Schlagwort: Lesen

Hurra! Die Montagsfrage ist wieder da!

Sie ist wieder da! Ab sofort wird bei Lauter&Leise die allwöchentliche Montagsfrage in den Raum gestellt. Es beginnt mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Die Frage lautet: „Was ist das letzte Buch, das du gelesen hast, was liest du momentan und welches Buch steht dieses Jahr auf jeden Fall noch auf deiner Leseliste? Wieso?“

Ein Blick auf Bücherstapel und Regale

Da ich immer viel parallel lese, erlaube ich mir, in jeder Kategorie drei Bücher zu nennen.

  • Gerade gelesen: Futu.re von Dmitry Glukhovsky (hat mir überhaupt nicht gefallen), die Karl-May-Anthologie Reiten Wir! herausgegeben von Alexander Jahnke (hat mir sehr gut gefallen) und der Comic-Sammelband Onkel Dagobert, sein Leben und seine Milliarden von Don Rosa (grandios!)
  • Aktuell auf dem Kindle: Harry Potter und die Kammer des Schreckens von Joanne K. Rowling (lese die Reihe tatsächlich zum ersten Mal und bin begeistert), Der Lange Kosmos von Terry Pratchett und Stephen Baxter (der Abschlussband des von mir sehr geschätzten Parallelwelt-Epos der beiden Großmeister) und die Positiv-Utopie-Anthologie Hieroglyph: Stories and Visions for a Better Future herausgegeben von Ed Finn und Kathryn Cramer (ich hab die ewigen Dystopien nämlich langsam über)
  • Auf jeden Fall als nächstes dran: Das Teemännchen von Heinz Strunk (auch wenn es sich oft um dieselben autobiografischen Themen dreht, schätze ich das Halfpap’sche Werk sehr), Der Fall von Gondolin von J.R.R. Tolkien (hoffentlich diesmal mehr wie Die Kinder Hurins und weniger wie Beren und Luthien) und Roma Nova von Judith C. Vogt (Römer im Weltraum? Da bin ich dabei!)

Lesetagebuch: Futu.re von Dmitry Glukhovsky

Das war mühsam. Endlich habe ich die zweite der drei Leseaufgaben gemeistert, die ich mir vom Lesezwinger habe aufbürden lassen. Futu.re hat mir leider nicht so gut gefallen – und auch meine Anforderungen nicht erfüllt. Aber lest selbst!

Lesezwinger 2.2

Wir erinnern uns: Letztes Jahr bat ich den Lesezwinger um Lesestoff. Da etliche Science-Fiction-Geschichten sehr eurozentristisch angelegt sind und in einer Zukunft spielen, die im Grunde nur die Weiterführung unserer „westlichen“ Kultur darstellt, wünsche ich mir schon lange etwas zu lesen, in dem es in der Beziehung ein wenig realistischer zugeht.

Ich erhielt drei vielversprechende Vorschläge, darunter auch Futu.re von Dmitry Glukhovsky, den ich mit seinem ersten Metro-Roman durchaus in positiver Erinnerung habe. Es folgen Inhaltsangabe und schonungslose Beurteilung meinerseits. Daher

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Die Zukunft: Unsterblichkeit für (fast) alle!

Der russische Originaltitel lautet schlicht Die Zukunft. Die „lustige“ Pseudo-Webadressen-Schreibweise hat sich also ein Übersetzer ausgedacht. Wie auch immer, in der Zukunft befinden wir uns, ein paar hundert Jahre weit, mitten in Europa. Hier leben mittlerweile mehrere hundert Milliarden (!) Menschen zusammengepfercht in einer kontinentweiten Stadt aus kilometerhohen Türmen. Es ist der Menschheit nämlich vor ungefähr 200 Jahren gelungen, die Unsterblichkeit für alle zu ermöglichen.

Das Ergebnis ist ein heillos überbevölkertes Europa (in anderen Regionen der Welt sieht es etwas anders aus), in dem sich aber alle Menschen ewiger Jugend erfreuen. Der Preis des ganzen (neben der Tatsache, dass man in kilometerhohen Türmen lebt und es kein Fleckchen unberührter Natur mehr gibt) ist, dass niemand mehr Kinder kriegen darf. Wer es dennoch tut, muss seine eigene Unsterblichkeit aufgeben und erhält eine Spritze, die nicht nur den Alterungsprozess wiederherstellt, sondern ihn auch noch beschleunigt, dass man binnen zehn Jahren dahinsiecht.

Natürlich gibt es viele nicht angemeldete Schwangerschaften und Geburten. Diesen nimmt sich eine spezielle Polizeieinheit an, welche die Übeltäter aufspürt, den Müttern (selten auch den Vätern) die Spritze verabreicht und die Kinder in ein Internat steckt. Aus diesen Internatskindern wird nach entsprechender Indoktrination die nächste Generation dieser Polizeieinheit rekrutiert.

Die Hauptfigur ist Mitglied einer solchen Einheit und wird gleich zu Beginn zu einem Angehörigen der Europäischen Zentralregierung zitiert und von diesem mit einer recht mysteriösen inoffiziellen Spezialmission beauftragt. Und so klischeehaft und vorhersagbar geht es auch weiter. Natürlich beginnt der indoktrinierte Geheimpolizist im Laufe der Handlung am System zu zweifeln, hadert mit traumatischen Erinnerungen, findet im Zuge seines Auftrags die Liebe seines Lebens (die er eigentlich abmurksen soll), wird von dem Auftraggeber umschmeichelt und mit Macht und Reichtum gelockt, hat in Wahrheit eine persönliche Beziehung zum Auftraggeber und schmeißt am Ende ganz alleine in einem einzigen terroristischen Akt mal eben das komplette in Jahrhunderten gewachsene Gesellschaftssystem über den Haufen.

Dämliche Dystopie

Ich hatte wie gesagt Metro 2033 aus der Feder desselben Autors recht positiv in Erinnerung – und war angesichts dieses Klischeequarks hier doppelt enttäuscht. Obwohl die Ausgangsidee durchaus reizvoll ist: Wie wird eine Gesellschaft konkret damit umgehen, wenn auf einmal niemand mehr altern muss und faktisch alle unsterblich sind? Selbst der Ansatz, daraus eine eindeutige Dystopie zu machen, halte ich grundsätzlich für legitim – auch wenn ich Dystopien langsam wirklich über habe. Aber diese hier ist nicht mal gut. Gehen wir ein wenig ins Detail.

Die Charaktere: raue Hetero-Kerle und tote Frauen

Man bekommt ausschließlich klischeehafte Abziehbilder präsentiert. Die Hauptfigur ist nicht einmal sympathisch – zu keinem Zeitpunkt ihrer Charakterentwicklung. Durch die Indoktrinierung seit seiner Kindheit ist er zunächst ein knallharter Verfechter des Systems mit dem erwartbaren seelischen Knacks. Dass er diesen durch seinen Wandel zum Regimegegner nicht verliert, ist durchaus realistisch, es gelang mir aber nicht, irgendeine Beziehung zu dieser Figur aufzubauen – selbst als er gegen Ende recht eindrucksvoll mit dem Altern hadert und endlich echte Vaterfreuden kennenlernt. Vermutlich hat das hauptsächlich mit dem Moral- und Menschenbild zu tun, das in dem ganzen Buch mitschwingt. So gibt es zwei, drei Szenen, in denen die Hauptfigur völlig zusammenhanglos männliche Randfiguren angreift, die vom Erzähler als homosexuell identifiziert werden. Diese Begegnungen sind allesamt für die Handlung komplett irrelevant und mir drängt sich der Eindruck auf, dass für den Autor Homosexualität bei Männern symbolisch für die moralische Verkommenheit der Gesellschaft steht. Ohnehin sind alle aktiv handelnden Figuren Männer. Frauen treten in diesem Szenario nur als Opfer auf – und wenn mich meine Erinnerung nicht allzu sehr täuscht, sind alle namentlich erwähnten weiblichen Charaktere am Ende des Buches tot. In seinem Wikipedia-Artikel wird Glukhovsky als Liberaler bezeichnet – das finde ich in diesem Buch aber nicht so recht wieder.

Die Konflikte: Erziehung versus Instinkt

Der Kernkonflikt, den der „Held“ mit sich ausmacht, ist die Überwindung der Indoktrination, die er im Internat erfahren hat. Ihm wurde die „unnatürliche“ Ideologie der Unsterblichen-Gesellschaft aufgezwungen, dass Familie und Eltern-Kind-Beziehungen etwas schlechtes sind, die dem Segen der Unsterblichkeit und vermeintlichen Freiheit entgegenstehen. Er wurde gezwungen, seine Mutter zu hassen und Kinder zu verabscheuen. Seine instinktive Sehnsucht nach der „natürlichen“ Ordnung der Dinge schlummert aber noch immer in ihm, was sich darin äußert, dass er dem Lebenswandel in der schönen neuen Welt nichts abgewinnen kann, nachts von seiner Mutter träumt, Homosexuelle verprügelt und sich schließlich in die Frau verliebt, die er eigentlich töten soll. Seine endgültige „Erlösung“ erfolgt durch den Verlust seiner Unsterblichkeit und der Zeugung eigenen Nachwuchses. Der „gute“ natürliche Instinkt siegt also über die „böse“ unnatürliche Erziehung. Er soll hier selbstredend stellvertretend für alle Menschen stehen und so setzt er in einem terroristischen Akt am Ende des Buches ein Virus frei, das binnen kürzester Zeit allen Menschen die Unsterblichkeit nimmt, damit sie sich wieder der „natürlichen Ordnung“ hingeben können.

Die Dramaturgie: Antiheldenreise zurück in die Steinzeit

Dramaturgisch erinnert das alles an eine Heldenreise – auch wenn die Hauptfigur vielmehr ein Antiheld ist und bleibt. Ob seiner Klischeehaftigkeit ist das ganze sehr schnell ziemlich vorhersehbar, so rechte Spannung will dabei nie aufkommen.

Die Themen: Kulturpessimismus vom Übelsten

Dass hier Themen aus der gesellschaftspolitischen Mottenkiste am Start sind, hatte ich bereits angedeutet. Die Unsterblichkeit selbst wird als SF-Thema nie so recht behandelt. Sie ist vielmehr nur eine Erweiterung des heutigen (vermeintlichen) Jugend- und Gesundheitswahns und der damit (angeblich) einhergehenden schwindenden Bedeutung der klassischen Familie. Kurz: der demografische Wandel als moralischer Niedergang der Gesellschaft. Gewürzt wird das mit ein wenig Urbanisierungskritik (die seelenlose kontinentale Megacity, die jegliche Natur unter sich begraben hat) und Kritik an der „Festung Europa“ (mehr noch als heute strömen in dieser Zukunft Menschen aller Herren Länder nach Europa, um ebenfalls die Unsterblichkeit zu erlangen – an der Stelle ist das Buch fast noch am stärksten). Im Grunde läuft aber alles darauf hinaus, dass Fortschritt eigentlich Mist ist (selbst wenn er Milliarden Menschen ein Leben in Jugend ohne Krankheit bescheren sollte) und es für den Menschen das beste wäre, wenn er sich auf seine „wahre Natur“ besinnt. Was immer das sein mag. Und zu viele Menschen sollte es sowieso nicht geben. Thanos gefällt das.

Das Szenario: die Zukunft, die keine ist

Zu Beginn der Lektüre fand ich das Szenario durchaus reizvoll: Eine Gesellschaft ewig junger und gesunder Unsterblicher in einer kontinentgroßen Stadt – das hätte was werden können. Die Grundidee wird aber an keiner Stelle konsequent ausgearbeitet. Das Unsterblichkeits-Thema wird wie gesagt auf einen übersteigerten Jugendwahn reduziert und die gigantische Größe einer Hundert-Milliarden-Stadt wird nie auch nur ansatzweise erlebbar gemacht. Der Autor schmeißt lediglich mit absurden Zahlen um sich – und lässt den Helden in kurzen U-Bahn-Fahrten zwischen einer Handvoll konkreter Handlungsorte hin-und-her-jetten. Auch die zeitliche Entfernung wird nicht sonderlich erlebbar gemacht, da im Grunde alles wie heute ist. Wir haben ein westlich-liberales Europa, das sich in einem wackeligen Bündnis mit den USA (hier „Panamerika“) befindet und sich gegen die restliche Welt abschottet und Flüchtlingswellen vor seinen Mauern und Toren vegetieren lässt. Nichts anderes also als eine grotesk verzerrte Version der Jetztzeit als plumpe Allegorie auf die aktuellen Zustände.

Thema verfehlt

Damit fällt das Urteil, ob dieses Buch meine ursprüngliche Anforderung an den Lesezwinger auch erfüllt, sehr eindeutig aus: Nicht die Bohne! Dennoch:

Nennt mich Buchbezwinger!

Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 30/2018

Bücher & Lesen

  • Heike Lindhold empfiehlt in einem sehr klugen und ausführlichen Artikel bei den Teilzeithelden das Buch Exit West von Mohsin Hamid. Dabei ordnet sie es sehr durchdacht in die Flüchtlingsthematik ein und webt einen kleinen Exkurs über die Möglichkeiten und Aufgaben phantastischer Literatur ein. Sehr lesenswert! Und das Buch landet umgehend auf meiner Wunschliste.
  • Eine gewisse Romanheftserie steuert gerade langsam aber sicher auf ein weiteres Jubiläum zu. Seit 1961 erscheint Woche für Woche unverdrossen ein neues Heft – und im Februar nächsten Jahres dann Perry Rhodan Band 3000. Chefredakteur Klaus N. Frick wagt schon mal einen vorsichtigen Ausblick – und ich gelobe hiermit, nach langer Abstinenz diesen Jubiläumsband käuflich zu erwerben und zu lesen.

Gesang & Geräusch

Wie großartig ist das denn? Alexander em-effing Gerst musiziert mit Kraftwerk direkt aus dem Orbit IN EINEM CAPTAIN FUTURE SHIRT!

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Kino & Film

Sehr interessante Abhandlung über Kung-Fu-Filme. Ich glaube, in einige Perlen dieser Kunst muss ich alsbald mal wieder reinschauen.

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  • Die San Diego Comic Con hat uns einen großen Schwung frischer Trailer beschert, die uns io9 und Robots & Dragons dankenswerterweise präsentieren. So gibt es den ersten Trailer zur Unbreakable/Split-Fortsetzung Glass, zur Mangaverfilmung Battle Angel Alita, zu den neuen DC-Filmen Aquaman und Shazam sowie einen neuen Ausblick auf Phantastische Tierwesen 2. Eine Komplettliste aller Comic-Con-Trailer hat der gute Edieh erstellt.
  • Aber ich glaube, der beste Film der nächsten Zeit wird Christopher Robin. Robots & Dragons haben einen neuen längeren Trailer am Start.

Lauschen & Labern

  • In seiner aktuellen Sendung jammert der Selbstgesprächler unter anderem ein wenig über das Älterwerden. Was will man machen?

Lego & Minifiguren

Gar nicht so schlecht die Idee: ein Lego-Teile-Aufsauger.

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  • Bei den Brothers Brick gab’s zuletzt ein leuchtendes Ninjaschwert von Sean Mayo und eine beeindruckende Star-Wars-Raumstation von Corry Lankford zu bewundern.
  • Der Bricknerd hat die gemütliche kleine Ecke einer Fantasy-Taverne von MarcelV am Start.
  • Weiteres wie immer drüben bei Zusammengebaut in der allwöchentlichen LegoLinkListe.

Staunen & Wundern

Nie wieder schiefe Krawattenknoten – endlich mal ein nützlicher Livehack!

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TV & Serien

Endlich ein erster Trailer der zweiten Discovery-Staffel. Das wird gut!

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  • Und auch in Sachen Serien kriegen wir dank der Comic Con eine Menge neues Bewegtbildmaterial zu sehen. Robots & Dragons war so nett und hat uns die neuen Trailer zu The Man in the High Castle, der Ducktales-Neuauflage und zu einer interessanten neuen SF-Serie namens Origin aufbereitet. Oder ihr schaut einfach in die Komplettliste aller Trailer bei Edieh rein.
  • Etwas später legte Robots & Dragons noch diesen ersten Trailer der neuen Mars-Serie The First obendrauf. Auch interessant.

Wissenschaft & Visionen

Großartige Geschichte! Da hat einer in den 80ern ein Fake-Perpetuum-Mobile gebaut und bis heute hat (fast) niemand herausbekommen, wie das Teil funktioniert.

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Würfel & Spielbretter

  • Ein gewisser Legonaut hat mir schließlich noch diesen interessanten Artikel bei The Voyager’s Workshop zukommen lassen, in dem ein stolzes Elternteil über die erste Rollenspielrunde mit seinen Kindern berichtet. Unter anderem kommt auch Lego zum Einsatz.

Lesetagebuch: Mit vollem Kindle in den Urlaub

Entsprechend habe ich mein Kindle vollgepackt und werde etliches aus der Kategorie noch nicht angefangen angehen. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Marvel-Hachette-Comic-Sammlung: Schon seit 2013 bin ich begeisterter Sammler dieser Marvel-Reihe und fülle mir damit all meine Lücken im Gesamtwerk des Hauses der Ideen – und diese Lücken sind gewaltig. Zuletzt hatte ich hier den Silver Surfer am Wickel, der in einer seiner neuesten Serien mit der Erdenfrau Dawn Greenwood im All unterwegs ist und herrlich absurde Abenteuer erlebt. In einem weiteren Band habe ich endlich die Origin-Geschichte des großartigen neuen Nova Sam Alexander nachlesen können. Die Welt der Avengers offenbarte mir einen Handlungsstrang der Rächer, den ich noch gar nicht kannte. Mit Ex Nihilo wird da ein recht interessanter Schurke vorgestellt, der mal eben den Mars terraformt hat und selbiges mit der Erde plant – nach vorheriger „Entlaubung“ derselben versteht sich. SpiderIsland kannte ich zwar schon aus einem ComiXology-Sale, die Saga um die Seuche, die allen New Yorkern auf einmal Spinnenkräfte verpasst, ist aber jederzeit einen Reread wert. Schließlich habe ich mit Der Tag der Defenders und Avengers gegen Defenders die Klassiker um das Originalteam dieses Namens gelesen – bestehend aus Dr. Strange, Namor, dem Hulk, dem Silver Surfer und Valkyre. Großartige Geschichten – und der zweite der beiden Bände beinhaltet nichts geringeres als den ersten Vorläufer späterer Civil Wars.

Aktueller Lesestoff

futu.re: Jetzt, da die Helden dieses Dystopie-Schinkens von Dmitry Glukhovsky die Festung Europa verlassen haben, hoffe ich, dass die schleppende Geschichte noch mal ein wenig Fahrt aufnimmt. Ebenso hoffe ich, es im Urlaub endlich durchgelesen und vom Kindle zu bekommen.

Reiten wir! Die Karl-May-Anthologie hat hingegen ein höheres Lesetempo verdient. Sie ist nämlich sehr gut.

Action Comics: Bei der New52-Superman-Serie muss ich auch mal wieder Gas geben. Hoffentlich reichen die 14 Tage für all das.

Was als nächstes?

Neuschwabenland 2: Die wunderbare Antarktis-Verschwörungs-Parodie von Alex Jahnke aka @Cynx hat schon vor längerer Zeit einen zweiten Teil verpasst bekommen. Erst kürzlich habe ich mit Freuden entdeckt, dass es das auch für meinen eBook-Reader gibt. Also kommt auch Liebesgrüße aus Neuschwabendland mit in den Urlaub.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Klaus Frick: Das blutende Land | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | Terry Pratchett und Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bacigalupi: Biokrieg | JMS: Dream Police | Star Wars: Dr. Aphra | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Joanne K. Rowling: Harry Potter | Karl May | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph | Justice League | Justice League Dark | Star Trek: Waypoint | Star Trek: Enterprise

Lesetagebuch: Supermans Liga

Und dann animieren mich auch noch TV-Serien zur ungeplanten Vergrößerung der Bibliothek. Aber lest selbst!

Gerade ausgelesen

Secret Empire: Ich war skeptisch, als ich erstmals von diesem Marvel-Event gehört hatte. Captain America himself stellt sich als Hydra-Agent heraus. Sein ganzes Leben war eine Lüge, er hat all die Jahrzehnte nur auf den richtigen Moment gewartet, um die Weltherrschaft zu übernehmen – was er zu Beginn dieser Miniserie dann auch tut. Das schien mir eine allzu plumpe Allegorie auf den aktuellen Zustand Amerikas zu werden, mit ähnlich heißer Nadel gestrickt wie Civil War 2. Ich war im Irrtum. Das Ding ist richtig, richtig gut.

Nun ist die Ausgangssituation, dass sich einer der Helden (meist ungewollt) in einen Schurken verwandelt, nichts bahnbrechend neues. Das ist ein uraltes Motiv, das immer mal wieder aufgegriffen wird, meist nur für ein paar Panels – nicht selten aber auch für eine ganze Mini-Serie. So war Tony Stark während des ersten Civil War nicht unbedingt der Gute und bei Axis wurde er sogar zum richtigen Schurken. Cyclops hat im Zuge von AvX ganz offiziell die Seiten gewechselt und bei DC gibt es mit Injustice eine komplette fortlaufende Elseworld-Serie, die die Schreckensherrschaft Supermans beschreibt.

Allein durch die sehr hochwertige Umsetzung ragt Secret Empire durchaus heraus. Allein die Zeichnungen sind großartig, aber auch die Dialoge und Charakterentwicklungen sind hervorragend gelungen. Das ganze gerät zu einer nahezu perfekten Parabel auf die Gefahren eines erstarkenden (neuen) Faschismus, deren Lektüre ich sehr ans Herz legen kann. Der Plot verläuft schließlich durchaus klassisch. Natürlich kommen die Helden nach etlichen Rückschlägen doch dahinter, wie man in einem einzigen dramatischen Endkampf den echten und guten Captain America wieder herstellt und die aus den Fugen geratene Welt wieder in Ordnung bringt. Dennoch bleiben am Ende beide Versionen des Captains erhalten, der Faschist und der Freiheitskämpfer – und somit beide Gesichter Amerikas. Die Gefahr ist also nicht vorüber.

Generations: Direkt auf Secret Empire folgte die Winz-Serie Generations, in der die neueren Inkarnationen der Avengers-Helden auf die „Originale“ treffen. Also der Amadeus-Cho-Hulk trifft auf den klassischen Bruce-Banner-Hulk, ein junger Odinson-Thor auf die Jane-Foster-Thor, Captain Mar-Vell auf die heutige Carol Danvers und so weiter und so fort. Das ist zunächst natürlich ein reines Leser-Event, das einen Cut hinter die dramatischen Ereignisse des Secret Empire setzen und einen sanften Übergang zu dem leichten Neustart schaffen soll, bei dem einige Veränderungen der letzten Jahre wieder zurückgesetzt werden. So weilt der gute Bruce Banner mittlerweile ja wieder unter den Lebenden und Steve Rogers soll schlussendlich Schild und Titel von Sam Wilson zurückerhalten. Aber auch für die Protagonisten ist das ganze „wirklich“ passiert. Der kosmische Würfel, der den ganzen Secret-Empire-Murks zu verantworten hat, hat alle jungen beziehungsweise neueren Helden per Traumzeitreise zu ihren Vorbildern versetzt. Daraus sind teilweise sehr gute Geschichten entstanden, sodass ich einen Blick hinein nur empfehlen kann.

Marvel Legacy: Hiervon hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet. Vor allem mehr aus der 100.000 B.C. Avengers-Episode. Uns wurde mit Odin, Agamoto himself als Sorcerer Supreme, der Phoenix-Force und noch ein paar Heinis mehr eine allererste vor-steinzeitliche Superheldentruppe präsentiert, von der ich gerne mehr gelesen hätte. Zumindest im Rahmen dieses Sammelbands gab’s davon aber noch nicht so viel.

Uncanny Avengers: Im Rahmen der Hachette-Marvel-Sammelbände hatte ich diesmal den Band mit dem gemeinsamen Avengers-X-Men-Team am Wickel. Er folgt ziemlich direkt auf das unfassbar großartige Avengers vs X-Men und bildet den Übergang zum eher mäßigen Axis. Um das Zerwürfnis zwischen Menschen und Mutanten wieder zu kitten, schmiedet Captain America eine gemeinsame Einheit aus ehemaligen X-Men und Avengers zusammen und unterstellt sie sogar der Führung des Mutanten Havoc – der auch noch der Bruder des Terroristen Cyclops ist. Gleichzeitig hat sich der Red Skull das Gehirn des ermordeten Professor Xavier unter den Nagel gerissen und hat sich damit dessen telepathischen Fähigkeiten angeeignet. Natürlich stellt er damit nur Unsinn an. Durchaus kurzweilig.

Atlas der Scheibenwelt: Ein letztes Mal auf dem Rücken der Schildkröte unterwegs und die wunderbaren Länder der Scheibenwelt durchstreifen. Dieser detaillierte Atlas mit hübschen Karten und amüsanten Beschreibungen aller Länder hat es möglich gemacht. Schön war’s.

Aktueller Lesestoff

futu.re: Es bleibt schleppend. Immerhin habe ich das Buch etwa zur Hälfte durch. Inzwischen hat sich Glukhovskys Werk in eine Art Roadmovie entwickelt. Der immer noch recht unsympathische Held zieht mit der von ihm erretteten Dame durch das dystopisch/utopische Europa und landen im gesetzlosen Barcelona, das mittlerweile das Schleusentor in die Festung Europa darstellt. Für eine Science-Fiction-Geschichte so weit in der Zukunft ist mir das ganze viel zu sehr eine plumpe Allegorie auf die heutige Zeit.

Reiten wir! Der Vorteil einer Anthologie ist, dass sie einer langsamen Lesegeschwindigkeit viel zuträglicher sind. Man schmökert eine Geschichte, legt das Buch dann beiseite und greift nach ein paar Comics wieder danach, ohne befürchten zu müssen, einen Faden verloren zu haben. Auch bei dieser Sammlung kurzweiliger Geschichten aus dem Karl-May-Kosmos bin ich ungefähr in der Mitte angelangt. Und siehe: hier hat der Herausgeber tatsächlich ein, zwei etwas schwächere Geschichten versteckt. Aber die hat man schnell überflogen und taucht wieder wohlig in die May’sche Westernwelt ein. Herrlich!

Action Comics: Bei dieser New52-Serie verhält es sich in Sachen Erwartungshaltung und Erfüllung derselben etwas anders, als bei Secret Empire (siehe oben). Die Grundidee, einen jungen Superman zu zeigen, der gerade nach Metropolis gekommen ist, noch gar nicht fliegen kann und erst einmal seine Kräfte entdecken muss, fand ich schon damals sehr reizvoll. In den ersten sechs, sieben Heften ist das auch sehr schön umgesetzt – danach verliert es sich allerdings etwas. Dabei bleibt die Serie durchaus gut – auch wenn sie unter manchmal nur mäßig guten Zeichnungen und einem oft zerfaserndem roten Handlungsfaden zu leiden hat. Man hat das Gefühl, es flackern immer mal verschiedene Versatzstücke von Handlungssträngen anderer Serien auf. Wobei mir einige dieser Versatzstücke halt gut gefallen. Der Superman aus Erde 23 zum Beispiel. Cooler Macker!

Was als nächstes?

New 52: Erneut macht es mir ein ComiXology-Sale leicht, mein Vorhaben umzusetzen, einige DC-Serien aus der Ära von 2011 bis 2015/16 nachzulesen. Diesmal konnte ich günstig die Sammelbände von Justice League und Justice League Dark ergattern. Bin sehr gespannt.

Enterprise: Kürzlich habe ich ja die vierte und letzte Staffel von Star Trek: Enterprise beendet und war aus zwei Gründen betrübt. Zum einen, da die durchaus liebgewonnene Serie ihr jähes und unwiederbringliches Ende gefunden hat – und zum anderen, da die letzte Folge ein wenig, nun ja, unwürdig war. Es könnte sein, dass hier ein paar Romane und Comics Abhilfe schaffen. Zu meiner Freude gibt es mit dieser Romanserie von CrossCult tatsächlich eine Art fünfte Staffel in Prosaform, die außerdem Trips unschönes Ableben ungeschehen macht (beziehungsweise erklärt, warum in den Föderationsaufzeichnungen, auf denen Rikers Holodeck-Simulation in der letzten Folge basiert, fälschlicherweise von Trips Tod ausgegangen wird). In Comicform gibt’s da wohl leider kaum etwas. Star Trek: Waypoint ist die einzige Mini-Serie, in der Archers Crew wenigstens einen kleinen Auftritt hat.

Kein Fortschritt / noch nicht angefangen

Sven Regener: Magical Mystery | Sven Regener: Wiener Straße | Klaus Frick: Das blutende Land | Douglas Adams: Der elektrische Mönch | Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele | Douglas Adams: Lachs im Zweifel | Terry Pratchett und Stephen Baxter: Der Lange Kosmos | Paolo Bacigalupi: Biokrieg | JMS: Dream Police | Star Wars: Dr. Aphra | Star Wars: Thrawn | Star Wars: DJ | Perry Rhodan Comic 5 & 6 | Luis Bermejo: Der Herr der Ringe | Stephen Hawking | Joanne K. Rowling: Harry Potter | Karl May | Ed Finn, Kathryn Cramer et al.: Hieroglyph

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