Kategorie: dies und das

Alfonz – Der Comicreporter

Die selbsternannte „Fachzeitschrift für Comics“ kommt mit einem durchaus hohen journalistischen Anspruch daher – und kann diesem auch voll gerecht werden.

Im vierteljährlich erscheinenden Alfonz findet der geneigte Comicfreund nicht nur einen erschöpfenden Überblick über die gesamte Bandbreite des aktuellen Szenegeschehens – er bekommt es außerdem angenehm kritisch und hervorragend recherchiert präsentiert.

Ausführliche Reportagen zu eher unbekannteren Aspekten runden das Angebot ab. Die Alfonz-Redaktion hat ihren Sitz in Elmshorn.

Sinnvolles Format

Und genau das macht den Mehrwert eines guten Magazins aus. Gerade Comicleser sind so Internet-affin, dass sie sich mittlerweile problemlos selbst über die aktuellen Erscheinungen und Verlagsprogramme informieren können.

Schlichte Rezensionen finden sich ebenfalls noch und nöcher im weltweiten Netz. Bei Alfonz geht man daher ganz bewusst darüber hinaus. Titelstory ist eine neunseitige Reportage über den Comic-Künstler Vicente Segrelles, bekannt durch den Klassiker „El Mercenario“, der seine epischen Fantasy-Storys ausschließlich in Öl malt.

Ein weiterer Artikel dreht sich um „kleine Helden“ – Kinderableger zu beliebten Figuren wie Lucky Luke oder das Marsupilami.

Natürlich kommen auch eher mainstreamigere Themen wie der Avengers-Film und der Neustart von Superman, Batman und Co. bei DC-Comics zu ihrem Recht. Doch auch dort werden eher kritische Töne angeschlagen – oder aber Randbereiche beleuchtet und verstecktere Perlen hervorgehoben.

Für jeden etwas dabei

Egal ob man frankobelgische Prachtalben, amerikanische Superhelden oder japanische Mangas bevorzugt – ein Blick in Alfonz lohnt. Der Comicreporter ist auf jedem Themengebiet kenntnisreich und fundiert unterwegs.

Und es kann auch kein Zweifel an der redaktionellen Unabhängigkeit aufkommen, denn im Gegensatz zur „Geek!“ steht hier kein großer Comicverlag im Hintergrund. Der Comicreporter entsteht in einer kleinen feinen norddeutschen Schreibstube, wo man mit der „Reddition“ und dem „Comic Report“ schon seit etlichen Jahren anspruchsvollen Comic-Journalismus betreibt.

Also: Auf zum Kiosk!

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal , das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Neuer Comic: He-Man and the Masters of the Universe

Lang ist’s her

Ich habe komischerweise noch eine recht klare Erinnerung daran, wie ich mich in der zweiten Klasse mit Schulkameraden über He-Man, Skeletor und deren Fähigkeiten unterhalten habe. Damals habe ich – wie zahlreiche Kinder in den 80ern – massig Masters-of-the-Universe (oder wie der Connaisseur es abkürzt: MotU) Spielzeug angehäuft und etliche epische Schlachten um Castle Grayskull geführt (und meistens Skeletor gewinnen lassen). Allerdings hat sich bei mir später nie eine nostalgisch verklärte Rest-Begeisterung ins höhere Alter retten können. Vielleicht waren Szenario und Geschichten dann doch ein wenig zu lächerlich.

Dennoch finde ich es durchaus interessant, dass DC-Comics nach fast genau 30 Jahren mal wieder die alte Lizenz von Mattel ausgräbt und eine neue MotU-Comicserie auf den Markt wirft (vermutlich verfällt die Lizenz sonst … honi soit )

He-Man is back!

Die Nachricht ist im Übrigen nicht neu. Schon im April wurde die sechs Ausgaben umfassende Mini-Serie angekündigt. Die kleine Preview bei DC selbst scheint aber noch recht frisch zu sein – Start der Serie soll auch nun im Juli sein.

Trotz aller oben angedeuteten Skepsis machen mich die Prieview-Bilder tatsächlich ein bisschen neugierig. Also, wenn das irgendwann den Weg in deutsche Lande finden sollte halte ich demnächst vielleicht bei einem der einschlägigen Online-Shops die Augen offen.

In den letzten drei Jahrzehnten wird DC doch hoffentlich ein bisschen dazugelernt haben.

15 Jahre Heldenfahrt – Fantasy-Trash vom Feinsten

Wir sind alt!

Eine der beliebtesten Fingerübungen unter (Möchtegern-) Schreiberlingen wie mir ist es, mit einem (oder mehreren) Mitautoren eine Story ohne Plan immer fortzuschreiben. In meinen Fanautoren-Tagen (lang ist’s her) hab auch ich sowas zwei, drei Mal gemacht. Eine dieser Storys ragt daraus besonders hervor – denn sie wird von meinem alten Kumpel Alexander Kaiser und mir seit nunmehr 15 Jahren kontinuierlich fortgesetzt. Boah! Sind! Wir! Alt!

Egal … Es handelt sich bei der „Heldenfahrt“ um klassischste Fantasy, wie sie klassischer nicht sein kann: Elben, Zwerge, Drachen, Orks – das volle Programm. Jeder von uns schickte einen Haupthelden ins Rennen, die Geschichte wird reihum weitererzählt. Einzige Regel: der Hauptheld des anderen wird weitgehend intakt gelassen.

Erstmals komplett online!

Die ersten „Verse“, wie wir unsere jeweiligen Kapitel großspurig nannten (und immer noch nennen), schickten wir uns 1997 noch per Post hin und her. Mittlerweile haben die ersten Teile bereits einige nachträgliche Überarbeitungen erfahren, um spätere innere Widersprüche etwas zu glätten. Dennoch wirken gerade die Anfänge arg ungeschlacht und stilistisch etwas … nun ja … fannisch. Wäre ich heute (wie damals erträumt) ein gefeierter Star-Autor, würde ich womöglich den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten.

Bin ich aber nicht. :) Und ich weiß auch noch immer, wie viel Spaß uns beiden das Verfassen jedes Verses bereitet hat. Auch heute haben wir noch eine Menge Freude daran – wenn auch der Zeitabstand zwischen den Fortsetzungen immer größer wird. Zur Zeit existieren über 30 Episoden – und ein Ende ist nicht abzusehen.

Vor einiger Zeit hab ich mich mal darangemacht die ersten Verse in größere Handlungsabschnitte zusammenzufassen. Mittlerweile habe ich das bis zum aktuellen Stand fortgeführt. Somit ist die Heldenfahrt jetzt erstmals komplett online zu lesen. Bei allen Standard-Plots, Fantasy-Klischees und dreisten Plagiaten liebevollen Zitaten finde ich schon, dass auch eine spannende und durchaus lesenswerte Geschichte drin steckt.

Schaut gern mal rein:

Gute Laune dank Imperial March

Tja, die Star-Wars-Begeisterung meiner Tochter (3) macht’s möglich. Sie hat natürlich noch keinen der Filme gesehen – ist dank einschlägiger Kinder-T-Shirts und eines Kuschel-Darth-Vaders aber schon voll konditioniert. Alles auf freiwilliger Basis, versteht sich.

Und heute Morgen auf dem Weg zur Kita stimmte sie aus heiterem Himmel den Imperial March an – die „Darth-Vader-Musik“, wie sie selbst es nennt. Ich stimmte natürlich sofort ein – und jetzt krieg ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Zu diesem Anlass ein Klassiker, der schon vor Monaten durchs Netz ging: Der Imperial March gespielt auf Floppy Disks.

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Podcast zum Gratis Comic Tag

Auf dem offiziellen -Blog ist meine erste allein bestrittene -Sendung seit Anfang der Woche zu finden – und es gab ein, zwei durchaus ermutigende Reaktionen. Die Tonqualität ist wohl nicht allzu schlecht – somit ist das Experiment, allein zu podcasten anscheinend nicht völlig gescheitert.

Durchgeblättert: Sonder-Test-Episode zum Gratis Comic Tag 2012

In dieser Sendung bespreche ich die 15 von mir beim 2012 ergatterten , wie ich sie hier auch schon im Blog rezensiert habe:

Damit ist es mit dem Thema nun aber auch wirklich gut – zumindest für dieses Jahr.

Bald am Kiosk – das neue Magazin „Geek!“

Special-Interest-Magazine schießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. Nach „Beef!“ für Nicht-Vegetarier und „Hohe Luft“ für Denker kommt nun „Geek!“ für Comicleser, -Fans und Filmfreaks.

Die erste Nummer des Hochglanzmagazins erscheint am 20. Juni. Alle zwei Monate soll dann eine neue Ausgabe am Kiosk liegen.

Schon jetzt kann unter geek-mag.de eine Leseprobe durchblättert werden. Die gedruckte Version davon flatterte kürzlich in die -Redaktion. Wir haben mal reingeschaut.

Ein ganzes Universum

Man nimmt – natürlich auch auf der eigens eingerichteten Facebook-Seite – den Mund recht voll. Es wird nicht weniger versprochen als „Das ganze Universum der Science Fiction – ob in Filmen, TV-Serien, Romanen, Comics, Games oder dem Internet.“

Redaktion mit Hund

Gleich zu Beginn werden Teile der Redaktion vorgestellt. Neben dem unvermeidlichen Redaktionshund – hat man heute wohl so – sieht man zwei in Szenekreisen nicht ganz unbekannte Gesichter: Markus Rohde und Claudia Kern vom unlängst eingestellten Magazin „SpaceView“.

Diese personelle Kontinuität ist durchaus interessant und lässt Schlüsse darauf zu, was der Leser zu erwarten hat. Immerhin hat die „SpaceView“ 15 Jahre durchgehalten.

Redaktionell unabhängig?

Wie gut so ein Magazin funktionieren kann, wenn es bei einem Verlag wie Panini erscheint, muss sich allerdings noch zeigen. Schließlich ist Panini einer der größten Comic-Verlage in Deutschland, der hierzulande die Lizenzen aller Superhelden-Comics hält.

Schon die Leseprobe gibt vor allem der Präsentation einer neuen Reihe aus dem Hause Panini Raum. Wie kritisch können da in Zukunft zum Beispiel Filmberichte ausfallen, wenn der Hausverlag die dazugehörigen und Romane vertreibt?

Was ist eigentlich ein Geek?

Die Begriffe Nerd und Geek sind nur schwer ins Deutsche zu übersetzen. Ebenso folgende Definition: „A geek is a nerd with social skills.“

Letztlich werden sie oft synonym verwandt und meinen mittlerweile eher junge Menschen, die sich sehr für Science-Fiction, Comics und Filme aber auch für Wissenschaft und moderne technische Gadgets – wieder so ein Begriff – interessieren.

In Zeiten des Internets und der Smartphones ist daraus eine regelrechte Lebensart entstanden, die den Weg von der belächelten Subkultur zum modischen Stil genommen hat. In jedem Fall ist ein Geek aber kein unkritischer Konsument aller Genre-Produkte. Im Gegenteil – kaum jemand ist kritischer als dieses gebildete und anspruchsvolle Publikum.

Hoffentlich ist man sich dessen in der „Geek!“-Redaktion bewusst.

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal Ukonio, das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Schreiberling-Stöckchen

Ich will das jetzt nicht einreißen lassen und versäumte und womöglich gar überkommene Blogger-Rituale nachholen – aber die Stöckchen von Jo haben es mir anscheinend irgendwie angetan. Dieses hier hat zudem keinen Kettenbrief-Charakter – es liegt einfach so herum und darf von jederfrau und jedermann aufgenommen werden.

Zudem ist es speziell für Schreiberlinge konzipiert. Es ist daher vielleicht etwas anmaßend von mir, dass ich es überhaupt aufnehme – habe ich doch seit längerem nichts vernünftiges und vollständiges mehr geschrieben – geschweige denn veröffentlicht. Aber irgendwie fühle ich mich als verkappter, verhinderter, potentieller Schriftsteller, in dem irgendwo tief unten diverse Bestseller-Romane schlummern.

Genug gequasselt! Hier das Stöckchen:

Schlicht und einfach zehn Fragen, die Jo ersonnen hat, und meine Antworten. Wer sich anschließen mag – nur zu!

1. Kurzgeschichte oder Roman?

Eindeutig Roman. Epische Breite, Tiefe und Länge liegen mir wesentlich mehr als die Konzentration auf eine pfiffige Pointe. Was ich durchaus bedaure, da ich gute Kurzgeschichten enorm schätze und mir in meinem jugendlichen Leichtsinn vorstelle, viel eher mal den ein oder anderen Shorty fertig zu kriegen, als im x-ten Romananfang hängen zu bleiben.

2. Lieber eine Beschreibung oder ein Dialog?

Hm. Ich würde sagen Beschreibung – aber nur ein bisschen lieber.

3. Eher Mann oder eher Frau als Protagonist?

Eigentlich gilt: Je näher mir der Protagonist ist, desto lieber (weil einfacher) isses. Das spräche für Mann. Tatsächlich habe ich in der Vergangenheit aber oft ganz bewusst Frauen gewählt, um sie dann so klischeefrei wie möglich darzustellen.

4. Immer mit oder ohne Liebesgeschichte?

Lieber ohne – lässt sich aber wohl oft nicht vermeiden.

5. Umfangreicher Plot oder Ideen sofort in Worte fassen?

Ich plane viel – fast zu viel – stecke das aber mehr in die Hintergrundwelt. Der Plot entsteht tatsächlich eher spontan beim Schreiben.

6. Nur ein Genre oder mehrere?

Schon hauptsächlich das Fantastische mit seinen Untergenres (könnte da kaum SF oder Fantasy den Vorzug geben). Luge aber in Gedanken und Planungen durchaus über den Tellerrand hinaus.

7. Beste Tageszeit zum Schreiben ist:

Abends bis nachts! Als Familienvater mittlerweile eine Zeit, die nur noch fürs Schlafen genutzt wird. Vermutlich ein Grund für meine kaum noch vorhandene Produktivität.

8. Die besten Ideen kommen einem immer, wenn …:

… man nichts zu schreiben dabei hat.

9. In welcher Zeit handeln die meisten Geschichten (Vergangenheit, Heute, Zukunft)?

Da ich dank meiner Perry-Rhodan-Fanfiction-Zeit vermutlich doch am meisten SF geschrieben habe: Zukunft.

10. Klassisch zuerst mit Stift und Papier oder immer gleich am Rechner?

Rechner. Ich könnte meine Klaue nach ein paar Tagen selbst nicht mehr lesen. Selbst Schreibübungen wie automatisches Schreiben (viel zu lange nicht mehr gemacht, stell ich gerade fest!) hab ich immer an der Tastatur gemacht.

Mein erstes Stöckchen!

Die liebe Jo leitete unter anderem an mich ein 5-Antworten-5-Fragen-Stöckchen weiter. Es gilt, ihre fünf Fragen zu beantworten und fünf eigene Fragen an fünf weitere Blogs meiner Wahl weiterzuleiten.

Klingt nach Kettenbrief und Schneeballsystem? Jup, genauso isses auch gemeint – nur ohne Abzocke.

Zunächst einmal Jos fünf Fragen und meine Antworten dazu:

1. Du musst einen Bestseller schreiben. Wessen Geschichte erzählst Du?

Meine eigene gibt nicht sonderlich viel her – aber die meiner Sippe durchaus. Ich würde einen Buddenbrooks-mäßigen Familienroman schreiben, der sich über mehrere Generationen erstreckt.1

2. Als Du gerade Deine große Liebe kennen lernst, verlierst Du Dein Handy mit seiner/ihrer Telefonnummer. Was tust du?

Meine große Liebe habe ich vor sieben Jahren kennengelernt.2 Hätte ich damals gleich zu Anfang ihre Nummer verloren, hätte ich sie einfach per Mail oder spätestens am nächsten Tag beim Fechten erneut danach gefragt.

3. Du erhältst den Nobelpreis. Wofür?

Als oller Soziologe könnte ich ihn in meinem Fachgebiet ja wohl nur in Wirtschaftswissenschaften kriegen. Mein Traum wäre aber natürlich – nicht lachen – Literatur3 und dann noch einen Oscar für das Original-Drehbuch und eine Goldmedaille in Munchkin – wenn das endlich mal olympisch wird.

4. Was werden die Menschen in 100 Jahren zum Frühstück essen?

Hier in Europa? Hm, was isst man denn in China so zum Frühstück?

5. Auf der einen Seite stehen die Bösen. Sie haben alte Hieb- und Stichwaffen, einen taubstummen Magier im Rollstuhl und Unmengen von Keksen. Auf der anderen Seite stehen die Guten, sie haben abgenutzte Pfeile und Bögen, einen einarmigen manisch-depressiven Heiler und vegetarisches Spaghetti Bolognese. Für welche Seite entscheidest Du dich?

Vegetarisch? Hm, aber immerhin Spaghetti. Sind die denn al dente?

Naja, auch wenn ich als Kind immer Skeletor gegen He-Man hab gewinnen lassen – ich glaube, ich würde mich doch für die „Guten“ entscheiden. Unter „Bösen“ isses immer so unentspannt. Das warme4 Essen ist da noch das i-Tüpfelchen – ich habe „herzhaft“ immer „süß“ vorgezogen.

Hier nun meine fünf Fragen:

  1. Lego oder Playmobil?
  2. Kannst Du Dir vorstellen, alles, was Du gerade tust, hinzuschmeißen und etwas völlig anderes zu beginnen? Wenn ja, was wäre das? Wenn nein, warum nicht?
  3. Zeit, sich zu outen! Welches Objekt fannischer Verehrung, sei es eine Science-Fiction-TV-Serie, ein Fantasy-Buch oder ein Comiczeichner, gefällt Dir im Gegensatz zur Mehrheit aller Nerds und Geeks überhaupt nicht? Rechtfertige Dich!
  4. Eine ältere Version Deiner selbst taucht bei Dir auf, drückt Dir eine Zeitmaschine in die Hand, wünscht Dir viel Spaß und verschwindet mit einem dämlichen Grinsen auf den Lippen wieder. Was tust Du als erstes?5
  5. Warum hast Du eigentlich noch keine Lego-Minifiguren mit mir getauscht?

sie gehen an:

Hier noch mal die offiziellen Regeln dieses Stöckchens, wie sie sein erster Werfer ersonnen hat:

Ich habe mir lediglich erlaubt, den Imperativ zu korrigieren.

  1. Verlinke die Person, die Dir das Stöckchen zugeworfen hat.
  2. Beantworte die Fragen, die gestellt wurden.
  3. Bewirf anschließend 5 Leute mit dem Stöckchen.
  4. Gibt den Personen Bescheid, dass Du sie ausgewählt hast.
  5. Stelle 5 Fragen, die beantwortet werden müssen.

Edit: Mittlerweile wurden alle Stöckchen aufgenommen

––––––––––––
  1. tatsächlich sind die ersten drei Sätze davon schon seit einiger Zeit geschrieben[]
  2. und vor fünf Jahren geheiratet[]
  3. siehe Frage 1[]
  4. wenn auch fleischlose[]
  5. ja, sie funktioniert[]

Gedanken zum Gratis Comic Tag 2012

Nach dem dritten – der Connaisseur kürzt es GCT ab – am vergangenen Samstag ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz: 2012 haben mehr Händler als in den Jahren zuvor teilgenommen und die Resonanz in der Presse – on- wie offline – ist nochmals gewachsen. Die teilnehmenden Verlage und Fachhändler geben sich zufrieden – und auch die Reaktionen der Fans sind ungebrochen begeistert.

Wieso gibt’s hier was umsonst?

Vor drei Jahren beschloss man, die Idee des US-amerikanischen free comic book day auch in den deutschsprachigen Raum zu übertragen. Seitdem werden einmal im Jahr – am zweiten Samstag im Mai – ein paar Dutzend Comichefte aller namhaften Verlage kostenlos unters Volk gebracht. Es ist sehr offensichtlich – und wird auch ganz offen kommuniziert –, dass Haupt-Nutznießer dieser Aktion die Fachhändler sein sollen, die zunehmend unter der Online-Konkurrenz zu leiden haben.

Online-Shop kills the Comic-Book-Guy

Bücher waren mit das Erste, was sich erfolgreich im Internet verkaufen ließ. Buchhändler – und in noch größerem Maße die Spezialisten unter ihnen – zählten daher zu den ersten bedrohten Arten des Zeitalters der Digitalisierung. Comics sind und bleiben ein Nischenprodukt in der Welt der Bücher – wodurch es Comichändler mittlerweile besonders schwer haben dürften.

Große Buchhandlungen machen sich oft gar nicht mehr die Mühe, eine Comic-Abteilung zu bestücken. Der Freund der neunten Kunst bedient sich ohnehin längst der einschlägig bekannten Online-Marktplätze und -Auktionshäuser.

Hilfe naht!

Am generellen Aufschwung des an sich scheint der klassische Comic-Händler – hierzulande ohnehin eine seltene Spezies – daher nicht mehr so recht teilhaben zu können. Ein Glück daher, dass die Verlage ihm – in diesem Falle mit dem GCT – unter die Arme greifen wollen.

Selbstredend nicht aus purem Eigennutz. Denn die Aktion ist natürlich eine wunderbare Werbeveranstaltung um neue Käufer zu gewinnen oder den Fans neue Comicreihen zu präsentieren. Ob die Fortsetzungen dann online oder beim Fachhändler des Vertrauens erworben werden, interessiert den Verleger „am Ende des Tages“ dann nur noch zweitrangig.

Zudem muss der teilnehmende Händler die Sonderausgaben, die er gratis unters Volk bringen soll, bei den Verlagen erwerben. Was durchaus in Ordnung ist. Denn kaum eine andere Werbemaßnahme könnte dermaßen zahlreiche potentielle Neukunden in die oft versteckten Fachgeschäfte treiben, wie es der GCT tut.

Es bleibt schwierig

Dennoch mag man die Behauptung aufstellen, dass die Rechnung für die Verlage leichter aufgeht. Denn der Großteil der Comicfreunde wird dem beim GCT geweckten Kaufanreiz erst zu Hause am Rechner nachgeben.

So experimentieren einige Händler noch immer, wie sie am besten die GCT-Begeisterten durch ihre Läden schleusen, damit sie vielleicht doch noch mal stöbern und kaufen – anstatt einfach schnell wieder mit ihrer Beute zu verschwinden.

Aber ein Allheilmittel kann auch ein noch so erfolgreicher Gratis Comic Tag nicht sein. Die Fachhändler werden sich auch weiter tagtäglich mit der Konkurrenz aus dem Netz auseinandersetzen müssen.

Support your local dealer!

Letztlich liegt es an der Entscheidung jedes einzelnen Comicfans. Solche großartigen Aktionen wie der GCT sind ohne Händler schlechterdings nicht möglich. Und um wie vieles ärmer ist eine Stadt, wenn irgendwann auch die letzte Ladenfläche mit der Filiale einer internationalen Kette besetzt ist, bis alle Innenstädte der Welt austauschbar sind?

Also: Ruhig mal auch außerhalb vom GCT dem nächsten Comicladen einen Besuch abgestattet – ganz in Ruhe. Ein bisschen stöbern, mal den Händler nach guten Tipps fragen – und vielleicht den ein oder anderen Schatz entdecken. Wo sich der nächste Laden befindet, ist ja spätestens seit dem letzten Gratis Comic Tag bekannt.

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal , das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Weltverleumdungstag 2012

Gestern Morgen erfand mein geschätzter Twitter-Freund @myrkvid aus einer Laune heraus den Weltverleumdungstag. Mit einem Tweet brachte er die Sache um kurz nach 7:00 ins Rollen.

Ich hab den in der U-Bahn gelesen, mich scheckig gelacht und die restliche Fahrt über eine Retourkutsche sinniert. In der Zwischenzeit hat Myrkvid weitere absurde Verleumdungen an seine Follower verteilt – und mir fielen schnell auch ein paar Kandidaten ein, die ich entsprechend bedenken wollte. Und dann verselbstständigte sich die Sache langsam.

Mem, oder watt?

Nun ist mein letztes soziologisches Netzwerktheorie-Seminar schon etliche Jahre her, deswegen hab ich die ganzen Begriffe nicht mehr so drauf. Es war aber spannend, dabei zuzusehen, wie sich dieses Mem in unseren Follower-Netzwerken verbreitete, in andere hinübersprang und ein scheinbares Eigenleben entwickelte.

Klar – ich hab durchaus bewusst Follower einbezogen, von denen ich weiß, dass sie eine Verbindung zu anderen Netzwerkgruppen darstellen. Und die mussten dann natürlich auch drauf anspringen. Das klappte an ein, zwei Stellen aber ganz gut – und so tauchten in der entsprechenden Hashtag-Suche schnell Tweets von Leuten auf, die ich gar nicht kenne.

Trending Topic?

So beeindruckend das wirkte – selbst vom deutschsprachigen Trending Topic auf Twitter waren wir damit natürlich noch weit entfernt. Dafür sind andere Themen einfach viel stärker. Aber es hat allen Beteiligten Spaß gemacht – und es wurden schon Fragen laut, wie regelmäßig denn nun verleumdet werden kann.

Und weiter?

Tja, das muss der reinen Lehre nach das Mem wohl selbst entscheiden. Will es jetzt an jedem Donnerstag auferstehen und – wie @docron es so schön formulierte – einen „besseren FollowFriday“ darstellen? Will er lieber ein neuer jährlicher Feiertag wie Pi-Day, Star Wars Day oder Towelday werden? Was meint ihr denn?

Mehr Händler – weniger Comics

Allein in Hamburg nehmen in diesem Jahr ganze acht Verkaufsstätten bunter Bildergeschichten am teil – immerhin eine mehr als im Vorjahr. Europaweit – das heißt in diesem Fall: Deutschland, Österreich und Schweiz – sind es stolze 182.

Zur Auswahl stehen allerdings deutlich weniger als 2011. Die teilnehmenden Verlage stellen diesmal „nur“ 30 Sonderausgaben zur kostenlosen Verteilung zur Verfügung – ungefähr ein Dutzend weniger als im Vorjahr.

Es wäre vielleicht etwas vorschnell, daraus zu schließen, dass die Aktion für Händler lohnender ist als für die Verlage. Naheliegend ist dieser Gedanke aber schon. Denn letztere haben sicher kein Problem damit, dass ein stets wachsender Anteil ihrer Produkte online vertrieben wird.

Große Bandbreite aus allen Comic-Sparten

Die breite Auswahl der zu erbeutenden Hefte und die Präsenz aller „großen“ Verlage zeigt aber, dass der Gratis Comic Tag auf einer sehr soliden Grundlage steht. Ehapa, Panini, Carlsen, Splitter und Co. würden nicht daran teilnehmen, wenn sie sich nichts davon versprächen.

Von Donald über Manga bis zu Superhelden ist alles vertreten, was das Comiclesendenherz begehrt. Wer mag, kann sich seine persönliche Checkliste schon jetzt zusammenstellen und ausdrucken. Den nächsten teilnehmenden Händler findet der Comic-Leser auf der offiziellen Website des Gratis Comic Tags.

ANMERKUNG: Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem einstigen Nachrichtenportal , das bedauernswerterweise vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat.

Video: Ganz schön groß, das Universum

Ein Tweet von @dlr_de hat mich auf dieses Video des American Museum of Natural History aufmerksam gemacht. Es ist bereits gut zwei Jahre alt, ich kannte es aber noch nicht und will es hier mal präsentieren.

Die Idee dahinter ist ohnehin wesentlich älter. Filmchen, die vom „Kleinen“ ins „Große“ zoomen und zurück, gibt’s en masse – das wurde bekanntermaßen auch schon wunderbar in einem Simpsons-Vorspann verarbeitet.

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Wie bedeutungslos sind wir wirklich?

Für uns SF-Enthusiasten ist sowas von besonderem Interesse. Zum einen fühlen sich viele sicherlich an den Unendlichkeits-Strudel aus Douglas Adams’ Anhalter-Trilogie (in fünf Bänden) erinnert. In dieser Strafeinrichtung wird dem Delinquenten sehr eindringlich die gesamte Größe des Universums bewusst gemacht und seiner eigenen Winzigkeit gegenübergestellt – worauf er den Verstand verliert.

Ich neige ja dazu, dieser Deutung zu widersprechen. Natürlich ist das Universum verdammt groß – aber was hat es davon? Wer religiös-mystischen Vorstellungen von einem Weltgeist oder einer objektiven Bedeutung des Seins anhängt, wird mir vermutlich nicht beipflichten wollen – aber ich bin der Meinung, dass es erst eines Wesens mit Bewusstsein bedarf, um dieser absurd großen Wolke aus Elementarteilchen überhaupt Bedeutung beizumessen.

Es ist deswegen schön und erhaben, weil wir es so empfinden (ja, ich weiß, unsere Natur zwingt uns womöglich dazu – können wir gern in den Kommentaren diskutieren). Und wir sind es, die bereits so viel vom Universum erfassen und so nette Filmchen darüber machen können. Das finde ich schon ziemlich großartig. Ich will’s auch nicht übertreiben – aber wir sollten unser Licht nicht unter den Scheffel stellen.

Pflichtprogramm für SF-Schaffende

Jetzt mal völlig unabhängig von der philosophischen Komponente geben solche Filme eben einen guten Eindruck von der schieren räumlichen Größe der Leere zwischen den Sternen und Planeten. Das macht sie in meinen Augen zum zwingenden Pflichtprogramm für jeden SF-Schaffenden.

Guter SF – ob Film oder Buch – gelingt es (so sie im Weltraum spielt), diese gewaltige Leere, wie sie ja bereits zwischen Erde und Mond herrscht, darzustellen. Schlechte SF vermittelt den Eindruck, dass ganze Planeten kaum mehr als ein Dorf sind und man vom Raumschifffenster aus alle Planeten des Sonnensystems, in dem man sich befindet, mit bloßem Auge erkennen kann. Solche Filmchen können da Abhilfe schaffen.

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