Schlagwort: Lesen

Lesetagebuch: Rückkehr nach Gotham

Ob und wie ich das auflöse überlege ich mir ganz in Ruhe bei Besuchen in Entenhausen, Gotham und dem langen Utopia. Aber lest selbst.

Gerade ausgelesen

Windjäger: Das war mal wieder ein Akt. Obwohl an vielen Stellen recht kurzweilig und in einem faszinierenden Szenario angesiedelt, hab ich mich durch dieses Steam-Fantasy-Werk von Jim Butcher mächtig durchquälen müssen. Wenn ich mein kürzlich vorgestelltes Bewertungsschema bemühe, wird auch schnell deutlich warum:
Von den rund zehn wichtigsten Charakteren sind gerade mal drei keine klischeehaften Abziehbilder plumper Archetypen vom bärbeißigen unfehlbaren Kapitän mit dem Herzen auf dem rechten Fleck bis zur wunderschönen aber eiskalten bösen Hexe als Gegenspielerin. Richtig interessant sind eigentlich nur der sprechende Kater und die Gehilfin des lieben Zauberers – die Freundin des Katers und eigentliche Hauptfigur entwickelt sich zumindest zum Ende hin zu einer spannenden Figur.
Die Konflikte wirken ebenfalls alle recht holzschnittartig und oberflächlich. Selbst die meisten Gegenspieler werden als edle Soldaten geschildert. Kein Knatsch geht so richtig in die Tiefe.
Die Dramaturgie ist klassisch und in Ordnung. Gegen Ende wird es sogar richtig spannend.
Die behandelten Themen sind schon interessanter. Vor allem gegen Ende geht es durchaus ans Eingemachte, wenn es um die Auswirkungen von Kampf und Krieg auf die Beteiligten geht.
Grandios und mit großer Detailfreude durchdacht ist schließlich das beschriebene Szenario. Wir tauchen ein in eine Welt, in der die Menschen nur noch in kilometerhohen Türmen leben können, da die Oberfläche der Erde (?) unbewohnbar geworden ist. Zwischen den Türmen ist man natürlich mit Äther-Luftschiffen unterwegs und es ergibt sich eine interessante Mischung aus Magie und Steampunk, die man wohl am ehesten Steam-Fantasy nennen müsste. Und es gibt sprechende Katzen!
Mein Hauptproblem ist vor allem, dass der Roman in den letzten 20% richtig gut wurde – und jetzt weiß ich nicht, ob ich nicht doch noch mit Band 2 anfangen sollte.

Entenhausen Edition: Die Reihe der Carl-Barks-Klassiker über unser aller Lieblings-Ente (natürlich in der Übersetzung von Dr. Erika Fuchs) begeistert mich ungebrochen. Auch in der aktuellen Nummer 44 stelle ich mit Freuden fest, dass es unzählige Geschichten aus diesem Fundus gibt, die ich noch gar nicht kenne (oder ewig nicht gelesen und darüber fast vergessen habe).

FCBD Guardians of the Galaxy: Bei Comixology gab’s für lau eine Marvel-Ausgabe des letzten Free Comic Book Day mit dem jeweiligen Auftakt zu den neuen Serien der All New Guardians of the Galaxy und der Defenders. Crossmedial geschickt offenbar sehr eng an den entsprechenden MCU-Film beziehungsweise die Serie angelehnt. Ja, konnte man mal so weglesen. Die Guardians müssen sich aus der Gefangenschaft des neuen Nova-Corps befreien und den Defenders (also denen von Hells Kitchen, nicht den ollen um Dr. Strange) wird von ein paar Gangstern übel mitgespielt. War beides ganz amüsant – hat mich aber beides nicht zum Einstieg in die jeweilige Serie gereizt.

Aktueller Lesestoff

X-Men – Sauron: Wer verklagt mich eigentlich, wenn ich mir in einer Geschichte einen Bösewicht namens Sauron ausdenke? Die Tolkien-Erben oder Marvel? Egal. In diesem X-Men-Klassiker aus der Marvel-Hachette-Reihe geht es um den Superschurken Sauron, der sich in einen Flugsaurier verwandeln kann. Soweit so trashig. Allerdings ist dieser Band von keinem Geringeren als Neal Adams gezeichnet und macht daher allein ob seiner Bildgewalt viel Freude.

Das lange Utopia: Und auch in dieses von Terry Pratchett mitgestaltete Universum trete ich hiermit meine letzte Reise an. Ähnlich wie bei der Scheibenwelt hat mich hier ja der Weltenbau stets so sehr fasziniert, dass ich über die meist schwache Handlung gern hinweggelesen habe. Und schon mit den ersten Seiten gelingt es Stephen Baxter und seinem Co-Autor, mich in die endlose Reihe aus Parallelerden hineinzuziehen, die sich Die Lange Erde nennt.

Batman: Hiermit verkünde ich hochoffiziell meine Rückkehr in das DC-Universum und nach Gotham. Auch wenn @docron meint, ich solle mich lieber an Image-Comics halten, konnte ich dem Batman-New52-Sale bei Comixology nicht widerstehen und habe mir alle zehn Sammelbände beginnend mit „The Court of Owls“ geschnappt. Mittlerweile habe ich die ersten beiden Volumes mit der Eulen-Storyline durch und bin schwer begeistert. Nun kannte ich die erste Hälfte davon schon etwas länger, war aber auch von der „Auflösung“ sehr angetan. Darin steckt übrigens eine sehr schöne Anspielung auf den fiesen Owlman aus der Parallelwelt Erde 3, wo alle Helden in entsprechende Bösewichte gedreht sind – wie das Spiegeluniversum bei Star Trek. Wobei ich ehrlich gesagt enttäuscht gewesen wäre, hätte es gar keine Anspielung darauf gegeben. Egal. Auch der zweite Handlungsabschnitt mit der Rückkehr des Jokers geht sehr spannend los. Ich merke, ich war viel zu lange weg aus Gotham.

Was als nächstes?

Batgirl: Tja, wo wir gerade dabei sind, könnte ich eigentlich gleich mit der Bat-Familie weitermachen. Kürzlich hatte ich Töchterlein Batgirl: Willkommen in Burnside geschenkt. Vielleicht leiht sie mir den Band ja demnächst mal aus.

Weiteres New52-Zeugs: Und dann gibt es noch ein paar New52-Reihen, die ich schon längst unbedingt weiterlesen wollte: Wonder Woman, Action Comics, Justice League, Animal Man, Swamp Thing, Stormwatch, das ganze Green-Lantern-Gedöns und und und.

Image-Comics: Und ja, @docron hat ja Recht. Bei Image gibt’s sicher noch so manche Perle, die es zu sichten gilt. Schließlich bin ich von Invincible und Saga bereits schwer begeistert. Ich werde den Empfehlungen alsbald nachgehen und berichten.

Lesetagebuch: Comic-Kriege

Gerade ausgelesen

Iron Man – Der Anfang vom Ende: Es waren dann doch nicht nur sowjetische Schurken, denen sich der Eiserne in diesem Marvel-Hachette-Klassiker erwehren musste. Besonders interessant war die Episode, in der ein eigentlich wohlmeinender künstlicher Doppelgänger von Tony Stark das Original ersetzen wollte, um ein besserer und effizienterer Iron Man zu sein. Ja, auch die Klassiker sind immer wieder überraschend gut.

Star Wars – Blutsbande 2: Im zweiten Band dieser sehr gelungenen – und sehr schön gezeichneten – Boba Fett Story muss sich unser aller Lieblings-Mandalorianer erneut mit dem Spross eines Mit-Klons zusammenraufen. Und es stellt sich heraus, dass die „Familie“ der beiden größer ist, als man immer dachte. Da die Story allerdings aus der Dark-Horse-Zeit stammt hat sie allerdings nur noch Legends-Status. Gilt also eh nicht.

Avengers – Der Kree-Skrull-Krieg: Ein Sternenkrieg der anderen Art wird in diesem Marvel-Klassiker beschrieben (ebenfalls aus besagter Hachette-Sammel-Reihe). Wobei es hier mehr ein Krieg der Galaxien ist, denn die Skrulls stammen aus der Andromeda-Galaxis und die Kree aus einer anderen Galaxis. (Ist das eigentlich noch Kanon? In neueren Guardians of the Galaxy Comics hocken die doch alle in der Milchstraße, oder? Egal!) In jedem Fall bekriegen sich die beiden Sternenreiche bis aufs Blut – und haben sich die Erde als Schlachtfeld ausgeguckt. In dem Klassiker stecken eine ganze Menge zeitgeschichtlicher Anspielungen: offensichtlich auf den Kalten Krieg und die Stellvertreterkriege der damaligen Großmächte, aber auch auf die McCarthy-Ära. Großartig der vom wunderbaren Neil Adams gezeichnete Abschnitt, in dem Ant-Man im Visions Innerstes vordringen muss, um ihn zu reparieren.

Entenhausen Edition: Zwischen all den Sternen-, Galaxien- und Bürgerkriegen hält man gern auch mal im friedlichen Entenhausen inne. Band 43 der Barks-Fuchs-Komplettedition (obgleich im April erschienen) hält unter anderem eine muntere Halloween-Geschichte vor – die allerdings in der deutschen Original-Übersetzung in Fasching übertragen wurde. Außerdem versucht sich der gute Donald mal wieder in diversen Berufen, so als Hundefänger oder gar als Meisterdetektiv. Wie immer staunt man, wie erfolgreich die sonst so schusselige Ente diese Arbeiten zunächst meistert.

Aktueller Lesestoff

Windjäger: Ich krieche mich weiterhin durch diesen Steam-Fantasy-Roman mit interessantem Szenario – aber schwachen Charakteren.

Civil War 2: Heft eins aus diesem ersten Marvel-Großereignis nach den Verwerfungen des Secret War hatte ich ja schon gelesen. Und schon da hatte mich der Zwist zwischen den beiden Superhelden-Lagern nicht so recht überzeugt. Dennoch habe ich zugeschlagen, als der erste Sammelband beim jüngsten Comixology-Sale im Angebot war. Reumeier hat gesagt. Ich bin noch recht am Anfang, kann den Beef zwischen Carol und Tony aber noch immer nicht nachvollziehen. Denn die Vorhersagen des Inhumans, um die sich alles dreht, haben sich in den ersten beiden Fällen als wertvolle und richtige Geheimdienstinfos herausgestellt. Wie man dann damit umgeht, ist eine andere Sache – aber Thanos wäre so oder so auf die Erde gekommen und hätte dann halt ein paar Nicht-Superhelden gekillt. Und das hätte Tony dann nicht auf die Palme gebracht? Mir ist schon klar, dass die Autoren auf eine Minority-Report-Nummer hinaus wollen – aber bislang wird die nicht schlüssig dargestellt. Aber das kann ja noch werden. Auf jeden Fall bin ich momentan voll auf Carols Seite.

Was als nächstes?

X-Men – Im Schatten von Sauron: Watt? Der Erzschurke aus Mordor kloppt sich jetzt mit den Mutanten des Marvel-Universums? Nein. Sauron ist zwar auch hier ein Schurke – allerdings ein klassischer Comic-Bösewicht, der sich halt in einen Dinosaurier verwandeln kann. Oder so ähnlich. Ich werde es bei der Lektüre dieses Marvel-Klassikers aus der Hachette-Reihe erfahren.

Lesetagebuch: goldene und andere Handschuhe

Gerade ausgelesen

Der Goldene Handschuh: Heinz Strunk legt mit dieser Milieustudie über den Hamburger Kiez der 70er Jahre sowas wie sein Meisterwerk vor. Im Zentrum steht der Serienmörder Fritz Honka, der in dieser Zeit tatsächlich sein Unwesen getrieben – und die meiste Zeit in dem titelgebenden Etablissement Der Goldene Handschuh abgehangen hat. Schonungslos, brutal, verstörend – aus der Kategorie ließen sich noch einige Attribute für das Buch auflisten. Sie lägen alle richtig – und trotzdem ist es schlicht großartig, denn genauso kann man es sich vorstellen. Strunk ist einfach ein großartiger Beobachter mit Sinn für Details. Natürlich baut er zusätzliche Figuren mit autobiografischen Zügen ein, die seine Beobachterrolle einnehmen. Und natürlich wiederholt er beliebte Themen aus seinen bisherigen Büchern. Aber das ist legitim, denn es passt in das Gesamtbild. Großartiges Buch. Ich hab’s in wenigen Tagen im Urlaub weggelesen – und freue mich auf sein neues Werk Jürgen.

Aktueller Lesestoff

Windjäger: Hier bin ich im Urlaub immerhin bis zur Hälfte vorgedrungen. Dieses Steam-Fantasy-Werk von Jim Butcher ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein hochinteressantes Szenario allein ein Buch nicht trägt. Selbst die sprechenden Katzen können die völlig uninteressanten Charaktere nicht ausgleichen. Das Szenario ist tatsächlich klasse: Wir befinden uns in einer Welt, in der die Menschen in kilometerhohen Türmen leben, da die Oberfläche der Welt nicht bewohnbar ist. Zwischen den Türmen ist man natürlich mit Luftschiffen unterwegs – und bekriegt sich mit selbigen hin und wieder auch. Unerschöpfliche Energie gewinnt man aus Kristallen, die unter anderem auch die Kampfhandschuhe speisen, mit denen etliche Protagonisten rumrennen und sich mit Energiestrahlen daraus beschießen. Eben jene Protagonisten sind aber ziemlich schematische Abziehbilder ohne großartige interne Spannungen. Als Rollenspiel-Party mag so eine Gruppe gut funktionieren – als Leser interessiert einen aber nicht die Bohne, wie es mit denen so weitergeht. Das hemmt meinen Lesefluss etwas. Nur der sprechenden Katzen wegen bleibe ich überhaupt dran.

Iron Man – der Anfang vom Ende: Ein Standard-Klassiker aus der Marvel-Hachette-Reihe. Iron Man kloppt sich mit diversen (teils sowjetischen) Schurken. Kann man nebenher so weglesen.

Was als nächstes?

Der Kree-Skrull-Krieg: Auf diesen Avengers-Klassiker aus besagter Hachette-Reihe freue ich mich besonders. Auf den Kree-Skrull-Krieg wird ja immer mal wieder Bezug genommen. Worums da eigentlich ging, hab ich bis dato aber nicht gelesen. Wird Zeit.

Blutsbande 2: Band 17 der Star-Wars-Masters-Reihe liegt mir jetzt auch vor. Die Boba-Fett-Story aus dem Hause Dark Horse hat mittlerweile zwar nur noch den Legends Status – das macht sie aber nicht weniger spannend.

Lesetagebuch: Einmal quer durch alle Welten

Erneut breche ich mit meinem üblichen Schema und präsentiere eine Rückschau des Ausgelesenen der letzten Monate. Ohnehin lege ich gerade eine kleine Lesepause ein, da ich auf den werktäglichen U-Bahn-Fahrten zur Zeit die ein oder andere TV-Serie verkonsumiere.

Von Entenhausen bis Nangijala

Entenhausen Edition: Bei der hervorragenden Barks-Fuchs-Edition mit allen Geschichten unserer aller Lieblingsente bin ich nun auf dem aktuellen Stand und nenne alle 42 Hefte mein eigen. Im April geht’s weiter. Kann ich nur empfehlen.

Der Zauberer der Smaragdenstadt: Wahrlich, den Zauberer von Oz kann man nur im russischen Original richtig genießen – wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich das tatsächliche Original nie gelesen und auch den Filmklassiker wohl nie gesehen habe. Wie auch immer, das Teil hat Töchterlein und mir eine Menge Freude bereitet.

Die Brüder Löwenherz: Ich hatte an anderer Stelle ja schon mal erwähnt, dass ich das Werk der großartigen Astrid Lindgren bis dato nur recht oberflächlich kannte. Gemeinsam mit dem Nachwuchs wird diese Lücke schon seit einiger Zeit sukzessive gefüllt. Geradezu überwältigt war ich dabei von diesem Stück hervorragender Fantasy. Die Brüder Löwenherz ist die sehr berührende Geschichte zweier Brüder, die nach ihrem Tod in ein fantastisches Land gelangen, dessen Freiheit sie im Laufe der Handlung erkämpfen müssen. Spannend, dramatisch und ergreifend.

Superhelden rauf und runter

Venom: Den guten alten Spidey-Symbionten hatte ich zuletzt zwei mal am Wickel und zwar jeweils in seiner aktuellsten Inkarnation mit Flash Thompson als Wirt. Zum einen im Rahmen der Marvel-Hachette-Reihe, in der er als Geheimagent in der Weltgeschichte unterwegs ist – und dann in digitaler Form bei Comixology, wo ich mir mal seine Weltraumabenteuer als Space-Knight angeschaut habe. Grundsätzlich mag ich den Thompson-Venom am liebsten. Er hat den Symbionten zwar mit Abstand am besten im Griff – muss sich aber dennoch immer mal wieder mit ihm und seiner Wut auseinandersetzen. Der Wechsel zwischen Beherrschung und absolutem Ausrasten ist bei diesem Venom daher am extremsten – und interessantesten. Auch wenn er später als Mitglied der Guardians of the Galaxy etwas blass wirkt, sind seine Weltraumabenteuer auch durchaus ansehnlich.

Thor: Auch hier habe ich das ein oder andere von meinem Stapel abarbeiten können. Der Klassiker Ragnarök war im Rahmen der Hachette-Reihe dran – und dann hab ich mich endlich mal an die neue Thor gemacht. Bei beiden sind die Details der Handlung schon wieder etwas verblasst. Gut fand ich’s aber definitiv. Ebenso die Geschichten des ewigen Gegenspielers Loki, der als Agent von Asgard ja seine eigene Serie erhielt. Sehr erfrischend, ihn endlich auch mal bei Marvel als etwas differenzierteren Antihelden zu sehen, wie es der mythologischen Vorlage auch viel mehr entspricht.

Namor: Der olle Submariner gehört zu den allerersten Superhelden aus dem Hause Marvel. Immer wenn er bei meiner Lektüre mal am Rande auftauchte – zuletzt bei Avengers vs. X-Men – fand ich ihn ganz interessant. Daher fing ich mit seiner letzten eigenen Serie Namor – The First Mutant an, war dann aber nur mäßig angetan. Warum er jetzt überhaupt der „erste Mutant“ sein soll (ich dachte immer, das ist Apocalypse) sei dahingestellt. Ja, die erste Geschichte mit den Wasser-Vampiren war ganz nett. Aber vom Hocker gerissen hat’s mich halt auch nicht.

Thanos: Ihr denkt bombastisch-gigantomanische Weltraumopern gibt’s nur bei Star Wars und Perry Rhodan? Weit gefehlt! Das kann Marvel auch hervorragend. Ehe es die Guardians of the Galaxy wieder etwas kleiner und familiärer angingen, stritten sie oft um nicht weniger als das Schicksal der Galaxis oder des gesamten Universums. So auch in dem Marvel-Hachette-Band Thanos: Tod und Leben. Das gute alte 616-Universum wird nämlich von einer Parallelwelt attackiert, in der der Tod besiegt wurde und nichts und niemand mehr stirbt. Klingt erst mal ganz gut – nicht umsonst nennt man das aber bald das Cancerverse. Entsprechend sind die Doppelgänger der Helden aus diesem Universum eher untot denn lebendig – allen voran eine ziemlich fiese Version des klassischen Captain Marvel. Da muss man sich schon mal mit Thanos verbünden.

Weitere Hachette-Sammelbände: Und auch sonst ging die ein oder andere Hachette-Ausgabe über meinen Lese-Nachttisch. Sie seien der Vollständigkeit halber stichpunktartig aufgeführt: die beiden Nick Fury Bände, Klassiker von Dr. Strange und den Fantastischen Vier, eine gewohnt absurde Deadpool-Nummer und der sehr schöne Daredevil-Band Schall und Wut.

Injustice: Dank eines Comixology-Sales habe ich dieses großartige Elseworld-Szenario, in dem Superman aus Gründen durchdreht und auf der Erde ein Regime unter seiner Führung errichtet, endlich mal weitergelesen. Jahr um Jahr versucht der Widerstand unter Batman, dem Kryptonier mit anderen Mitteln zu Leibe zu rücken. So wird es diesmal mit Magie und sogar mit der Hilfe der griechischen Götter versucht. Hilft natürlich alles nix. Auch wenn sich das Schema dadurch alljährlich etwas zu wiederholen neigt, macht mir die Sache ungebrochen Spaß. Einen so konsequenten Superman finde ich immer etwas spannender, als den „normalen“.

Star Wars kanonisch und legendär

Obi Wan & Anakin: Ist glaube ich keine Neuigkeit, dass ich die  Star-Wars-Comics recht begeistert lese. Und seit die Dinger (wieder) bei Marvel erscheinen, sind sie ja sogar alle kanonisch. So auch diese gar nicht mal so schlechte Episode aus dem gemeinsamen Wirken von Obi Wan und Anakin vor Episode II. Wir befinden uns also nicht in der Zeit der Klonkriege sondern zu einem Zeitpunkt, aus dem noch nicht so viel bekannt ist. Die Handlung selbst ist schnell erzählt: Die beiden Titelhelden stranden auf einem abgeschiedenen Planeten und werden in örtliche Konflikte hineingezogen. Viel interessanter ist aber die Beschreibung Anakins und seiner Beziehung zu Obi Wan und Palpatine – und deutlich besser gelungen, als in dem ein oder anderen Film.

Kanan – The Last Padawan: Zu meiner Schande muss ich gestehen, Rebels bis auf die Pilotfolge noch immer nicht gesehen zu haben. Aber immerhin habe ich schon mal die „Vorgeschichte“ Kanan – The Last Padawan verkonsumiert. Kann ich nur empfehlen.

Star Wars Masters Series: Nicht mehr Kanon oder trotzdem noch immer sehr gut sind die etwas älteren Comics aus dem Hause Dark Horse. Was mir da noch fehlt, bringt Panini gerade dankenswerterweise in den Masters Series raus und wird von mir fleißig gesammelt. So zuletzt die Bände 15 und 16. Jango und Boba Fett – Blutsbande ist eine sehr schöne Geschichte über die beiden Kopfgeldjäger und ihr Verhältnis zu den Klonen. Und selbst Darth Maul – Todesurteil ist eine lesenswerte Episode über den wiederauferstandenen in Episode I etwas farblos geratenen Sith-Lord.

Neunte Kunst aus deutschen Landen

Die Zwerge Band 2: Die Zwergen-Romane von Markus Heitz habe ich nie gelesen, aber hin und wieder lobende Worte darüber vernommen. Drum bin ich bei der Comic-Adaption eingestiegen und habe Band 1 durchaus mit Freude gelesen. Auch der zweite Band macht Laune. Ja, es ist recht klassische tolkienesque Fantasy mit den üblichen Elfen, Orks, Zauberern und eben Zwergen. Das ganze liest sich aber spannend weg und ist gar nicht mal so schlecht gezeichnet.

Perry-Rhodan-Comic: Der vierte Band der neuen Cross-Cult-Reihe hat mich tatsächlich positiv überrascht und ist erstaunlich gelungen. Woran lag’s? Vor allem wohl daran, dass hier mal ein wenig auf das Origin des Titelhelden Bezug genommen wird – was mir in den drei ersten Bänden schmerzlich gefehlt hat. Das (zunächst indirekte) Auftauchen von ES macht den neuen Handlungsstrang ungleich interessanter als den Vorgänger. Richtig gut isses aber leider auch nicht. Dass es etwas problematisch ist, die unmittelbare Vorgeschichte aus dem klassischen Romanheft Nr. 700 nicht zu erwähnen, sei dabei nur am Rande gesagt. Rhodans erste Bitte an ES wäre sicher nicht die Versetzung der SOL in die Milchstraße sondern die Befreiung der Erde von der Aphilie gewesen. Egal: Der trotz einfachen Plots recht wirre und schludrige Erzählverlauf wiegt da schon etwas schwerer. Dennoch: Ich bin nach vier Heften erstmals gespannt und interessiert, wie es weiter geht.

Captain Berlin: Über diese deutschsprachige Superhelden-Parodie bin ich eher zufällig gestolpert, als ich Band sechs aus der Reihe in einem Comicladen liegen sah. Das Heft, in dem der Titelheld in den 80ern gegen sein DDR-Pendant antreten muss, gefiel, sodass ich sogleich die fehlenden Heftchen organisieren musste. Und auch die sind großartig, steckt in ihnen trotz aller Satire doch eine Menge Liebe zu den Vorlagen aus den Häusern Marvel und DC. Merkwürdigerdings ist gerade Band 2 komplett vergriffen, weswegen meine Sammlung hier noch eine schmerzliche Lücke aufweist.

Fantasy im Weltenraum

Saga: Kennt ihr Ben und Hollys kleines Königreich? Das ist eine sehr gute und lustige Zeichentrickserie für Kinder, in der Elfen und Feen trotz kleinerer Rivalitäten friedlich in einem kleinen Königreich auf einer Wiese zusammenleben. Saga ist so ähnlich. Nur dass die Feen und Elfen hier im Weltraum über etliche Welten verstreut leben, und seit Äonen in einem verheerenden Krieg miteinander liegen, der die halbe Galaxis verwüstet. Ach ja, und Saga ist nicht für Kinder. Im Ernst: Diese Comicreihe ist klasse. Nicht nur, weil sie eine sprechende Katze hat.

Lesetagebuch: Die Damen und Herren Marvel

In dieser Ausgabe meines Lesetagebuchs breche ich mit meinem üblichen Schema und plaudere ausschließlich über einige der Comic-Superheldinnen und Helden, die unter dem Namen Captain Marvel beziehungsweise Miss Marvel unterwegs sind. Von denen hatte ich nämlich gerade ein paar am Wickel. Aber lest selbst.

Marvel? DC? Ja watt denn nu?

Mir soll es hier um jene Marvels – ob Captain oder Miss – gehen, die beim gleichnamigen Verlag ihr gutes Werk verrichten. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der „original“ Captain Marvel natürlich der Knabe ist, der mittlerweile unter dem Namen Shazam bei DC-Comics rumschwirrt. Dieses verlagsübergreifende Namensrechtewirrwarr ist für sich eine ganz spannende Geschichte, die der geneigte Leser bei Wikipedia gern nachlesen mag. Ich selbst bin mit dem DC-Captain nur relativ oberflächlich vertraut, hab hier und da mal was von ihm gelesen – und kenne natürlich das Amalgam beider Captains. Und bin kürzlich rein zufällig darauf gestoßen, dass sich einst sogar der gute alte Uderzo an dieser Marvel-Sippe versucht hat. Aber das nur nebenbei.

Der Klassiker: Mar-Vell

Der erste Captain, den Marvel sich nach dem Zugriff auf die Namensrechte ausgedacht hat, kommt als ziemlich schlichtes Superman-Duplikat daher. Mar-Vell ist ein außerirdischer Kree-Soldat, der eigentlich das irdische Raumfahrtprogramm sabotieren soll, sich dann aber dafür entscheidet, auf der Erde Gutes zu tun. Ob Kree generell Superkräfte haben oder nur auf der Erde – oder ob nur Mar-Vell (aus Gründen) welche hat – hat sich mir dabei nie so ganz erschlossen. Mar-Vells Armbänder (die passenderweise auch noch Sonnenenergie sammeln) spielen da sicher eine Rolle sowie das „kosmische Bewusstsein“, das ihm von irgendwelchen Überwesen verliehen wurde. So weit, so kryptonisch. Dass er schließlich dann auch noch regelmäßig den Platz mit dem Jugendlichen Rick Jones tauscht (sich also de facto in ihn verwandelt und vice versa), lässt ihn dann wieder als ziemlich dreiste Shazam-Dublette erscheinen.

Und dennoch: Mir haben die Sachen, die ich mit ihm gelesen habe allesamt recht gut gefallen. Zumal er auch immer mehr zum kosmischen Helden wurde, der im All umherdüst, um dort Abenteuer zu erleben. In dieser Reihe wurde auch der kosmische Erzschurke Thanos aus der Taufe gehoben, der das Marvel-Universum nachhaltig bereichert hat. Die Serie war allerdings nie erfolgreich genug, sodass man den Captain schließlich sterben ließ. Endgültig. Ja, wirklich und endgültig (alle bisherigen Wiederauferstehungen waren nur von kurzer Dauer). Und gerade sein dramatisches Ableben machte Mar-Vell und seine Geschichte dann doch zu einer ziemlich besonderen Sache, starb er doch nicht im Kampf sondern sehr „realistisch“ und eindringlich beschrieben an Krebs.

Söhne und andere Captains

Es folgte eine Zwischenphase, in der Monica Rambeau den Titel des Captains übernimmt und in der diverse Nachkommen von Mar-Vell etabliert werden, die ebenfalls kurz in die Fußstapfen des Vaters treten. Von all denen hab ich bislang aber nur sehr wenig gelesen. Genis-Vell (der Sohnemann) ist mir bislang nur in Avengers Forever kurz untergekommen.

Von der Miss zum Captain: Carol Danvers

Und dann war da noch Carol Danvers. Schon zu Lebzeiten Mar-Vells wurden der irdischen Pilotin durch einen recht hanebüchenen Unfall die Kräfte Captain Marvels übertragen, wodurch sie fürderhin sogar als genetische Halb-Kree galt. Wie damals üblich sollte sie künftig als weibliche Version des Helden durch die Gegend düsen, nannte sich folgerichtig Miss Marvel und tat ebendies.

Bis dato kannte ich von dieser Dame auch so gut wie gar nichts – außer, dass sie hin und wieder mal bei Anhäufungen mehrerer Avengers zugegen war. Als sie sich dann in Captain Marvel umbenannt hatte – und sie angesichts des nahenden Auftritts im MCU auch in den Comics immer bedeutender zu werden schien, habe ich kürzlich mal einen Comixology-Sale genutzt und mir ihre letzten Serien ab 2012 zugelegt.

Zeitreisen, Weltraumtripps und Alpha Flight

Es waren deren drei. Der erste Run lief von 2012 bis 2013, besteht aus 17 Heften, von denen blöderweise nur die ersten zwölf Hefte in Sammelbände zusammengefasst sind. Deswegen habe ich diesen Abschnitt nicht zu Ende gelesen – auch wenn er durchaus interessant ist. Zum einen beschließt Carol hier erstmals, sich in Captain Marvel umzubenennen, was durchaus nett thematisiert wird. Unter anderem hat sie sich dafür vor Monica Rambaeu (siehe oben) zu rechtfertigen. Kernhandlung ist eine Zeitreise, die sie unter anderem auch mit ihrem eigenen Origin konfrontiert.

In der nächsten Runde von 2014 bis 2015 zieht es Carol ins All, wo sie recht kurzweilige Abenteuer erlebt, die sie oft die Pfade der Guardians of the Galaxy kreuzen lassen. Hier tritt sie durchaus in die Fußstapfen des ollen Mar-Vell, der in seinen guten Storylines auch ein kosmischer Held war. Die 15 Hefte sind komplett auf drei Sammelbände aufgeteilt, die ich mir allesamt zu Gemüte geführt und für gut befunden habe.

Ihre Weltraum-Erfahrung hat wohl dazu geführt, dass sie in ihrer 2016 gestarteten Serie die orbitale Verteidigung der Erde unter der Bezeichnung Alpha Flight übernimmt. Moment mal … Alpha Flight? Waren das nicht die kanadischen Avengers? Jupp, ein paar der alten Helden aus diesem Team sind auch mit am Start, als Carol einen Angriff auf die Erde umboxen muss. Mehr als den ersten Sammelband, der noch unmittelbar vor dem Secret-Wars-Bruch spielt, habe ich hier noch nicht gelesen. Ohnehin folgen unmittelbar darauf die Ereignisse des zweiten Civil War.

Auch wenn sie an vielen Stellen als sehr klassischer Superheld (ihre genauen Kree-Kräfte habe ich nie so recht geschnallt – ist aber alles sehr Superman-mäßig) daher kommt, gefallen mir Carol und ihr drumherum (die obligatorischen Nicht-Super-Freunde, die Beziehung zu Rhodey und so weiter) sehr gut. Die draufgängerische Pilotin kommt oft sehr burschikos daher, haut gerne mal drauf, bevor sie nachfragt, hat aber – natürlich – das Herz am rechten Fleck. Und auch ihre Storys – ob im All oder auf Erden – machen bislang Laune.

Kamala Khan – die neue Miss Marvel

Und dann kam Kamala. Einer der großartigsten Neuzugänge der marvelschen Superheldenbevölkerung ist die junge Kamala Khan aus Jersey City. Tochter pakistanischer Einwanderer, absolutes Geek-Girl und größter lebender Carol-Danvers-Fan. Als sich dann auch noch herausstellt, dass sie Inhuman-Gene in sich trägt und (mehr oder weniger) spontan Superkräfte entwickelt, wird sie die neue Miss Marvel – und in bester Spidey-Tradition der jugendliche Beschützer der eigenen Nachbarschaft mit etlichen allzu menschlichen Problemen vor der Brust.

Diese Reihe ist eine absolute Kauf- und Leseempfehlung. Ich wüsste nicht, wann es Marvel zuletzt gelungen wäre, mit einer neuen Superheldin an den Start zu gehen, die eine so großartige Geschichte erzählt. Die Serie ist witzig, klug und spannend. Die Charaktere sind facettenreich und realistisch. Das ganze Konstrukt ist glaubhaft und fantastisch gleichermaßen.

Und wie geht’s jetzt weiter?

Bei Carol habe ich gerade Civil War 2 vor der Brust, scheue mich aber, da richtig einzusteigen. Das erste Heftchen dieses ersten Nach-Secret-Wars-Crossovers hat mich nur mäßig begeistert. Erneut stehen sich die Superhelden in zwei Fraktionen gegenüber. Diesmal heißt es jedoch Iron Man gegen Captain Marvel. Laut io9 musste Carol als positive Heldenfigur dabei aber ziemlich Federn lassen, weswegen Marvel jetzt wohl in einer neuen Reihe versucht, sie wieder sympathisch zu machen – damit auch alle in den kommenden MCU-Film gehen. Mal schauen, ob ich Civil War 2 einfach überspringe.

Und Kamala ist mittlerweile ein richtiger Avenger, ihre Serie verliert dabei aber nicht ihre Bodenhaftung. Die ersten Hefte aus dieser Zeit haben mir auch gut gefallen. Die unbedingte Leseempfehlung bleibt hier bestehen.

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