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Lesetagebuch: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Für einen Abschlussband kommt er recht gradlinig und unspektakulär daher, lässt sich aber durchaus gut lesen.

Zum vorigen Heft: Perry Rhodan 2998 – Drei Tage zum Weltuntergang

Ich fühle mich gerade rund 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt, indem ich jede Woche eine Rezension zum aktuellen Perry-Rhodan-Heft schreibe. Aber auf dem Weg zum denkwürdigen Jubiläumsband 3000 kann man das schon mal machen. Auf geht’s!

Showdown

Das Zyklusfinale erstreckt sich eigentlich über zwei Hefte. Im durchaus gelungenen Vorgänger hat Kai Hirdt das Feld bereitet. Sowohl die Helden als auch der Antagonist haben ihre letzten Pläne ins Rollen gebracht. Für erstere gilt es, den bereits tobenden Weltenbrand, der alles biologische Leben aus der Milchstraße vertreiben oder beenden würde, in letzter Minute zu löschen. Letzterer möchte genau dies verhindern, damit die von ihm erhoffte Evolution der Maschinen künftig in der ganzen Galaxis Platz hat, sich in Ruhe zu entfalten.

Der unmittelbare Showdown muss auf der scheibenförmigen Kunstwelt Wanderer stattfinden. Der Sitz der Superintelligenz ES ist generell einer der wichtigsten Orte der Sterneninsel und nur von hier aus kann der Weltenbrand wieder gelöscht werden. Und dort finden wir uns auch wieder. Die Helden um Perry Rhodan (und den anderen Perry Rhodan aus einem Paralleluniversum) schweben in ihrem drei Kilometer durchmessenden Riesenraumschiff direkt vor der Kunstwelt, wo der Schurke bereits auf sie wartet. Dies ist auch eine gute Gelegenheit für eine kleine

WARNUNG VOR DEM SPOILER!

Foreshadowing

Das Heft beginnt mit einer Rede Rhodans an die Mannschaft, die für sich genommen recht unspektakulär ist (Perrys jahrtausendelanger Freund Atlan bezeichnet sie sogar als „die schlechteste Motivationsrede, die du jemals gehalten hast“) – an einer Stelle jedoch ziemlich offensichtliches Foreshadowing in Bezug auf Zyklusfinale und dessen Auswirkungen enthält. Auffallend detailliert wird ein Szenario beschrieben, wonach das Löschen des Weltenbrandes viele Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern könnte – und die Helden dank unterschiedlicher Zeitabläufe auf und um Wanderer mit ähnlicher Verzögerung in heimatliche Sternengefilde zurückkehren könnten. Nun wissen wir ja bereits, dass zwischen 2999 und 3000 ein etwas längerer Zeitsprung liegen soll, weswegen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es genau auf so etwas hinauslaufen wird.

Gerade Linie

Der tatsächliche Showdown kommt für ein Zyklusfinale dann aber doch ziemlich gradlinig daher. Wobei sich das Heft trotzdem sehr angenehm und flüssig lesen ließ. Es ist sehr gut geschrieben – aber halt arg vorhersehbar und spannungsarm. Im Prinzip läuft es auf einen Häuserkampf in der Hauptstadt Wanderers hinaus. Die Helden müssen vor Ablauf einer bestimmten Frist den Unterschlupf des Bösewichts erreichen und erobern, da nur von dort aus alles wieder zum Guten gewendet werden kann. Richtig gefährlich wird es für die Helden dabei nie. Es lassen nur ein paar namenlose Redshirts ihr Leben. Letztlich ist es dann der gute alte Ich-ziehe-den-wichtigsten-Gehilfen-des-Bösewichts-auf-meine-Seite-Trick, der den schier unüberwindlich scheinenden Gegner zu Fall bringt.

Versöhnliches Ende

Große Überraschungen bleiben dem Leser also erspart. Der Plan der Helden gelingt schließlich wie vorgesehen. Der Löschvorgang für den Weltenbrand wird in Gang gesetzt. Und auch die traditionelle „Entsorgung“ von Nebencharakteren, die nur in diesem Zyklus eine sinnvolle Rolle spielen konnten, erfolgt recht versöhnlich. So bleiben zwei junge Mutanten als „Navigatoren von Wanderer“ auf der Kunstwelt. Ähnliches gilt für die jüngere Ernst-Ellert-Version, die für diesem Zyklus erneut wiederauferstehen durfte – und auch für den zweiten Perry Rhodan. Bei letzterem hatte ich ja fest mit einem unvermeidlichen Heldentod gerechnet. Er erhält jedoch die Möglichkeit, in das Fragment seines Universums zurückzukehren beziehungsweise herauszufinden, ob sein tatsächliches Ursprungsuniversum noch existiert und er dorthin zu Familie und Freunden zurückkehren kann.

Vorfreude

Freut mich durchaus, dass diese interessante Figur doch eine Zukunft hat – auch wenn wir davon auf absehbare Zeit wohl nichts erfahren werden. Viel mehr freue ich mich aber auf den nahenden Jubiläumsband, den ich mir diesmal ganz klassisch als gedrucktes Heft zulegen werde. Das gibt’s aber erst ab Freitag.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 3000 – Mythos Erde

Lesetagebuch: Perry Rhodan 2998 – Drei Tage zum Weltuntergang

In zwei Wochen ist es nämlich soweit. Aktuell steht folglich Band 2998 auf dem Programm.

Wie ist die Lage?

Das Phänomen Perry Rhodan zu erläutern, spare ich mir an dieser Stelle. Die groben Hintergründe der seit 1961 unverdrossen allwöchentlich erscheinenden Science-Fiction-Romanheftserie setze ich als bekannt voraus – beziehungsweise verweise ich auf den unerschöpflichen Wissensschatz der Perrypedia.

Auf diesen muss selbst ich aktuell zurückgreifen, denn seit bald 800 Heften zähle ich nicht mehr zum Kreis der regelmäßigen Leser. 2016 hatte ich kurz mal eine nur wenige Hefte andauernde nostalgische Phase, die mich aber nicht dauerhaft zur Stammleserschaft zurückführen konnte.

Sporadische Updates eines befreundeten Lesers, besagte Perrypedia und ein durchaus begeisterter Blick in Heft 2994 haben mich einigermaßen auf den Stand der aktuellen Handlung gebracht. Denn Band 3000 muss ich trotz geschwundener Bindung an Serie und Fandom lesen. Ehrensache!

Genesis-Zyklus

Die Meta-Handlung verläuft bei Perry Rhodan seit je her in meist 100 Hefte langen Zyklen, die wie Staffeln einer TV-Serie größere Handlungsabschnitte umfassen.

Der nun zu Ende gehende Zyklus hört auf den Namen Genesis und dreht sich um eine Bedrohung für die gesamt Milchstraße, die der Titelheld und seine Gefährten beseitigen müssen. Ja, gigantomanisch ging es hier schon immer zu. Gegenspieler ist ein gewisser Adam von Aures, ein offenbar künstliches einer geheimnisvollen Maschinenstadt entsprungenes Wesen, das die gesamte Milchstraße für biologisches Leben unbewohnbar machen will, um so für eine Maschinenevolution Platz zu schaffen.

Wer sich da an Stanislav Lems „Der Unbesiegbare“ erinnert fühlt, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Ich halte derartige Inspirationen aber für legitim. Oder etwas plumper ausgedrückt: Besser gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht. Tatsächlich hat die Beschreibung besagter Maschinenstadt in Heft 2994 Anflüge von Lems „Solaris“. Ich mag das.

Der aktuelle Stand vor Heft 2998 ist wie folgt: Es ist dem Bösewicht gelungen, alle 100 Milliarden Sonnen der Milchstraße so zu beeinflussen, dass sie eine Strahlung aussenden, die allen Lebewesen immer stärker werdende Schmerzen bereitet. Man berät die Evakuierung aller Zivilisationen (selbst in diesem Universum ein unmögliches Unterfangen), klammert sich aber an einen letzten Strohhalm, mit dem man den Weltenbrand, wie das unangenehme Phänomen getauft wurde, doch noch rückgängig machen kann.

Drei Tage zum Weltuntergang

Das Heft stammt aus der Feder von Kai Hirdt, der mir bislang nur als Autor der mäßig gelungenen letzten Perry-Rhodan-Comic-Adaption bekannt war. Um es aber gleich zu sagen: Dieser Roman ist flott und spannend geschrieben und hat mir sehr gut gefallen.

Handlungsdetails mag man obigem Perrypedia-Link entnehmen. An dieser Stelle nur so viel: Die Helden planen zur Kunstwelt Wanderer vorzudringen, die sich gerade in der Atmosphäre des Gasplaneten Neptun versteckt hält. Von dort aus hofft man mit entsprechenden Zutaten den Weltenbrand wieder löschen zu können. Der Bösewicht hatte die Scheibenwelt der Superintelligenz ES nämlich zur Entzündung desselben missbraucht. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht so leicht, dorthin vorzudringen – zumal der Antagonist ebenfalls am Start ist und seine eigenen Pläne verfolgt.

Dieser zweite Teil der Handlung wird interessanterweise aus Sicht einer Nebenfigur erzählt, die an der Aufdeckung besagter Ränke beteiligt ist, was mir sehr gut gefallen hat. Damit gelingt es, eine spannende Handlung anhand frischer und interessanter Charaktere zu entwickeln. Ich habe mich richtig gut unterhalten gefühlt. Tatsächlich gelingt es dem Roman, ein stimmiges Gefühl der beschriebenen fernen Zukunft zu vermitteln – und sogar, den mehrere tausend Jahre alten Helden eine leicht fremdartige Aura zu verpassen. An beidem sind meiner Meinung nach in der Vergangenheit etliche Autoren gescheitert. Hirdt gelingt dies ohne großen Aufwand recht gut.

Besonders interessant fand ich die Figur des doppelten Rhodan. Zur Heldenriege hat sich nämlich ein Rhodan-Doppelgänger aus einem Paralleluniversum gesellt, der durch ein leicht verändertes Schicksal eine spannende Variation des Titelhelden darstellt. Auch seine Interaktion mit den Stammhelden wird gut dargestellt. Das hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt ein paar Hintergründe dieses zweiten Rhodan nachlesen wollte. Also, galt es flugs, seine Origin-Romane ausfindig zu machen und aufs Kindle zu packen.

Blick zurück in die Hefte 2919 und 2930

Die Idee, der Hauptfigur einen Doppelgänger zu verpassen, ist natürlich nicht neu und kam in den bald 3000 Bänden schon mehrfach auf die ein oder andere Weise zum Einsatz: vom bösen Sohnemann Thomas Cardif über den fiesen Anti-Rhodan aus einem negativen Spiegeluniversum bis hin zu bewusst eingesetzten Doppelgängern oder Robot-Duplikaten, die entweder einen verschollenen Rhodan ersetzen oder ihn bei einem gefährlichen Kampf vertreten sollten.

Diesmal ist die Lage jedoch etwas anders. Dieser Perry Rhodan stammt aus einer offenbar künstlichen Parallelwelt, womöglich auch das Relikt oder die Kopie einer Parallelwelt, die ES auf Wanderer konserviert hat. Er gleicht dem Original sowohl äußerlich als auch charakterlich sehr, ist jedoch kein mehrere tausend Jahre alter intergalaktischer Held, dessen Alterungsprozess mit 39 Jahren angehalten wurde, sondern ein 55-jähriger Astronaut, dessen Karriere bis zu diesem Zeitpunkt etwas anders verlief.

Im wunderbaren Heft 2919 schildert Wim Vandemann die Expedition einiger Helden durch die Parallelwelt-Enklaven von Wanderer, wo sie unter anderem erstmals auf jenen Rhodan treffen. Das Heft begeistert auch durch die anderen einfallsreichen Parallelwelten, wie zum Beispiel das von Topsidern besetzte Berlin der 20er Jahre. Grandios!

In Heft 2930 baut Hubert Haensel die Geschichte dieses Rhodans und seiner Welt detailliert aus und schildert, wie er von Adam von Aures eingenommen und aus der Enklave in das Originaluniversum geführt wird. Auch dies ein sehr lesenswertes Heft.

Wie geht’s weiter?

Zurück zu Band 2998: Dieser endet damit, dass der Antagonist den Helden zuvorkommt, Wanderer erreicht und mit der Kunstwelt verschwindet. Es gelingt den Helden gerade noch, die Spur aufzunehmen und bis an ihr Ziel im Leerraum zwischen den Sternen zu verfolgen. So weit so spannend. Ich freu mich auf Band 2999, ebenfalls von Kai Hirdt, der am Donnerstag auf meinem Kindle erscheint und am Freitag in den Läden liegt.

Vermutlich wird es den Helden in letzter Minute gelingen, alles noch zum Guten zu wenden – aber vielleicht trauen sich die Autoren was und es kommt diesmal ganz anders. Auf jeden Fall mache ich mir für den Rhodan-Doppelgänger, meinem neuen Liebling, keine großen Hoffnungen. Sein Heldentod ist vermutlich unvermeidlich.

Tja, und dann mal schauen. Ich sagte ja schon, dass ich auf jeden Fall bis Band 3003 durchhalten werde. Mittlerweile reicht die Vorschau bis Band 3007. Aber ich verspreche nichts.

Zum nächsten Heft: Perry Rhodan 2999 – Genesis

Montagsfrage: einmal lesen ist keinmal lesen

Hätte man doch nur mehr Zeit zum Lesen – dann wäre die aktuelle Montagsfrage leichter zu beantworten. Sie lautet: „Bist du ein Einmal- oder Mehrmals-Leser?“

Ich würde ja gern

Früher war ja in Wahrheit gar nichts besser – außer dass man jünger war und mehr Zeit zum Lesen hatte. Daher hätte ich die Frage vor 20, 30 Jahren definitiv mit „Mehrmals-Leser“ beantwortet. Tatsächlich habe ich Hobbit, Herr der Ringe und Silmarillion, die Anhalter-Romane und nahezu alle Scheibenwelt-Bücher deutlich mehr als einmal gelesen – von diversen Perry-Rhodan-Heften und -Zyklen ganz zu schweigen. Und das gar nicht mal, weil es nichts anderes zu lesen gegeben hätte – es war mir schlicht ein Genuss, immer wieder in einige meiner liebsten fantastischen Welten abzutauchen.

Man kommt halt zu nix mehr

Heute sieht die Lage etwas anders aus. Dabei hätte ich durchaus mal wieder Lust, erneut einen kompletten Scheibenwelt-Durchgang zu schmökern oder den Anhalter-Daumen in die Galaxis zu strecken. Aber es gibt viel zu viel Neues und auch Altes, das ich noch gar nicht gelesen habe – und viel zu wenig Zeit.

Kurz: Zur Zeit bin ich nur noch Einmal-Leser.

Montagsfrage: Lesevorsätze

Erwartungsgemäß blickt die aktuelle Montagsfrage voraus ins gerade begonnene neue Jahr. Sie lautet: „Was sind deine Lesevorsätze für 2019?“

Mehr Romane, mehr Spider-Man, mehr von allem

Grundsätzlich möchte ich auch in diesem Jahr so viel wie irgend möglich lesen. Es wäre darüber hinaus mein Wunsch, den Anteil reiner Prosa-Werke deutlich zu erhöhen – was leichter gesagt als getan ist, wenn man wie ich so gerne Comics liest. Das zur Verfügung stehende Zeitkontingent bleibt ja nun mal leider endlich. Dennoch: es sollen 2019 wieder mehr Romane werden. So gilt es unter anderem Harry Potter, Die Lange Erde, die Three-Body-Trilogie und den Herr-Lehmann-Zyklus zu beenden sowie mal wieder die Nase in ein paar Perry-Rhodan-Hefte zu stecken (Band 3000 steht an).

Dem konträr habe ich mir leider auch vorgenommen, mal wieder intensiv bei Spider-Man einzusteigen. Spätestens seit dem grandiosen Spider-Verse-Film habe ich große Lust, so viel wie möglich über Peter Parker, Miles Morales, Gwen Stacy, Jessica Drew und Co. wegzuschmökern. Und natürlich sind das nicht die einzigen Comics, die ich gerne lesen möchte …

Aber wie das mit Vosätzen immer so ist: Es kommt sowieso alles ganz anders …

Montagsfrage: Wunschzettel

Es bleibt auch bei der aktuellen Montagsfrage weihnachtlich. Sie lautet: „Welches Buch gehört dieses Jahr auf jeden Fall auf die Weihnachtswunschliste?“

Moers geht immer

Entgegen meiner letztwöchentlichen Behauptung, keine spezielle saisonale Lieblingslektüre zu haben, kann ich berichten, in den letzten Jahren immer gern zu Weihnachten Nachschub vom zamonischen Kontinent gewünscht, bekommen und gelesen zu haben. Dieses Jahr liegt passend „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers vor, das mit Sicherheit auf meiner Weihnachtswunschliste wäre – wenn ich es nicht schon gestern zu meinem Geburtstag bekommen hätte. Wer beim Moers’schen Werk etwas hinterherhinkt, der möge sich schnell noch die relativ aktuelle zweibändige Comicadaption des ersten Buchhaim-Romans „Die Stadt der Träumenden Bücher: Buchhaim“ und „Die Stadt der Träumenden Bücher: Die Katakomben“ wünschen. Der nächste reguläre Band „Der Bücherdrache“ erscheint leider erst im Frühjahr des nächsten Jahres.

Weitere Wünsche

Auch wenn ich mir bislang nichts davon ausdrücklich zum anstehenden Geschenkefest gewünscht habe, gibt es natürlich noch etliches, was ich mir alsbald zulegen und wegschmökern möchte. Beispielhaft seien hier der bildgewaltige Fantasy-Comic „Myre“ von Claudya Schmidt (mittlerweile glaube ich schon zwei Teile), der SF-Roman „Roma“ von Judith Vogt (Römer im Weltraum!) und die Bildergeschichte „Jonesy“ von Rory Lucey (Alien aus Sicht der Katze) genannt, die sich allesamt sicher gut unter dem Weihnachtsbaum machen.

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