Autor: Herr Kowski

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3005 – Wiege der Menschheit

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 3004 – Der Vital-Suppressor

Das Heft hatte ich schon am Sonntagabend durchgelesen. Rekord in diesem Zyklus (der zugegeben gerade erst begonnen hat) und durchaus Indiz für seine Qualität, sowohl des Heftes als auch des Zyklus‘.

Ein seltener Gast

Wie zumindest der Perrypedia zu entnehmen ist, ist Band 3005 der erste Gastroman von Andreas Brandhorst in der regulären Heftreihe. Ein, zwei Taschenbücher beziehungsweise Miniserien-Romane hatte er zuvor beigesteuert. Obwohl mir sein Name durchaus ein Begriff ist, muss ich zu meiner Schande gestehen, offenbar noch nie etwas von ihm gelesen zu haben – höchstens mal einen DSA-Roman (falls er solche überhaupt geschrieben hat und ich ihn da nicht verwechsele). Ein Versäumnis, dem ich demnächst Abhilfe schaffen sollte (empfehlt mir mal was!), denn dieses Heft war wirklich ganz gut. Doch zunächst die

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Schwacher Einstieg – aber dann!

Bevor ich mit der Lobhudelung einsetze: Der Einstieg war nix. Der bemühte Funktions-Dialog, in dem Perry Rhodan und seine Enkelin gestelzt, hölzern und unrealistisch den Status Quo rekapitulieren, ist handwerklich arg unbeholfen. Aber gut, schnell drüber weg lesen, abhaken und weiter im Text. Danach wird’s nämlich gut.

Obwohl im Heft zuvor bereits ein erster Kontakt zum galaktischen Widerstand hergestellt werden konnte, wurde der Flug zu seinem Sitz im Ephelegon-System erneut künstlich hinausgezögert – man muss erst abwarten, ob Reginald Bull einen Termin frei hat. Inzwischen wollte man dann doch in Richtung Solsystem fliegen, um zu sehen, ob die Erde nun wirklich weg ist. Naja, zumindest zur Wega sollte es gehen, weil das Solsystem ja angeblich streng bewacht sei.

Aber nicht einmal dazu kommt es, da man wieder von einem interessanten Funkspruch abgelenkt wird. Perry Rhodan und Co. haben offenbar die Aufmerksamkeitsspanne eines Katzenbabys. Diesmal ist die Ablenkung jedoch tatsächlich interessant und weiß dem geneigten Leser (mir) zu gefallen.

Spannende Rätsel und Fanservice

Auf einer die meiste Zeit in Eis erstarrten Welt wurde eine archäologische Entdeckung gemacht, die darauf schließen lässt, dass diese Welt die Wiege der Menschheit sei. Sowohl die Leserschaft als auch Rhodan & Co. wissen, dass das nicht sein kann. Letztere wollen sich das zur Freude ersterer dennoch mal anschauen, denn die Entdecker klangen sehr überzeugend.

Der Planet Tellus, zu dem es gehen soll, wandert in einer sehr langezogenen exzentrischen Umlaufbahn um sein Zentralgestirn, was ihn nur einmal alle 3000 Jahre auftauen lässt und dem exotischen Leben dort die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Allein das ist schon ein sehr schönes SF-Szenario. Aktuell ist es gerade wieder soweit, der Eispanzer beginnt zu schmelzen und legt nach und nach etwas frei, das sich als nichts geringeres als Terrania City herausstellt, die Hauptstadt der Erde, die seit ihrer Gründung in den 1970er Jahren ihren Platz in der einstigen Wüste Gobi hat – etliche Lichtjahre entfernt auf der guten alten Erde. Ein Rätsel nach Rhodans Geschmack, dem er vor Ort auf die Spur zu kommen hofft. Die Inspektion der verlassenen Ruinen vergrößert das Rätsel jedoch nur.

Beobachtungen und Messungen sprechen dafür, dass es sich tatsächlich um Terrania handelt. Die Gebäude sind ganz offensichtlich mehrere tausend Jahre alt und für Rhodan macht alles einen sehr originalgetreuen Eindruck. Bis man die Statuen entdeckt. Sie zeigen Rhodan höchstselbst, was zunächst einmal nicht ungewöhnlich ist, war der gute doch sehr lange Zeit Staatsoberhaupt des ersten irdischen interstellaren Staatengebildes. Allerdings zeigen ihn die Standbilder als reichlich brutalen Herrscher, der mit dem Schwert über Aliens richtet. Und so einer war unser Perry natürlich nie.

Doch damit nicht genug, es warten weitere Rätsel und Gefahren auf die Heldinnen und Helden. So verbirgt sich unter dem tauenden Eis zudem ein alter Stützpunkt des Solaren Imperiums (oben genanntes Staatengebilde), der dort nach Rhodans Erinnerung auch hingehört. Erwartungsgemäß war die einstige Besatzung (ist schließlich auch schon alles 3000 Jahre her) längst tot. Nicht erwartet hat man allerdings den Zweitkonditionierten, der die Jahrtausende im Eis locker überstanden hat und nun auf den Erkundungstrupp losstürmt.

Ich mag solchen Fanservice ja gern. Die Zweitkonditionierten gehörten in den 300er Heften (so Mitte/Ende der 60er Jahre) zu den unüberwindlichen Gegnern der Menschheit. Dieser hier ist zudem noch von der erwachenden kollektiven Lebensform des Planeten Tellus beeinflusst, die nach Art von Frank Schätzings „Schwarm“ gerade dabei ist, alle Eindringlinge – Perry & Co. inklusive – zu beeinflussen.

Um die Sache abzukürzen: Der vermeintliche Angriff der heimischen Lebensform löst sich schließlich in Wohlgefallen auf. Es war – wie so oft – nur ein missverstandener Kommunikationsversuch. Selbst die Bestie kann befriedet werden und zieht mit dem Kollektivwesen seiner Wege. Leider treten zum Ende die Cairaner auf den Plan, was Rhodan zur schnellen Flucht zwingt. Lediglich eine Materialprobe und ein paar Messergebnisse können von der Ruinenstadt mitgenommen werden.

Wohliges Miträtseln

Mit die größte Freude, die mir dieser Roman bereitet hat, war die Möglichkeit, mitzurätseln. Erstmals in dem Zyklus bekam man ein Geheimnis präsentiert, das nicht nur aus unerklärten Begriffen (Cairaner, Posizid) oder dem willkürlichen Vorenthalten von Informationen bestand (Wo ist die Erde? Was ist mit Arkon? Und warum verdammt noch mal fliegen sie nicht einfach ins Ephelegon-System?).

Und so spekulierte ich in meinem Köpfchen herum, was es mit dieser Ruine des „bösen“ Terrania auf sich haben könnte. Mir als Altleser bietet sich eine naheliegende Lösung an: Es handelt sich um die Stadt aus dem Anti-Universum (ja, genau wie das Mirror-Universum bei Star Trek – kam in den 600er Heften Anfang der 70er vor). Es hieß später zwar, dass es nur ein Kunst-Universum von Anti-ES war – trotzdem war alles und jeder daraus real. Man müsste dies anhand von Strangeness-Messungen nachweisen können. Aber vielleicht sind es auch absichtlich platzierte falsche Relikte der Cairaner, um die wahre Vergangenheit der Milchstraße zu verschleiern. Wir werden es hoffentlich erfahren.

So wünsche ich mir jedenfalls meine Perry-Heftchen: gut geschrieben, schöne SF-Ideen und ein bisschen was zum Spekulieren. Mehr davon!

Zum nächsten besprochenen Heft: Perry Rhodan 3016 – In den Augen des Riesen

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 12/2019

Unter anderem in dieser Woche: vegetarischer Ärzte-Abschied, Openbook und die lange Reise zum Ende aller Dinge

Gadgets & Tools

Das Ding brauche ich unbedingt.

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Gesang & Geräusch

Juhu! Neue frische von den „Die Ärzte“n!

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Internet & Online-Szene

  • Der gute Herr R Punkt stellt uns das neue soziale Netzwerk Openbook vor, in dem er als Backer alphatesten darf. Klingt durchaus interessant (ich hab mich auch gleich auf die Betatest-Warteliste gesetzt), scheint mir auf den ersten Blick aber nur yet another Diaspora/Ello/GooglePlus zu sein. Mal gucken.

Kino & Film

Tarantino schlägt wieder zu. Wollte der nicht mal einen -Film machen?

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Wissenschaft & Visionen

Ja, das Video ist etwas länger und potentiell deprimierend – aber es rückt dem ein oder anderen vielleicht generell die Verhältnismäßigkeit aller Dinge wieder etwas zurecht.

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Lesetagebuch: Perry Rhodan 3004 – Der Vital-Suppressor

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 3003 – Das Triumvirat der Ewigen

Offenbar entwickelt sich der Donnerstag langsam zu meinem Perry-Rhodan-Blog-Tag. Gehen wir’s an.

Endlich weiter im Meta-Text

Der gute Christian Montillon, aus dessen Feder Band 3004 stammt, ist als einer von zwei Exposé-Autoren maßgeblich für die Metahandlung des Zyklus‘ verantwortlich. Es ist also zu erwarten, dass diese nach drei Heften Pause endlich fortgesetzt wird. Um so dringender daher die

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Zurück ins Straflager

Montillon greift zum einen seinen Handlungsstrang aus dem Jubiband 3000 wieder auf und erzählt die Geschichte von Giuna Linh weiter, die es eher zufällig in den Geheimdienst des galaktischen Widerstands verschlagen hat. Zwar hat sie ihren Mann mit dessen Hilfe aus dem fiesen Straflager der Cairaner befreien können – leider erwachte dieser seitdem aber nicht mehr aus dem Koma, das ihn kurz darauf ereilt hatte. Mit etwas Geschwurbel kommt sie mit seinem behandelnden Arzt zu dem Schluss, dass ihn einzig die Bedingungen des Straflagers wiedererwecken können.

Dort werden die Gefangenen nämlich der Strahlung des titelgebenden Vital-Suppressors ausgesetzt, der sie schwächt und auslaugt indem er ihnen die „Lebensenergie“ entzieht. Ja, bei Perry Rhodan geht es oft sehr esoterisch zu. Die Geheimdienstzelle um Giuna Linh lässt sich tatsächlich überzeugen und man plant, gemeinsam mit Arzt und Komapatient wieder in das Straflager einzudringen, damit letzterer geheilt werde. Nebenbei will man noch ein wenig über dieses Gerät herausfinden, was das Himmelfahrtskommando halbherzig rechtfertigen soll.

Alleingang des Helden

Im zweiten Handlungsstrang wird es noch konstruierter. Ehe man nun endlich zur Hauptwelt des galaktischen Widerstands aufbricht, wird man auf Perry Rhodans Schiff auf besagte Straflager aufmerksam. Die so genannten Ausweglosen Straßen sind ringförmige Raumstationen, in denen die Gefangenen wie oben beschrieben vor sich hin vegetieren müssen – und zudem noch von Raubtieren gejagt werden. Auch Rhodan interessiert sich sehr für die Lebensenergie-entziehenden Maschinen, die den Messungen zufolge selbige für einen unbekannten Zweck speichern.

Also plant er kurzerhand, einer solchen Ausweglosen Straße einen Besuch abzustatten. Wie es der dramaturgische Zufall so will, ist es natürlich genau jene, zu der die Geheimdienstzelle aus dem anderen Handlungsstrang unterwegs ist. Und auch noch exakt zum selben Zeitpunkt. Als über 3000 Jahre alter Held macht er sich natürlich im Alleingang auf den Weg – lediglich begleitet von ein paar Kampfrobotern. Die Tatsache, dass er mit seinem lebensverlängernden Zellaktivator am ehesten gegen die fiese Strahlung gefeit ist, macht diese Solomission sogar halbwegs plausibel – also, wenn man von der Mission generell mal absieht.

Gerade noch die Kurve gekriegt

Meiner teils süffisanten Wortwahl mag man entnehmen, dass mir das alles nur mäßig gefallen hat. Tatsächlich ist die Zusammenführung der im Jubiband begonnenen Haupthandlungsstränge arg konstruiert geraten. Zudem drängte sich mir über große Strecken des Romans der Verdacht auf, dass es mit der Metahandlung nicht allzu weit her sein könnte: Die Cairaner bleiben nichts weiter als eine böse Besatzungsmacht, die mit Willkürjustiz und Repression für einen zweifelhaften Frieden in der Galaxis sorgt. Und die Auflösung der vermeintlichen Rätsel über den Verbleib der Erde und die Ereignisse der vergangenen Jahrhunderte wird durch wenig nachvollziehbare dramaturgische Abschweifungen künstlich hinausgezögert.

Zum Glück hat der Roman quasi auf den letzten Metern gerade noch mal die Kurve gekriegt.

Natürlich finden Rhodan und die Geheimdienstzelle auf der Ausweglosen Straße zusammen, geraten durch ein superheldencomicwürdiges Missverständnis kurz aneinander, vertragen und verbünden sich dann aber schnell wieder gegen den gemeinsamen Feind. Es gelingt einen Vital-Suppressor aufzuspüren, zu untersuchen und schließlich unbrauchbar zu machen. Dabei gerät man an einen Cairaner, der dieses Gerät steuert – und offenbar eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat. Gerade letzteres macht Hoffnung, dass es mit diesen Leuten doch mehr auf sich hat.

Man entkommt gemeinsam – Rhodan lässt aber eine Schar Kampfroboter und ein Raumschiff zurück, um den zahlreichen Gefangenen eine Chance zur Flucht zu ermöglichen. Zum versöhnlichen Abschluss sei hinzugefügt, dass ich rein handwerklich an der Schreibe nichts auszusetzen hatte – und dass mir die Darstellung des Titelhelden bislang bei allen Autoren gut gefallen hat. Das kriegen die aktuell wieder ganz gut hin. Ich bleibe also dran.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3005 – Wiege der Menschheit

Bingetagebuch: Legends of Tomorrow

Es ist kompliziert: Superhelden-TV-Serien und ich

Eigentlich mag ich die Marvel-Comic-Superhelden ja viel lieber als die Kollegen bei DC, was sich größtenteils auch auf Bewegtbild-Medien überträgt. Auf der Kinoleinwand ist das auch ne klare Sache – die MCU-Filme und der grandiose Spider-Verse-Film und sogar viele X-Men-Sachen sind für mich nicht zu toppen (allerdings: Wonder Woman ist großartig und Aquaman hab ich noch nicht gesehen).

Bei TV-Serien verhält es sich komischerweise ganz anders. Obwohl offiziell zum MCU gehörig, habe ich Daredevil, SHIELD und sogar Agent Carter recht früh wieder abgebrochen. The Defenders war die einzige Staffel, die ich mit Mühe komplett geguckt habe. Ich fand sie allesamt unfassbar langweilig und schleppend erzählt.

Und dann kam The Flash. Obwohl er in meinen Augen immer einer der inkonsequentesten Comichelden war – ich meine, er läuft mit Lichtgeschwindigkeit! –, der fast noch absurder überpowert ist, als sein Kumpel Superman, gefiel mir seine Serie aus dem Hause CW von Anfang an erstaunlich gut. Meine Hoffnung, dass dies auch für die Schwesterserien gelten möge, hat sich allerdings zunächst nicht erfüllt. Sowohl Arrow als auch Supergirl wussten mich nicht zu packen. Beide hab ich nach ein paar Folgen wieder abgebrochen.

Legenden der Zukunft

Ganz wollte ich besagte Hoffnung aber nicht aufgeben, dass es im Arrowverse, wie dieses gemeinsame Serien-Universum genannt wird, doch noch etwas für mich gibt. Also hab ich mir die erste Staffel der Legends of Tomorrow bei einem meiner beiden Streaminganbieter aufs Handy gezogen und mir damit die tagtägliche U-Bahn-Pendelei versüßt.

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Schurkenjagd durch die Jahrhunderte

Die Handlung ist eigentlich recht schnell erzählt und so schlicht, dass es nicht mal einer Spoilerwarnung bedarf: Ein so genannter Time Master namens Rip Hunter rekrutiert eine Truppe Helden, Anti-Helden und Schurken, um mit ihnen den unsterblichen Schurken Vandal Savage zu bekämpfen, der in ferner Zukunft die Weltherrschaft an sich reißt.

Mit dem Zeitschiff Waverider hopsen die Heldinnen und Helden dann 16 Folgen lang vor und zurück durch die Jahrhunderte. Savage treibt seit der Zeit der Pharaonen sein Unwesen, weswegen es etliche Zeitpunkte gibt, an dem man seinen Aufstieg zur weltweiten Terrorherrschaft beenden könnte. Natürlich gelingt es Folge um Folge nicht, Savage zu stoppen – auch weil selbstredend noch weitere Fraktionen, unglückliche Zufälle und persönliche Befangenheiten im Spiel sind.

Dieser erste große Handlungsstrang – soviel sei verraten – findet in Staffel 1 seinen Abschluss. Hätte die Serie keine Verlängerung erfahren, wären die geneigten Zuschauenden wenigstens mit einem befriedigenden Ende entlassen worden. Tatsächlich aber geht es munter weiter und der interessante Cliffhanger wird erfolgreich aufgegriffen. Ich bleibe dran.

Zeitreise Trash

Allerdings nicht unbedingt wegen des SF-Hintergrunds. Bei Zeitreisegeschichten habe ich eigentlich recht hohe Ansprüche, die hier ehrlich gesagt nicht mal im Ansatz erfüllt werden. Die Möglichkeiten und Konsequenzen einer Zeitreise werden fast gar nicht angetastet. Alle interessanteren hirnverknotenden Gedankenspiele werden von vornherein durch dramaturgische Postulate (geht nicht weil geht nicht) unterbunden, jede Zeit kann nur einmal besucht werden, wodurch sie nur zu exotischen Orten verkommen, die nacheinander bereist werden. Dabei folgt dies nicht einmal einer nachvollziehbaren Logik – denn wenn es dramaturgisch erforderlich ist, gehen einige Dinge dann doch. Die hier dargestellte Form der (dramaturgischen) Zeitreise ist also nicht nur langweilig sondern sie folgt auch keiner inneren Logik.

Wunderbare Seifenoper

Erneut sind es hier allerdings das Zusammenspiel und die Entwicklung der dargestellten Charaktere, die mich begeistern. Die Dynamik zwischen den Figuren mag oft klischeehaft sein, ist aber immer auf Spannung und treibt die Handlung voran. Überhaupt ist alles sehr witzig, rasant und flott erzählt, niemals langweilig und gespickt mit den notwendigen popkulturellen Referenzen von Star Trek und Wars bis zu Zurück in die Zukunft. Ich find’s großartig und freue mich auf Staffel zwo.

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Lesetagebuch: Perry Rhodan 3003 – Das Triumvirat der Ewigen

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 3002 – Die Kriegsschule

Es wird aller höchste Zeit für meinen wöchentlichen Perry-Rhodan-Lesetagebucheintrag – zumal der Folgeband bereits auf meinem Kindle liegt.

Noch’n Umweg

Zumindest hat sich schon einmal meine Befürchtung zerschlagen, dass in diesem Band der Weltraumpiraten-Plot des Vorgängers weitergeführt wird. Ehe die gleich in den ersten Heften des Zyklus‘ wieder ausgebremste Metahandlung endlich in Schwung kommt, macht Band 3003 nochmals einen Schlenker in eine abgeschlossene Nebenhandlung – die aber erneut recht spannend daherkommt. Auf jeden Fall ist’s erst einmal Zeit für die

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Schnell mal eine Welt retten

Auch wenn dies zu Beginn seiner Erkundungsmission noch etwas anders klang, will Perry Rhodan nun doch auf direktem Wege zum Ephelegon-System fliegen, wo das galaktische Widerstandsnest unter Leitung seines alten Freundes Reginald Bull vermutet wird. Leider kommt diesem Vorhaben diesmal ein geheimnisvoller Notruf in die Quere, dem man natürlich erst einmal nachgehen muss.

Das Abenteuer führt Perry Rhodan höchstselbst auf Umwegen auf einen sehr unwirtlichen Planeten, in dessen Kavernen eine kleine Menschenpopulation unter der Herrschaft dreier Unsterblicher dahinvegetiert. Die Menschen leben dort seit etlichen Jahrhunderten und Generationen in dem Irrglauben, dass sie die letzten Lebewesen in der gesamten Galaxis sind. In einem sehr repressiven Staatengebilde erhalten die titelgebenden Triumvirn die Legende, dass der Weltenbrand (den unser Held bekanntlich vor 500 Jahren im letzten Moment hat abwenden können) die Milchstraße entvölkert hat, und man als letzte Bastion des Lebens durchhalten muss, um dereinst wieder die Sterne zu besiedeln.

Natürlich gelingt es Rhodan fast im Alleingang, die Terrorherrschaft zu beenden – wobei die Revolution nur eines Funkens bedurft hatte, der sein Erscheinen dann auch war. Der Roman endet damit, dass man das befreite Volk auf Copperworld sich selbst und ihnen ein Raumschiff überlässt, mit dem sie sich alsbald tatsächlich eine lebensfreundlichere neue Heimat suchen können.

Meta-Krümelchen

Darüber, was in der Milchstraße nun eigentlich los ist, erfährt man auch in diesem Roman nicht das Geringste. Leider ist von der Stimmung der Verlorenheit, welche die Protagonisten nach ihrem 500-Jahres-Sprung erfüllt hatte, ebenfalls nichts mehr zu spüren. Auch diese Handlung hätte mit geringfügigen Anpassungen in jeder PR-Epoche stattfinden können. Dennoch bekommt man ein paar Krümelchen serviert – immerhin erhält die in Band 3000 eingeführte Figur des mysteriösen Paau erstmals eine Sprechrolle.

Zum Abschluss sei ausdrücklich betont: Der Roman ist spannend und flüssig zu lesen und hat mich gut unterhalten. Dennoch hoffe ich, dass nun bald mal einige der aufgeworfenen Fragen angegangen werden. Da im Folgeroman einer der Expokraten am Start ist, bin ich da durchaus guter Hoffnung.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3004 – Der Vital-Suppressor

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3002 – Die Kriegsschule

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 3001 – Von Göttern und Gönnern

Nachdem uns der Jubiläumsband 3000 eine interessante Bühne bereitet hat (die Helden um Perry Rhodan verschollen in einer fernen Zukunft, in der die Erde verschwunden ist und die Milchstraße von den mysteriösen Cairanern beherrscht wird), wurde im Folgeband erst einmal das Tempo rausgenommen. Die Helden wollen behutsam die Lage erkunden und beginnen bei den durchaus interessanten Olubfanern. Nun möchte der geneigte Leser (ich) aber mal langsam wissen, was aus vertrauten Orten, Völkern und Personen der Milchstraße geworden ist. Die Antwort darauf kriege ich in diesem Heft aber leider nicht.

Piratenjagd

In Band 3002 wird – durchaus spannend – die Befreiung einiger Olubfaner aus der Hand der Ladhonen geschildert. Die fiesen Weltraumpiraten scheinen gerade die gesamte Milchstraße zu terrorisieren und Perry & Co. wurden am Ende des letzten Heftes Zeugen der Entführung. Auch wenn die Handlung schnell erzählt ist an dieser Stelle erst einmal eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Noch ein Kriegervolk

Perry Rhodan und Crew sind mit ihrem Raumschiff den Ladhonen unbemerkt auf den Fersen. Der siganesische Einsatzagent Tenga (ein 20 cm großer Kolonialterraner) schleust sich in das Piratenschiff ein, erkundet die Lage, findet die Entführten und kann diese am Ende spektakulär befreien.

Im Laufe des Romans werden dem Leser die Ladhonen etwas nähergebracht. 500 Jahre zuvor war von diesem Volk noch nie die Rede gewesen – sie sind also neu für diesen Zyklus eingeführt worden und werden sicher noch eine größere Rolle spielen. Die Besatzung befindet sich offenbar im permanenten Drill, alle Aktionen und Manöver dienen stets der Ausbildung. Dabei geht es militärisch straff und rücksichtslos zu – erneut ein Standard-Kriegervolk also.

Metahandlung auf Halt

Wie gesagt: Der Roman ist spannend, Tenga ist ein witziger Charakter, mit dem man mitfiebert und selbst die reichlich unspektakulären Ladhonen sind kurzweilig beschrieben. Thurner ist einfach ein guter Autor, keine Frage.

Aber dieses Heft hätte problemlos zu jedem beliebigen anderen Zeitpunkt und/oder Ort des Perry-Rhodan-Universums spielen können, es gab nicht den geringsten Bezug zur interessanten Metahandlung und es wurde auch nicht die Stimmung der beiden ersten Hefte transportiert. Schade.

Auch der nächste Roman stammt aus der Feder von Michael Marcus Thurner. Meine anfängliche Befürchtung, dass sich die Piratenjagd über diese beiden Hefte erstrecken wird, hat sich aber nicht bestätigt. Dieses Zwischenspiel scheint vorerst abgeschlossen. Ich bleibe dran und gespannt.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3003 – Das Triumvirat der Ewigen

Bingetagebuch: The Flash

Gerade habe ich Staffel vier durchgebinged und bin erneut auf unerklärliche Weise begeistert.

Die Evil-Speedster sind aus

Ein Grund, weswegen ich die vierte Staffel wieder deutlich besser fand als den Vorgänger, mag sein, dass sie erstmals auf einen bösen Speedster als Gegenspieler von Flash verzichtet hat. Nach dem Reverse-Flash in Staffel eins, Zoom in Staffel zwei und Savitar in Staffel drei wäre das Motiv nun aber auch endgültig ausgelutscht gewesen. (Ja, ich weiß, dass sie in Staffel fünf Godspeed an den Start schicken – egal.)

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Stattdessen bekommt es der Blitzmann (so hieß der Gute in alten deutschen Comicübersetzungen wohl tatsächlich mal) mit einem superintelligenten Superschurken zu tun, den ich DC-Noob erst für eine Braniac-Variante gehalten hatte, die sich aber als die Arrowverse-Version des Thinker herausgestellt hat. Aus Sicherheitsgründen folgt zunächst eine

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Schlaukopf will Menschheit neustarten

Die Handlung gestaltet sich grob wie folgt: Nachdem Barry Allen am Ende der dritten Staffel aus Gründen in die Speedforce gegangen war, muss das restliche Team Flash einstweilen ohne ihn klarkommen. Das klappt einstweilen ganz gut – Wally West ist ja auch recht flink zu Fuß. Als sie aber einen mysteriösen Samurai-Roboter nicht überwinden können, der zudem explizit nach der Anwesenheit Flashs verlangt, heckt man einen Plan aus, den Titelhelden wieder zurückzuholen.

Das gelingt mit etwas Mühe auch, der Samuroid wird relativ leicht besiegt und man sieht sich plötzlich mit neuen in der Stadt auftauchenden Metas konfrontiert, die meist Ärger machen. Hinter all dem steckt besagter Thinker, der den sich langsam entfaltenden Masterplan verfolgt, die „Erleuchtung“ der Menschheit herbeizuführen – nichts Geringeres, als die „Löschung“ der Gehirne aller Menschen auf dem Planeten. Seiner Meinung nach ist dies der einzige Weg, um den vermeintlichen Irrweg, auf dem sich die Zivilisation befindet, zu beenden und noch mal von Neuem zu beginnen.

Wie in einer derartigen Serie üblich, gelingt es den Helden erst ganz zum Schluss, ganz knapp vor der Umsetzung des bösen Plans, selbigen zu vereiteln, den Schurken zu überwinden und den Tag zu retten. Wie bei den Arrowverse-Serien aus dem Hause CW üblich, gibt es mittendrin ein eigenständiges Crossover-Event, in dem die Helden aus den Geschwisterserien Arrow, The Flash, Legends of Tomorrow und Supergirl gemeinsam gegen eine Bedrohung antreten müssen – diesmal die von Nazis beherrschte Parallelwelt Erde X, die man mit vereinten Kräften von dem Gesocks befreien kann.

Gelungener Schurke, witzige Nebenfiguren

Nicht nur weil er mal kein Speedster ist – der Oberschurke dieser Staffel ist ziemlich gelungen. Man mag sich da ein wenig an Thanos orientiert haben (zu Anspielungen und Referenzen gleich noch mehr) – aber warum auch nicht? Ähnlich wie beim Mad Titan aus dem MCU-Blockbuster treiben auch den Thinker vermeintlich hehre Motive an, die mit ziemlich rabiaten Methoden die Rettung der Menschheit wenn nicht allen Seins zum Ziel haben. Seine Zielstrebigkeit und Kompromisslosigkeit sind (im Rahmen dieser Serie) glaubhaft und spannend dargestellt. Seine über die Folgen hin wachsende Macht setzt er in den letzten Folgen herrlich konsequent ein. Ja, das haben sie bei Thanos abgeguckt.

Die Screentime einer meiner Lieblings-Nebenfiguren – Kid Flash aka Wally West – wurde leider arg zurückgefahren. Was natürlich daran liegt, dass er jetzt bei den Legends of Tomorrow rumspringt. Dafür wird in dieser Staffel aber der großartige Elongated Man (der DC-Noob in mir dachte erst, das ist Plastic Man, das sind aber zwei verschiedene Figuren) eingeführt, der dem Team Flash als weiterer Superheld zur Seite steht. Wiederkehrende Gastauftritte von Danny Trejo und der wunderbaren Katee Sackhoff runden das Angebot ab – natürlich neben dem bewährten Cast um Iris, Joe, Wally, Caitlin, Cisco, Harry, Cecile und Barry.

Anspielungen am laufenden Meter

Die oben erwähnte Thanos-Parallele ist sicher keine Anspielung im eigentlichen Sinne. Davon hat diese Serie dennoch einige zu bieten. Und damit meine ich nicht nur die üblichen Nerd-Referenzen, die Cisco immer einstreut.

An wenigstens einer Stelle ist eine Hommage an die beste Speedster-Szene aller Zeiten zu finden – nämlich die berühmte Quicksilver-Szene aus X-Men Days of Future Past.

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In ganz ähnlicher Weise schaltet Flash ein, zwei Mal Gegenspieler mit Schusswaffen aus und lenkt Projektile ab.

Rick & Morty erhalten gebührende Ehrerbietung, als mit dem Rat der Wells (Harrison Wells zieht seine Doppelgänger aus einigen Parallelwelten zu Rate) auf den Rat der Ricks angespielt wird. Und im Showdown im Bewusstsein des Thinkers macht dieser einen auf Agent Smith und versucht Flash und den Elongated Man mit der schieren Masse seiner selbst zu überwinden. Selbstredend vergeblich.

Und das sind nur die Anspielungen, die mir aufgefallen und im Gedächtnis geblieben sind. Ich mag sowas.

Und was ist daran jetzt gut?

Das allein reicht aber nicht für meine anhaltende Begeisterung, die mich auch durch die ersten drei Staffeln getragen hat. Denn eigentlich bin ich wie gesagt gar nicht mal so der DC-Comics-Fan. Wenn man ganz ehrlich ist, sind Handlung und Effekte streckenweise schon ganz schön trashig und an vielen Stellen bis an die Schmerzgrenze absurd unlogisch und inkonsequent.

Tatsache ist, dass es in dieser Serie nie um Superkräfte, Parallelwelten, Zeitreisen und die Rettung der Welt geht. Das ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Die eigentliche Handlung der vierten Staffel dreht sich nicht um die Überwindung des Thinkers, sondern um die sich entwickelnde Freundschaft von Barry Allen (Flash) und Ralph Dibney (Elongated Man). Es geht darum, wie sich Iris in ihrer Führungsrolle im Team Flash zurechtfindet, wie Cisco und Gypsy mit ihrer Fernbeziehung klarkommen (oder auch nicht), wie Harry zu seiner Tochter findet und dabei unter anderem mit Suchtverhalten und Demenz zu kämpfen hat und wie die Familie von Cecile und Joe Zuwachs bekommt. Alles dreht sich immer um die Charaktere, ihre alltäglich-menschlichen Probleme, ihre Beziehungen zueinander und die Entwicklung derselben.

Ja, ich weiß, es gibt eine Bezeichnung für solche Geschichten: Seifenoper. Aber ich stehe dazu. The Flash ist meine Seifenoper und ich freu mich drauf, wenn mein Streaminganbieter irgendwann Staffel fünf im Angebot hat.

Wie geht’s weiter?

Bis es soweit ist, geht erfahrungsgemäß noch etwas Zeit ins Land. Der Cliffhanger hat ja schon in Aussicht gestellt, dass die Tochter von Iris und Barry aus der Zukunft den Plot bestimmen wird. Ich bin gespannt.

Bis dahin werde ich mich mal näher mit Legends of Tomorrow auseinandersetzen. Die beiden anderen CW-Serien Arrow und Supergirl haben mich ja nicht so gepackt – bei den Legends haben mir die ersten Folgen aber ziemlich gut gefallen. Da bleibe ich erst einmal dran.

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3001 – Von Göttern und Gönnern

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

Das Ausgangsszenario des Zyklus (500 Jahre übersprungen, Erde verschwunden und den heimatlosen Menschen der Milchstraße nur mehr eine Legende) gefällt mir so gut, dass ich auf jeden Fall erst einmal dabei bleibe. Dass Oliver Fröhlich, den ich aus meinen alten Zeiten bis dato nicht kannte, diese Idee auch mit Leben zu füllen weiß, zeigte sich ziemlich schnell.

Gute Schreibe

Tatsächlich habe ich wohl doch zuvor einen PR-Roman von Fröhlich gelesen. Das muss vor etwa 150 Heften gewesen sein, als ich schon einmal einen kurzen Blick in die Erstauflage gewagt hatte. Ich hatte ihn noch vage als guten Autor in Erinnerung – ein Eindruck, der sich bei der Lektüre dieses Romans schnell bestätigt hat. Fröhlich schreibt sehr spannend und auf hohem handwerklichen Niveau. Seine Schreibe ist sehr flüssig zu lesen und steckt voller guter Einfälle. Diese zu beschreiben erfordert aber die obligatorische

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Spannende Charaktere

Der Roman beschreibt den ersten Erkundungsflug Perry Rhodans in die nunmehr fremde Milchstraße der cairanischen Epoche. Man ist in einem – immer noch ziemlich großen – Beiboot unterwegs, während das Mutterschiff anderen Aufgaben nachgeht. Im Fokus stehen allerdings neu eingeführte Nebencharaktere, die als Einsatzgruppe die konkrete Erkundungsmission vornehmen sollen, wobei Rhodan als Missionsleiter mehr im Hintergrund agiert. Das ist ein sehr klassisches und bewährtes PR-Szenario. Fröhlich nutzt das entsprechend, um anhand der „menschlicheren“ Figuren (im Gegensatz zum 3000 Jahre alten unsterblichen Überhelden) das Geschehen erlebbar und nachvollziehbar zu machen.

Und das gelingt ihm ziemlich gut. Gleich zu Beginn wird dem Leser ein Blick in das Innenleben der einzelnen Mitglieder des Einsatzteams gewährt und wie sie – mal flapsig, mal verdrängend – mit der Tatsache umgehen, von einem Tag auf den anderen 500 Jahre übersprungen zu haben. Überhaupt gefällt mir die bunte Truppe vom 20 cm großen Siganesen (Kolonialterraner, die aus Gründen über Generationen hinweg geschrumpft sind) bis zur halbtonnenschweren Oxtornerin (auch Kolonialterraner, die sich an fast fünffache Schwerkraft angepasst haben) sehr gut.

Gleiches gilt für die Figuren aus dem Alienvolk der Olubfaner, die hier erstmals vorgestellt werden. Es ist nämlich Perrys Plan, ganz behutsam erste Informationen über die Zustände in der Milchstraße zu sammeln, indem man dem relativ unbedeutenden Planeten dieser Wesen einen Besuch abstattet. Sie haben erst in den letzten Jahrhunderten die Raumfahrt entwickelt, sind dabei recht früh an die Cairaner geraten, die ihnen wohlgesonnen waren – und feiern in diesen Tagen praktischerweise ein großes Fest, bei dem zahlreiche Besucher aus der ganzen Galaxis zu Gast sind.

Einfallsreiche Aliens

Was dem vorangegangenen Jubiläumsband ein bisschen fehlte, liefert dieses Heft mit den Olubfanern: ein einfallsreiches Science-Fiction-Element. Diese Außerirdischen leben nämlich in einer Symbiose mit wurmartigen Kleintieren, die in ihren Körpern leben und an den plumpen Händen als filigrane Greifwerkzeuge fungieren. Das ist grundsätzlich schon eine schöne Idee, die Fröhlich zudem gut umsetzt, indem er sie glaubhaft in die Kultur der Olubfaner einbaut und wiederum direkt anhand von interessanten Charakteren erlebbar macht.

Ein zweiter Aspekt der olubfanischen Kultur ist die streng reglementierte Religion, wobei schnell klar wird, dass die Carianer dafür verantwortlich sind. Sie haben die Olubfaner nämlich beim Erstkontakt in erbitterten Religionskriegen vorgefunden, die sie befriedet und durch das Verbot von Religionsausübung außerhalb dafür vorgesehener Götterhaine dauerhaft verhindert haben. Auch dies wird gut dargestellt und erlaubt am Rande die Beschäftigung mit dem Thema Religion versus Moderne.

Piratenjagd

Unsere Helden erfahren bei ihrem Besuch zwar viel über die Kultur der Olubfaner – aber nur sehr wenig darüber, was sie eigentlich herausfinden wollten. Cairaner lassen sich nämlich keine Blicken und die Ereignisse verhindern es, dass man wie geplant einfach mal bei den Botschaften oder Konsulaten der aktuellen galaktischen Staatengebilde vorbeischaut.

Die offenbar milchstraßenweit agierenden Piraten vom Volk der Ladhonen belieben nämlich, den Planeten der Olubfaner mitten in den Festlichkeiten anzugreifen und etliche vor allem junge Angehörige dieses Volkes zu entführen. Perry Rhodan fasst daher kurzerhand den Plan, diese Piraten zu verfolgen, die entführten Olubfaner zu befreien – und dabei gegebenenfalls weitere Informationen über die cairanische Epoche zu sammeln. Wie bei einer Romanheftserie üblich heißt es an dieser Stelle: Fortsetzung folgt.

Runder Roman – verhaltene Metahandlung

Abschließend sei noch einmal gesagt: Der Roman hat mir rundum gut gefallen. Er erzählt auch losgelöst von der sich langsam entwickelnden Metahandlung eine spannende Geschichte, auch wenn diese vor allem für die olubfanischen Handlungsträger ziemlich abrupt endet.

In welche Richtung sich die Metahandlung entwickelt, möchte ich noch nicht so recht bewerten. Perry-Rhodan-Zyklen funktionieren seit Jahrzehnten nach dem Prinzip, dass die zu Beginn aufgestellten Rätsel nur sehr tröpfchenweise aufgeklärt werden – oft sogar 99 Hefte lang gar nicht, um dann im Abschlussroman enthüllt zu werden. Das wird dann meist durch große technologische Hürden begründet: undurchdringliche Schutzschilde oder militärisch unüberwindliche Gegner.

Derartige technologische Hürden sind in diesem Zyklus noch nicht aufgetaucht. Rhodan sagt sogar selbst, dass er am liebsten sofort zu seinem alten Freund Reginald Bull fliegen würde, von dem er sogar weiß, wo er ist. Im Moment kann ich der gegebenen Begründung noch folgen. Wer weiß nämlich, ob Bully noch zu den Guten zählt und wie neutral seine Beschreibung der Dinge wäre? In der Vergangenheit hat man da schon einige Überraschungen erlebt. Noch wäre der Twist möglich, dass die Cairaner gar nicht die Bösen sind – auch wenn sie mir dafür schon zu eindeutig negativ dargestellt wurden.

Warum man aber nicht trotzdem einfach mal bei der lemurischen Botschaft vorstellig wird, ehe man den ladhonischen Piraten nachjagt, ist mir fast schon einen Hauch zu konstruiert. Ich würde mich freuen, wenn sie in den nächsten Heften da noch die Kurve kriegen und den Leser nicht ewig hinhalten.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3002 – Die Kriegsschule

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 8/2019

Gesellschaft & Soziales

Etwas länger aber lohnend: eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem -Klassiker Starship Troopers (Verfilmung, nicht Buch) und seiner Faschismus-Darstellung. Ich erinnere mich an die lebhaften Diskussionen, die wir damals auf Cons und Leserbriefseiten unserer Fanzines geführt haben. Es tauchen fast alle Argumente von damals wieder auf.

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Kino & Film

Och, das ist doch mal interessant. Will Smith hätte Neo sein können. Wollte aber nicht. Damals.

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  • Trailer gibt’s natürlich auch. Sowohl Robots & Dragons als auch io9 haben frisches Bewegtbildmaterial von Captain Marvel und ihrer Katze.
  • Interessant auch die Meldung bei Robots & Dragons, dass der chinesische Science-Fiction-Kracher Die wandernde Erde hierzulande bei Netflix zu sehen sein wird. Einerseits schick – andererseits wäre ich dafür auch gern ins Kino gegangen.

Lego & Minifiguren

Waffen aus sind generell ja nur so mittelgut. Die hier ist aber zum einen aus einem fantastischen Videospielsetting und zum anderen ziemlich gelungen.

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  • Bei den Brothers Brick gibt’s auch wieder viele schöne Sachen: gleich zwei Batmobil-Varianten, zum einen eine Tim-Burton-Version von Pat Lacroix und dann den Bat-Tumbler von Calin, einen sehr gelungenen Globus von Martin Latta und diesen großartigen BrickHeadz-Napoleon von Cindy Su.
  • Und Andres von Zusammengebaut war auf der New York Toy Fair.

TV & Serien

  • Robots & Dragons hat wie immer den Trailer zur heutigen neuen Star-Trek-Folge für uns.
  • Obendrauf gibt’s vom RoboDrag Infos zur baldigen Herr-der-Ringe-Serie, deren anlaufende Promo für Spekulationen sorgt – demnach sieht es so aus, als könnte sie mindestens 500 Jahre vor den Ereignissen des Buches spielen – und zum Man in the High Castle, dessen vierte Staffel wohl auch die Abschlussstaffel wird. Mit beidem kann ich gut leben.

Wissenschaft & Visionen

Das Ende ist unausweichlich – nur wie es aussehen wird, wissen wir noch nicht genau.

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  • Um nicht ganz so trübsinnig enden zu müssen, am Schluss noch ein T-Rex-Baby, wie man es sich beim American Museum of Natural History vorstellt. Geeks are Sexy hat’s gefunden.

Lesetagebuch: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Entgegen meinem Plan, das besondere Heft in klassischem Printformat zu ergattern, wurde es nach erfolgloser Suche in diversen Zeitschriftenläden dann doch die Kindle-Ausgabe. Das tat meiner Vorfreude aber keinen Abbruch.

Neuer Zyklus, neues Glück

Wie bereits angekündigt, startet der neue Handlungszyklus ab Band 3000 mit einem Zeitsprung, der Heldinnen und Helden sowie Leserinnen und Leser gleichermaßen eine komplett neue Bühne bereitet. Gleich zwei Autoren – nämlich die beiden Expokraten Wim Vandemaan und Christian Montillon – haben sich der Aufgabe gestellt, diesen Start in eine neue Metahandlung zu inszenieren. Entsprechend finden wir zwei voneinander getrennte Handlungsstränge vor, von denen ich im Folgenden berichten möchte. Daher:

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Perry im Leerraum

Natürlich beginnt alles mit dem Titelhelden höchstselbst. Er erwacht in seinem Raumschiff aus dem künstlichen Tiefschlaf und erkennt sofort, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Schiff schwebt aus Gründen, die sich aus der vorangegangenen Handlung ergeben, im intergalaktischen Leerraum außerhalb der heimatlichen Milchstraße. Das ist aber kein Grund zur Unruhe – auch nicht die bald wachsende Erkenntnis, dass man offenbar mehrere Jahrhunderte verschlafen beziehungsweise übersprungen hat. Damit hatte man gerechnet.

Rhodan ist vielmehr die Erkenntnis unheimlich, dass in der Zwischenzeit jemand an Bord des riesigen vollautomatisierten und mehrfach gesicherten Raumschiffes gelangt ist, die Bord-KI abgeschaltet und ihn selbst offenbar chirurgisch untersucht hat. Glücklicherweise stellt der Eindringling trotz allem keine Bedrohung dar. Zemina Paath ist mit ihrem mysteriöser „Koffer“ und ihrem Raumschiff offenbar selbst auf der Flucht – auch wenn sie auffällige Erinnerungslücken vorgibt, weswegen sie nur wenige Details offenbaren kann.

Immerhin erfahren die Heldinnen und Helden, die schließlich alle aus dem Tiefschlaf erwachen und ihr Schiff wieder in Besitz nehmen, folgendes: Die Milchstraße hat in den letzten 500 Jahren dramatische Umwälzungen erfahren. Die Erde ist verschwunden und wird dank eines galaxisweiten Datenverlusts sogar als Mythos angesehen, eine Legende, die sich die überall verstreut lebenden Menschen ausgedacht haben. Dominierende Macht sind mittlerweile die bis dato unbekannten Cairaner, die mit recht rabiaten Mitteln den Frieden in der Galaxis sichern. Nur ein kleines Häufchen unabhängiger Menschen und Galaktiker scheint sich im Zentrum der Galaxis zu verschanzen – unter der Leitung von niemand geringerem als Rhodans altem Freund der ersten Stunde Reginald Bull.

Mit den neuen Finsterlingen kommt es sogar zu einer ersten Konfrontation. Ein cairanisches Raumschiff taucht auf und fordert, sich zu ergeben. Nach einem kurzen Gefecht gelingt Rhodan und Co. die Flucht und man plant erste Erkundungsmissionen in die Milchstraße.

Solider Thriller in der Milchstraße

Der andere Handlungsstrang gibt einen Einblick in die aktuellen Zustände in der Milchstraße. Im Fokus steht die Terranerin Giuna Linh, die ganz persönlich unter der Herrschaft der Cairaner leidet. Ihr Ehemann wurde nämlich verhaftet und in ein bizarres Hochsicherheitsgefängnis verbracht, in dem die Delinquenten rund um die Uhr gejagt werden und um ihr Leben rennen müssen. Von dieser Willkür und fehlenden Rechtsstaatlichkeit abgesehen scheinen Leben und Alltag in der Galaxis aber recht unbeschwert zu sein.

Giuna plant, ihren Mann zu befreien und gerät dabei an den Geheimdienst der oben erwähnten unabhängigen Galaktiker. Die Agenten bieten ihre Hilfe an und es gelingt in einer spektakulären Mission tatsächlich, in das Gefängnis einzubrechen, den Mann zu finden und zu befreien.

Über die Hintergründe erfährt man auch hier nur wenig. Ganz am Ende wird aber noch mal kurz zu Reginald Bull umgeblendet, der den Widerstand anführt und nie die Hoffnung aufgegeben hat, dass sein Freund Perry Rhodan eines Tages zurückkehrt.

Ein kleines Bisschen Mythos

Das alles liest sich sehr flüssig, ist solide und spannend erzählt. Für meinen Geschmack ist es aber noch einen Hauch zu unspektakulär und verhalten geraten.

Damit meine ich gar nicht mal, dass die beschriebene Ausgangssituation für einen alten Perry-Rhodan-Hasen nicht innovativ neu wirkt – wenigstens die Bände 500 und 1400 warten mit ganz ähnlichen Szenarien auf. Es wäre schlicht ungerecht, das nach 3000 Heften ernsthaft zu erwarten.

Vor allem die Milchstraßenhandlung braucht ein wenig, um in die Gänge zu kommen, um Interesse für Charaktere und Szenario zu wecken – geschweige denn Begeisterung. Und selbst die Perry-Handlung geht sehr sparsam mit einfallsreichen Science-Fiction-Elementen (Raumschiffe, KIs und Außerirdische sind einfach mal gesetzt) und dem viel zitierten Sense of Wonder um.

Das ist auch deswegen schade, da ich durch meine sporadischen Einblicke in einige vorangegangene Hefte weiß, dass das aktuelle Autorenteam eigentlich dazu in der Lage ist. Um das aber ins Positive zu drehen: Ich bin sehr zuversichtlich, dass in den kommenden Heften noch einiges in der Richtung zu erwarten ist.

Und beim Positiven bleiben wir: Mir gefällt das Szenario und mir gefällt die Idee mit dem Mythos. Eine der besten Stellen war, als sich zwei Menschen in der Milchstraßenhandlung über ihre vermeintliche Ursprungswelt unterhalten haben. „Was, du glaubst wirklich an die Erde?“ Daraus lässt sich was machen.

Ich finde außerdem, dass es den Autoren wieder besser gelingt, die Unsterblichen und Perry Rhodan selbst darzustellen. Gerade das Zurücknehmen wird den 3000 Jahre alten Helden viel gerechter als viele Ansätze zuvor. Und ich kann mir vorstellen, dass die Mythos-Thematik auch darauf einen positiven Einfluss haben wird. Doch, das wird gut.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3001 – Von Göttern und Gönnern

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 7/2019

Fandom & Nerdtum

Unter anderem liebe ich bei das oft asymmetrische Raumschiffdesign, weswegen der B-Wing zu meinen absoluten Lieblingsraumschiffen zählt. Im Unterschied zum X-Wing tauchte dieser in der neuen Trilogie bislang nicht wieder auf. Ein Fan hat sich aber Gedanken gemacht, wie ein moderner B-Wing aussehen könnte.

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Kino & Film

Sagt was ihr wollt. Ich freu mich auf den .

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  • Nach dieser neuen Shazam-Featurette schmelzen meine diesbezüglichen Zweifel auch langsam dahin. Der Film könnte tatsächlich was werden. Zu der anderen Captain Marvel hat Robots & Dragons auch einen neuen Trailer, ebenso zum Tolkien-Biopic.
  • Bei io9 gibt’s den Trailer zu Yesterday, einem absurd-interessanten Film über eine Welt, die die Beatles vergessen hat. Bis auf einen Typen, der alle Songs von ihnen singen und spielen kann.
  • Und was genau ist jetzt das Problem mit dem Aladdin-Trailer? Da meckern vermutlich dieselben, die vor ein paar Monaten von dem unglaublich schraddeligen neuen Hellboy-Trailer so begeistert waren. Naja, schaut ihn euch bei Robots & Dragons an – und dann die durchaus witzige Robin-Williams-Adaption von derpfakes, die Geeks are Sexy gefunden hat.

Lego & Minifiguren

Auch Fan-Legofilme können sehr hochwertig und spaßig sein. Der hier ist ein Knaller.

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  • Die Brothers Brick begeistern mit einer großartigen Raumstation von Tim Goddard, einem nicht minder gelungenen Raumjäger von Jeremy Williams und einer würdigen Hommage an den Mars-Rover Opportunity.
  • Ich habe an anderer Stelle ja schon einmal gesagt: Wenn es überhaupt eines weiteren offiziellen -Raketen-Sets im Saturn-V-Format bedarf, dann muss es eine Sojus-Rakete sein. Der Bricknerd hat das wunderbare MOC von Jussi Koskinen gefunden, das allerdings eher im Minifig-Format daherkommt.
  • Weiteres wie immer drüben bei Zusammengebaut in der allwöchentlichen LegoLinkListe.

LOL & ROFL

Lucas die Spinne hat Hunger – würde aber nie auf die Idee kommen, den neuen Freund Bzzt zu verspeisen.

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Staunen & Wundern

Also, wenn ich 700.000 Pfund über hätte und der Brexit nicht ins Haus stünde.

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TV & Serien

  • Wie immer macht uns Robots & Dragons mit einem kleinen Trailer heiß auf die heutige neue Folge Star Trek: Discovery.

Wissenschaft & Visionen

Was genau ist eigentlich Bewusstsein? Spannende Frage! Eine Antwort: Das Modell, das sich unser Gehirn von sich selbst macht.

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Lesetagebuch: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Für einen Abschlussband kommt er recht gradlinig und unspektakulär daher, lässt sich aber durchaus gut lesen.

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 2998 – Drei Tage zum Weltuntergang

Ich fühle mich gerade rund 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt, indem ich jede Woche eine Rezension zum aktuellen Perry-Rhodan-Heft schreibe. Aber auf dem Weg zum denkwürdigen Jubiläumsband 3000 kann man das schon mal machen. Auf geht’s!

Showdown

Das Zyklusfinale erstreckt sich eigentlich über zwei Hefte. Im durchaus gelungenen Vorgänger hat Kai Hirdt das Feld bereitet. Sowohl die Helden als auch der Antagonist haben ihre letzten Pläne ins Rollen gebracht. Für erstere gilt es, den bereits tobenden Weltenbrand, der alles biologische Leben aus der Milchstraße vertreiben oder beenden würde, in letzter Minute zu löschen. Letzterer möchte genau dies verhindern, damit die von ihm erhoffte Evolution der Maschinen künftig in der ganzen Galaxis Platz hat, sich in Ruhe zu entfalten.

Der unmittelbare Showdown muss auf der scheibenförmigen Kunstwelt Wanderer stattfinden. Der Sitz der Superintelligenz ES ist generell einer der wichtigsten Orte der Sterneninsel und nur von hier aus kann der Weltenbrand wieder gelöscht werden. Und dort finden wir uns auch wieder. Die Helden um Perry Rhodan (und den anderen Perry Rhodan aus einem Paralleluniversum) schweben in ihrem drei Kilometer durchmessenden Riesenraumschiff direkt vor der Kunstwelt, wo der Schurke bereits auf sie wartet. Dies ist auch eine gute Gelegenheit für eine kleine

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Foreshadowing

Das Heft beginnt mit einer Rede Rhodans an die Mannschaft, die für sich genommen recht unspektakulär ist (Perrys jahrtausendelanger Freund Atlan bezeichnet sie sogar als „die schlechteste Motivationsrede, die du jemals gehalten hast“) – an einer Stelle jedoch ziemlich offensichtliches Foreshadowing in Bezug auf Zyklusfinale und dessen Auswirkungen enthält. Auffallend detailliert wird ein Szenario beschrieben, wonach das Löschen des Weltenbrandes viele Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern könnte – und die Helden dank unterschiedlicher Zeitabläufe auf und um Wanderer mit ähnlicher Verzögerung in heimatliche Sternengefilde zurückkehren könnten. Nun wissen wir ja bereits, dass zwischen 2999 und 3000 ein etwas längerer Zeitsprung liegen soll, weswegen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es genau auf so etwas hinauslaufen wird.

Gerade Linie

Der tatsächliche Showdown kommt für ein Zyklusfinale dann aber doch ziemlich gradlinig daher. Wobei sich das Heft trotzdem sehr angenehm und flüssig lesen ließ. Es ist sehr gut geschrieben – aber halt arg vorhersehbar und spannungsarm. Im Prinzip läuft es auf einen Häuserkampf in der Hauptstadt Wanderers hinaus. Die Helden müssen vor Ablauf einer bestimmten Frist den Unterschlupf des Bösewichts erreichen und erobern, da nur von dort aus alles wieder zum Guten gewendet werden kann. Richtig gefährlich wird es für die Helden dabei nie. Es lassen nur ein paar namenlose Redshirts ihr Leben. Letztlich ist es dann der gute alte Ich-ziehe-den-wichtigsten-Gehilfen-des-Bösewichts-auf-meine-Seite-Trick, der den schier unüberwindlich scheinenden Gegner zu Fall bringt.

Versöhnliches Ende

Große Überraschungen bleiben dem Leser also erspart. Der Plan der Helden gelingt schließlich wie vorgesehen. Der Löschvorgang für den Weltenbrand wird in Gang gesetzt. Und auch die traditionelle „Entsorgung“ von Nebencharakteren, die nur in diesem Zyklus eine sinnvolle Rolle spielen konnten, erfolgt recht versöhnlich. So bleiben zwei junge Mutanten als „Navigatoren von Wanderer“ auf der Kunstwelt. Ähnliches gilt für die jüngere Ernst-Ellert-Version, die für diesem Zyklus erneut wiederauferstehen durfte – und auch für den zweiten Perry Rhodan. Bei letzterem hatte ich ja fest mit einem unvermeidlichen Heldentod gerechnet. Er erhält jedoch die Möglichkeit, in das Fragment seines Universums zurückzukehren beziehungsweise herauszufinden, ob sein tatsächliches Ursprungsuniversum noch existiert und er dorthin zu Familie und Freunden zurückkehren kann.

Vorfreude

Freut mich durchaus, dass diese interessante Figur doch eine Zukunft hat – auch wenn wir davon auf absehbare Zeit wohl nichts erfahren werden. Viel mehr freue ich mich aber auf den nahenden Jubiläumsband, den ich mir diesmal ganz klassisch als gedrucktes Heft zulegen werde. Das gibt’s aber erst ab Freitag.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

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