Die ersten Bewegtbilder aus dem Abschluss der zur Trilogie aufgeblähten #Hobbit-Verfilmung können selbst mich kritiklosen Fanboy (noch) nicht ganz packen. Aber bevor ich euch noch weiter beeinflusse schaut erst mal selbst zwecks Eigenurteilsbildung:
Verhaltene Reaktionen
Da der gestern schon überall rumging, habt ihr ihn sicher eh schon gesehen. Die diversen einschlägigen Seiten und Meinungsführer haben eher verhalten bis kritisch auf den Trailer des „Defining Chapters“ reagiert. Man macht es vereinzelt daran fest, dass die Spezialeffekte wohl noch nicht ganz fertig seien, so dass man für den nächsten Trailer durchaus noch auf mehr hoffen könne. Aber auch wenn ich sehr auf mächtig viel Rummsbumms im dritten #Film setze und hoffe, hätte ich mir doch ebenso den ein oder anderen wohligen Schauer gewünscht, der in einem ersten Trailer auch ohne besondere Spezialeffekte rüberzubringen wäre. Den Trailern zu den ersten beiden Filmen ist dies gelungen – diesem hier irgendwie nicht.
Ein Film zu viel?
Jaja, zwei Filme hätten’s auch getan. Das Thema hatten wir ja schon. Dennoch glaube ich nicht, dass das das Kernproblem ist – oder wäre. Man kann den vorhandenen Stoff durchaus in drei Filme ausdehnen, wenn man das denn möchte.
Zu weit vom Buch zu nah an den anderen Filmen?
Neben dem fehlenden (oder versemmelten: „Waaaarrr“) Gänsehautmoment nerven mich eigentlich nur zwei Dinge: Wieso muss Galadriel da wieder rumrennen – und was soll das mit der Musik?
Zu Galadriel: Ja, ich weiß, was das soll. Cate Blanchet hat einen Vertrag und sie spielt die Rolle ja auch gut. Und Legolas und Tauriel tauchen im Buch ja auch nicht auf. Aber mit den anderen beiden kann ich noch gut leben – schließlich ist Legolas Thranduils Sohn und es wäre eher merkwürdig, wenn er da nicht rumspringen würde, und ein paar mehr weibliche Charaktere tun der Geschichte unwidersprochen gut. Galadriel ist aber eine uralte Noldor, die sich überhaupt nicht mehr um die Geschehnisse außerhalb Lothloriens schert. Was macht die da?
Zur Musik: Warum ist der Trailer mit einer Neuinterpretation von (Edit: Ron weist zu recht darauf hin, dass es keine Neuinterpretation ist.) Pippins Lied unterlegt? Es ist ein Hobbit-Lied, das er für Denethor gesungen hat – ein Lied, das „nicht für große Hallen gedacht“ war. Das hat außerhalb der großartigen Gänsehaut-Szene, in der es gesungen wird, nichts zu suchen.
Beides ist symptomatisch für den offenkundigen Zwang Jacksons, die Hobbit-Filme in Handlung, Bildsprache und sonstigem so eng wie möglich an die Ring-Filme zu binden. Schon im zweiten Teil hat das ohne Not dafür gesorgt, dass einige Szenen nur wie ein schwacher Abklatsch ähnlicher Szenen aus der Ring-Trilogie wirkten – dabei hat der Hobbit so viele eigene Schlüsselszenen zu bieten, die man zu eigenständigen Gänsehautmomenten ausbauen kann.
Die Hoffnung bleibt
Genug gemeckert. Da obige Forderung im bisherigen Material ausreichend oft erfüllt wird, bleibe ich guter Hoffnung, dass der Abschluss der Hobbit-Trilogie der erwartbare Kracher wird – und meine Nackenhärchen noch genug Gelegenheit bekommen, sich aufzurichten. Ich meine, habt ihr die Zwergenkavallerie auf den Widdern gesehen?