Autor: Herr Kowski

Lesetagebuch: Was machen eigentlich Clever & Smart

Ein bisschen was hab ich tatsächlich geschafft – und mir einen Comic gekauft, den ich nicht lesen kann. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Clever & Smart: Ich verstehe kein Wort Spanisch – dennoch konnte ich an dem Stapel mit Mortadelo y Filemon Comics nicht vorbeigehen und musste den ersten Band aus der Coleccion Olé (offenbar die drölfzigste Auflage alter Klassiker) sogar mitnehmen.
Als Kind und Jugendlicher habe ich Clever und Smart natürlich geliebt – auch wenn ich nur eine Handvoll Alben mein Eigen nannte. Ehrlicherweise wiederholt sich das Handlungsschema immer wieder: Die beiden schusseligen Agenten und Hauptfiguren müssen irgendwelche absurden Aufträge ihres Chefs Mr. L (bzw. Senor Super) ausführen (meist gilt es, die bekloppten Erfindungen von Dr. Bakterius zu testen), was stets in comichaft grotesk brutalen Unfällen und Verletzungen etlicher Beteiligter endet.
Der Schwerpunkt liegt also ohnehin mehr auf den detailverliebten Zeichnungen als auf dem, was in den Sprechblasen steht. So konnte ich dieses Comicalbum dennoch genießen und mich herrlich beömmeln.

Das Lange Utopia: Mit Freuden habe ich am Ende dieses Romans festgestellt, dass er doch nicht der letzte aus der Lange-Erde-Reihe ist, die Terry Pratchett und Stephen Baxter kongenial miteinander erdacht und erschaffen haben. Dazu weiter unten mehr.
Auch dieser Band hat mir wieder gut gefallen – wie immer vor allem wegen der einfallsreich dargestellten Welt. Bekanntlich besteht die Lange Erde aus unendlich vielen menschenleeren Parallel-Erden, deren Unterschiede zu unserer Originalwelt stets auf mehr oder weniger ausgeprägt anderen erdgeschichtlichen Entwicklungen basieren.
In diesem Band sind mir tatsächlich auch mal ein paar Plot-Elemente in angenehmer Erinnerung geblieben. Die beiden Haupthandlungsstränge drehen sich einmal um die Historie der „natürlichen Wechsler“ (die meisten Menschen benötigen nämlich ein Gerät, um zwischen den Welten zu springen) – hier war wohl vorwiegend Pratchett zu Gange.
Im anderen Handlungsstrang durfte Baxter sich mit fiesen Von-Neumann-Maschinen-Borg-Insekten austoben, die es abzuwehren galt.
Das ganze endet mit einem durchaus spannenden Cliffhanger, was meine Freude über über die zu erwartende Fortsetzung noch einmal steigert.

Monsters Unleashed: Das hat Spaß gemacht. Keine komplizierten innerfraktionellen Zwistigkeiten zwischen den Helden. Keine überraschenden Seitenwechseleien. Keine Tode und Wiederauferstehungen.
Einfach ein Haufen riesiger Monster, der auf der Erde erscheint und von unseren Marvel-Superhelden umgeboxt werden muss. Ja, das ist sehr geradlinig. Ja, das ist stark von Pacific Rim inspiriert. Egal! Monsters Unleashed hat richtig Bock gebracht.

Siege: Ich hab da noch immer gut 400 ungelesene Marvel-Comic-Hefte auf meinem Comixology-Account rumliegen. Vor ein paar Jahren bekam man ja jede Nummer 1 aller Serien geschenkt. Ich lade mir davon immer mal wieder ein paar aufs Endgerät. Zuletzt ein paar Sachen aus der Siege-Storyline, als sich Asgard mitten in Amerika befand, Norman Osborn Chef der Avengers war und als solcher Asgard belagerte. Echt ne coole Nummer, die ich mir eigentlich noch mal in Gänze – am Besten ab seiner Machtübernahme – reindrehen sollte.

Secret Empire: Auch für lau gibt’s gerade das aktuelle Free Comic Book Day Heft zum Marvel-Event Secret Empire, in dem sich Captain America himself auf einmal als fieser Hydra-Agent outet. So dämlich das im ersten Moment klingt – die Nummer scheint gar nicht so schlecht zu sein. Dieser kurze Einblick hat mir auf jeden Fall gut gefallen.

Aktueller Lesestoff

Beren und Luthien: Der folgende Satz fällt mir ein wenig schwer – aber ich bin ein bisschen enttäuscht von diesem Buch. Denn es ist wider meine Erwartung dann doch „nur“ eine erneut kommentierte Sammlung der aus Silmarillion, Vergessene Geschichten und Co. bekannten Texte zur Legende von Beren und Luthien.
Ich hatte ja mehr auf einen extrapolierten „neuen“ Prosatext gehofft, so wie Christopher Tolkien es schon bei den Kindern Hurins gemacht hat.
Trotzdem liest sich das Originalmaterial des Großmeisters natürlich ganz herrlich und die Aufbereitung mit Sohnemanns Kommentaren und den neuen Illustrationen ist wunderbar.

Die Drei Sonnen: Dank Lesezwinger darf/muss ich mich mit diesem wunderbaren chinesischen Science-Fiction-Roman befassen. Ob und und inwieweit er meine gestellte Aufgabe erfüllt, werde ich nach Ende der Lektüre in einem gesonderten Artikel ausführen.
Er gefällt mir auf jeden Fall von der ersten Seite an sehr gut. Das erste Kapitel schildert Ereignisse der Kulturrevolution, wonach die Handlung in die nahe Zukunft springt, in der sich die Hauptfiguren mit bislang noch unsichtbaren Gegnern auseinandersetzen müssen, die offenbar die Gesetze der Physik außer Kraft setzen können. Das alles ist sehr spannend und fesselnd geschrieben. Bislang großartig.

X-Men – Sauron: Einstweilen kein Lesefortschritt bei dem Marvel-Hachette-Klassiker.

Was als nächstes?

Mehr Marvel: Wie oben bereits erwähnt, liegen noch etliche ungelesene Nummer-Eins-Hefte aus dem Hause Marvel ungelesen in meinem Comixology-Account rum. Wie ebenfalls oben erwähnt, werde ich mir da als nächstes mal alles zu Dark Reign, The List und was es sonst noch so aus der „Regierungszeit“ von Norman Osborn gibt zu Gemüte führen.

Der Lange Kosmos: Voraussichtlich im November erscheint der tatsächlich letzte Band des von mir sehr geschätzten Lange-Erde-Epos. Nach recht oberflächlicher Recherche meinerseits scheint es wohl so zu sein, dass Terry Pratchett bis auf ein paar Ideen gar nichts mehr zum Langen Kosmos beitragen konnte und Stephen Baxter den Abschluss der Reihe allein verfassen musste.

Lesetagebuch: Monster, Tolkien und der Lesezwinger

Nach Batman kann eigentlich nicht mehr viel kommen. Dennoch stehen auf meinem Lesestapel etliche Monster Schlange, der gute hat posthum noch mal einen rausgehauen und es dräut der Lesezwinger. Zum Glück hab ich erst mal Urlaub. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Batman New 52: Einem -Sale sei dank habe ich endlich zu zurückgefunden. Dort gab’s nämlich unlängst den kompletten -Run von 2011 bis 2016 relativ günstig zu erwerben. Da musste ich natürlich zuschlagen. Die zehn Sammelbände umfassen die Hauptserie des Dunklen Ritters aus der New52-Ära und sind mit ein paar Anspielungen und Heftchen aus den Nebenreihen „Batman: The Dark Knight“, „Detective Comics“, „Batman and Robin“ uswusf. gespickt – und bieten am Ende sogar einen kleinen Ausblick auf die aktuelle Rebirth-Ära.

Ich hatte ja schon 2011, als ich ein bisschen in den Neustart des DC-Comic-Universums reingeschaut hatte, den Eindruck, dass Batman und Gotham von den Umwälzungen am wenigsten betroffen waren und die größte Kontinuität zu der Zeit vor dem Flashpoint-Ereignis aufweisen. Wenn mich nicht alles täuscht gilt das auch für die kürzlichen Umwälzungen bei Rebirth, sodass sich dieser Abschnitt von Batmans Abenteuern angenehm in die hinlänglich bekannte Gesamt-Vita einfügt, da es immer wieder Anspielungen auf klassische Ereignisse wie Death in the Family, Killer-Joke etc. gibt.

Doch das nur nebenbei. Dieser Run überzeugt durch großartige Geschichten und eine gelungene Darstellung und Entwicklung der Charaktere. Meine Begeisterung über den ersten Abschnitt mit dem Court of Owls hatte ich ja schon im letzten Lesetagebucheintrag bekundet.

In Zero Hour blendet die Handlung in Batmans Anfangszeit zurück, in der ein herrlich fieser Riddler mal eben die ganze Stadt als Geisel hält (komischer Weise funktioniert hier ein ähnliches Szenario wie in dem verkorksten Dark-Knight-Returns-Film viel besser – aber das nur nebenbei). Ohnehin erhalten viele von Batmans klassischen Schurken hier etwas mehr Komplexität und Tiefe. So bekommt Mr. Freeze ein ziemlich gelungenes neues Origin verpasst.

Allen voran wird sich natürlich dem Joker angenommen. Seine Vorgeschichte mit der Red Hood Gang sowie die beiden Handlungsbögen Death of the Family und Endgame, in dem Mr. J Batman weismachen will, ein unsterblicher ewiger Antagonist der Stadt zu sein, sind schlicht grandios. Doch nicht nur die Schurken, alle Charaktere sind gut durchdacht und erhalten Raum, sich zu entfalten – vom guten alten Alfred und dem nicht minder etablierten Commissioner Gordon bis hin zu Batmans großartigem neuen Sidekick Bluebird.

Schließlich macht der alles überspannende Bogen das ganze zu einer sehr runden Sache. Auch wenn es in Comics ausgelutscht sein mag, selbst Batmans vermeintlicher Tod und Wiederauferstehung fügen sich darin hervorragend ein und machen diesen New52-Run bei aller Kontinuität mit dem restlichen Material zu einem grandiosen in sich abgeschlossenen Batman-Epos – und ja, mir hat auch der Robocop-Replacement-Batman gefallen. Nur das mit der Batman-Backup-Maschine fand ich etwas strange.

Aktueller Lesestoff

X-Men – Sauron: Bei diesem Klassiker aus der Marvel-Hachette-Reihe bin ich noch nicht sonderlich weitergekommen. Die Zeichnungen des Großmeisters Neal Adams sind jedenfalls klasse.

Das lange Utopia: Wie bei allen Romanen aus dieser Reihe liest sich auch das vierte und letzte gemeinsame Parallelwelten-Buch von Terry Pratchett und Stephen Baxter ziemlich flüssig weg – obwohl nicht richtig was passiert. Aber das war schon immer, was mich an dem Lange-Erde-Epos angesprochen hat: Man taucht in diese faszinierende Welt ein, erfreut sich an ihrer einfallsreichen Beschreibung – und vergisst ziemlich schnell wieder, worum es eigentlich ging. Mittlerweile verteilt sich die Menschheit immer weiter über die unzähligen Parallelwelten, die bisherige Staaten- und Wirtschaftsordnung bricht immer mehr zusammen. Immer mehr Menschen stoßen jetzt jedoch darauf, dass man wohl nicht nur nach „Ost“ und „West“ wechseln kann – sondern dass es auch noch weitere „Richtungen“ gibt, in denen Parallelwelten liegen. Und scheinbar gibt es außer Menschen, Trollen, Elfen und Kobolden noch weitere vernunftbegabte Wesen, die auf der Langen Erde unterwegs sind. Spannend.

Monsters Unleashed: Marvel ging es nach dem dramatischen zweiten Civil War (ich habe berichtet) und bevor mit Secret Empire noch schwerere Kost anstand kurz mal etwas unbeschwerter an. Die Autoren haben sich bei Monsters Unleashed ziemlich deutlich von Pacific Rim inspirieren lassen und lassen darin haufenweise Kaijus auf die Marvel-Erde und ihre Superhelden los. Das ist mit voller Absicht relativ anspruchslose Hau-Drauf-Action, die durchaus Laune macht.

Was als nächstes?

Beren und Luthien: Wie wir -Nerds alle wissen, hatte der Großmeister einst geplant, nach dem Herrn der Ringe noch (mindestens) drei Romane aus dem Ersten Zeitalter Mittelerdes zu schreiben, je einen zur Geschichte der Kinder Hurins, zum Fall von Gondolin und zu Beren und Luthien. Sein Sohnemann, der bekanntlich beginnend mit dem Silmarillion den Nachlass seines Vaters Stück für Stück aufbereitet und veröffentlicht hat, begann vor ein paar Jahren damit, diese drei Romane aus den Aufzeichnungen J.R.R. Tolkiens zu extrahieren und zwischen Buchdeckel zu pressen. Nach „Die Kinder Hurins“ ist nun endlich „Beren und Luthien“ an der Reihe. Ich bin schon sehr gespannt (und hoffe inständig, dass er Gondolin auch noch schafft – Christopher ist ja auch nicht mehr der Jüngste).

Lesezwinger: Wie bereits berichtet ist der Lesezwinger wieder da, weswegen ich mich gezwungen sehe Futu.re, Biokrieg und Die drei Sonnen zu lesen.

Prinzessin Insomnia: Und Ende August geht es endlich wieder nach ! Mit Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr legt Walter Moers zwar nicht das versprochene nächste Mythenmetz-Buchhaim-Werk vor – ist mir aber auch egal. Hauptsache Zamonien. Übrigens eines der wenigen Bücher, bei denen ich noch nach der gebundenen Ausgabe greifen muss. EBook kommt hier ausnahmsweise nicht in Frage.

Lego Minifiguren Serie 17

Classic Space ist wieder da

Gleich zwei Figuren drehen sich um das beliebte Thema Retro-Science-Fiction. Das unbestrittene Highlight ist hier natürlich der kleine Junge im Raketenkostüm mit selbstgemalter Classic-Space-Fahne – Lego-Bennys größter Fan. Und natürlich prangt das „richtige“ Zeichen auf seiner Brust, was es unter anderem ermöglicht, zusammen mit dem Ritter aus Serie 9 und einer alten grauen Sauerstoffflasche von früher einen grauen Classic-Astronauten zu basteln. Der Buck-Rogers-artige Retro-Raumfahrer soll hier aber kaum geringer geschätzt werden. Mit seiner Strahlenkanone ist er ebenfalls ganz weit vorne.

Noch mehr fantastisches und ein Geheimnis

Darüber hinaus sind für den Freund fantastischer Themen noch ein energischer Zwergenkrieger und seine etwas gesittetere Elfen-Kollegin dabei. Auch den Gladiator und das Feen-Mädchen mag man hier einreihen – ebenso die „geheime“ Figur, ein historischer Straßenräuber, bei dem sich der Grund für seine Geheimhaltung nicht so ganz erschließen will. Aber egal: Schick ist auch diese Figur allemal.

Baguette, Torte, Hotdog und Maiskolben

Doch auch die „mainstreamigeren“ Figuren wissen vor allem durch witzige Accessoires zu begeistern. Der Maiskolben-Mann führt eine sehenswerte Riege „kulinarischer“ Figuren an – und auch der Yuppie mit seinem uralt-Handy ist klasse.

Was fehlt?

Mit dem Surfer und der Fitness-Dame nicht mehr viel. Das ist jetzt auch nicht gerade eine schmerzhafte Lücke – aber komplett hätte man’s ja schon gern.

Lesezwinger 2.0

Die beliebte Lesechallenge geht nach einigen Jahren Pause in ihre zweite Runde. Rechtzeitig zum Urlaub hab ich mir Lesestoff zu einem bestimmten Thema gewünscht – und gleich drei Antworten erhalten.

Wieder da: Der Lesezwinger

Aber der Reihe nach: Mit leicht veränderten Regeln hat der gute @myrkvid unlängst seine Twitter-Lesechallenge aus dem Jahr 2014 reanimiert und seine Follower im Speziellen und die Welt im Allgemeinen herausgefordert, ihm ein Buch zu einem bestimmten Thema oder mit sonstigen Eigenschaften zu finden – das er im Gegenzug dann gezwungen ist zu lesen und zu rezensieren. Er befand gleich zwei Antworten für würdig und verpflichtete sich somit die genannten Bücher auch zu konsumieren.

Die beiden Gewinner haben ihrerseits wieder Herausforderungen ausgesprochen und so ist die zweite Runde des Lesezwingers munter in vollem Gange.

Im Westen nichts neues mehr

Da ich in der ersten Runde vor drei Jahren mit Kinder der Drohne sehr interessanten Lesestoff vorgesetzt bekam, wollte ich diesmal natürlich wieder mit dabei sein.

Da fast jede SF in einer Zukunft spielt, die die Weiterführung unserer „westlichen“ Kultur darstellt (selbst bei Star Trek sind im Grunde alles Amerikaner), wünsche ich mir schon lange mal was zu lesen, in dem es in der Beziehung etwas realistischer zugeht. Schließlich ist zum Beispiel das einst weltbeherrschende Mongolische Reich heute nur noch eine historische Randnotiz – so wird es in ein paar hundert Jahren doch vermutlich auch „dem Westen“ ergehen. Ich hab mich sogar unter drei Antworten nicht entscheiden können – zum Glück hab ich bald Urlaub.

Somit sehe ich mich nun gezwungen zu lesen: Die drei Sonnen von Liu Cixin, Futu.re von Dmitri Glukhovsky und Biokrieg von Paolo Bacigalupi. Ich werde berichten.

Werde auch du ein Lesezwinger und Buchbezwinger!

Mitmachen? Nichts leichter als das! Einfach dem @lesezwinger den Lesewunsch mitteilen, aus den eingehenden Vorschlägen binnen 24 Stunden einen (oder mehrere) Sieger auswählen, lesen und rezensieren.

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 29/2017

Lego & Minifiguren

  • Das Lego-Highlight der Woche war aber sicherlich die Elbphilharmonie. Zusammengebaut hat sogar ein paar Worte mit dem MOCer wechseln können.
  • Die Brothers Brick legten noch einen Atombombentest, eine Szene aus Tolkiens Silmarillion und diesen beeindruckenden T-Rex-Schädel obendrauf.

TV & Serien

Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt. Auch der neue Inhumans-Trailer sieht doch ganz schick aus. Obwohl, bei Daredevil fand ich das ja auch.

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Wissenschaft & Visionen

Schon ein paar Jahre alt aber immer wieder beeindruckend: die Simulation eines sehr großen Einschlags auf die Erde – mit der passenden Musik.

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10 Jahre nerdlicht.net: 2015 – Goetheblick

2015 habe ich mit dem Podcasten aufgehört. Und wieder angefangen. Und wieder aufgehört. Ansonsten wurde altes und neues Lego zusammengebaut, fleißig gebloggt und es ging aufs Meer.

Ein Jahr zurück: 2014

La Mer

2015 war abseits der Bloggosphäre ein Jahr der ersten Male. Eine gewisse Dame drückte erstmals die Schulbank und es ging für uns erstmals aufs Meer. Online war eher das Gegenteil der Fall – denn eine Ära ging für mich in diesem Jahr zu Ende.

Der Goetheblick hat ausgespielt

Nachdem ich es schon seit Monaten nicht mehr hatte einrichten können, den Aufnahmeterminen beizuwohnen, habe ich in diesem Jahr kurzerhand meinen Austritt aus dem Ausgespielt-Team erklärt und blickte noch einmal mit einer Träne im Knopfloch zurück. Dass mich das Medium Podcast noch nicht völlig loslassen wollte, zeigte sich an zwei experimentellen GoetheblickEpisoden, die ich nachschob – bei denen es bis heute allerdings bleiben sollte.

Altes Lego neu zusammengebaut

Ebenfalls bei zwei Ausgaben sollte mein Projekt Lego Classic Space Rebuilt bleiben. Ich hatte vor, endlich meine alten Lego-Weltraum-Sets aus den 80ern zu entstauben und wieder zusammenzusetzen. Bislang reichte mein Elan nur für den Star Fleet Voyager von 1981 und den Galaxy Commander von 1983. Aber irgendwann geht es damit weiter. Versprochen.

Von Hölzchen auf Stöckchen

Mit 72 Posts (von denen ich inzwischen aufgrund kaputter Links einige entfernen musste) lag mein Output 2015 nur knapp über dem Vorjahreswert. Neben den üblichen Linklisten und Lesetagebucheinträgen befasste ich mich aus traurigem Anlass etwas intensiver mit Terry Pratchett und nahm ein Stöckchen auf.

Ein Jahr weiter: 2016

Mein Lieblingspodcast: Sternengeschichten

Der Jannis Kucharz vom Netzfeuilleton ruft zur Blogparade Mein Lieblingspodcast. Da simmer dabei! Und da ich wegen Befangenheit leider nicht nehmen darf, fällt meine Wahl auf die Sternengeschichten.

Ich liebe es!

Selbstverständlich ist Ausgespielt, der (nicht nur) Rollenspiel-Podcast der beste aller Zeiten. Als jahrelanges Mitglied dieser großartigen Combo mag man mir hier allerdings Befangenheit unterstellen.

Kurz und spacig: Sternengeschichten

Aus etlichen Gründen bin ich seit einiger Zeit treuer Hörer der Sternengeschichten. Der -Podcast von Florian Freistetter begeistert mich dabei nicht nur inhaltlich. Auch das Format – die Folgen sind stets nur um die zehn Minuten lang – sagt mir sehr zu.

Allwöchentliche astreine Astronomie

Damit wäre ich auch schon mitten in der Checkliste, die Jannis für diese Blogparade handgereicht hat. Mich begeistert der Podcast weil er jede Woche Freitag sehr fundierte Astronomie und in leicht verdaulichen Häppchen serviert. Dabei geht Florian Freistetter durchaus anspruchsvoll ins Detail, erklärt die Dinge aber dennoch so, dass der interessierte Laie noch folgen kann. Und das wäre meiner Meinung nach auch die Zielgruppe, die hier angesprochen wird. Man muss selbst kein Naturwissenschaftler sein – aber ein etwas tiefergehendes Interesse an der Astronomie und den benachbarten Wissenschaften ist schon erforderlich.

Irgendwo reinstolpern

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie ich auf die Sternengeschichten gestoßen bin. Vermutlich bin ich irgendwo bei Twitter oder Reddit mal drübergestolpert – und hängengeblieben. Eine weitere schöne Eigenschaft des Podcasts ist, dass man an jeder beliebigen Stelle bequem einsteigen kann. Man muss also nicht (darf aber natürlich) bei Folge eins anfangen und sich chronologisch durchhangeln. Man kann auch einfach der aktuellen Folge 242 lauschen – oder sich eine raussuchen, deren Thema grad am meisten interessiert.

Gut vernetzt

In fast jeder Folge weist Florian auf andere Folgen hin, in denen ein angesprochenes Thema noch mal vertieft wird, sodass man gut kreuz und quer durch die Episoden hopsen kann. Schließlich sind die Sternengeschichten auf etlichen Plattformen vertreten – man kann ihnen sogar bei YouTube lauschen.

Die sind alle gut

Eine ausgesprochene Lieblings-Episode kann ich da jetzt gar nicht festmachen. Natürlich sind die behandelten Themen mal interessanter und mal weniger interessant. Ich lausche den Sternengeschichten jedenfalls jede Woche gern – und das solltet ihr auch tun.

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 28/2017

Fandom & Nerdtum

Schicker Fanfilm aus der Frühzeit von Westeros – beziehungsweise Valyria.

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Gesang & Geräusch

Was man aus einem Flügel so alles rausholen kann.

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Kino & Film

Mein Reden! Spider-Man > Amazing Spider-Man

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Lego & Minifiguren

LOL & ROFL

Ist tatsächlich erschreckend passend.

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10 Jahre nerdlicht.net: 2014 – zum Lesen gezwungen

Ein Jahr zurück: 2013

Viele kleine Highlights

Das Jahr 2014 hatte nicht das eine große, so aber doch viele kleine Highlights zu bieten, zu denen auch ein recht gelungener Sommerurlaub zählte. Im Blog war das ganz ähnlich. Hier ging alles seinen gewohnten eskapistischen Gang – mit ein, zwei kleinen Glanzlichtern obendrauf.

Lego bleibt erfolgreich

So stammt aus diesem Jahr mein bislang erfolgreichster Blogpost überhaupt: nämlich meine Bauanleitung für ein Lego-Minifiguren-Bilderrahmen-Display.

Facebook

Ich habe mich ja lange gesträubt. Aber aus einer unerklärlichen Laune heraus habe ich mir 2014 auch mal so eine Facebook-Seite zugelegt. Ist nicht viel los da – immerhin folgen mir dort bis heute aber schon 71 Leutchen. Juhu! (Edit: Facebook ist doof. Ich habe die Seite inzwischen wieder gelöscht.)

Erzwungenes ungezwungenes Lesen

Und dann kam der Lesezwinger. Der gute @myrkvid hatte die sehr schöne Idee zu dieser Lesechallenge. Man wird darin herausgefordert, ein Buch mit bestimmten Eigenschaften zu finden, das der Herausforderer dann liest und rezensiert. An der ersten Aufforderung bin ich gescheitert, habe dann aber im weiteren Verlauf der Challenge ein sehr interessantes Science-Fiction-Werk zu lesen bekommen – und zwar Kinder der Drohne von Neal Asher. Leider ist die Aktion nach drei, vier Teilnehmern wieder eingeschlafen – ich plädiere aber dringend dafür, den Lesezwinger wieder aufleben zu lassen.

Lesen und Labern

Es wurden in diesem Jahr nur 71 Posts (von denen ich einige wegen kaputter Links wieder entfernt habe), bei denen es noch häufiger ums Lesen ging (so hab ich die großartigen Amalgam-Comics aus den 90ern geschmökert).

Ein jahr weiter: 2015

Lesetagebuch: Rückkehr nach Gotham

Ob und wie ich das auflöse überlege ich mir ganz in Ruhe bei Besuchen in Entenhausen, Gotham und dem langen Utopia. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Windjäger: Das war mal wieder ein Akt. Obwohl an vielen Stellen recht kurzweilig und in einem faszinierenden Szenario angesiedelt, hab ich mich durch dieses Steam-Fantasy-Werk von Jim Butcher mächtig durchquälen müssen. Wenn ich mein kürzlich vorgestelltes Bewertungsschema bemühe, wird auch schnell deutlich warum:
Von den rund zehn wichtigsten Charakteren sind gerade mal drei keine klischeehaften Abziehbilder plumper Archetypen vom bärbeißigen unfehlbaren Kapitän mit dem Herzen auf dem rechten Fleck bis zur wunderschönen aber eiskalten bösen Hexe als Gegenspielerin. Richtig interessant sind eigentlich nur der sprechende Kater und die Gehilfin des lieben Zauberers – die Freundin des Katers und eigentliche Hauptfigur entwickelt sich zumindest zum Ende hin zu einer spannenden Figur.
Die Konflikte wirken ebenfalls alle recht holzschnittartig und oberflächlich. Selbst die meisten Gegenspieler werden als edle Soldaten geschildert. Kein Knatsch geht so richtig in die Tiefe.
Die Dramaturgie ist klassisch und in Ordnung. Gegen Ende wird es sogar richtig spannend.
Die behandelten Themen sind schon interessanter. Vor allem gegen Ende geht es durchaus ans Eingemachte, wenn es um die Auswirkungen von Kampf und Krieg auf die Beteiligten geht.
Grandios und mit großer Detailfreude durchdacht ist schließlich das beschriebene Szenario. Wir tauchen ein in eine Welt, in der die Menschen nur noch in kilometerhohen Türmen leben können, da die Oberfläche der Erde (?) unbewohnbar geworden ist. Zwischen den Türmen ist man natürlich mit Äther-Luftschiffen unterwegs und es ergibt sich eine interessante Mischung aus Magie und Steampunk, die man wohl am ehesten Steam-Fantasy nennen müsste. Und es gibt sprechende Katzen!
Mein Hauptproblem ist vor allem, dass der Roman in den letzten 20% richtig gut wurde – und jetzt weiß ich nicht, ob ich nicht doch noch mit Band 2 anfangen sollte.

Entenhausen Edition: Die Reihe der Carl-Barks-Klassiker über unser aller Lieblings-Ente (natürlich in der Übersetzung von Dr. Erika Fuchs) begeistert mich ungebrochen. Auch in der aktuellen Nummer 44 stelle ich mit Freuden fest, dass es unzählige Geschichten aus diesem Fundus gibt, die ich noch gar nicht kenne (oder ewig nicht gelesen und darüber fast vergessen habe).

FCBD Guardians of the Galaxy: Bei Comixology gab’s für lau eine Marvel-Ausgabe des letzten Free Comic Book Day mit dem jeweiligen Auftakt zu den neuen Serien der All New Guardians of the Galaxy und der Defenders. Crossmedial geschickt offenbar sehr eng an den entsprechenden MCU-Film beziehungsweise die Serie angelehnt. Ja, konnte man mal so weglesen. Die Guardians müssen sich aus der Gefangenschaft des neuen Nova-Corps befreien und den Defenders (also denen von Hells Kitchen, nicht den ollen um Dr. Strange) wird von ein paar Gangstern übel mitgespielt. War beides ganz amüsant – hat mich aber beides nicht zum Einstieg in die jeweilige Serie gereizt.

Aktueller Lesestoff

X-Men – Sauron: Wer verklagt mich eigentlich, wenn ich mir in einer Geschichte einen Bösewicht namens Sauron ausdenke? Die Tolkien-Erben oder Marvel? Egal. In diesem X-Men-Klassiker aus der Marvel-Hachette-Reihe geht es um den Superschurken Sauron, der sich in einen Flugsaurier verwandeln kann. Soweit so trashig. Allerdings ist dieser Band von keinem Geringeren als Neal Adams gezeichnet und macht daher allein ob seiner Bildgewalt viel Freude.

Das lange Utopia: Und auch in dieses von Terry Pratchett mitgestaltete Universum trete ich hiermit meine letzte Reise an. Ähnlich wie bei der Scheibenwelt hat mich hier ja der Weltenbau stets so sehr fasziniert, dass ich über die meist schwache Handlung gern hinweggelesen habe. Und schon mit den ersten Seiten gelingt es Stephen Baxter und seinem Co-Autor, mich in die endlose Reihe aus Parallelerden hineinzuziehen, die sich Die Lange Erde nennt.

Batman: Hiermit verkünde ich hochoffiziell meine Rückkehr in das DC-Universum und nach Gotham. Auch wenn @docron meint, ich solle mich lieber an Image-Comics halten, konnte ich dem Batman-New52-Sale bei Comixology nicht widerstehen und habe mir alle zehn Sammelbände beginnend mit „The Court of Owls“ geschnappt. Mittlerweile habe ich die ersten beiden Volumes mit der Eulen-Storyline durch und bin schwer begeistert. Nun kannte ich die erste Hälfte davon schon etwas länger, war aber auch von der „Auflösung“ sehr angetan. Darin steckt übrigens eine sehr schöne Anspielung auf den fiesen Owlman aus der Parallelwelt Erde 3, wo alle Helden in entsprechende Bösewichte gedreht sind – wie das Spiegeluniversum bei Star Trek. Wobei ich ehrlich gesagt enttäuscht gewesen wäre, hätte es gar keine Anspielung darauf gegeben. Egal. Auch der zweite Handlungsabschnitt mit der Rückkehr des Jokers geht sehr spannend los. Ich merke, ich war viel zu lange weg aus Gotham.

Was als nächstes?

Batgirl: Tja, wo wir gerade dabei sind, könnte ich eigentlich gleich mit der Bat-Familie weitermachen. Kürzlich hatte ich Töchterlein Batgirl: Willkommen in Burnside geschenkt. Vielleicht leiht sie mir den Band ja demnächst mal aus.

Weiteres New52-Zeugs: Und dann gibt es noch ein paar New52-Reihen, die ich schon längst unbedingt weiterlesen wollte: Wonder Woman, Action Comics, Justice League, Animal Man, Swamp Thing, Stormwatch, das ganze Green-Lantern-Gedöns und und und.

Image-Comics: Und ja, @docron hat ja Recht. Bei Image gibt’s sicher noch so manche Perle, die es zu sichten gilt. Schließlich bin ich von Invincible und Saga bereits schwer begeistert. Ich werde den Empfehlungen alsbald nachgehen und berichten.

10 Jahre nerdlicht.net: 2013 – mehr Eskapismus wagen

Ein Jahr zurück: 2012

Zur Sonne

In diesem Jahr hatte ich eine berufliche Veränderung gewagt, die ich bis heute nicht bereue. Aber das gehört nicht hierher, habe ich mich hier doch dem reinen Eskapismus verschrieben.

Der Eskapist

Es hätte so schön sein können. Anfang 2013 folgte auch ich dem Aufruf eines Gleichgesinnten, eine gemeinsame Seite unter dem schönen Namen Der Eskapist auf die Beine zu stellen. Leider wurde dieses Projekt nach nur wenigen Monaten schon wieder zu Grabe getragen – wie das oftmals so ist.

Die eskapistischen Links sind da!

Und doch war dies die Geburtsstunde meiner hartnäckigsten und wohl auch erfolgreichsten Rubrik: Die eskapistischen Links der Woche. Denn ursprünglich für den Eskapisten konzipert, wollte ich diese Reihe nicht mit ihm untergehen lassen und hatte sie kurzerhand hierher gerettet.

Großes Podcast-Jubiläum

Als wesentlich langlebiger erwies sich unser „(nicht nur) Rollenspiel-Podcast“ Ausgespielt, der in diesem Jahr gleich ein doppeltes Jubiläum feierte. Wir durften uns über die 100. Episode und das fünfte Jahr freuen.

Eisern erfolgloses Bloggen

Zudem schloss ich mich in diesem Jahr den Iron Bloggern Hamburg und dem Ehrenwerten Club der erfolglosen Blogger an. Erstere gibt’s inzwischen nicht mehr – letztere halten bis heute die Fahne hoch. Beide haben durchaus dazu beigetragen, dass ich regelmäßig bei der Stange bleibe.

Flucht nach vorn

Und so geschah es auch, dass ich in diesem Jahr stolze 80 Posts produzierte (von denen ich inzwischen etliche wegen kaputter Links oder aus anderen Gründen entfernt habe), worin ich mich erneut über Lego, Comics, Brettspiele, Raumfahrt, TV-Serien und etliches anderes Zeugs ausgelassen habe.

Ein Jahr weiter: 2014

Lesetagebuch: Civil War II

Zwar ist der Zwist zwischen Iron Man und Captain Marvel nur mäßig gelungen erzählt – dennoch bereue ich die Lektüre nicht. #TeamCarol

Carol gegen Tony gegen die Zukunft

Zunächst ein kurzer halbwegs spoilerfreier Abriss der Handlung: Nachdem das Marvel-Universum (genau genommen das Multiversum) komplett vernichtet und neu errichtet worden war (man möge dies alles in Secret Wars nachlesen), bemühen sich die Helden wie gehabt, Sicherheit und Ordnung auf Erden zu garantieren. Altbekannte und neuere Teams und Gruppierungen gehen dabei mehr oder weniger erprobte Wege.

Da wäre zum einen Tony Stark aka Iron Man mit den guten alten Avengers – und dann Carol Danvers, die als Captain Marvel mit Alpha Flight und den Ultimates eher den kosmischen Bedrohungen die Stirn bietet. Mittenmang stecken schon seit geraumer Zeit die Inhumans, die aus Gründen (Terrigen-Wolke – wissta bescheid) gerade etwas Zuwachs an Personal und Bedeutung erhalten. Darunter ein Neuzugang namens Ulysses, der offenbar über die Fähigkeit verfügt, künftige Katastrophen und Bedrohungen recht präzise vorherzusagen.

Das macht sich nun Carol Danvers zu Nutze und verhindert damit gleich zu Beginn eine große Bedrohung durch irgendwelche Celestials. Tony Stark lehnt es hingegen vehement ab, Ulysses‚ Visionen zur Gefahrenabwehr zu nutzen und sieht sich nach ein paar Fehlschlägen in seiner Einschätzung bestätigt. Es kommt also erneut zum Bürgerkrieg innerhalb der Superhelden-Community.

Streitet euch doch nicht, Kinder!

Ein – meist nur kurzer – handfester Streit unter den „Guten“ hat in Superhelden-Comics durchaus Tradition. Es ist ein immer wiederkehrendes Motiv, dass Helden oder Heldengruppen aus verschiedenen Serien bei einem Zusammentreffen erst einmal aneinandergeraten.

Meist handelt es sich um ein hanebüchenes Missverständnis (das man durch zwei, drei gewechselte Worte aus der Welt geschafft hätte), das dazu führt, dass sich die Helden ein paar Seiten lang miteinander prügeln – um sich dann aber doch zu vertragen und sich gegen einen gemeinsamen Feind zu verbünden.

Eine oft genutzte Variante ist der vom Bösewicht besessene oder verzauberte Held, der sich gegen seinen Willen mit seinen Mithelden kloppt, ehe der Zauber gelöst werden und man gemeinsam gegen den Schurken zu Felde ziehen kann. Beides hat man oft und gern bei Marvel und DC gesehen – wie sonst sollte auch herauszufinden sein, ob die Fantastischen Vier die Avengers umhauen können – oder ob Shazam gegen Superman bestehen kann.

Fraktionen und Bürgerkriege

Etwas jünger – und meines Wissens auf Marvel beschränkt – ist die Idee, dieses Motiv deutlich auszuweiten: auf ein komplettes Crossover-Großereignis, das das komplette Superheldenuniversum mit allen Figuren und Fraktionen umspannt. Da es zwischen X-Men, Inhumans und „normalen“ Superhelden (nicht zu vergessen: die Eternals) immer mal wieder Unstimmigkeiten gab, ist das streng genommen auch nicht so neu. Als es 2006 mit Civil War aber erstmals zu einem regelrechten Bürgerkrieg unter den Superhelden kam, hatte das schon eine eigene Qualität.

Ohne jetzt auf das erste Crossover-Ereignis dieser Art eingehen zu wollen, war es bekanntlich erfolgreich genug, dass es 2016 Vorlage für den gleichnamigen MCU-Film wurde. Ich hatte es ganz gern gelesen und finde die Grundidee, dass sich die Helden über grundlegende moralische Fragen zerstreiten, durchaus erfrischend. Das 2012er Avengers vs. X-Men (kurz: AvX) würde ich sogar in die Kategorie „grandios“ einordnen.

Finanzielle crossmediale Erwägungen

Nun ist es durchaus offensichtlich, warum Marvel just im Jahre der Civil-War-Verfilmung in den Comics einen zweiten Teil dieser Idee präsentiert. Auch die wachsende Bedeutung der Inhumans in den Comics ist angesichts der nahenden TV-Serie nicht sonderlich rätselhaft. Schließlich ist auch die Wahl der beiden Haupt-Kontrahenten durchschaubar: Iron Man ist der unangefochtene Liebling des MCU – und Captain Marvel muss dem Mainstream-Publikum langsam mal bekannter gemacht werden, damit 2019 auch Leute in ihren ersten Film gehen.

Das soll wohlgemerkt keine Kritik sein. Solche crossmedialen Erwägungen halte ich ausdrücklich für legitim und auch wenn ich die TV-Serien bislang eher mittel fand, wünsche ich Marvel von ganzem Herzen großen Erfolg in allen Medien und Kunstformen. Dennoch glaube ich, dass diese Erwägungen in diesem speziellen Fall für eine allzu heiße Nadel gesorgt haben, mit der Civil War 2 gestrickt wurde. Schreiten wir zur Kritik.

Ein neues Bewertungsschema

Doch halt! Ich denke schon seit längerem auf einem eigenen Bewertungsschema für Geschichten herum – egal ob Buch, Comic, Film oder Serie. Schließlich können mir Stories mit absurd unlogischer Handlung gefallen – wenn sie spannende Charaktere haben (die Flash-TV-Serie). Aber mir sagen auch Geschichten mit unspektakulärer Dramaturgie zu, wenn sie in einem faszinierenden Szenario spielen (die Scheibenwelt-Romane). Ich hab das mal in fünf zu bewertende Kategorien unterteilt, die ich hier erstmals zur Anwendung bringen möchte:

  • Charaktere: Auch wenn ich mich auf keine exakte Reihenfolge festlegen will, stehen die Charaktere sicher an erster Stelle. Ohne gute Protagonisten, mit denen man mitfiebert, taucht eine Geschichte einfach nichts. Einerseits müssen sie die Handlung bestimmen, also aktiv sein – und andererseits in ihrem Tun vielleicht nicht vorhersehbar aber unbedingt nachvollziehbar sein.
  • Konflikte: Ohne Konflikt keine Geschichte. Wenn es nicht zwischen den Protagonisten oder gar in ihnen selbst knirscht, muss der Ablauf der Ereignisse nicht erzählt werden. Aus den Konflikten entsteht die Spannung, ihre Lösung muss also herausfordernd sein – aber sie müssen den Konsumenten auch so berühren, dass er die Lösung herbeisehnt.
  • Dramaturgie: Ob nun die Akte eines Dramas oder die gute alte Heldenreise – der Ablauf der Ereignisse sollte einem stimmigen Schema folgen und dennoch hier und da überraschend sein.
  • Themen: Gute Geschichten behandeln zudem ein Thema, manchmal auch mehrere – etwas „worum es eigentlich geht“. Diese Themen sollten für den Konsumenten relevant sein – also etwas, was ihn beschäftigt. Wahlweise ist das Thema so herausfordernd, dass es den Konsumenten von da ab beschäftigt. Im besten Falle beides.
  • Szenarien: Schließlich lässt sich das alles in ein mehr oder weniger interessantes Szenario einbetten, eine Welt, ein Umfeld, das fantastisch sein kann – aber natürlich nicht muss. Das Szenario muss aber konsistent, in sich schlüssig und konsequent zu Ende gedacht sein – sonst bleibt es kaum mehr als Kulisse.

So weit, so banal. Mit diesem Rüstzeug rücke ich Civil War 2 jetzt zu Leibe – auch wenn ich an zwei Stellen schon mal meinen leichten Unmut über die ersten Seiten davon angerissen habe. Ab hier gilt

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Charaktere: Was wollen Carol und Tony? Und ist da noch jemand?

Damit sind wir gleich beim größten Problem des Ganzen: Ich verstehe nicht, warum die beiden Hauptfiguren tun, was sie tun – zumindest wird dem Leser eine nachvollziehbare Erläuterung lange Zeit vorenthalten. Außerdem fokussiert sich die Handlung so sehr auf die zwei, drei Hauptfiguren, dass die Motivation der Nebenfiguren komplett schleierhaft bleibt. Warum ist Doctor Strange zum Beispiel sofort auf Tonys Seite – obwohl noch nicht mal klar ist, warum Tony selbst auf seiner Seite ist?

Gut, letzteres ist vermutlich kaum vermeidbar, wenn man bedenkt, dass die Story in sechs Heften oder so fertig erzählt sein muss. Sicherlich wird auch vieles davon in den Nebenhandlungssträngen der tie-ins behandelt. Dennoch meine ich mich zu erinnern, dass beim ersten Civil War und bei AvX viel deutlicher rüberkam, wer sich jetzt warum auf welche Seite geschlagen hat.

Aber auch wenn die Motivationslage bei den beiden Haupt-Kontrahenten deutlich klarer ist – so will Tony halt partout auf der Seite der „Freiheit“ stehen, sich unbedingt an Steve Rogers halten -, finde ich sie dennoch nicht nachvollziehbar.

Tony Stark ist als Iron Man ein erfahrener Kämpfer und Anführer, der schon oft genug selbst auf vage Vermutungen hin Freunde und Untergebene in gefährliche Situationen geschickt hat. Was wirft er Carol eigentlich vor, als Rhodey unter ihrem Kommando ums Leben kommt? Ja, Rhodey war sein Freund – aber verdammt noch mal auch Carols Geliebter.

Völlig unabhängig, wie Ulysses‘ Fähigkeiten funktionieren, wäre es genau in diesem Fall unverantwortlich gewesen, sich nicht darauf vorzubereiten, dass Thanos auf der Erde erscheint. Hätte Ulysses hier falsch gelegen, wäre Thanos halt nicht gekommen. Na und?

Und auch als es dann wirklich heftig wird und Bruce Banner ins Gras beißt – was hätte Carol denn tun sollen? Es drauf ankommen lassen? Auf den Deal zwischen Banner und Hawkeye hatte sie ja nun keinen Einfluss.

Was also ist Tonys Problem? Und wieso geht er damit so unprofessionell um? Die Figur ist an dieser Stelle nicht schlüssig.

Leider übernimmt Carol in der zweiten Hälfte diesen Part. Denn als endlich die Fälle kommen, in denen es wirklich heikel ist, wie man reagiert – vor allem beim letzten mit Morales und Rogers -, und endlich mal klar wird, was Tony tatsächlich für berechtigte Probleme mit Ulysses hat (er sieht nämlich gar nicht in die Zukunft sondern betreibt Profiling), wird sie auf einmal komplett beratungsresistent. Warum?

Sowohl Tony als auch Carol müssten professionell genug sein, um die Informationen von Ulysses skeptisch zu hinterfragen aber auch ihren Nutzen zu erkennen – um dann jeweils fallorientiert damit umzugehen. Warum sie es nicht tun, wird zu wenig erklärt. Das ist in der Vergangenheit besser gelungen.

Konflikte: Was genau ist jetzt eigentlich das Problem?

Auf den ersten Blick besteht der Konflikt natürlich zwischen Tony und Carol. Aber wofür stehen sie jeweils? Carol macht nur ihren Job – vielleicht nachher etwas zu skrupellos, aber okay. Es ist Tony, der den Beef vom Zaun bricht. Wenn man es ganz genau nimmt, geht es also die ganze Zeit um einen inneren Konflikt, den Tony mit sich und der Welt austrägt. Tatsächlich sagt das gegen Ende auch jemand: Tony habe gar kein Problem damit, dass Carol Fehler machen könnte – tatsächlich habe er Angst vor denjenigen gehabt, die nach Carol auf Ulysses‘ Möglichkeiten zugriffen und dann weniger professionell und integer damit umgingen.

Eigentlich geht es also um einen in Superheldengeschichten recht beliebten Urkonflikt: Wie gehe ich nämlich mit nahezu unbegrenzten Machtmitteln um? Korrumpieren sie mich nicht früher oder später? Und wenn die Macht so gewaltig ist – wird dann nicht auch die Korrumpierung gewaltig? Das ist ja schon in AvX sehr gut erzählt worden – aber auch bei DC mit Genosse Superman, Injustice und ähnlichen Elseworld-Geschichten.

Hinzu kommt Tonys Sorge, in einem moralischen Konflikt (den er selbst von Zaun bricht, aber egal) auf der falschen Seite zu stehen. Durchaus verständlich, wenn man bedenkt, wie er beim ersten Civil War drauf war und was er sich bei Axis geleistet hat. Wenn ich es recht bedenke, ist dieser Part eigentlich ziemlich gut gelungen.

Dramaturgie: Das klassische Drama

Der Handlungsverlauf folgt den klassischen Akten eines Dramas: Personen und Thema werden vorgestellt (Carol, Tony, Ulysses und die Fähigkeiten des letzteren). Der Konflikt bricht aus (Tony entführt Ulysses, um sein Gehirn zu scannen, als Carol & Co ihn befreien haben sie alle an seiner Hulk-Vision teil, Banner wird gestellt) – und erst einmal scheinbar gelöst (Hawkeye tötet Banner ohne dass Carol davon wusste und wird vor Gericht gestellt). Nach dem retardierenden Moment (Hawkeye wird freigesprochen und Carol macht erst mal weiter) folgt die überraschende Wendung (Ulysses letzte Vision) und der große Knall am Schluss (die große Schlussklopperei bei der Tony ausgeschaltet und Ulysses aus dem Spiel genommen wird).

Hieran gibt’s nicht zu mäkeln, das ist handwerklich einwandfrei – wie übrigens auch die hervorragenden Zeichnungen.

Themen: Profiling und zerbrechende Freundschaften

Ich glaube, hier ist die ganze Schose wieder etwas schwach auf der Brust. Denn die Themen, die diese Geschichte bietet, werden meines Erachtens nicht gut genug ausgearbeitet – oder schlichtweg gar nicht genutzt.

Das eigentliche Thema wäre nämlich das Auseinanderfallen einer Familie beziehungsweise von Freundschaften gewesen. Das darzustellen gelang gerade mal im Ansatz – ist aber möglicherweise in den tie ins besser ausgearbeitet. Der Automatismus, mit dem Tony wortwörtlich in den Bürgerkrieg zieht, wird mir zu alternativlos dargestellt – als wäre dies schon ein eigenes Superhelden-Motiv, das bedient werden muss.

Worauf die Autoren hinaus wollten, ist mir durchaus klar: Das Minority-Report-Dilemma. Was also darf man auf die Vorhersage eines Verbrechens oder einer Gefahr geben? Und welche Maßnahmen darf man ergreifen? Das ist angesichts der tatsächlichen Profiling-Visionen durchaus ein relevantes Thema.

Ich finde halt, dass es nicht so recht gelungen ist, das angemessen darzustellen. Vielleicht, weil zu sehr darauf gesetzt wurde, die Helden gleich zu Beginn in zwei Lager aufzuteilen.

Szenario: Eine Superheldenwelt voller Grautöne

Die Welt, in die uns Marvel nun schon seit Jahrzehnten entführt, wird schließlich auch in diesem Epos stimmig und reizvoll dargestellt. Es gelingt Marvel immer wieder, eine Welt zu zeigen, die unserer sehr ähnlich ist – in der Superhelden dennoch eine folgenreiche Tatsache sind.

Auch wenn das natürlich nie bis in die letzte Konsequenz durchdacht ist, nimmt man dieser Welt doch einen Hauch Realismus ab – vielleicht auch, weil ihre Helden und Schurken eben nicht immer in schwarz und weiß unterteilt sind sondern alle Grauschattierungen abdecken. Ich besuche diese Welt immer wieder gern.

Fazit: Heiße Nadel

Trotz des versöhnlichen Schlussurteils bleibe ich dabei: Das Ding wurde mit allzu heißer Nadel gestrickt, wodurch vor allem der anfängliche Aufbau der Geschichte arg misslungen ist. Dennoch bin ich froh, mich da durchgequält zu haben – denn alles in allem hat es schon Laune gemacht.

#TeamCarol – Sie hat die ganze Zeit einfach nur ihren Job gemacht.

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