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Lesetagebuch: goldene und andere Handschuhe

Gerade ausgelesen

Der Goldene Handschuh: Heinz Strunk legt mit dieser Milieustudie über den Hamburger Kiez der 70er Jahre sowas wie sein Meisterwerk vor. Im Zentrum steht der Serienmörder Fritz Honka, der in dieser Zeit tatsächlich sein Unwesen getrieben – und die meiste Zeit in dem titelgebenden Etablissement Der Goldene Handschuh abgehangen hat. Schonungslos, brutal, verstörend – aus der Kategorie ließen sich noch einige Attribute für das Buch auflisten. Sie lägen alle richtig – und trotzdem ist es schlicht großartig, denn genauso kann man es sich vorstellen. Strunk ist einfach ein großartiger Beobachter mit Sinn für Details. Natürlich baut er zusätzliche Figuren mit autobiografischen Zügen ein, die seine Beobachterrolle einnehmen. Und natürlich wiederholt er beliebte Themen aus seinen bisherigen Büchern. Aber das ist legitim, denn es passt in das Gesamtbild. Großartiges Buch. Ich hab’s in wenigen Tagen im Urlaub weggelesen – und freue mich auf sein neues Werk Jürgen.

Aktueller Lesestoff

Windjäger: Hier bin ich im Urlaub immerhin bis zur Hälfte vorgedrungen. Dieses Steam-Fantasy-Werk von Jim Butcher ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein hochinteressantes Szenario allein ein Buch nicht trägt. Selbst die sprechenden Katzen können die völlig uninteressanten Charaktere nicht ausgleichen. Das Szenario ist tatsächlich klasse: Wir befinden uns in einer Welt, in der die Menschen in kilometerhohen Türmen leben, da die Oberfläche der Welt nicht bewohnbar ist. Zwischen den Türmen ist man natürlich mit Luftschiffen unterwegs – und bekriegt sich mit selbigen hin und wieder auch. Unerschöpfliche Energie gewinnt man aus Kristallen, die unter anderem auch die Kampfhandschuhe speisen, mit denen etliche Protagonisten rumrennen und sich mit Energiestrahlen daraus beschießen. Eben jene Protagonisten sind aber ziemlich schematische Abziehbilder ohne großartige interne Spannungen. Als Rollenspiel-Party mag so eine Gruppe gut funktionieren – als Leser interessiert einen aber nicht die Bohne, wie es mit denen so weitergeht. Das hemmt meinen Lesefluss etwas. Nur der sprechenden Katzen wegen bleibe ich überhaupt dran.

Iron Man – der Anfang vom Ende: Ein Standard-Klassiker aus der Marvel-Hachette-Reihe. Iron Man kloppt sich mit diversen (teils sowjetischen) Schurken. Kann man nebenher so weglesen.

Was als nächstes?

Der Kree-Skrull-Krieg: Auf diesen Avengers-Klassiker aus besagter Hachette-Reihe freue ich mich besonders. Auf den Kree-Skrull-Krieg wird ja immer mal wieder Bezug genommen. Worums da eigentlich ging, hab ich bis dato aber nicht gelesen. Wird Zeit.

Blutsbande 2: Band 17 der Star-Wars-Masters-Reihe liegt mir jetzt auch vor. Die Boba-Fett-Story aus dem Hause Dark Horse hat mittlerweile zwar nur noch den Legends Status – das macht sie aber nicht weniger spannend.

10 Jahre nerdlicht.net: 2009 – jetzt wird gezwitschert

Unter anderem begann ich zu twittern. Dennoch sah das Jahr meinen 100. Artikel und den ein oder anderen Erfolg. Hier der Blick auf mein Blogger-Jahr 2009.

Ein Jahr zurück: 2008

Ein stilleres Jahr

Aus Gründen habe ich mich 2009 etwas mehr auf das Offline-Leben konzentrieren müssen, weswegen es in diesem Jahr deutlich weniger Artikel gab. Das hatte aber auch damit zu tun, dass ich mich endlich mal an dieses Twitter rangetraut habe.

Zwitscher! Zwitscher!

Im Februar 2009 habe ich den Schritt gewagt und mich (noch voller Skepsis) bei Twitter angemeldet. Die ersten Tweets waren noch zaghaft – aber es hat mir schnell sehr viel Spaß gemacht – was unter anderem zur Folge hatte, dass ich viele der anfänglichen Kurzmeldungen und Linktipps aus meinem Blog dorthin ausgelagert habe.

Lustige Listen

Außer, dass in diesem Jahr meine Artikelzahl in dreistellige Bereiche gelangte, konnte ich mit einem (durchaus klassischen) Format Erfolge feiern, das ich hier erstmals ausprobierte – die lustige Liste. Ihr kennt das: „die zehn besten dies“, „die 12 lustigsten jenes“. Mein erster Versuch in diese Richtung lief unter dem Titel Fiktive Städte – ein kleiner Reiseführer – und war über Jahre mein erfolgreichster Artikel überhaupt. Auch heute taucht er immer mal wieder in meiner Statistik auf. Vor lauter Begeisterung schob ich im selben Jahr Fantastische Wikis hinterher.

Qualität statt Quantität

Ansonsten war es wie gesagt ein etwas stilleres Jahr. Mit 24 Posts (von denen ich inzwischen einige aufgrund kaputter Links oder aus anderen Gründen entfernt habe) endete mein Blogger-Jahr 2009 – aber es sollten noch etliche folgen.

Ein Jahr weiter: 2010

20 Jahre Heldenfahrt: Ein neuer Vers ist da – leset und staunet!

So schnell haben wir seit Jahren nicht weitergeschrieben. Leset also meinen neuen Beitrag, den sage und schreibe 42. Vers im vierten Buch der Heldenfahrt.

Leset!

Der neue 42. Vers beginnt in Buch Vier auf Seite 167.

Eine Schlacht ist geschlagen – neue stehen an

Der geneigte Fan wird sich erinnern: Im letzten Teil tobte die Schlacht um die Vierte Hölle. Dieser hab ich mal rasch ein Ende gesetzt – und den Cliffhanger von Ace ziemlich rüde abgewürgt. Mir wollte aber nichts rechtes dazu einfallen. Aber natürlich dreuen gleich neue Gefahren, denn die Wallfahrt muss ja weitergehen – und in der sechsten Hölle lauert ein alter „Freund“ unserer Helden.

Alte und neue Feinde

Dieser alte Freund stammt aus einem der frühen Verse, die heute in Buch Zwei zu finden sind. Blättert also gern noch mal zurück. Die Dame am Schluss hingegen ist eine neu erdachte Antagonistin – auch wenn es anders wirkt.

Ein Gastauftritt

Die zwei Figuren am Anfang stammen übrigens aus einer anderen Storyidee, die ich (wie so viele) bislang nicht verwirklicht habe. Hier haben sie nur ein kurzes Gastspiel – aber vielleicht sehen wir die beiden ja irgendwann an anderer Stelle wieder.

Nie erzählte Vorgeschichten

Mit ein paar Andeutungen im hinteren Teil spiele ich auf Erlebnisse meines Charakters an, die einige Jahrzehnte vor Beginn der Heldenfahrt angesiedelt sind. Die hatte ich bislang noch nie beschrieben – geschweigedenn ausgedacht. Vielleicht kommt da in den nächsten Versen mal das ein oder andere in Form detaillierterer Rückblenden.

Ace Kaiser ist dran

Aber nun ist erst mal wieder mein hochgeschätzter Mitstreiter an der Reihe. Bin gespannt, was er aus dem vorgelegten macht.

10 Jahre nerdlicht.net: 2008 – Ausgespielt!

Das Jahr 2008 stand voll im Zeichen des Rollenspiels. Ich habe begonnen, mich ein wenig zu vernetzen und hab mich mal so richtig ausgespielt.

Ein Jahr zurück: 2007

Ein weiteres Freudenjahr

Auch das Jahr 2008 war für mich ein Jahr der Freude. Denn unser wunderbares Töchterlein erblickte das Licht der Welt. Darüber hinaus steckte ich voll in meiner Pen&Paper-Phase und befüllte mein junges Blog entsprechend elanvoll mit lauter Rollenspielzeugs.

Bleibt alles anders

Zunächst ging es auf meiner bescheidenen kleinen Seite 2008 da weiter, wo es 2007 aufgehört hat: Mit Webfundstücken zu fantastischen Themen aller Art. Schon bald wagte ich mich aber mit BuchRezensionen (ein früher Vorläufer meines Lesetagebuchs) oder Conberichten an eigenen Content heran.

Vernetzung in der RPG-Szene

Und hatte ich bis dato geglaubt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu bloggen, meldete sich auf einmal der gute Dominik vom Rollenspiel-Almanach bei mir, woraus sich eine erste zarte Vernetzung mit der Online-Pen&Paper-Szene ergab. Wir schnackten ein bisschen – und schon bald durfte ich bei ihm ein paar Gastbeiträge beisteuern von denen gleich der erste – eine Rezension zum Rollenspiel Pyramos – mächtig Wellen geschlagen hat. Und natürlich war ich von Anfang an beim Rollenspiel-Blog-Verzeichnis rsp-blogs.de dabei.

Noch mehr Rollenspiele

Schließlich hatte ich sogar die Ehre, mit einem höchstselbst verfassten Katzulhu-Abenteuer einen Beitrag zur kurzlebigen Kurzschocker-Reihe des Almanachs zu leisten. Damit nicht genug, sah ich mich bemüßigt auch weitere Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Meine beiden Scheibenwelt-Abenteuer wurden sogar bald darauf von einer „fremden“ Gruppe nachgespielt. Und ich ließ meine Leserschaft an der Entstehung meines (unvollendeten) Silmarillion-Rollenspiel-Projekts teilhaben.

Ein neuer Stern am Podcast-Himmel

Doch das bedeutendste Ereignis des Jahres (nach der Geburt unserer Tochter selbstredend) war der Start des (nicht nur) Rollenspiel-Podcasts Ausgespielt. Ich hatte die große Ehre, ab Folge zwei zur Stammbesetzung des Ausgespielt-Teams zu gehören. Und natürlich spielte unser sendungsbewusstes Wirken auch in meinem Blog ab diesem Jahr eine große Rolle.

Auf vollen Touren

In ihrem ersten kompletten Jahr hatte ich meine bescheidene Internetpräsenz mit 76 Posts bestückt (von denen ich etliche in der Zwischenzeit wegen kaputter Links und aus anderen Gründen wieder entfernt habe) und erste zarte Bande in die Bloggosphäre geknüpft. Ich war in Fahrt und hatte ungebrochen Spaß an der Sache.

Ein Jahr weiter: 2009

Lego Minifiguren Lego-Batman-Sonder-Serie

Batman braucht ein paar Tüten mehr

16 Sammelfiguren? Das reichte Batman nicht. Da mussten es schon 20 sein. Und so brachte Lego mit der Minifiguren-Sondersammelserie zum grandiosen Lego Batman Film die bislang größte Sammelserie an den Start. Bei so vielen Schurken, Sidekicks und Spezial-Batman-Kostümen scheint das auch gerechtfertigt.

Elf Schurken sollt ihr sein

Traditionell verfügt Batman bekanntermaßen über eine besonders zahl- und facettenreiche Schurkenriege, derer er sich in seinen Abenteuer erwehren muss. Ein großer Teil davon wird in auch im Lego Batman Film aufgefahren. Und so verwundert es nicht, dass gut die Hälfte der Sammelfiguren aus Batmans bunter Schurkenschaar stammt. Allen voran der Joker, Harley Quinn und ein großartiger Red Hood. Doch danach flacht es schon deutlich ab. Wer sich Twoface, Catwoman oder den Pinguin erhofft hat, geht leer aus. Der Rest wird mit unbekannteren Gestalten wie Catman, King Tut oder dem Eraser aufgefüllt – was aber durchaus den entsprechenden Gag in dem Film widerspiegelt.

Sidekicks und Spezialkostüme

Komplett gelungen hingegen die Riege der Sidekicks und besonderen Batman-Kostüme. Badeenten- und Glamrock-Batman dürfen in keiner Sammlung fehlen. Ebensowenig Dick Grayson und die beiden Barbara-Gordon-Figuren.

Tauschen?

Wie an der ein oder anderen Stelle angedeutet, habe ich diese Serie komplett. Das gilt jedoch nicht für die anderen.

Lesetagebuch: Einmal quer durch alle Welten

Erneut breche ich mit meinem üblichen Schema und präsentiere eine Rückschau des Ausgelesenen der letzten Monate. Ohnehin lege ich gerade eine kleine Lesepause ein, da ich auf den werktäglichen U-Bahn-Fahrten zur Zeit die ein oder andere TV-Serie verkonsumiere.

Von Entenhausen bis Nangijala

Entenhausen Edition: Bei der hervorragenden Barks-Fuchs-Edition mit allen Geschichten unserer aller Lieblingsente bin ich nun auf dem aktuellen Stand und nenne alle 42 Hefte mein eigen. Im April geht’s weiter. Kann ich nur empfehlen.

Der Zauberer der Smaragdenstadt: Wahrlich, den Zauberer von Oz kann man nur im russischen Original richtig genießen – wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich das tatsächliche Original nie gelesen und auch den Filmklassiker wohl nie gesehen habe. Wie auch immer, das Teil hat Töchterlein und mir eine Menge Freude bereitet.

Die Brüder Löwenherz: Ich hatte an anderer Stelle ja schon mal erwähnt, dass ich das Werk der großartigen Astrid Lindgren bis dato nur recht oberflächlich kannte. Gemeinsam mit dem Nachwuchs wird diese Lücke schon seit einiger Zeit sukzessive gefüllt. Geradezu überwältigt war ich dabei von diesem Stück hervorragender Fantasy. Die Brüder Löwenherz ist die sehr berührende Geschichte zweier Brüder, die nach ihrem Tod in ein fantastisches Land gelangen, dessen Freiheit sie im Laufe der Handlung erkämpfen müssen. Spannend, dramatisch und ergreifend.

Superhelden rauf und runter

Venom: Den guten alten Spidey-Symbionten hatte ich zuletzt zwei mal am Wickel und zwar jeweils in seiner aktuellsten Inkarnation mit Flash Thompson als Wirt. Zum einen im Rahmen der Marvel-Hachette-Reihe, in der er als Geheimagent in der Weltgeschichte unterwegs ist – und dann in digitaler Form bei Comixology, wo ich mir mal seine Weltraumabenteuer als Space-Knight angeschaut habe. Grundsätzlich mag ich den Thompson-Venom am liebsten. Er hat den Symbionten zwar mit Abstand am besten im Griff – muss sich aber dennoch immer mal wieder mit ihm und seiner Wut auseinandersetzen. Der Wechsel zwischen Beherrschung und absolutem Ausrasten ist bei diesem Venom daher am extremsten – und interessantesten. Auch wenn er später als Mitglied der Guardians of the Galaxy etwas blass wirkt, sind seine Weltraumabenteuer auch durchaus ansehnlich.

Thor: Auch hier habe ich das ein oder andere von meinem Stapel abarbeiten können. Der Klassiker Ragnarök war im Rahmen der Hachette-Reihe dran – und dann hab ich mich endlich mal an die neue Thor gemacht. Bei beiden sind die Details der Handlung schon wieder etwas verblasst. Gut fand ich’s aber definitiv. Ebenso die Geschichten des ewigen Gegenspielers Loki, der als Agent von Asgard ja seine eigene Serie erhielt. Sehr erfrischend, ihn endlich auch mal bei Marvel als etwas differenzierteren Antihelden zu sehen, wie es der mythologischen Vorlage auch viel mehr entspricht.

Namor: Der olle Submariner gehört zu den allerersten Superhelden aus dem Hause Marvel. Immer wenn er bei meiner Lektüre mal am Rande auftauchte – zuletzt bei Avengers vs. X-Men – fand ich ihn ganz interessant. Daher fing ich mit seiner letzten eigenen Serie Namor – The First Mutant an, war dann aber nur mäßig angetan. Warum er jetzt überhaupt der „erste Mutant“ sein soll (ich dachte immer, das ist Apocalypse) sei dahingestellt. Ja, die erste Geschichte mit den Wasser-Vampiren war ganz nett. Aber vom Hocker gerissen hat’s mich halt auch nicht.

Thanos: Ihr denkt bombastisch-gigantomanische Weltraumopern gibt’s nur bei Star Wars und Perry Rhodan? Weit gefehlt! Das kann Marvel auch hervorragend. Ehe es die Guardians of the Galaxy wieder etwas kleiner und familiärer angingen, stritten sie oft um nicht weniger als das Schicksal der Galaxis oder des gesamten Universums. So auch in dem Marvel-Hachette-Band Thanos: Tod und Leben. Das gute alte 616-Universum wird nämlich von einer Parallelwelt attackiert, in der der Tod besiegt wurde und nichts und niemand mehr stirbt. Klingt erst mal ganz gut – nicht umsonst nennt man das aber bald das Cancerverse. Entsprechend sind die Doppelgänger der Helden aus diesem Universum eher untot denn lebendig – allen voran eine ziemlich fiese Version des klassischen Captain Marvel. Da muss man sich schon mal mit Thanos verbünden.

Weitere Hachette-Sammelbände: Und auch sonst ging die ein oder andere Hachette-Ausgabe über meinen Lese-Nachttisch. Sie seien der Vollständigkeit halber stichpunktartig aufgeführt: die beiden Nick Fury Bände, Klassiker von Dr. Strange und den Fantastischen Vier, eine gewohnt absurde Deadpool-Nummer und der sehr schöne Daredevil-Band Schall und Wut.

Injustice: Dank eines Comixology-Sales habe ich dieses großartige Elseworld-Szenario, in dem Superman aus Gründen durchdreht und auf der Erde ein Regime unter seiner Führung errichtet, endlich mal weitergelesen. Jahr um Jahr versucht der Widerstand unter Batman, dem Kryptonier mit anderen Mitteln zu Leibe zu rücken. So wird es diesmal mit Magie und sogar mit der Hilfe der griechischen Götter versucht. Hilft natürlich alles nix. Auch wenn sich das Schema dadurch alljährlich etwas zu wiederholen neigt, macht mir die Sache ungebrochen Spaß. Einen so konsequenten Superman finde ich immer etwas spannender, als den „normalen“.

Star Wars kanonisch und legendär

Obi Wan & Anakin: Ist glaube ich keine Neuigkeit, dass ich die  Star-Wars-Comics recht begeistert lese. Und seit die Dinger (wieder) bei Marvel erscheinen, sind sie ja sogar alle kanonisch. So auch diese gar nicht mal so schlechte Episode aus dem gemeinsamen Wirken von Obi Wan und Anakin vor Episode II. Wir befinden uns also nicht in der Zeit der Klonkriege sondern zu einem Zeitpunkt, aus dem noch nicht so viel bekannt ist. Die Handlung selbst ist schnell erzählt: Die beiden Titelhelden stranden auf einem abgeschiedenen Planeten und werden in örtliche Konflikte hineingezogen. Viel interessanter ist aber die Beschreibung Anakins und seiner Beziehung zu Obi Wan und Palpatine – und deutlich besser gelungen, als in dem ein oder anderen Film.

Kanan – The Last Padawan: Zu meiner Schande muss ich gestehen, Rebels bis auf die Pilotfolge noch immer nicht gesehen zu haben. Aber immerhin habe ich schon mal die „Vorgeschichte“ Kanan – The Last Padawan verkonsumiert. Kann ich nur empfehlen.

Star Wars Masters Series: Nicht mehr Kanon oder trotzdem noch immer sehr gut sind die etwas älteren Comics aus dem Hause Dark Horse. Was mir da noch fehlt, bringt Panini gerade dankenswerterweise in den Masters Series raus und wird von mir fleißig gesammelt. So zuletzt die Bände 15 und 16. Jango und Boba Fett – Blutsbande ist eine sehr schöne Geschichte über die beiden Kopfgeldjäger und ihr Verhältnis zu den Klonen. Und selbst Darth Maul – Todesurteil ist eine lesenswerte Episode über den wiederauferstandenen in Episode I etwas farblos geratenen Sith-Lord.

Neunte Kunst aus deutschen Landen

Die Zwerge Band 2: Die Zwergen-Romane von Markus Heitz habe ich nie gelesen, aber hin und wieder lobende Worte darüber vernommen. Drum bin ich bei der Comic-Adaption eingestiegen und habe Band 1 durchaus mit Freude gelesen. Auch der zweite Band macht Laune. Ja, es ist recht klassische tolkienesque Fantasy mit den üblichen Elfen, Orks, Zauberern und eben Zwergen. Das ganze liest sich aber spannend weg und ist gar nicht mal so schlecht gezeichnet.

Perry-Rhodan-Comic: Der vierte Band der neuen Cross-Cult-Reihe hat mich tatsächlich positiv überrascht und ist erstaunlich gelungen. Woran lag’s? Vor allem wohl daran, dass hier mal ein wenig auf das Origin des Titelhelden Bezug genommen wird – was mir in den drei ersten Bänden schmerzlich gefehlt hat. Das (zunächst indirekte) Auftauchen von ES macht den neuen Handlungsstrang ungleich interessanter als den Vorgänger. Richtig gut isses aber leider auch nicht. Dass es etwas problematisch ist, die unmittelbare Vorgeschichte aus dem klassischen Romanheft Nr. 700 nicht zu erwähnen, sei dabei nur am Rande gesagt. Rhodans erste Bitte an ES wäre sicher nicht die Versetzung der SOL in die Milchstraße sondern die Befreiung der Erde von der Aphilie gewesen. Egal: Der trotz einfachen Plots recht wirre und schludrige Erzählverlauf wiegt da schon etwas schwerer. Dennoch: Ich bin nach vier Heften erstmals gespannt und interessiert, wie es weiter geht.

Captain Berlin: Über diese deutschsprachige Superhelden-Parodie bin ich eher zufällig gestolpert, als ich Band sechs aus der Reihe in einem Comicladen liegen sah. Das Heft, in dem der Titelheld in den 80ern gegen sein DDR-Pendant antreten muss, gefiel, sodass ich sogleich die fehlenden Heftchen organisieren musste. Und auch die sind großartig, steckt in ihnen trotz aller Satire doch eine Menge Liebe zu den Vorlagen aus den Häusern Marvel und DC. Merkwürdigerdings ist gerade Band 2 komplett vergriffen, weswegen meine Sammlung hier noch eine schmerzliche Lücke aufweist.

Fantasy im Weltenraum

Saga: Kennt ihr Ben und Hollys kleines Königreich? Das ist eine sehr gute und lustige Zeichentrickserie für Kinder, in der Elfen und Feen trotz kleinerer Rivalitäten friedlich in einem kleinen Königreich auf einer Wiese zusammenleben. Saga ist so ähnlich. Nur dass die Feen und Elfen hier im Weltraum über etliche Welten verstreut leben, und seit Äonen in einem verheerenden Krieg miteinander liegen, der die halbe Galaxis verwüstet. Ach ja, und Saga ist nicht für Kinder. Im Ernst: Diese Comicreihe ist klasse. Nicht nur, weil sie eine sprechende Katze hat.

10 Jahre nerdlicht.net: 2007 – Year One

Hier nun der Auftakt zu meinem Rückblick auf die zehn ersten Jahre meines Bloggerlebens. Ein Auftakt, der recht unspektakulär daherkommen mag. Aber aller Anfang ist zaghaft. Blicken wir also zurück auf mein Blogger-Jahr 2007.

Die gute alte Zeit

Das Jahr 2007 war für mich ein schönes und besonderes Jahr, denn im Oktober dieses Jahres haben meine Frau und ich den Bund fürs Leben geschlossen. Außerdem steckte ich mitten in meiner Pen&Paper-Rollenspiel-Phase. Wir spielten vor allem White-Wolf-Zeugs, also Vampire, Mage und so weiter – und wir hatten ein eigenes Science-Fiction-Projekt in der Mache. Aber dazu an anderer Stelle vielleicht irgendwann einmal mehr. Ich war jedenfalls bester Stimmung, als ich Anfang November beschloss, es mit dieser Bloggerei zu versuchen.

Schreiberlings Egozine

Doch wie sollte das Kind heißen? Von Nerdlicht war zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede und so wurde es in Gedenken an die klassischen Ein-Mann-Fanzines der Prä-Internet-Ära sowie in Anspielung auf meine damals durchaus noch vorhandenen schriftstellerischen Ambitionen zunächst Schreiberlings Egozine.

von ShoutR …

Im ersten Monat versuchte ich mich auf einer (Micro-)Blogging-Plattform, die es heute nicht mehr gibt – zumindest nicht in der damaligen Form. Das ganze nannte sich ShoutR und war ein schön schlankes und angenehmes Tool – auf Dauer war es mir dann aber doch zu lütt. Es hat sich dann auch nicht lange gehalten und verschwand ziemlich bald wieder von der Bildfläche (mittlerweile wird unter dem Namen so ne komische Darknet-Fileshare-App angeboten – keine Ahnung, was das sein soll – googelts euch selbst).

… zu Blogspot

Schon einen Monat später wechselte ich auf das Blog-Tool von Google namens Blogspot (beziehungsweise Blogger, wie es mittlerweile heißt). Dieser Plattform blieb mein Blog ganze fünf Jahre lang treu – und zwar unter der recht sperrigen URL schreiberlingsegozine.blogspot.de.

Rollenspiel und Webfundstücke

Wie es schon bei klassischen Weblogs üblich war, füllte ich meine Seiten im ersten Jahr vor allem mit Webfundstücken, die ich knapp kommentiert verlinkte. Da ging es dann um Filme, Musik und vor allem um Pen&Paper-Rollenspiel.

Warmgelaufen

In seinem ersten Jahr (das ja streng genommen nur aus zwei Monaten bestand) sah mein Blog 21 Posts dieser Art (von denen ich die meisten inzwischen aufgrund kaputter Links entfernt habe). Doch war dies erst der zaghafte Auftakt. Ich hab mich erst einmal nur warmgelaufen.

Ein Jahr weiter: 2008

RPG-Stöckchen: 11 Fragen an William O’Conner

Nach einigem Grübeln habe ich mich schließlich an William O’Conner  erinnert, der mich durch etliche Call of Cthulhu Kampagnen begleitet hatte. Bis er dem Wahnsinn anheim fiel.

Wer schmeißt denn da mit Stöckchen?

Es begab sich am 29. Januar dieses Jahres, dass mich ein Blog-Stöckchen am Kopfe traf. Es stammte von Sal von w6 vs. w12 und drehte sich um das Thema Rollenspiel.

11 Fragen an einen RPG-Charakter

Sal variiert die klassische Aufgabe ein wenig. Die traditionellen 11 Fragen gelten nicht dem Blogger selbst sondern einem seiner Rollenspiel-Charaktere. Da trifft es sich ganz gut, dass auch ich mal die Würfel geschwungen habe.

Dem Wahnsinn verfallen

Meine Wahl fiel auf William O’Conner, mit dem ich so manche muntere Call-of-Cthulhu-Runde bestritt. Nun ist das alles schon eine ganze Weile her und die meisten Details seines Wirkens sind mir ehrlich gesagt entfallen – außer seine spektakuläre Begegnung mit Baba Jagas Hütte, die auch sein letzter Auftritt war. Nun aber zu den Fragen, bei deren Beantwortung die prosaischen Pferde etwas mit mir durchgegangen sind.

Aus dem Nachlass des Dr. Riemenschneider

Folgende Zeilen werden William O’Conner zugeschrieben. Darin beantwortet er offenbar elf Fragen, die ihm aus unbekannter Quelle gestellt wurden. Ob es sich um das Interview oder den Fragebogen eines Kollegen handelt (O’Conner war Journalist) oder ob er sich die Fragen selbst gestellt hat, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Der meist vage formulierte Text zeugt vom Verfolgungswahn und der geistigen Umnachtung, die ihm am Ende seines kurzen Lebens ereilt hatten.

Heute ist nur noch wenig über O’Conner bekannt. Er lebte im 19. Jahrhundert an der amerikanischen Ostküste und schrieb dort für eine Tageszeitung, ehe er in okkulte Kreise geriet. Sein Buch über die Recherchen dort erlangte zu seiner Zeit einige Berühmtheit. Kernthema war der damals sehr populäre Cthulhu-Mythos. Der anfängliche Skeptiker beschreibt darin seine „Erweckung“ und Bekehrung zum Gläubigen des Mythos. Das Buch gilt als verschollen.

Man nimmt heute an, dass O’Conner – womöglich nach Drogenexperimenten – schwer psychisch erkrankte und schließlich obdach- und mittellos in Arkham verendete.

1. Servus, sprich: aus welcher Welt stammst Du und was zeichnet sie aus?

Es ist eine Welt voller Schrecken. Unter der blassen Tünche der Zivilisation und der Illusion der Herrschaft des Menschen über die Welt liegt eine Wahrheit puren Grauens. Die Menschheit, ihre Wissenschaft, ihre Staaten und Nationen – alles nur dünne Fassade, die mühelos von den unbegreiflichen Mächten eingerissen wird, wenn ihnen eines Tages danach sein sollte. Und dann bleibt nichts als Wahnsinn.

2. Und wer und was bist Du?

Ich? Ich bin ein Nichts. Eine Nussschale im tobenden Meer des Wahnsinns. Einst war ich ein Wahrheitssucher, habe für eine Zeitung geschrieben, wollte den Dingen auf den Grund gehen. Wie naiv ich war! Hätte ich die Wahrheit doch nie gefunden. Der Grund der Dinge ist viel zu tief – und in diesen Tiefen lauert der Wahnsinn.

3. Welches Element Deiner Heimatwelt hat Dich am meisten geprägt?

Da war … diese Hütte …

4. Körper, Magie oder Technologie?

Mein Körper ist eine schwache Hülle. Und Technologie? Lächerlich angesichts der Kräfte, die im Verborgenen wirken. Magie? Ja, die könnte vielleicht helfen. Doch sie zu erlernen fordert einen hohen Preis.

5. Bist Du eher Söldner oder kämpfst Du nur für Deine Ideale?

Ja, ich hatte Ideale. Die reine lautere Wahrheit. Da wo sie mutwillig verborgen wurde, wollte ich sie ans Licht zerren. Ich war überzeugt, dass die Wahrheit das höchste Gut für alle Menschen sei. Da lag ich falsch. Heute kämpfe ich nur noch ums Überleben.

6. Wer ist Dein ärgster Widersacher?

Wer? „Was“ wäre die bessere Frage. Und auch darauf fiele die Antwort schwer. Die Welt ist voller namenloser Schrecken, die überhaupt kein Interesse an unseren lächerlichen Wünschen, Hoffnungen und Plänen haben – und die zu überwinden völlig aussichtslos ist.

7. Und wer Dein bester Verbündeter?

Da war dieser Doktor. Er hieß Riemenschneider, glaube ich. Der war nett.

8. Was ist Dein peinlichstes Erlebnis?

Peinlich? Ha! Wisst ihr, was mir letztlich den Verstand geraubt hat? Ein Haus mit Hühnerfüßen!

9. Und was Dein größter Erfolg?

Die Erinnerung an die Ereignisse vor der … Hütte sind nur noch verschwommen. Aber ich glaube schon, dass wir hier und da ein paar fehlgeleiteten Kultisten eins auswischen konnten.

10. Nur zur Sicherheit: Lebst Du noch und bist dem Tod schon einmal spektakulär von der Schippe gesprungen? Falls nicht: Wie bist Du gestorben?

Ja, ich lebe noch. Auch wenn man es mehr überleben nennen muss. Denn was für ein Leben ist das noch? Ich habe Dinge gesehen, die kein Verstand ertragen kann.

11. Blicke auf Dein Leben zurück und stell Dir vor, es gäbe jemanden, jenseits Deiner Welt, der alle Deine Handlungen bestimmt: Würdest Du sagen, diese Person mache einen guten Job? Was wäre Deine größte Kritik?

Ja, das stelle ich mir oft vor. Und ich habe keinen Zweifel daran, dass dem so ist. Denn jenseits meiner Welt gibt es unzählige Dinge und Entitäten, für die wir nur Insekten und im besten Falle Spielfiguren sind. Doch kaum mehr als Bauern, die man unmotiviert nach vorne schiebt, um sie dann in den Untergang zu schicken. Würde diesen Jemand meine Kritik berühren? Berührt mich die Kritik einer Ameise, die ich unwissentlich zertrete?

Pfad zur Verdammnis

Nun gebietet es die uralte und ehrwürdige Tradition des Blogstöckchens, dass man selbst wiederum Fragen formuliert und weitere Blogger damit bewirft. Leider ist meine Kreativität hiermit erst einmal erschöpft – und das Thema Rollenspiel habe ich eigentlich auch schon länger hinter mir gelassen. Da ich das nun schon zum zweiten Mal so handhabe, ist mein Pfad in die Bloggerhölle nun wohl kaum noch umkehrbar. Wie es dort wohl aussieht?

20 Jahre Heldenfahrt: Neuer Vers und neues Layout

Zur Feier dieses Ereignisses – und des 20. Jubeljahrs – hab ich den vier „Büchern“ zudem ein übersichtlicheres Layout gegönnt.

Einem Lich geht’s an den Kragen

In Acens aktuellem Kapitel (oder „Vers“ wie es bei uns großspurig heißt) schnetzeln sich unsere beiden Fantasy-Helden weiter durch die Unterwelt. Diesmal geht es beim Sturm auf die vierte Hölle unter anderem einem Lich an den Kragen. Zu lesen in Buch vier ab Seite 149 (Link siehe unten). Wie immer habe ich den Text völlig unlektoriert hinzugefügt.

Mehr Übersicht

Bei der Gelegenheit habe ich mir erlaubt, allen vier Büchern ein etwas übersichtlicheres Layout zu verschaffen – beziehungsweise ein schlichtes Inhaltsverzeichnis. Zumindest der jeweils aktuelle Vers lässt sich dadurch vom geneigten Leser (zwei, drei mag es da ja geben) etwas leichter aufspüren.

Die Heldenfahrt

Wie und vor allem wann geht’s weiter

Damit wäre ich wieder an der Reihe. Die ein oder andere Idee schwirrt mir auch schon im Kopf herum. Grob muss es die Helden ja relativ zwangsläufig immer tiefer in die Unterwelt führen. Ich spiele aber mit dem Gedanken, das Ganze durch Rückblenden oder einen Schwenk auf die Ereignisse im Diesseits zu würzen. Aber das ist ja das Schöne an einem Round-Robin-Schreibprojekt. Ich kann schreiben, was ich will. Mal schauen, wann ich dazu komme.

Round… Was für ein Projekt?

Round Robin meint in diesem Zusammenhang, dass man abwechselnd eine Geschichte ohne Plan immer weiterschreibt. Ich hatte beim 15-jährigen Jubiläum der Heldenfahrt schon mal etwas näher ausgeführt, was das bei unserem Projekt bedeutet.

Und taucht das was?

Nun ja … Das müssen natürlich andere beurteilen. Vor allem die ersten Verse wirken auf mich aus der heutigen Sicht mittlerweile arg … nun … Hobby-Autoren-haft. Aber ich finde, wir sind über die Jahre und Jahrzehnte durchaus gereift – und man liest aus jedem Satz den Spaß und die Freude heraus, die wir beide ungebrochen damit hatten und immer noch haben.

Lesetagebuch: Die Damen und Herren Marvel

In dieser Ausgabe meines Lesetagebuchs breche ich mit meinem üblichen Schema und plaudere ausschließlich über einige der Comic-Superheldinnen und Helden, die unter dem Namen Captain Marvel beziehungsweise Miss Marvel unterwegs sind. Von denen hatte ich nämlich gerade ein paar am Wickel. Aber lest selbst.

Marvel? DC? Ja watt denn nu?

Mir soll es hier um jene Marvels – ob Captain oder Miss – gehen, die beim gleichnamigen Verlag ihr gutes Werk verrichten. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der „original“ Captain Marvel natürlich der Knabe ist, der mittlerweile unter dem Namen Shazam bei DC-Comics rumschwirrt. Dieses verlagsübergreifende Namensrechtewirrwarr ist für sich eine ganz spannende Geschichte, die der geneigte Leser bei Wikipedia gern nachlesen mag. Ich selbst bin mit dem DC-Captain nur relativ oberflächlich vertraut, hab hier und da mal was von ihm gelesen – und kenne natürlich das Amalgam beider Captains. Und bin kürzlich rein zufällig darauf gestoßen, dass sich einst sogar der gute alte Uderzo an dieser Marvel-Sippe versucht hat. Aber das nur nebenbei.

Der Klassiker: Mar-Vell

Der erste Captain, den Marvel sich nach dem Zugriff auf die Namensrechte ausgedacht hat, kommt als ziemlich schlichtes Superman-Duplikat daher. Mar-Vell ist ein außerirdischer Kree-Soldat, der eigentlich das irdische Raumfahrtprogramm sabotieren soll, sich dann aber dafür entscheidet, auf der Erde Gutes zu tun. Ob Kree generell Superkräfte haben oder nur auf der Erde – oder ob nur Mar-Vell (aus Gründen) welche hat – hat sich mir dabei nie so ganz erschlossen. Mar-Vells Armbänder (die passenderweise auch noch Sonnenenergie sammeln) spielen da sicher eine Rolle sowie das „kosmische Bewusstsein“, das ihm von irgendwelchen Überwesen verliehen wurde. So weit, so kryptonisch. Dass er schließlich dann auch noch regelmäßig den Platz mit dem Jugendlichen Rick Jones tauscht (sich also de facto in ihn verwandelt und vice versa), lässt ihn dann wieder als ziemlich dreiste Shazam-Dublette erscheinen.

Und dennoch: Mir haben die Sachen, die ich mit ihm gelesen habe allesamt recht gut gefallen. Zumal er auch immer mehr zum kosmischen Helden wurde, der im All umherdüst, um dort Abenteuer zu erleben. In dieser Reihe wurde auch der kosmische Erzschurke Thanos aus der Taufe gehoben, der das Marvel-Universum nachhaltig bereichert hat. Die Serie war allerdings nie erfolgreich genug, sodass man den Captain schließlich sterben ließ. Endgültig. Ja, wirklich und endgültig (alle bisherigen Wiederauferstehungen waren nur von kurzer Dauer). Und gerade sein dramatisches Ableben machte Mar-Vell und seine Geschichte dann doch zu einer ziemlich besonderen Sache, starb er doch nicht im Kampf sondern sehr „realistisch“ und eindringlich beschrieben an Krebs.

Söhne und andere Captains

Es folgte eine Zwischenphase, in der Monica Rambeau den Titel des Captains übernimmt und in der diverse Nachkommen von Mar-Vell etabliert werden, die ebenfalls kurz in die Fußstapfen des Vaters treten. Von all denen hab ich bislang aber nur sehr wenig gelesen. Genis-Vell (der Sohnemann) ist mir bislang nur in Avengers Forever kurz untergekommen.

Von der Miss zum Captain: Carol Danvers

Und dann war da noch Carol Danvers. Schon zu Lebzeiten Mar-Vells wurden der irdischen Pilotin durch einen recht hanebüchenen Unfall die Kräfte Captain Marvels übertragen, wodurch sie fürderhin sogar als genetische Halb-Kree galt. Wie damals üblich sollte sie künftig als weibliche Version des Helden durch die Gegend düsen, nannte sich folgerichtig Miss Marvel und tat ebendies.

Bis dato kannte ich von dieser Dame auch so gut wie gar nichts – außer, dass sie hin und wieder mal bei Anhäufungen mehrerer Avengers zugegen war. Als sie sich dann in Captain Marvel umbenannt hatte – und sie angesichts des nahenden Auftritts im MCU auch in den Comics immer bedeutender zu werden schien, habe ich kürzlich mal einen Comixology-Sale genutzt und mir ihre letzten Serien ab 2012 zugelegt.

Zeitreisen, Weltraumtripps und Alpha Flight

Es waren deren drei. Der erste Run lief von 2012 bis 2013, besteht aus 17 Heften, von denen blöderweise nur die ersten zwölf Hefte in Sammelbände zusammengefasst sind. Deswegen habe ich diesen Abschnitt nicht zu Ende gelesen – auch wenn er durchaus interessant ist. Zum einen beschließt Carol hier erstmals, sich in Captain Marvel umzubenennen, was durchaus nett thematisiert wird. Unter anderem hat sie sich dafür vor Monica Rambaeu (siehe oben) zu rechtfertigen. Kernhandlung ist eine Zeitreise, die sie unter anderem auch mit ihrem eigenen Origin konfrontiert.

In der nächsten Runde von 2014 bis 2015 zieht es Carol ins All, wo sie recht kurzweilige Abenteuer erlebt, die sie oft die Pfade der Guardians of the Galaxy kreuzen lassen. Hier tritt sie durchaus in die Fußstapfen des ollen Mar-Vell, der in seinen guten Storylines auch ein kosmischer Held war. Die 15 Hefte sind komplett auf drei Sammelbände aufgeteilt, die ich mir allesamt zu Gemüte geführt und für gut befunden habe.

Ihre Weltraum-Erfahrung hat wohl dazu geführt, dass sie in ihrer 2016 gestarteten Serie die orbitale Verteidigung der Erde unter der Bezeichnung Alpha Flight übernimmt. Moment mal … Alpha Flight? Waren das nicht die kanadischen Avengers? Jupp, ein paar der alten Helden aus diesem Team sind auch mit am Start, als Carol einen Angriff auf die Erde umboxen muss. Mehr als den ersten Sammelband, der noch unmittelbar vor dem Secret-Wars-Bruch spielt, habe ich hier noch nicht gelesen. Ohnehin folgen unmittelbar darauf die Ereignisse des zweiten Civil War.

Auch wenn sie an vielen Stellen als sehr klassischer Superheld (ihre genauen Kree-Kräfte habe ich nie so recht geschnallt – ist aber alles sehr Superman-mäßig) daher kommt, gefallen mir Carol und ihr drumherum (die obligatorischen Nicht-Super-Freunde, die Beziehung zu Rhodey und so weiter) sehr gut. Die draufgängerische Pilotin kommt oft sehr burschikos daher, haut gerne mal drauf, bevor sie nachfragt, hat aber – natürlich – das Herz am rechten Fleck. Und auch ihre Storys – ob im All oder auf Erden – machen bislang Laune.

Kamala Khan – die neue Miss Marvel

Und dann kam Kamala. Einer der großartigsten Neuzugänge der marvelschen Superheldenbevölkerung ist die junge Kamala Khan aus Jersey City. Tochter pakistanischer Einwanderer, absolutes Geek-Girl und größter lebender Carol-Danvers-Fan. Als sich dann auch noch herausstellt, dass sie Inhuman-Gene in sich trägt und (mehr oder weniger) spontan Superkräfte entwickelt, wird sie die neue Miss Marvel – und in bester Spidey-Tradition der jugendliche Beschützer der eigenen Nachbarschaft mit etlichen allzu menschlichen Problemen vor der Brust.

Diese Reihe ist eine absolute Kauf- und Leseempfehlung. Ich wüsste nicht, wann es Marvel zuletzt gelungen wäre, mit einer neuen Superheldin an den Start zu gehen, die eine so großartige Geschichte erzählt. Die Serie ist witzig, klug und spannend. Die Charaktere sind facettenreich und realistisch. Das ganze Konstrukt ist glaubhaft und fantastisch gleichermaßen.

Und wie geht’s jetzt weiter?

Bei Carol habe ich gerade Civil War 2 vor der Brust, scheue mich aber, da richtig einzusteigen. Das erste Heftchen dieses ersten Nach-Secret-Wars-Crossovers hat mich nur mäßig begeistert. Erneut stehen sich die Superhelden in zwei Fraktionen gegenüber. Diesmal heißt es jedoch Iron Man gegen Captain Marvel. Laut io9 musste Carol als positive Heldenfigur dabei aber ziemlich Federn lassen, weswegen Marvel jetzt wohl in einer neuen Reihe versucht, sie wieder sympathisch zu machen – damit auch alle in den kommenden MCU-Film gehen. Mal schauen, ob ich Civil War 2 einfach überspringe.

Und Kamala ist mittlerweile ein richtiger Avenger, ihre Serie verliert dabei aber nicht ihre Bodenhaftung. Die ersten Hefte aus dieser Zeit haben mir auch gut gefallen. Die unbedingte Leseempfehlung bleibt hier bestehen.

Geek Quest 2017/1: Brief an Perry Rhodan

Im ersten Teil gilt es einen Brief an ein Stückchen Popkultur zu verfassen, das einen im letzten Jahr besonders beschäftigt hat. Da hätte ich was.

Lieber Perry,

ich hab’s versucht, wirklich noch einmal versucht. Denn Du bist mir seit damals nie so ganz aus dem Kopf gegangen. Ich glaube, es war Band 2200, der mich nach Jahrzehnten des Sammelns und der Lektüre hunderter Heftromane endgültig hat aussteigen lassen. Zuvor hatte ich – ganz der begeisterte Fanboy – in einem Con (ja, bei Dir hieß es immer „der Con“) gesessen und auf einmal zu mir selbst gesagt: „Was machst Du hier eigentlich?“

Lang ist’s her …

Und doch habe ich immer mal wieder geschaut, was Du so machst, habe für Dich geschrieben, versucht, an die alten Zeiten anzuknüpfen, Deinen Geburtstag gefeiert.
Du hattest auch mal versprochen, Dich zu ändern – das hat aber vieles nur noch schlimmer gemacht.

Aber vielleicht liegt es ja auch an mir. Denn Du bist Dir ja treu geblieben. Science-Fiction war für Dich halt immer Technobabbel und Feuerkraft im All. Dabei konntest Du immer auch anders.

Ich weiß, es steht und fällt mit den Autorinnen und Autoren. Deswegen war ich ja voll der Hoffnung, als Du Dein Exposé-Team ausgetauscht und mal wieder Andreas Eschbach rangelassen hast. Doll war es nicht – aber die Hoffnung war geweckt.

Du locktest zudem mit einer neuen Comicreihe, die … nun ja … immerhin guten Willen erahnen ließ.

Aber dann hieß es im letzten Jahr auf einmal: Komm schnell zurück! Jetzt kommen die guten Autorinnen und Autoren mit den guten Romanen. Es wird alles wieder so wie früher! Und tatsächlich, Du hattest ein paar richtig gute Geschichten für mich. Und ich dachte: Ja, ich versuch’s wieder mit Dir, Perry. Ganz offiziell, als Stammleser der Erstauflage. Ich steig wieder voll ein, lese jede Woche jeden aktuellen Roman – und es wird ab jetzt immer großartig sein.

Doch ach …

Nach nur vier Heften ging es wieder los: die Handlung wurde zäher. Ich blieb zunächst optimistisch. Das ist sicher nur ein kleiner vorübergehender Schwächeanfall, dachte ich. So schnell wollte ich nicht aufgeben.

Vielleicht ein paar Hefte überspringen?, dachte ich mir. Aber ich hatte keine Chance. Wir hatten keine Chance. Du hast wieder angefangen, mich mit seitenlangen Exposédaten zu traktieren und ich erinnerte mich wieder, warum ich damals ausgestiegen war.

Und somit ist diese kurze Rückkehr zu Dir auch schon wieder Geschichte. Vielleicht sehen wir uns ja bei Band 3000.

Dein Roland

PS: Oh … Ich sehe gerade, die Perry-Rhodan-Comicreihe wird dieses Jahr fortgesetzt …?

Lesetagebuch: Marvel-Damen und ein Hauch Prosa

Bei Comixology gab’s nämlich einen großen Marvel-Sale – und ich habe mir fest vorgenommen, endlich mal wieder etwas Prosa zu mir zu nehmen. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Avengers – Die Korvac-Saga: Dieses klassische Marvel-Großereignis gab’s kürzlich im Rahmen der Hachette-Sammelserie. Davon hatte ich noch nie vorher gehört. Das Crossover aus den Avengers und den (damaligen) Guardians of the Galaxy (aus der Zukunft) macht Laune – und dieser Korvac ist ein durchaus interessanter Bösewicht. Zwar will auch er nichts anderes, als das Universum beherrschen – hat dabei aber durchaus „gute“ Absichten. Trotzdem können Captain America & Co. sowas natürlich nicht durchgehen lassen.

Neue Geschichten von Vater und Sohn Band 2: Schon letztes Jahr waren mein Nachwuchs und ich voller Freude darüber, dass die großartigen Vater-und-Sohn-Bildergeschichten von Erich Ohser aus den 30er Jahren eine moderne Fortsetzung erfahren haben. Den kürzlich erschienenen zweite Band dieser sehr gelungenen Neuauflage haben wir uns natürlich sofort zugelegt und durchgeschmökert. Wenn es jetzt jedes Jahr einen neuen Band geben sollte, wären wir hoch erfreut.

Thunderbolts: Was DC die Suicide Squad, ist Marvel das Thunderbolts-Team – Bösewichter, die mit zweifelhaften Mitteln Gutes tun. Die Zusammensetzung dieser Truppe wechselte über die Jahre. Zuletzt hatte General Ross (der rote Hulk) ein Team dieses Namens zusammengestellt, um ein paar Hinterlassenschaften aus der Zeit zu beseitigen, als er noch davon besessen war, den grünen (und manchmal auch grauen) Hulk zu besiegen. Diese Thunderbolts sind nicht direkt Schurken sondern vielmehr Antihelden, die sich schon immer mit radikaleren Methoden in der Grauzone bewegen: Punisher, Elektra, Venom, Deadpool und später kommt noch Ghostrider dazu. Und ein „echter“ Schurke ist auch dabei: Der Leader. Letzterer wurde kürzlich so behandelt, dass er nicht mehr grün sondern rot ist, was ihm den großartigen Namen „Red Leader“ beschert. Auch sonst macht die Miniserie viel Spaß – nicht nur wegen der interessanten Chemie innerhalb des Teams. Es rumst gewaltig.

Aktueller Lesestoff

Windjäger: Ich hoffe, ich komme in diese Steam-Fantasy-Geschichte von Jim Butcher wieder rein. Hab sie sträflicherweise monatelang auf dem Kindle verstauben lassen. Über Weihnachten wird das endlich wieder geändert. Sie ist nämlich sehr gut. Mit sprechenden Katzen!

Der Zauberer der Smaragdenstadt: Und auch diese russische Oz-Nacherzählung wird wieder aufgenommen. Schließlich interessiert sich der Nachwuchs auch dafür, wie es mit Elli in Goodwins Land weitergeht, nachdem sie mit ihrer Hütte die böse Hexe erschlagen hat.

Nick Fury: Der Agent (und Chef) von SHIELD hatte schon in klassischen Zeiten seine eigene Comic-Serie, in der er wohl hauptsächlich gegen böse Ostblock-Spione vorgehen musste. In der Hachette-Sammelreihe erscheinen diese Abenteuer gleich in zwei Bänden. Teil eins hab ich gerade am Wickel.

Entenhausen Edition: Bei dieser grandiosen Barks-Fuchs-Gesamtausgabe mit den (kürzeren) Geschichten um Donald Duck und seine Sippe bin ich nun fast auf Stand. Aktuell liegt glaube ich Band 41 in den Läden, mit den ersten 40 bin ich so gut wie durch. Viele der Geschichten kannte ich schon von früher aus der Micky Maus oder den Donald Duck Sonderheften – aber es macht immer Spaß, sie erneut zu lesen. Und es ist etliches dabei, das ich noch nicht kannte. Interessant übrigens, dass der gute Carl Barks viele Storys und Motive im Abstand von einigen Jahren einfach noch mal verarbeitet hat – und welche Änderungen er dann vorgenommen hat.

Ms. Marvel: Endlich, endlich folge ich dem Rat des formidablen Reumeier und lese die Ms. Marvel Serie, die seit 2014 die Geschichte der jungen muslimischen Superheldin Kamala Khan erzählt, die in Jersey City für Recht und Ordnung sorgt – und einen Großteil der Zeit damit beschäftigt ist, ihr eigenes Leben auf die Reihe zu kriegen. Und natürlich hatte der Reumeier Recht: Die Serie ist großartig und Pflichtlektüre nicht nur für eingefleischte Marvel-Comic-Fans.

Was als nächstes?

Star Wars Masters Series 15: In dieser Comic-Sammelserie bringt Panini weiterhin tapfer die mittlerweile nicht mehr kanonischen Star-Wars-Comics aus dem Dark Horse Verlag heraus. Zu meiner großen Freude, denn vieles aus dieser sehr hochwertigen Ära kenne ich noch nicht. So auch Jango und Boba Fett – Blutsbande. Ich bin gespannt.

Marvel Hachette: Auf meinem Lesestapel haben sich mittlerweile zwei weitere Bände der Marvel-Sammelserie eingefunden: Der Klassiker Thor – Ragnarök und das etwas neuere Daredevil – Schall und Wut. Ersteres ist ja zumindest namenstechnisch eine der Vorlagen für den kommenden Thor-Film.

Comixology Marvel-Sale: Tja, und dann haben die Halunken bei Comixology mal wieder ihre Spendierhosen an- und einen riesigen Marvel-Ausverkauf aufgezogen. Da musste ich natürlich zuschlagen. So gibt es demnächst: Venom: Space Knight, Namor: The First Mutant, The Mighty Thor, Loki: Agent of Asgard, alles von Captain Marvel von 2012 bis jetze sowie Obi-Wan & Anakin (ist ja mittlerweile auch Marvel).

Das Lange Utopia: Und schließlich wartet mit dem vierten und letzten Band der Lange-Erde-Serie von Terry Pratchett und Stephen Baxter noch ein wenig Prosa auf dem Kindle auf mich.

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