beeinflusst werden.

Mit einer gigantischen Flotte biologischer Raumschiffe fallen sie in die Galaxis ein und erweisen sich als schier unüberwindlich. Ihre gesamte Technologie basiert auf dieser Biotechnik. Ihr Ziel ist schlicht die Umformung aller bewohnten Welten für ihre Zwecke.

Meister Luke – du bist unsere einzige Hoffnung

Die Verteidigung der Galaxis führt niemand geringerer als Luke Skywalker an, der als weiser Großmeister dem von ihm gegründeten neuen Jedi-Orden vorsteht.

Auch die anderen Helden der ursprünglichen Filmtrilogie geben sich hier ein Stelldichein. Leia Organa-Solo und der ihr angetraute Han sind ebenso dabei, wie deren Nachwuchs, bestehend aus den Zwillingen Jaina und Jacen sowie dem kleinen Anakin.

Ergänzt wird das Personal durch die Herrscherfamilie einer galaktischen Randwelt, die als eine der ersten der Vong-Invasion anheim fällt. Politische Verwicklungen und Intrigen geben dem Kriegsgeschehen zusätzliche Würze. Natürlich lockt auch hier den ein oder anderen Jedi die Dunkle Seite – und es mischen schließlich sogar Sturmtruppen des noch immer existierenden Rest-Imperiums mit.

Ideal für Episode VII

Auf den ersten Blick scheint das ein idealer Steinbruch für die Handlung der neuen Filmtrilogie zu sein, die ab 2015 in die Kinos kommen soll. Ehe JJ Abrams als Regisseur feststand, wurde unter anderen Guillermo del Toro gehandelt. Gerade von ihm hätte man sich am ehesten gewünscht, die biotechnischen Monstren der Yuuzhan Vong in Szene zu setzen. Er hätte das grandios gemacht.

Auch die Konstellation mit dem Jedi-Meister Luke und der Familie Organa-Solo, in der es aus gewissen Gründen mächtig kriselt, hätte sich gut gemacht. Aber es wird mit Sicherheit ganz anders kommen.

Warum wir die Yuuzhan Vong nie auf der Leinwand sehen werden

Die Tatsache, dass del Toro es nicht macht, mag ein Grund sein. Zudem wird man sicher auf Bewährtes setzen. Natürlich wird man wieder gegen einen Sith-Lord antreten – wenn auch – hoffentlich! – nicht gegen einen wiederbelebten Darth Vader, ein gruseliges Gerücht, bei dem es mich noch immer schüttelt.

Zudem sind die Kollegen Hamill, Fisher und Ford dann doch ein wenig zu alt, um ihre alter egos „nur“ 25 Jahre später zu spielen. Und dass die drei dabei sein werden, wollen wir doch mal annehmen. Andererseits wird das „erweiterte Universum“ ohnehin ignoriert werden.

Kurzer Abriss: Das „erweiterte Star Wars Universum“

Es gibt bekanntermaßen tonnenweise Bücher, , Computerspiele und sonstiges Material, das die Ereignisse weit vor und nach den Kinofilmen beschreibt. Was dort erzählt wird gilt aber nur bedingt als kanonisch. „Wahr“ im Sinne der Star-Wars-Historie ist zunächst einmal nur, was in den sechs Episoden passiert. Alles weitere gehört in Abstufungen dem „erweiterten Universum“ an. Ob die Clone Wars Serie mehr wert ist als ein 20 Jahre alter Roman, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht – dennoch gilt für alles, was noch nicht auf Zelluloid gebannt wurde stets ein Vorbehalt.

Insofern ist die Ankündigung, dass das erweiterte Universum bei der Handlung der neuen Trilogie und der zusätzlich geplanten Spin-off-Filme keine Beachtung finden wird, nicht unbedingt überraschend. So gab es beispielsweise schon vor der Prequel-Trilogie Geschichten über die Herkunft von Boba Fett – was mit Episode I bis III schlicht überschrieben wurde.

Somit steht alles, was laut Romanen und Comics in den Jahren nach der Rückkehr der Jedi-Ritter so passiert sein soll, auf der Kippe: Mara Jade, Thrawn, Palpatines Klon, die Kinder von Leia und Han (selbst ihre Hochzeit), Ben Skywalker, Chewies Opfertod und eben auch die Yuuzhan Vong.

Allein – man weiß es nicht

Ein jeder Drehbuchschreiber wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er nicht wenigstens ein bisschen Inspiration aus dem großen Fundus des erweiterten Universums schöpfen würde. Ganz müssen die Fanboys die Hoffnung auf Mara Jade also nicht aufgeben. Ich rechne auch fest mit einem Jedi-Meister Luke (der nach einer Photoshop-Romantik des Redditors scratchresistor so aussehen könnte) und einem gealterten Ehepaar Organa-Solo. Vielleicht kriegen wir sogar Darth Caedus.

Wie auch immer – die Invasion-Comics sind klasse!

Lesetagebuch: Rückkehr zu Marvel – Dank Hachette und ComiXology

Nachdem ich mich – angeregt durch seinen New-52-Neustart – in letzter Zeit sehr intensiv mit dem DC-Universum befasst habe, wird es nun langsam Zeit, wieder zu meinem Leib und Magen Superhelden-Reich Marvel zurückzukehren.

Nun war ich in diesem Bereich nie der große Sammler, habe hier und da mal einen Sammelband erworben – und mir auch sehr viel ausgeliehen. Das kann nun anders werden – sowohl durch einen traditionellen „Sammler-Verlag“ als auch durch die Segnungen moderner Technik.

Hachette macht’s möglich?

Seit Januar gibt’s aus dem Hause Hachette Die Offizielle Marvel-Comicsammlung. In diesem Rahmen erscheint alle zwei Wochen je eine Perle marvelscher Comic-Kunst. Über die Hintergründe und die mutmaßliche Qualität dieser Reihe hat der von mir hochgeschätzte Comic-Fachmann in seinem Blog Minds Delight ausführlich berichtet. Er stellt zu Recht die Frage, ob sich diese Reihe überhaupt lohnt – und listet die 60 zu erwartenden Ausgaben komplett auf. Seinen Ausführungen ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen.

Geschenkter Gaul

Nun hat es sich für mich aus gewissen Gründen ergeben, dass mir die ersten fünf Ausgaben dieser Reihe für lau zur Verfügung gestellt wurden. Daher erfreue ich mich zur Zeit abseits finanzieller Überlegungen an den ausgewählten Geschichten. Ob diese Freude auch danach noch ausreicht, um ab Band sechs darin zu investieren, muss sich allerdings noch zeigen. Der Buchrücken würde sich in einem großen Billyregal sicher ganz gut machen.

Wiedereinführung in den Marvel-Kosmos

Auch wenn die fünf Alben schon eine Weile bei mir rumliegen, habe ich bislang nur die ersten drei davon gelesen. Ich bin also grad genauso weit, wie die redlichen Käufer. Mit diesem Stand kann ich aber schon sagen, dass die Auswahl für jemanden wie mich ziemlich gut geeignet ist – auch wenn ich die X-Men-Story schon kannte Aber allein der Kracher „Iron Man: Extremis“ hat mich bei der aktuellen Inkarnation des Tony Stark endlich mal wieder einigermaßen auf den Stand gebracht. Ähnliches erhoffe ich mir mit dem folgenden Thor-Band.

Hachette oder nicht Hachette – das bleibt die Frage

Völlig unabhängig von der Frage, ob Hachette die Reihe nach Band fünf überhaupt fortsetzen wird, bleiben bei mir mit Blick auf die Komplettliste beim Fadenaffen Zweifel, ob ich bei der Stange bleibe. Ein Buchrücken allein macht’s ja nun auch nicht. Einerseits hab ich Perlen zu erwarten, die mich zum Beispiel beim Hulk (da geht’s mir wie Hiro: „Watt? Der ist jetzt rot?“) endlich mal aus meinem 90er-Jahre-Wissensstand in Sachen Marvel holen könnten. Bis ich die allerdings bei dem Zwei-Wochen-Rhythmus erreiche, ist es noch lange hin. Andererseits kenn ich dann doch einiges davon – und hab’s teilweise sogar schon im Regal stehen.

Rettung naht digital!

Ich habe ComiXology ja bereits in einer der letzten Ausgespielt-Episoden geliebt. Alsbald werde ich die Zukunft des Comiclesens noch mal ganz ausführlich lobhudeln. An dieser Stelle und in diesem Zusammenhang nur soviel: Mit „Civil War“ habe ich auf ComiXology just begonnen, meine Wissenslücken in Sachen Marvel aufzufüllen – und bin schwer begeistert (sowohl von „Civil War“ als auch von ComiXology). Für mich zumindest zeichnet sich ab, dass in Zukunft ein paar Bäume weniger für Comics gefällt werden müssen.

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 8 – eine Telefonzelle und noch’n Robin

In der Zwischenzeit hat sich ein bisschen was getan. So wurde mittlerweile glaube ich die „dritte Welle“ von New52-Reihen gestartet – und jede noch existierende Reihe hat eine Nullnummer erhalten. Vor allem letzteres hat mich bei dem Thema ein bisschen bei der Stange gehalten. Dennoch erlahmt meine Begeisterung für das neu gestartete DC-Universum jetzt langsam doch. Insofern bin ich da auch längst nicht mehr auf dem aktuellsten Wissensstand.

Wie auch immer – ich habe in der Berichterstattung über meine Sammlung noch ein wenig nachzuholen. Zunächst zwei „Nummer einsen“, deren Rezis noch fehlen.

Wie sich das gehört, erfolgt an dieser Stelle eine SPOILERWARNUNG.

Red Hood and the Outlaws

Dieses Heft stammt noch aus der „ersten Welle“, ist also schon 2011 erschienen – wurde von mir aber bislang ignoriert. Ich konnte doch nicht ahnen, dass sich dahinter ein weiterer Robin verbirgt. Und alles im entferntesten Batman-technische wollt ich ja unbedingt haben.

Die Geschichte von Jason Todd, dem zweiten Robin kannte ich ehrlich gesagt nur am Rande. Jedenfalls ist der irgendwann mal gestorben und – wie man das als Superheld so macht – wiederauferstanden. Das hat ihm allerdings einen kleinen Knax mitgegeben und er war dann erst mal als Bösewicht unterwegs – unter dem Namen „Red Hood“.

Den Namen hat er beibehalten, aber er scheint sich vom Bösewicht zum Antihelden a la „Punisher“ gewandelt zu haben. Ihm zur Seite steht ein jüngerer „Green Arrow“ Verschnitt (hatte der auch seine Robins?) sowie die außerirdische Sexbombe „Starfire“.

Die drei geben ein witziges Team ab. Die Story beginnt damit, dass Jason den Pfeil-und-Bogen-Heini spektakulär aus einer Art Lager befreit. Gemeinsam mit der Lady ballern sie sich durch die Wachsoldaten – und lassen es sich im Anschluss an einem Strand gutgehen.

Die Story ist kurzweilig gut gezeichnet und macht Spaß. Eine interessante Meta-Handlung deutet sich für mich aber nicht an.

Dial H

Dieses Heftchen aus der „zweiten Welle“ startet die olle DC-Serie „Dial H for Hero“ neu. Von der hatte ich nur dem Namen nach mal gehört. Grundidee ist, dass sich der normal-menschliche Held mittels einer Wählscheibe in beliebige Superhelden verwandeln kann. Inwieweit die New52-Version noch Bezug zum Original hat, kann ich nicht sagen.

Diese Version wird im Übrigen von niemand geringerem als China Miéville getextet – über die tatsächliche Güte dieses Autors kann ich allerdings auch (noch) keine Aussage treffen. Nie was von dem gelesen.

Die #1 von „Dial H“ macht auf jeden Fall Spaß. Hauptfigur ist ein übergewichtiger rauchender Trainingsanzugträger, der zufällig mitbekommt, wie ein Kumpel von ihm von Mafia-Schlägern verkloppt wird. Er rennt in eine altertümliche Telefonzelle, wählt aus Panik statt „911“ die Tasten für „H.E.R.O.“ und verwandelt sich in einen unverwundbaren Steampunk-Voodoo-Geist, der die Schläger ihrerseits verkloppt und den Freund beim nächsten Krankenhaus abliefert.

Woher diese Magie stammt bleibt vorerst ungeklärt. Auch der „Held“ hat keinen Schimmer. Dennoch beschließt er, es erneut zu versuchen, um die Obermuftis der Schläger aufzumischen. Diesmal verwandelt er sich in einen Super-Emo, der seine Gegner zu verzweifelten Elends-Häuflein macht. Großartige Idee!

Natürlich kann auch der Mafioso auf übernatürliche Hilfe zurückgreifen – und so endet das erste Heft mit einem Patt und einer sich abzeichnenden Meta-Handlung, die aufgrund der sehr guten Charakter-Zeichnungen ganz interessant werden könnte.

Meine bisherigen New-52-Rezis:

Lesetagebuch: Die Philosophie des Traums

Ich breche ab! Bis Anfang der Woche hab ich mich durch ein Buch gequält, das eigentlich sehr gut ist. Nach zwei Dritteln ist hiermit Schluss.

Warum schlafen und träumen?

Eine Ursache der „Qual“ mag sein, dass es sich dabei um deutlich schwerere Kost als sonst bei mir üblich handelt. Ich alter Eskapist tu mir in letzter Zeit ja kaum noch was anderes als Comics rein. Als1 alter Geisteswissenschaftler und Hobby-Philosoph drängt es mich dann aber doch hin und wieder in höhere Sphären – und in denen hatte ich mich jetzt ein wenig festgefahren.

Schon länger treibt mich das Thema „Schlaf“ um – aber weniger aus der biologisch-medizinischen Sicht. Ich habe mir schon vor einer Weile die Frage gestellt, ob irgendeiner der großen Denker sich mal zu der Tatsache äußert, dass wir uns für ein Drittel unserer Lebenszeit quasi abschalten müssen. Es war gar nicht so leicht, da was zu finden. In der Hoffnung auf Erhellung griff ich schließlich zum Werk „Die Philosophie des Traums“.

Nicht ganz, was ich suchte …

Der Autor Christoph Türcke ist Professor für und scheint mir einen eher materialistischen Ansatz zu verfolgen, ohne jedoch zu biologistisch zu werden. Mir konstruktivistischem Atomisten2 ist das schon mal durchaus sympathisch. Sein Ansatz in dem Buch ist folgender.

Er schnappt sich den guten alten Sigmund Freud und seine Traumdeutung und betrachtet beide aus philosophischer und entwicklungsgeschichtlicher Warte: Traum als „primitive Denktätigkeit“ und – verkürzt ausgedrückt – als Relikt der Bewusst- und Kultur-Werdung der Menschheit. Das ganze wird noch mit einer Spur Neurologie vermengt, ohne diese in ihrer Deutungsmacht jedoch zu hoch zu bewerten. Das ist hochinteressant – aber eben nicht ganz das, wonach ich suchte.3

… aber trotzdem gut

Auch wenn ich Psychologie als Mini-Nebenfach in meinem Studium hatte, war mir Freuds Traumdeutung allenfalls sehr oberflächlich bekannt. Allein also die Einführung in die freudsche Theorie der Reizverarbeitung und Triebe sowie ihre kritische Einordnung war für mich enorm wertvoll. Was den ganzen Komplex angeht, wurden mir folgende Dinge nochmal schön verdeutlicht:

Warum träumen wir?

Ein Traum birgt keine höhere Wahrheit in sich – nicht einmal über einen selbst. Die „Wahrheiten“, die er – manchmal auch im Verborgenen – enthält, sind wenn überhaupt primitiver Natur. Die eigentliche Funktion des Traums ist, den Schlaf nicht zu unterbrechen. Wenn Körper und Geist4 im Schlaf von irgendwelchen unverarbeiteten Reizen, nun, gereizt werden, gaukelt der Traum einem die Abfuhr dieser Reize vor.

In der einfachsten Form ist das sofort nachvollziehbar: Wenn Durst, Hunger oder beliebige andere Triebe den Körper im Schlaf quälen, träumt man oft vom Trinken, Essen – eben der Befriedigung des betreffenden Triebs. Da hebt sich der Mensch kaum von seinen Mit-Chordatieren ab. Jeder schlafende Hund befriedigt seinen Bewegungsdrang durch offensichtliche Jagd-Träume.

Ein bisschen komplexer wird’s beim Homo Sapiens dann doch, da er einerseits von viel ausdifferenzierteren und verschachtelteren5 Trieben und Reizen gequält werden kann – und sich diese andererseits oft nicht mal eingesteht. Aber das Prinzip bleibt dasselbe – und die „Wahrheit“, die man via Traumdeutung hinter den „verborgenen“ Trieben6 ergründen kann, ist dann kein geheimer hochgeistiger Wunsch sondern eher ein tierisch unreflektierter. Er entspringt also wie schon gesagt „primitiver Denktätigkeit“.

Nebenbei räumt der Autor mit den diversen Freudschen Märchen auf – darunter der Klassiker, dass letztlich alles auf den Sexualtrieb zurückgeht.

Was ist der Mensch?

Auch dieser sehr elementaren Frage kommt man in dem Buch durchaus näher. Aus dieser sehr materialistischen, neurologisch-psychologischen Sicht kann man den Menschen durchaus als reines reizverarbeitendes System begreifen – und somit auf materieller Ebene die Grenze zwischen Mensch und Umwelt recht genau ziehen. Der Mensch wäre dann auf sein komplettes Nervensystem reduzierbar. Eine zumindest interessante Vorstellung, die eine Art materialistische Monadologie ermöglicht. Die Perzeptuierung der Welt wäre dann schlicht die Umsetzung äußerer Einflüsse in Nervenreize – sowie deren Interpretation durch das gesamte System.

Was will der Mensch?

Auch nie so bewusst war mir das „Konstanzprinzip“ der freudschen Lehre. Nämlich, dass das Nervensystem stets nach einem Zustand der Reizlosigkeit strebt – also möglichst alle Reize restlos verarbeiten will. Diesen Zustand aber – und jetzt kommt das Paradoxe, das uns nie zur Ruhe kommen lassen wird – will es gleichermaßen genießen und somit erleben. Was platterdings unmöglich ist, da „erleben“ ja bedeutet, Reize zu verarbeiten.

In diesem schlichten Prinzip steckt – zumindest in meinen Augen – erstaunlich viel Erklärungspotential, dass es bei der Frage, was uns eigentlich antreibt, eigentlich nie außer Acht gelassen werden darf. Die buddhistische Wahrheit vom Leben als (Er-)Leiden und das Schopenhauersche Wort vom Glück als den kurzen Moment, nachdem der Schmerz nachlässt und bevor die Langeweile einsetzt, scheinen mir beide gleichermaßen Verwand mit diesem Prinzip zu sein.

Frage doch beantwortet?

So nebenbei hat sich meine Eingangsfrage vielleicht doch beantwortet. Denn der7 Schlaf kommt dem Zustand der Reizlosigkeit ja schon recht nahe – wenn auch das entscheidende Element des Erleben-Könnens fehlt. Denn wenn der Körper den Schlaf aus reinen Erholungsgründen eigentlich nicht brauchen würde,8 wieso setzen sich dann alle (?) höheren Tiere diesem gefährlichen angreifbaren Zustand aus?

Das Nervensystem scheint es aber dringend nötig zu haben, in regelmäßigen Abständen die Reizverarbeitung komplett runterzufahren, um nach einem „Neustart“9 wieder genug Kapazitäten für die intern und extern ausgelösten Reize eines neuen Tages zu haben. So könnte es Sinn ergeben. Aber der Autor zumindest wollte darauf gar nicht hinaus.

Was wollte der Autor sagen?

Der Fairness und der Vollständigkeit halber sei hier noch mal auf die durchaus interessante Kernthese des Autors eingegangen, um die das ganze Buch stetig kreiste.

Für ihn ist die primitive Denktätigkeit des Traumes wie gesagt Relikt der ersten primitiven Denktätigkeiten bei der Menschwerdung. Und diese – gleichbedeutend mit der Kulturwerdung – resultiert eben nicht aus dem ödipalen Vatermord in der Urhorde. Damit möchte der Autor mit einem weiteren freudschen Märchen aufräumen.

Für ihn sind erste Rituale und somit erste Vorformen der Kultur bei den Vormenschen vielmehr durch die Verarbeitung traumatischer Schockerlebnisse entstanden. Und diese waren keineswegs durch dominante Vaterfiguren ausgelöst worden – denn diese hatten vor den Naturgewalten und Umweltbedrohungen genauso viel Schiss wie die Söhne.

Diese Angst vor den noch völlig unerklärlichen Gefahren wie Blitzschlag, Feuer, Flut, Raubtieren und so weiter hat das immer komplexer werdende Nervensystem der ersten Hominiden nicht mehr schlicht ignorieren, verdrängen oder sonst wie ableiten können. Und hier kommt der traumatische Wiederholungszwang zum Tragen, den man im Traum wunderbar heute noch beobachten kann.

Denn der traumatisierte Mensch neigt auch heute noch dazu, den erlebten Schrecken im Traum ständig zu wiederholen. Und auch das dient im Übrigen letztendlich der Reizabfuhr. Durch die stetige Wiederholung versucht das Nervensystem sich selbst gegen den Schrecken abzustumpfen und ihm den Schrecken zu nehmen – ihn somit aufzulösen. Je tiefer das Trauma desto schwerer gelingt dieser Versuch natürlich – aber die Absicht dahinter leuchtet durchaus ein.

Und genau das haben die ersten Vormenschen – so der Autor – in ihren ersten kannibalistischen Ritualen versucht: Den unerklärlichen Schrecken wiederholen, um ihn irgendwie zu beherrschen. Diese These arbeitet er natürlich noch viel deutlicher aus. Das ist sehr interessant – hat mich in der Ausführlichkeit dann aber wohl doch nicht ausreichend, nun, gereizt.

Somit erst einmal zurück zu den Comics.

––––––––––––
  1. ebenso[]
  2. geht das überhaupt zusammen?[]
  3. ein bisschen aber schon[]
  4. oder materialistisch korrekt: das Nervensystem in seiner Gesamtheit[]
  5. „seelischen“[]
  6. Stichwort „Traumzensur“[]
  7. traumlose[]
  8. was ich irgendwo mal aufgeschnappt habe[]
  9. Aufwachen[]

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 7 – Batmädels, Legionäre, ein Sumpfding und die dunkle Gerechtigkeitsliga

Darunter war auch endlich „Batman“ (ohne and Robin, Incorporated, The Dark Knight oder sonstiges) – den hab ich ja aber schon in der letzten Folge als Sammelband besprochen. Schluss ist mit dem Dunklen Ritter damit aber noch lange nicht, da ja locker die Hälfte aller New-52-Serien in seinem weiteren Dunstkreis spielen (mir ist zum Beispiel jetzt erst bewusst geworden, dass „The Red Hood“ auch ein ehemaliger Robin ist – ditt muss ich jetze also ooch noch haben).

In diesem Schwung dabei: „Batwoman“ und „Batgirl“ – sowie die „Legion of Super-Heroes“, „Swamp Thing“ und „Justice League Dark“ (die letzten drei haben nix mit Batsie zu tun – aber in Swamp Thing und JLD hat er immerhin jeweils einen Mini-Auftritt).

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batwoman

Die Dame ist glaub ich neu in Gotham. So wie ich das mitbekommen habe, wurde sie erst relativ kurze Zeit vor dem Flashpoint-Event eingeführt – und ob ihres großen Erfolges gleich mit einer eigenen New-52-Serie bedacht. Die Story ist schnell erzählt: Ein geisterhaftes Wesen streicht durch Gotham und entführt Kinder. In eine solche Entführung platzt Batwoman herein und stellt fest, dass der Geist so ätherisch gar nicht ist – er kann physisch angegriffen werden. Festsetzen kann sie ihn dennoch nicht.

Des weiteren wird vor allem die Fledermausfrau selbst beleuchtet. Sie hat Stress mit ihrem Vater, muss sich mit einem aufmüpfigen Sidekick rumärgern und wird von der Bundesbehörde für Übersinnliches (hat die nicht Präsident Luthor einst eingerichtet?) auf eine geheime Fahndungsliste gesetzt. Am Ende latscht ihr auch noch ihr männliches Pendant über den Weg – Batsie will ihr ein Angebot machen (dass sie nicht ablehnen kann?) Vermutlich will er sie für sein Batman Inc. Projekt rekrutieren. Das alles ist flott erzählt und sehr schön gezeichnet. Was mir aber besonders gefällt ist, dass etliche Figuren aus „Gotham Central“ erwähnt werden oder gar auftauchen.

Ganz kurze Exkursion: Gotham Central ist eine mittlerweile abgeschlossene Storyline um die Mordkommission gleichen Namens, die ohne große Superkräfte mit dem alltäglichen Gothamer Wahnsinn klarkommen muss. Die etwas losgelöste Mini-Serie (immerhin vier dicke Sammelbände) stellt den äußerst gelungenen Versuch dar, den „realistischen“ Polizei-Alltag in einer Welt voller Superhelden zu beschreiben. Unbedingt empfehlenswert! Mindestens zwei der liebgewonnenen Charaktere aus dieser Serie laufen einem bei Batwoman über den Weg, was mich sehr gefreut hat. Ich plädiere im Übrigen weiterhin für eine eigene New-52-Serie Gotham Central. Aber egal. Batwoman hat Spaß gemacht. Der zugehörige Sammelband reizt mich jetzt aber nicht unbedingt.
Das sacht der Fachmann …

Batgirl

Ab sofort steckt wieder Barbara Gordon im Kostüm des Fledermausmädchens. Das liegt nicht daran, dass mit dem New-52-Neustart ihr Dasein als querschnittsgelähmte Oracle ungeschehen gemacht wird – es war halt nur nicht so schlimm. Tatsächlich wird in diesem Heft sogar ausdrücklich Bezug auf den „Killer Joke“ genommen.

Aber von vorne: Wie ja gemeinhin bekannt ist, heilen zerstörte Wirbelsäulen in Gotham besonders leicht – vor allem, wenn man hin und wieder ein Fledermauskostüm überstreift. Und so ist auch Barbara Gordon wieder topfit und vollständig hergestellt – auch wenn sie das traumatische Erlebnis mit dem Joker noch intensiv verfolgt. Als Batgirl macht sie jedenfalls wieder fleißig Jagd auf Bösewichter und rettet gleich zu Beginn ein Ehepaar vor einer Horde durchgeknallter Jugendlicher, die als Zeitvertreib in Wohnungen einbrechen und die Bewohner massakrieren. Als Barbara verlässt sie gerade das väterliche Heim und bezieht eine Studenten-WG.

Derweil treibt ein Finsterling in Gotham sein Unwesen, der offenbar die Final-Destination-Filme etwas zu ernst genommen hat. Er scheint es sich zumindest zur Aufgabe gemacht zu haben, jene Leute ins Jenseits zu befördern, die dem Tod nochmal knapp von der Schippe gesprungen sind. Das trifft dann auch kurz vor Schluss des Heftes einen der Hallodris, den Batgirl zuvor Dingfest gemacht und in ein Krankenhaus befördert hat – er hätte sich beim Kampf nämlich beinahe zu Tode gestürzt. Als Batgirl in der Klinik erscheint, um die Untat zu verhindern, zielt der Finsterling wie einst der Joker auf ihren Bauch, was sie vor Angst paralysiert. So kann sie nicht verhindern, dass er sein böses Werk vollzieht – und das vor den Augen mehrerer Polizisten. Auch nett!
Das sacht der Fachmann …

Legion of Super-Heroes

Wir schreiben das Jahr 3000. Die Menschheit hat das All erobert und sich mit den zahlreichen intelligenten Spezies dort draußen zu einer großen Völkerfamilie zusammengetan. Und natürlich gibt es auch noch Superhelden – und das nicht zu knapp. Diese sind sogar hoch offiziell in einer „Legion“ organisiert und arbeiten für die interstellare Regierung.

Das Szenario ist im DC-Universum wohl nicht neu. An mir ist das aber – wie so vieles – immer vorbeigegangen. Die sind wohl per Zeitreise öfter mal bei Superman aufgetaucht und hatten vermutlich auch früher schon eine eigene Serie. Ich fand’s jetzt nicht so berauschend. Ist nett gezeichnet und auch durchaus kurzweilig. Die spannenden Fragen, ob Kal-El noch lebt (könnte er doch) oder sich fortgepflanzt hat, werden jedenfalls nicht berührt. Naja, dieser Mon-El könnte natürlich ein entfernter Nachkomme sein.

Swamp Thing

Ich muss ja gestehen, dass ich das Sumpfding nur durch diesen Trashfilm aus den 80er Jahren kenne. Ich hab mal gehört, dass es da schon in der Vergangenheit hochgelobte Comicreihen zu gab – das aber nur am Rande. In diesem Heft wird offenbar ganz behutsam eine große Storyline vorbereitet, die wohl schon von Anfang an eng mit der Parallel-Serie Animal Man verknüpft sein soll. Meine Begeisterung über jene Serie habe ich ja bereits kundgetan.

Alles beginnt mit dem ehemaligen Swamp Thing, der sich mittlerweile wieder in einen normalen Menschen zurück verwandelt hat – aber immer noch eine sehr enge Beziehung zur Pflanzenwelt unterhält. Als sich mit einem Mal in Metropolis, Gotham und anderswo ein Tier-Massensterben ereignet, schaut Superman bei dem Knaben vorbei, um ihn um Rat zu fragen. Er windet sich allerdings zunächst. Erst als ihn die Flora selbst bedrängt – weil sich inzwischen die Agenten des rot, nun, zusammenrotten – will er sich im Sumpf wieder mit seinem Mittelchen in das Ding verwandeln. Allerdings erwartet ihn selbiges dort schon. Cliffhanger.

Nun jaaa. Die Geschichte baut sich wie gesagt behutsam auf. Da ich weiß, wie sehr sie mit der von Animal Man verknüpft ist, fand ich’s aber durchaus spannend.
Das sacht der Fachmann …

Justice League Dark

Natürlich gibt’s auch im DC-Universum ne ganze Menge Mystik und Magie – sowie die entsprechenden Helden. Von Deadman hatte ich mal gehört – Constantine kennt man ja mindestens aus der Verfilmung.
Diese ganzen Figuren müssen sich hier zusammentun, um einer großen magischen Bedrohung zu begegnen, der nicht mal die Überhelden der Justice League beikommen. Das ist die Geburtsstunde der Justice League Dark.

Und wie üblich bei einer solchen neuen (?) Gruppierung, müssen die einzelnen Mitglieder erst einmal dem Leser vorgestellt werden, während sie sich langsam zusammenfinden. Ich muss sagen – mir hat das ziemlich gut gefallen. Die einzelnen „Helden“ – von den meisten hatte ich nie gehört – sind sehr interessant. Und auch die sich ankündigende Story könnte was werden. Nach dem Sammelband halte ich mal Ausschau.
Das sacht der Fachmann …

Meine bisherigen New-52-Rezis:

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 6 – Sammelbände: Batman, Animal Man, Wonder Woman

Großer Dank gilt meinen hochgeschätzten Freunden und Kupferstechern @nerdiana und @myrkvid, die diese -Leihgabe zur Verfügung stellten.

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batman – The Court of Owls

Schlappe fünf Einzelserien hat der Dunkle Ritter im DC-Relaunch spendiert bekommen – selbstredend zu Recht. Von der zentralen, schlicht mit betitelten, hatte ich bislang nichts erwischen können. Eine Lücke, die sich hiermit mehr als füllt. „Volume 1“ des Batman-Sammelbands enthält die ersten Hefte der Court of Owls Storyline – und die hat mich umgehauen. Der schlichte „Batman“ (ohne Robin, ohne Incorporated, ohne Dark Knight und ohne Detective ) ist in meinen Augen somit definitiv die beste aller Fledermaus-Reihen im neuen DC-Universum.

Zur Handlung: Selbstredend ist mal wieder ein neuer Schurke in der Stadt. Ein schier unüberwindlicher Killer in Eulenkostüm hat es nach einigen Mordanschlägen auf Bruce Wayne persönlich abgesehen – und wohl weniger aufgrund seiner Geheimidentität denn seiner Eigenschaft als Spross einer der wichtigsten Familien Gothams. Hinter dem Killer wähnt man schnell eine geheime Geheimgesellschaft – den court of owls – die schon seit Jahrhunderten die Geschicke der Stadt aus dem Geheimen heraus lenkt. Was man als Geheimgesellschaft halt so macht. Batman tut dies zunächst als Ammenmärchen ab – tatsächlich existiert in Gotham ein uralter Kinderreim über den court of owls, der Jedermann geläufig ist – aber natürlich stellt sich bald der wahre Kern der Legende heraus. Natürlich gibt es den court of owls – und er schnappt sich alsbald Batman selbst, um über ihn Gericht zu halten.

Allein der Teil über Batmans Gefangenschaft ist grandios gezeichnet und fast verstörend intensiv. Natürlich entkommt unser Held letztendlich und bietet den Eulen die Stirn. Der Sammelband endet mit dem Cliffhanger, dass der court eine ganze Armee seiner Attentäter Batsie hinterher schickt. Grandios!
Das sacht der Fachmann (zu Heft #1) – und er liegt mit seiner Skepsis durchaus richtig, da die Story erst nach Heft #1 richtig in die Gänge kommt …

Animal Man – The Hunt

Das neue Comic-Magazin „Alfonz“ erklärte Animal Man zur besten New-52-Serie. Eine Einschätzung, die man auch andernorts immer wieder liest. Und um es kurz zu machen: Ich schließe mich der Lobhudelei an. Von diesem DC-Helden, der sich jede erdenkliche Fähigkeit eines beliebigen Tiers „ausleihen“ kann, hatte ich zuvor nun wirklich noch nie etwas gehört. Fragt mich daher nicht, ob wir es in seinem Fall mit einer nahtlosen Fortsetzung seiner Geschichte oder einem radikalen Neustart zu tun haben.

Was man da zu sehen und lesen bekommt ist in jedem Fall grandios. Es beginnt mit der Darstellung eines Superhelden, der ein normales Familienleben führt und sein offen ausgelebtes „Hobby“ in den regulären Familienalltag einbetten muss. Natürlich fragt er seine liebende Gattin, ob er auf Rettungsmission gehen darf – und zieht bei seiner Rückkehr nach getaner Heldentat seine Schmutzigen Stiefel aus und schleicht leise ins Bett, um die Kinder nicht zu wecken. Die Handlung driftet dann aber schnell in eine fast surreal bizarre Bilderwelt ab, wird beklemmend, verstörend und beinahe lovecraftisch angsteinflößend. Großartig!

Zur Handlung: Die kleine Tochter des Helden stellt sich als Avatar der gesamten Fauna heraus und muss gegen drei unheimliche Geschöpfe verteidigt werden, die nur als „Die Jäger“ bezeichnet werden. So wie Animal Man und seine Tochter The Red – das morphogenetische Feld allen tierischen Lebens – repräsentieren, stehen die Jäger für The Rot, eine Art Unleben, das sich krebsgeschwürartig über alles Leben ausbreiten will. Held nebst Familie befindet sich alsbald auf der Flucht vor den cthulhoid-zombiehaften Kreaturen und sieht nur noch eine Hoffnung. Er muss den Repräsentanten der Flora – des Green – um Hilfe bitten: Swampthing.

Wonder Woman – Blood

Auch diese Ur-Superheldin und Ikone des DC-Universums ist mir nur am Rande bekannt. Letztlich kenne ich nur die Version aus der grandiosen Parallelwelt-Geschichte „Genosse Superman“. Von unsichtbaren Jets hab ich nur munkeln hören. Daher hab ich – mal wieder – keine Ahnung, wie neu die New-52-Wonder-Woman jetzt wirklich ist. Die Geschichte, die in diesem ersten Sammelband erzählt wird, macht jedenfalls ne Menge Spaß.

Was mir natürlich besonders gefällt ist die Einbettung in die griechische Mythologie. Wie der Leser schnell erfährt, hat der olle Zeus auch heutzutage nichts besseres zu tun, als attraktive Damen auf Erden zu besuchen und Nachwuchs mit ihnen zu zeugen. Dieses Verhalten bringt auch heute noch seine Gattin Hera dermaßen auf die Palme, dass sie diesem Nachwuchs voller Inbrunst an die Kehle geht. Aber sie hat ihre Rechnung ohne Diana aka Wonder Woman gemacht. Gedungene Zentauren vermöbelt die nämlich schon vor dem Frühstück.

Zu allem Übel stellt sich allerdings heraus, dass Papa Zeus nach dem letzten „Diktat“ verreist und der Thron auf dem Olymp nun verwaist ist. Apoll (herrlich fieser Möp!), Poseidon und Hades streben gleichermaßen danach, seine Nachfolge anzutreten. Man erfährt in diesem ersten Sammelband eine ganze Menge über Wonder Womans Ursprünge und Hintergründe und bekommt zudem eine spannende herrlich modern-mythische Story präsentiert. Gefällt mir!
Das sacht der Fachmann (zu Heft #1) …

Hier meine bisherigen New-52-Rezis:

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 5 – Batman, Batwing und noch mehr Lanterns

Erneut habe ich mir die Hefte im amerikanischen Original zugelegt. Nicht, weil ich was gegen Übersetzungen hätte – im Gegenteil! Aber nun hab ich einmal damit angefangen, da möchte ich als konsequenter Sammler auch dabei bleiben. Diesmal handelt es sich um: „Batman Incorporated“, „Batwing“ und „Green Lantern – New Guardians“

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batman Incorporated

Die Grundidee stammt wie fast alle Batman-Storylines ja aus der Prä-Flashpoint-Zeit. Ich fand sie schon da etwas befremdlich. Batman hat sich demnach entschlossen, seine „Geschäftsidee“ des Dunklen Ritters in einer Art Franchise-System auch in andere Städte zu exportieren – und zwar weltweit. Seither haben viele Städte (Paris, Moskau, Hongkong) ihren eigenen Batman, der vom Gothamer Original finanziert und ausgerüstet wird. Soweit so merkwürdig – gelesen hatte ich davon bislang aber nichts.

Der Neustart (?) dieser Batman-Unterserie im Rahmen der zweiten New-52-Welle war dann meine erste Gelegenheit, mich mit dieser komischen Idee anzufreunden. So ganz warm bin ich damit bei dieser Gelegenheit noch nicht geworden – dennoch handelt es sich um einen hervorragenden Comic. Der „Incorporated“ Aspekt spielt hier nämlich nur am Rande eine Rolle – eigentlich ist es eine reine Batman und Robin Geschichte.

Vater und Sohn (zur Erinnerung: der aktuelle Robin ist auch hier Sohnemann Damian Wayne) haben es mit einem Scharfschützen-Killer zu tun, der es auf … nun, das soll hier nicht verraten werden. Es handelt sich jedenfalls um eine sehr dichte und spannende Batman-Story, die eine große emotionale Bandbreite vom großartigen lustigen Batcow-Panel bis hin zu einem hammerharten Cliffhanger bietet. In Sachen Batman Inc. hat es mich indes nicht weitergebracht.

Batwing

Schon in der ersten New-52-Welle war der afrikanische Batman dabei – genaugenommen jener aus der (fiktiven) kongolesischen Stadt Tinasha. In seiner ersten Ausgabe muss er gegen den Schurken Massacre antreten, der seinen Namen natürlich zu Recht trägt. Die Story ist hervorragend (und extrem deutlich) gezeichnet und auch sehr spannend.

Batman selbst hat ebenfalls einen kurzen Auftritt – denn auch hier handelt es sich natürlich um eine Batman-Incorporated-Zweigstelle. Das Szenario will auch sehr gefallen, versucht es doch die Eigenheiten Afrikas darzustellen. Oder zumindest das, was wir Eurozentristen dafür halten. In sich ist das aber durchaus stimmig – und die afrikanischen Protagonisten sind trotz der zeitweisen Anwesenheit des amerikanischen Oberhelden sehr eigenständig und selbstbewusst. Dass hier alles in allem dennoch ein sehr klischeebeladenes Afrika-Bild vermittelt wird, ist klar. Aber ein Superhelden-Comic lebt ja nun auch von Klischees. In dem Zusammenhang verweise ich immer gern auf dieses großartige Video: African Men – Hollywood Stereotypes

Aber zurück zum Thema Batman Inc.: Mittlerweile habe ich außerdem noch eine Story über den Batman aus Paris gelesen – und finde die Idee nicht mehr ganz so merkwürdig. Sowohl Batwing als auch Nightrunner sind ziemlich coole Typen, deren Umfeld recht gut durchdacht ist.

Green Lantern – New Guardians

Die ganze Kiste mit diesen Jedis mit grünen Ringen statt Lichtschwertern gefällt mir immer besser. Mittlerweile habe ich ja auch gelernt, dass es zu den anderen Farben (und zugeordneten Emotionen) ebenfalls Ringträger-Organisationen gibt: Rote Wutringe, Gelbe Angstringe, Rosa Liebesringe und so weiter und so fort. Die spielen allesamt in „New Guardians“ eine besondere Rolle. Hauptheld ist eine der zahlreichen irdischen Green Lanterns: ein Cartoonist namens Kyle Rayner, dessen Superhelden-Origin auch gleich erzählt wird.

Diesem wird nach einer Weile aus heiterem Himmel die zweifelhafte Ehre zuteil, auch von je einem der anderen Farb-Ringe erwählt zu werden. Das finden die zugeordneten Corps jedoch nicht so witzig, da die Ringe ihre bisherigen Träger einfach mal so verlassen haben. Das ganze endet also damit, dass unsere Grüne Leuchte von bunten Ringen, nun ja, umringt ist – sowie von den Repräsentanten der jeweiligen Corps, die ihn des Diebstahls bezichtigen. Spannend, spannend!
Das sacht der Fachmann …

Stand der Sammlung

Schließlich ist es mal wieder Zeit für einen kleinen Überblick. Ziel meiner Sammelwut ist ja, nicht alle – aber doch einige der „Nummer Einsen“ von New 52 in meinen Besitz zu bringen.

Folgende hab ich schon:

  • Batman and Robin #1
  • Batman – The Dark Knight #1
  • Batman – Detective Comics #1
  • Batman Incorporated #1
  • Batwing #1
  • Nightwing #1
  • Flash #1
  • Green Lantern #1
  • Green Lantern – New Guardians #1
  • Red Lanterns #1
  • Stormwatch #1
  • Superman #1
  • Superman – Action Comics #1
  • Justice League #1

Folgende will ich noch:

  • Batman #1
  • Green Lantern Corps #1
  • Batgirl #1
  • Batwoman #1
  • Catwoman #1
  • Justice League Dark #1
  • Justice League International #1
  • Earth 2 #1

Ein paar Reihen will ich ja durchaus mal weiter verfolgen. Da würden mich dann die entsprechenden Sammelbände interessieren. Ich werde berichten.

Und hier noch mal meine bisherigen New-52-Rezis:

Lesetagebuch: Star Wars Comics – Teil 1

Wer wie ich nicht genug vom Star Wars Universum kriegen kann (lassen wir kurz mal die Unterteilung nach „guten alten“ und „schlechten neuen“ Filmen außen vor), dem stehen bekanntlich noch etliche weitere Medien voll mit lizensiertem Lichtschwertspaß zur Verfügung.

Nun bin ich der Meinung, dass Star Wars in ein rein visuelles Medium gehört – Romane kamen für mich daher (bislang) nicht in Frage. Dann gibt’s ja noch zahlreiche nach glaubhaften Quellen auch sehr gute Computerspiele – aber ich bin einfach nicht so der Daddler. Nach meiner C64-Zeit hab ich eigentlich nur zwei Spiele ernsthaft gespielt: Age of Empires und World of Warcraft.

Bleiben die Comics (jaja, und zwei Ewoks-Fernsehfilme, ein Christmas-Special und der ganze Clone-Wars-Schrott, naknaknak). Ich habe vor über einem Jahr damit angefangen, mich in der Richtung umzutun. Vorausgegangen war dem, dass ich ein recht interessantes Heftchen auf dem Gratis Comic Tag 2010 abgestaubt habe, in dem eine Story aus der hervorragenden Dark Times Reihe zu finden war.

Dies war der Zeitpunkt der Infektion – mittlerweile hat mich ein handfestes Sammelfieber gepackt. Grund genug, an dieser Stelle ein wenig über meine aktuelle Obsession und das Objekt derselben zu berichten.

Die Comics der 80er …

Die ersten Star Wars Comics dürfte es schon kurz nach den ersten Filmen gegeben haben. Ich habe Cover aus den 80ern vor Augen, die noch recht schlicht gezeichnet waren – und wohl auch eher einfache Geschichten betitelt haben dürften. In Deutschland sind diese Dinger dereinst bei Ehapa erschienen – und werden zur Zeit bei Panini als „Classics“ wieder aufgelegt.

Inhaltlich spielen sie wohl ziemlich eng im Umfeld und mit dem Personal der Ur-Film-Trilogie. Für einen Komplettsammler dürften diese Dinger irgendwann sicher interessant sein – bei mir hält sich die Begeisterung aber vorerst noch in Grenzen. Aktuell gibt es bei Panini acht Classics-Ausgaben, die alle halbe Jahre erscheinen.

… der 90er …

Die nächste „Welle“ der SW-Comics stammt aus den 90er Jahren, aus der Zeit, bevor Episode I in die Kinos kam. Inhaltlich wird es hier etwas interessanter. Zumindest wird hier oft das enge Umfeld der Filme verlassen. Es werden Geschichten präsentiert, die etliche Jahrtausende davor spielen und die mythischen Ursprünge der Jedi sowie Sith beschreiben. Doch auch Luke und Co. kommen erneut zu ihrem Recht. Die Qualität der Zeichnungen, der Charakterdarstellungen und der Handlungen kommt oft über „mittel“ nicht hinaus. Ein paar Perlen sind hier aber durchaus zu finden.

Die Comics dieser Epoche sind in Deutschland zunächst im Feest– sowie im Carlsen-Verlag erschienen. Aktuell erhält man sie am Besten in der „Essentials“-Reihe von Panini, wo diese nach und nach alle erneut aufgelegt werden. Der Komplettsammler mag hier auch auf die älteren Carlsen- und Feest-Dinger wert legen – ich für meinen Teil beschränke mich aber auf die „Essentials“, die allesamt noch problemlos erhältlich sind. Aktuell ist der 13. Essentials-Band erschienen. Pro Jahr kommen zwei hinzu.

… und das Beste von heute!

Schließlich startete 1999 mit dem Beginn der neuen Film-Trilogie eine dritte Welle von SW-Comics, die in deutschen Landen seitdem durchgängig bei Panini (einstmals Dino) erscheinen. Hier gibt es eine klassische Heft-Reihe, die aber regelmäßig in den so genannten „Sonderbänden“ zusammengefasst wird. Hier wird es jetzt richtig spannend. Die Bandbreite der Szenarien ist noch einmal gewachsen. Es gibt nun Storylines, die die verschiedenen Lücken zwischen den Filmen ausfüllen, solche die teilweise weit in die Vergangenheit – aber auch in die Zukunft – der Film-Gegenwart reichen. Etliche Sammelbände und Unterreihen basieren auf Computerspielen und geben deren teils sehr interessanten Storylines gekonnt wieder. Die Qualität der Zeichnungen aber auch der Handlungen ist noch einmal enorm gestiegen.

Hier liegt dann auch der Fokus meiner Sammelwut – wobei ich die Hefte aber außen vor lasse. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind 68 Sonderbände erschienen. Über die einschlägigen Online-Kauf-Portale sind die eigentlich alle noch recht gut zu erstehen. Man muss halt auf Schnäppchen achten. Seit Anfang des Jahres werden zudem die allerersten Sonderband-Nummern unter der Bezeichnung „Star Wars Masters“ von Panini erneut aufgelegt – allerdings in anderer Reihenfolge. Die Sonderbände erscheinen alle zwei Monate – die Masters ebenfalls.

Da war ja noch was …

Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich an dieser Stelle noch die Clone Wars. Basierend auf der animierten Fernsehserie (die in den späteren Staffeln ja angeblich gar nicht mal so schlecht sein soll – was ich davon gesehen hab ist aber mehr als mäßig) gibt es natürlich auch ein ausgedehntes Comic-Angebot zu diesem unsäglichen Teil des Star Wars Universums – in Deutschland ebenfalls bei Panini. Im Rahmen des Gratis Comic Tags hab ich ein paar Storys aus dieser Ecke in die Finger bekommen. Gruselig! Vermutlich soll damit eine wesentlich jüngere Zielgruppe angesprochen werden – aber ich bin der Meinung das würde auch in besserer Qualität gehen. Egal – das Zeug kommt mir jedenfalls nicht ins Haus.

In loser Reihe werde ich an dieser Stelle über den Stand meiner Sammlung – und natürlich über die Comics selbst berichten.

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 4 – Justice League

Der Neustart des DC-Universums begann im letzten Jahr mit der Nummer 1 von „Justice League“. Endlich – kurz vor dem Deutschland-Start von New 52 bei Paninicomics – hab ich auch dieses Heftchen einigermaßen preiswert ergattern können. Es hat mir sehr gut gefallen – hätt ich gar nicht gedacht – und meine Sammelleidenschaft in Sachen DC-Neustart wieder etwas entfacht.

11 von 52

Ein paar mehr von den 52 „Einsern“ hatte ich ja eigentlich schon haben wollen (tatsächlich sind’s ja schon deutlich mehr als 52, da bereits etliche Reihen eingestellt und ersetzt wurden). Das wird mit der Zeit aber natürlich nicht leichter. Umso erfreuter war ich, als ich auf einem allseits beliebten Verkaufs-Portal ein günstiges Exemplar von „Justice League“ #1 entdeckte – und dann auch noch den Zuschlag erhielt.

Ein wahrer Neustart

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Justice-League-Heftchen zählt zu meinen Favoriten der New 52. Das hat unter anderem damit zu tun, dass einem hier ein wahrer Neustart der Serie präsentiert wird – für mich als DC-Noob durchaus ein Kriterium.

Hier sei gleich eine SPOILERWARNUNG eingefügt.

Wir lernen das spätere Team zu einem Zeitpunkt kennen, an dem sich seine potentiellen Mitglieder noch nicht untereinander kennen – und an dem kostümierte Vigilanten in der Öffentlichkeit noch nicht sonderlich gut gelitten sind. So hat Batman bei der Verfolgung eines außerirdischen Schurken in Gotham seinerseits die Polizei auf den Fersen – und rennt dabei unvermittelt der Grünen Leuchte in die Arme, die sich als kosmischer Wächter für Außerirdischen-Fragen generell zuständig fühlt.

Großartig, wie sich die beiden die ganze Zeit über kappeln. Hat man ja so unter Superhelden – beim ersten Treffen zankt und/oder kloppt man sich, um sich dann gemeinsam auf den Schurken zu stürzen. Richtig lustig wird’s am Ende, wenn ein weiterer Alien hinzustößt – ein gewisser Superman.

Da geht’s mit der Kappelei erst richtig los und endet mit einem Cliffhanger, der mich erstmals richtig nach Band 2 hat gieren lassen. Denn nachdem Supie mal eben die Grüne Leuchte ausgeknockt hat, heißt es „Next Issue: Batman vs. Superman„. Ich find’s immer großartig, wenn Batsie dem Kryptonier den Arsch versohlt.

Der erste Außerirdische (nicht Supie jetzt) stellt sich übrigens als Scherge von Darkseid heraus – von dem die Helden auch noch nie etwas gehört haben.
Das sacht übrigens der Fachmann …

Weiter sammeln!

Damit hab ich nun mindestens schon eine zweite New-52-Reihe, von der ich mir alsbald mal den ersten Sammelband zulegen möchte (die kommen ja grad auch alle raus): Nach den Action Comics mit dem jungen Superman muss es jetzt tatsächlich auch Justice League sein. Hätt ich selbst nicht gedacht.

Hier noch mal all meine bisherigen New-52-Rezis im Überblick:

Auch wenn ich meine Lücken jetzt via Panini bequem auf deutsch auffüllen könnte, sehnt sich das Sammlerherz nun doch noch nach ein paar der fehlenden Original-New-52-Einser. Wenigstens Batman (ohne Zusatz) hätt ich schon gerne noch.

Lesetagebuch: Gratis Comic Tag 2012 – Teil 5

Übersicht: die vorangegangenen Teile

Cosa Nostra

Mein absoluter Favorit beim diesjährigen hat nix mit SF, Fantasy oder Superhelden zu tun. Es ist eine Mafia-Story, die im New York des beginnenden 20. Jahrhunderts spielt. Dabei ist die Geschichte recht unaufgeregt und kommt ohne übertriebene Action aus. Erzählt wird eine kurze Episode im späteren Little Italy, in der ein paar Jugendbanden und deren Anführer eine große Rolle spielen – darunter auch ein gewisser Alphonse Capone.

Die Handlung ist aber so atmosphärisch dicht erzählt, dass sie einen in jedem Panel packt und fesselt. Ein recht umfangreicher Anhang zeugt von der detaillierten Recherche der Autoren. Ihr ist wohl auch der glaubwürdige Eindruck von Authentizität zu verdanken, den die ganze Story und vor allem auch die Zeichnungen vermitteln. Wer – wie ich – den „Paten“ und die „Sopranos“ liebt und sich vom historischen Flair des New York um 1900 gefangen nehmen lassen will, sollte im Comicladen seines Vertrauens mal einen Blick in „Cosa Nostra“ werfen – und es bei Gefallen selbstredend käuflich erwerben.

Aldebaran

Hiervon hatte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr erhofft – bin jetzt aber auch nicht restlos enttäuscht. Das Titelbild des SF ließ mich auf Zeichnungen im Stile von Moebius hoffen. Die beiden übers Wasser laufenden Gestalten weckten in mir sofort die Assoziation zu einer abgedrehten Handlung mit eingefrorenem oder stark verlangsamtem Zeitablauf (jaja, als Kind zu viel Perry Rhodan gelesen).

Die Zeichnungen folgen zwar der ligne claire – kommen an das Format eines Moebius aber nicht heran. Dabei sind sie nicht schlecht. Im Gegenteil: sie sind technisch perfekt – aber irgendwie verhalten, ohne große Dynamik. Ein ganz klein wenig Überzeichnung find ich muss halt schon sein. Die Handlung ist auch eher klassisch. Auf Aldebaran existiert seit einigen Jahrhunderten eine menschliche Kolonie, die aber seit über 100 Jahren von der Erde abgeschnitten ist. Die Technik ist etwas primitiver – aber man ist durchaus gebildet.

Ein Fischerdorf wird aus heiterem Himmel von einem gigantischen amorphen Wesen angegriffen und restlos vernichtet, von dem zuvor nie jemand gehört hat. Die wenigen Überlebenden versuchen die nächste Stadt zu erreichen und herauszubekommen, was das für ein Vieh war. Der Comic scheint mir etwas älter zu sein – vermutlich hat Frank Schätzing den vor zehn Jahren mal in den Fingern gehabt.

Comic Girls

Ja, es ist rosa. Ja, es ist explizit für Mädchen. Ja, ich hab’s eigentlich nur für Töchterlein mitgenommen. Aber hey, die vier Storys in dem Heftchen sind gar nicht mal schlecht!

Hauptfigur sind jeweils Mädchen unterschiedlicher Altersklassen, die mal mit und mal ohne imaginäre beziehungsweise fantastische Freunde auskommen. Die schlagen sich dann natürlich mit den üblichen alters- und geschlechtstypischen Problemchen rum, stellen aber durchaus moderne Identifikationsfiguren ohne die üblichen Rollenklischees dar.

Das betrifft vor allem auch das familiäre Umfeld der Heldinnen, das sehr zeitgemäß daherkommt. Vermutlich ist man in Frankreich etwas weiter, ist mir auch schon bei der Fernseh-Kinder-Serie „Bali“ aufgefallen, wo beide Eltern voll arbeiten und der Held selbstverständlich in einer Ganztages-Kita ist.

Bei den „Comic Girls“ treibt das vielleicht etwas arg extreme Blüten, indem jede Heldin ein Scheidungskind ist oder in einer zerrütteten Familie lebt. Aber die ewige heile Welt der Mädchen-Geschichten der Jahrzehnte davor braucht vielleicht auch mal ein kleines Gegengewicht. Dialektik jetzt, nä? Davon mal abgesehen sind fast alle Geschichten richtig witzig.

< | UberBlogr Webring | >

© 2007-2026 by nerdlicht.net | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Ich woanders: Eskapedia; World of Cosmos; Zusammengebaut; Instagram; Mastodon; Bluesky; Schreibmonat; Goodreads | Jetzt bestellen: "Mette vom Mond" von Finn Mühlenkamp | Theme von Anders Norén