Kategorie: Bingetagebuch

Bingetagebuch: Battlestar Galactica

Ich lege mich fest: aus den Jahren 2003 bis 2009 ist eine der besten -Serien überhaupt. Dabei habe ich sie noch nicht mal ganz durch. Dennoch ist es Zeit für eine kleine Lobhudelung.

Neue Kampfsterne fliegen gut

Mir geht es hier wie gesagt um die Neuauflage der Serie aus dem Jahr 2003. Die Originalserie aus den 70ern erfuhr in jenem Jahr ein Remake, das hoch gelobt wurde und sich erfolgreich über vier Staffeln und diverse Miniserien, Webserien, Einzelfilme und eine kurze Spin-off-Serie erstreckte. Ich habe das damals zwar mitbekommen und auch kurz mal reingeschaut – bin aber aus unerfindlichen Gründen nicht hängengeblieben. Ein sträfliches Versäumnis, das ich gerade nachhole. Wenn man also – wie ich – Battlestar Galactica heutzutage schauen möchte, kann man zu DVD- und Blueray-Boxen greifen oder1 bei einem der allseits beliebten Streamingdienste bingen.2 Dies also wäre das komplette Werk:3

  • Battlestar Galactica die Miniserie / der Pilotfilm (2003) – Ich habe den zweiteiligen Pilotfilm (2 x 90 Minuten) vor ein paar Jahren gestreamt, dort scheint es ihn einer schnellen Recherche zufolge aber nicht mehr zu geben. Hilft also nix – DVD/Blueray kaufen!
  • Battlestar Galactica: Staffel 1 (2004) – Die 13 Folgen der ersten Staffel (je 45 Minuten) kann man aktuell für schmales Geld streamen oder auf silbernen Scheiben erwerben.
  • Battlestar Galactica: Staffel 2 (2005) – Die zweite Staffel hat stolze 20 Folgen (Verfügbarkeit siehe oben).
  • Battlestar Galactica: The Resistance (2006) – Die aus zehn fünfminütigen Webisodes bestehende Winz-Serie ist bei keinem mir bekannten Streamingdienst zu finden, vermutlich aber in der ein oder anderen DVD-Komplettbox enthalten. Eventuell lohnt es sich, den Titel in die YouTube-Suche einzugeben.
  • Battlestar Galactica: Staffel 3 (2006) – Ebenfalls 20 Folgen, ebenfalls bei besagtem Streamingdienst sowie auf Siberscheiben erhältlich.
  • Battlestar Galactica: Razor / Auf Messers Schneide (2007) – Dieser separate knapp 90-minütige Fernsehfilm ist bei meinem Streamingdienst im Paket mit der vierten Staffel erhältlich (obwohl er eigentlich eine Rückblende auf Ereignisse der zweiten Staffel darstellt). Mag sein, dass dies auch schon in der entsprechenden Staffelbox der Fall war.
  • Battlestar Galactica: Razor Flashbacks (2007) – Diese sieben nur wenige Minuten langen Webisodes sind abermals nirgends zu finden. Außer vielleicht bei YouTube.
  • Battlestar Galactica: Staffel 4 (2008) – Die letzte Staffel besteht (je nach Zählweise) erneut aus 20 Episoden. Mein Streamingdienst teilt die Abschlussepisode in zwei Folgen auf und packt wie gesagt noch den Einzelfilm Razor als Doppelfolge an den Anfang, sodass man hier auf 23 Folgen kommt. Vermutlich wird das in den DVD-Boxen für den deutschen Markt ähnlich gehandhabt.
  • Battlestar Galactica: The Face of the Enemy (2008) – Erneut ein paar Webisodes. Diesmal zehn Episoden mit je fünf Minuten Länge. Nach denen hab ich mich noch nicht auf die Suche gemacht.
  • Battlestar Galactica: The Plan / der Plan (2009) – Ein weiterer Prequel-TV-Film. Den gibt’s separat zum Streamen. Und natürlich auf Silberscheibe.
  • Caprica (2010) – Die Spin-off-Serie ist nach nur einer Staffel mit 18 Episoden eingestellt worden. Ersten Recherchen zufolge kann man die wohl nirgends streamen. Mal schauen, ob ich da irgendwann zur DVD-Box greife.
  • Battlestar Galactica: Blood & Chrome (2012/2013) – Diese Prequel-Film war wohl ursprünglich als Pilot für eine Spin-off-Serie gedacht, wurde dann zunächst als erneute Web-Serie veröffentlicht und schließlich als nacheditierter Film herausgebracht. Danach habe ich auch noch nicht gesucht.

Das ist jetzt wohlgemerkt die erscheinungs-chronologische Reihenfolge und nicht zwingend die einzuhaltende Guck-Reihenfolge. Ich empfehle dringend, mit der Miniserie zu beginnen, um dann die vier Staffeln zu schauen. The Resistance sollte man schon zwischen Staffel zwei und drei einschieben, da es sich dort handlungs-chronologisch einfügt – wenn man denn möchte. Man kann es aber auch weglassen. Razor steckt wie gesagt meist im Paket der vierten Staffel mit drin. Alle Einzelfilme und weiteren Webserien sind Rückblenden, die man sich auch im Anschluss reindrehen oder weglassen kann. Und Caprica ist halt eine Prequel-Serie.

Wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!

Aktuell habe ich davon die ersten drei Staffeln inklusive der ersten Webserie The Resistance sowie den TV-Film Razor gesehen. In die Razor Flashbacks habe ich ein wenig reinschauen können, die stellen aber ohnehin nur eine geringfügig ausführlichere Version einer Szene des TV-Films dar. Vor allem nach dem Finale der dritten Staffel ist meine Begeisterung auf einem absoluten Höhepunkt, sodass ich von meinem Vorsatz, alles Material aus diesem Universum aufsaugen zu müssen, aktuell nicht abzubringen bin.

Allerdings ist mir wohlbekannt, dass die vierte Staffel und vor allem das Ende der Serie unter den Fans gelinde gesagt umstritten sind. Ich bin daher schon selbst sehr gespannt, wie ich das Finale empfinden und ob es gar meine aktuell hohe Meinung von der Serie relativieren wird.

EDIT: Lange nach meinem Abschluss der Serie habe ich sogar mit dem BSG-Ende meinen Frieden machen können.

Wie auch immer, ab hier gilt vorsichtshalber:

WARNUNG VOR DEM SPOILER

Was bisher geschah

Die Serie ist eine komplette Neuerzählung der Handlung der alten Serie, sie stellt also keine Fortsetzung dar. Es gibt ein paar Anspielungen auf die alte Optik, die Namen von Orten und Charakteren sind gleich, der Grundplot ist identisch, weicht in etlichen Details aber teils deutlich ab. Sehr zum Vorteil des Ganzen, so die einhellige Meinung, der ich mich vollumfänglich anschließe.

Die Menschheit lebt mehr oder weniger friedlich auf den zwölf Kolonien, zwölf bewohnbare Welten, die offenbar um vier Sonnen kreisen, die sich in relativer Nähe zueinander befinden. Man beherrscht die überlichtschnelle Raumfahrt, die Welten treiben regen Handel und Austausch miteinander und sind in einem allumfassenden Staatengebilde zusammengeschlossen. Vor einigen Jahrzehnten endete der Krieg mit den Zylonen, einer Rasse intelligenter Maschinen, die einst von den Menschen erschaffen wurde und sich dann gegen ihre Schöpfer erhoben hat. Seither besteht ein Waffenstillstand und seit 40 Jahren hat niemand in den Kolonien mehr einen Zylonen gesehen. Irgendwo am Rande des menschlichen Einflussbereiches schwebt eine Raumstation, zu der in regelmäßigen Abständen ein Gesandter der Kolonien reist, um Verhandlungen zu führen – von zylonischer Seite ist dort aber nie jemand erschienen. Bis jetzt.

Die Handlung setzt ein mit dem völlig überraschenden Angriff der Zylonen auf alle zwölf Kolonien. Es gelingt ihnen auf einen Schlag alle militärischen Kräfte der Menschen mit einem Virus lahmzulegen und die Planeten mit Atomwaffen zu bombardieren. Neben dem Überraschungsmoment kam ihnen auch der zunächst unbewusste Verrat des Wissenschaftlers Gaius Baltar zugute, der dem weiblichen Zylonenmodell Nummer Sechs die Zugangscodes zu den Verteidigungssystemen übergab. Zu dem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es menschenähnliche Zylonen überhaupt gibt. Der Angriff gipfelt in der fast vollständigen Auslöschung der Menschheit. Lediglich einer kleinen Flotte ziviler Raumschiffe und dem letzten verbliebenen Kampfstern Galactica gelingt die Flucht. Mit ungefähr 50.000 Überlebenden an Bord entkommt die Flotte der Vernichtung. Um die Moral an Bord aufrecht zu erhalten, behauptet der Kommandant der Galactica Adama, den Weg zu einem legendären Planeten zu kennen, von dem in alten religiösen Schriften die Rede ist: die Erde.

Es folgt über vier Staffeln hinweg die Schilderung der jahrelangen Reise und ständigen Flucht vor den Zylonen mit etlichen Hindernissen, Krisen, Rückblenden und überraschenden Wendungen, die ich hier im Einzelnen gar nicht alle wiedergeben möchte. In Staffel vier wird das Ziel schließlich auf die ein oder andere Weise erreicht und die Handlung kommt zu einem Abschluss, über dessen Qualität sich die Geister wie gesagt scheiden.

Der erste Eindruck trügt oft

Als ich vor bald 15 Jahren zum ersten Mal einen Blick in diese Serie warf, gab es ein paar Punkte, die mich abgeschreckt und vom Weiterschauen abgehalten haben. Auch wenn ich als Kind etliches davon gesehen habe, war ich kein überbordend großer Fan der Originalserie. Dennoch störte mich ein wenig die Darstellung der menschlichen Kultur der zwölf Kolonien im Reboot. In der alten Serie war alles sehr auf Pseudoantike gemacht, was ich angenehm fremdartig empfand. Im Reboot hingegen rennen alle mit Klamotten des 20./21. Jahrhunderts herum und Gesellschafts- und Regierungsform sind sehr nah an die USA angelehnt. Das fand ich damals irgendwie doof.

Und dann ging mir die Wackelkamera ziemlich auf den Senkel. Was heute kaum mehr auffällt, weil es fast schon standard ist, war damals noch relativ neu. Bei „Lost“ hatte ich es noch ertragen, dass die Kamera stets und ständig schaukelte, als würde ein Amateur das gerade ungefiltert dokumentieren. Zu der Absturz-Robinson-Geschichte passte der Found-Footage-Stil ja noch irgendwie. Bei meinem ersten BSG-Guckversuch empfand ich das aber als aufgesetzt und störend.

Heute weiß ich, dass ich diese Vorbehalte schon damals hätte beiseite wischen müssen. Sie fallen angesichts der Großartigkeit der Serie kaum ins Gewicht. Im Gegenteil. Mittlerweile halte ich beides sogar für Vorteile. Indem man dem Zuschauer weitgehend vertraute Gesellschaftsstrukturen präsentiert und davon absieht, das Regierungs- und Rechtssystem sowie die militärische Kommandostruktur jedesmal erklären zu müssen, kann man sich voll auf die Darstellung des eigentlich interessanten konzentrieren: die Charaktere und ihre inneren und äußeren Konflikte, elementare existenzielle Themen und richtig gutes Drama. Selbst mit der Wackelkamera habe ich meinen Frieden gemacht.

Schon vor etlichen Jahren habe ich immer mal wieder aufgeschnappt, wie gut diese Serie tatsächlich sein muss und immer im Hinterkopf gehabt: Irgendwann musst du das mal gucken. Dank moderner Streamingdienste und mobiler Endgeräte war es 2017 dann endlich soweit. Und ich staune immer wieder darüber, wie gut die Serie auf allen Ebenen tatsächlich ist, dass ich es gar nicht in wenige Worte fassen kann.

Grandios auf allen Ebenen

Es fängt schon mit der Musik an, der es stets gelingt, die ohnehin schon bewegenden Szenen dermaßen genial zu unterlegen, wie man es sonst nur aus guten Kinofilmen gewohnt ist. Nicht nur das – die Tracks sind so gelungen, dass die meisten auch für sich allein genommen sehr gut funktionieren. Und dieses Urteil will aus dem Munde eines (Film-) Musikmuffels wie mich etwas heißen. Auch die Effekte sind für ihre Zeit und den Rahmen einer TV-Serie herausragend. Ohnehin war ich von Anfang an von der physikalischen Akuratesse begeistert, mit der sich die Raumschiffe (meistens) bewegen. Das verschafft vor allem den Weltraumszenen einen Realismus und den Kampfszenen eine Ernsthaftigkeit, wie man sie in diesem Genre so nur selten sieht.

Realismus möchte ich auch dem gesamten Szenario attestieren – vor allem wenn es um die konkreten Charaktere und ihre Dramen geht. Selten habe ich den Umgang mit Trauer, Famileindramen, Krankheiten, Krieg, Terror, Tod, Alkoholismus und überhaupt der gesamten Bandbreite menschlicher Tragödie in einer Genreserie so lebensecht dargestellt gesehen. So gelingt es der Serie auch, dass man fast mit jedem Charakter mitfiebert, sich mit vielen davon identifiziert und sich ernsthaft für sie interessiert. Selbst etwas blassere und manchmal vielleicht sogar nervige Charaktere kriegen wenigstens einmal ihren großen Moment.

Das alles sei nur ein Schlaglicht auf die Ursachen meiner Begeisterung. Um all das ernsthaft zu würdigen, müsste man viel tiefer staffel- oder gar episodenweise einsteigen – was an anderer Stelle bestimmt schon oft geschehen ist. Für mich kumuliert das alles in der Schlussszene des Staffelfinales von Season 3 – eines der besten Staffelenden aller Zeiten.

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SO SAY WE ALL!

––––––––––––
  1. das meiste[]
  2. nicht der, bei dem alles in der Flatrate enthalten ist, sondern der andere – kostet auch noch extra, aber es lohnt sich []
  3. oder hab ich was vergessen?[]

Bingetagebuch: Auf Enterprise folgt Galactica

Gerade fertiggeguckt

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The Flash – Unlängst gab’s Staffel drei für lau bei Amazon. Da musste ich mal wieder zuschlagen. Und es hat sich gelohnt. Die Story war erneut absurd hanebüchener unlogischer Quark. Aber ich kann mir nicht helfen – ich finde es großartig. Ich mag einfach alle Charaktere und die kitschig-dramatische Chemie zwischen ihnen. Die Handlung ist dabei gar nicht so wichtig. Es beginnt mit einer Flashpoint-Variante: Barry verhindert per Zeitreise die Ermordung seiner Mutter und bringt damit alles mächtig durcheinander. Nach ein paar Folgen erkennt er seinen Fehler, versucht alles wieder rückgängig zu machen – und sieht sich den Rest der Staffel mit einem noch fieseren Evil-Speedster konfrontiert als in den beiden Staffeln davor.
The Flash | seit 2014 | The CW | vier Staffeln mit je 23 Folgen

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Weißensee – Das war mal eine richtig gute deutsche Serie. In vier Staffeln wird am Beispiel einer recht komplexen ostberliner Großfamilie „Glanzzeit“ und Ende der DDR erzählt. Die ersten beiden Staffeln zeigen recht anschaulich Leben und Funktionieren in den Jahren 1980 beziehungsweise 1987. Staffel drei und vier begleiten Zusammenbruch, Mauerfall und Währungsunion von 1989 bis 1990. Das ganze mit hervorragenden Schauspielern in Szene gesetzt. Man mag sich daran stören, dass besagter Familie offenbar alles widerfährt, was DDR und Wende an Schicksal und Unbilden so zu bieten hatten, aber dafür ist es nun mal Fiktion – wenn auch mit sehr realem historischen Hintergrund. Einwandfrei! Die Web-Mini-Serie ist allerdings nur so mittellustig.
Weißensee | 2010-2018 | ARD | vier Staffeln mit jeweils sechs Folgen – und eine Webserie mit zehn Minifolgen

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The Alienist – Sehr nettes Kriminalstück in klassischer Sherlock-Holmes-Manier. Im New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts verdingt sich der Psychologe Dr. Laszlo Kreizler als Privatermittler – durchaus mit dem Segen des Polizeichefs Theodore Roosevelt (ja, DER Roosevelt). Mit dem ein oder anderen Watson an seiner Seite ist er einem Serienmörder auf der Spur, der die Halbwelt New Yorks in Angst und Schrecken versetzt. Der traditionellen Dramaturgie folgend gelingt es den Helden, den Schurken nach einigen Rückschlägen und falschen Fährten schließlich zur Strecke zu bringen. Das ganze besticht vor allem durch das interessante Szenario und die durchaus interessanten Charaktere. Kann man sich angucken.
The Alienist | 2018 | TNT / Netflix | eine Staffel mit zehn Folgen

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The Rain – Mit dem dänischen Netflix-Aufschlag haben wir uns erst etwas schwer getan – es dann aber doch relativ flott durchgebinged. Die anfängliche Sorge, dass es sich um eine reine Teenie-Veranstaltung handelt, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Das ganze ist im Grunde ein Endzeit-Roadmovie. Nach der Freisetzung eines tödlichen Virus via Regen versucht eine Gruppe Überlebender die Quarantänezone über Dänemark in Richtung Schweden zu verlassen. Alles in allem war das jetzt nur mäßig spektakulär – aber durchaus auch ein wenig spannend.
The Rain | 2018 | Netflix | eine Staffel mit acht Folgen

Star Trek – Nein, ich habe mich jetzt nicht noch einmal durch alle -TOS-Folgen gequält. So weit geht meine nostalgische Begeisterung dann doch nicht. Zwei Folgen musste ich mir aus Gründen aber doch noch mal reindrehen – und zwar Mirror Mirror aus der zweiten und The Tholian Web aus der dritten Staffel. Ersteres hatte natürlich auch mit den Spiegeluniversums-Folgen bei Discovery zu tun – vor allem aber lag das an dem Ausflug der Serie Enterprise in das Mirrorverse (siehe unten). Da diese sich direkt auf die Tholianer-Folge bezog (die entsprechenden Folgen bei Discovery im Übrigen auch), wollte ich sie mir noch einmal vergegenwärtigen. Und ja, es war munter, mal wieder die gute alte Originalcrew in Action zu sehen – aber alles Neue, was man in diesem Universum macht, auch heute noch sklavisch an dem alten Kram zu messen, finde ich dann doch etwas schräg.
Star Trek | 1966-1969 | NBC | drei Staffeln mit 29, 26 und 24 Folgen + ein Pilotfilm

Star Trek: Enterprise – Hiermit habe ich mein Vorhaben, ENT komplett zu gucken, endlich umgesetzt und abgeschlossen. Mit mehr als einer Träne im Knopfloch habe ich die vierte und letzte Staffel beendet und bedaure ernsthaft, dass die Saga um Archer, T’Pol, Trip, Hoshi, Phlox nicht mehr weitergeht. Schon in der dritten Staffel mit den Xindi hatte die Serie meiner Meinung nach ordentlich an Fahrt aufgenommen – und Staffel vier zeigte definitiv das längerfristige Potential, das sie gehabt hätte. Von der mäßigen Doppelfolge zu Beginn abgesehen waren das allesamt sehr feine Folgen, die auch noch eine Menge zum Kanon beitrugen. Als Beispiel sei nur der Data-Augments-Klingonen-Stirnwülste-Komplex genannt. Der absolute Höhepunkt für mich war die Doppelfolge im Spiegeluniversum – und mit der Terra-Nova-Storyline wurde es sogar noch einmal richtig politisch relevant, indem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit thematisiert wurden. Um so bedauerlicher die schwache Abschluss-Episode, die fast schon unwürdig zu nennen ist. Dabei ist die Grundidee, einen Bogen zu einer der anderen Serien zu schlagen, durchaus nett. Aber einen viel zu alten Riker in ein Holodeck zu stecken und der ENT-Crew ihren größten Erfolg – nämlich die Gründung der Föderation – letztlich vorzuenthalten, fand ich dann sehr unbefriedigend. Ich habe mir sagen lassen, dass es ein paar Romane gibt, die diese Scharte auswetzen (und dabei gleich auch Trips Opfertod für nichtig erklären). Da lese ich vielleicht demnächst mal rein. Beruhigend finde ich auch, dass Discovery die Fahne dieser kleinen Star-Trek-Serie hochhält und sich oft auf sie bezieht.
Star Trek: Enterprise | 2001 bis 2005 | UPN | vier Staffeln mit 26, 24 bzw. 22 Folgen

Aktuell auf dem Bildschirm

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Battlestar Galactica – Endlich komme ich dazu, die zweite Staffel dieser großartigen -Serie zu gucken. Nachdem ich vor gut einem Jahr die Pilot-Miniserie und Staffel eins verschlungen habe, wird es auch allerhöchste Zeit. Staffel zwei hab ich bald schon wieder halb durch und bin ungebrochen begeistert. Nicht nur die Story und das Szenario, auch die Charakterere, die Dialoge sind großartig. Da drängt sich mir fast die Frage auf: Wieso ist so gut? Hatten die so viel Geld/Ressourcen zur Verfügung? Zufall? Glück? Ich bin hin und weg.
Battlestar Galactica | 2003-2009 | SciFi-Channel/Sky One | vier Staffeln mit je 13 bzw. 20 Folgen plus einem zweiteiligen Pilotfilm und diversen TV-Filmen

Haus des Geldes – Diese spanische Gangster-Serie bekommt jetzt auch mal eine Chance. Schwärmt ja der ein oder andere von. Die erste Folge verspricht durchaus Potential. Mal schauen, ob wir dran bleiben. Alles beginnt recht klassisch mit der Planung und Durchführung eines Super-Raubüberfalls. Ein Schlaukopf stellt eine Truppe zusammen, mit der er eine Gelddruckerei um mehrere Milliarden Euro erleichtern will. Natürlich geht nicht alles glatt. Bin gespannt, wohin sich das noch entwickelt.
Haus des Geldes | seit 2017 | Antena 3/Netflix | eine Staffel in zwei „Teilen“ mit insgesamt 22 Folgen

Was als nächstes?

Der Pate von Bombay – Narcos auf Indisch? Och, wieso nicht? 6. Juli geht’s los.
Der Pate von Bombay | seit 2018 | Netflix | eine Staffel mit zehn (?) Folgen

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | The IT Crowd | Twin Peaks | Star Wars: The Clone Wars | Inhumans | Young Sheldon | The Man in the High Castle | Ninjago | Nexo Knights | Arrow | Supergirl

Bingetagebuch: Dark, Discovery und Dirk Gently

Ein bisschen was habe ich aber wegschaffen können – und es waren durchaus angenehme Überraschungen dabei.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | The IT Crowd | Battlestar Galactica | Twin Peaks | Arrow | Supergirl | Inhumans | Young Sheldon | The Clone Wars | The Man in the High Castle | Ninjago | Nexo Knights

Gerade fertiggeguckt

Dark – Definitiv die Überraschung des TV-Jahres 2017. Mit Dark wagte Netflix erstmals die Produktion einer deutschen fantastischen Serie. Das Wagnis hat sich meines Erachtens ausgezahlt. Man präsentierte uns einen spannenden Mysterie-Zeitreise-Plot mit interessanten Charakteren, mit denen man mitfiebern konnte. Den fiktiven Handlungsort keiner konkreten deutschen Region zuzuordnen hat mich nur wenig gestört. Der Raider-Twix-Gag wurde vielleicht einen Hauch zu oft strapaziert. Alles in allem war das eine sehr gelungene Geschichte mit anständigem Cliffhanger am Schluss. Hoffe und freue mich auf Staffel zwo.
Dark | 2017 | Netflix | eine Staffel mit zehn Folgen

Westworld – Den Original-Film nebst Fortsetzung hatte ich gar nicht mehr so präsent. Auch deshalb hatte ich mich etwas geziert, ehe ich mit dieser hochgelobten Serie angefangen habe. Dann wurde sie aber auch relativ flott durchgebinged. Denn neben den größtenteils interessanten Charakteren (allen voran natürlich der großartige Anthony Hopkins) und dem durchaus spannenden Plot, geht die Serie grundlegende philosophische Fragen an. Wenn die künstlichen Intelligenzen sich selbst erkennen und fragen, was es mit ihrem freien Willen und ihrem Bewusstsein auf sich hat, gilt die Antwort natürlich auch uns selbst. Staffel zwei ist glücklicherweise nicht mehr fern.
Westworld | 2016 | HBO | eine Staffel mit zehn Folgen

Dirk Gently – Nachdem die erste Staffel mit ihrer absurden Zeitreisegeschichte schon sehr zu gefallen wusste, setzt die zweite (und leider wohl letzte) Staffel komplett auf ein Mysterie-Fantasy-Szenario. Absurd, skurril und abgedreht bleibt es natürlich. Zwischen Scherenschwerter schwingenden Kriegern, fiesen Zauberern und bekifften Dorfpolizisten stolpern der lose an sein gleichnamiges literarisches Vorbild angelehnte Dirk Gently und sein hobbitäugiger Sidekick durch die abstruse Handlung, dass es eine Freude ist. Die Nachricht, dass es nach Staffel zwei wohl nicht mehr weitergeht, betrübt mich schon ein wenig.
Dirk Gentlys holistische Detektei | 2016 bis 2017 | BBC America | zwei Staffeln mit acht bzw. zehn Folgen

Star Trek: Discovery – Schon nach den ersten paar Episoden hatte ich mich etwas ausführlicher mit der neuen Star-Trek-Serie auseinandergesetzt. An meiner positiven Bewertung hat sich auch nach Ende der ersten Staffel kaum etwas geändert. Mir hat die Serie rundum gut gefallen. Tatsächlich mag sie bei allen zugestandenen Holpereien sogar eine der gelungensten ersten Staffeln in Trek überhaupt sein. Denn selbst der größte TNG-Fan wird zugestehen, dass einem die erste Staffel die Fußnägel hochklappen lässt. Aber zurück zu Discovery: Die Spiegeluniversums-Folgen waren für mich das absolute Highlight. Und selbst der Schluss-Cliffhanger, den viele als übertriebenen Fanservice bemängelt haben, hat mir gut gefallen. Das und die nachgeschobene Imperator-Sektion-31-Szene lassen mich sehr auf die nächste Staffel hoffen.
Star Trek: Discovery | 2017 | CBS | eine Staffel mit 15 Folgen

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Lost in Space – Alte Serien neu zu machen ist ja längst eine übliche Praxis. Nun hat es Lost in Space erwischt. Das Original kenne ich dabei gar nicht mal, habe nur die eher mäßige Kinoumsetzung gesehen, von der ich aber eigentlich alles wieder vergessen habe. Da erste Bilder, die man so im Netz mitbekommen hat, ganz ansprechend waren, bekam die Serie ihre Chance – und sie wurde von uns tatsächlich in kürzester Zeit komplett durchgebinged. Nach den ersten Folgen erinnerte sie mich stark an die Serie Earth 2 aus den 90ern. Ohnehin drängen sich einem ständig Assoziationen mit Alien, Pitch Black oder anderen SF-Klassikern auf – was aber bei einer SF-Serie kaum zu vermeiden sein dürfte. Lost in Space zählt nach der ersten Staffel keineswegs zu den besten Serien der Welt. Ein, zwei Charaktere sind etwas anstrengend – ebenso der Zwang, in jeder Folge mindestens zwei lebensgefährliche Situationen zu beschreiben, die erst in letzter Sekunde bereinigt werden. Dennoch war die Geschichte alles in allem sehr unterhaltsam, spannend und kurzweilig erzählt, die meisten Charaktere und ihre „Chemie“ waren interessant und die Optik wusste zu gefallen. Davon darf es meinetwegen gern noch eine Staffel geben.
Lost in Space | 2018 | Netflix | eine Staffel mit zehn Folgen

Aktuell auf dem Bildschirm

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The Flash – Ich habe es ja schon ein paar Mal gesagt: Während die bei Marvel die besseren Filme machen, gelingt den DClern das mit den Serien besser. Zumindest gilt letzteres bei The Flash. Die Serie wusste mich irgendwie von Anfang an zu packen, was ich gar nicht so konkret an irgendwas festmachen kann. Schließlich ging es – vor allem in der ersten Staffel – auch um kaum mehr als um das sprichwörtliche monster of the week. Vermutlich waren es die Charaktere und ihr Beziehungsgeflecht – ich weiß es nicht. Die Beigeisterung hält jedenfalls auch in Staffel drei an, die ich jetzt am Wickel habe – auch wenn nach Reverse-Flash und Zoom mit Savitar schlicht ein weiterer Speedster-Schurke präsentiert wird, den es zu überwinden gilt, womit sich die Metahandlung der beiden ersten Staffeln im Grunde wiederholt. Egal. Ich fiebere erneut mit Barry Allen und seinem Team Flash, die mittlerweile auch ziemlich ungeniert zwischen den Parallelwelten und alternativen Realitäten hin und her springen, dass es eine Freude ist.
The Flash | seit 2014 | The CW | vier Staffeln mit jeweils 23 Folgen (Staffel vier läuft noch)

Weißensee – Ja, es gibt auch gute deutsche Serien jenseits von Tatort und Alarm für Cobra 11. Dazu zählt unter anderem Weißensee, worin das Schicksal zweier Ost-Berliner Familien erzählt wird, die – obgleich sehr verschieden – eng miteinander verbunden sind. Die eine ist größtmöglich privilegiert, da Vater und der älteste Sohn hohe Stasi-Tiere sind, die andere besteht aus einer Mutter, die als – wenn auch systemkritische – Künstlerin durchaus auch zu den Bessergestellten gehört, und ihrer Tochter. Diese beiden Familien verbindet wie gesagt das ein oder andere Geheimnis – und natürlich kommen weitere Verbindungen hinzu. Sehr spannend, mit großartigen Schauspielern und historischer Relevanz.
Weißensee | seit 2010 | ARD | vier Staffeln mit jeweils sechs Folgen (Staffel vier wird erst ausgestrahlt)

https://www.youtube.com/watch?v=zLyzVyMAs3I

Star Trek: Enterprise – Gerade die dritte Staffel mit den Xindi hat mir in der Rückschau dann doch sehr gut gefallen. Spannend, mit guter Metahandlung und durchaus vorhandener Charakterentwicklung. Im Übrigen fiel mir erneut auf, dass man das komplette Gemecker an Discovery eins zu eins auf ENT übertragen könnte. Naja … wurde ja auch nach vier Staffeln eingestellt … Egal. Mir gefallen beide Serien gut – auch wenn mich die Start-Doppelfolge der vierten Staffel etwas ausgebremst hat. Aber hier soll ja noch einiges nettes mit den Augments und Datas Urahnen usw. kommen. Ich bleibe gespannt dran.
Star Trek: Enterprise | 2001 bis 2005 | UPN | vier Staffeln mit 26, 24 bzw. 22 Folgen

Was als nächstes?

Tja … keine Ahnung. Hab ja noch ne ganze Menge offen.

Bingetagebuch: Von Nerds, Ninjas und Narcos

Gehen wir es im einzelnen durch. Doch zuvor zur Sicherheit die

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Lego Star Wars: The Freemaker Adventures | The IT Crowd | Battlestar Galactica | Twin Peaks

Gerade fertiggeguckt

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The Big Bang Theory (Staffel 9) – Ja, ich weiß, ihr findet die Serie doof. Aber irgendwie habe ich die Charaktere alle lieb gewonnen und mich interessiert immer noch, was die so machen. Genau wie damals bei Lost. Naja, und bei Sheldon und Amy passiert ja endlich auch mal was – knickknack. Ansonsten habt ihr natürlich recht: Es ist im Grunde immer dasselbe – und was in Staffel zehn und elf noch passieren soll, weiß ich doch auch nicht. Trotzdem werde ich die irgendwann auch gucken.

Narcos (Staffel 3) – Wir hatten ein wenig Sorge, ob diese dritte Staffel ohne Pablo Escobar – den hat die Historie nun einmal nicht mehr vorgesehen – überhaupt noch funktioniert. Doch die Sorge war unbegründet. Die Serie macht ungebrochen Spaß – soweit man bei diesem brutalen Drogenkrieg-Historien-Drama von „Spaß“ sprechen kann. Kurz zur Handlung: Nach Pablos Ende übernimmt das Kali-Kartell das Ruder in Kolumbien und macht der DEA vor Ort das Leben schwer. Indem sie sich stellen, wollen die Bosse aber Straffreiheit für sich erlangen – was Agent Pena nur so mittel findet.

Aktuell auf dem Bildschirm

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Arrow – Hier habe ich mir jetzt mal die ersten fünf Folgen der ersten Staffel reingedreht und muss sagen, dass es mir durchaus gefällt. Reißt mich nicht vom Hocker – ist aber nett. Kann sein, dass da noch eine Weile dranbleibe.

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Supergirl – Hier bin ich erst zur zweiten Folge durchgedrungen. Da das monster of the week doch etwas arg gruselig daher kommt, guck ich wenn überhaupt wohl erst mal ohne Töchterlein weiter. Spaß macht die Serie aber durchaus noch – mal schauen, wohin sich das noch entwickelt.

Discovery – Meine Begeisterung über die neue Star-Trek-Serie hatte ich ja schon ausgiebig bekundet. Inzwischen habe ich auch die fünfte Folge gesehen und für gut befunden. Sie wird im Übrigen noch besser, wenn man sich vergegenwärtigt, wer Ash tatsächlich sein könnte.

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Enterprise – Und da ich dank obiger Serie wieder voll im Star-Trek-Fieber bin, überbrücke ich die Durststrecke zwischen den Montagen mit einem Enterprise-Rewatch. Wobei ich diese Trek-Serie nur sehr lückenhaft kenne – ehrlich gesagt nur ein paar Folgen aus der ersten Staffel. Ich hatte mir längst schon mal vorgenommen, mir die vier Staffeln zu Gemüte zu führen. Nun ist es dank Netflix-App endlich soweit. In der U-Bahn auf dem Arbeitsweg.

Mittlerweile habe ich die ersten zehn Folgen durch und finde es gar nicht mal so schlecht. Ja, so kann man TV-Serien heutzutage nicht mehr bringen. Allein, dass im durchaus gelungenen Piloten eine Meta-Handlung angeteast wird, von der man dann neun Folgen lang nichts mehr hört. Aber egal. Die Figuren gefallen mir und es stecken ein paar nette Ideen drin. Doch, macht Spaß. Außerdem hab ich jetzt einen Ohrwurm.

Was als nächstes?

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Inhumans – Nun sind sie da. Die schon im Vorfeld gescholtene Marvel-Serie über die Inhumans ist bei Amazon verfügbar. Ich war angesichts der Trailer (und der Tatsache, dass die Kritiker die anderen in meinen Augen stinklangweiligen Marvel-Serien gut finden) eigentlich recht hoffnungsfroh. Da werde ich alsbald mal reinschauen.

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Young Sheldon – Dass ich ungebrochen zu TBBT halte, habe ich eingangs ja schon angedeutet. Dennoch war ich skeptisch, was diesen Spinoff angeht. Die ersten Trailer fand ich allerdings überraschend okay. Kriegt auf jeden Fall eine Chance.

The Clone Wars – Endlich wieder bei Netflix! Und es hat sich sogar gemerkt, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten. Irgendwo mitten in der zweiten Staffel.

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The Man in the High Castle (Staffel 3) – Ich fand die Umsetzung, Adaption und Erweiterung von Dicks „Orakel vom Berge“ ziemlich gelungen und bin gespannt, wie sie das fortsetzen wollen. Anscheinend lernen die Beteiligten langsam, gezielt zwischen den Parallelwelten zu wechseln, was dem Weltkrieg vermutlich einen Krieg zwischen den Welten folgen lässt.

Ninjago (Staffel 4) – Auch hier geht’s endlich weiter. Netflix hatte ja immer nur die ersten drei Staffeln am Start, sodass wir seit langem bei dem Cliffhanger über Zanes Schicksal verharrten. Jetzt sehen wir endlich, wie es mit den Lego-Ninjas weitergeht.

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Nexo Knights – Und auch diese Spielzeug-Serie hat es endlich auf einen erreichbaren Sender bzw. Streamingdienst geschafft. Dieser Lego-Serie stand ich ja immer eher skeptisch gegenüber. Aber falls die Serie genauso gut ist wie Ninjago, ändert sich das vielleicht.

Bingetagebuch: Star Trek Discovery

Ich zumindest mag die neue Serie.

Schon wieder „vor Kirk“?

Ich finde die Entscheidung der CBS-Granden auch nicht so dolle, erneut in eine Ära zu gehen, die vor den bereits erzählten Geschichten angesiedelt ist – in diesem Falle „zehn Jahre vor Kirk“. Zehn, 20 oder gar 100 Jahre nach Voyager hätte ich viel spannender gefunden. Aber vermutlich wollte man dem neu zu gewinnenden Publikum nicht zumuten, die ganze Vorgeschichte kennen zu müssen – und sich nicht immer weiter von der vertrauten Gegenwart entfernen. Das würde ja in Science-Fiction ausarten.

Spaß beiseite. Die Entscheidung ist nun mal gefallen. Und auch wenn es die Sache für die Drehbuchautoren in meinen Augen sogar eher schwerer macht – schließlich müssen sie alle kommenden Ereignisse berücksichtigen –, werden sie sich schon was dabei gedacht haben. Viel entscheidender ist ohnehin: Wird eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt – und fühlt es sich trotz erforderlicher zeitgemäßer Herangehensweise noch irgendwie wie Star Trek an?

Falls der ein oder andere noch nicht Gelegenheit hatte, in die Serie reinzuschauen, vielleicht bereits an dieser Stelle:

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Mimimimimi! die Klingonen sehen ganz anders aus!

Um gleich das Gemecker über die vorab bekannten Dinge abzuhaken: Ja, die Klingonen haben ein neues Design verpasst bekommen. Meine Güte! War nach TOS dasselbe – und die Erklärung, warum die in den Filmen auf einmal anders aussahen, hat man uns auch erst Jahrzehnte später nachgeschoben (als eigentlich niemand mehr danach gefragt hat). Natürlich sieht auch sonst alles moderner aus, als bei Kirk. Wäre ja auch etwas merkwürdig, wenn nicht, oder? Da finde ich schon schwerwiegender, dass Spock auf einmal eine Stiefschwester hat, von der nie die Rede war – allerdings hat man von Sybok ja auch nie wieder was gehört.

An der Stelle möchte ich auf diese interessante Einordnung in die bisher bekannte Star-Trek-Historie hinweisen, die das Templin Institute kurz vor Ausstrahlung der ersten Episode erstellt hat:

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Vulkanisches Hallo

Aber zu den Fakten. Unter obigem Titel ging am 25.9. die erste Folge Discovery auf Sendung. Seitdem sind vier Folgen erschienen, in denen folgendes geschah: Bei einer Forschungsmission gerät das Föderationsschiff Shenzou an Klingonen, mit denen man schon eine ganze Weile nicht mehr zu tun hatte. Diese sind eigentlich in ihre 24 Häuser zerstritten und haben lange keine Ambitionen gezeigt, zu expandieren. Das will der fanatische T’Kuvma ändern, der hier auf der Lauer liegt, um die Häuser gemeinsam in einen Krieg gegen die Föderation zu führen. Sein Plan gelingt, die Shenzou und weitere Schiffe lassen sich in ein Gefecht verwickeln, der gewünschte Krieg bricht aus – auch wenn T’Kuvma selbst nicht überlebt.

Auf Seiten der Föderation endet das Gefecht ähnlich verheerend. Zudem gibt man hier die Schuld an dem Desaster dem Ersten Offizier Michael Burnham, die durch eine Meuterei eigentlich schlimmeres verhindern wollte. Dazu muss man wissen, dass sie von dem Vulkanier Sarek (niemand geringeres als Spocks Vater) aufgezogen worden war, nachdem ihre Eltern bei einem klingonischen Angriff ums Leben kamen. Zudem macht sie sich die vulkanische tit-for-tat-Strategie zu eigen, bei Begegnungen mit Klingonen immer gleich zu schießen. Das „vulkanische Hallo“ eben.

Das geht wie gesagt alles schief. Allein auf Seiten der Föderation sterben über 800 Individuen in dem Gefecht und Burnham wird wegen Meuterei zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Übrigen spielt das auf eine Äußerung Picards in der vierten TNG-Staffel an. Besonders interessant dabei: Picard hatte sich da bereits mit Sarek verschmolzen, der sich 100 Jahre zuvor mit Burnham verschmolzen hatte.

Sechs Monate später gerät sie bei einem Gefangenentransport mehr oder weniger zufällig an Bord des mysteriösen Föderationsschiffes Discovery. Captain Lorca entwickelt schnell großes Interesse an Burnhams Fähigkeiten und bietet ihr an, an Bord Dienst zu tun. Es war wohl eher weniger zufällig. Es stellt sich heraus, dass die Discovery mit einem experimentellen Antrieb unterwegs ist, der sie in Nullzeit an jeden Punkt der Galaxis versetzen kann. Das ist alles noch mit reichlich Schwierigkeiten verbunden – und Lorca scheint nur wenig zimperlich und noch rabiater als dereinst Sisko zu sein.

Burnham fügt sich auf jeden Fall sehr langsam in die Crew und ihre neue Rolle ein, bleibt dabei aber voller Schuldgefühle. Die Möglichkeiten der Discovery verbessern sich und die Chancen, den Krieg gegen die Klingonen doch noch schnell zu gewinnen, steigen. Allerdings sind die auch nicht untätig.

Einschub: Axanar

Irgendwann hatte ich ja mal spekuliert, dass CBS/Paramount gerade deswegen so einen Stress mit den Machern des Fanprojekts Star Trek: Axanar vom Zaun gebrochen haben, weil sie mit ihrer damals noch geplanten neuen Serie ganz ähnliches vorhatten. Ich würde mal sagen, das hat sich bestätigt. Laut Discovery bricht der Krieg mit den Klingonen im Jahr 2256 aus – und die Schlacht von Axanar (mit einem Kadetten Kirk vor Ort) wird im selben Jahrzehnt verortet.

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Ist das noch Star Trek?

An der Frage scheiden sich die Geister wohl am ehesten. Um es kurz zu machen: Ich staune, wie viel Star Trek da tatsächlich drinsteckt – obwohl die modernere Erzählweise (Fokus auf einen Charakter, der nicht der Captain ist, fortlaufende Handlung, viel mehr Charakterentwicklung) sich zwangsläufig von den alten Serien abhebt.

Und damit meine ich nicht nur den Tribble auf dem Schreibtisch des Captains. Jede Folge ist gespickt mit Anspielungen bis in die Animated Series hinein. Indirekt wurde Spock bereits erwähnt, die Verbindung zu einer Picard-Anmerkung habe ich schon genannt. Und dann ist da ja noch Sektion 31, die geheime Sternenflottenorganisation, die losgelöst von allen Strukturen und moralischen Erwägungen Sicherheit und Einheit der Föderation garantieren soll. Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Discovery unter der Kontrolle von Sektion 31 steht (schwarze Deltas auf einigen Uniformen, Kennummer NCC 1031), was die ganze Sache extrem spannend macht.

Aber was ist mit dem Optimismus und der Utopie? Naja, die gilt es doch zu verteidigen beziehungsweise wieder herzustellen. Das ganze beginnt mit der naiven offenherzigen Föderation, die in einen schrecklichen Krieg getrieben wird und darin ihre Utopie nicht verlieren darf. Hatten wir bei DS9 auch alles schon mal. Insofern: Na klar ist das Star Trek! Oder hättet ihr ernsthaft lieber sowas hier?

Aber ist es denn auch gut?

Mir gefällt die Serie jedenfalls. Die Charaktere sind hoch interessant, die Konflikte sind spannend, die Dramaturgie ist manchmal etwas holperig aber stringent, die behandelten Themen sind relevant und das Szenario faszinierend. Von der Qualität der Optik, der Effekte und der wichtigeren Schauspieler brauchen wir nicht zu reden. Ich verweise hier aber am besten auf Björn Sülter, der bei Robots & Dragons sehr fundierte Kritiken zu den Einzelepisoden schreibt, die ich bisher alle so unterschreiben kann:

Wie auch immer, ich freue mich auf den kommenden Montag und die nächste Folge.

Und jetzt lassen wir uns den Sporenantrieb noch mal erklären. Hey! Klingt ja doch gar nicht so blöde – wenn auch mehr nach Perry Rhodan denn nach Star Trek.

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