Jahr: 2014

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 29/2014

Bücher & Lesen

Vergessen, worum es beim Wüstenplaneten ging? Diese Thug Notes rufen es wieder in Erinnerung:

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Daddeln & Zocken

Juhu! Die Besatzung der Nostromo ist wieder da!

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Fandom & Nerdtum

Keine Ahnung, wieso man bei io9 diesen uralten Fanfilm wieder auspackt – aber schick isser ja auch.

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  • Och, Futurama sieht „in echt“ auch ziemlich schick aus. (via io9)

Gesang & Geräusch

Heavy-Metal-Vader und seine Schießbude. Hammer!

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  • io9 hat den ultimativen Rap-Battle zwischen Donatello, Michelangelo, Leonardo und Raphael und … Donatello, Michelangelo, Leonardo und Raphael am Start.
  • Unter den 100 prominentesten Basslines ist nix von Led Zeppelin? Gibsjagarnich (via Kraftfuttermischwerk)

Internet & Online-Szene

  • Smileys nennt man jetzt also Emojis? Verrückt! (via Kraftfuttermischwerk)

Kino & Film

Alle Affenfilme mal vernünftig auf die Reihe gebracht

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Lego & Minifiguren

LOL & ROFL

Für einen guten Zweck kriegen sich Jon Stewart und Stephen Colbert schon mal in die Haare – naja, und für Star Wars.

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Tolkien & Mittelerde

Nochmal: Sie sind nicht böse, weil sie hässlich sind – sie sind hässlich, weil sie böse sind! Trotzdem lustig.

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Wissenschaft & Visionen

Hierzu bitte „I’m Forever Blowing Bubbles“ von den Clark Sisters spielen. (Moira versteht die Anspielung.)

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Lesetagebuch: Fraktale Elfen, Dunkle Halunken und Kloppe im Weltall

Kürzlich an- beziehungsweise ausgelesen habe ich: „Fraktal“, den aktuellen „Sillage“-Band, die antiken -Bände 650 und 700, „Dunkle Halunken“, Band 1 der „Elfen“ und den ersten „Honor Harrington“.

„Fraktal“ von Hannu Rajaniemi

Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist es schon wieder etwas her, dass ich den zweiten Rajaniemi-Band ausgelesen habe – und wie bei mir so üblich ist die Erinnerung an die Details der Handlung bereits verblasst. Ich erinnere mich aber, die Lektüre sehr genossen zu haben. Diesmal meine ich sogar der teils wirren Handlung besser gefolgt zu sein, als beim ersten Band. Ich mag ja Rajaniemis Art, Begriffe fast nie zu erklären und so zu tun, als stamme der Leser aus derselben abgedrehten Zukunft, die da beschrieben wird. Denn tatsächlich denkt man sich irgendwann rein und taucht in diese Welt ein. Hat natürlich auch den Vorteil, dass er bei der Beschreibung vieler technischer Vorgänge vage bleiben kann – aber in Jetztzeit-Romanen käme ja auch niemand auf die Idee, die genaue Funktionsweise von Mobiltelefonen oder dem Internet zu erklären.

Wie auch immer: Außerdem mag ich die abgedrehte und ohne selbstauferlegte Beschränkungen konsequent weitergedachte Zukunftsvision in „Quantum“ und „Fraktal“. Während andere gern versucht, die Zukunft zu sehr an heutige Gegebenheiten anzugleichen – oder es gar zum Kern der Handlung machen, dass heutige Zustände wiederhergestellt werden –, hat Rajaniemi keine Scheu, die ganzen transhumanistischen Absurditäten konsequent zu Ende zu denken. Hochgeladene Super-Bewusstseine mit milliardenfachen Backup-Körpern treffen auf synchronisierte Schwarm-Gesellschaften und kämpfen um nichts Geringeres als die Vorherrschaft im Sonnensystem – und den Sieg über die Entropie. Großartig!

„Sillage“ Band 15: „Jagdrevier“ von Jean Davin Morvan und Philippe Buchet

Wie ich kürzlich bei Ausgespielt schon mal sagte: Meine Liebe zu dieser Comic-Serie verblasst mehr und mehr. Was mich ungebrochen bei der Stange hält ist der grandiose Zeichenstil. Ich liebe die ligne claire, die hier geradezu perfektioniert wird. Die dargestellten Raumschiffe, Aliens, technische Details und sogar die Klamotten sind derart einfallsreich und detailliert gezeichnet, dass es eine stete Freude ist. Leider lässt es handlungstechnisch immer mehr nach. Die ersten vier, fünf über die Menschenfrau Nävis, die sich – allein auf einer Dschungelwelt aufgewachsen – in einem interstellaren Raumschiffkonvoi zurechtfinden muss, sich dabei zur Superagentin entwickelt und immer mal wieder auf vage Hinweise über den Verbleib der Menschheit trifft, waren noch sehr spannend. Das rebellische Verhalten Nävis‘ war erfrischend und der dezent eingeflochtene Metaplot über ihre Suche nach anderen Menschen packend. Höhepunkt von Sillage bleibt in meinen Augen der grandiose Band 3 „Das Räderwerk“, in dem sie zum ersten Mal auf eine Spur der Menschen stößt.

Leider hat sich das alles irgendwie nicht sonderlich weiterentwickelt. Nävis ist immer noch die rebellische Moralapostelin, die gegen die nicht näher definierte Korruption des Staates Sillage ankämpft und der Spur der Menschheit nicht wesentlich weiter folgen konnte. Die Handlung der Einzelhefte bleibt meist schwach – so auch bei der 15, in der sie als Söldnerin für einen bösen Großwildjäger unterwegs ist, dessen hinterhältigem Treiben sie natürlich ein Ende setzt. Einzig der Cliffhanger weiß das Interesse des Lesers wieder etwas zu wecken – scheint es doch den eingeschlafenen Metaplot wieder etwas voran zu bringen.

„Perry Rhodan“ Band 650: „Der Bund der Sieben“ von William Voltz & Band 700: „Aphilie“ von Kurt Mahr

Das ist nun schon die zweite Gelegenheit, bei der ich mich frage, was ich früher immer an Willi Voltz gefunden habe. Die erste Gelegenheit war die Lektüre der ersten zweieinhalb Atlan-Hefte, wobei mir Nr. eins und Nr. zwei von K.H. Scheer überraschend gut gefallen haben – wogegen die Nr. drei von Voltz dermaßen abgefallen ist, dass ich ihn nach wenigen Seiten weggelegt hatte. Der Vergleich der Hefte 650 und 700 von 1974 beziehungsweise 1975 präsentiert mir meinen einstigen Lieblings-PR-Autor nun erneut als relativ schwachbrüstig. Der Auftakt zum Konzils-Zyklus aus seiner Feder hat kaum echte SF-Elemente, von social fiction ganz zu schweigen. Die Hauptfiguren handeln unglaublich dämlich – einfach mal die komplette Führungsriege der Unsterblichen mit den übermächtigen Eroberern mitfliegen lassen? Na klar! Selbst das Voltz-Special, die extrem fremdartige außerirdische Xisrapin kommt sehr blass daher.

Im direkten Vergleich ist der 700er von Kurt Mahr – man kann sich die Jubibände dank der Leseprobe-Funktion bei Amazon für lau aufs ziehen – zumindest auf den ersten Seiten um Welten spannender und SF-iger. Mit der Aphilie wagte man bei PR damals nämlich durchaus eine einschneidende Veränderung. Auf Erden herrscht in diesem Zyklus eine finstere lieblose Diktatur, die zwar stark an 1984, Fahrenheit 451 & Co. erinnert – aber eine erfrischende Abwechslung vom PR-Einerlei darstellt.

„Dunkle Halunken“ von Terry Pratchett

Hier stehe ich gerade am Anfang. „Dunkle Halunken“ ist das zweite neuere Buch aus des Meisters Feder, das nicht auf der spielt. Im Gegensatz zu „Eine Insel“ kann einem diese Tatsache im Laufe des Lesens aber immer mal wieder entfallen. Schauplatz der Handlung ist nämlich das victorianische London, das bekanntlich die kaum verhohlene Vorlage von Ankh-Morpork ist. Daher kostet es den scheibenwelterprobten Leser etwas Mühe, sich zu vergegenwärtigen, dass der zähflüssige Fluss, der da gerade beschrieben wird, nicht der Ankh, sondern die Themse sein soll. Zählflüssig gestaltet sich leider auch mein Lesefluss. Trotz vieler netter Ideen und dem gewohnt präzisen Blick für das soziale Umfeld, kommt die Handlung nicht in die Gänge. Der im Original auch titelgebende Held namens Dodger ist ein „Tosher“. Diese verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie die Kanalisation unterhalb Londons nach Brauchbarem durchsuchen, das sie verkaufen können. Damit lebt Dodger natürlich am unteren Rand der Gesellschaft – und kommt, als er eine junge offenbar adelige Frau vor üblen Peinigern rettet, unverhofft mit etwas höheren Schichten in Kontakt. Das ist durchaus kurzweilig beschrieben – wie man es von Pratchett gewohnt ist. Aber so richtig gepackt hat es mich bislang nicht – und das bin ich von Pratchett nun gar nicht gewohnt.

„Elfen“ Band 1: „Der Kristall der Blauelfen“ von Jean-Luc Istin und Kyko Duarte

Nachdem ich mit großer Begeisterung die Gratis-Comic-Tag-Ausgabe des dritten Elfen-Bandes gelesen hatte, stand der Entschluss fest: Die Serie muss ich komplett haben. So erwarb ich also die „Blauelfen“ und begann sogleich zu schmökern. Um es gleich zu sagen: So dolle wie der dritte war der erste Band dann doch nicht. Klar, es ist eine bewusst klassische -Welt – aber die Handlung ist mir dann doch ein wenig zu stark an tolkienschen Vorlagen orientiert. Letztlich geht es um ein uraltes gefährliches Artefakt und einen Erzschurken aus ferner Vergangenheit, die beide Ärger machen. Dennoch: Das alles ist sehr schick gezeichnet und hat nette Ideen – vor allem die Darstellung der Orks gefällt mir. Da die Reihe mit sechs Bänden abgeschlossen ist, werde ich ihr mit Sicherheit weiter treu bleiben. Und wer weiß: die Chancen, dass die restlichen Bände wieder so gut sind wie Band drei, sind durchaus gegeben.

„Honor Harrington“ Band 1: „On Basilisk Station“ von David Weber

Hierzu hab ich ehrlich gesagt nicht so viel zu sagen. Den ersten Band des Military-SF-Klassikers „On Basilisk Station“ gab’s im englischen Original unlängst für lau aufs Kindle. Über die ersten anderthalb Kapitel bin ich bislang nicht hinausgekommen. Ist glaub ich nicht so meins.

Lesetagebuch: DC vs. Marvel / Access von Amalgam-Comics

Na, wer von euch kann sich noch an die 90er erinnern, als wir unsere in D-Mark statt in Euro bezahlten und Panini noch Dino hieß? Zu jener Zeit geschah es, dass sich die verfeindeten Superhelden-Comicverlage und erneut zu einem gemeinsamen Crossover-Event zusammentaten. Das hatten sie in ihrer bewegten Vergangenheit schon öfter getan – dieses Mal war es aber durchaus etwas einzigartiges. Und es sollte das letzte große Ereignis dieser Art für lange Zeit bleiben.

Kleiner Nostalgie-Anfall

Wie komm ich da jetzt drauf? Nun, auf dem letzten Nordcon stöberte ich nichtsahnend in der Auslage eines Händlers, da sprangen mir einige Bände aus jener Reihe ins Auge, die ich noch nicht kannte. Denn damals hatte ich die ersten acht, neun Bände aus dem Hause Dino gesammelt und in durchaus angenehmer nostalgisch-verklärter Erinnerung behalten. Selbstredend musste ich gleich zuschlagen, zu Hause die alte Sammlung vom Boden holen – und damit beginnen, die noch bestehenden Lücken der Sammlung zu füllen.

Die Comics dieser Zeit

Dabei habe ich festgestellt, dass man die Comics von damals gar nicht sooo dolle verklären musste. Die waren schon verhältnismäßig gut und komplex. Es war die Zeit, in der der Hulk groß grün und schlau war (und sich zum Beispiel in der großartigen Maestro-Storyline mit seinem zukünftigen Ich auseinandersetzen musste). Die Zeit, in der Aquaman Vollbart trug und Superman eine Moschermatte (nachdem er kurz zuvor mal wieder von den Toten auferstanden war). Die Zeit, in der Peter Parker kein Spider-Man sondern nur ein Klon war (wurde natürlich später wieder rückgängig gemacht). Die Zeit, in der Wolverine ohne Adamantium auskommen musste. Also durchaus eine gute und spannende Zeit der Superhelden-Comics.

Vom Duell zur Verschmelzung

Zumindest zum Start der DC versus Marvel Reihe ist es mit Komplexität der Handlung allerdings erst einmal nicht so weit her: Aus einem nicht näher erläuterten Grund überlappen sich die beiden Universen und beginnen zu verschmelzen. Aus einem noch weniger erläuterten Grund müssen die Heldinnen und Helden beider Universen in einem Turnier gegeneinander antreten um ihr jeweiliges Universum zu retten. So kloppen sich also Thor und Shazam, Hulk und Superman, Batman und Captain America und so weiter und so fort. Der Ausgang einiger Duelle wurde per Leservotum entschieden, sodass am Ende Marvel mit einem knappen Vorsprung aus dem Rennen ging – allerdings ohne Folgen für die weitere Handlung. Denn die Universen verschmolzen nun komplett – und mit ihnen die Heldinnen und Helden.

Das Amalgam-Universum

Und jetzt wird’s erst richtig interessant. Denn es folgen etliche Hefte aus dem flugs aus der Taufe gehobenen fiktiven Comic-Verlag Amalgam Comics, bei dem so schillernde Helden auftreten wie: Super Soldier (Superman + Captain America), Dark Claw (Batman + Wolverine), Spider-Boy (Spider-Man + Superboy), Iron Lantern (Iron Man + Green Lantern) und viele mehr – wobei stets so getan wird, als blickten diese Helden schon auf hunderte von Heften an Handlung zurück. Das gelingt mal besser mal weniger gut – ist aber immer sehr kurzweilig. Nette Notiz am Rande: Bei Marvel hat das Amalgam-Universum eine offizielle Nummer (ja, die nummerieren ihre Paralleluniversen durch), nämlich Erde-9602 (wobei in einigen Quellen auch die Nummern 496, 692 oder 962 genannt werden). Auf DC-Seite wird es schlicht Amalgam Universe genannt. Aber auch die schönste Verschmelzung hat einmal ein Ende. Der eigens kreierte Held Access erhält in der abschließenden Miniserie gleichen Namens die Aufgabe, die Universen wieder auseinanderzufriemeln.

Was gibt’s alles und wie kommt man da heute ran?

Beides nicht so leicht zu beantworten. Im amerikanischen Original verhält es sich wie folgt:

  • Die erste Miniserie DC versus Marvel (beziehungsweise „Marvel versus DC„) besteht aus vier Bänden und erschien 1996 (wobei 1 und 4 von DC und 2 und 3 von Marvel herausgebracht wurden).
  • Es folgen vier Miniserien aus je sechs Heften, die im Amalgam-Universum spielen und abwechselnd von DC und Marvel herausgegeben wurden – die ersten beiden 1996, die letzten beiden 1997.
  • Schließlich gibt’s noch die je vierbändigen beiden Miniserien All Access (1996/1997), die zwischen der zweiten und dritten Amalgam-Welle erschien und Unlimited Access (1997), die den Abschluss von all dem bildet.

Zu kriegen ist das mit etwas Mühe und Geduld über die üblichen Online-Händler. Leider hab ich’s bei nicht gefunden. Vor allem letzteres hielt mich davon ab, meine Lücken mit (digitalen) Original-Ausgaben zu füllen.

In der deutschen Übersetzung ist es etwas komplizierter – unter anderem weil die Lizenzrechte von Marvel und DC zu der Zeit nicht wie heute in einer Hand lagen. DC war bei Dino und Marvel bei Marvel Deutschland. Dennoch erschien der Großteil dieser Serie in Deutschland bei Dino. Hinzu kommt, dass sowohl Dino als auch Marvel Deutschland je eine eigene umfangreiche Crossover-Reihe gestartet hatten, in der die gesamte Amalgam-Access-Veranstaltung nur einen kleinen Anteil ausmacht. Und zwar so:

  • Dinos Reihe DC gegen Marvel (ab Band 17 nur noch „DC Crossover“) kommt auf stolze 38 Bände. Nur die Bände 1 bis 13 enthalten die Auftakt-Miniserie, die meisten Amalgam-Geschichten und die All-Access-Reihe (zu deutsch „Access der Wächter“). Bei Band 14 („Green Lantern gegen Silver Surfer“) bin ich nicht sicher, ob er dazu gehört oder nicht, da es immerhin eine kleine Anspielung auf Access darin gibt (die könnte aber auch nachträglich in der deutschen Übersetzung eingefügt worden sein). Zusätzlich gibt es noch einen Sonderband, in dem weitere Amalgam-Geschichten zusammengefasst sind.
  • Marvel Deutschlands Pendant heißt entsprechend Marvel DC Crossover (ab Band 11 nur noch „Marvel Crossover“) und umfasst insgesamt 33 Bände. Amalgam-Geschichten enthalten nur die Bände 2 bis 4, die Bände 8 bis 10 enthalten die Unlimited-Access-Reihe (zu deutsch: „Die Macht des Access“).

Sammlung Komplett

Hiermit (Stand 17.3.2015) kann ich verkünden: Ich hab sie alle! Die Sammlung ist komplett! In Sachen Amalgam hatte ich früh alles beisammen – da ich über den Amalgam-Komplex dann aber bald hinausgeschossen bin, juckte es mir natürlich in den Fingern, beide deutsche Reihen komplett zu machen. Was hiermit vollbracht ist. Wobei es natürlich am einfachsten gewesen wäre, wenn Panini – hat ja nun beide Lizenzen – einfach den ganzen Kram noch mal neu auflegt.

Lego Minifiguren Simpsons-Sonder-Serie

TV-Ikonen in gelb

Als zweites Special in der Reihe der Sammel-Minifiguren hat Lego die Simpsons am Start. Die Kooperation aus gelbem Plastik und gelbem Zeichentrick wurde zu Ehren des 20. Jubiläums der Simpsons geschlossen und führte bislang zu einer legofizierten Simpsons-Episode, zu einem Set mit dem Haus in der Evergreen Terrace und zu eben diesem Sammel-Set hier. Es enthält die (Kern-) Familie Simpson (Marges Mutter und Schwestern sowie Homers Mutter fehlen) sowie bekannte und beliebte Figuren aus ihrer Nachbarschaft, dem Arbeits-, Alltags- und Schulumfeld – und Itchy und Scratchy.

Meckern auf hohem Niveau

Ich will mich als alter Simpsons-Fan nun wirklich nicht beschweren – aber ich bleibe bei meiner Skepsis, ob die Herausgabe von einem Special nach dem anderen wirklich dem Sinn dieser Reihe entspricht. Klar, wäre jetzt ein Star-Wars-Special nett, gefolgt vom Herrn der Ringe, den Marvel- und DC-Superhelden und dem restlichen Lizenz-Kram – aber irgendwie ginge dann der Charme der „freien“ Figuren der ersten 11 Serien flöten. Den würde ich vermissen. Ärgerlich auch, dass der Anteil weiblicher Figuren in dieser Serie mit drei wieder erschreckend gesunken ist. Gerade das Simpsons-Universum hätte ja nun genug Tanten, Lehrerinnen und Schülerinnen für eine vernünftigere Quote parat gehabt. Und schließlich finde ich das Material der Köpfe komisch. Scheint mir nicht das Original-Lego-Zeugs zu sein. Wenn die mal nicht aus irgendwelchen Billig-Pressen stammen. Sonst find ich die Serie aber super!

Was fehlt?

Mr. Burns ist selbstredend noch ein Muss. Ich hätte hier aber nicht das geringste gegen ein komplettes Set. Doppelte habe ich aktuell tatsächlich gar keine – was daran liegt, dass ich bereits getauscht habe. Großer Dank noch mal an @Pinhead230280, dem ich Bart zu verdanken habe.

Legopedia?

Bei der Legopedia scheint der Elan übrigens auch mal wieder entschlafen zu sein. Der Artikel zu den Collectable Minifiguren endet mit der Lego-Film-Sonder-Serie. (Edit: Hier ist mittlerweile alles wieder auf dem neuesten Stand.)

Lesetagebuch: Gratis-Comic-Tag-Beute 2014

Am vergangenen Wochenende war erneut Gratis Comic Tag – und ich war zum Glück wieder mit von der Partie. Meine Beute war in diesem Jahr vergleichsweise mickrig – aber von hoher Qualität: zweimal Superhelden, einmal Sherlock Homes, einmal Jugend-SF und einmal klassische .

In diesem Jahr war ich mal bei einem anderen Händler als sonst, was vor allem entfernungstechnische Gründe hatte. Dabei habe ich aber festgestellt, dass das Büchereck Niendorf Nord eine hervorragende kleine Buchhandlung ist, die ich hiermit auf das wärmste empfehle.

Dort habe ich fünf abgreifen können, die mich an diesem fast alle ziemlich begeistert haben.

Marvel | Avengers: Infinity | Paninicomics

Zunächst mal ein lobendes Wort zu Panini. Vor zwei Jahren hatte ich mich tierisch darüber aufgeregt, dass der Verlag schlicht eine Leseprobe beigesteuert hat, die druckgleich auch anderweitig kostenlos verteilt wurde. Diesmal werden jedoch komplette Stories angeboten – so wie es sein soll. Der Auftakt des -Avengers-Events „Infinity“ kommt gewohnt gigantomanisch daher und geht mal wieder stark in Richtung SF, was bei Marvel ja nicht unüblich ist. Das ganze ist hervorragend gezeichnet und von Anfang an sehr spannend und komplex. Niemand geringeres als Erzschurke Thanos will (mal wieder) die Erde angreifen und rechnet sich diesmal (im Gegensatz zu den zahlreichen Malen davor – herrliche selbstironische Anspielung) tatsächlich Chancen aus, gegen das Heer der irdischen Superhelden bestehen zu können. Unter anderem unterstützen ihn dabei ziemlich fiese Alien-hafte Viecher. Wie gesagt sehr spannend – aber ob ich an der Stelle mal wieder bei Marvel einsteige, bezweifle ich dennoch.

DC | Forever Evil  | Paninicomics

Ja, ich weiß, die können auch anders – aber mit dem Auftakt zu diesem neuen Event zeigt sich in meinen Augen mal wieder, dass es bei oft einen Zacken trashiger zugeht als bei Marvel. Vor allem die Schurken kommen häufig eine Spur eindimensionaler daher. Die Grundidee dieses Heftes selbst finde ich dabei gar nicht mal so schlecht. Die Justice League hat es aus irgendwelchen Gründen zerlegt (war vermutlich Thema des vorangegangenen Events) und hat ein Machtvakuum hinterlassen, das nun wieder gefüllt werden will. Und wer bietet sich da an? Na klar! Ultraman, Supermans böses Pendant aus einem Paralleluniversum und seine Schar umgedrehter Antihelden … Wo die jetzt gerade herkommen (und warum sie sich nicht mit ihrer Erde zufriedengeben) bleibt erst einmal ungeklärt. Wie auch immer. Denn damit nicht genug, befreien sie auch gleich noch alle Superschurken, um mit ihnen die Weltherrschaft anzutreten. Wie man das als Schurke halt so macht. Klingt so erst einmal relativ plump – und ist leider auch so umgesetzt. Hat mir nicht so gut gefallen.

Pauls fantastische Abenteuer | Sprung in die Zukunft | Carlsen Comics

Paul ist ein ganz gewöhnlicher Jugendlicher, der mit Freunden Videospiele spielt, von seinem kleinen Bruder genervt und von seinen Eltern nicht verstanden wird.

Bis eines Tages zwei Herren in schwarzen Anzügen kommen und ihm und seinen Eltern eröffnen, dass er für ein geheimes Raumfahrt-Projekt auserwählt wurde. Man habe eine neue Antriebstechnologie entwickelt, die es ermögliche zu den Sternen zu fliegen. Entsprechend sei Alpha Centauri das Ziel dieser Mission – und Paul ist dabei.

Soweit der klassische Traum aller Nerd-Jugendlicher (ein Mädchen gleichen Alters ist auch mit von der Partie) – der sich nach einer kleinen unangenehmen Überraschung für Paul aber bald zu einem sehr unvorhersehbaren Abenteuer entwickelt.

Der Jugend-Comic entpuppt sich schnell als handfeste und gut gemachte – ganz in der Tradition des Mondflugs von Tim und Struppi. Hat mir sehr gut gefallen.

Sherlock Homes und das Necronomicon  | Splitter

Ich muss gestehen, ich kenne den guten Holmes nur aus der Schule und von den diversen Verfilmungen, die es durch die Jahrzehnte so gab. Mit Lovecrafts Werk bin ich da schon etwas vertrauter. Beides zu vermixen ist sicherlich auf den ersten Blick naheliegend – auf den zweiten aber auch etwas riskant. Ich zumindest habe Holmes und sein Universum immer als rein materialistisch-rational begriffen. Wenn mystische Dinge darin auftauchten, dann nur, um von Holmes‘ messerscharfem Verstand als Lug und Trug entlarvt zu werden. In Lovecrafts Welt hingegen ist das mystische unbestreitbar real, die Dinge sind oft unbegreifbar und unerklärbar und jeder menschliche Verstand, sei er auch noch so scharf, muss zwangsläufig am Erkennen der tatsächlichen Wahrheit scheitern, da sie durch die Ratio nicht zugänglich ist. Im Grunde also das exakte Gegenteil der Holmes’schen Welt. Dennoch gelingt der Mix erstaunlich gut – wenn auch der Lovecraft-Anteil deutlich dominiert und Holmes teilweise ein eher unbeteiligter Bestandteil darin zu sein scheint. Aber die Zeichnungen sind hervorragend und die Story baut sich spannend auf. Macht durchaus Lust auf mehr.

Elfen | Die Weißelfe mit der schwarzen Seele | Splitter

Ja, hier handelt es sich um ganz klassische Fantasy in Reinform. Daraus will dieser Comic auch von Anfang an keinen Hehl machen. Das Teil heißt „Elfen“ und meint es auch so. Drachen, Orks und Goblins runden das Szenario ab und scheinen direkt aus den einschlägigen (Online-) Rollenspielen entsprungen zu sein. Aber was soll’s? In diesem konsequent klassischen Szenario entspannt sich eine großartige Story, die die Unterschiede zwischen Mensch und Elfe – vor allem, was die Wahrnehmung von Zeit angeht – auf durchaus verblüffende Weise darstellt. Die Handlung ist schnell erzählt: Zwei Elfen durchziehen die Welt auf der Jagd nach einem Drachen und kreuzen dabei hin und wieder die Wege der Menschen – mit verhängnisvollen Konsequenzen. Das ganze erinnert ein klein wenig an die Hexer-Romane und ist wie gesagt großartig. Splitter ließ sich überhaupt nicht lumpen und präsentiert hiermit den kompletten dritten in sich abgeschlossenen Band der Elfen-Reihe, die ich mir sehr zeitnah komplett zulegen werde.

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