Autor: Herr Kowski

Lesetagebuch: Die Philosophie des Traums

Ich breche ab! Bis Anfang der Woche hab ich mich durch ein Buch gequält, das eigentlich sehr gut ist. Nach zwei Dritteln ist hiermit Schluss.

Warum schlafen und träumen?

Eine Ursache der „Qual“ mag sein, dass es sich dabei um deutlich schwerere Kost als sonst bei mir üblich handelt. Ich alter Eskapist tu mir in letzter Zeit ja kaum noch was anderes als Comics rein. Als1 alter Geisteswissenschaftler und Hobby-Philosoph drängt es mich dann aber doch hin und wieder in höhere Sphären – und in denen hatte ich mich jetzt ein wenig festgefahren.

Schon länger treibt mich das Thema „Schlaf“ um – aber weniger aus der biologisch-medizinischen Sicht. Ich habe mir schon vor einer Weile die Frage gestellt, ob irgendeiner der großen Denker sich mal zu der Tatsache äußert, dass wir uns für ein Drittel unserer Lebenszeit quasi abschalten müssen. Es war gar nicht so leicht, da was zu finden. In der Hoffnung auf Erhellung griff ich schließlich zum Werk „Die Philosophie des Traums“.

Nicht ganz, was ich suchte …

Der Autor Christoph Türcke ist Professor für und scheint mir einen eher materialistischen Ansatz zu verfolgen, ohne jedoch zu biologistisch zu werden. Mir konstruktivistischem Atomisten2 ist das schon mal durchaus sympathisch. Sein Ansatz in dem Buch ist folgender.

Er schnappt sich den guten alten Sigmund Freud und seine Traumdeutung und betrachtet beide aus philosophischer und entwicklungsgeschichtlicher Warte: Traum als „primitive Denktätigkeit“ und – verkürzt ausgedrückt – als Relikt der Bewusst- und Kultur-Werdung der Menschheit. Das ganze wird noch mit einer Spur Neurologie vermengt, ohne diese in ihrer Deutungsmacht jedoch zu hoch zu bewerten. Das ist hochinteressant – aber eben nicht ganz das, wonach ich suchte.3

… aber trotzdem gut

Auch wenn ich Psychologie als Mini-Nebenfach in meinem Studium hatte, war mir Freuds Traumdeutung allenfalls sehr oberflächlich bekannt. Allein also die Einführung in die freudsche Theorie der Reizverarbeitung und Triebe sowie ihre kritische Einordnung war für mich enorm wertvoll. Was den ganzen Komplex angeht, wurden mir folgende Dinge nochmal schön verdeutlicht:

Warum träumen wir?

Ein Traum birgt keine höhere Wahrheit in sich – nicht einmal über einen selbst. Die „Wahrheiten“, die er – manchmal auch im Verborgenen – enthält, sind wenn überhaupt primitiver Natur. Die eigentliche Funktion des Traums ist, den Schlaf nicht zu unterbrechen. Wenn Körper und Geist4 im Schlaf von irgendwelchen unverarbeiteten Reizen, nun, gereizt werden, gaukelt der Traum einem die Abfuhr dieser Reize vor.

In der einfachsten Form ist das sofort nachvollziehbar: Wenn Durst, Hunger oder beliebige andere Triebe den Körper im Schlaf quälen, träumt man oft vom Trinken, Essen – eben der Befriedigung des betreffenden Triebs. Da hebt sich der Mensch kaum von seinen Mit-Chordatieren ab. Jeder schlafende Hund befriedigt seinen Bewegungsdrang durch offensichtliche Jagd-Träume.

Ein bisschen komplexer wird’s beim Homo Sapiens dann doch, da er einerseits von viel ausdifferenzierteren und verschachtelteren5 Trieben und Reizen gequält werden kann – und sich diese andererseits oft nicht mal eingesteht. Aber das Prinzip bleibt dasselbe – und die „Wahrheit“, die man via Traumdeutung hinter den „verborgenen“ Trieben6 ergründen kann, ist dann kein geheimer hochgeistiger Wunsch sondern eher ein tierisch unreflektierter. Er entspringt also wie schon gesagt „primitiver Denktätigkeit“.

Nebenbei räumt der Autor mit den diversen Freudschen Märchen auf – darunter der Klassiker, dass letztlich alles auf den Sexualtrieb zurückgeht.

Was ist der Mensch?

Auch dieser sehr elementaren Frage kommt man in dem Buch durchaus näher. Aus dieser sehr materialistischen, neurologisch-psychologischen Sicht kann man den Menschen durchaus als reines reizverarbeitendes System begreifen – und somit auf materieller Ebene die Grenze zwischen Mensch und Umwelt recht genau ziehen. Der Mensch wäre dann auf sein komplettes Nervensystem reduzierbar. Eine zumindest interessante Vorstellung, die eine Art materialistische Monadologie ermöglicht. Die Perzeptuierung der Welt wäre dann schlicht die Umsetzung äußerer Einflüsse in Nervenreize – sowie deren Interpretation durch das gesamte System.

Was will der Mensch?

Auch nie so bewusst war mir das „Konstanzprinzip“ der freudschen Lehre. Nämlich, dass das Nervensystem stets nach einem Zustand der Reizlosigkeit strebt – also möglichst alle Reize restlos verarbeiten will. Diesen Zustand aber – und jetzt kommt das Paradoxe, das uns nie zur Ruhe kommen lassen wird – will es gleichermaßen genießen und somit erleben. Was platterdings unmöglich ist, da „erleben“ ja bedeutet, Reize zu verarbeiten.

In diesem schlichten Prinzip steckt – zumindest in meinen Augen – erstaunlich viel Erklärungspotential, dass es bei der Frage, was uns eigentlich antreibt, eigentlich nie außer Acht gelassen werden darf. Die buddhistische Wahrheit vom Leben als (Er-)Leiden und das Schopenhauersche Wort vom Glück als den kurzen Moment, nachdem der Schmerz nachlässt und bevor die Langeweile einsetzt, scheinen mir beide gleichermaßen Verwand mit diesem Prinzip zu sein.

Frage doch beantwortet?

So nebenbei hat sich meine Eingangsfrage vielleicht doch beantwortet. Denn der7 Schlaf kommt dem Zustand der Reizlosigkeit ja schon recht nahe – wenn auch das entscheidende Element des Erleben-Könnens fehlt. Denn wenn der Körper den Schlaf aus reinen Erholungsgründen eigentlich nicht brauchen würde,8 wieso setzen sich dann alle (?) höheren Tiere diesem gefährlichen angreifbaren Zustand aus?

Das Nervensystem scheint es aber dringend nötig zu haben, in regelmäßigen Abständen die Reizverarbeitung komplett runterzufahren, um nach einem „Neustart“9 wieder genug Kapazitäten für die intern und extern ausgelösten Reize eines neuen Tages zu haben. So könnte es Sinn ergeben. Aber der Autor zumindest wollte darauf gar nicht hinaus.

Was wollte der Autor sagen?

Der Fairness und der Vollständigkeit halber sei hier noch mal auf die durchaus interessante Kernthese des Autors eingegangen, um die das ganze Buch stetig kreiste.

Für ihn ist die primitive Denktätigkeit des Traumes wie gesagt Relikt der ersten primitiven Denktätigkeiten bei der Menschwerdung. Und diese – gleichbedeutend mit der Kulturwerdung – resultiert eben nicht aus dem ödipalen Vatermord in der Urhorde. Damit möchte der Autor mit einem weiteren freudschen Märchen aufräumen.

Für ihn sind erste Rituale und somit erste Vorformen der Kultur bei den Vormenschen vielmehr durch die Verarbeitung traumatischer Schockerlebnisse entstanden. Und diese waren keineswegs durch dominante Vaterfiguren ausgelöst worden – denn diese hatten vor den Naturgewalten und Umweltbedrohungen genauso viel Schiss wie die Söhne.

Diese Angst vor den noch völlig unerklärlichen Gefahren wie Blitzschlag, Feuer, Flut, Raubtieren und so weiter hat das immer komplexer werdende Nervensystem der ersten Hominiden nicht mehr schlicht ignorieren, verdrängen oder sonst wie ableiten können. Und hier kommt der traumatische Wiederholungszwang zum Tragen, den man im Traum wunderbar heute noch beobachten kann.

Denn der traumatisierte Mensch neigt auch heute noch dazu, den erlebten Schrecken im Traum ständig zu wiederholen. Und auch das dient im Übrigen letztendlich der Reizabfuhr. Durch die stetige Wiederholung versucht das Nervensystem sich selbst gegen den Schrecken abzustumpfen und ihm den Schrecken zu nehmen – ihn somit aufzulösen. Je tiefer das Trauma desto schwerer gelingt dieser Versuch natürlich – aber die Absicht dahinter leuchtet durchaus ein.

Und genau das haben die ersten Vormenschen – so der Autor – in ihren ersten kannibalistischen Ritualen versucht: Den unerklärlichen Schrecken wiederholen, um ihn irgendwie zu beherrschen. Diese These arbeitet er natürlich noch viel deutlicher aus. Das ist sehr interessant – hat mich in der Ausführlichkeit dann aber wohl doch nicht ausreichend, nun, gereizt.

Somit erst einmal zurück zu den Comics.

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  1. ebenso[]
  2. geht das überhaupt zusammen?[]
  3. ein bisschen aber schon[]
  4. oder materialistisch korrekt: das Nervensystem in seiner Gesamtheit[]
  5. „seelischen“[]
  6. Stichwort „Traumzensur“[]
  7. traumlose[]
  8. was ich irgendwo mal aufgeschnappt habe[]
  9. Aufwachen[]

Lego Minifiguren Serie 3

Hurra, der Elf ist da!

Bis vor Kurzem fehlte mir hier sogar das Juwel der Serie – der Elfenbogenschütze. Meinen hochgeschätzten compadres @nerdiana und @myrkvid sei Dank konnte diese Lücke aber geschlossen werden. Mit zwei SF-Figuren und einem Samurai hat die Serie vom Januar 2011 aber auch sonst einiges zu bieten.

Das steckt drin

Serie drei ist die erste, in der keine „Ersatzteile“ mehr beiliegen – was ich jetzt aber nicht sonderlich dramatisch finde. Für den Freund des Fantastischen und des Nerdtums ist mit dem steampunkigen Piloten, der Mumie, dem Weltraum-Ganoven, dem Samurai, dem Alien und natürlich dem Elfen einiges dabei. Auch ganz cool sind der Indianerhäuptling, der Affenmann, der Rapper und irgendwie auch der Baseballspieler. Selbst der Angler mit seinem Rauschebart hat was – ebenso die Hula-Tänzerin und meinetwegen sogar die Snowboarderin. Ausgesprochene Langweiler, naja, die Tennisspielerin vielleicht.

Unter der Gender-Lupe

Jetzt hol ich mal richtig aus. Mir altem Feministen ist spätestens jetzt aufgefallen, dass „Frauen“ deutlich zu kurz kommen. Um mal ein bisschen vorzugreifen: Bis einschließlich Serie vier gibt’s in jeder Sammlung nur je drei explizit weibliche Figuren – und alle anderen sind (und da schließe ich etwaige Roboter und Aliens mal ein) explizit männlich. Ab Serie fünf isses dann je eine – manchmal sogar zwei – mehr.

Hinzu kommt, dass die weiblichen Figuren (zumindest in den ersten drei bis vier Serien) eher „uncool“ und rollenklischeehaft daherkommen: Cheerleaderin, Baywatch-Nixe, rosanes Pop-Sternchen und so weiter. Ja, es gibt auch löbliche Ausnahmen, wie die Indianerin und die Hexe. Spätere Serien bringen da eine leichte Verbesserung. Man darf sich noch auf eine Raumfahrerin und eine Wikinger-Kriegerin freuen.

Aber ich muss wohl der bitteren Wahrheit ins Auge sehen, dass man bei der Lego Group sein eigenes Produkt nicht (mehr) als genderneutrales Spielzeug begreift. Das werde ich meiner Tochter aber nicht sagen.

Was fehlt?

Die Sammlung kann auch hier wie gesagt als komplett betrachtet werden – vor allem seit ich den Elfenbogenschützen hab. Bei den anderen Serien fehlt aber durchaus noch die ein oder andere Figur. Jemand tauschen?

Unboxing my new HTC Desire C

Ja, ich weiß, das Desire C ist jetzt nicht das Super-High-End-Wunsch-Smartphone – es ist „nur“ das Nachfolgemodell des lahmen Wildfire. Aber hey! Genau da komm ich her!

Strenggenommen hat mir mein kleines Einsteiger-Android bis zuletzt gute Dienste geleistet und mir eigentlich auch immer gereicht. Ein bisschen nervig war dann aber doch, dass ich einige Apps nicht installieren durfte. Ob man jetzt Instagram, Path und Co. auch wirklich braucht, ist wieder eine andere Frage. Wie auch immer, man bot mir nun die Gelegenheit, das Nachfolgemodell günstig zu erwerben – und ich ergriff sie beim Schopfe.

Die Unterschiede zum Vorgänger

Ich hab ja eh einen Knick in der Linse – daher hat mich das eher schwache Display des Wildfire mit seiner recht groben Auflösung nie gestört. Der Unterschied ist aber schon deutlich. Das Display des Desire C ist jetzt nicht wesentlich größer – aber irgendwie macht das alles schon ein wenig mehr her. Die handliche Größe des Wildfire habe ich ohnehin geschätzt – hier musste ich mich nicht groß umgewöhnen.

Ansonsten aber schon. Den Trackball vermisse ich nicht sonderlich – die „Menu-Taste“ aber schon. Längst noch nicht alle Android-Apps haben ihren entsprechenden Button brav oben rechts eingebaut. Wie füge ich jetzt beispielsweise bei Tweetdeck neue Accounts hinzu oder ändere die Einstellungen? Ziemlich nervig auch die komplizierte Art und Weise, Widgets hinzuzufügen. Wo zuvor ein schlichtes „+“ am unteren Bildschirmrand prangte, muss ich mich nun durch die Personalisierung klicken, bis ich die Dinger platzieren kann. Ebenso die Möglichkeit schnell auf „lautlos“ umzuschalten – ging bislang ganz einfach über den Ausknopf. Jetzt muss man sich mühsam durch die Einstellungen friemeln, bis man das Soundprofil ändern kann.

Aber vermutlich bin ich einfach nur zu doof, die kurzen Wege dafür zu finden – vielleicht krieg ich’s ja noch raus.

Nachtrag: OK, das mit den Widgets hab ich jetzt geschnallt. Einfach länger aufs Display drücken. Muss man einem ja sagen. Nachtrag 2: Ja, auch das mit dem Soundprofil ist jetzt nicht so dramatisch. Einfach eine Verknüpfung zur Sound-Einstellung erstellen und gut ist.

Dennoch ist die Freude groß

Ich hab das Ding jetzt seit zwei Tagen und fummel mich mit großer Begeisterung in die veränderten Funktionen rein. Hab sogar schon gelernt, wie man abhebt! (Ja, man kann auch damit telefonieren!) Und jetzt probiere ich endlich auch mal Instagram und Path aus.

Jemand Interesse an einem gebrauchten Einsteiger-Smartphone?

Auch wenn ich es oben vielleicht etwas madig gemacht hab – das HTC Wildfire ist ein Super Einsteiger-Android-Smartphone. Meins ist jetzt grad mal ein gutes Jahr alt, ungebrandet und noch super in Schuss – eine kleine Mikro-SD-Karte wäre auch dabei. Den ein oder anderen Euro würd ich da schon noch gern für haben. Macht mal ein Angebot – ansonsten stell ich’s die Tage mal irgendwo ein.

Lego Minifiguren Serie 2

Die zweite Serie erschien im August/September 2010. Sie lockte vor allem mit einem coolen Spartaner – und war die letzte Serie, bei der man den Inhalt am Barcode erkennen konnte.

Für jeden was dabei

In meinen Augen ist der Spartaner das absolute Highlight – ein Muss für den zum Fantastischen neigenden Sammler (This is LEGOOO!) Der Pharao ist ebenfalls nett, für den Horror-Freund haben wir einen (klassischen) Vampir und eine Hexe. Der Forscher mit Tropenhelm hat durchaus was steampunkiges. Der Mexikaner, der Disco-Freak und sogar der Pantomime sind ziemlich witzig. Die Sportler, das Baywatch-Mädel und die Casting-Show-Kandidatin find ich persönlich ja nur so mittel – aber wer’s mag.

Der Stand meiner Sammlung

Auch hier kann ich mittlerweile die Komplettierung der Sammlung vermelden. Für die anderen Serien, in denen sowohl Lücken als auch Doppelte zu vermelden sind, heißt es aber ungebrochen: Ich tausche gern!

Lego Minifiguren Serie 1

Aus mehrfachem aktuellen Anlass möchte ich hiermit meine zweite große Sammelleidenschaft (neben den Star Wars Comics) behandeln: Die Lego-Minifiguren zum Sammeln.

Endlich sammelt einer mit!

Die aktuellen Anlässe sind im Übrigen der 80. Geburtstag des großartigsten Spielzeugs der Welt – sowie die Tatsache, dass sich vor einer Weile ein mir persönlich bekannter Twitter-Follower dieser Sammelleidenschaft angeschlossen hat.

Seit 2010 bringt Lego in unregelmäßigen Abständen sammelbare Minifiguren (cool, es gibt eine Legopedia!) in Serien heraus. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Sammelkarten oder den Panini-Klebebildchen – nur dass in den Tüten halt Legomännchen (oder -Frauchen) stecken. Jede Serie enthält 16 Figuren – spätere Serien auch mal weniger oder mehr.

Serie 1: Zombie, Urmensch, Clown und Ninja

Aus Serie 1 habe ich inzwischen alle Figuren ergattern können. Wie auch die späteren Serien zeigen werden, halten sich „coole“ und „uncoole“ Figuren in etwa die Waage. Es ist eigentlich immer eine Horror-Figur dabei, irgendwas (Pseudo-) Historisches, etwas SF und/oder Fantasy, der ein oder andere Sportler und Klischee-Mädchen-Kram.

Sammlung komplett

Für einen Sammler etwas unüblich, habe ich nicht unbedingt den Anspruch, die Sammlung immer komplett zu machen. Die jeweils besten Figuren sollen es aber schon sein. Hier musste ich dringend den Ninja, den Zombie, den Astronauten, den Cowboy (mit Indiana-Jones-Hut), den Roboter und den Urmenschen haben. Mittlerweile bin ich aber komplett. Bei späteren Serien gibt es noch immer Lücken zu füllen. Dort habe ich auch etliche doppelt und tausche gern.

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 7 – Batmädels, Legionäre, ein Sumpfding und die dunkle Gerechtigkeitsliga

Darunter war auch endlich „Batman“ (ohne and Robin, Incorporated, The Dark Knight oder sonstiges) – den hab ich ja aber schon in der letzten Folge als Sammelband besprochen. Schluss ist mit dem Dunklen Ritter damit aber noch lange nicht, da ja locker die Hälfte aller New-52-Serien in seinem weiteren Dunstkreis spielen (mir ist zum Beispiel jetzt erst bewusst geworden, dass „The Red Hood“ auch ein ehemaliger Robin ist – ditt muss ich jetze also ooch noch haben).

In diesem Schwung dabei: „Batwoman“ und „Batgirl“ – sowie die „Legion of Super-Heroes“, „Swamp Thing“ und „Justice League Dark“ (die letzten drei haben nix mit Batsie zu tun – aber in Swamp Thing und JLD hat er immerhin jeweils einen Mini-Auftritt).

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batwoman

Die Dame ist glaub ich neu in Gotham. So wie ich das mitbekommen habe, wurde sie erst relativ kurze Zeit vor dem Flashpoint-Event eingeführt – und ob ihres großen Erfolges gleich mit einer eigenen New-52-Serie bedacht. Die Story ist schnell erzählt: Ein geisterhaftes Wesen streicht durch Gotham und entführt Kinder. In eine solche Entführung platzt Batwoman herein und stellt fest, dass der Geist so ätherisch gar nicht ist – er kann physisch angegriffen werden. Festsetzen kann sie ihn dennoch nicht.

Des weiteren wird vor allem die Fledermausfrau selbst beleuchtet. Sie hat Stress mit ihrem Vater, muss sich mit einem aufmüpfigen Sidekick rumärgern und wird von der Bundesbehörde für Übersinnliches (hat die nicht Präsident Luthor einst eingerichtet?) auf eine geheime Fahndungsliste gesetzt. Am Ende latscht ihr auch noch ihr männliches Pendant über den Weg – Batsie will ihr ein Angebot machen (dass sie nicht ablehnen kann?) Vermutlich will er sie für sein Batman Inc. Projekt rekrutieren. Das alles ist flott erzählt und sehr schön gezeichnet. Was mir aber besonders gefällt ist, dass etliche Figuren aus „Gotham Central“ erwähnt werden oder gar auftauchen.

Ganz kurze Exkursion: Gotham Central ist eine mittlerweile abgeschlossene Storyline um die Mordkommission gleichen Namens, die ohne große Superkräfte mit dem alltäglichen Gothamer Wahnsinn klarkommen muss. Die etwas losgelöste Mini-Serie (immerhin vier dicke Sammelbände) stellt den äußerst gelungenen Versuch dar, den „realistischen“ Polizei-Alltag in einer Welt voller Superhelden zu beschreiben. Unbedingt empfehlenswert! Mindestens zwei der liebgewonnenen Charaktere aus dieser Serie laufen einem bei Batwoman über den Weg, was mich sehr gefreut hat. Ich plädiere im Übrigen weiterhin für eine eigene New-52-Serie Gotham Central. Aber egal. Batwoman hat Spaß gemacht. Der zugehörige Sammelband reizt mich jetzt aber nicht unbedingt.
Das sacht der Fachmann …

Batgirl

Ab sofort steckt wieder Barbara Gordon im Kostüm des Fledermausmädchens. Das liegt nicht daran, dass mit dem New-52-Neustart ihr Dasein als querschnittsgelähmte Oracle ungeschehen gemacht wird – es war halt nur nicht so schlimm. Tatsächlich wird in diesem Heft sogar ausdrücklich Bezug auf den „Killer Joke“ genommen.

Aber von vorne: Wie ja gemeinhin bekannt ist, heilen zerstörte Wirbelsäulen in Gotham besonders leicht – vor allem, wenn man hin und wieder ein Fledermauskostüm überstreift. Und so ist auch Barbara Gordon wieder topfit und vollständig hergestellt – auch wenn sie das traumatische Erlebnis mit dem Joker noch intensiv verfolgt. Als Batgirl macht sie jedenfalls wieder fleißig Jagd auf Bösewichter und rettet gleich zu Beginn ein Ehepaar vor einer Horde durchgeknallter Jugendlicher, die als Zeitvertreib in Wohnungen einbrechen und die Bewohner massakrieren. Als Barbara verlässt sie gerade das väterliche Heim und bezieht eine Studenten-WG.

Derweil treibt ein Finsterling in Gotham sein Unwesen, der offenbar die Final-Destination-Filme etwas zu ernst genommen hat. Er scheint es sich zumindest zur Aufgabe gemacht zu haben, jene Leute ins Jenseits zu befördern, die dem Tod nochmal knapp von der Schippe gesprungen sind. Das trifft dann auch kurz vor Schluss des Heftes einen der Hallodris, den Batgirl zuvor Dingfest gemacht und in ein Krankenhaus befördert hat – er hätte sich beim Kampf nämlich beinahe zu Tode gestürzt. Als Batgirl in der Klinik erscheint, um die Untat zu verhindern, zielt der Finsterling wie einst der Joker auf ihren Bauch, was sie vor Angst paralysiert. So kann sie nicht verhindern, dass er sein böses Werk vollzieht – und das vor den Augen mehrerer Polizisten. Auch nett!
Das sacht der Fachmann …

Legion of Super-Heroes

Wir schreiben das Jahr 3000. Die Menschheit hat das All erobert und sich mit den zahlreichen intelligenten Spezies dort draußen zu einer großen Völkerfamilie zusammengetan. Und natürlich gibt es auch noch Superhelden – und das nicht zu knapp. Diese sind sogar hoch offiziell in einer „Legion“ organisiert und arbeiten für die interstellare Regierung.

Das Szenario ist im DC-Universum wohl nicht neu. An mir ist das aber – wie so vieles – immer vorbeigegangen. Die sind wohl per Zeitreise öfter mal bei Superman aufgetaucht und hatten vermutlich auch früher schon eine eigene Serie. Ich fand’s jetzt nicht so berauschend. Ist nett gezeichnet und auch durchaus kurzweilig. Die spannenden Fragen, ob Kal-El noch lebt (könnte er doch) oder sich fortgepflanzt hat, werden jedenfalls nicht berührt. Naja, dieser Mon-El könnte natürlich ein entfernter Nachkomme sein.

Swamp Thing

Ich muss ja gestehen, dass ich das Sumpfding nur durch diesen Trashfilm aus den 80er Jahren kenne. Ich hab mal gehört, dass es da schon in der Vergangenheit hochgelobte Comicreihen zu gab – das aber nur am Rande. In diesem Heft wird offenbar ganz behutsam eine große Storyline vorbereitet, die wohl schon von Anfang an eng mit der Parallel-Serie Animal Man verknüpft sein soll. Meine Begeisterung über jene Serie habe ich ja bereits kundgetan.

Alles beginnt mit dem ehemaligen Swamp Thing, der sich mittlerweile wieder in einen normalen Menschen zurück verwandelt hat – aber immer noch eine sehr enge Beziehung zur Pflanzenwelt unterhält. Als sich mit einem Mal in Metropolis, Gotham und anderswo ein Tier-Massensterben ereignet, schaut Superman bei dem Knaben vorbei, um ihn um Rat zu fragen. Er windet sich allerdings zunächst. Erst als ihn die Flora selbst bedrängt – weil sich inzwischen die Agenten des rot, nun, zusammenrotten – will er sich im Sumpf wieder mit seinem Mittelchen in das Ding verwandeln. Allerdings erwartet ihn selbiges dort schon. Cliffhanger.

Nun jaaa. Die Geschichte baut sich wie gesagt behutsam auf. Da ich weiß, wie sehr sie mit der von Animal Man verknüpft ist, fand ich’s aber durchaus spannend.
Das sacht der Fachmann …

Justice League Dark

Natürlich gibt’s auch im DC-Universum ne ganze Menge Mystik und Magie – sowie die entsprechenden Helden. Von Deadman hatte ich mal gehört – Constantine kennt man ja mindestens aus der Verfilmung.
Diese ganzen Figuren müssen sich hier zusammentun, um einer großen magischen Bedrohung zu begegnen, der nicht mal die Überhelden der Justice League beikommen. Das ist die Geburtsstunde der Justice League Dark.

Und wie üblich bei einer solchen neuen (?) Gruppierung, müssen die einzelnen Mitglieder erst einmal dem Leser vorgestellt werden, während sie sich langsam zusammenfinden. Ich muss sagen – mir hat das ziemlich gut gefallen. Die einzelnen „Helden“ – von den meisten hatte ich nie gehört – sind sehr interessant. Und auch die sich ankündigende Story könnte was werden. Nach dem Sammelband halte ich mal Ausschau.
Das sacht der Fachmann …

Meine bisherigen New-52-Rezis:

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 6 – Sammelbände: Batman, Animal Man, Wonder Woman

Großer Dank gilt meinen hochgeschätzten Freunden und Kupferstechern @nerdiana und @myrkvid, die diese -Leihgabe zur Verfügung stellten.

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batman – The Court of Owls

Schlappe fünf Einzelserien hat der Dunkle Ritter im DC-Relaunch spendiert bekommen – selbstredend zu Recht. Von der zentralen, schlicht mit betitelten, hatte ich bislang nichts erwischen können. Eine Lücke, die sich hiermit mehr als füllt. „Volume 1“ des Batman-Sammelbands enthält die ersten Hefte der Court of Owls Storyline – und die hat mich umgehauen. Der schlichte „Batman“ (ohne Robin, ohne Incorporated, ohne Dark Knight und ohne Detective ) ist in meinen Augen somit definitiv die beste aller Fledermaus-Reihen im neuen DC-Universum.

Zur Handlung: Selbstredend ist mal wieder ein neuer Schurke in der Stadt. Ein schier unüberwindlicher Killer in Eulenkostüm hat es nach einigen Mordanschlägen auf Bruce Wayne persönlich abgesehen – und wohl weniger aufgrund seiner Geheimidentität denn seiner Eigenschaft als Spross einer der wichtigsten Familien Gothams. Hinter dem Killer wähnt man schnell eine geheime Geheimgesellschaft – den court of owls – die schon seit Jahrhunderten die Geschicke der Stadt aus dem Geheimen heraus lenkt. Was man als Geheimgesellschaft halt so macht. Batman tut dies zunächst als Ammenmärchen ab – tatsächlich existiert in Gotham ein uralter Kinderreim über den court of owls, der Jedermann geläufig ist – aber natürlich stellt sich bald der wahre Kern der Legende heraus. Natürlich gibt es den court of owls – und er schnappt sich alsbald Batman selbst, um über ihn Gericht zu halten.

Allein der Teil über Batmans Gefangenschaft ist grandios gezeichnet und fast verstörend intensiv. Natürlich entkommt unser Held letztendlich und bietet den Eulen die Stirn. Der Sammelband endet mit dem Cliffhanger, dass der court eine ganze Armee seiner Attentäter Batsie hinterher schickt. Grandios!
Das sacht der Fachmann (zu Heft #1) – und er liegt mit seiner Skepsis durchaus richtig, da die Story erst nach Heft #1 richtig in die Gänge kommt …

Animal Man – The Hunt

Das neue Comic-Magazin „Alfonz“ erklärte Animal Man zur besten New-52-Serie. Eine Einschätzung, die man auch andernorts immer wieder liest. Und um es kurz zu machen: Ich schließe mich der Lobhudelei an. Von diesem DC-Helden, der sich jede erdenkliche Fähigkeit eines beliebigen Tiers „ausleihen“ kann, hatte ich zuvor nun wirklich noch nie etwas gehört. Fragt mich daher nicht, ob wir es in seinem Fall mit einer nahtlosen Fortsetzung seiner Geschichte oder einem radikalen Neustart zu tun haben.

Was man da zu sehen und lesen bekommt ist in jedem Fall grandios. Es beginnt mit der Darstellung eines Superhelden, der ein normales Familienleben führt und sein offen ausgelebtes „Hobby“ in den regulären Familienalltag einbetten muss. Natürlich fragt er seine liebende Gattin, ob er auf Rettungsmission gehen darf – und zieht bei seiner Rückkehr nach getaner Heldentat seine Schmutzigen Stiefel aus und schleicht leise ins Bett, um die Kinder nicht zu wecken. Die Handlung driftet dann aber schnell in eine fast surreal bizarre Bilderwelt ab, wird beklemmend, verstörend und beinahe lovecraftisch angsteinflößend. Großartig!

Zur Handlung: Die kleine Tochter des Helden stellt sich als Avatar der gesamten Fauna heraus und muss gegen drei unheimliche Geschöpfe verteidigt werden, die nur als „Die Jäger“ bezeichnet werden. So wie Animal Man und seine Tochter The Red – das morphogenetische Feld allen tierischen Lebens – repräsentieren, stehen die Jäger für The Rot, eine Art Unleben, das sich krebsgeschwürartig über alles Leben ausbreiten will. Held nebst Familie befindet sich alsbald auf der Flucht vor den cthulhoid-zombiehaften Kreaturen und sieht nur noch eine Hoffnung. Er muss den Repräsentanten der Flora – des Green – um Hilfe bitten: Swampthing.

Wonder Woman – Blood

Auch diese Ur-Superheldin und Ikone des DC-Universums ist mir nur am Rande bekannt. Letztlich kenne ich nur die Version aus der grandiosen Parallelwelt-Geschichte „Genosse Superman“. Von unsichtbaren Jets hab ich nur munkeln hören. Daher hab ich – mal wieder – keine Ahnung, wie neu die New-52-Wonder-Woman jetzt wirklich ist. Die Geschichte, die in diesem ersten Sammelband erzählt wird, macht jedenfalls ne Menge Spaß.

Was mir natürlich besonders gefällt ist die Einbettung in die griechische Mythologie. Wie der Leser schnell erfährt, hat der olle Zeus auch heutzutage nichts besseres zu tun, als attraktive Damen auf Erden zu besuchen und Nachwuchs mit ihnen zu zeugen. Dieses Verhalten bringt auch heute noch seine Gattin Hera dermaßen auf die Palme, dass sie diesem Nachwuchs voller Inbrunst an die Kehle geht. Aber sie hat ihre Rechnung ohne Diana aka Wonder Woman gemacht. Gedungene Zentauren vermöbelt die nämlich schon vor dem Frühstück.

Zu allem Übel stellt sich allerdings heraus, dass Papa Zeus nach dem letzten „Diktat“ verreist und der Thron auf dem Olymp nun verwaist ist. Apoll (herrlich fieser Möp!), Poseidon und Hades streben gleichermaßen danach, seine Nachfolge anzutreten. Man erfährt in diesem ersten Sammelband eine ganze Menge über Wonder Womans Ursprünge und Hintergründe und bekommt zudem eine spannende herrlich modern-mythische Story präsentiert. Gefällt mir!
Das sacht der Fachmann (zu Heft #1) …

Hier meine bisherigen New-52-Rezis:

Kaufbefehl: Narren, Diebe und Vampire von Terry Pratchett

Ich hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass die Scheibenwelt-Kalender eine großartige Quelle pratchettschen Schriftguts sind. Ich hatte mir daher schon vor einiger Zeit die Mühe (bzw. Freude) gemacht, alle acht von ihnen aufzuspüren und käuflich zu erwerben. Der wahre Scheibenwelt-Fan ist angehalten, es mir gleichzutun – der Goldmann-Verlag hat es jetzt allerdings deutlich erleichtert, an diese prinzipiell vergriffenen Texte zu kommen.

Endlich wieder erhältlich!

Dort hatte man nämlich die grandiose Idee, diese zusammengefasst in einem Band neu aufzulegen. Auf 320 Seiten findet der geneigte Scheibenweltfreund die kompletten Texte aus allen diaries – zudem ohne den überflüssigen Kalenderteil. Spätestens jetzt gibt es keine Ausrede mehr, diese Texte nicht im Regal stehen zu haben. Hier alle erforderlichen Daten:

Terry Prachett, Stephen Biggs: „Narren, Diebe und Vampire – Die besten Geschichten aus zehn Jahren Scheibenwelt-Kalender“, München 2012 (Goldmann Verlag)

Kaufen!

Lesetagebuch: The New 52 – Teil 5 – Batman, Batwing und noch mehr Lanterns

Erneut habe ich mir die Hefte im amerikanischen Original zugelegt. Nicht, weil ich was gegen Übersetzungen hätte – im Gegenteil! Aber nun hab ich einmal damit angefangen, da möchte ich als konsequenter Sammler auch dabei bleiben. Diesmal handelt es sich um: „Batman Incorporated“, „Batwing“ und „Green Lantern – New Guardians“

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Batman Incorporated

Die Grundidee stammt wie fast alle Batman-Storylines ja aus der Prä-Flashpoint-Zeit. Ich fand sie schon da etwas befremdlich. Batman hat sich demnach entschlossen, seine „Geschäftsidee“ des Dunklen Ritters in einer Art Franchise-System auch in andere Städte zu exportieren – und zwar weltweit. Seither haben viele Städte (Paris, Moskau, Hongkong) ihren eigenen Batman, der vom Gothamer Original finanziert und ausgerüstet wird. Soweit so merkwürdig – gelesen hatte ich davon bislang aber nichts.

Der Neustart (?) dieser Batman-Unterserie im Rahmen der zweiten New-52-Welle war dann meine erste Gelegenheit, mich mit dieser komischen Idee anzufreunden. So ganz warm bin ich damit bei dieser Gelegenheit noch nicht geworden – dennoch handelt es sich um einen hervorragenden Comic. Der „Incorporated“ Aspekt spielt hier nämlich nur am Rande eine Rolle – eigentlich ist es eine reine Batman und Robin Geschichte.

Vater und Sohn (zur Erinnerung: der aktuelle Robin ist auch hier Sohnemann Damian Wayne) haben es mit einem Scharfschützen-Killer zu tun, der es auf … nun, das soll hier nicht verraten werden. Es handelt sich jedenfalls um eine sehr dichte und spannende Batman-Story, die eine große emotionale Bandbreite vom großartigen lustigen Batcow-Panel bis hin zu einem hammerharten Cliffhanger bietet. In Sachen Batman Inc. hat es mich indes nicht weitergebracht.

Batwing

Schon in der ersten New-52-Welle war der afrikanische Batman dabei – genaugenommen jener aus der (fiktiven) kongolesischen Stadt Tinasha. In seiner ersten Ausgabe muss er gegen den Schurken Massacre antreten, der seinen Namen natürlich zu Recht trägt. Die Story ist hervorragend (und extrem deutlich) gezeichnet und auch sehr spannend.

Batman selbst hat ebenfalls einen kurzen Auftritt – denn auch hier handelt es sich natürlich um eine Batman-Incorporated-Zweigstelle. Das Szenario will auch sehr gefallen, versucht es doch die Eigenheiten Afrikas darzustellen. Oder zumindest das, was wir Eurozentristen dafür halten. In sich ist das aber durchaus stimmig – und die afrikanischen Protagonisten sind trotz der zeitweisen Anwesenheit des amerikanischen Oberhelden sehr eigenständig und selbstbewusst. Dass hier alles in allem dennoch ein sehr klischeebeladenes Afrika-Bild vermittelt wird, ist klar. Aber ein Superhelden-Comic lebt ja nun auch von Klischees. In dem Zusammenhang verweise ich immer gern auf dieses großartige Video: African Men – Hollywood Stereotypes

Aber zurück zum Thema Batman Inc.: Mittlerweile habe ich außerdem noch eine Story über den Batman aus Paris gelesen – und finde die Idee nicht mehr ganz so merkwürdig. Sowohl Batwing als auch Nightrunner sind ziemlich coole Typen, deren Umfeld recht gut durchdacht ist.

Green Lantern – New Guardians

Die ganze Kiste mit diesen Jedis mit grünen Ringen statt Lichtschwertern gefällt mir immer besser. Mittlerweile habe ich ja auch gelernt, dass es zu den anderen Farben (und zugeordneten Emotionen) ebenfalls Ringträger-Organisationen gibt: Rote Wutringe, Gelbe Angstringe, Rosa Liebesringe und so weiter und so fort. Die spielen allesamt in „New Guardians“ eine besondere Rolle. Hauptheld ist eine der zahlreichen irdischen Green Lanterns: ein Cartoonist namens Kyle Rayner, dessen Superhelden-Origin auch gleich erzählt wird.

Diesem wird nach einer Weile aus heiterem Himmel die zweifelhafte Ehre zuteil, auch von je einem der anderen Farb-Ringe erwählt zu werden. Das finden die zugeordneten Corps jedoch nicht so witzig, da die Ringe ihre bisherigen Träger einfach mal so verlassen haben. Das ganze endet also damit, dass unsere Grüne Leuchte von bunten Ringen, nun ja, umringt ist – sowie von den Repräsentanten der jeweiligen Corps, die ihn des Diebstahls bezichtigen. Spannend, spannend!
Das sacht der Fachmann …

Stand der Sammlung

Schließlich ist es mal wieder Zeit für einen kleinen Überblick. Ziel meiner Sammelwut ist ja, nicht alle – aber doch einige der „Nummer Einsen“ von New 52 in meinen Besitz zu bringen.

Folgende hab ich schon:

  • Batman and Robin #1
  • Batman – The Dark Knight #1
  • Batman – Detective Comics #1
  • Batman Incorporated #1
  • Batwing #1
  • Nightwing #1
  • Flash #1
  • Green Lantern #1
  • Green Lantern – New Guardians #1
  • Red Lanterns #1
  • Stormwatch #1
  • Superman #1
  • Superman – Action Comics #1
  • Justice League #1

Folgende will ich noch:

  • Batman #1
  • Green Lantern Corps #1
  • Batgirl #1
  • Batwoman #1
  • Catwoman #1
  • Justice League Dark #1
  • Justice League International #1
  • Earth 2 #1

Ein paar Reihen will ich ja durchaus mal weiter verfolgen. Da würden mich dann die entsprechenden Sammelbände interessieren. Ich werde berichten.

Und hier noch mal meine bisherigen New-52-Rezis:

Alfonz – Der Comicreporter

Die selbsternannte „Fachzeitschrift für Comics“ kommt mit einem durchaus hohen journalistischen Anspruch daher – und kann diesem auch voll gerecht werden.

Im vierteljährlich erscheinenden Alfonz findet der geneigte Comicfreund nicht nur einen erschöpfenden Überblick über die gesamte Bandbreite des aktuellen Szenegeschehens – er bekommt es außerdem angenehm kritisch und hervorragend recherchiert präsentiert.

Ausführliche Reportagen zu eher unbekannteren Aspekten runden das Angebot ab. Die Alfonz-Redaktion hat ihren Sitz in Elmshorn.

Sinnvolles Format

Und genau das macht den Mehrwert eines guten Magazins aus. Gerade Comicleser sind so Internet-affin, dass sie sich mittlerweile problemlos selbst über die aktuellen Erscheinungen und Verlagsprogramme informieren können.

Schlichte Rezensionen finden sich ebenfalls noch und nöcher im weltweiten Netz. Bei Alfonz geht man daher ganz bewusst darüber hinaus. Titelstory ist eine neunseitige Reportage über den Comic-Künstler Vicente Segrelles, bekannt durch den Klassiker „El Mercenario“, der seine epischen Fantasy-Storys ausschließlich in Öl malt.

Ein weiterer Artikel dreht sich um „kleine Helden“ – Kinderableger zu beliebten Figuren wie Lucky Luke oder das Marsupilami.

Natürlich kommen auch eher mainstreamigere Themen wie der Avengers-Film und der Neustart von Superman, Batman und Co. bei DC-Comics zu ihrem Recht. Doch auch dort werden eher kritische Töne angeschlagen – oder aber Randbereiche beleuchtet und verstecktere Perlen hervorgehoben.

Für jeden etwas dabei

Egal ob man frankobelgische Prachtalben, amerikanische Superhelden oder japanische Mangas bevorzugt – ein Blick in Alfonz lohnt. Der Comicreporter ist auf jedem Themengebiet kenntnisreich und fundiert unterwegs.

Und es kann auch kein Zweifel an der redaktionellen Unabhängigkeit aufkommen, denn im Gegensatz zur „Geek!“ steht hier kein großer Comicverlag im Hintergrund. Der Comicreporter entsteht in einer kleinen feinen norddeutschen Schreibstube, wo man mit der „Reddition“ und dem „Comic Report“ schon seit etlichen Jahren anspruchsvollen Comic-Journalismus betreibt.

Also: Auf zum Kiosk!

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal , das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Lesetagebuch: Star Wars Comics – Teil 1

Wer wie ich nicht genug vom Star Wars Universum kriegen kann (lassen wir kurz mal die Unterteilung nach „guten alten“ und „schlechten neuen“ Filmen außen vor), dem stehen bekanntlich noch etliche weitere Medien voll mit lizensiertem Lichtschwertspaß zur Verfügung.

Nun bin ich der Meinung, dass Star Wars in ein rein visuelles Medium gehört – Romane kamen für mich daher (bislang) nicht in Frage. Dann gibt’s ja noch zahlreiche nach glaubhaften Quellen auch sehr gute Computerspiele – aber ich bin einfach nicht so der Daddler. Nach meiner C64-Zeit hab ich eigentlich nur zwei Spiele ernsthaft gespielt: Age of Empires und World of Warcraft.

Bleiben die Comics (jaja, und zwei Ewoks-Fernsehfilme, ein Christmas-Special und der ganze Clone-Wars-Schrott, naknaknak). Ich habe vor über einem Jahr damit angefangen, mich in der Richtung umzutun. Vorausgegangen war dem, dass ich ein recht interessantes Heftchen auf dem Gratis Comic Tag 2010 abgestaubt habe, in dem eine Story aus der hervorragenden Dark Times Reihe zu finden war.

Dies war der Zeitpunkt der Infektion – mittlerweile hat mich ein handfestes Sammelfieber gepackt. Grund genug, an dieser Stelle ein wenig über meine aktuelle Obsession und das Objekt derselben zu berichten.

Die Comics der 80er …

Die ersten Star Wars Comics dürfte es schon kurz nach den ersten Filmen gegeben haben. Ich habe Cover aus den 80ern vor Augen, die noch recht schlicht gezeichnet waren – und wohl auch eher einfache Geschichten betitelt haben dürften. In Deutschland sind diese Dinger dereinst bei Ehapa erschienen – und werden zur Zeit bei Panini als „Classics“ wieder aufgelegt.

Inhaltlich spielen sie wohl ziemlich eng im Umfeld und mit dem Personal der Ur-Film-Trilogie. Für einen Komplettsammler dürften diese Dinger irgendwann sicher interessant sein – bei mir hält sich die Begeisterung aber vorerst noch in Grenzen. Aktuell gibt es bei Panini acht Classics-Ausgaben, die alle halbe Jahre erscheinen.

… der 90er …

Die nächste „Welle“ der SW-Comics stammt aus den 90er Jahren, aus der Zeit, bevor Episode I in die Kinos kam. Inhaltlich wird es hier etwas interessanter. Zumindest wird hier oft das enge Umfeld der Filme verlassen. Es werden Geschichten präsentiert, die etliche Jahrtausende davor spielen und die mythischen Ursprünge der Jedi sowie Sith beschreiben. Doch auch Luke und Co. kommen erneut zu ihrem Recht. Die Qualität der Zeichnungen, der Charakterdarstellungen und der Handlungen kommt oft über „mittel“ nicht hinaus. Ein paar Perlen sind hier aber durchaus zu finden.

Die Comics dieser Epoche sind in Deutschland zunächst im Feest– sowie im Carlsen-Verlag erschienen. Aktuell erhält man sie am Besten in der „Essentials“-Reihe von Panini, wo diese nach und nach alle erneut aufgelegt werden. Der Komplettsammler mag hier auch auf die älteren Carlsen- und Feest-Dinger wert legen – ich für meinen Teil beschränke mich aber auf die „Essentials“, die allesamt noch problemlos erhältlich sind. Aktuell ist der 13. Essentials-Band erschienen. Pro Jahr kommen zwei hinzu.

… und das Beste von heute!

Schließlich startete 1999 mit dem Beginn der neuen Film-Trilogie eine dritte Welle von SW-Comics, die in deutschen Landen seitdem durchgängig bei Panini (einstmals Dino) erscheinen. Hier gibt es eine klassische Heft-Reihe, die aber regelmäßig in den so genannten „Sonderbänden“ zusammengefasst wird. Hier wird es jetzt richtig spannend. Die Bandbreite der Szenarien ist noch einmal gewachsen. Es gibt nun Storylines, die die verschiedenen Lücken zwischen den Filmen ausfüllen, solche die teilweise weit in die Vergangenheit – aber auch in die Zukunft – der Film-Gegenwart reichen. Etliche Sammelbände und Unterreihen basieren auf Computerspielen und geben deren teils sehr interessanten Storylines gekonnt wieder. Die Qualität der Zeichnungen aber auch der Handlungen ist noch einmal enorm gestiegen.

Hier liegt dann auch der Fokus meiner Sammelwut – wobei ich die Hefte aber außen vor lasse. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind 68 Sonderbände erschienen. Über die einschlägigen Online-Kauf-Portale sind die eigentlich alle noch recht gut zu erstehen. Man muss halt auf Schnäppchen achten. Seit Anfang des Jahres werden zudem die allerersten Sonderband-Nummern unter der Bezeichnung „Star Wars Masters“ von Panini erneut aufgelegt – allerdings in anderer Reihenfolge. Die Sonderbände erscheinen alle zwei Monate – die Masters ebenfalls.

Da war ja noch was …

Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich an dieser Stelle noch die Clone Wars. Basierend auf der animierten Fernsehserie (die in den späteren Staffeln ja angeblich gar nicht mal so schlecht sein soll – was ich davon gesehen hab ist aber mehr als mäßig) gibt es natürlich auch ein ausgedehntes Comic-Angebot zu diesem unsäglichen Teil des Star Wars Universums – in Deutschland ebenfalls bei Panini. Im Rahmen des Gratis Comic Tags hab ich ein paar Storys aus dieser Ecke in die Finger bekommen. Gruselig! Vermutlich soll damit eine wesentlich jüngere Zielgruppe angesprochen werden – aber ich bin der Meinung das würde auch in besserer Qualität gehen. Egal – das Zeug kommt mir jedenfalls nicht ins Haus.

In loser Reihe werde ich an dieser Stelle über den Stand meiner Sammlung – und natürlich über die Comics selbst berichten.

Neuer Comic: He-Man and the Masters of the Universe

Lang ist’s her

Ich habe komischerweise noch eine recht klare Erinnerung daran, wie ich mich in der zweiten Klasse mit Schulkameraden über He-Man, Skeletor und deren Fähigkeiten unterhalten habe. Damals habe ich – wie zahlreiche Kinder in den 80ern – massig Masters-of-the-Universe (oder wie der Connaisseur es abkürzt: MotU) Spielzeug angehäuft und etliche epische Schlachten um Castle Grayskull geführt (und meistens Skeletor gewinnen lassen). Allerdings hat sich bei mir später nie eine nostalgisch verklärte Rest-Begeisterung ins höhere Alter retten können. Vielleicht waren Szenario und Geschichten dann doch ein wenig zu lächerlich.

Dennoch finde ich es durchaus interessant, dass DC-Comics nach fast genau 30 Jahren mal wieder die alte Lizenz von Mattel ausgräbt und eine neue MotU-Comicserie auf den Markt wirft (vermutlich verfällt die Lizenz sonst … honi soit )

He-Man is back!

Die Nachricht ist im Übrigen nicht neu. Schon im April wurde die sechs Ausgaben umfassende Mini-Serie angekündigt. Die kleine Preview bei DC selbst scheint aber noch recht frisch zu sein – Start der Serie soll auch nun im Juli sein.

Trotz aller oben angedeuteten Skepsis machen mich die Prieview-Bilder tatsächlich ein bisschen neugierig. Also, wenn das irgendwann den Weg in deutsche Lande finden sollte halte ich demnächst vielleicht bei einem der einschlägigen Online-Shops die Augen offen.

In den letzten drei Jahrzehnten wird DC doch hoffentlich ein bisschen dazugelernt haben.

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